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Jüdische Rundschau · 1924-08-29 · Heft 69 (29.8.1924) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 69 (29.8.1924)
Date
1924-08-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Mtastiinci• 16 Berlin» 29.VIII. 1924 # ־77־ J1: 4 f ׳vef ד «rnk ״ ״ 4 יf!״ ׳•־■;• fיך י <״. ti# lw^ S,' '״, < «ItL , ״*T |> י י\*^/ ך•־■ ״./ «, J,^ ■v—«׳■^ iiä. 6■ m ה 11!; ».-— ■Ab ■M* V.im?.־")}.ז /'׳•!€»־־ ו;" CT״» יד!ף: י >.Wuu 6.1:3 5׳ו Lik>.öL*»GliL/u. Von Robert St er na 11. (Schluß) So sind die Möglichkeiten der Industrialisierung als Grundlage einer breiteren K o I o n i s a t i o n s ־ und ׳. t i n wandern ngspolitik am den verschieden« cn Grün• den denkbar ungünstig. Die lmiiistriceiiiwkkiuiig der! letzten Jahre, die zwar auf Grund der gebesserten! polnischen Voraussetzungen und der stärkeren Palüslinastim• mung schneller als bisher war, bestätigt im Ganzen dii-se Anschauungen, iis ist bezeichnend, daß Dr. Ruppin «auf der letzten A.-C.•Sitzung n;icli,gewiesen hat, daß die Aufiassting, man könne auf iiulusirieilcm Wege billiger a>s «auf landwirtschaftlichem kolonisieren, falsch ist. Hierzu stimmt cs völlig, wenn Dr. A rl osorof 1' in seinem Referat auf dem Dresdener Del cg i c rt c 111 ag vom Jahre 1023 1 Palästinas industrielle Entwicklung als ״überaus ärmlich“ bezeichnet. Im F r e z -1 s r a e 1 - Al’c r k b u c 11 wird die Zahl der jüdischen Industrie• und Werkstättc narb eit e_r in Palästina auf etwa 3300 im Jahre 1924 angegeben. Es 1 wäre durchaus verfehlt, die Mangelhaftigkeit dieses Zustandes lediglich oder auch nur in irgendwie nennenswertem Maße «aus historischer Zufälligkeit oder aus ungeuügendem Interesse der zkmist'schcn Kolon'.sationsins'.anreu für den gewerblichen Produktionszweig zu erklären. Selbst 1 die Blüteperiode des mit so viel Hoffnung begrüßten und zionistisch mannigfach geförderten Baugewerbes war raus durchaus zu Tage!!egenden, hier nicht zu verfolgenden Gründen, nur von b e s c ii 1 ä 11 k t c r D a u c r. Die klare Erkenntnis der gegenwärtigen Begrenztheit der industriellen Möglichkeiten negiert naturgemäß, wie erwähnt, keineswegs, daß für die Gründung cinzcln e r industrieller Unternehmungen auch momentan Platz vorhanden ist. Die starke Einfuhr weist zumindcs.cn von der Beda r f sei t e auf solche Möglichkeiten, die geschickte Produktionsfuhiung wohl zu nutzen verstehen wird. Es kann ruhig behauptet werden, daß die gegenwärtige indu-!s t r i c U e Produktion des Landes keineswegs an die Schranken des augenblicklich Erreichbaren bereits gelangt ist. Aber wenn auch 7.10- תisüsche Hilfe oder Unterstützung der Jewish Agency auf industriellem Gebiet gefordert werden muß, so sind die vorhandenen G e s a m t m ogI i c h k c i t e n doch zu deutlich begrenzt, als «laß ein Aufbau der Kolonisation i auf industrieller Grundlage denkbar wäre. I Bi;,her wurde die imlustrielle Kolonisation mir unter rem wirtschaftlichem Gesichtspunkt bctrachtet. Ls wird nunmehr auch für denjenigen, der wirtschaftliche Dinge stets nur unter dem — meist zu engen — Wirtschaftliehen Aspekt betrachtet wissen will, erlaubt sein, an das ganze Problem in wenigen Sätzen einen anderen Maß- Mab auzulegcn. Nicht zu Unrecht hat sielt die zionistische Ideologie, insbesondere unter dein Einfluß der Gedanken der palästinensischen Arbeiterbewegung, immer des Hinweises aut