Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 57 (18.7.1924)
- Date
- 1924-07-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 57 fUCDISCHP RUNDSCHAU Seite 40§ Die Rolle des Ansiedlers ln der Kolonisation Von Dr. Arthur R u p p I n. Für das Verb iltnis zwischen der Kolonisations,Gesellschaft, welche die Anskdlung finanziert, und den Ansiedlern gibt es folgende drei Möglichkeiten: 1. I>ic KoloniMtionsgesel!- schaft ist das Subjekt der Aiisicdlungstätigkcit, der Ansiedler ist das Objekt, 2, Koloiusalionsßesellsdiaft und Ansiedler sind lu ide gleichberechtigte Subjekte (Partner oder Sozia!) in der Ans’cdhingslätigkeit. 3. I>ie Ansiedler sind die Subjekte (Träger) der Kolonisation, und die Kolonisationsgcscllscliaft Ist Objekt. Die erste Möglichkeit wurde in Palästina verwirklicht in der Zeit der Administration des Barons Rothschild. Die Ansiedler hatten in dieser Zeit keime Stimme. Die Beamten des Barons bestimmten selbständig die Art, in welcher die Siedler sich einzuriehten halten. Der Siedler war Objekt der Tätigkeit der Administration. Die Mängel dieses Systems der Bevormundung, gegen welches Achad llaam vor 25 Jahren seine Kritik richtete, sind offenbar. Sie hrcchcn die Selb- Btiindifjkcit und den Schaffensdrang des Siedlers und entheben ilm der Verantwortlichkeit, da cs für ihn immer leicht ist, Mißerfolge in seiner Wirtschaft auf Fehler zurückzuführcii, die von der Administration bei Einrichtung der Wirtschaft begangen worden s:nd. Die Mängel dieses Systems der straffen Administration und Zentralisation sind mit dem Vorteil, daß man durch dieses System (auf dem Rapier) eine einheitliche Form und Kontrolle erzielen kann und auf verschiedcnaru'gc Wünsche und Eigenheiten des Siedlers keine Rücksicht zu nehmen braucht, zu teuer bezahlt. Die zweite Möglichkeit, bei weicher KolmiLsatiousgcscll- *cli.רft und Siedler gleichberechtigte Partner sind, ist das System, welches die Zionistische Organisation seit dem Beginn ihrer KnlonissFonstätigkcit verfolgt hat. Es ist begründet auf der Uehcrlcgimg, daß cs nicht materielle Beweggründe sind, welche unsere jungen Leute aus Osteuropa zur Land- Wirtschaft treiben. Die mcislen von denen, welche in Palästina als Landwirte arbeiten wollen, nehmen damit eine beträchtliche Verschlechterung ihres Standard of lifc auf siel). Ein landwirtschaftlicher Arbeiter, der in Palästina 20 Piaster (1 ■?) pro Tag verdient, kann bei durchschnittlicher Tüchtigkeit in Californien 5 $ pro Tag verdienen und davon nach Bcstreitung seines Lebensunterhaltes 4? ersparen, während er in Palästina keine irgendwie nennenswerten Ersparnisse machen kann. Was unsere jungen Leute zur Landwirtschaft in Palästina (reibt und bei der Landwirtschaft fcsthält, sind also ideale Beweggründe, nämlich eins Bewußtsein, daß die Landwirtschaft die unentbehrliche Grundlage für ein nationales jüdisches Heim in Palästina ist. Würde diese Ueberzeugung und die ideale Begeisterung bei ihnen wegfallen, so würden, sie ebenso das!.and verlassen und sich in andern Ländern lohnenderen Berufen zuwcndcii, wie es vor 20 Jahren die Jugend der alten Kolonien getan hat. Für den Enthusiasmus unserer jungen Leute, die in Osteuropa an demokratische Formen gewöhnt sind, würde aber nichts zerstörender sein, als das Administratie■nssystem, das sie einfach zu Objekten der Kokmisa'ion machen würde. Alle Besucher unserer neuen Kolonien ohne Ausnahme sind voll von Bewunderung für die Menschen, die dort arbeiten, für ihren Enthusiasmus und ihre Hingabe. Die Wenigsten stellen sich aber vor, daß dieser Enthusiasmus, den diese jungen Leute bei ihrer Ankunft nach Palästina mitbringen, in kürzester Zeit durch die Härle» und Schwierigkeiten des täglichen Lebens er-!