Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 57 (18.7.1924)
- Date
- 1924-07-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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i Seite 410 IUED1SCHERUNDSCHAU Nr. 57 Inder am 6. Juli stattgefundenen Sitzung der Anglo-JewUh Association wurde im Bericht des Joint Foreign Commiin r; ,111׳t die Teiln.'ilinie de; Sekretärs des (Commitees, Herrn l.ueici» Wolfs, an der Tagung der Internationalen I:111i;:rati011J-»vo11fcreiu hingewiesen. Mutt hofft, daß eine Ucberciuslimiuung mit den brasilianischen und argentinischen Repräsentanten in be/ug auf die Erleichterung der jüdischen Einwanderung in de ■e Länder zustande kommen wird. in R 11 rn ä 11 i e n haben Herr Wolt mid die Regiert!»;׳ ein Ueberoinkommen getroifen, wo• nach die Aufenthaltsdauer der jüdiselicn Flüchtlinge in diesem Lande verlängert und ihnen während ihres vorläufigen Autcin« lialtes eine bessere IVhaiullung als bisher zuteil wird, Audi winden Maßnahmen Ihr die Repatriicrnii.׳ der I ׳liiclulinge midi Rußland vereinbart. ״Bei den Pogromen in Transsylvanien“ beißt cs im Ikricht, ״handelt cs sich tun Talen des Stra 11011• niobs, Ernstlicher Schaden an Personen und Besitztum ist nicht festgcstellt worden". Das neue Nation,1litatcm:csetz 111 Rumänien soll Verletzungen des Minoritäten• Vertrages enthalten. Auch die Mallung der rumänischen Regierung h 11sichtlich der allgcm׳ inen Bürgerrechte der Juden und der Behandlung der jüdi-clien Schulen, insbesondere in den ein• verleibten Provinzen, widerspricht den Bestimmungen des Vor* träges, Die g r i e c 11 i s 0 11 e R e gier 11 11 g bat das Vereinigte Auswärtige Komitee (Joint Foreign Committee) bciiadtriehtisd, dal! da» vorgesehenem■ Sonntagsruhe,׳esetz in Saloniki nicht zurückgezogen werden kann. Das Komitee teilte daraulhln dem griechischen Vertreter in London mit, daß cs angesichts der Bürgscliaiten, die von Herrn Vcnizelos im Jahre 1019 gegeben wurden, keine andere Alternative hat, als eien Fall vor den Völkerbund zu bringen, damit er während der Besprccliittig über die griechischen (iarnntien betreffend den Minorit.iteii-Vertra״ des Völkerbundes ebenfalls zur Erörterung gelangt. Die Angto-Jewish Association tiat vom verstorbenen Herrn Kndnorie aus Shanghai eine ansehnliche Stimme hekommen, die ungefähr 6.21VU Pfund Jahreszinsen bringen wird. Das Britische Museum bat eine größere Anzahl Kupferstiche des berühmten jüdischen Bildhauers Prof. Henry Oliccnstcin erworben, Glieenstcin hat sich neuerdings der Kupferstich-Arbeit gewidmet. Hitierili» n 15 t t » t < Mr. Louis Mars hall dementiert, wie ״Jewlsh Chroniclc“ meldet, die Nachricht, daß er es unter• nommen hätte, seihst für den Keren Ha• j c s s 0 d zu sammeln. Er schreibt: ״I c 11 bin mit de in Keren liajessod in keiner Weise verbunden, außer daß Ich einen Beitrag geleistet habe. Ich wünsche flieht, dal) es beiße, icit sei in irgendeiner Weise au der Sammlung für diesen Fonds beteiligt oder daß ich irgendwelche Kenntnis von Plänen habe, die sich auf ihn beziehen. Ich füge hinzu, daß ich schon wegen meiner zahlreichen anderen Verpflichtungen keine Verantwortlichkeit für die Sammlung des Fonds für den Aufbau Palästina!) übernehmen könnte.“ — Wir gehen wohl in der Annahme niefit feil* 1, daß diese Erklärung z.un Ausdruck bringen *oll, Marsluiii wünsche nicht, vor Regelung der Frage der Jcwisli Agency eine Verantwortung für den K. II. zu übernehmen. Nach einem New Yorker Kabel des ״Berl. Tage bl.