die polnischen Gebiete innerhalb der früheren de utsehen Grenzen bedient, um zu zeigen, daß letzthin nicht die S t a d t b e vö I k c r 1111 g sondem die Bewohnerschaft des platten Landes den nationalen Charakter des Gebietes bestimme. Die städtische Kolonisation vermag die arabische V o r h c r r s c 11 a f t in Palästina nicht zu bcscit i g c n. Durchaus begründet war stets die Behauptung, daß für eine kulturschöpf c rische Entwicklung der!echter bewegliche Städter eine viel geringere Garantie als die fester verwurzelte Bauernschaft biete, und mit Recht wurde daraus als erste Forderung die Notwendigkeit der Lieber• führung jüdischer Massen in die Landwirt- Schaft gefolgert. Aus allen genannten Gründen folgt ohne weiteres die Forderung, Einwanderung und Kolonisation imSinnedcrbislicrigcn En twickjung auch fernerhin auf landwirtschaftlicher Basis aufzubaucn. Die keineswegs zu unterschätzenden politischen und kulturellen Gründe für diese Auffar.sung wurden soeben genannt, aber mit Recht kann auch verlangt werden, daß auf Grund der gegebenen Wirtschaftliehen Verhältnisse heraus der Vorzug der landwirtschaftlichen vor der industriellen Kolonisationsgrumllagc aufgczcigt wird. Dabei muß eines klargcstcllt werden: Es handelt sich nicht darum nachzuweisen, daß die 1 a 11 d w i rtsc h a f 11 i c h c Kolonisation besonders leicht durchführbar wäre. Die bisherigen Erfahr 1111• gen lassen wahrlich einen solchen Schluß nicht zu —- nicht erstaunlich für denjenigen, der sich die Schwierigkeit einer Sicdlungskoionisation in einem vielfach heruntergewirtschaftctcn Gebiet einmal klargemacht hat. Aber immerhin soll behauptet werden, daß n u r d i e Landwirtschaft wirtschaftliche Grundlage des Kolonisations- Werkes sein kann. Auch hier ist die Betrachtung unter dem doppelten Gesichtspunkt der Produktion und des Bedarfes zu führen. Fraglos ist zuzugeben, daß der schnellen Ent- Wicklung einer jüdischen Agrarproduktion manche schwere A n f a n g s 11 e m m n i s s e von der Erzcugungsscitc cntgcgcnstchcn. Es fehlen, ähnlich wie bei der Industrie, noch zahlreiche, erst allmählich schaffharo allgemein -wirtschaftliche Entwicklungsbcdingungen. Man kann ferner ohne Bedenken sagen, daß {die Landwirtschaft sogar insofern besonders ungünstig gegenüber der Industrie gestellt ist, als bei jener der Grund und Boden wi seiner starken palästinensischen Man gelb afti gkeit mit seiner ganzen Schwere ins Gewicht fällt, Auch die Arbeitsleistung erscheint in der Landwirtschaft durch die stärkere Wirksamkeit klimat i s c 11 c r Nachteile und die besonders geringe jüdische Vertrautheit mit dem landwirlsciiaf:liehen Beruf beson■ ders benachteiligt. Wenn dennoch der Unmöglichkeit der industriellen Kolonisationsgnmdlagc die Möglichkeit einer agrarischen gegcnübcrgestellt wird, so wur- *eit das in ganz b e s o n a c r c n Umständen. Das wichtigste Moment liegt auf der Bedarfs• und Absatzseitc. Passende B c t r i c b s f ü h r tt n g er* möglich( es — nach den unproduktiven Jahren der Ökkupalion, Assanierung und Amcliorienmg —׳, einen erheblichen Teil des eigenen Bedarfs unmittelbar aus der eigenen Wirtschaft zu decken. Damit ist die Befriedigung des wichtigsten E x i s t c n zb cd ii rf 11 is s cs, des Bedarf- Inisser. nach Nahrung, zum überwiegenden Teil sichergestellt — anders als bei der spezialisierten, völlig Auf den Markt angewiesenen