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Jüdische Rundschau · 1924-08-29 · Heft 69 (29.8.1924) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 69 (29.8.1924)
Date
1924-08-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 00 Herr Oergcl (One) führte an«, daß 111,111 beim Aufbau der jüdischen WeUluffsorgmi,'Ration die besondere« Or• g.iiiisale'ocii ״Oll“ und ״Ose“ r,owie ״Aijiriterli'usorgeamt‘' nicht iihcrsclicn dürfe, die ans besonderen Bedürfnissen des jüdischen Lebens licrvorgegangcn sind und von denen jede sich die Atmosphäre geschalten hat, die sie jtir den Ei folg ihrer Arbeit biancht. Der Vorsitzende des Exekutivkomitees, Herr Leo Motz- |< I n, hatte das Schlußwort zur Debatte iiber den Iicridd. (:r liilirlc aus, daß es nicht richtig ist, die Hilfe in ״aufbauende“ und ״sofortige" ciiuntcilcn. Die sofortige Hilfe ist mifbanend im höchsten Sinne, weil sie die Menschen zellet und mir mit lebenden Menschen kamt man bauen. ״Nicht mir einer von uns,“ sagte Herr Molzkin, ״hat viel angenehmere Arbeit für hohe und schone Ideale verlassen tim der alltäglichen sofortigen willen, weil wir gefühlt haben, 41a(1 in diesem Augenblick von ihr die Rettung des Volkes abhängt.“ Motzkin betonte die schwere Lage der zehntausend Aus״ Wanderer, die sich in den Hafenstädten befinden, und drückte sein Bedauern aus, daß die W. ll.K. leider nicht genügend ,Mittel gehabt 11,1t, dieses Problem zu lösen. Mit allgemeiner Sp,Innung wurden die Referate über liic Lage in Rufiland, die zu den wichtigsten Gegenständen der Konferenz, gehört, Mitgenommen. Den ersten Bericht erstattete das Mitglied der Exekutive, Dr. jochclmaun (London), der in diesem Jahre im Aufträge der W. li. K. Riiliinml besuchte. l)r, Jocliclmann schilderte in cimirucksvoller Weise die Lage in Rußland. Die Juden in Rußland werden weder verfolgt noch bedrückt, nur ist dort die allgemeine Lcbcnsordmmg so, daß die jüdischen Massen aus iiircr wirtschaftlichen Stellung licrausgerissei! sind und immer mehr den Boden unter den Füßen verlieren. East die ganze jüdische Bevölkerung gehört in Rußland zu derjenigen, die als ״deklassiert“ betrachtet wird und deshalb hat die Re־ gierung wenig Interesse für sic. Wem! nicht eine bedeutende materielle Hilfe aus dem Ausland kommen wird, dann wird in kurzer Zeit das Judentum in Rußland untergeben. Die E'iage, der Hilfe für Rn Bla ml ist keine Frage des Mitleids, sondern eine nationale. Frage. Der Vorsitzende der W.li. K. in Kiew, Herr Dr. Bern• stein, der erst vor sichen Tagen Kiew verlassen hat, drückte seine Verwunderung über die Meinung in Europa und in Amerika aus, daß in Rußland keine Hilfe mehr nötig sei. Bei seiner jahrelangen Arbeit auf dem Gebiet sozialer Hilfe in Kiew im Namen des ukrainischen Roten Kreuzes und der Wcjthilfskouferenz hat er Gelegenheit gehabt, die abgründige Not des jüdischen Kindes kennen zu lernen: Tuber• kulrjs, rachitisch, verwaist, ist die junge Generation in Gefahr, verkrüppelt und vernichtet zu werden. ״Wir haben uns den Kopf zerbrochen," sagte Bernstein, ״um zu verstehen, warum die ausländische I lilfc in der letzten Zeit derart verringert worden ist. Wir haben verschiedenes vermutet, aber niemandem ist es eingefallen, daß man sagen könnte, die jüdische Bevölkerung in der Ukraine brauche keine Hilfe mehr.