Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 71 (5.9.1924)
- Date
- 1924-09-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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I Seife 508 IUEDISCHE RUNDSCHAU die ilmu Mnnsser be/alilcii? Die ganze zionistische Jugend Nvt‘;i’1f d,;;׳» man mit dieser Forderung nicht Ernst gcinatT.i hat liinl erwartet v11<׳ der O'.'t.uü.;uiou, daß sie!! eine Schar von Ales ״'heu in der ,eilten finde;, die den Mut leihen, 11,u der I ״idertm;׳; anfzuireien, hier Kriterien eines '/ionieiiiu:', zu stehen, ״Ihm■ ineuschhrhe! 1:11111(11׳,“ und ״wc׳;et1tiiel1es Lehen“ Teiehen nicht mehr aus, Kriterium eines Zionisten zu sein. •CieHu'vt die Envi-itenuig der jewi dr Agency, so isl alles, 'vas ,־ms ihr werch 11 soll, davon;thhüugig, oh die Zionistische Organisation mehr darstellf, als palästinn-frcumlliclic Juden. Das 1 linehiwachsen der Jugend in die Zionistisclu:' Organisation muß zu gleicher Zeit diesen Zustand der Organisation hcseitigen, mul diese Jugend rtmß gemeilisain mit den Menschen, die heute 11־1<:״ den 'Mut haben, zu’fordern, eine neue öffentliche Meinung schaffen für unsere z.ioitisiisdte Moral. OihI nun soll man eins wissen: Sind wieder Menschen da, die diesen Mut aul'briugen, für die zionistische Idee zu kämpfen, Menschen in ihrer Totalität zu werben und zionistische For• dcningcu niifzuslellcn, so reicht die Zionistische Organisation umi reicht die Idee aus, um Menschen zu sammeln und Kräfte z.u erzeugen. Solange der Blau-Weiß immer weiter wächst, solange das K. J.V. in einem Semester 60 neue Mitglieder werben kann, solange kann und soll man an die Kraft der ztomstheheir Idee glauben. Wird diese Schar von Menschen in der Zionistischen Organisation nicht vorhanden sein, die sieh dafür emsetzt, so geht die zionistisclu: Jugend der Zionistischen Organisation verloren; dem; eine Jugend weiß, wo lebendige Kräfte wirk• sam sind, und jede Kwnznli in Palästina kann durch die Entsendung eines Menschen in das Ciohts mehr Kräfte• lösen als eine verkalkte zionistische Bewegung. Dulden wir das aber, so setzt eine Zersplitterung der Kräfte ein, die erstens für die Erziehung von Menschen von unheilvollster Bedeutung ist mul zweitens die Zionistische Organisation zum Tode verurteilt. Stellt mau aber die zionistische Idee wieder heraus und kämpft mau für diese, stellt man an die Mitglieder der Organisation und an die gewonnenen Menschen Forderungen, so wird uns in Zukunft eine zionistische Atmosphäre umgehen, die eine Jugend in die Organisation hinciuwachseu läßt, die, wie ich hoffe, einer solchen würdig ist. .« In der Diskussion analysierte Arnold Zweig die zraliistisclie Bewegung als Palästinn-Wck, extensive Bewegung, Intensivierung der Zionisten, und versuchte zu zeigen, wie sich aus der Befolgung der l.idiUieimsciien Vorschläge eine neue Wolle leidenschaftlichen jüdischen Erlebens ergeben könnte. Er warnte davor, die Jugend in ihren Bünden zu stören, fand aber die angeführten Zahlen zu bescheiden und glaubte behaupten z.u dürfen, cs müsse sich neben den in Zünden organisierten Jugendlichen noch hinreichend Nachwuchs für Ortsgnippcnarbeü