Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 74 (16.9.1924)
- Date
- 1924-09-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 74 1UEDISC*HE* RÜNDSCHA0' Seite 53! Die Vorgänge in Transi&rdanien Von Seil. Schwarz, Jerusalem. Wir veröffentlichen nachstehenden Artikel des Leiters der I.T. A. in Jerusalem wegen der in ihm enthaltcnen Informationen, ohne uns im übrigen mit den im Aufsatz ausgesprochenen Ansichten zu identifizieren. Abdullahs Staat hat sich wieder einmal ״ausgczcich- )1ct«. Am 14. August hatten die Wahabiten, die Todfeinde des König Husseins und seiner Familie, unbemerkt den weiten Weg ans ihrer fernen Siedhing bis Amman zurückj׳ciegt, eine große Anzahl Dörfer, die unterwegs liegen, hejetzt’ und hätten wahrscheinlich auch die Hauptstadt Trans- Jordaniens erobert, waren ihnen nicht britische Truppen und britische Aeroplanc cnlgcgcngctrctcn, die hilfsbereit herbei- ״ccilt waren. Die lokalen britischen Streitkräfte reichten nicht ״״s, die Wnliabitcn zurückzuschlagcn und die Existenz von Abdullahs Herrschaft zu sichern, und man muffte Truppen aus Palästina zu Hilfe nehmen. Freilag, den 15. August, zogen ununterbrochen britische Reiter und Fußtruppen aus Palästina nach Transjordanien. Zum zweiten Male innerhalb Jahresfrist wird der Zwerg- Staat Abdullahs von schwerer Gefahr hcimgcsuclit. Im Okioher vorigen Jahres erhoben sich die Araber des großen Stammes Al Edwan und schier wäre es ihnen gelungen, die Hauptstadt zu erobern und Abdullahs Herrschaft ein Ende zu bereiten. Auch damals rettete britische Heeresmacht Abduliah vor dein Untergänge, dessen eigene Kräfte zu schwach und zu schlecht organisiert sind, um vor einem äußeren oder inneren Feind bestehen zu können. Sowohl vor dem Stamme Al Edwan wie auch vor den Wahabiten nahmen Abdullahs Kräfte schleunig Reißaus. Die transjord,mische Regierung verfügt nur dann über genößcnd Kraft und Entschlossenheit, wenn cs sich darum handett, Juden zu verfolgen, die in Geschäften oder zu wissen- (,rtiaflliclien Zwecken nach Transjordanien kommen. Erst vor kurzem sind fünf spanlolisdic Handwerker, die versucht hatten, in Transjordanien Beschäftigung zu suchen, dermaßen gepci- ״ißt worden, daß sie eiligst flohen. In türkischen Zeiten pflegten diese harmlosen Arbeitsmenschen jahraus, jahrein nach Transjordanien zu kommen, ohne daß sic gestört wurden. Abdullahs Regierung erinnert an europäische Regierungen eines gewissen Typus: deren Machtcntfaltung äußert sich in Juden- Verfolgungen, für wirklich aufbauenue Arbeit sind jedoch keine Kräfte vorhanden. Für Emir Abdullah war der OklobcrauIsland eine ernste Warnung. Der Aufstand und sein Erfolg -- bis zum Eintreffen britischer Artillerie, die den früheren Zustand wieder herstellte — bewiesen, daß große Teile der Bevölkerung gegen Abdullah und daß die Kreise, auf welche er sich stützt, schwach und desorganisiert sind. Abdullah hätte die Lektion verstehen und mit staatsnufbauender und organisatorischer Arbeit beginnen müssen. Aber anscheinend bat er dazu nicht genügend Witten und wahrscheinlich auch keine Macht gellabt, und so ist alles geblieben wie es war, bis die neue Gefahr Iicranriickte. Die Wahabiten sind eine reformatorische, islamitische Sekte, die die Landschaft Nedsehd im Norden der arabischen Halbinsel bewohnt. Sie hassen die benachbarten Araber und überfallen oft das Hcdschasgcbiet und den Südteil