“ ist Louis Brandeis, Richter am Obersten Ocrichtshof in Washington, als Kandidat der Pregressisten für die Vize־ Präsidentschaft liehen La Folotlc auserschcu. Der demokratische PriisidentschaLskaiuJidrtt Davis unter• hält freundschaftliche Beziehungen zu vielen Juden, so zu Samuci Untermyer, Dr. Stephen Wise und Joseph jiarondess. Als Syndikus der Morgnn-Bank ist er mit vielen jüdischen Finanziers befreundet, Er ist ein ausgesprochener Gegner der Ku-Klux-Kla11-Bcwcgung. Die Regierung der Vereinigten Sl.mtcn hat beschlossen, Professor Max Margolis .,׳ms Philadelphia nach Pa- Listiua zweck* ׳Anteilnahme, au den Arbeiten des » 1;1 c r i - k a n i s c h c 11 archäologischen Institutes zu entsenden. Die Zentralvcreinigung der amerikanischen Reform- Rabbiner hielt in Cedarpoitit (Ohio) soeben ihre 35. Tagütig ab. Prof. David N e 11111 a r k hielt aus Anlaß des Kant• Jubiläums eine Vorlesung über Kants Philosonhie. Ebenso Vorlesungen über die jüdischen Philosiphen Steinthal und Lazarus. Die Konferenz, erörterte dann die Frage der Gründüng einer I.andcsorgauisatioii, die 11. a, die Anstellung eines Rabbiners an jeder Universität zum Unterricht fürdic jii<Iis־chcn Studenten erstreben soll. Die Konferenz beschloß, diese Angelegenheit bis zum nächsten Januar zu verschieben, da die Union der Amerika!«• sehen Jüdischen Kongregationen diese Frage bei ihrer Zusaminciikunft in St. Louis behandeln will. Das Kollegium der Universität <iet Staates New York hat das Theologische Seminar beauftragt, dem Rabbiner Isaac Elch an an vom Thio'ogi-dien Emiinar die Gcnehinigütig zu erteilen, seinen Schülern den Doktorgrad für hebräische Wissenschaft und Literatur zu verleiben. Die in New York ,־!!'gehaltene Konferenz d־׳s Orden•: ״Bnei Zion" nahm eine Resolution an, in der die Eröffnung einer I׳' i 1 i a I c d c r j ü d i s c h c n Kolonial bank in Amerika verlangt wird. Fs wurde ferner beschlossen, (he Kampagne der jüdischen Arbeiter Palästinas zugunsten der Arbeit er bank zu unterstützen und in diesem Jahre 50000 Dollar, für den Natlonalfoiuls aufzubritigen. Fs wurde eine Reihe PGsonen dazu auserscheri, Ussisclikiu nach seiner Ankunft in Amerika in seiner Kampagne zugunsten de* Nationalfonds zur Seite zu sjehen. In Kanada werden Vorbereitungen gemacht, um 8000 jüdische Einwanderer aus 1<o n s t .1 n t i ti 0pc I, kiscüinew, Bukarest, Warschau und Riga zu empfangen. Die Regierung läßt diese Anzahl von Juden unter der l.eiamg von verantwortlichen jüdischen Organisationen zu. Ein jiidisrlier Delegierter Ist bereits nach Osteuropa abgcrei.it, um die notwendigen Anordnungen für den Transport von solchen Emigranten zu treffen, die gern nach Kanada nuswamlcru Auf der Insel Kuba befinden si׳׳h gegenwärtig 3SOO jiidi sehe Immigranten, die nach Kuba gekommen sind, in der Hoffnung, von dort leichter nach den Vereinigten Staaten oder Kanada gelangen zu können. Das ist ihnen nicht gelungen und sic befinden sieh in großer Not. Mehrere von ihnen haben In ihrer Verzweiflung Selbstmord begangen. Ein Teil ist bei Fisenhalmarbcitcn beschäftigt und erhält den unzulänglichen Lohn von l Dollar 20 Cent täglich. Wiener Brief (Vo n unsere in Korrespondenten.) Ussisciikins Aufenthalt iiatte den Erfolg, daß die Konfnenz beschloß, das Kontingent Oesterreichs auf 8000 Pfund zu erhöhen, welcher Betrag bis Rosc.l1 Hasch,mach aulgebracht sein soll, Diese Summe ermöglicht den Ankauf von I0D0 Dumm Boden. Uebordies spendete ein Misrachist ein Obid.t Im Sachwerte von zumindest 200 Millionen Kamen (etwa VtK) Pfund). — Der Lehrer für Zivilrecht, Prof. Dr. Hans Sperl, wurde -- n.