('sehen würde, wenn er nicht fortgesetzt von neuem an ge facht würde durch das Bewußtsein eines jeden Ansiedlers, daß er als ein schaffender und als ein gleichberechtigter Faktor neben der Kolonisationsgcscllscliaft an der Ans'.cdhmg miiwirkt. Wer die Depression und Erbitteru'ig, welche unter dem AdmniLstrationssystcm in den alten Kolonien herrschten, mit dem enthusiastischen Geiste in dm neuen Siedlungen vergleicht, wird verstehen, welche gewaltige Bedeutung es hatte, daß die zionistische Organisation das Administra• tionssystem aufgab und in dem Siedler einen gleichberechtigten F a k t o r s a 11. Es ist nicht richtig zu glauben, daß die Menschen, die jetzt nach Palästina kommen, mehr Enthusiasmus haben, als die ersten Leute, die unter den Auspizien der Chowewe Zion nach Palästina kamen, Die ersten Ankömmlinge in Palästina hatten denselben Enthusiasmus wie die Chaluzim heute. Aber durch das Ad- 20. 10. 1740. — Bald erschienen wieder Sendboten ans dem heiligen Lande. Ein Erdbeben batte die Stadt Tiberins zerstört. Um den Aufbau zu ermöglichen, kamen Chajiin Winfur.1 und Jacob Jerucliam ins Abendland, ihre Glaubensbrüder zur Hilfe aufzufordern. Der Clinch,am Chajiin und der Gesandte des preußischen Königs bei der Hohen Pforte — Heinrich von Pücklcr — cmptalHen das Unterstützungswerk. Mit 200 Gulda! steuerte die jüdische Landeskasse der Not - 15. 1 2. 1743. Ans späteren Jahren werden 200 und 100 Gulden für ארץ ייבראל genannt. Die Rechnungen von 1756, 25. 8. und 1704, 15. 8., wiesen 558 Tlilr. 18 alb. 2 Heller und 133 Thlr. 10 alb, 8 Heller Jcrusalemsgeldcr auf. 1772, 23, 4. erlaubte die Regierung, dem Kollekteur Abraham Isaac aus Zefath, 100 Gulden aus Hessen mitzunclimcn. Nicht leicht wurde es den Laiidcsvorstchcrn, 1774, eine Summe für Palästina zu erwirken. Der Landgraf verweigerte die Auszahlung von 100 Thaieru an Jontof Alghavi und Jacob Lebetkhazan mit der Begründung, erst i/1 Cassel eine Synagoge zu bauen und dann erst Gelder außer Landes zu schicken. Die Vorsteher und Assistenten erwiderten: 1. Die Gelder sind nicht von uns allein, sondern von durchreisenden Juden geopfert worden. \Vir dürfen nach unseren Gesetzen die Gesetze nicht hrcchcn und das, was zu einer gottesdienstlichen Handlung gewidmet, zu keiner anderen verwenden. 2. Die Jcrusalemsgeldcr seien zu gering, als daß sic als Fonds zu einem Synagogenbau in Frage kämen.' 3. Die Pilger aus dem heiligen Lande werden von den Juden der ganzen Welt unterstützt und müssen cs dem Gesetze nach. Sic haben im Kriege zwischen Russen und Türken sehr gelitten. Diesen Oründen konnte der Landgraf nichts ent- Rennen und genehmigte 100 Thaler am 19. 4. 1774. Kleinere und größere Summen wurden 1778 lind 1780 gesandt. Die Irlzte im Jahre 1806 auf dem Landtag 7.11 Fritzlar betrug 300 Tlilr. — Seit dieser Zeit hörte der Staat auf, ,,Jerusalemsgfldcr“ zu bewilligen. Aber die Qcbcfrcudigkclt ließ nicht nach und wird niemals aufhören, denn: ״wenn ich dein vergesse, Jerusalem, versage meine Rechte.