unter denen finden lassen, die in die Bünde nicht hineinpaßten. — Prof. Pick, Mitglied der Paläsiina-Exekutive, ermutigte die deutschen Zionisten und besonders die Jugend bei ‘ihrer Arbeit, Indem er sich aut die Anikel Pcilinstms tu der ״Jüdischen Rundschau“ hczog, betonte er die Wichtigkeit ausreichender wirtschaftlicher Unterstützung der sich opienidcn Jugend und die geistige Fundierung ihres Wirkens durch jüdische Vvcltaiisclmittug. Dr. Rothschild (Lübeck) betont die Schuld der Aelteren au der Entfremdung der ,Generationen. Die Jugend sei dankbar, wenn ihr in einem jüdischen Hause jüdisches Milieu bereitet werde, und es sei cm Vorwurf für diejenigen Städte, in denen die Jugend für dieses ihr Bedürfnis keine Erfüllung finde. Verfehlt sei cs, wenn Jngendführcr das religiöse Bedürfnis der Jugend und ihr Streben nach rclilrioser Erneuerung als Mystizismus abzuitm versuchten. Das י BehpicI der katholischen Jugendbewegung müsse hier zu denken geben und auf Abhilfe sinnen lassen. T s c 11 o r n i c k i (Frankfurt a. M., J. J. W, B.) glaubt, daß die Erfassung der Jugend heute leichter zu bewerkstelligen sei als früher, weil sich die Wanderbünde im jüdischen Leben durcligeseizt hätten, und weil das Tempo der Wirtschaft dem Einzelnen jetzt mehr Zeit lasw. Er hält den Ausbau des 'Jugendsekrctnrürls für besonders wichtig (z. B. eine Zentrale für llcbräiseblerncn, eine Jugendzeitschrift) und betont, wie sehr die ganze Jugendarbeit abhängt von der Verlebendigung des Zionismus überhaupt. K a 11 e e 1 (Wiesbaden) unterstreicht die revolutionäre Vergangenheit des Zionismus, die keine Trennung alt-jung gestattete, und will mit den Forderungen des Hehriiischsprechens und des Maasserzahlcns radikalen Ernst gemacht sehen, so daß die ganze Organisation nur auf diejcnigen Zionisten gesteht wird, die diese beiden Fordertmgen erfüllen, die Opfer bringen und dadurch die Organisalton verjüngen würden. Nichts wirke so ansteckend, so mitreißend wie Opfer. Zionismus sei verknüpft mit Opferli.U'ciiseli.ifi, Was nicht ople. bereit sei, mh. e 1!11 f u.en 1 ■'H'11. 1.1 vy Yv o 1 f f (Ti!er) 1»,;1:. ,1, daß tler '1, ״ ״״ms Lerne uvhmo ,.!!re Be\n-:;1mg sei, יי., zv. Ischen deal f ׳ Um von Zim1;.111׳ und Assiniik,iilen sm.it in jüdischer 1'm! w :1־r_ kein w'nlei ■mli.üsl inchr sei, hesoiiiiiTS bei der Er/ieliun;:' ihr Kinder. Die J1. > a.i veilange E1i1׳!mi,se, die 11..111 ihr mehl dituii 111 Kim.vii l;1h׳n1Ur. geben könne; in den Ortsgruppen müsse ein ]!;nhm.iler Wille!ebniilig sein, vier es möglich mache, erstens mii dm Bl'nnion Fühlung z.u nehmen nwd /wüte.1 י die jngnitl der kleineren One ־zu erobern, Kurt Bl innen fei d verlangt, d.iß die Organisation lerne, diejenigen jungen Menschen zu verwerte«, in den.