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Jüdische Rundschau · 1924-07-18 · Heft 57 (18.7.1924) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 57 (18.7.1924)
Date
1924-07-18
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seile 4m TUrpiSCHH RUNDSCHAU Nr 57 für das eia, was er für das Richtige erkannt halle. Tief durchdrungen von der Gerechtigkeit seiner Forderungen und der Nützlichkeit seiner Vorschläge, hinderte ilm ״das (iefuhl für persönliche Würde, das in ihm so stark ausgeprägt war wie vor ihm noch in keinem jüdischen Menschen“1״), die. Mächtigen der Halo um (iuade für sein Volk anzullchcit. So best,1ml die Politik ller/ls nicht in demütigen Bittgängen•, er nahm vielmehr die Tatsächlichkeit unverjährbarer Rechte für sich in Anspruch und stellte für die Unterstützung seiner Absichten .־ingeiiussene Putsch;uligimgeit in Aussicht. Indem er mit den bestehenden Mächte« von gleich 7.11 gleich vvrlimtilelle, hob er« das solange vernachlässigte Ansehen seines bisher ubeinll verachteten Volkes, Die von ihm um!’,■mm gewahrte Judeuelue führte itt die jüdische Außenpolitik einen bisher ungewohnten Ton ein. Das gewann ihm all die Männer, die bisher die quälende Last der ״geistigen Judennoi“ einpfiiulen nuilitcu. Die Iduge. Sclhstbeschränkung seiner I omnilierungen, seine Fähigkeit, von allen sekundären Postulatcn zu abstrahieren «nut somit möglichst geringe Angriffsflächen 71t bieten, gab ihm ferner die Möglichkeit, Leute verschie• tlenster Herkunft und Anschauungen zu einer einheitliehen Bewegung 7usummcnz;1fnsse1t und rlabei noch der Meinungsfreibeit des Eiu/ehieu weitesten Spielraum zu' gcwälrren. Hervorragend durch seine Fr folge als Schriftsteller und Redner, einzigartig in der cnvrgievoUen Stärke seines Willens lind der (iröfie seiner Leistungsfähigkeit, uneigennützig bis zur völligen Selbstaufopfening׳, war er das Idealbild eines Führers der jüdischen Uvnaissaneebewegnng, würdig für das beglückende Amt eines ״Dieners nur Licht“, So war cs ihm bcscliicdou, dem nie erloschenen Pal.istiuasvillen seines Stammes die würdige Ausdrueksfovm zu schaflcu. V. ״Srhöpfertnt ist nicht Ziel, ist nur Miilel“, sag! llelimith, ,,denn ich gelte nur, daiS andere 'veiler fort auf meinem Wege schreiten. Freude bedeutet mein Werk der Weit, doch;Hielt Stachel zugleich und Wegweiser'‘. Die Gründung der Zioiristischcn Organisation, an sich eine Großtal, bedeutete doch keinen Selbstzweck, war mir Auftakt, vielversprechender Anfang. Da Her/1 das Unliistorische, Episodenhafte iin Tun der ״praktischen“ Zionisten erkannte, konnte er auch seiner iiengeschaffenen Bewegung keinen absoluten Figenwcrt 711■ billigen, sah in ihr vielmehr nur ein Mittel, um der neuen Tonart, in der er die zionistischen Forderungen vortrug, den entsprechenden Nacht!ruck zu verleihen. Für die Chmvcwe-Zipii waren ihre Vereine schon Träger vertesehaffender Arbeit, wenn nur ihre Propaganda den Kreis der oft philanthropischen Geldgeber erweiterte und ׳ sic in Palästina vereinzelte Kolonien ntisiedcUcn oder die schon bestehenden