Traitsjordauicns. Diesmal waren ihre Absichten noch weiter* reichend. Wie gefangene Wahabiten erzählen, war jetzt die Eroberung ganz Transjordaniens und die Vernichtung Abdullnhs und all seiner Anhänger geplant. Die Wahabiten hatten viele Kräfte zusammengezogen, bevor sic sich auf den Weg machten. Sic legten hunderte Kilometer zurück und ihr Angriff auf Amman vollzog sich in einer Breite von 80 Kilo- *rftetern. Ihre Streitkräfte wurden auf 10000 Mann geschätzt. Die britische Artillerie hat sic zurückgcschlagcn und ihre Reihen dezimiert, aber es ist klar, daß sic noch einmal nacli Transjrodanien zurückkehren werden. Die Wahabiten sind religiöse Fanatiker und ein unbarmherziger Stamm. Sic kennen die Schwäche und die Unordnung in Transjordanien und das ist für sic ein Anreiz, dieses Gebiet zu erobern. Emir Abdullah bat in den dreieinhalb Jahren seiner Regicrung in Transjordanien bewiesen, daß er nicht imstande ist, Ordnung zu schaffen, und eine gute Verwaltung einzuführen. Die Losreißung Transiordaniens von Palästina in politischer Hinsicht war gegen das Mandat. Auch Frankreich war gegen die Einsetzung Abdullahs auf den Thron Trans- Jordaniens. Trotzdem haben cs Churchill und Samuel im Jahre 1022 getan, weil England die Hoffnung hegte, Abduliah werde die kleine unruhige Provinz organisieren und ....iw-.—-׳ ״׳....׳.<•׳ ■ j. ««״״״.״.י»■׳״;•■«.... Der Jüdische illustrierte Kalender auf das Jahr 5685 (1924/1925). (Jüdischer Kalender-Verlag, Berlin, Fasanen• Straße 41). Wir haben bereits in unserer Nr. 68 vom 26, August auf das für Rosch-Haschana dieses Jahres bevorstehende Erschcineu des ersten illustrierten jüdischen Abreißkalenders hingewiesen. Heute sind wir in der Lage, auf Grund der ersten Aushängebogen dieses neuen jüdisch-literarischen Unternehmens über seinen Inhalt und seine Anlage weitere Mittcilungcn zu machen. Um es mit einem kurzen Worte zusnmiticimifassen: cs gibt wohl wenig Werke, die mit solcher Anschaulichkeit und Eindringlichkeit die Leistungen des jüdischcn Volkes in allen Perioden seiner geschichtlichen Ent- Wicklung, die Größe und den Umfang seines Wirkens auf allen Gebieten menschlicher Tätigkeit predigen wie diese in die Form eines Tageskälenders gebrachte Sammlung von Bildern, Worten und Ziffern aus Vergangenheit und Gegen* wart der Judenheit und des Judentums. ״Nichts Jüdisches ist mir fremd", unter dieser Devise ist der Kalender zusammengestellt, und unter ihr wird auf seinen Blättern mit Bildern, deren Reproduktion man als selten gut־ gelungen bezeichnen muß, über den Entwicklungsgang der Juden ein Anschnuungsunterrieht erteilt, dessen Wirkung sich wohl kein Jude wird entziehen können. Bilder aus der Ocschichtc des jüdischcn Volkes wechseln mit solchen aus seinem heutigen Leben, Porträts berühmter Juden aus allen Kulturkrciscn mit Reproduktionen von Werken jüdischer Künstler ab; auf Ziffern und Zahlen, die die Ausbreitung der Juden, ihre Vitalität und ihren Anteil am Fortschritt der Kultur und Zivilisation darstcllcn, folgen Proben von Aussprüchen, die die Lebens- Weisheit des Judentums widerspiegeln, und Aeußerungen von Nichtjuden über den Eindruck, den Juden und Judentum auf sic ausgeübt haben; kurz: hier zieht wie in einem Kaleidoskop jüdische Wirklichkeit in einer an Herz und Verstand greifenden Vielseitigkeit vorüber und zurück bleibt ein Oefühl des Stolzes, das sich in Tun, in den Willen zur Tat, zur