“ ministrationssystem wurden aus diesen Enthusiasten kraftlose und verärgerte Menschen. — Wir sollten deshalb den E11111 u s i a s um s unserer Siedler als das kostb a r s t e ö u t betrachten,das w1r i n d c n 15 Jahren der zionistischen Kolo n i s at io n 81 ä t ig k r. i t gesc 11.11 fen haben. Es ist eine vollständige Verkennung der Sachlage, wenn man in der landwirtschaftlichen Kolonisation das Prinzip au (stellen wollte, dal( die zionistische Olganisidion als GUdgebain den Siedlern Befehle erteilen und das Med■ Itmgr.wcTk nach ihrem eigenen CiuUliinkcn gestalten R: 1111. Das kan״ H einem Privatbetrieb geschehen, wenn der Arbeitgehe!■ in der Lage ist, die bei ihn! beschäftigten Arbeiter auf die Straße z,u setzen und der Arbeiter fürchten muß, anderweitig rächt gleich günstige Bedingungen .tu finden. Für die landwirtschaftliche Kolonisation trifft das, wie oben erwähnt, absolut nicht zu. Unsere junge» Leute können in den Stadien Palästinas und noch mehr außerhalb Palästinas bessere LcbcnsbciHiigungcii finden, als tu der Landwirtschaft, die gerade die härtesten Forderungen an den Matschen stellt. Es gibt nur eine richtige Ansicht, nämlich daß diejenigen Zionisten, die für Palästina Geld hergebe״, und diejenigen Zionisten, die nach Palästina gehen und in der Landwirtschaft ihre Gesundheit 1u1d alle Annehmlichkeiten eines leichten Lebens zum Opfer bringen, zur Erreichung des zionistischen Zieles gegenseitig aufeinander a 11 g c iv i c s c n sin d und deshalb als gleichbcrechFgte Parteien miteinander arbeiten müssen. Der Zionist, der durch Gcldopfcr Zion aufbauen will, braucht den Clinluz für diese Aufgabe, ebenso wie der Clialuz zur landwirtschaftlichen An- Siedlung das Geld des wohlhabenden Zionisten brauch!׳. Und es ist kaum eine Frage, daß der Chabtz, der nach Palästina kommt um! hier Leben und Gesundheit, sowie die Zukunft seiner Kinder cinsctzt, für das nationale jüdische Heini mehr tut, als der wohlhabende Zionist, der einige Prozente seines Einkommens dafür hergibt. — Aus all dem Gesagten ergibt sich eine Folgerung mit zwingender Notwendigkeit: daß wir F o r t s c 11 r i 11 c in der Landwirtschaft nicht gegen den Willen des Siedlers, sondern nur im Einverständnis mit dem Siedler erzielen können. Alle Befehle und Anordnungen seitens der Kolonisatiousinstnnz sind nutzlos, wenn die Siedler nicht vorher von der Richtigkeit dieser Anordnungen überzeugt sind. Mit anderer; Worten: die Kolonisationsgesellsciinft muß sich von dem Prinzip leiten lassen, nicht durch Befehle, sondern durch Be- 1 c h r u!1 g ihre Ziele zu erreichen. Sie kann und darf nicht gewalttätig den Willen des Siedlers brechen, sondern sie muß mit Geduld, mit Belehrung und durch praktische Demonstratioucn den Willen des Siedlers ln ihre Bahnen lenken. Es ist wahr, daß dieser Prozeß viel Geduld und Zeit erforderte. Aber es bleibt trotzdem der einzige mögliche Weg und er wird dadurch erleichtert, daß unsere Siedler, wenn ihnen auch an landwirtschaftlicher Erfahrung und an wirtschaftlichem Sinn noch vieles fehlt, doch von dem besten Willen und den reinsten Absichten beseelt sind. Solange diese Gesinnung anliält — und cs ist eine der Hauptaufgaben 11er Kolonisationsinstanz, zur Erhaltung dieser Gesinnung beiziitragcn — wird cs immer möglich sein, einzelne ungeeignete Elemente auszumerze». Wir müssen