Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 65 (15.8.1924)
- Date
- 1924-08-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2651273-2652595-2652656--15962-2675310- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Kr. 85 Seite 40? י*"". TO E DIS CH ER ÜNWCftXO־ Di* * ״Gesetz“ Von Abraliam Schlesinger, Budiau a. F. I. Unlcr dem ״Gesetz“ verstellt man gewöhnlich die Ciesamtlieit der das jüdische Leben äußerlich kennzeichnenden Vorschriften wie Beschneidung, Sabbat und Feste, Speisegcscl/c, Ehevorschriften, Trauerriten 11. dgl. Diese Gesamtheit historisch-jüdischen Bräuche, mit einer unglücklichen Be- Zeichnung Zcrcmonialgcsctz genannt1), beschäftigt neuerdings wieder lebhafter die Gemüter: in liberal-religiösen Kreisen wie im Lager der nationaljüdisclien Jugend begegnet die Frage des ״Gesetzes“ verstärktem Interesse. Zunächst zeigt das Gesetz religiösen Charakter. Auch außerhalb der Orthodoxie erkennen Einsichtige, daß es irgendwie notwendig zum jüdisch-religiösen Oesamtleben gehört und nicht ohne schweren Schaden für dieses aufgehoben werden kamt. Nun ist aber int Judentum von Anbeginn Religiöses und Allgemein-Nationales so innig verschmolzen, daß sieb eine Scheidung und Sonderung spezifisch religiöser und spezifisch arcli';iöser, d. 11. allgemein-nationaler Bestandsliicke, gar nicht vollziehen läßt. A.bs Geschichtlich-Jüdische ist religiös und national zugleich,-) Will man dem Tatbestand gerecht bleiben, so darf in.11 ו, wenn iibcrlniipt, eine Analyse nur in der Weise vornehmen, dal) man immei ein 11 n d cf c n s c I h e n G e g c 11 s t n n <1 unter v e 1 s c 11 i e denartigen Gesichtspunkten betrachtet. Hie iiehrü-!'sehe Sprache z. IJ. ist etwas Religiöses, insofern sie unter religiösem Gesichtspunkt, a's ״d e heilige Sprache“, betrachtet wird; sic ist aber etwas Ardigiöscs, Allgcnuin-N.Ui males, insofern sic unter allgemein-nationalem Gesichtspunkt, als die geschichtliche Sprache des jüdischen Volkes, gesehen wird. Die Bibel ist nach der religiösen Betrachtungsweise ,,die heilige Schrift“, unser höchstes religiöses Gut, nach der allgemein-nationalen das Haupt- und Grumlwcrk der jüdischen Nntionallitcratur, de klassische Schöpfung des jüdischen Geistes. Palästina erscheint je nachdem als ״das heilige Land“ oder als die geschichtliche Heimat des Jiulcnvolkcs. Die jüdische Geschichte kann als die Geschichte des Gottes- Volkes, als ״heilige Geschichte" gelten, oder als die jeder anderen Nationalgcschichfc vergleichbare Geschichte des Judenvolkes usw. Entsprechend legt auch die moderne jiidlsclic Nationalbcwegung mit Recht ihren Anhängern die all g c m c i ח n a t i o 11 n I c Pflicht auf, Hebräisch zu lernen, sieh mit der Bibel zu hesehäftigen, d';1 Pal.istinaaull1.111 zu fördern, sich mit der jüdischen Geschichte vertraut zu machen usw,, glcichgiltig oh und wie die einzelnen Individuen persönlich alle diese Dinge in religiöser Hinsicht werten. Es ist von vornherein nicht cin/iischc», weshalb für das Gesetz eine andere Regel gelten sollte. Gewöhnlich tut man aber in nationaljüdisclien Kreisen so, als ob gerade hier ein besonderer Ausnalimcfal! vorlicgc, als oh cs sich um eine Sache sui gcncris handle: Das Gesetz soll ganz, misse! lief! ich etwas Religiöses sein, da« schlechterdings nur linier dem religiösen Gesichtspunkt betrachtet werden könne nml dürfe, nicht zugleich noch, wie die übrige» hmn.ili'ii