Mitarbeit am Aufbau des Judentums von morgen umsetzen muß. Darum gehört dieser Kalender in jedes jüdische Haus; ־ alt und jung, die Eltern und die Kinder sollen und werden aus ihm lernen, wie groß dieses Volk ist, dem sie angchörcn, lernen aber auch, daß cs eine Pflicht für alle gibt» die Pflicht, mitzuwirken am Aufbau jüdischer Zukunft. —tz. •v «וין ך»׳ ״■ ■־»--•*- - ך - ־־ י ־ - ״״ f — ~״ ״״״־•י) ך—■■' Borlinor Zionistische» Voroinißurtg Sonnabend, cJon 20. Soplombor, nbonda 8H Uhr im Blüthnoreaal, LUtzowatr. 76 für Theodor Horzl und David Y/olffaohn Profl rnm m: Ansnrnch«: Pr. Pnhur.i Soltclow Günnng: Manfreseä lc0ando«15Stl An dor Oryo': Knpol'molator Schwärs Rezitation: fl.Ioaac.c3c? Crnnnch Gedenkrede: Br. flJfracä ttfoo 7um P.eh* von 1,30. 3,40 imd 3,^0 M. Ink'. Steuer im Vorvnrknnf crhilltUcht in der ZV, Moinhkf'ifraß• 10, in 4<m Uu<,hhf»mlWmj{cm Kwor, Kr»4, K>4rfn, Dahl• n1ftmnf™*nn H, Gimror. Or«ni<mburf{־»r 841?»‘ חי«*זי. Gronft.Hpr*1trM*o 07, Hoto & Hock und wn dor Ab<mdkn,«ao.;:3C1 ::,r3sc er: «י •- als arabischer Herrscher imstande sein, die verschiedenen unruhigen Stämme zu vereinigen und zu zivilisieren. Diese 1 lofinutig hat sich als völlig grundlos heraiisgestcllt. Abduliah wechselte seine Minister, aber unter all seinen Regicrungcn, die gegenwärtige Ri da Pascha nl Ri kn hi cingeschlossen, ist Transjordanien ein Nest von Mördern und Räuberbanden geblieben, die ununterbrochen die Grenzen Palästinas und Syriens beunruhigen und sich dann nach Transjordanien zurückzichcn. Erst vor einigen Tagen hat hier in Jerusalem ein Vertreter der französischen Macht in Libanon und Syrien geweilt, um mit der palästinensischen Regicrung die Maßnahmen zu besprechen, die zum Schutze Palästinas und Syriens vor den iraiisjordmiischcn Räuberbanden notwendig sind. Die grüßlcn Hoffnungen knüpfte die Maiulatarmacht an die gegenwärtige Regierung Riila Pascha al Kiknbl, der als energischer Mann bekannt ist. Aber auch er iiat enttäuscht. Korruption und Demoralisierung sind unter seinem Regime nicht geringer geworden, und die Intrigen, sowie die inneren Streitigkeiten sind gewachsen. Gerade der WahabitcneitifaH, der während Riknbis Regierung erfolgte, beweist schlagend, wie es um Abdullahs Herrschaft nach all den Versuchen und Hoffnungen bestellt ist. Dem Spiel mit der nationnl-nrnbischcn Herrschaft in Transjordanien muß ein Ende gesetzt werden. Würde dieses Experiment außerhalb Transjordaiiions keinen Schaden stiften, so könnte mau sagen, lasset es in Gottes Namen noch einige Zeit nndaiiern. Leider ist dieses Experimentieren eine kostspiefige Sache, nicht nur für Transjordanien sondern auch fiir andere. Abgesehen davon, daß die Maiulatarmacht immer wieder Anstrengungen machen muß, um In Transjordanien Ordnung und Ruhe wieder herzusfdlcn, ist die Lage östlich des Jordans gefahrdrohend für den militärischen und zivilen Flugzeugverkehr Kairo-Bagdad, der über Abdullahs Ländchcn geilt. England kann auf diese Marschroute nicht verzichten. Am meisten fällt jedoch ins Gewicht, daß die Lage in Trans• Jordanien eine Orfahr für Palästina bedeutet, Man darf nicht vergessen, daß die Entfernung von Amman bis lerusalern nur ungefähr 80 km bclrägf. Und wenn in Amman Unruhe herrscht, dann kann man in Jerusalem nicht ruhig bleiben., Transjordanien mit seinen Räuberbanden, inneren Auf• ständen und auswärtigen Krisen bedroht die Entwicklung und sogar