üurlieh einstimmig — zum Rektor der Winter Universität für das Studienjahr 1921/25 gewählt. S|K־rI ist eine nicht allzu bedeutende Persönlichkeit; mir als Anti• s e m 11 hat er sich einen Namen gemacht. Mit großer Be• lUimmiheit kann mau schon heute sagten: das nächste Studienjalir wird wieder reich sein an Judcnkrawallen, Numerus• chiiisns-l ordcnmpcii mul an Prügeleien. . Die ruhigere Stimmung, die einer Hochschule würdige Leitung wußte der abtietemie Rektor Dr. Doller, ein Tlieoioge, während seiner Amtszeit zu ei hatten. Bekanntlich wurde die Numerus-clausus. Forderung von den verschiedensten Vereinen — von akndo mischen, sportlichen, fachlichen etc. — übernommen. Natürlich auch vom ״Deut sehen und österreichischen A lp 0 n v e r e i n“; die Gruppe ״Austria“ beschloß seinerzeit, auf Antrag von dem Sport völlig fernstehenden Antisemiten• iuiuerii, Juden und Judciistäitimlinge aiisztisclilielien I Da;; Geld war ihnen ja durch Jahrzehnte abgeknöpft worden, damit waren Hütten errichtet, Wege gebaut worden — jetzt brauchte man sie nicht mehr. Die Juden um! einige ver• iiim.’hg״ Auer gründeten daraufhin eine Sektion ״Donaulrmtl“. Dieser Tage erhielt min die Sektion von der Münchener il.niplieitmig des Verbandes einen faulen Komprnmißautrag übermittelt: wenn sie nicht wolle, dal) der Arierparagraph angeführt werde, solle sie aus dem Gesamiverbaiul — frei• willig — aiisscheiden; sonst ist nämlich sie, die ״jüdische“ Sektion, der Unruhestifter im Verband. Der llaiiptverbaml hatte bisher in der Arierparagrapiienfrage nicht Farbe bekannt. Aber der Beschluß der Sektion IVmanland, sein Ansinnen eindeutig-klar ab zu lehnen, wird ihn dar.« zwingen. Die Ende Juni in Wien stattgefundene Makkabi- Wcltvcrband-Ta g u n g beschloß die Verlegung ihrer Leitung n,r־h Wien (Vorsitzender Dr. Spicgler). — Die von der ״J. R,“ gebrachte Nachricht vom Selbstmord des Ch.'iiii/ B e r n z w e i g bewahrheitete sich, ebenso ist es richtig, «laß er im Absrhicdsbrief seine Tat damit motiviert, die Aufmerksamkeit der Ocifeiilliclikcit auf die in Wien befindliehen Chaltiz.im lenken zu wollen. Hierzu ist zu bemerken, «lall die Verhältnisse und «las Schicksal der in Wien nnge- Bammelten Chalnzim wirklich traurige sind. Das Chalnzbeim im K.ihlenbergcrdnrf — durch ein paar Wochen ״der Stolz, der Wiener Zionisten“, wie ein niehtzkmictisches Blatt Iffziliin bemerkte — soll verkauft werden; es ist seit langer Zeit schon geräumt. Die Subventionen, die den C'.i1nlu/im gewährt werden, sind natürlieh minimal. Fs dauert Wochen lind Monate, bis sie ihre Visa nach Palästina bekommen — und in dieser /.eit werden oft die Mittel aufgczclirt, die bei einer raschen Erteilung der Einreisebewilligung hinreichend wären für die Bezahlung der Fahrtspesen und für die Ermöglichung, durch einige Zeit in Palästina auch ohne Erwerb zu leben. Es soll hier nicht untersucht werden, w c r Schuld trägt an «fiesen mililiciien Verhältnissen (die englische Regierung oder die zionistische Organisation). Ecst stellt, «laß diese Zustände alsbald geändert werden müssen. Eben jetzt, wenige Tage nach dem oben angeführten tragischen Fall erhielten 60 Emigranten, die seit langem auf die Einreisebewilligung nach Palästina warten — gebührenfreie Einreisclxivvillignngen nach — Spanien! Man fürchtet allgemein, «laß diese Clialuzim in Marokko bei der Fremdenlegion landen. Alle Palästinawanderer sind zu warnen, nach