“ Unter den Begrüßungen, die der Wclthilfskoufcrcnz zugegangen sind, ist besonders das Telegramm hcrvorziihcbcii, das im Namen von 330 jüdischen, im Hafen von Cherbourg versammelten Auswanderern gesandt wurde. Die 350 Aus- Wanderer, die in Cherbourg zur Wcitcrfnhrt nach Amerika eirgetroffen waren, aber kein amerikanisches Visum bekommen hatten, sollten auf Anordnung der französischen Behörden atispcwicsen werden. Dank der Intervention der jüdischen Wcltliilfskonfcrcnz, die über die traurige Lage dieser Aus- Wanderer der Regierung Vorstellungen machte, erlaubte die letztere den weiteren Aufenthalt der Auswanderer in Frankreich auf unbeschränkte Zeit. 111 ihrem Bcgrüßnngstclcfjamm danken die Auswanderer dem Exekutivkomitee der Wcltliilfskonfcrcnz, dessen ־unermüdliche Energie und Hingäbe die furchtbare Notlage der Auswanderer gelindert haben. Am Sonntag, den 21, August, erstattete der Vertreter der Wclthilfskoiifercnz in Rußland, Dr. W. Adler, Bericht iiber die Kinderheime, das Schulwesen und über Probleme der Rindcmvieliung in der Ukraine. Die von Dr. Adler zitierten Zahlen erweckten das Interesse und das tiefste Milleid der Anwesenden, 11t! 0/0 der Kinder in der Ukraine sind Waisen. 111 manchen Städten beträgt der Prozentsatz der tuberkulösen jüdischen Kinder •13. In der Ukraine gibt es SO ODO licimlosc Rinder. Eine Fortsetzung der Hilfsaktion in der Ukraine, besonders für Kinder und die studierende Jugend, ist unbedingt notwendig. lieber jüdische Wanderung und die Folgen der Einxv.mdcriingsbrschränkungen referierte Dr. S. Tcmkiit. Er stellte fest, daß in den letzten 42 fahren 2'/? Millionen jiidiselic ^invaliderer nach Nordimef Südamerika und 70000 mcl■'Palästina gekommen sind. Von den Emigranten in den Vereinigten Staaten sind 500000 Handwerker gewesen. Die muen Einwamlcningsbrsebräiikmigcn in den Vereinigten Si.tateil und in Kanada bewirken, daß statt 100000 jüdischen Ein- Wanderern jährlich höchstens mir 8000 eiiiwamlcrn können. In den verschiedenen Häfen befinden sieb gegenwärtig 10 000 jüdisch; Auswanderer, die weder nach Amerika gelangen, noch in ihre Heimat, wo sic ihr Hab und Gut veräußert haben, zi,rückkehren können. Alle Emigrations-Organisationen müssen sich vereinigen, um eine planmäßige systematische Emigration diirchzufiiliren. Dus zweite Referat über Eniigrationsfrngen hielt Herr Latzky-ßartholdi, der insbesondere die Verhiiltnisr.e in Argentinien besprach. Dr. D. Joe fiel mann referierte über das Projekt der Jüdischen Volksbank, deren Aufgabe in der Fiiiati/ieniijg der Emigration, dem Uchcrwcisungsdicnst der Geldsendungen in die Heimat und J11 der Förderung von Industrie und Agriknliiir unter den Juden des Ostens zu bestehen hätte. Die Grunderaktien der Volksh.mk, die Eigentum der jüdischen Allgemeinheit sein soll, müssen von der Wcltliilfskonfcrcnz übernommen und an Vertrauensleute verteilt werden. In der Debatte iiber die Emigrationsfrage sprachen Locker, Ben Gurion, Sprinzak