und inhaltlichen Bestandteile des Judentums, unter dem allgemein-nationalen! Ich halte eine solche Auffassung tlicoretisch für grundfalsch und praktisch für verhängnisvoll. Auch das Gesetz hat,, genau wie die hcbrä'srhc Sprache, die 'Bibel, das Land Palästina, die judisehcTier,drehte usv,». sowohl1 religiösen als ׳ allgemein-nationalen Charakter, vertragt und fordert daher ebenfalls methodologisch wie sachlich eine Betrachtung und Bewertung in dieser doppelten Hinsicht Nachdem das Thema zumeist nur vom religiösen Gesichtspurikt aus behandelt wird, möchte ich versuchen, einmal andererseits streng gesondert die allgemein -nationale Bedeutung des Gesetzes einer systematischen Erörterung zu unterziehen und zu zeigen, daß das Gesetz völlig unabhängig von seiner religiösen Beurteilung allgemein •nationale Anerkennung verlangt — nicht mehr und nicht weniger als die Forderung des Hebraisclilcrncns, der Bibclkcnntnis, des Palästinaaufbaus usw,-'t) II. Vier Hauptmomente sind cs meines Eraclitcns, die den allgemein-nationalen Charakter des Gesetzes oder, was dasselbe ist, dessen allgemein-nationale, also auch für den nicht■ und antireligiösen Nationaljudcn geltende, Vcrpdiclitungskraft begründen. 1. Grundlegend stellt an erster Stelle, wa» ich historisches Nationalgefühl nenne. Es handelt sich um die gcfiihlssfarkc Bejahung des geschichtlich gegebenen Judentums Überhaupt mitsamt seinen Formen und 11111:111 eit, seinem Aeußern und Innern. Was lieben wir eigentlich, wenn wir von unseitr Liebe zum Judentum, zum jüdischen Volk und seiner Kultur sprechen, von unserem Bekenntnis zur jüdischen Volksgemeinschaft, von unserem jüdischen ״Nationalgefühl“? Meinen wir die einzelnen jüdischen Individucn oder deren Gesamtheit? Ist cs die Thora, das messisnischc Ideal, die jüdische Ethik, die hebräische Literatur und Sprache, das Land Israels? Ist es das jüdische ״Blut“, der jüdische ״Geist“, die jüdische ״Mneme“? Gewiß kann man gerade nur das eine oder andere von alledem und von den sonst noch liinzufügharen Einzelheiten mit nationalem Gefühl erleben, etwa nur das historische Land und die historische Sprache oder nur die Thora usw., während man das Uebrige nicht so oder gar nicht erlebt. Aber mau wird /»»geben: das volle und umfassende, «las echte und eigentliche, ■ das totale jüdische Nnlioniilgetiihl hat einzig «ler, des-ieii I ii'hi- und Vi-M'liiiiMif dein gnn/t'ii jOdisehrii Volk und di-111!;•111/111 iii.Iim In n ViilliHlum glll, «11-, da» jtuI«1111 ui Mi m Iim! 1(1111/1*11 |M>‘!11111 I1III1 heu * leg« I11*nl1!׳ii liebt.') I In Wi׳mi׳ii llelieii, Ihm! hi hi lut ■■וווו!», ו! וויו, tu Mil < e.! In «1**1111*1 hü'üll'H 111*1*111, »«i neu koipei und seinen »ulst; honst 1:d es keim׳ t*1g.*11ll)1 In- Liebe. Ein solches Gefühl schließt keineswegs aus, daß manches Einzelne nn dem geliebten Wesen mißfällt, daß ') Zur Geschichte des Wortes vgl. Selig mann, Geschichte «ler jüdischen Rcformbcweguiig, S. 48 f. *) Vgl. dazu die ■Ausführungen in meinem Aufsatz ״Die Frage nach dem Sinn des Judentums“, Zeitschrift ״Der Jude“, 7. Jahrg., S. 279 f. *) Ich bemerke ausdrücklich, daß Gebet und Kultus genau genommen eine Sache für sich sind und daher nicht tum eigentlichen Gegenstand unserer Untersuchung gehören 4) Vgl. die grundlegenden Gedanken Ac 11 ad fiaamt tu dem Thema, die sich besonders in den Aufsätzen Thoralt Mizijon (AI Paraschath Derakhim