•11 die Jugend ihre Repräsentanten sieht, und ״ich! si lebe, die tler Organisation zufällig näher stünden.Bef der;•iimi'-tiselieii Erziehung der Aelteren bewiesen Erf;1i1r1mgcn aus Palästina die Wichtigkeit einer JlccinJliisnung dahin, daß sie genügend Charakter und Zähigkeit aulurächicn, falls sic persönlich Mißerfolg und Zusammenbruch in Palästina erlitten, dies nicht am Fehler der Organisation, der Idee und der,!..;indes zurückzuführeii. Von solchen Heimkehrern gingen die .schlimmste!! Wirkungen am:. Er m.:t dem b! .u-WViEi hoch mratrechnen, daß durch 'י ihn die liniere Jugemliichkuit seiner Miö/liedcr weit über da■; kritische 18. Jahr hinaus erhalten bleibe. Jacob Reich (Mi!liehen) beschränkt sich aut das Pro!;’,cm der allgemeinen Arbeit, F.r klagt die deutsche Leiftmg au, für die Belebung der Ortsgruppen11־1 ״eit nichts zu tun, schlägt die svstemnliselie• Au .biidiug von Parlel-Sekrctiircn im Ibuoe der Z. V. i. i >, vor und verweist aufs neue ii.irhdnieldidt auf die Belebung tun! Ibilendützimg einer 10knien zi:)״isiisdieii Presse, eieren Wieliiigkeit als AgÜaliousmbtel nicht zu üherschiit/en sei. Dr. Marke! (Drillt llaoVmi) erwähnt zunächst die Entstehung des Bundes aus den nach Prunn ans «lein Blau-Weiß ausgetretenen jungen Menschen zur Erklärung der relativ großen' Zahl seiner Clialuzhu. Er bcgründet den Mangel an ZugellörigkeifsgeJühl der Jugend z.t» den Ortsgruppen aus ihrer Einstellung zu den palästinensische!! Arbeitern, in denen die Jugend ihre Erfüllung sehe, und kritisiert die Arbeit des Jiigeudsekretnrints. Dr. Landauer (Hapoel Haz.ii'r) hegriimk•( den Mangel an Nacliwuclis der Organisailon durcii das beständige Absitömen gerade der ernstesten Jugend nach Palästina. Demiueh müsse sich ein Nachwuchs schaffen lassen, der ins Leben der Kongresse tmd Ortsgruppen (ingreife. Der Mangel an politischer Erziehung innerhallt der Jugendbewegung zeige sieh im Fehlen dieses Nach- Wuchses, wb• auch bei den UebersiedeKen in dem Widerstreben gewisser Ortsgruppen, sich in das aufhaucmle Palästina und seine Gesellschaft cinzitordncii. Lichtheim bedauert den Mangel a!1 politischem Interesse in der Jugend und verweist nachdrücklich auf die Ciefährdung der Organisation durch das Fehlen von Nachwuchs. Wenn sich die Jugend mehr mit den Fragen befaßte, welche die erwachsenen Zionisten der gesamten Weltorganisation intcressieren, könnte sie, wie das die heute Erwachsenen als junge Leute getan haben, das Schicksal der Gcsanrtorganisntion und ihren Apparat in die Ha ml Bekommen. Dr. Landsberg weist zunächst nach, daß alle vorgebraehten Bcsserungs- Vorschläge bereits von der Leiiung der Z. V. f. D. in ihren ״Informationen‘ veröffentlicht worden sind, die viel zu wenig berücksichtigt, kritisiert und dadurch verbessert werden. Er drückt seine Zufriedenheit über den Verlauf der Aussprache dieser beiden Tage nus und hofft, der außerordentliche Bcsuch der Sitzung zeige, daß die vielgenannte Stagnation im deiücrhen Zionismus überwunden sei. Was die Jngcntlfrage betrifft, so betont er, daß die Leitung seit langer Zeit in enger Fühlungnahme mit den J11״emlverb<imlen arbeite, und daß auch hier sieh die Verhältnisse zum Besseren gewendet haben. Das Interesse der Blau-Weißen an seinem, auf dem letzten Bundestag gehaltenen Referat habe Neigung und Vcrständiiis für die Fragen der zionistischen Politik durchaus bewiesen. Werner Bloch geht in Keinem Schlußwort die hauptsächlichen Gedankeugiinge der Debatte, soweit sie sich auf die Jugend bezog, knapp durch und präzisiert noch einmal das Problem der deutsch-jüdischen