und l/ssischkin (hebräisch). Die genannten Redner betonten, daß gegenwiirtig nur Palästina für die jüdische Einwanderung in Frage komme und große Entwieldungsmöglichkeitcn besitze. AJlc anderen Pläne sind mir Palliativmittel. Die Kolonisation in Palästina ist piöglicl! und wird von Erfolg begleitet sein, weil sie sich auf ein Ideal stützt. C11 a8a 11 0 wi t sch griff in seiner Diskussionsrede die Tätigkeit der Ica an und erhob schwere Vorwürfe gegen die Ica-Lcitung. KE 'f IJ F DIS CI I II RÜMD5 CH A tF Wir werden filier den weil ־׳reu Verlauf der Wdlhllfckonfe■' Tenz in der midisten Nummer ausführlich berichten- % Während der ersten Tage der Konferenz rdndf neue Delegierte zur Teilnahme an den Verhandlungen ciugcfroffcn. Die Gesamtzahl ist am 23. Auf,׳ißt auf 123 gestiegen. Weitere Delegierte werden erwartet, Die Anwesenden vertreten 89 Organisationen in 22 Ländern,! . * Im Zusammenhang mit der In KarlshmJ fageitdon Welt- Iiilfskonfcreiiz traten unter dem Vorsitz des Herrn Dr. Schah ad etwa dreißig in Karlsbad nmvcscmlc jüdische Sduiftsk'lk'1׳ und Journalisten zu einer Beratung zusammen. Es wurde beschlossen, eine clfglicdrigc Kommission clnzusetzen, die die Aufgabe haben «oll, notleidenden jüdischen Schriftstellern, Journalisten und Kitmülcni Hilfe zu schaffe״. Die Kommission, die ihren Sitz in Berlin, Pari» und London haben soll, hat noch die besondere Aufgabe, im Zusammenhang mit der Wcltliilfskonfcrcnz einen Weltvcrband jüdischer Scluiflste'llcr und Journalisten zu schaffen. Der Berliner Koniniissiou geliöien an die Herren: Jacob L c 81 s eh 1 n sk y, J. Li 11, Dr. M. 11 indes, Tscficrikowcr und C11 a ׳ sanowicz. Mitglieder clor Pariser Abteilung sind: Her׳ m a 11 )1, I. a t z k i - B n r 11101 d i und J. A. Lclscrowi!5c|1. Der Londoner Abteilung gehören an: Chefredakteur Morris Meier, Gpjdjnbcrg und )10408. €m -Xflvaet Aus der pälsclicn Well Auf die he! dem pixtrikt-Gcrichtshof Ip Haifa eingebrachtc Berufung hin wurde das am 21. Juli erlassene Landes v e r w c i s 1111 g s 11 r t e i I gegen sieben Mitglieder der Haifa er Ortsgiuppe der palästinensischen extrem linken Partei am 22. August zurückgezogen. Dagegen wird das auf einen Mnn.it Gefängnis lautende Urteil hestätigt. Bekanntlich wurden die sichen Linksso/i,־!listen vor (!erteilt gestellt, weil sie sieb dem Befehl der J’olizci, auseinaiidcrzugelicii, widersetzten. Am 20. August wurde Herr David Shuji, der Präsident der Bnei-Brith-Loge in Safed, 70 Jahre alt. Herr Sliuh ist einer der Pioniere der!jenen jüdischen Siedlung in Gnlilän. Aus diesem Anlaß fand eine solenne Feier statt, der Name des Jubilars wurde in das ״Goldene Buch“ des Nationalfonds eingetragen. In einem Interview mit dein J. T. A.-Vertreter äußerte siel! der Oherrabbiner von Palästina Kook mit Bezug auf den Will!;.