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Jüdische Rundschau · 1924-09-16 · Heft 74 (16.9.1924) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 74 (16.9.1924)
Date
1924-09-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
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IUEDI3CHE RUNDSC!1AU Nr. 74 1 Seile 532 Her Jülr.1 u!;;! die Uri:n־KeI3ni.snllo;1 New York. (J. T. A.) Herr Louis Mars ha IR (kr VorMl/emle dos;uucrikumsdt-judisclK'tt Komitees, und Uulonvl Lc 11111 a 1», der Vi/.e-Vor!si1/01uk* den Juki! Distribution Committee, haben •-idi!׳;('geiuilier dem J.T. A.-Veitretcr üb«!■ ilen Beschluß des Joint 1 )istributiou Committee ihr die jüdische Kolonisation auf der Krim ■KtrttXK) ik»!!:1r 7u spenden,!11 folgender Weise;111:■;}>׳cspto»chcit: ״Die 40!)(KK) Dollar, die zur Unterstützung der jüdischen landwirtschaftlichen Misied* 11«״ in Rußlmul bewilligt worden sind, werden nicht — *vic befürchtet wird — in die 1 lande der jüdischen Kommunisten fallen. Das Geld soll einzig und allein unter der Kontrolle des Herrn Dr. Joseph Kosen als des Repräsentanten des Joint Distribution Committee verwaltet werden. Unsere Or• j.׳.wisaUou wird sich von jeder politischen Tätigkeit fern• Italien. Sie wird dieses Kapital nur der Durchführung des Aufbauwerkes widmen, damit arbeitsame jüdische Männer und Frauen in der landwirtschaftlichen Betätigung eine Existenz finden. Nichts liegt unserem Komitee ferner, als die Iriee der Errichtung einer kommunistischen jüdischen Republik zu färdern.“ — Colone! l.ciiman führte aus: ״Aus pun״ parteiischen und gut unterrichteten Quellen sind wir in formiert, daß die Juden Kuiitands in den Städten keine _ Existen/moj;* lichkcit t'aben. Ls wird ihnen viel ßeholtVn sein, wenn man ihnen eine Betätigung in der 1 amlwirtsehott ermöglicht. Wäll- VoikI seines zehnjährigen Bestehens hat sieh das Joint Distribution Committee mit dem Problem des Wiederaufbaus des ökonomischen Lehens beschäftigt. Wohin sich unsere politischen Sympathien auch wenden 111ö es liegt nicht in der Sphäre des Joint Distribution Committee, die Rotte eines Partisans zu spielen. Die russische Regierung ist eine Tat- Sache, und mit ihr muh man rechnen, wenn man in Ruh• '!and arbeiten will. Für uns ist die Frage •einzig mul allein die: a) ist das Werk notwendig? b) ist ein Erfolg zu erwarten? Die Antwort Säilt nicht schwer. Die Notwendigkeit des Werkes ist offenbar. Ein Erfolg ist mit einiger Wahrschcinlichkcit zu erwarten. Die bisher erzielten Ergebnisse in kleinem Maßstahe sind ermutigend. Wir sind berechtigt, von der weiteren Arbeit viel Gutes zu erwarten. Dr. Rosen hat sieh nach RulSland begeben, um das Werk zu leiten. Er ist mit lkrz und Seele von dessen Durcitfühibnrkeit überzeugt. Er ist kein Träumer, sondern ein praktisch mißgebildeter, energischer mul erfahrener Landwirt. Er ist ein Mann der Tut, der sich in zwei Jahrzehnten sowohl liier wie in Ruhimid bewährt hat. Er kennt die Schwierigkeiten und die Fallen. Seine Leistungen als Wiederaufbau-Direktor des Joint Distri• Imtion Committee in Rußland rechtfertigen die Erwartung und das Vertrauen, daß er das Werk fördern wird,“ * Das Präsidium des allrussischen Zentralkomitees der Sow- Jets hat die Ernennung eines speziellen Komitees für die landwirtschaftliche Ansiedluug von Juden bestätigt. Das Ko• •jnitee setzt sich wie folgt zusammen: Vorsitzender Smidowitsch (Sekretär des ailrussisehen Zentralkomitees), dann