Jugend innerhalb der Zionistischen Organisation. Am Nachmittag referierte Walter Turnowskl über die Vereinheitlichung der Finanzpropapanda. Er verlangte eine Koordinierung der Arbeiten des Keren Hajcssod und des Nationalfonds. Au seine. Ausführungen knüpften sich eine Reihe von Anregungen durch die Vertreter der Ortsgruppen, auf Grund der Erfahrungen, die sie hi der täglichen Arbeit erworben haben, llcrvorzuheben sind nachfolgende Anträge des Herrn Dr. Jacobsohn, Breslau, die angenommen wurden. Der Landesvorstand soll Abhilfe dagegen schaffen, daß Einzelaklioneii, die zugunsten von Einzclatifgaboti des Aut Nr. 71 haus unternommen werden, in einen unzulässigen Wett-; bewerh gegen den Keren )bijessoj eintretcii. Der Landesvorstand ,-■oll i'it'ssimmuugen darüber treffen, 011 und in welchem Gmfaugc i>1׳i!r.1;;e, <ke für Li1!z,.|. zwecke des Aufbaus geleistet werden, auf den Maasscr; unziircehiien sind. _! Jede für zionistisch«: oder palästinensische Zwecke vorzunehmende Sammlung bedarf der Genehmigung durch de« i; l.nmlesvorstaml. Die Genehmigung kann lur eine t1׳mnali1;B Aktion oder allgemein für einen bestimmten Zweck oder ׳. Fonds erteilt werden. Lire zeit liehen und örtlichen Grenze« , sind vom 1 andesvorstand festziir.etzeii. Jede Niimincr der , ',Jüdischen Rundschau“ muß ein vollständiges Verzeichnis I der jeweils zulässigen Sammlungen unter Angabe der örtliehen Grenzen enthalten. Präsenzliste Vom Landesvorstand waren anwesend: Dr. Lands- : licrf, Dr. M. Bilcskl, R.-A. Erich Cohn, Isaak Fcucrrin״,; Dr. Nalium Ooldmann, Max Kober, Dr. Georg Landauer, 1 Dr. Rau, Dr. Rosenberg, Dr, Aron Sandler, Moses Waldmann, Max WolEtcmcr. Vom Zentralkomitee erschiene״: A. Adler, Wandsheck; R.-A. Albert Uaer, Berlin; Lazarus Barth, Berlin; Juda Bornstein, Wiesbaden; Frau Dr. Dresel, Stettin; Agr. Dyck, Messingwerk; Pessach Fcivvcl, Berlin; Alfred!־rank, Berlin; Dr. S. Ginsburg, Königsberg; Dr. A. I Inntkc, Berlin; W. lleiiicmami, Magdeburg; Dr. Sally Hirsch, Halberstadt; R.-A. Dr. jaeobsohn, Breslau; Dr. Ernst Kalmus, Hamburg; Dr. Robert Katz, Hannover; Dr. R. Kaufmann, Frankfurt a. M.; Dr. Alfred Klee, Berlin; Dr. Gabriel Knoller, Berlin; Dr. Max Kollcnsclicr,. Berlin; Boris LetbowHsch, Hamburg; Dr. E. Lesser, Mannheim; Dr. Julius Moses, Mannheim; Dr. Siegfried Moses, Zwickau; Josef Münz, Berlin; Dr. M. Nußbumn, Nürnberg; Bruno Perl, Berlin; Willy Prcill, Berlin; Dr. Rubin, Breslau; Z.-A. Dr. Hugo Rothschild, Lübeck; Dr. Rudolf Samuel, Berlin; Walter Samuel, Trebbin; Dr. Hugo Schachtel, Breslau; S. Schocken jr., Zwickau; Karl Schkißncr, llamiovcr; Dr. Walter Stein, Königsberg; J. Schnelling, Köln; Dr. Steiiiitz, Breslau; Dr. Willy’ Victor, Wandsheek’; R.-A. Dr. Weidmann, jSeufhen; Siegfried Wcitzmann, Berlin; Dr. Robert Weltseh, z. Z. Berlin; Jacob Wolff, Frankfurt a. M.; Dr. Wolffhcim, Erfurt; Dr. Georg Wöllstein, Trier. Als Vertreter der Ortsgruppen nahmen teil: Aschcrslcben: Dr. Erich Hurwitz; Bremen: Kurt Zacharias; Breslau: Dr. Prager, Dr. Kreutzberger Reg.-Rat Markus; Chemnitz: Dr. Fracnkcl, Dr. Fleiß; Cottbus: Hermann Bacr; Cassel: R.