(־!! des Bediuincnsfammes Al Shinalui, zuin jüdischen Glauben übei'/ntreten, dahin, daß dieser Schritt des Beduinen• Stammes ejue delikate politische Frage aufwirft. Wenn nicht genügend« historische Beweise zur Feststellung der jüdischen Abstammung dieses Nomaden!;!,immcs. vorhanuen sind, so ist die Aufnahme desselben lg die jüdische Gemeinschaft Palästinas angesichts der tief ycrvvnr/clien Glaubens- und Lebensarten der Beduinen kaum zu empfehlen. Anders verhält es eich mit den Marannen, die zweifellos jüdischen Ursprungs sind. Aber auch liier sind Hindernisse vom Standpunkt des jüdischcii _Gesc1z.es zu überwinden. Das jüdische Gesetz duldet, namentlich in Fragen der Heirat und der Ehescheidung, keincrlri Abweichung von der Vorschrift. Jede PflichtverBäumnis ln der Beobachtung der Heirate- und Eheschckfiingsgcsclze bedeutet eine schwerwiegende Ueberirclung des traditionellen Judentums. In einigen Fallen bestehen in bezug auf die Nach- Kommen aus solchen Ehen Zweifel, ob sie zu der jüdischen religiösen Gemeinschaft gehören. Es ist möglich. elnfl diese Maraiiucn, so sehr sie an der Uebcrliefcnuig ihrer Vater bangen, für die jüdische Lehre keine tiefere Ueberzcogung mifhringcu. Bekanntlich bat das Büro des Oberrabbinats in Palästina beschlossen, vor der Rückkehr des Oberrabbiners K״ok nach Palästina keinerlei Entscheidung in der Angelegenheit der Gesuche der Beduinen und der Alaramien zu^tretfen. Auch die nationalen jüdischen Organisationen in Palästina werden in dieser Angelegenheit tun jljrc Meinung befragt werden. Neben den jüdischen Arheiter-hpt|)igranfen, deren |.1ndwirtsclinfilidic Ansicdlimg in Palästina ausschließlich auf N.ilion.11fomlshodcn mit jlilfc des Keren llajessod erfolgt und mir auf diesem Wege möglich ist, kommt neuerdings ein Element ins Land, das über genügend Eigcnkapital verfügt, um sich unabhängig in den allen Kolonien anziisicdcin. Es besteht jedoch die Schwierigkeit, daß cs dort wenig freien und unbebauten lloden gibt. Dieser Bodemnangcl hat nun die ״H i tachdut 11 h'aikarim (Bauernverband) veranlaßt, den Ankauf von Bodcnfliicl1.cn, angrenzend an dio bestehenden IColoiiicu, zu betreiben, und so eine Zahl jener Einwanderer heran/11/iencit, welche genügend Mittel haben, um sich als Kolo• nisten uieder/ulassen. Die P. L,!>. C. ist bestrebt, gemeinsam mit dem Bauernverband und anderen interessierten Gruppen die kulilvieihare Fläche der bcscllicndci! Kolonien durch Znkauf zu vergrößern, damit hier neue Ansiedler Fuß fassen können. Im kommenden .Herbst wird die Hadassah gemeinsam mit dem llcalfh Department der Regierung, dem Wand Hnbriuth (Gesumllieitskomuiissioii der Zionistischen Organisation) und allen am öffentlichen Gesundheitswesen direkt und indirekt interessierten Vereinigungen eine neue Aktion entfalten. Es soll nämlich im ganzen Land und unter allen Bevölkerung«- teilen eine Woche intensiver Propaganda dem Gesundheit«- wesen mit seinen mannigfaltigen Aufgaben gewidmet werden. Diese Woche verspricht als ״Gesiindlieitswodie״ populär /1! werden, und es ist zu hoffen, daß sie in alljährlicher Wiederkehr ihren Platz, behauplet. Jeder Tag dieser Woche vital einem speziellen Zweck gewidmet sein, so lind! dem derzeitigen Plan je für persönliche Hygiene, Säuglingspflege, Nahnmgsfürsorgc, Baz.