pekuniär unterstützten. So wollten sie sich mich garnicht .an eine weitere Üeffentlichkcit wenden11) und suchten vor allein jede öffentliche Diskussion ״zionistischer Theorien und Zukunftsplänc“ zu verhindern, weil sic ״anstatt des erhofften Nutzens mir schweren Schaden zti zeitigen und nähcrliegemle, realisierbare 1.LStrebungen zu kompromittieren lind ernsthaft zu schädigen droht“'*). Herzl dagegen sah das Aussichtslose und Würdelose dieser ״Infiltration“, die, ein Spielzeug selbstzufriedener Volksbcglücker, nie zu einem großzügig ausgebauten Heilmittel der allwcltlichcn judennoi werden konnte, solange nicht alle interessierten Regierungen, vor allem natürlich die unmittelbar betroffene türkische, dem Gedanken des Aufbaus Palästinas als Ileimstiitie für das jüdische Volk?!!gestimmt hätten. Eine Aufhautätigkeit wollte er erst dann beginnen lassen, wenn nach Erlangung der benötigten Regierungserklärungen die gesamten finanziellen Hilfsmittel der Judeisheit dem Unter* nehmen zur Verfügung ständen11*). Diesen Absichten entsprechend gestaltete Herzl das Ak* itnnsprogrttmm drr Brnvegmig, Da er von Slnalsrcnlefiitigefi, die mir mit realen M.iciiifakloren rechnen, Z1t״e*l.!in1l11issc zu erlangen suchte, ohne dabei über irgendwelche positiven ננ) Adolf Böhm, ״Wandlungen im Zionismus" in ״Vom Judentum“, Leipzig 1913, S, Mb, ") Line rühmliche Ausnahme bildet die ״Ausstellung von Erzeugnissen jüdischer Dörfer in Palästina“ auf der Berliner Cicwerhesciiau von 1S95, weiche später nach Köln überführt wurde. M) Erklärung der. Dr. Hirsch Hildesheimer* Berlin vom 5. 5. 1SOV, zitiert nach Herzis Tagebüchern, Bd. I, S. 623. w) Siehe H c r z. I s Rede im Protokoll des 1. Zionislen* kongresses, 2. Aufl., Prag 1911, S. 18 und *Mathias A c h c r (Dr. Nathan Bimbam«) in ״Zirm“, jg. 3, S. 155 ff. Jerusalemsßdder Aus Kurhessens Vergangenheit Von L, 11 o r w i I z , Cassel*) ״Wuiidgesclilageii von des Römers Eiseiifmist, von Titus stolzem Sicgcrfiill zu Boden gestampft, entrechtet ganz aus Zions Mauern durch des Imperators Machtwort: ward der Jude Flüchtling aus dein Boden seiner Väter; ein rechtloser Wanderer zog er von den Gränern seiner Ahnen in die weite Welt, und tler Pfhig rill den Boden auf, wo einst des hohen Tempels Fundament gegründet. Aber die Grausam• Leit hat den Juden nicht getötet. Die Volksseele, die einen Simson, eine Debora, (■inen David, eine Judith und Esther erweckte, mullte wciterlebeii und zeugen und immer neue Lebenskraft sich nneignen. Immer wieder konnte er sicli entfalten, und in Wiisienghit mul Slcppenbraiid und in Stürmen aller Art, konnte der Jude und das Judentum der Diaspora wachsen.