-A. Dalberg, Sally Kaufmann; Danzig: H. Wozninnsky; Dresden: A. Burg; Dessau: Dr. Michclsohn: Diisseldorf: A. Sindler; Frankfurt a. M.: Dr. Fischcl, Jacob 1 lerzberg, Dr. Milluer; Freiburg i. Br.: Konrad Goldmann; Gotha: Adolf Israelski, Dr. Noack, Dr. Schramm; Hamburg: Dr. Gotthilf, Nusia Schlosser; Halberstadt: R.-A. Herrn. Hirsdi; Heidelberg: Kanitik: Königsberg: Dr. Lcwald; Landsberg a. W.; Dr. Salomon; Luckenwalde: Alfred W. Cohn: Mngdebürg: Dipl.-Ing. E. Heinemann; Mannheim: Dr. Hiib; Müneben: Dr. Markowitsch, Jacob Reich, Paul Grünbaum; Nürnborg: Dr. L. Meyer; Trier: Levy Wolff; Weimar: W. Bernson; Wiesbaden: Fritz Herz, Zwi Kanecl; Worms: Siegfried Münzer. Außerdem waren anwesend: Mitglieder des Finanzaus- Schusses und anderer Kommissionen der Z. V. f. D.; Mitglieder des Hauptvorstandes und der Vorsitzende der Vertrcterver- Sammlung der B. Z. V.; Delegierte des K. J. V,, des Blau- Weiß und des J. J.W. B. (Max Tschornicki, Fritz Lichtenstein-Frankfurt a. M.); Delegierte des Brith H.rolim; Dete-■ gierte des Bundes zionistischer Frauen; Delegierte des Ver— bandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina usw. usw. Die Frage Palästinas vor der iRlerparlamcBtarlschci Union Die Tagung der Interparlamentarischen Union beschäftigte sich am 23. August mit der Frage der Mamlatsläiider. Der Delegierte des polnischen Sejm, Dr. Leon Reich, sprach über ״Palästina als jüdisches N a t i o n a 111 c i m“. Der Redner appellierte an die Mitglieder der Interparlamentarischen Union, in allen Ländern die Forderung nach einem jüdischen Palästina zu unterstützen, damit den Juden nach ihrer jalirhimdcrtclangcn Heimatlosigkeit endlich ein eigenes nationales Heim gesichert werde. Die Rede fand den Beifall der Delcgierten. Die vom Deputierten Reich vorgeschiagenc Resolntlon wurde der Kommission für die Fragen der Kolonien und Mandate zur weiteren Behandlung unterbreitet. JßcMscIse Si3!!e״»cavcrl)21itlc In EiißlaBd Von Ernst Kllnowsky, Zieht man die im Verhältnis «1 Deutschland und den meiste» kontineiilalctt Staaten überaus günstige pesellsdrnftspolitischen Verhältnisse in Betracht, unter denen die englischen jtKlen leben, so wird auch die Haltung ihrer studierenden jtigern), die ich gelegentlich der Konferenz der Inter-Univcrsity jewish Federation of Great Britain and Iretarxi kennen za lernen Gelegenheit hatte, leicht erklärlich. Die Haltung ihres größten Teiles liegt in der Mitte zwischen Assimilation, deren Begriff ihnen jedoch so gut wie unbekannt ist, um! einem Judentum mit irgendwie national cmpiundcucn religiösen Formen, So betrachten sie sich nicht so sehr als Engländer, als vielmehr als Angehörige des britischen Imperiums, ln dieser Situation fühlen sie‘sich durchau> frei und in Harmonie mit den gegebenen Verhältnissen. Aus diesem Grunde besteht unter ihnen auch kein so krasser Gegensalz zwischen Zionisten und Nichtzionisten in Ideologe und Haltung wie bei uns. Diese Organisation des großen allgemeinen Studenten- Verbandes, der erwähnten I. U. J.F., ist derart, daß an II der wichtigsten englischen Universitäten Socictics bestehen, die in der Federation zusammengefaßt sind. Deren wichtigste ProgrammiMinktc lauten: 