allerdings verstehen, daß der Uebergang städtischer Juden aus Osteuropa zur Landwirtschaft in Palästina ein zeitraubender Prozeß ist. Hundertprozentige Landwirte können wir erst in der zweiten Generation erwarten, von den Kindern, die von der Geburt an in Palästina in einem landwirtschaftlichen Milieu aufwachsen. So wie jemand, der eine Sprache von Kindesbeinen an als Muttersprache spricht, immer im Vorteil sein wird vor dem, der diese Sprache erst als Erwachsener lernt und an seinem fremden Akzent erkennbar bleibt, so läßt sieh nicht vermeiden, daß unsere Chaluzim, die mit 20 oder mehr Jahren aus Osteuropa in die palästinensische Land- Wirtschaft hinrinkommen, gewisse fremde Reste am der Galutlucit behalten. Es ist sehr leicht, hieran Kritik zu üben, cs ist sehr schwer oder unmöglich, cs zu ändern. Die dritte Möglichkeit, daß der Ansiedler selbst das Subjekt der Kolonisation und die Kolonisationsgcscllscliaft das Objekt der Kolonisation ist, ist bisher nicht erreicht worden. Sie sollte allerdings Ziel und Hoffnung unserer Tätigkeit sein. Dazu sind jedoch drei Voraussetzungen nötig: 1. daß die Landwirtschaft in Palästina allgemein bereits rentabel ist und dem Landwirt über seine nötigen Lebensbcdiirfnissc hinaus Uebcrscliüssc abwirit: 2. daß die Siedler landwirtschaftlich vorgcbildet sind und auf Grund ihrer Kenntnisse und Erfahrungen die Sicherheit für eine erfolgreiche Führung ihrer Wirtschaft bieten; 3. daß die Siedler ein gewisses Minimum an eigenem Kapital besitzen, das im Falle von besonderem Mißgeschick in erster Linie das Risiko der Wirtschaftsführung trägt. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, dann wird die Kolonisationsgcscllscliaft zur Rolle einer Agrarbank herabsinken. Der Siedler wird dann nicht mehr aut eine bestimmte Kolnuisntionsgcsclischaft angewiesen sein, sondern er wird als ein Gleichberechtigter neben den Kapitalisten auf dem Geldmärkte erscheinen und wird sein Gekihedürfnis, wenn nicht bei dieser Bank, so bei einer anderen Bank befriedigen. Die Diskussion zwischen dein Siedler und Geldgelier wird sich nicht mehr darum drehen, ob der Siedler ein Darlehen bekommt, sondern nur darum, zu welchem Zinssatz er das Darlehen bekommt. Aber diese Epoche ist in Palästina noch nicht erreicht, da von den oben erwähnten Voraussetzungen die erste und dritte so gut wie gar nicht und die zweite bisher auch nur teilweise erfüllt ist. Der Ban der licbräisclien Universität Die Gesamtkosten des Baues der chemischen und mikrobiologischen Laborntoric 11 am Berge Skopus werden vom Komitee auf 21.003 £ geschätzt. Das schließt schon die Kosten der Laboratoricncimichtung lind die Bcistclluiig von Werkstätten, Gas, Elektrizität und Wasser mit ein. Fast die Hälfte dieses Betrages wurde schon ausgclogt, während der Rest teils bar verfügbar ist, teils in den 1925 fälligen Zusagen des Barons Edmund R 0111 s c 11 i fd per 6.000 £ und Herrn N. R. Zemurray per 20.000 $ Deckung findet. Freunde der Universität in Kanada haben weitere 15.000 $ zugesagt. Das Komitee der jüdischen Aerzte mir. Amerika hat sich crbötlg gemacht, zum Budget dieser Laboratorien, das sich für 1924 auf 3,400 £ stellt, 2,000 £ beizui ragen. Außerdem 11 ה heil die amerikanischen Aerzte die vollständige Finanzierung des Mikrobio(ogi• sehen Laboratoriums auf sich genommen. Das Bo״ t.mische Departement