Industrie, infolge der gcringeren Marktvcrflcchtung der Landwirtschaft sind die Produktionsnachtcile nicht von derselben entscheidenden Bedeutung wie in der Industrie. Aber die Landwirtschaft kennt neben diesem Absatzvorteil, ihrem bedeutendsten Vorzug, bei allen Erzcugungsiienimnisscn auch P rod uk t io 11s vorteile. D!c Mögüchkeit, die Hausfrau im landwirtschaftlichen Betriebe zu beschäftig 11, ist hier als .vescntlich verbilligendes Moment zu nennen. Daneben kommt ta Betracht, daß bei bcstimmten leie htver der blich ein Produkten (Milch, Geinuse 11. a. m.) eine aus! ii n d i s c 11 c Konkurrenz nicht 1!t׳m!onswer1 in Wirkung zu treten vermag. Ferner verleiht die G ü t c (Q 11 n 1 i t ä t s 111 o 11 o p fl I!) gewisser paliisrinenm ,eher A ״rare r z c 11 11 ״ i s s c , wie O r a 11 gen, vielleicht auch Tabak, diesen eine besondere Sicherheit des Absat/es auch in! Ausland. Schließlich kollidiert die Heb u 11 g der palästinensischen Landwirtschaft nicht im geringsten mit dem englischen Interesse, so daß der englische WimsrJi nach Fördciung der paläslinens'sehen Wirtschalt in erster Linie auf den agrarischen Wirlsehafiszw! ig gerichtet ist. Es ist durchaus charakteristisch, wenn das ,Mandat in Artikel VI der Verwaltung Palästinas aufgibt, eine geschlossene Ansicdlung von Juden auf dem Lande (״on the land'‘) zo begünstigen. Auch eine bereits fühlbare stärkcic A grarförderungspolltik der pa'äaf neus selten Regierung muß als verheißungsvoller Ansatz betrachtet werden. Die schon prakisch erwiesene Möglichkeit der landwiitschaitlidieii Kolonisation muß somit auf Grund all dieser Einsichten in die industriellen und agrarischen Bedingungen auch für die Zukunft noch als die einzig m ii g 1 i’c 11 c Ko I ס n i s a t i o 11 s g r u ״d 1 a g e befrachtet wer• den. Dies um so mehr, als gerade mit dem At1sb.au der Landwirtschaft sich automatisch auch die i 11 d 11 s t r i eilen Möglichkeiten erweitern; denn die Verbreiter u 11 g der Ägrarbasis schafft aus sich heraus die wichtigste Voraussetzung erfolgreicher industrieller Produktion in Palästina: die Ausweitung des inneren Marktes. Ja, ein Anwachsen der industriellen Produktion ist bei Erweiterung der Landwirtschaft sogar zur Vergrößer u n g und Sicherung der agrarischen Absatzmöglich•!;eiten notwendig. Nach Ruppin (״Aufbau des Landes Jsrael“) ernährte 'im Jahre 1910 eine jüdische landwirtschädliche Bevölkerung in Palästina von 7500 Seelen direkt und indirekt eine n i c h t landwirtschaftliche Bcvölkc- ״mg von derselben Zahl. (Davon 4300 Seelen in der Kolonie selbst und 3000 in den Städten). Ruppin betont besonders, ״daß die Vermehrung des neuen Jischuw in den Städten gerade durch die landwirtschaftliche Kolonisation in der Nähe der Städte ermöglicht worden ist, «nd daß das auch in der nächsten Zukunft’nicht anders sein wird.״ Alle Kost spie-! i : heit der landwirtschaftlichen Kolonisation vermag nicht darüber hinwcgzutäuschen, daß nur die Landwirtsc!1 a f t die Kolonisatiouf-gnindiagc sein kann, in deren Entwicklung auch die Entwicklung der!anderen Wirt* s c h a f 15 zw c ige beschlossen liegt. Bei aller Notwendigkeit industrieller Förderung im eiir/clnet! ist die Festigung und Erweiterung ticr jüdischen t a nd w i rt sc 11 af t• liehen Position in Palästina nach wie vor die wichtigste Kolonisaiiousaufgabe, Man hüte sich, aus der Schwierigkeit unserer finanziellen