IV) und Thcchyah Ubherijah (Al Par. Der, III) finden, m.mclics an ihm als besscrungs-, vcrschöncrungsbcdürltig, als .iiiih-ningsbediuftig empfunden wird. Im Gegenteil 1 Es ist die tiefere, stärkere Liebe, die ihren Gegenstand schlechthin vollkommen wissen, vollkommen machen will. So kann ich vielerlei am Judentum, am jüdischen Volk und seinen ge- -clüiTiiliclHii Kult Urformen und •inhallen ändcrimgshedürftig finden und es dennoch im ganzen lieben. Oder genauer: weil ich es im ganzen liebe, mit ihm einen Vollkommcnhcitsbegriff, ein Vollkommenheilsidenl verbinde, darum will ich vielerlei an ihm geändert haben. Jede andere Art von Naiionnigefiilil erscheint demgegenüber partiell und uneigentlich. Somit erstreckt sich das totale jüdische Nationalgelühl, unser ״!,; öim isches Natioitaigefülii“, 11 »twendig auch auf da» Gesetz. Schon im alten Israel halte «las Gesetz eine Rolle gespielt, seit dem Jahre (>.!t und voilendi seit dem baby- Ionischen Exil ist «las jüdische Volkstum ülxyhnupt nicht mehr ohne cs denkbar. Es bildete «lie ״Lebensform" «les jiidischeu Volkes und bildet sie heute noch für dessen Massen in und aus dem Osten. Alle rein ethischen, sozialen und sonstigen Vorschriften und Forderungen der Thora können wenigstens im Prinzip Gemeingut der Menschheit werden, das ״Zere1noni.dger.et/.“ hingegen ist spezifisch jüdisch, nur für das ji'ulisci:(״ Volk bestimmt: es ist «iic besondere nationale Alt mul 1*11111 seiner l.elx-inliihtiing, Kanu man aber sein Volk um! Volks'.um wahrhaft liehen unter Ausschluß der ganzen geschichtlichen Form dieses Volkstums, Volkslebens? Mau in,rg am Gesetze vielerlei «In iindcniiigsbedürftig cmpfüido:!, eine organische Entwicklung erstreben oder für Reformen cintrotcn, allein mau wird nicht aufhören können, es im ganzen zu liehen als integrierenden Bestandteil des geschichtlichen Judentums, des geschichtlichen jüdischen Volkstums. Selbstverständlich ist cs psychologisch möglich, daß jemand dem Judentum gegenüber überhaupt nicht geschichtiich und national empfindet. Bekennt man eich aber wahrhaft zum Natioiinljudcntum, zur geschichtlichen jüdischen Volksgemeinschaft, besitzt man das totale jüdische Nationalgcfiihl, dann gehört «Ins Gesetz wesentlich mit zu den Eiedienten, aus denen sich der einheitliche Ocsamtgcgeintaml dieser, ״Bekenntnisses“, dieses ״historischen Natlonalgefühls“ zusammciisclzt. Uebrigens hat das Gesetz für den Nationaljudcn noch aus einem speziellen Grund eine eigene Gcfühlubctoiiung: es ist geheiligt durch das Blut unzähliger Märtyrer. Scharen* weise gingen unsere Väter in Feuer und Wasser und lmmlcrt Tode — nicht immer nur um der abstrakten ethisch-religiösen Ulten des Judentums willen, sondern oft genug unmittelbar gerade um des Gesetzes willen. Haftet nicht aus solchen Gründen für jeden Juden, der eine Spur historischen Nationalgefiihls hat, ein besonderer Affektionswert am Gesetz? Schon der Talmud rührt an das hier gegebene sozialpsyehologische Moment: Alle Vorschriften, um dcrciiwitlcn die Israelitcn den Tod auf sich nahmen, sind bei ihnen stark geblieben.