die Existenz des jüdischen Nationalheims in Palästina. Man muß darum verlangen, daß die Mandatarmacht auf die Bestimmungen des Mandates zurückgrcift, und in Transjordanien eine gute im besten Sinne zivilisatorische Verwaltung ciusetzt, die in diesem Gebiete Ordnung, Ruht und Frieden verbürgt. Felsul warnt F.mlr Abdullah Jerusalem. (J.T. A.) Mehrere transiordanische Nofabeln, die an den letzten Arabernufstämlcn gegen den Emir Abdullah beteiligt warep und zu Verbannung verurteilt wurden, sind an Bord eines von König Hussein eigens ausgesandten Dampfers nach dem Hcdschas abgercist. Aus zuverlässiger Quelle verlautet, König F eis ul von Irak habe an seinen Bruder, den Emir Abdullah von Transjordanien, ein Telegramm gesandt, in dem er ihn ermahnt, in seiner Regicrung und Verwaltung vorsichtig zu sein. Er erinnert ihn daran, daß er (Feisul) in Syrien gezwungen worden war, seinen Thron aufzugeben.1 Ortsgruppen heraus war der Vorschlag entstanden, alle für die Zionistische Organisation und für Pal.istinazwerkc notwendiger» Gelder in der Form auUnbrrn^cti, daß jeder Zionist wikhent* lieh einen Beitrag leistet, der dann auf die verschiedenen Zwecke repartiiert wird. Auch möglichst viele Nichtzionisten; sollen in dieser Weise zur Leistung herangezogen werden, mit dein Unterschied, daß bei den Niehtzionisteii der Anteil der rein zionistischen Organisationsfonds (Schekel usw.) hei der Verteilung des Oesamtbeitrages wegfatlt. Dieses System ist: in Olmütz bereits durchgeführt worden und cs wurde bc* richtet, daß die Erfolge unerwartet gute sind: durch dies® Vereinheitlichung wurden von den einzelnen Spendern mehr Gelder empfangen als sie sonst im ganzen Jahre gegeben( haben. Jeder Spender erhält eine Abtösungskartc und kann sich mit dieser legitimieren, wenn zionistische Sammler an ihn herantreten. Der Keren Hajessod allerdings soll aus den Einheitsaktion ausgeschieden werden, da die Tätigkeit fite ihn bereits ihr ganz bestimmtes System angenommen hat, das. tiirht geändert werden kann. Gegen den Plan der Vercinhcit-c lichuug wurde eine ganze Reifte wichtiger Argumente geltend, gemacht. Der Zionistentag in Olmütz hat trotzdem prinzipiell' den Plan der Vereinheitlichung angenommen und das Exe* kutivkomitcc beauftragt, genaue Instruktionen an die Orts* gruppen zu erlassen, damit bereits am 1. Januar 1925 imt ganzen Lande das neue System cingcführt werden kann« Die Exekutive der zionistischen Weltorganisation war ver*, treten durch Dr. Robert W e 11 s c Ir, der in seiner Begrüßungs״•’ Ansprache die politische Lage und die gegenwärtigen Auf* gaben unserer Bewegung auscinandcrsctzlc. Die Z. V. f. l\ war durch Dr. S. Kaznclson vertreten. Außerdem stamf auf der Tagesordnung ein Referat von Dr. Hugo Herr* mann, der vor kurzem von einer Reise nach Palästina( zurikkgckchrt ist, über die Lage in Palästina. Eine Debatte(, schloß sich nicht daran, ' Die Tagung der ״Ose“ Unter Vorsitz von Dr. G ran begann am 2, September d. JJ die Zcntralratssizung der Ose, an der Vertreter aus Polen,' Litauen, Lettland, Rumänien, Danzig, Rußland, London, der Mnkkabi-Wcllvcrband und die Zentralvcrwaltung der ״Ose׳* tcilnahmrn. Di# B. Z.Y. vor»n*t»H1)t Rojnolni&m mit <t#r Borlltur. Gropp« do> MI«rnohi Gott#»<li«3«t> »n h»h*n Fol»r*!1«f«n in <Wn Bopr&*onUtion**&am#n dar •»«rolniRt.on *lonMaohtn Büro(, MMnokoitrMno 10, K«rt«n *um Pretwron 10,— U. für D14m«n 0n4 Herrn •ind tm Büro der B. Z.V, M aal tm Bär« ätt Ul»r*01il, HonMjouplut* 1, •rh<Hoh, Die Mädcltcoscliule In Nahnlal Wie der ״H a a r c z“ berichtet, wurde dieser Tage die Vereinbarung wegen Erbauung der landwirtschaftlichen Mädchenschule in Nahalaf, die unter Leitung von Frau Meisel-Schochath stehen wird, zwischen dem Solei Bonch und dem Vertreter der Weltorganisation zionistischer Fraucht, Herrn Felix Ro s e n b I ü t h , unterfertigt. Die Schule mit den Nebenballten wird ungefähr 6000 Pfd, kosten. Die Arheit beginnt bereits diese Woche, wird etwa ein halbes Jahr dauern und ungefähr 50 Arbeitern Beschäftigung geben. Schluß der Uccltnlnr.• Konteren* Am 9. September abends wurde die Hechafuz-Konfercnz geschlossen. Außer den bereits mitgcteilten Reicratcn erstattete Herr Ilogdanowski einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit der Hccliahiz-Wdizentrnie. Herr Dobkin referierte über die Fragen der Organisierung der Chafuz- Einwanderung nach Palästina. Ueber die Hachscliarah referierte Herr M. Schapiro. Es wurde eine Protestresolution gegen die Eiinvnnderiingsbeschränkung nach Palästina angcnominell. Eine Reihe Resolutionen befaßt sich mit den Fragen der praktischen Organisierung der Ausbildungstätlgkclt- Es wurde bcsddosr.cn, den Merkaa durch die Kooptlcrung von M. Schwabe (Kowno) zu erweitern. DcrSItzderZcnträfe soll von Berlin nach Warschau verlegt werden, wobei ein besonderes Sekretariat für die Länder Westeuropas in Berlin eingerichtet werden soll. 6. Tschechoslowakischer Zioalsleafag Der 6. tschechoslowakische Zionistentag, der am 7. und 8. September in Olmütz stattfaud, war ausschließlich einem Problem gewidmet, das mehr organisatorisch-technische als prinzipielle Bedeutung hat. Aus der praktischen Arbeit der Dr. R o s c n t a 1 berichtete über die Organisationsarbeit. Dem Verbände gehören an: 12 zentrale Organisationen mife 40 Abteilungen, außerdem der Makkabi-Welt-Verhand und, das Pasteur-Institut in Palästina. Es werden unterhalten נ 11 Wöchnerinnen- und Säuglingsanstnltcn, ein Kinderheim, 39t schtil-medizinischc Abteilungen, 23 Kindcrambulatorien, 14 Am« butatorieri für Erwachsene, 6 Favusinsiihifc, 3 Röntgenkabi* nette, 9 Kimicrkolonicn und Sanatorien, 5 Spielplätze. 6 allgc* meine medizinische Anstalten, das Pasteur-Institut in Palästina*' im ganzen 118 Anstalten, von denen 58 im letzten Jahre net» gegründet wurden. Pie Zentralvcrwaltung hat eine sehr aus* gedehnte sanitär-hygienische Aufklarungs- und Wissenschaft■• Hell-statistische Arbeit geleistet. Es wurden eine Anzahl Bro* schüren, Plakate und Flugblätter herausgegeben zur Aufklä* rtmg der Bevölkerung über die Verhütung der Volkskrank•» heiten und deren Verbreitung. Es wurde ein populär gehaltenes^ Organ ״Volksgcsund“ herausgegehen, das überall im Osten ver•» breitet wurde. Aus dem Berichte Dr. O ra ns über die speziell״( Arbeit in Rußland ging hervor, daß seit Anfang 1923 die ״Ose‘■*! in Rußland ihre alte Tätigkeit, wie vor dem Kriege, wieder! nufgciiomincn hat, und daß die Haupt,׳mslaltcn sich in dentt judcnrcichstcn Gouvernements Odessa, Ekatcfinosiaw, Cherson״' Balta und Pcrwomajsk befinden. Im ganzen existieren dort K» Krankenhäuser, 15 Krippen, 9 Ambulatorien, 5 Polikliniken.