Lage heraus eine industrielle Parole auszugeben, die das nicht zu halten vermag, was sie verspricht. Aus der Kwuzah KInereth. Im Besitze der Gruppe bcfinden sich 1039 Dunnm Boden für Saat und Pflanzen und zirka 100 Dunam, auf denen die Kwuzah Gemüse, Futterusw. anhaut. Die Hauptzweige bildet! die Milchwirtschaft, der Getreidebau, Gemüselind Obstzucht. Die Milchwirtschaft bestellt aus 30 Kühen, die zur Hälfte Rassekühe (Damaszener) und arabischen Ursprungs sind. Die Milch wird der Genosscnschaft in Daganiah Afeph übergeben und durch rlen ״Maschbir“ in Haifa und Tiberias verkauft. Das Gemüse der Kwuzah erfreut sich eines guten Rufes auf den Märkten von Haifa und Tiberias und wird von den Käufern dem arabischen Gemüse vorgezogen, trotzdem cs etwas teurer ist. Außer diesen Wirtschaftszweigen treibt die Kwuzah auch Geflügel -und Bienenzucht. Dreißig Bienenstocke lieferten in diesem Jahre 26 Dosen Honig, die in Haifa und Tiberias abgesetzt wurden. Der erste Versuch mit der Entenzucht hatte außerordentlich gute Ergebnisse, jede Ente legte im Laufe des Jahres 160 Eier. Dies bcweist, daß dieser Wirtschaftszweig sehr ergiebig ist. Die Seifcnprodiiktion von Nablus. Die großen Oclmengen, die in der Umgegend von Nablus gewonnen werden, führten dort zur Entwicklung einer bedeutenden Seifen* oroduktion. Nablus erzeugt jährlich fast 72 003 kg Oel, von denen 90 ״> für die Seifenprothikiinn verwendet werden, Die durchschnittliche Erzeugung von Nablus beträgt in einem guten Jahre 2>/י Millionen kg, Seife. 70 0/0 werden hiervon nach Aegypten versandt, 20V/0 nach Syrien und 10 0/0 werden in P a 1 ii s t i 11 a 8י e l b s t verkauft. Die Seife bringt jährlich bis 125 000 £ ein, zum Dqrchschnittspreise von 14 £ per Rottel gerechnet. Indien als Absatzgebiet für Palästina. Infolge der Konkurrenz zwischen der ägyptischen «nd Nabluscr Seife wird in der arabischen Presse auf Indien als neues Absatzgebiet für die palästinensische Seife hingewiesen. In Indien gibt cs mehr als 70 Millionen Muselmänner, die nach Meinung der Presse die palästinensische Seife den Seifen anderer Länder vorziehen werden, da ihnen die Palästinaseifc als heilig erscheint. Starke Nachfrage nach Inlandsmclil. Infolge der steigenden Preise für ausländisches Mehl nimmt in Palästina die Nachfrage nach Inlandsware erheblich zu. Die Rothschild- Mühle arbeitet infolgedessen bereits in zwei Schichten. Tafeltrauben aus Risclion-le-Zion in Paris. Ende Juni hat die Societd Vigneronne Cooperative in Risdion mit direktem Dampfer Jaffa—Marseille 130 kg Trauben verschifft. Die Sendung ging an eine bekannte P r uc h t g r o ß h a 11 d elsf i rin a in Paris. Wenn sich die Trauben während der acht Tage, die sie unterwegs sind, halten, so dürfte sich für die Wein produzierenden Kolonien in Palästina ein neuer wertvoller Markt eröffnen. Erwerb der Fruchtbaumpflanzunßcn des K. K. L. durch die Siedler. Da der K. K. L. sich in Zukunft ausschließlich auf den Boden kauf beschränken soll, hat das Direktorium des K, K. L. beschlossen, alle in den Kolonien ihm gehörigen Fruchtbäume gegen Abzahlung den Kolo- In diesen Tagen . werden wir durch Nachnahme cüo AbonneE»cjat3£1<sb51h*־ca far 4133 4. Quartal 1924 von alles unseren Einxclabonucntcn erheben. Wir bitten drin• gend darum, diese Nachnahmen sofort einzulönen, damitin derZustelIun׳v der Zeitung nach dem 1. 