1, Föderation der jüdischen Univcrsitäfsveretnc in Großbntannlcn und Irpi 1ul. 2, Vereinigung der jüdischen Studenten von Großbritannien und bland, Zusammenfassung ihrer gemeinsamen jüdischen Bestrebungen und 1 krsteliimg v׳o!1 Beziehungen mit älmliehen Organisationen außerhalb des Vereinigten Königreiches. ׳ Förderung des Studiums tind der Kenntnis des Hebräischen, der jüdischem! und hebräischen Literatur und der jüdischen Kultur überhaupt. .4, Sorge für die Veranstaltung von Konferenzen und Ver- Sammlungen, die direkt oder indirekt die Vorbereitung und Kenntnis der obigen Materien bezwecken. 5. Zusammenarbeit zur Förderung der elementaren, mittleren und höheren jüdischen Erziehung. Errichtung und Unterhaltung einer Bibliothek. 7. Druck tmd Herausgabe von Werken, Artikeln oder Zcitrmgen von jüdischem oder anderem Interesse oder Mitarbeit an solchen Unternehmungen. Unterstützung verbündeter Vereinigungen und Förderung der Errichtung ähnlicher Verbände in Ländern, wo solche עה Zeit noch nicht bestehen. Als wichtigste Organe der I. IJ. J, F. fungieren ein Priisldent, ein Vizepräsident und der Vorsitzende der jährlichen Konferenz, Die diesjährige Konferenz hat «. n, die besondere 'Auf• gäbe, die Posten eines Sekretärs für Inlandsangelcgcnheitrn und eines solchen für Uchersce cinzurichtcn, weil mau die hesscre Kenntnis der aikslümlischcn jüdischen Studenten gerade zur Zeit der Gründung der Weltorganisation der jüdischen Stndeuten für nötig erachtet, tun möglichst gute Mitarbeit leisten zu können; zu diesem Zweck will mau übrigens auch einen regen Be.snclisauskmsdt ins Werk setzen. Wie sehr |enc Kenntnis nötig ist, zeigt die Tatsache, daß man von der jüdischpolitischen Stellung der jüdischen Studenten in Deutschland keine Ahnung hatte; das K. J. V, war völlig unbekannt. An positiven Ergebnissen der Außenarbeit sind zu erwähnen die Aufbringung von über 600 £ für den Untcrsliitzungs- ■fonds der osteuropäischen Studenten und die Sammlung von 10GÜ0 Bänden für die Universitäts-Bibliothek in Jerusalem während dreier Jahre. ■ Wenn auch einzelne Gruppen eine größere Anzahl zlonistkdier Mitglieder haben, die Londoner eine besondere zioni-siisehe Abteilung, in der Jcwisli Student‘; Society von Uverpoonl ist Weizm.jiiii Ehrenpräsident, so ist doch von unserm Standpunkt aus noch das meiste zu tun. lieber ein Drittel der jüdischen Studenten Englands ist noch zu erfassen, vor allem aber ist zu wünschen, «lull die I. U. J, F, einen ähnlichen Weg gehe, wie er in Deutschland vom B. j. C. zum K. J. V. führte. Die für tm■! und iiherhar.pl wichtigste selbständige jüdisch» SUkleiikmorgaiiisalioti außerhalb «ler 1. U. J. F. in England ist die zu Beginn dieses Jahres gegründete Universlty Zionist Federation. Ihre Hauptaufgaben sind: Erregung des Interesses für den Zionismus an den Universitäten von Großbritannien; Förderung des Studiums der hebräischen Sprache, der jü- «!:sehen Geschichte tmd Literatur, der Geschichte und der Pro bletne des Zionismus unter den jüdischen Studenten; Vcrbrci* tung von Kenntnis und Sympathie mit den zionistischen Zielen unter Juden u:ul Nichtjudeit; Intercssiemng der Juden Groß- Britanniens ■und besonders der Studenten für den Besuch Paliistmas und für die Ansiedhnig daselbst. Die U. Z. F. hat bereits societies an siebe" der wichtigsien Universitäten Großbritanniens. Ihre Tat!