“ Mit diesen Worten leitet ein katholischer Arzt Dr. Weigl ans München' sein Buch ״Das Judentum“ ein und sie dürfen hier wiederholt werden, lieber zweitausend Jahre konnten «die Liehe .jum Lande unserer Väter nicht mislüschcii. Das tägliche Gebet, die Feste mit ihrem 7' r:rü, die Spenden am Purim und die Chnllobüclisen unserer Frauen hielten ja immer die Liebe wach, und die Worte der Propheten, dal! nach Zerstörung Aufbau erfolgen «m u f!, klangen immer wieder an ihr Ohr und ihr Gemüt. Wie iiiaiieher sehnte sich, im Laude der Väter seine letzte Ruhestätte zu finden in dem Gedanken, dort vor Verwesung geschützt zu sein, und wenn dies unmöglich war, ließ er sich ein Säckchen palästinensischer Erde, in den Sarg streuen. — Im Abendland war es stets bekannt, daß im Lande, wo einst Milch und Honig floß, bittere Not unter den wenigen Bewohnern herrschte und die תלמידי חכמים ihren Hunger nicht stillen konnten. Da tat man gern die Hand auf uiicl half oft und gern. Im ehemaligen Kurhessen — jetzt Bezirk Cassel und Marburg — waren aber jene Spenden ein gesetzlieber Zwang. Die eigenartige Gesetzgebung des 18. Jahrhundert« kontrollierte genau d1esc_ Summen, und es konnte keine Kapitalflucht stattfinden. Diese Anordnung muß man 1 •) Benutzt sind: Akten des Staatsarchivs Marburg. Cass. 1 Och. Rat 2838. Mitte! za! verfügen, und im Name« des jüdischen Volkes verhandelte, ohne durch ein formelles Mandat dazu legitimiert zu ׳.;ein, sv) bedurfte er als Rückhalt einer festgegliedcrten und;.troff zusammengelialteiien Weltorgaiii.-ation, welche die Macht tlcs jüdisch! n Volkes vei Körpern lind folglich von Rej'üenmg'on als!;li iehhereelitigler Verhandlungspartner um! nomineller Verlragskontrahent anerkannt werden konnte, und als fiktiven Auftrag ׳.n seinen diplonialisclien Aktionen bedurfte er des Volums eines Kongresses, der den Ausdruck des jüdischen Voll.sw illens bildet, Jegliche Tätigkeit der Organi* sation, die silier das Maß de* hierzu 1 '.!׳forderlichen hlmmsging, jede Arbeit ander Propaganda und Sehekclsimnnihmg, erschien ihm daher als eine IvraflczerspUtleniiig und unnötige ÜelnsUing der 01g.,1u:,,1tioiismascl1i11crie. ״In ein cm Worte ist unsere Tätigkeit und Ihr Fortgang zusammenznfas.'.eii“, sagte er 1900, ״wir organisieren die judeisheit für ihre kommemleu Geschicke"'1), hi der Weite seiner ״welthistorischen Auffassung“'‘'׳) duldete er neben dem nd1in11;;s!;ck־»den Ziele keinerlei anderen Ziele lind Zwecke. Die Beschältigimg mit den )•'ragen der ״Qcgcnwnrts• arheit“ konnte innerhalb der Bewegung erst Raum gcwinmn, als die Hoffnung auf baldige Erlangung eines Palii* stina-Chaitersi aiifgegeben war, und sich die Notwendigkeit ergab, den jugendlichen Kräften der Partei ein Tätigkeitsfeld zu eröffnen, auf dem sie ihren Tatendurst befriedigen konnten, ohne dabei der hohen Politik der Leitung hinderlich zu werden. Die Aufgabe der Organisation zeichnete IIer/1 mit jener grandiosen Eindeutigkeit, welche seiner ganzen Lösung der judciifrage ihren eigentümlichen Reiz verleiht, denn auch hierbei sah er nicht Probleme und Möglichkeiten, sondern nur ein Problem und eine einzig mögliche Lösung dazu. Diese seine ״I 'leiiientar-Akiivitiit“ (wie Bnbcr es nannte) entsprang einer Unkonipli/.k’itlicit der Betrachtungsweise, die in das Chaos der kompliziertesten Prohlcinkoinplcxc cingriff und ans ihnen einen unzweideutigen, klaren Tatbestand heraus* kristallisierte. Aus der Erkenntnis der Lösimgsmöglichkeit