A. Sminiow, M. Litwinow (stellvertretender Vorsitzender der 'Außenpolitischen Kommission), L. Krassii! (Kommissar für Außenhandel), A. Sclieinmann (Direktor der Staatsbank), A. Kliiucnko Ignntiowsky, Tcrgabrilian, J. Lafiu (Vorsitzender des Volkskommissariats für Landwirtschaft), Ankitowitsch Vorsitzender des allrussischen Verbandes der landwirtschaftliehen Arbeiter), Mcrcscliin, Sch. Dimaustcia und J. Oodle;(die letzten drei Leiter der jüdischen Sektion). Wie man ,wollt, sitzen in diesem Komitee mehrere der führenden Personlichkcitea Sowjctmlilands. Der ,,Eines“ bemerkt, daß das Komitee eine höchste autoritative Macht besitzt. Es gehe schon aus der Zusammensetzung hervor, daß die kommt!- ,nistischc Partei die landwirtschaftliche Ansiedluug der jiidischcn Massen nicht als eine jüdische Angelegenheit, sondern als eine staatspoliiischc Aufgabe betrachtet. llorlhy dekoriert Felix M. Warbtirfl י New York. (J.T.A.) Der stellvertretende Oencralkonstil Ungarns in New York, Dr. Louis Alassy, hat Felix M. Marburg, den Präsidenten des amerikanisch-jüdisclieii Joint Distribution Committee, davon in Kenntnis gesetzt, daß Admiral ■iforihy ihm den Orden des ungarischen Roten Kreuzes vorliehen hat. Der Brief, der Herrn Wartung von der ihm zuteil gewordenen Auszeichnung in Kenntnis setzt, lautet: .״Ich habe das Vergnügen, Sic davon zu benachrichtigen, •daß Seine Durchlaucht, der Regent von Ungarn, Nikolaus Horiliy v, Nagyhanya, Ihnen in Anerkennung Ihrer in Ungarn zur Linderung der Not geleisteten Dienste den Orden des ungarischen!toten Kreuzes verliehen hat. Ich werde die Ehre haben, Ihnen die Insignien und Statuten des Ordens persönlich zu überreichen.“ Die Herrn Felix״ M. Werburg verliehene Auszeichnung hängt mit seiner Tätigkeit als Vorsitzender des sibirischen Repartierungs-Kricgsfonds zusammen. * Bisher ist eine Aeufiertmg des Herrn Warbnrg zu dieser Auszeichnung durch den Scluitzhcrrn der Pogromveranstaltcr, H c j a s und P r o n a y, nicht bekannt geworden. Als Jude und Bürger einer demokratischen Republik wird Herrn Warbnrg clor Orden Horthys nicht angenehm sein, Werburgs Hilfstätigkeit eüdreckte sich trotz, des politischen Kurses in Ungarn auch aut ungarische Notleidende. Auf die peinliche Auer- Kennung durdi Horiliy hat Warbnrg sicherlich nicht gerechnet. Zionistische Arbeit in Amerika Für die im Herbst cinscizcttdcii Drives für den Keren Hajcssod, die Mcinbership-Kampague, den Nationalfonds, den Verkauf von IIcrzlia-Rödeu, Hadassah usw. findet innerhalb des ganz Amerika übcrspanncndcu Netzes von Komitees und Föderationen der regste wechselseitige Verkehr statt. Von New York min wurde ein Delegierter nach den Städten des Middle West gesandt ־zur Einleitung des Keren llajessod-!Drives während der hohen Feiertage, ln Baltimore finden fast täglich Keren 1 lajessort-Konferenzen statt über die durchzufüiirende große Kampagne im November. Auch die Synagogen sotten während der hohen Feiertage an der Vorberci- •hmgsarbcit mithelfen und die Jtidciihcit von Baltimore auf *die Bedeutung des Keren Hajcssod liinwciscn, Dasselbe wird in Philadelphia der Fall sein. In Appleton wurde eine große 'Konferenz, der Zionisten von Northern Wisconsin und der Upper Peninsula von Michigan am 31, August abgciiallen. In Baltimore ist ein neuer zionistischer Klub gegründet worden, Die Ilcrzlia-Kanipagne hat nunmehr ihren Schwerpunkt nach;Chicago verlegt, wo in den kommenden vierzehn Tagen ein intensiver Drive durchgeführt wird. Inzwischen wird die ,Arbeit auch in Detroit weitergcfülirt; dort hat sich die!Male Zion an der Arbeit beteiligt und, nachdem sic bereits für 13«» Dollar Land gekauft hat, beschlossen, Weitere Böden für 10000 Dollar zu erwerben und zehn ihrer Mitglieder darauf anztisicdcln. — Im ganzen Lande haben sich viele Kongregationen bereit erklärt, dem Wunsche des Nationalfonds nachzukommen und ihn während der Feiertage zu unterstützen, sei cs durch Aufkleben von J. N.