׳ .,eit erstreckt sieh mtf die Veranstaltung von Pretsansschreiaeii über zionis tische Probleme, so z. B. ״Eine historische Uebcrsicht über den Zionismus von den Tag«1 Herzls bis zur Balfour-Dcklaraüon“ oder ״Zionismus und sozialer Fortschritt“, ferner werden seitens der IJ. Z. F. für die jüdischen Studenten Paläsfiiiareisen arrangiert, auch gedenkt sic kräftig für die Um״ , vcrsitälsbibliotlick iu Jerusalem ,zu arbeiten, - Ihre Beziehungen mr I. U. J. F. sind derart, daß sie bei Gegenständen, an denen die erste interessiert ist, erst nach angemessener Beratung mit deren Beamten in Aktion tritt, was zunächst besonders bei der Arbeit für die Jerusalemer Bibliothek wichtig Ist. Die U. Z. I•'. Ist noch jung rmd vermag unter den gcschilten Umständen nicht allzu schnell und weit Fuß zu fassen. Sic wird nun sicherlich stets ein etwas anderes Gesicht haben, ab wir cs gewohnt sind; aber sie stellt den Faktor dar, der wohl am besten und ehesten die in der I. U. J. F. zusammengelaßte Mehrheit der jüdisch-studentischen Jugend Englands den Weg führen kann, der oben als wünschenswert angcdcutet wurde. Hierbei kann nicht zum wenigsten das l'.ild und der Einfluß des deutschen Zionisten, insbesondere des K. J. V.crs fördernd mitwirken. Durch eine Skizzierung der dortigen Vcrhiiltnissc hierauf hinzuweisen, ist der Zweck dieser Zeilen. Der InfcrsuUonale Sfnätatenltongreß ia Warschau in diesem Monat wird in Warschau die ״Internationale Studenlenkoiiföderation“ tagen. Die Konföderation, die im Jahre 1919 auf dem Kongreß in Straßburg entstanden ist, repräsentiert mehr als eine Viertel Million Studenten in 30 Ihn- *lern. Hauptziel ist die Organisierung der iuien1;1tiona!en Zusaiiiiiienaiiieit auf ,׳ikadcmpciien Boden, sowie internationaler Auslanscli von Studeuteii-Bibliotlieken tisw. Am Kongreß werden 600 Delegierte teilnehmcn. Wie bekannt, hat die polnische chauvinistische Studentenschaft erwirkt, daß die jüdischen Studenten Polens i in Organ isationskomitcc nicht vertreten sind. Nunmehr scheint cs fesiztistellen, daß die jüdischen StudeutcnorgauisaUoncn ltolens auf dem Kongreß überhaupt rmvertreten bleiben. Die natio!mklem<> kratische und die progressive Studentenschaft haben ein KompromiU abgeschlossen, wonach rnc idkin Polen auf dem Kongrell zu repräsentiere״ haben. Die ukrainischen und weißrussischen Studenten wandten sich an die tschechische Stadentcnschaft mit der Bitte, ihre Interessen auf dem Kongreß wahrzunchnicii. Einzig die jüdische״ Studenten bleiben ohne Ver* tretung und auf dem Kongreß wird sich keine Stimme gegen de״ mimcrtM clausus, der jetzt ln Polen aktuell ist, erheben. Es wird an die Zentrale der jüdischen akademischen Organi.**• (tonen in Polen appelliert, alle Mittel anzuwenden, damit die jüdische Studentenschaft der größten jüdischen GcmcinsdiaJI der Welt auf dem Kongresse nicht unvertreten bkibc. to D da w da £ hr M Kt IS di P gi sim dt le ic A m h< P ei w D ra u ti b E ri 8• J.