ergab sich aber für ihn alsbald die innere Notwendigkeit, unter Aufbietung seiner unermüdlichen Arbeitskraft und seiner überreichen Kumbinationsgabc diese seine Erkenntnis zu realisieren. ״Bei Dr. Herzl ist die Konzeption einer Idee schon die Ausführung״, erklärte Lord Rothschild,1״) und dnmit hat er das wesentlich Neue und von Orund aus Umstürzende formuliert, das durch Herzl in die jungjtidischc Bewegung ein ge führt wurde. Herzl hat die Probleme ihrer Vormacht* Stellung im /.ionismus beraubt, und ״cs gibt keine Befreiung des Judentums ohne Ucberwindung der Problematik, «leim die Problematik ist die Hemmung des Schöpferischen. Das, worauf es für uns heutige Juden vor allem ankommt, ist nicht «las denkende, sondern das handelnde Leben. Theodor Herzl ist ein Führer zum handelndem Leben.1״*) VI. Durch ihr.lawinenartiges Anwachsen wirkte die zionisti* sehe Bewegung als eine imponierende Demonstration, geeignet dem Außenstehenden Respekt nb/unöiigcn und die Zuversicht der Anhänger za! stärken; kraftvoll in ihrer klcclict! Stoßkraft, «loch durch den Mangel an realen Machtmitteln zur Taten* lonigkeit vmirbilt. Die Bewegung zu festigen, ihren Bestand zu;.Kiiem und ihr Aktionsfähigkeit zu verleihen, war das Ziel der Arbeit,, die Herzl in den sichen Jahren leistete, die ihm zu leben noch vergönnt waren. Seiner unermüdlichen Tätigkeit ist cs gelungen, in dieser kurzen Zeitspanne die nur durch seine persönlichen Fälligkeiten zusammengeführte Organisation so ansziihaiien, daß ihr Wcltcrhestclicn nicht mehr von der Existenz ihres Begründer« abhängig war, ״Wenn ich ein Verdien«! Imhe“, s.'igt« Herzl ein Jahr vor m'lnein Tode, ״ist es, alle« unpersönlich eingerichtet nt liabcit. Wenn ich heute sterbe, geht die Maschine glatt weiter."18) Die gesdudutichc Weiterentwicklung hnt ihm Recht gcgeben. ,Der liest ,ו ml seines Werkes beweist «aber auch zugleich die historische Notwendigkeit »eine» Auftreten*. Hermtsgcu) Th, Herzl, ״Zionistische Schriften", 2. Aufl., Berlin 1920 S 297 '•n Leo״'Kellner, ״Th. Herzis Lehrjahre“, Wien 1920, S. 116. 1r) Zit. von tsracl Zangwill in ״Ost und West“, Berlin 1901, S. 512. n) Martin Huber, a. a. O., S. 203. ’״) Ad. Friede in a n 11, ״Das Leben Th. Herzis", 2. Aufl., Berlin 1920, S. 75. aus ihrer Zeit verstehen und würdigen. — Wann die ״Jen!- salcmsgcldcr“ in Kurhessen als religiös staatliche An• ordimng eingrführt sind, läßt sich aus dem urkundlichen Matc1i.1l iiirltl genaii fcslstcllrii. In einem Protokoll vom ()klohcr 172'i wird Cossinann Emmerich in Cassel als Oherkoltekteiir genannt; ihm halfen die Uiitereiimelimer der einzelnen Klassen, ‘deren es sechs im Lande gab, und die Untereinnelum׳r der einzelnen Ortschaften. Zwischen פורים und “CS imilite jeder Jude, der 20 Jahre und darüber war, 2 alb. als מחצית!