äjcnbekiimpfnnff und erste Hille, Aus- Stellungen, Plakate und Flugblätter, dann Vorträge, die durch bildliche Darstalhuigcu verlebendigt sind, und dergl, «olle» in den Dienst der Sache gestellt worden. Auch wurde vorgeschlagen, in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden Versammlungen für Kinder und gesondert für Erwachsene zu veranstalten und jene_ Vorträge hebräisch bzw. arabisch abzuhallen. Die GcsumJheitswoche ist darum für Anfang November geplant, weil dann alle Schulen wiedereröffnet sind und cs für Versammlungen In geschlossenen Räumen nicht mehr zu ׳ heiß ist, Skis Örgnmsfttionshomjtec hat sich schon kopsU- 'SeTle 407 (liiert und bereitet die. Einberufung aller Interessierten, im Laude vorlniuh jicn Vereinigungen zu einer großen Vcrsaimnhing vor, votier Apparat für die Durchführung der Propaganda geschäftet! werden soll. IBeser Plan will lediglich die Wy« und sieht deshalb von jeder ücklsainmlung ab. ßthwels Auf der zwischen 22. und 26. August In Genf und in Bern tagenden Interparlamentarischen Union sind auch eine Anzahl jüdischer Abgeordneter als Vertreter ihrer Uirnler anwesend gewesen, u. a. habet! Abg. Rabbiner Nurok al* einer der Vertreter Lettland;;, Dr. Leon Reich, als einer der Vertreter Polens und Abg. Dr. Abraham Robinson als ein Verirrter de» litauischen Parlaments an den Beratungen in der [iiterparlamcutaiiselicn Union tcilgcnotnmcn. Cachtcboolowahtl Dieser Tage fand in M u n ka c s (Karpathorußland) die Feier der Grundsteinlegung zum Gebäude eines hebräischen Gymnasiums statt. Die Festrede hielt Rabbiner Melikowsky aus Palästina, der jetzt als Delogierter des Keren Hajessod- Dirckloritipjs in Karpathorußlanu weilt. , Rumänien Der rumänische Staatssekretär T afarcscu erklärte Journnlisten gegenüber, die Regierung plane, Anfang September eine Konleretiz von Vertretern der nationalen Minderheiten nach Bukarest cin/uberufen. Herr Tatareseu erklärte weiter, die Regierung wolle die Frage der nationalen Minderheiten auf eine radikale Weise lösen, Litauen Vor kurzem fand in Wilkowieclik eine Verhandlung gegen eine Gruppe Schüler des Orisgvinnasiiim*, die in der Nacht Schilder nu jüdische ח Gesehnltslokalcn mit Torr beschmiert haben, statt. Die Schüler wurden freigesprochen. Ein jüdisches Stadtnitsmitglicd brachte in einer!)tadtratssitziing den Fall zur Sprache und sagte dabei, die Gymuasialscliüle.r verstehen zwar das SebikKrbcschmutz.cn gut, ermangeln aber der Kenntnis der eigenen litauischen Sprache. Die Leitung des Gymnasiums erhob wegen dieser AcuUcriinjj gegen das Siadtrntsniitglicd die Beleidigungsklage, In einer am 14. August vor dem Gericht in Wilkowischk stattgefundenen 'Verhandlung׳ wurde der Jude zu 300 L!t .(30 Dollar) Qclcjstrafc verurteilt. Türkei Der Oberrabbiner von Konstantinnpcl, Chain! Bejarano Effendi und zwei andere Mitglieder des Rabbmerrates wurden von dem soeben in Kunstautinnpd empetroffenen Minister des Innern, Reiljeb Bey, empfangen. Der Oberrabbiner srliilflerle dem Minister die kritische Lage der, jüdischen Gemeinde in Konstantinnpcl und nnt um die Hilfe der Regierung, Der Minister des Innern sagte, er hege hohe Achtung für die jüdische Bevölkerung und er werde alles, was in seiner Aiacht steht, tun, uni Hilfe zu schaffen, 111 Verbindung mjt diesem Besuch bringt die türkische