derIicbrhischonUniversität, dan zeitweilig mit der landwirtschaftlichen Versuchsstation in Tel* Awiw unter Leitung: des Herrn Prof. Otto JXJtrburg ver• bundc.1 ist, steht vor dem Beginn der Arbeit. Die Erbnliung dieses Departements trägt der Keren Hajessod. Die Erriclu tung des Univers i t ii 18 i 11 s t i t u t s der jüdischen Wissenschaften ist Gegenstand der Beratung einer Konferenz, die für Juli nach London Unberufen wurde. Es soll eine lictriichtlichc Summe für dieses Institut, dessen Jahres• Jmdget mehr als 5,003 £ beträgt, schon verfügbar sein. Die 100Oft()!?, die bekanntlich Herr l elix Warhurg sogleich nach sefner Rückkehr aus Palästina nach New York gespendet hat, werden, nach Wunsch des Spenders, entweder so Verwendung finden, daß von den Zinsen der Spende die laufenden Auslagen der Spende gedeckt werden oder daß das Kapital seihst zur Finanzierung der Institution dient. Das Institut hat auch eine Jalircssubvcntion von 2.000 £ für fünf Jahre von Baron Edmund Rothschild;.»gesagt erhalten. Man trifft ferner Vorbercitimrcn, um dem hebräischen Dichter Ch. N. Bia lik, der' sich jn Palästina niedergelassen hat, einen Lehrstuhl in diesem Institut zu sichern, (Am 2. Juli wurde der Grundstein für Bialiks Haus in der nach ihm benannten Straße von Tel-Awiw gelegt.) Ein Teil der Einkünfte für d 1s Institut der Jüdischen Wissen• schäften wird aus den Zin en der dem Keren Kajemeth an• gegliederten G o t z. - Stiftung fließen. Laut Mitteilung des Keren Hajessod hat dieser kürzlich als neue Zuwendungen für den Universitätsfonds von den Herren M. Greenfield in Chicago und S. Berliner in New York je 5.000 $ erhalten. Sir Ronald Slorrs ״Meraat cl Slicrk“ schreibt; ״Es verlautet, daß Sir Ronald Storrs sein Amt als Gouverneur des Jerusalem- Jaffa-Distrikts nicht wieder aufnehmeu wird. Fr wird voraus* sichtlich nach dem Irak geben, wo er ein neues Amt bc* kleiden wird.“ (Wir wiederholen den bei dieser Nachricht schon üblichen Vorbehalt. — Red,) Belohnung liir Ergrcllimg der Mörder de Haans Die Jerusalemer Polizei setzte eine Belohnung von 200 Pfund für denjenigen aus, der eine zur Ergreifung der Mörder Dr. Jacob de Haans führende Mitteilung machen kann. Für Palästina ist die ausgesetzte Belohnung sehr hoch. Einbruch in den ״Maschbir“ In Tel-Awiw ist ein Einbriichsdicbstah! verübt worden, der ein trauriges Lieht auf den Zustand eines Teiles der dorti* gen Jugend wirft. Am Sabbath drang eine Anzahl von Kindern im Alter von lt bis 13 Jahren durch das Dach, nach Aiifsclinciden der Dachpappe, in das Amtslokal des ״M.iscii* bir“ ein, entwendete dort liegendes Notgeld des ״Mnschbir"' im Werte von mehr als 100 Pfund, stempelten das Geld mit dem dort vorfindlicbcn Stamnpe! ab und versuchten cs zu verbreiten. Da nicht der richtige Stempel verwendet worden war, gelang es, der Tat auf die Spur zu kommen und die Täter ausfindig zu machen. Es sind aschkcnasischc Kinder aus den armen Schichten. , . Ussischkln Ober Jewisli Agency und den SU* der Exekutive. Gegenüber einem Vertreter der J. T. A. äußerte sich Ussischkln über innerzionistische Fragen folgender*‘, maßen: j ״Drei Monate lang habe ich mich jeden Eingriffs in die; innerzionistischen Verhältnisse enthalten; ich habe miß selbst diese Einschränkung auferiegt, da ich mich völlig! der Arbeit für den Jüdischen Natlonalfonds widmen; wollte. Jetzt ist die erste