״״*קל zabien, und am Ostermarkt an Cossmanii Emmerich ablicfcrn. Im ״Conxtilutenbucli der sämtlichen hessischen Judenschaft״*) — das ספר התפנות oder פנקס של הקהל דטדינח ה ע סי! — ein Protokoll der sogenannten Judenlandtngc von 1690 bis 1738 wird im אייר תהצ״ח -■ Mai 1608 — bestimmt, daß gt Rh. Guldc'ii jeder zahlen mußte, wer 100 bis 500 Thlr. Vermögen besait, von 500 bis 1000 — V! Thlr., bis 2000 — l's Tlilr. und darüber je 1 Thlr. jährlich ari die Landcskassc zu entrichten hatte, — Als Gcldcrhober wird Simon Gold- Schmidt -- ein Vorfahre der von Ooldschmidt-Rotlisehild — genannt, und seine Instruktion im Konst.-Buch BL 78 u. f. fistgislellt: ״Der Jude Simon ist zum lcrusalemskollckteur im ganzen Land erwählt worden und soll keiner im ganzen Lande, er sei auch, wer er wolle, keinem keine Jerusalemsgeldcr liefern, sondern nur an gedachten Simon, wenn auch jemand ans der sämtlichen Judeuschaft solche Gelder nach Frankfurt liefern wollte, soll er nicht dazu ermächtigt sein, welcher mm dieses übertreten wird, der muß solche Gelder an gedachten Simon cxpropüus abermals bezahlen, überdies ist dem Simon die Macht gegeben, daß er alle, so in der Zahlung der lernsak'insgelder an ihn säumig oder an einen anderen Ort liefern, ohne Anfrage emes Vorstehers oder Landcsrabbiners durch alle Zwangsmittel, bis sic seinem Befehl nuchlebcn, auhaltcn und soll der Kollekteur Simons auf alle Kollektorcs in den Versammlungen und kleinen Orten ein achtsames Auge haben, daß in allen Orten die Jerusalemsgeldcr gc• geben werden und damit auf .Glauben und richtig beobachten. *) Siche: Munk. 1..: ״Die Konstituten der sämtlichen hessischen Jiulenschaft“ itft Festblich zum 70. Geburtstag Isr. HiUlchhcinicrs. hoben aus der cpisodcnluftcn Isoliertheit messianischer Be• wegungen, beginnt mit I lerz.l ein neues Kapitel der fast zwei Jahrtausende unterbrochenen jüdischen Slaatsgcscliichte. Hermann Meyer. El« Artikel der ״Contemporary Review“ Ober Herzl Dr. Sigmund M ü 11 z, Inrgj ihriger Mitarbeiter d.:r ״Neuen i Freien Presse“, veröffentlicht in der ״Contemporary Review“ über .,Theodor Herzl und seine Tagebücher“ einen Artikel, : Der Aufsatz teilt interessante Liii/c llicitcn uns dem Leben!; Dr, Herzis mit, Münz zieht einen Vergleich zwischen Herzl ׳ . und Disraeli, 1101 z 1 war nach seiner An ioht /!machst sehr ' ' wenig mit den!jagen des Judentums vertraut; er war ein ״Am haare/.“, Die Idee, seinem Volke zii dienen, kam ־; Ihm zuerst nach der Lektüre eines antisemitischen Werkes; des Prof. Dü 11 ring׳. Herzl hatte, berichtet Münz, eine aus- { gesprochene Aversion gegen jede Mildtätigkeit. Er dachte an ־ eine jüdische Natianalaiilcilic. liu/l erlebte namentlich bei ׳ den OrofSjudeii bittere Enttäuschungen und in einer Stimmung tiefster Depression schrieb er als sein eigenes Epithapli: ״Er hatte eine zu gute Meinung von den Juden". Die einzige - Ermutigung erhielt er von leimig Viktor Enianuc! III., , welcher ihm sagte: ״Ls ist nur eine Frage der Zeit, bis das!; Land Ihnen gehören wird. Wenn Sie nur eine halbe Million j ’ Juden haben, ist die Sache gemacht.