- 8 Sanatorien, 7 Cholera- und Typhusimpftingsstcllen, 21 Kinder«! Heime lind 3 Malariastationen. Insgesamt etwa 80 Anstalten,] Im letzten Jahre sind ungefähr 156 345 Patienten durch dies« Anstalten gegangen. ( An diese zwei H.iuntbcrichte schließen sich Berichte übe die Tätigkeit der ״Ose“ in den Randstaaten und anderen Län dem an. Für den Makkabi-Wclt-Vcrbnnd sprach Dr. Muntner^ Er bedauerte, daß cs bisher nicht zu einer (ruchbaren Zusamjj menarbeit zwischen den beiden Verbänden gekommen ist iindj hob hervor, daß die ״Ose“ in der Hauptsache rein-medizinisch®» Arbeit leistet, d. h. sich des bereis erkrankten Menschen an״! nimmt und weniger dem Ausbruch von Krankheiten entgegen*) arbeitet. Diese prophylaktische Arbeit betrachte als sein* Hauptaufgabe der MakKabi-Welt-Vcrband, welcher die jüdisch« Jugend der Welt in Turnhallen und auf Sportplätzen, sowi®) 1m Freien auf Wanderungen sammelt, somit die größte medizwj nischc und prophylaktische Arbeit aut dem Gebiete des Ge*• sundheitsschutzes leistet. Er sprach über die Ziele, Aufgaben; und über die Organisation des M.W. V., der zirka 6000QK jüdische Turner und Sportler, hauptsächlich jugendlichen Altera,! umfaßt und sich aus einzelnen Landeskreisen zusammensetzt« | Für tlic Gesellschaft ,,Toz" sprach Dr. Wullmann. Di#‘, Aufgaben und Arbeiten dieser Gesellschaft sind ähnlich denen" der ״Ose". Ihr Haupttätigkeitsgebiet ist in Polen. Er spracht über die Möglichkeit einer Vereinigung dieser beiden Verbände unter Zuziehung mehrerer anderer Anstalten, die dieselben; Ziele verfolgen zu einer ״Gesellschaft für Gesundheitsschutz der Juden“. | Von den Beschlüssen seien die wichtigsten erwähnt: Wahl/ einer Kommission zur Vereinigung mit dcr״Toz״, zwecks Schaff fung eines großen Verbandes für den Gesundheitsschutz det Juden. Ausbau der ״Osc“־Gcscllscl1aft zu einer Voiksbewa■ gung zwecks Selbstbcschnffung der für sie erforderlichen( Finanzen. Entsendung einer Delegation nach Amerika 71*׳ diesem Zwecke und Vereinigung mit verschiedenen ähnliche®[ Verbänden. Fortsetzung der Verhandlungen zwecks Vercinl« pung mit der Weit-Hilfs-Konferenz, die in Karlsbad gescheitert ist, jedoch unter Wahrung der speziellen Interessen aer ״Ose״« Massrnvcrtullnngcn von Zionisten Nach eingetroffenen Meldungen aus Rußland wurden fall. Zusammenhang mit der bereits mitgcteilten Verbreitung der Proklamation der zionistisch-sozialistischen Partei in 54 ukrainl« sehen Städten zahlreiche Mitglieder aus den Kreisen der Zionistcn-Sozlalistcn verhaftet. Die Verhafteten leiden schwere Not. Es besteht keine Aussicht, daß die Sowjet-Regierung Ihnen die Reise nach Palästina gestattet. , Bcrli«. (J-T.A.) Laut den letzten aus Rußland et** getroffenen ergänzenden Nachrichten sind vom 2. bis 4. Sc!»* tember in verschiedenen Städten Massen Verhaftungen vo» Angehörigen der Hitachdut, des Hechaluz, der zionistische# Jugendverbände und anderer zionistischer Organisationen vojm genommen worden. In Odessa, Kiew, Charkow, Winniza und I# mehreren anderen Städten der Ukraine sind Hunderte Persone# ins Gefängnis gebracht worden. Die Verhaftungen crinncr# in ihrem umfang an die Schreckensnacht vom 22. Septembe» 1922, da fn der ganzen Ukraine von der Tscheka zahlreich# Zionisten aus ihren Betten geholt und ins Gefängnis abgefühlt wurden. Die neuerdings Verhafteten befinden sich in eine* schweren Notlage. Die jüdische Bevölkerung ist derart terrorj* siert, daß sie außerstande ist, den Verhafteten die nötig# Hilfe zu leisten. Eine sofortige Hilfe in weitem Ausmaß# tut dringend not# ■ -• -- י. ..... .#