*'׳) (Fortsetzung folgt.) Professor Qultltlc über den Zionismus Im Warschauer ״Nnjen llnjnt“ Ist eine Unterredung mit dem bekannten Pazifisten Prof. Quidde veröffentlicht, dem wir nachstehende Acußciung über die zionistische Bewegmig entnehmen: . . . .,Wa; die zionistische Bewegung und die Bai' o.ir-Dc'da'alion anlangt, so will ich darauf hinwcisen, daß, reibst wenn die luden kein traditionelles und historisches Recht auf Palästina besäßen, wir Pazifisten als Kämpfer für die Menschern echte ihnen das Recht auf ein nationales Heim zusichen wü״dcn. Jedes Volk hat das elementare Recht auf ein Heim, ebensowie der einzelne. Wir Pazifisten liegen starke Sympathien für die Idee, auf normalen Grundlagen ein Heim für das jüdische Volk in Palästina zu schaffen, und begrüßen daher die Entstehung des j ii d i sc 11 c n N a t i י n a I heims auf der Grundlage der Balfour-Dcklaration, wobei wir selbstverständlich an dem Grundsätze fcsthaltcn, daß auch die Rechte der Palästina bewohnenden Araber garantiert und geschlitzt werden. Ich möchte noch betonen, daß auf Orund des internationalen Rechtes und der Begriffe von Volk lind Land für das jüdische Volk die beiden Begriffe des natioiialcn I ieims (besser gesagt des freien jüdischen Gemein- Wesens) und des nationalen Mindcrhcitsicchtcs In de,־ Diaspora eng verbunden sind. Wenn die Juden ihr nationalpollfischcs Zeulrum in Palästina besitzen werden, dann wird ihr nationales M i ndc rhci 18 rcch t in den anderen Ländern noch ganzanders rcspektlertund geschützt sei n." Auf die Frage, was die pazifistische Bewegung und Ihre verwaudlcn Organisationen 1111 Positivem für «len Aufbau Palästinns leisten wollen, antwortete Professor Quidde: ״Diese Frage wird jetzt gerade in der Kommission für aktuelle Probleme, die von der iitiern rtion den i rlcdcnsgesellschuft eingesetzt ist, behandelt. Diese Kommission bereitet e11l1|,׳re«l111i(!«׳ Resolutionen für «len iiiteriiationa en Pazifisten• kongreß vor, der anfangs Oktober In Berlin stattfinden wird. Dieser, Kongreß wird den Willen des Internationalen Verbandes der Friedensgescllschafmn bekunden, den Aufbau des jüdischen Heims in Palästina moralisch zu unterstützen." Präsiden! Calles von Mexiko iOr Jüdische Einwanderung In einem Interview mit d«:1n Leiter der j. T. A, ln N'cw York äußerte sich der gegenwärtig in den Vereinigten Staaten weilende neugewahllc Präsident der Republik ,Mexiko, Calles, zu der Frage einer Einwanderung jüdis c 11 c r Flüchtlinge nach Mexiko dahin! Mexikr würde eine starke jüdische Einwanderung mit Freuden begrüßen. Die mexikanische Regierung will die Einwanderung niiiit »llein von landwirtschaftlichen Arbeitern, soncl.-rn auch von lml1M1i<11,׳l)t'ile111׳ mul iiiiileren Jüdischen Schichten gestiilleu. l’MMdi-iil Oilli-s angle, er vei handle gegenwärtig hl Am, 111■ a 11111 »I'» 1' M* 11 II I | / 1* des *1 1111* 1 11 1־ o t 11 1 ״ | ü 11 ן u < 11 1' 11 Imiiiu 1' e k h e k , der I 11111(1* llli'll I lllf»jr1׳M׳l|• * HeiB ״tl i n **" mul «len jl| dl •»eiten A 1 11 e H e 1 »»11 ־! n 111 - » ,1 I 1 11 11 1: 11 m *Im 11*1)11■ 1|,1 I hiw.oi'l* llliiil di t 10 limiHoi't ü jüdischen I fndKlmgt: midi Mexiko, Das Augeho,' dr» l'iäsideuten Calles lautet: Das amerikanische Judentum garantiert die Summe von 2 Millionen 1)o11!11, »Ile für die A11 sie«!lung der jüdischen Flüchtlinge nötig sind. Die mexikanische Regierung will ihrerseits das notwendige L and für eine jüdische landwirtschaftliche Siedlung in großem Stil zur Verfügung stellen, ferner den neuen Siedlern die Bodens teuer vollkommen erlassen und die Fahrtspesen reduzieren, ferner den Kolonisten auch sonst helfend zur Seite stehen. *Die mexikanischen Konsulate in der ganzen Welt würden