-F .־Marken auf ״die Eintrittskarten in die Synagogen, sei cs durch direkte Appelle für. Sßcadea während des! .QoUcsdicaste, F ■ ■ י- - ».■ז״ו• - - ”׳•*»« ״י!,*׳- g* fC. Die jüdische Gemeinde in Samarkand, der Il.uipt- ••i.iüt v1״i T,!u l.ara, wandte sich an die Sowjciivpji'fmig mit der Bilk-, ei;;u11‘ Schulen mit tu-hr.'ii־.c 11 er UnlcriidiLu.praclic eröffnen zu dürfen. Der Verein jüdischer Lehrer Buchara a 11.1t in Samaiü,1!!d ein ״lilliiiiiigsiiaiis“ eröffnet, in welchem Kurse für llebrüi.ch mul LKpcrauio ahgdialten werden. Schon cxisticicn in Samarkand zwei Schulen mit hebräischer Uiücrriehissprache: eine Ü i a I i k - Schule und eine J. CI1. Br cu 11 er-Schule. Ende Augur,t wurde im Arbcitcrluiu« Samarkands das Urania des läiicliaracr jüdischen Dichters Ahraham, Phil o s u p h, dargcstollt. Dan Drama schildert einen Konflikt zwischen Orthodoxie und Aufklärung in einer Bucharaer Familie. 111 Samarkand hat sieh eine jüdische etlinographische Gesellschaft zum Studium des Bucharacf jüdischen Lebens unter der Führung der Herren Lurjc und Wi> 1 c n k i n gegründet. tu Buchara leben viele jüdische Maramien. Infolge der fortgesetzten Verfolgungen, denen die Juden von altcrshcr sei• teils der Mohammedaner nusgesetzt wnren, sind in verschicdenen Zeitepoc'ucn zahlreiche Juden in Buchara und in dessen 1 i.mptstadt Samarkand /.um nioliainmcdnnischoii Glauben übergetreten, ln Buchara gibt es Städte, deren ganze Bevölkerung au;;;oleheii Mar,׳innen bestellt. Am bekanntesten ist Unter ihnen die Stadt Ru d s c 11 c 111, Wo vor vielen Jahren Inimtcric Juden zum moliainmcdamsclien Glauben übergetreten sind. Die Ortsbevölkerung läßt in ihrem Aussehen und hl ihrer ganzeii Lebensart die jüdische Abstammung erkennen. Der Woclienruhetag ist der Snbbafh, die Frauen achten an den Freitagabenden mit größter Genauigkeit auf das Lichtera!1/ü1uk11־, zu einem gewissen Teil werden auch die rituellen jüdischen Speiscvorscliriften beachtet. Die Sekte ist aber noch mehr als die echten Mohammedaner antijüdisch gestimmt. Die SfudentciikoalüdcraUöii Wir erhalten vom Weltverband der jüdischen Studenten• sehn ft nachstehende Zuschrift: Im Anschluß au die Notiz ,,Der internationale Sludcntcnkongrcß in Warschau“, er• schienen in der Nr.71 der ״Jüd. Rtindscli." sind folgende er- ׳.״iiizende Bemerkungen am Platze. Anläßlich der II. Konferenz. der Confederafion liitcfiialioimle des Etudiants (Inter nationale Siudcnleufüderaiioii in Warschau), vom 12, bis 21). September 1024, taucht wieder die Frage der Aufnahme der jüdischen Studenten ln diese schon heute bedeutende Organisation der I loclisdiuljugend der ganzen Welt auf, Alte Versuche, welche die jüdischen Studenten bis jetzt unter■ nommen haben, 11m in die ConfedäraliVm (C. I, E.) nu%c rmmmcu ztl werden, haben keinen Erfolg gehabt, weil die C. I. F. ihre Mitgliedschaft auf dem staatlich-territorialen Ptin zip aufbaut. Ein Land, bzw. eine Nation kann nur durch eine Laiidexorgmüsation vertreten sein. So kommt es, «Inft in den!.