Wien zu kommen, wenn sie hoffen, hier in Bälde die Visa zur Weiterreise zu erlangen. R. S. Aus der fEdiscUca Well Brtz •Israel Die Herren Sprlnzak, van Vriesland, Arioso•: roff und Twerski haben sich am 11. Juli nach London begeben, um an den Sitzungen des Finanz* und Wirtschaftsrates, sowie des A. C. teilzunehmen. Prof. Pick und D. Ben G u r i o n faiircn eine Woche später. Trotz, des hohen Preises für Boden in der Nachbar• Schaft von Tel Aviv hat hier der Keren Kajenictb weitere 50 Dun am gekauft, um damit die Bodenfläche der von der Zionistischen Exekutive erhaltenen Mädchenfarm im Borochow-Vic rtcl m vergrößern. Dieser Beschluß wurde in Würdigung der ganz besonderen Wichligkeif gefaßt, welcher dieser Farm für die A 11 s b i 1 d 1111 g der CI1 a 111/01 11 ziikonmit. Die Mädchen erhalten hiev praklische Ausbildung in allen, speziell für Frauen passenden ) arm,arbeiten. Die Farm kann so auf eigene Einnahmen In'nweisen, die dank dem Fortschritt im Gemüsebau, aus dem Verkauf der Produkte in Tel Aviv erzielt werden. 70 Prozent der Bücher in der Zc n t r aTbi b fi o t Ii e k 0 c r ״A1 i g e m e i 11 c n jüdischen Arbcitcrorganisa t io n Pal ii 8 t i n a s" sind, laut der soeben veröffentlich• teil Statistik, 11 e b r ii i r. c 11. Die Bibliothek zählt niimlieh linfer 31000 Bänden, 21000 11 e b r ä i s c 11 e. Von den Büchern in anderen Sprachen sind; deutsch 3916, russisch 2367, jiddiseii 2175, englisch 730, französisch 138, polnisch 121, italienisch 80. Die LehensversicherimgsgcscIIscliaft Phönix“ in Wien hat ihre Drucksachen auch in Hebräisch herausgegeben, darunter Polizen für den Abschluß von Lcbensvcrsichcrungsvcrtrügcn in Palast i 11 a wie mit ihren hebräisch sprechenden Klienten anderwärts. 1 Deutschland Der wegen antisemitischer Umtriebe von seinem Münchener Lehramt zurückgoiretene Professor Willst iittcr, läßt , erklären, dal) er keine der an ihn ergangenen B c rufuugen auf einen anderen Lehrstuhl annimmt, im übrigen ,aber bei seinem Rücktrittscntschluß bleibt. Seit kurzem erscheint in Danzig in jiddischer Sprache eine jüdische Wochenschrift unter dem Titel ״Dan ziger St im nie". Die Wochenschrift ist derzeit die einzige jüdisch« Zeitung in Danzig. Itumänien In Erwiderung auf eine Interpellation im rumänischen Parlament erklärte der Minister des Auswärtigen. Du ca, daß im Zusammenhang mit den von der rumänischen Regierung an Herrn Luden Wolf gemachten Konzessionen nunmehr Verhandlungen mit der So w j c t ־ R c g I e ru!1 g rcführt werden, die sieh auf die R e p a t r i i c r 1111 g d c r n oc h in Rumänien weilenden jüdischen Flüchtlinge beziehen. Aus Bukarest wird berichtet, daß innerhalb des Ver- Bandes der rumänischen Juden Fiiijtörmig darüber herrsche, daß Luden Wolf, der Sekret fi r der Artglo Jewlr.11 Associalion, eine Erklärung abgegeben habe, die Nachrichten über mitijiidische Exzesse in kumänlcn seien übertrieben. Man ist erstaunt, wie Luden Wolf eine derartige Behauptung «üKlrllett konnte, .angesichts der Tatsache, daß der rumänische Außenminister Duca selbst das Vorkommen ernster Ansschreitu׳ חa n zugegeben hat. Ferner ist mau erregt, daß Lucicii Wolf seine ׳Informationen nicht bei indischen Orgnnisatirmen, sonder« bei der rumänischen Regierung eilige• zog,eii bat. Die jüdischen Organisationen in (1er Bukowina Italien bcsrlilos'.eii, einen Selbstschutz zu organisieren, da wäll* rend der in der letzten Zeit vorgekomtnenen Ucberfälle auf Juden die Polizei immer ״za spät gekommen“ ißt. Das rumänische