angewiesen werden, keinerlei Gebühren für Einreise- Visen von den jüdischen Emigranten cutgcgcnzunehmcn. Präsident Calles sagte, er hofie, die Juden werden die 6) Sabbath J3fla. Großindustrie Mexikos, insbesondere die Kleiderinduä stric, in einer Weise nufbaue 11, daß Mexiko keinen Import mehr benötigen wird. Wie erinnerlich, war schon voriges Jahr von einem Angebot betreffend eine jüdische Siedlung in Mexiko die Rede. Damals hieß es aber, die mexikanische Regierung wolle nur yorgchildete indische Landwirte ins Land kommen lassen. (Ls ist bereits dutzcndemal, darunter von der J. T. A. erst vor kurzem, mitgeteiit worden, daß Mexiko für eine Mnsscncinwandcrung von Juden nicht in Betracht kommt. Seither haben sich die sanitären, politisehen und anderen Zustände dort nicht gebessert. — Red.) « De Hian Eine neue Spur in der Untersuchung des Mordes? Wie Wiener Blätter aus Jerusalem melden, wurden in den Taschen des ermordeten de Haan Papiere gefunden, die ihn persönlich sehr kompromittierten und die Auffassung, daß es sich um ein politisches Attentat handelt, zu rücktreten lassen. Ge« 11 auc re Angaben werden von der Polizei ver* weigert, doch vermutet man nach den über den Inhalt der Papiere durchgcsickcrtcn Andeutungen einen privaten Racheakt, welcher mit einer abnormalen Veranlagung de Haans Zusammenhänge , « Die ״Jüdische Wochenschrift“ in Wien, da* Orgnii «ler Misrachisten in den!);maunml Bnlk;Inländern, schreibt in ihrer Nummer vom 8. August, daß sic unser« Haltung bezüglich Nichtvcröffcntlichuiig der von uns in Nr. öl der ״J. R." bezeichnten Gedichte de Haans nicht teile. ״Die Welt sollte doch wissen, wessen sich die Aguda als einzig scligmachcnde ,strcngrcligiösc‘ orthodoxe Partei als Führer und Intriganten bei allen Feinden des Judentum* bediente,“ Da auch von anderer Seite die Aufforderung an uns erging, den Abdruck vorzunchmcn, lassen wir die folgenden Proben aus dem Bande ״Kwatrynen“ (Amstcrdam, P. N. van Kämpen en Zoo187 ,1924 ,״ Seiten) folge*. (״Kwatrynen" heißt Vierzeiler.) Holllidticlui Original 1 WANHOÖP (Stil• 125} Waar 1* hfl lievt, waar 11 hat Hehlt, Dal noolt verdrlet en nooil verlast? Goadi wy gaan waar •an gebcd vir• richltn, Maar ik haat God mal een votkomtn hiaf. WÄrtllch ilailHha Vabififliiiii HOFFNUNGSLOS Wo iftl da! Liehe, wo lat da• Liebt•! Da* nie verdrießt und nie verlißl 7 Gut: wir gihcn v.teuer ein Gebet c« •agen, Aber Ich hast« Gott mit einem vollkommenen Haut, DE BAZUIN (Stil• U«) In *t tUkenhuii wordt da baiuln ja* dreven, 7,y, die •terven gatin hoortn tyn Galuid. Dit ia de rekerheid van tayn waok* lend leven 1 ״Dal God met veel beduidt". DIL POSAUNE Im Krankciiiaui wird die Pot au na tfe• bitten, Dia »!erben fichen. lif-nn leinen Klang. Die». i»t d!« CewiMtrit fntinci schwankenden Leben!: ״Daß üolt nicht viel bedtutet“. ALLES GODS SCHULD (Seit• 182) Wanneer de tonde wederom vtrvuld ii, Ende Afachuw liddtrt door hat mit*«• lyk Mnpd, Wett Ik. dal fiten ichuld builc Codi ichuid ia, En gern niituaad, di• God mlidoat, ALLES GOTTES SCHULD »Wenn die Sünde wieder betrieben wird Und der Abacheu zittert im mißlichen niul. Da wt 13 ich, dal c» keine Schuld gibt u 3e r Gotte• Schuld. Und keine Miaaetal, dtf Gott nicht n U r e I ut. WAANZIN (Stil« \M) Want dat ik, zat vaazinntn, zat van levtn, AHyd wtnr nituwa latbeld zock, Dat ik door lui^ an waaniin voori• gedroven. God te Jtiuialtm