Etappe dieser Tätigkeit zum Ab•‘ schiuß gekommen — wie ich glaube, nicht ohne Erfolg —I und heute kann ich — zum erstenmal seit längerer Zeit —J wieder frei zu den zionistischen Problemen Stellung nehmen.; Vor ailem erkläre ich, daß ich mich entschieden gegen den Vorschlag der Exekutive, noch in diesem! Winter den Kongreß nb/.ulialtcn, aussprechen werde. Ich werde' dafür cintrctcn, daß der Kongreß erst nach den Passah-i Tagen, also frühestens im April oder Mai 1925, stattfindcnj soll. Ein Winter-Kongreß würde angesichts des ihm voran*• geilenden Wahlkampfes und der ihm folgenden Berichterstatter- Arbeit der Delegierten die ganze Arbeit für den Nationatfonds' und den Keren Hajessod lahmlcgen. Es ist ja kein Geheimnis,״ daß sich die Hauptarbeit für diese ersten beiden Institutionen•* 1 2 3 in der Wintersaison nbwickclt. Hat man mit der Heran■* zieluing der Nichtzionisten so lange gewartet, so kann mag eben weitere drei bis vier Monate warten. Was meine prinzipiclle Stellung zu dem Problem der Heranziehung der außen* stehenden Kreise anhetrifft, so sind meine Ansiemen darübet‘ seit dem letzten Kongreß unverändert geblieben. Ich bin nach wie vorgcgcndicAusliefcrungderpolitischeit Rechte an die N I c 111 z, i o n i s t c n, ich bin aber für Koordinierung und gegenseitige Kontrolle der wirtschaftlichen Arbeit. Uebrigens ist das ganze Problem doch nur an. Schciiiprobiem: in der Wirklichkeit handelt cs sich um die Erhaltung oder Liquidierung der Zionisti*!eben Organisation. Dieser Kampf ist noch nicht be! endet. Was dagegen die Verlegung des Sitzes der. Exekutive nach Palästina anbetrifft, so trete ich entschieden für diesen Vorschlag ein. Erstens aus positiven Gründen, weil in Palästina die Hauptarbeit getan wird und infolgedessen dies auch von dort aus geleitet, w'erdcn muß; zweitens aus negativen Gründen, weil London sich für den Sitz der Exekutive vollständig unmöglich erwiesen hat. In der bevorstehenden A. C.-Tagung werde ich mit aller Offenheit diesen meinen Ansichten Ausdruck geben.“ ׳ Die *welle jüdische WdlhiHskonlcrcnz Die Tagesordnung der zweilen jüdischen Wclthilfskonfe• renz, die für den 21. bis 26. August nach Karlsbad einberufeit wurde und deren Hauptaufgaben die Schaffung eines Welf• verbandes für soziale Hilfe und eines jüdischen Rettungsfonds ist. umfaßt u. a.: Bericht über die Tätigkeit und die Finanz• gebarung des Exekuüvkomftecs; Kindcrhilfe, Organisation der sanitären Arbeit, Hilfe für die jüdischen Intellektuellen, Hilfe beim Wiederaufbau; die Krise der jüdischen Emigration und die Maßnahmen zu ihrer Bekämplnng; die jüdische Phil.n1• thropic in ihren Beziehungen zu den Internationalen Wold• tätigkeifsorganisationen; Vereinigte jüdische Volksbank; Schaffung eines jüdischen Rettungsfonds; Gründung eines jüdischen Weltvcrbandcs für soziale Hilfe, Eine ärztliche Expedilion nach Yemen Das jüdische Pasteur-Institut Jerusalem beabsichtigt, eine Aerzte-Expedition nach Yemen zur Bekämpfung der dort herr* sehenden Blättern-Epidemie zu entsenden. Die Z. V, f. D., an die sich das Institut gewandt hatte, hat bei dem Lloyd Triestino mit Unterstützung des Oberinspektors und Leiters des staatlichen Atiswaiideriingsdicustes erreicht, daß dem Pasteur-Institut für seine Expedition eine Freikarte Ißt den Chefarzt und drei weitere Karten zum hat• ben Preise zur Verfügung gestellt werden.