'Oktober keine Stockung eintritt. Verlag■ Jüdisch« Rundschau k I tX nisten als Eigentum zu übergeben. Der erste Vertrag hierüber wurde in der Kolonie '0 a n Schmuei geschlossen. Achnlichc Verträge werden mit den Siedlern ’in Hulda und in den anderen Kolonien, in denen Fruchtbäume gepflanzt sind, geschlossen werden. Line Begutachtung des PaL’Dtinatabaks in London — Mikwch-lsrncl und Ronch-Pinali an der Spitze. Von acht Mustern Palästina-Tabak, die dem Kaiserlichen in. stitiH in London zur Untersuchung־ und Begutachtung iltrer Eignung für den englischen Markt Vorlagen’ wurden die nnatolische, in M i k w c h -1 s r a e l geerntete Sorte und die mazedonische von Ro sc ii - P i n 3 h’ als die besten erklärt. Dann folgten, laut dem ״C ommcrcial Bulletin“, die Sorten von Tershia und Ras-cl-Ahmar. Die Muster wurden von dem Leiter des palästinensischen Regicrungsdcpartcniciils für Land- und Forstwirtschaft vorgelegt. Die Prüfung erstreckte sich auf den Och,alt von Nitrogen, Feuchtigkeit, Nikotin und Asche. Dem Tabak von Mikweh* Israel wurde ein gutes Aroma und befriedigende Brennbarkeit ziicrkannt. Die . gleichen Eigenschaften, wenn auch in etwas geringerem Maße, wurden bei den Marken von Ro s c ii -Pi n a 11 festßcsteilt. Der Santcnstnnd Im Juli. Die diesjährige Wintcrerntc scheint voraussichtlich, nach den ersten cinlaufendcn Berichten zu schließen, hinter der vorjährigen zu r ü c k z ub I c i bc n. Von der Sommersaat stehen Dürr ha und Sesam in den verschiedenen Distrikten sehr ungleich. Im ganzen Lande ist man am T a b a k ק f I ii c k c 11. Die Spätsaat i«t. schon vor ihrer vollen Größe reif geworden. Die herumreisenden Instruktoren haben überall besondere Metho* den eingeführt. Die anfänglichen Befürchtungen eines Sturzes der Tabakpreise sind durch weitere Zielkäufe und durch die starke Konkurrenz der Käufer zerstreut worden. Im Norddistrikt wurden an Privatpfianzer anderthalb Millionen Tabaksctziiiige abgegeben. Die Orangcnpflanzer bcrichten allgemein von einer bevorstehenden guten Ernte, In einigen Gegenden hahen etwa 10—15 ״/» der Pflanzungen unter einer kürzlichen Hitzewelle gelitten. Mit der Mandelernte wird jetzt begonnen; der Ertrag wird auf 30—40#/« unter Durchschnitt geschätzt. Der Ernte von Früh trauben, die derzeit schon auf dem Markt sind, scheint auch etwas unter dem Durchschnitt zu bleiben. Früh fei gen und A cp fei sind auch bereits auf dem Markt erschienen mit weniger als Durclischnittscrfolg. Aus Jericho wird von einer guten Banane «ernte berichtet. Oliven gedeihen un ganzen Lande zufriedenstellend. Eine große Konservenfabrik in Palästina. Vertreter der österreichischen Konservenfabrik B. Wetzlar & &>. besuchten vor kurzem Palästina, um die Möglichkeiten für die Gründung einer grollen Konservenfabrik zu studieren. Auf der Rückreise von Palästina hielten sich die Vertreter der Firma in London auf, w0׳ sic sich über die Ergebnisse ihrer Untersuchung äußerst befriedigt äußerten. Palästina eigene sich sehr für die Gründung einer Gemüsekonscrvenfabrik, der wahrscheinlich später auch eine Obstkonservenfabrik folgen dürfte. Man hofft, daß mit dem Bau dieser gjoßangeiegten Fabrik bald begonnen Werder, wird. Wie verlautet, soll sich auch Baron Rothschild durch die Pica an dieser Gründung beteiligen, (,Diese Wctzlarsche Gründung steht in Verbindung mit den Plänen zur Realisierung des Soskinsehen Projektes in Palästina. — Ke