ändern, in denen die jüdischen Studenten in die all gemeinen Studcntciivefhätulc nicht aufgenommen werden, z, D, Polen, Ungarn, Rumänien usw., die jüdischen Studenten keine Möglichkeit haben, in (1er C, I. E. vertreten zu sein. Der Aus- Schluß aus den Landesverbänden ist praktisch ein Ausschluß aus der C. I.E. Der itn Mai 1024 begründete Weltverband der jüdischen Studentenschaft, der bereits heute 17 Landes verbände in eben so vielen Ländern umfaßt und zirka 18 000 Mitglieder zählt, hat sicli um die Aufnahme hei der Internationalen Slmleiitenkouföderatioii beworben und nunmehr die Einladung erhalten, zwei Delegierte zur Warschauer Kon• ferenz;11׳ entsenden, welche die Möglichkeit haben werden, das Aulnaluncgcsiicli zu begründen. Für den Weltverband der jüdischen Studentenschaft bestellen tlieoretisch zwei Mcig■ lichkcüeii in die C. I, E, aufgeuommen zu werden: Entwerte wird er als free memher (nur mit beratender Stimme) auf■ genommen, für welchen Fall alle der C. I. E. angehörenden wahr — -_1 Stil deiilenverbändo scheitern muß. Oder der Weitverband wird als gleichberechtigtes Mitglied atifgcnomntcn, wofür trotz der statutarischen Bestimmungen der C.LE. eine Begründung In der Besonderheit der Lage der Juden, eines Volkes ohne Staat, sowie in den Verhältnissen mancher Länder Ost- und .Mitteleuropas, in denen die jüdischen Studenten keinen Zu• tritt zu den allgemeinen Stiidentcnorganisationcn haben, ge■ gehen ist. Die Exekutive des Wdtvcrbmdcs der Jüdischen Studentenschaft hat beschlossen, von der Einladung Gebrauch zu machen und hat mit, seiner Vertretung Dr. Lauter* pacht, London, und H. Stonc, Sheffield, betraut. Aus der |213i €rr: - Xar.xtl Die palästinensische Regierung hat 23 von insgesamt 40 Beamten des Zollamtes in Jaffa zum 1. Oktober ge kündigt. Auch in Haifa wurde 17 Zollbeamten, 10 Christen 6 Muselmanen und einer Jüdin, gekündigt, Die Einreisebewilligungen für die Zöglinge der Jeschiwnh vno Slobodka sind bereits erteilt und verschickt. Wie der -.!>oa r Hajom“ imiteili, ist aus Slobodka bereits dB Verständigung tingetroffen, daß ein großer Teil der je׳ schiwah-Zögliiigc gleich nach den Feiertagen nach Palästina abreist. Der Rest soll int Laufe des Wintere folgen. Als Sitz der JcRchiwah wurde Hebron gewählt. Zwei Araber nbertideii am 8. September be! Sarona einer Jaffa benachbarten Kolonie, zwei Jemenitische Juden Der eine, namens Schovach, wurde getötet, der andere, ein gewisser Oder!, schwer verwundet. Die beiden Täte» wurden verhaftet. 0ols׳n Der jüdische Student Stanislaw Steiger, welcher im '/iisamiik'iihaii״ mit dem auf den polnischen Staatspräsidenten Wojciechowäky bei seiner Anwesenheit In Lcmbcrr* vciiibteii Anschlag verhaftet wurde, ist nua der Haft entlassen wurden, da ihm der Zusammenbau ך mit der Tat nicht nach• gewiesen werden konnte, lleknmiuich hat die polnische na• tionalisiischc Presse die Tatsache der Verhaftung Steigers zum Anlaß einer aniijüdischen Kampagne genommen. Zum neuen Schuljahr hat der Warschauer Schulinspektor mehr als 50 jüdische Lehrer der allgemeinen städtischen Schulen entlasse 11. An ihre Stelle kommen christliche Lehrer. las handelt sielt um Schulen für jüdische Kinder, an denen die entlassenen Lehrer seit vielen (ähren tätig waren. Der jüdische Lchrcrverein hat in einem Brief an den Schul- Inspektor auf das große Unrecht hingewiesen, welches durch diese