Tages•; zcituug ״Ikdam“ einen gehässigen Angriff auf die Juden. In dem Artikel heißt, es: ״Diejenigen, die mit den komincrzjcllcn Angelegenheiten unserer Stadt vertraut sind, wissen, daß das in der Türkei herrschende Element die Juden sind, Schon vor dem Kriege waren viele reiche Juden in Konstan(inopcl, seither hat sich ihre Zahl enorm vergrößert. Sic beherrschen den Markt vollkommen. Da» Land zieht von der Mitarbeit der Juden auch nicht annähernd jenen Nutzen, der dem vp» ihnen angchäiiltcn Vermögen entsprechen würde.“ , Hmrrika Am 18. August tagte unter dem Vorsitz des Herrn Louis Mar sh all in New Vork die Konferenz des Notkomitccs für jüdische Flüchtlinge, das sich aus den Vertreten! fast aller jüdischen Hilfsorganisationen Amerikas zusaimncnsctztc. Aul der Tagesordnung stand als erster Punkt «las Kolonisaljonsangehot des neULwwählien mexikanische!» Präsidenten Dr. (,alles. Die Konferenz beschloß, eine Kommission aus Sachverständigen z״ ernennen, die das Angebot des mexikanischen Präsidenten auf seine Realisierhnrkeit hin au Ort und Steife prüfen soll. Die Kommission, die als eine repräsentative Vertretung der amerikanischer! Judenheit angesehen werden kann, wird sich in ganz kurzer Zeit nach Mexiko begeben. Das AuslSnderstudium in Italien Auf eine Anfrage des Vorsitzenden der zionistische!! Ortsgruppe in Danzig, Gg. Dr. Landau betreffend das Ausl;imler׳Studium an italicmsclicn Universitäten, antwortete das italicnisrlic Generalkonsulat Danzig folgendermaßen! ״Es scheint, daß 111 der zionistischen' Presse unzittreffende Gerüchte über die Zulassung ausländischer Stildeuten zu den italienischen Universitäten und Hochschulen verbreitet haben. 111ן Interesse des Publikums halte ich für nützlich, die in Kraft stehenden Vorschriften zusammen» zufassen: Dje ausländischen Studenten werden zu italienischen Universitäten und Hochschulen zugelassen, soweit sie im Besitze eines dem italienischen gleichwertigen facht Jahre Gymnasium) Reifezeugnisses sind, welches nach den Bcstimmutigen des betreffenden Landes zum Besuch der Universitäten und Hochschulen berechtigt. Der Gesnclistcfler muß an das Sekretariat der gewählten Universität und Fakultät ein Aufnahmegesueh richten, welchem das Reifezeugnis i 111 Ori» g i n a I beizufügon ist, nebst einer durch die zuständige italienische Vertretung beglaubigten Uebersetzung,^ weint da* Original nicht 111 lateinischer oder französischer Sprache abgefaßt Ist. Das Schulzeugnis wird von der Universität durch die zuständige italienische Vertretung (Gesandtschaft oder Konsulat) geprüft, und das Sekretariat der Fakultät gibt dann dorn Interessenten bekannt, ob er angenommen worden ist oder nicht, Das Schuljahr fängt In Italien, wie bekannt, in! November an, 11111! nie Einscltrcibungsgcsuchc werden von Anfang Oktober angenommen. Es Ist daher zu empfehlen, die Gesuche vor Oktober an die Universitäten zu richten. Verboten Ist, an verschiedene Universitäten und Fakul* täten gleichzeitig Atifnalirncgcsuche zu richten.'» 1r :1 ־fl* ך־ך ף*■ teij—J— ךך •<Mi alyJL JltiJL «pp• ■L-*• (T\ j V i

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