Parlament hat das Schulgesetz mit einer 7.U':id/!d.ut‘:el angenommen, wonach in Gebieten mit gemischt nationaler Bevölkerung der Staa! verpflichtet ist, Anhangsschulen zu gründen, in denen die Kinder in ihrer Mutterspräche tinlerriclilet werden. Auf eine Anfrage des jtidisehen Sozialisten Dr, Pistincr, ob sich diese Veroidnung auch auf die jüdische Bevölkerung beziehe, auf* wortele der Au!lc111niul';tcr Duca, daß in den jüdischen Schulen die Uiik-niclUsKprachc rumänisch bleibe. Der jüdische Abg. Dr. Straucher forderte für die Minder• lieiisschulcn die ihnen laut den intcroatiouatcn Verträgen zustellenden Rechle. Er forderte ferner, daß für die Heran- Bildung jüdischer Lehrer gesorgt werde, Aus Klauseiiburg wird gemeldet, daß die aiiliscinilisclien Lehrer des dortigen Gvm״asinms hei den diesjährigen Examen 8 ii m 111 c 11 c jüdischen Schüler 11 allen d 11 r e 11 f n 11 c 11 lassen. Der Chef der Geheimpolizei in Kotz man, der vor kurzem aus der dortigen Synagoge die Andächtigen austreiben ließ mul die Synagoge versiegelte, weil sie angeb• lieh keine Konzession für d i c A h 11 a 1111 n g von A 11 d a c 111 s ü b 1111 g e 11 (!) besaß, wurde seines Amtes e n t h o b e 11. Außerdem wurde gegen ihn die Anklage wegen Rcligionsstürung erhoben. polen Die Sejm-Abgcordnctcn Kl rsch braun und Lew in, die Vertreter der Agudas Jisroet in dem politischen K o m i t 0 e des Jüdiselicn P a r I a m c n t s k 1 11 ״ a , sind aus diesem Komitee ausgetreten. Der Grund liegt in Diileivii/eii mit dem Vorsitzenden tlcs politischen Komitees, Herrn G r im!1 a 11111 der es gegen den Willen der orthodoxen Deputierten dimiigeselzt hat. daß er im Nameig der jüdischen Deputierten während «Irr im Sejm statt,gefundenen Debatte über die M i 11 de r 11 c i t s ge s e t z c eine radikale Rede hallen durfte und der heim Verlassen des S aales vor Annahme der Gesetze die ״II a t i k w n!1“ angesliuimnit hat. Bis jclzt waren die Bemühungen, eine Spaltung des Klubs zu vermeiden, ohne Erfolg. Sie werden aber fortgesetzt. Wie bekannt, hat die polnische Regierung die Auflösung der jüdischen Gemeinde zu Rn witsch (Bezirk Posen) verfügt, mit der Begründung, daß alle Juden aus dieser G 0 in e i 11 d e f o r i g e z o g c!1 sind. 111 Verfolg dieser Liquidation hat die Stadtverwaltung das Gesamtvcrinögcn der jüdischen Gemeinde, wie z. B. Synagoge, Friedhof, Bad ttsw., konfisziert, ln Wirklichkeit wohnt «och eine An• zahl jüdischer F a m i 1 i e n i n R a w i t s c h. So oft diese ihre Andacht verrichten wollen, müssen sie vor dem Bürger״ meisier erscheinen, um ihn um den Schlüssel zur Synagoge zu bitten. Am Freitagabend folgt der Bürgermeister den Schlüssel gegen die Vcrnflielitiiug .׳um, daß man denselben schon am Sonnabend, gleich noch Beemiigiing des Gottesdiensles, ziirückslelit. (!) Wegen dieses Rauhes jüdischen öffentlichen Vermögens hat der jüdische Pariamt'iitskluh eine Interpellation im Sejm ciugobracht, In der Interpellation wird aiisgeführt, daß durch die Konfiskation gegen den § 09 der Verfassung, der Sicherheit des Eigentums garantiert, verstoßen worden ist. Die Interpellanten fragen, ob der Unterrichtsminister bereit sei, das konfiszierte Vermögen der Rawitsclier jüdischen Gemeinde zuriickzusteilen und ob der Innenminister den Bürgermeister von Rawitsch wege« des Raubes zur Verantwortung ziehen will. gufgarün Die bulgarischen Behörden haben eine Anzahl jener antisemitischen Erpresser verhaftet, die in den letzten Monaten die jüdische Bevölkerung in