Entlassungen sowohl den Lehrern als auch den Schülern zugelügt wird. Angesichts der fortdauernden Arbeitslosigkeit nimmt die Auswanderung •1113 Polen beständig zu. Etwa 3000 polnische Arbeiter wandern in der Woche aus Polen nach Frankreich aus, tun an der Wlcdevatifbauarbeii in den verwüsteten Gebieten tätig zu sein, Die Auslese der Arbeiter geschieht'durch ela« französische Kowatissioa uutec Mitwirlcuas des pÄ• irischen staatlichen Arbeitsnachweises. Nur qualifizierte Landwirte, Bergleute, Maurer, Zimmcrhutc usw. werden ange. nominen. Dadurch ist die Arbeitslosigkeit unter_ den p;-,!. irischen Arbeitern zurückgi'KAnpcii; unter der jüdischen Arbcitcrscliaft herrscht die Arbeitslosigkeit nach wie vor. AU* ählt jetzt über 22 (X» jüdische Arbeitslose. Ina 31:4514׳ Laut Punkt 7 des allgemeinen Abkommens zwischen Ruß- Lind und England wurde die Regelung einer ganzen Reihe gegenseitiger Forderungen einem sp.itcrcn Termin übcrla«;en. Eine der Forderungen ’ nissischerseits ist die, daß England die durch die militärischen Interventionen entstandenen Schaden wieder gut macht, Zu diesen Schäden zählt man auch die Verwüstungen durch Pogrome, Die jüdische kommunistische Presse fordert zur möglichst genauen _Rcgistriernng der durch die Judenpogrome entstandenen Schäden aut, damit iür die vergossenen Strome Bluts und den zer• störten Ertrag jüdischer Arbeiterhände einigermaßen Ersatz geschaffen wird, Ein in Riga cingetroffcncr naher Verwandter des Moskauer Rabbiners Masc teilte mit, daß sich der Gestindlieitsziistami des in ganz Rußland populären Rabbiners, der seit zwei Jahren erblindet ist, in der letzten Zeit so verschlimmert hat, daß seine Umgebung sehr um ihn besorgt ist. Rumänien Die Zeitun״ ״Aurora“ veröffentlicht nachstehende Metdüng: Der rumänische Unfcrriehtsmmisler hat eine streng vertrauliche Verordnung an alle Schuldirektoren erlassen, wonach sic sich bei den Einschreibungen nicht nach der Eignung sondern nach der Konfession der Schüler richten sollen. Wie geeignet auch ein Schüler sei, ist er, wenn er nicht christlichen Glaubens ist, für evtl, freibleibende Plätze zurückzustcllrii oder besser gesagt von den staatlichen Schulen vollkommen ausgeschlossen, weil heute noch von freien Plätzen in den Schulen zu sprechen ein Nonsens ist. Es muß fest• gehalten werden, daß dieser Erlaß fast ausschließlich nur die Juden trifft, die noch immer als Fremde betrachtet werden, Ctlrlid Infolge wirtschaftlichen Zusammenbruchs wandern zahl• reiche Juden nus Smyrna aus. Die Bewegung nimmt die Form einer Massenemigration an. Der Strom geht nach verschiedenen Ländern, so nach Griechenland, Palästina, Aegypten und Frankreich. Ein großer Teil begibt sich nach den siidamcrikanischcit Ländern; Brasilien, Uruguay und Ar• gentinien. Die meisten der Smyrnaer Juden waren reisende Katiflcute, die mit den Griechen Handel trieben. Da die Griechen aus Smyrna verbannt sind und überdies der Handel Schikanen aus gesetzt ist, haben auch die Juden zum größten Teil ihre Existenzmöglichkeit verloren. Hierzu kommt, daß alle iiichttürkischcn Elemente von den großen Firmen sowie Von der Verwaltung der Häfen und Eisenbahnen entlassen werden. Die türkische Presse führt eine heftige anti• jüdische Kampagne. Zahlreiche Juden Smyrnas wür• den gern nach Palästina auswandern, wenn ihnen Immigration*• Erleichterungen gewährt würden. HmcrtUa In New York fand dieser Tage eine gemeinsame Sitzung der Zionistischen Organisation