vtrvlcek. GOD (Seite 18«! Ik •mtek tot U ult myn dienite ellande, Scoon ik zaktr wett, dat jy niet beitait. Waarom komm ׳oy nacht en digtn Behenden, Da vceldrn van hat mccat geichuwda kv, a«d? WAHNSINN Denn daß ich, •mnamatt und Üben•' **11, Immer wieder neue Sattheit •׳!ehe. DaD ich von Luit und ג ahr.iltn ft* It'tbrn, Gott inJeruaalemvarMueh•« GOTT t leb fUhe dich an au« meinem tiaUtem Elend, Obwohl ich aiebar woiO. dt3 du nicht b c 11 « h 11. Warum kommen, mich Nacht und T«S« zu aebanden, Die Uenpifikeiten de* abichculicbi’e» Uebela? 6ns *lera«! J., Aas 4er indischen Welt Wie der Krakauer ״Nowv Dziennik“ erfährt, wird die feierliche Eröffung der Hebräischen Univerütät in Jerusalem im Seplcmlicr diirclt l.ord Bnlfour erfolgen, der die Absicht hat, längere Zeit in Palästina zu verbleiben, um den gegen«, wärtigen Stand der jüdischen Kolonisation kenucuzulerncit. Gleichzeitig mit Bnlfour wird sich Prof, Weizmann in Palästina aufhalten. Sir Ronald Storrs und seine Gattin, Lady Storrs, die die Ferien in England verbrachten, werden am Freitag, den 15. August, an Bord des Linienschiffes ״Maccdon'.a" die Rückreise nach Palästina arrlretcn. , I Die Polizei trat am II, August den Klub der extrem linken Partei ״l'rakiziali Hanoclim" in Jerusalem geschlossen. Vor kurzem wurde das Klublokal der Partei in Haifa durch die Polizei geschlossen, wobei sieben Mitglieder, die dem Befehl der Polizei, das Lokal zu verlassen, nicht nachkommen wollten, verhaftet und zur Landesverweisung ver« urteilt worden sind. . | Eine nach Nablus, der Hochburg der arabischen Natio* nallstcn, entsandte Untersuch 11 ngskomtnission hat große finanzielle Unregelmäßigkeiten beim Bürgermeistersamt von Nablus entdeckt. Die Bücher waren sehr unordentlich geführt. Alle Bücher, Quittungen usw. wurden von dem' Gouverneur beschlagnahmt. , ׳, Das Hauptbüro des J. N.-F. hat im Frühjahr d. J. eine« dritten Film, diesmal durch den bekannten Filmfachman« Sommervcld aus Kopenhagen hcrstcllcn lassen. Dieser Film, der in ])ackenucr Weise den Bildern altübcr* komtnonen Lebens solche der neuen Entwicklung gegen*,, ülimtotli, wird aller Voraussicht nach im 11 erbst heraus«,, klimmen. t »||1 l'iOntii den J N I־, H Hl* finden miHZiilÖMi'H, 11.11 111111*1 ilcil 1 111)11׳ A 1011״1 *«111111־ fniUi•11, I iü I Ihili 111,1,1)1 ilt 1 t 01111,1*1* tut* 11MM|< tai, wtird«• viitv V«‘1-*.m1111l1mg <11*1* licücnli׳mt»l1111 11׳'liiai.sclii'n* Schriftsteller Ercz-Israclls eiuberufen. Dort soll das Thema:; ״Wns können die Schriftsteller und Künstler des I. andc» für »len Keren Knjemeth tun?" zur Diskussion gestellt werden. Die Zusammenkunft wird wahr* schclnlicii in Chulcla stattfinden. Als Hauptredner ist Dr, J. Klausner ausersehen. Unter den ührigen Schriftstellern, deren Teilnahme fcststcht, befinden sich J. Ch. Rawnitzky, Dr. Schmarjaliu Lcwln, Mordechai Ben Hillel Hacohcn, Sch, Benzion, A. Drujanow, Raw Benjamin, Sch, Tschernowltz, J. Carni und Avigdor H a m c S r i. Der ״Near East“ schreibt über das Wachstum von Tcl-Awiw folgendermaßen: Vor vier Jahren machte Tel« Awiw keinen günstigen Eindruck. Es bestand aus rasch aut billigem Material aufgebauten Häusern und seine Einwohner setzten sich, vom wirtschaftlichen Standpunkt betrachtet, au« 1׳M< lllü IMtU I lllltlltll | »illilslilH* iliilllHHIriM I',11,1111*1׳!»« heil«; 111*11 I I und I'1, AI», den* IIM >11, | I* 11!י!!*** I» I Ul!» I 11־» V