Redaktion.) Starke Zunahme des Eierexports. In den letzten zwei Jahren hat der Eicrlundcl wesentlich an Umfang gewonnen. Im Jahre 1923/24 wurden nach Palästina 363 710 Eier eingeführt und 120 960 Eier ausgeführt. Im Verhältnis zu den früheren Jahren bedeutet dis eine Ausfuhrsteigerung ur.1 beinahe 40 #0׳. Diese Erscheinung ist der in letzter Zeit in vielen Kolonien sorgfäitigst betriebenen Geflügelzucht zuzusclireiben. Der Export erfolgt vorwiegend nach Aegypten, dessen Eicrcinfuhr sich in den letzten zwei Jahren bedeutend erhöht hat. Auch in der Milchwirtschaft ist eine Verringerung des Imports zugunsten des Export» zu verzeichnen. Steigerung des Weinexports. Die Lage des paf,ästinensisclien Weinexports hat sich, wie ״Conimerzial Bulletin“ berichtet, in der letzten Zeit stark gebessert. Aus der Tschechoslowakei, Polen, Deutschland und England laufen dauernd Bestellungen ein. Eine Gartenstadt der Bne-B• ith-Loge bei Jerusalem. Der palästinensische Distrikt des Ordens ״Bnc-Brith“ hat in der Nähe von Jerusalem 220 Dunam erstanden und beabsichtigt, darauf eine neue Gartenstadt anzulegcn. Die für die Erbauung erforderlichen Gelder stellt die Leitung des amerikanischen Distrikts der Bne-Brith zur Verfügung. Geringere Bautätigkeit in Haifa. Gegenüber dem Vor• fahr ist die Bautätigkeit in der Stadt Haifa im zweiten Viertel dieses Jahres als gering zu bezeichnen. Die Gemeinde erteilte 66 Lizenzen, davon 26 für cinzimmrige Häuser oder Anbauten, 11 für zweiziminrige, 7 für drei- und 22 für vier- und mehrzimtnrige Häuser. Liquidation der Carme! Cooperative Carpeniry in Haifa. Die Holz- und MöbUwerke Carmcl Cooperative Carpentry, die gegen fünf Jahre existierten und rund 80 Arbeiter beschäftigten, befinden sich in Liquidation. Wie bcriclitct wird, soll das Unternehmen unter Kontrolle des Solei B 0 n e 11 gestellt werden, Registrierung des Soskinsehen Unternehmens. Die Regierung bestätigte die von Dr. S. Soskin gegründete genossenschaftliche Gesellschaft, deren Aufgabe cs ist, den Versuch einer landwirtschaftlichen Kolonisation auf der Grund• läge Intensiver Wirtschafts m et 11 öden dtirchzu• führen. Dr, Soskin, der der Leiter der neuen Gesellschaft Et, wird in Kürze Europa besuchen, um die finanziellem Vorbereitungen seiner Gründung zu beenden. Eine neue Zigarettenfabrik soll demnächst in Tel-Awiiv isntcr dem Namen 1״ iermon“ eröffnet werden. Die nötigen Maschinen sind aus dem Ausland bereits emgetroffen, Gründer dieser Fabrik ist Herr Jakob Halpern, Ein Betrieb für Santenkultur. Vor kurzem ließ sich in Haifa Herr Herz aus Ascherslebcn nieder, der Fach• mann in der Saatcnkultur ist. Vor einem Jahre besuchte er Palästina als Tourist und faßte den Entschluß, sich anzusiedeln. Seine Geräte werden in Kürze cintrcffcri. Er wird zunächst Gemüse und Blumen züchten; nach Erwerbung des geeigneten Bodens will er auch Getreidebau treiben. Der Geschäftsführer der zum Sommerfeld-Konzern gehörenden Ofenbaugcscllschaft, Markus Kratnarski, ist soeben nach Palästina abgereist, um dort auf Grund einer Bestellung für das Biologische und Chemische Institut der Universität die Aufstellung der ersten Offen zu überwachen. Es bandelt sich um einen Auftrag von 25 Brabble• Oefen nach dem Patent des Berliner Professors Brabbdc, deren Alleinvertrieb die Ofcnbau-Gescllschaft hat.

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