und der Ilias statt, in welcher über einen Plan der Beförderung der in den Häfen sitzen• gebliebenen Amerika-Emigranten nach Palästina beraten wurde. Es wurde ein gemeinsames Komitee eingesetzt, das einen .Aktionsplan ausarbeiten soll. Dem Komitee gehören an: .Richter Roscnblatt und die Herren Meister, Picrat und Masel. Eine Gruppe amerikanisch-jüdischer Amte hat es sich zur Aufgabe gestellt, ein umfassendes Lehrbuch der Medizin in hebräischer Sprache zum Gebrauch an der hebräischen Universität zu Jerusalem herauszugehen. Das Werk ist für 60 Bände berechnet. Der erste Band erschien vor kurzem unter dem Titel ״Refuah“. Die Redaktion liegt in den Händen der Herren Dr. A. A. Golden, L. Herbert und A. Goldstein. Zur Sicherstellung des Werkes hat sich einr. Gesellschaft unter dem Namen ״Rcfuah“ gebildet. fli’brälsdie Lehrer Die Zionistische Vereinigung für Deutschland sucht ge• eignete Kräfte für die Besetzung folgender Stellen: 1. Für sechs schon weit vorgeschrittene Kinder in einer westfälischen Stadt für vier Stunden am Tage gegen vollsändigc rituelle Beköstigung und Gehalt. Evtl, bietet sich auch Nebenverdienst. 2. Für einen Gesinnungsgenossen, dessen Frau und eine Chaluzah in einer Stadt Nordwestdeutschlands gegen freie Wohnung und Station. Möglichkeit zum Studium an der Tech• nischcn tlochschule, Konscrvenschulc. Drogisten-Akademie. Gelegenheit, ein Taschengeld zu verdienen durch Unterricht von zwei anderen Schülern. 3. Für eine ähnliche Stelle Im Rheinland (keine Möglichkeit zum Studium). 4. Für eine oberschlesische Stadt, für Kurse und Privatunterricht ln dieser und den umliegenden Städten. Ein Mindestbetrag für den Unterhalt wird garantiert. — Es werden zunächst ausführliche schriftliche Bewerbungen erbeten. Vorstellung nach vorheriger telephonischer oder schriftlicher Vereinbarung erbeten. Hebräische Schülerkurse. Der Jüdische Schuf• verein, Berlin, Mcinckestr. 10, beabsichtigt, auf Wunsch interessierter Eltcrnkreisc bei genügender Teilnchmerzahl in ycrschiedcncn Stadtteilen Berlins zu Beginn des Winterhalb• jahrcs Schülerkurse für Knaben und Mädchen itn Alter von 9—16 Jahren elnzurichteii, und zwar sowohl Anfänger• lu'iwe als auch für Foiiwschriiteiie vcischicdcnen Grades. Lehr• ziel der Kurse ist: Erlernung der hebräischen Sprache ln Wort und Schrift auf der Grundlage moderner Spracluncthodlk und Kenntnis des jüdischen Sctiriuhims, besonders der BilieL des Gebetbuches und der naehbiblischen Literatur. Inter- «־.Renten werden gebeten, baldigst ihre Adressen mitruicile«, Dann werden an die betreffenden Eltern Fragebogen versendet und nach deren Eingang eine Vorbesprechung *»־ beraumt werden. ״Der Judo". Eine Monatsschrift. Hcrausgcgehen von_ Dr. Marlin Bitbcr im Jüdischen Verlag G. m. b. li,t Berlin NW 7, Dorotheenstf, 35. — Das 9. lieft des S. Jahr- Sangs ist soeben erschienen und hat folgenden Inhalt: Hermann Glenn: England. Araliistan und Erez-israel. Gerhard Holdheim: Lösung der zionistischen Krise. Sslomon Schoch- . ^'c Tempel und in der Synagoge. Ernst Mü ler: Von Wort und Sinn der biblischen Schöpfung«• gcschichtc. Franz Kafka: Aphorismen. — Bemerkungen. Hugo Bergmann: ragebuch eines Antizionistcn. Han» Kohm Zur Frage der zionistischen Propaganda. Umschau. Helene Hanna Cohn: Die Stellung der Ptlästinen• Bcmi zur Gemeinschaft Karl Koben: Uricl da Co»t». ßuiS ÄäÄ m. i2aohk־־ ־ Abomcmcntsprcisc pf0

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