Bulgarien in Schrecken versetzt hatten. Sie forderten von zahlreichen bemiticlteu Jude« Geldsummen für das mazedonische revolutionäre Komitee und drohten mit dem Tod, wen« die Summen nicht hinterlegt werden sollten. Die Nachlorschungcn der Regierung haben ergehen, daß sich die Rotte aus Individuen zusammensetzt, die sieh um einen bulgarischen Schriftsteller, der kürzlich nur. Rußland ziirüekgckelirt ist, gesammelt halten. Neben ihrem tiruresserhandwerk verbreiteten Ri« zahlreiche mvtbc• mitische Ehigschiiften, Dr. Enrclil, der Präsident der jüdischen Gemeinschaft Bulgariens, hat die bulgarischen Kommunisten öffentlich beschuldigt, daß sic den Antisi mitismus unter den Bauern verbreitetet,!, um sic gegen die Regierung aiizustaciiebi, welche, wie sic sagen, unter jüdischer Herrschaft stände. Gnqtxnd Ranisay Macdonaid hat die Einladung, die Sole!- b o 11 e h - Ä b i c i I u 11 g im P a I ä s t i 11 a P a v i 11 o n zu Wembley zu besichtigen, angenommen. In der ״S u 11 d a y Ti!11 e s“ würdigt Lord Birkcnhcad (iie Persönlichkeit des Vizckönigs von Indien, Lord R e a «t i 11 g (Rufii"• isaacs). liirkenhead schreibt tt. a.t ״Fr (Reading) ist als Jude gehören, und hat immer den männlichen Mut bescsseti, die Nachteile, die die Zugehörigkeit zu diesem .׳dien und zähen Zweige der menschlichen Familie mit sich bringen, auf sich zu nehmen, ohne die Vorteile der Zugchürigkeit von sich zu weisen. Jedermann kennt die Vorteile, der den Zusammenhalt und da! Korpsgeist dieser homogenen Rasse untersucht hat. Die Nachteile können nicht so genau ahgcscli.ttz.t werden, nusgenommen von Juden selbst. Es wird allgemein gesagt, daß jedes Land die Juden hat, die cs verdient. England verdient gute Juden, und hat sic auch im allgemeinen. Ich bin oft von den! Unterschied zwischen der sozialen Stellung der Juden in En g7a 11 «J und der in den Vereinigten Staate n betroffen gewesen. In Amerika kann kein Jude einem vornehmen Klub augehören. Er mag ein guter Sporismann, ein I iiiemn.'uiii, ein Geiiilemaii oder ein Millionär sein — trotzdem bleihei! ihm die. Tore der exklusiven amerikanisehen Klubs unnachsichtHch verschlossen. Das schien mir immer ein unbarmherziger Beschluß, doch hat jedes F and hinsichtlich seiner sozialen Gesetze das ausschlicß• liehe Entscheidungsrecht.“ Ende 1020 starb Herr Joel Levy, cirt warmer Freund Palästinas, in Nottingham (England), Er!unterließ einen großen Teil seines in Hausbesitz bestellenden Vermögens dem Keien Kajemcll.. Nach vielen Schwierigkeiten kommt nunmehr der Nachlaß /׳״ Verteilung und dem Keren KajemeUt fallen daraus I.SÜO Jf -u. Ootcw Die zionistische Tätigkeit 111 Syrien war in letzter Zeit ins Stocken geraten, hauptsächlich aus dein Grunde, weil man bi*fürchtete, eine zionistische Bciätigung würde bei der französischen Behörde auf Gegnerschaft stoßen. In der Tat wurde von amtlicher französischer Seite die zionistisclic Tätigkeit mehrfach gehindert. Der politische Vertretcr der fialätlincnsisrh-zionistischcit Exekutive, Oberst Kisch hat vor einiger Zeit Syrien besticht. Der franzö• s U c 11 c O b c r k 0 in in i s s u r gab gegenüber Oberst Kisch die Erklärung ab, daß die französischen Behörden gegen eine Teil 11 alt me der syrischen Juden an der zio• 111 s t i * c h c 11 P;11 ä s 11 n « a r b c i t keine E In w e n d u n ge 11 erhebe. Der Gouverneur von Damaskus bewies dem zionistischen Vertreter großes Entgegenkommen. Kisch hatte auch eine Unterredung mit dem Präsidenten der arabisch-syrischen Konföderation,