“ Vieles, was Dr. Münz. י schreibt, ist nicht neu, cs mag aber als Beitrag anläßlich de׳ j » 20. ״Jahrzeit“ willkommen sein. j! < I I I < ( 1 I 4 I 5 t 1 I 1 Der Bericht der M.indaLskommlssion fi!;er Pallsiiu* f Genf. (J.T.A.) Die Mandatskommission de* Völkerbundes hat ihre jetzige Tagung beendet. Darüber wird mitgctcilt: Nachdem Herr Robert de Caix über die Verwaltung Syriens und des Libanon und Herr Ortnsby . Gore über die Verwaltung Palästinas Bericht er• j statteten, wurde «in Schluß der Sitzung eine Aufzeichnung { « der Berichte, der Materialien und Eindrücke vorgenommen. | ־ Dieser Gesamtbericht über die Verwaltung der Mandats• *; Territorien wurde dem Völkerbundsrat übertragen, j Die nächste Sitzung der Mandatskommission wird im Oktober ׳ stattfiuden. j; I Große Sleiflcrnng der Keren Ka|mcll> «Spcrden J Im Juni 1924 belief sich die an den Keren Kajcmeth; abgeführte Spendensumme auf £E 17.193. Von Ok• .!ober 1923 bis einschließlich Juni 1924 (% des laufenden Finanzjahres 56S1) beträgt die Spcndcnsumme 11E 107.781 gegen £E 72.353 in der entsprechenden Periode des Vorjahres. Nach Abzug der Beträge, die der Keren Hajessod auf seine alte Schuld an den Keren Kajcmeth bezahlt hat, stellt 1| sich die Spcndcnsununc für die ersten 9 Monate 5684 auf 1! XE 102.784 gegen XE 60.739 für die gleiche Periode des!.<! Vorjahres. IJ Die Slrelliflkellen unter den arabischen Parteien in Palästina Wie die Pal. Tcl.-Agcntur erfährt, haben Repräsentanten der arabischen Exekutive und der arabischen N a t i 0 n a I na r t ci eine Versammlung׳ abgchaltcn, um gc• wisse schwebende Angelegenheiten zu regeln. Die Rcpräsentauten der arabischen Nalionalpartci stellten gewisse Fordertingen, die nicht anerkannt wurden. Eine der• selben zielte darauf hin, daß Musa Kazim Pascha sein Amt in der arabischen Exekutive 111 e d c r le ge 11 und daß er den Kongreß nicht im Namen der Exekutive, sondern privatim in seinem Namen cinbcrufen solle. Das ArbtHerbelm von Ramalh Gatt Kürzlich wurde in dem nächst Td-Awiw gelegenen R a m a 111 O a n der Grundstein zu einem Arbeltcrhcim gelegt. Jeder Arbeiter trägt außer zwei Tagen Arbeit noch eine kleine Geldsumme bei, um den ״T e m p e I d c r A r b e i t“ mitschnffcn zu helfen. ״Alle Einwohner ohne eine einzige Ausnahme bringen," wie der 1״ lapoßl-Hazai'r“ berichtet, ״dem Üaukomitee ihr Seherflcin und bekunden so ihre freudige Zustimmung zu dem Unternehmen.“ Die moralische Be■ dcultmg dieses Baues wird dadurch nicht geschmälert, daß cs sicli um ein bescheidenes Haus im Ausmaß von 5*. 10 m handelt. Ramath G.m liegt, angrenzend an das bekanntlich auf Nationalfondsboden errichtete Borochow-Vlertel, an der Straße nach Pctach Tikwnh, Zur Entwick• hing dieses Vorortes hat der Keren Hnjcssod sein Teil beigetragen, da die palästinensische Exekutive für den Bau einer Straße von KamathGan nach dcrChaussce 1.500 XE äusgesetzt hat. Findet er aber, daß nicht aufrichtig־ und auf Glauben darin verfahren wird, so hat er die Macht, denselben abzusetzen und an dessen Stell(* einen Milderen zu nrt zeit, kt der Kollekteur ein Laiulesvorstelier, so hat er nicht allein die Macht, denselben abzusetzen, sondern mit Zuziehung einiger Laiulesvorstelier. Wenn einige Juden nicht bezahlen wollen, wie die Landcsstatutcn besagen, soll er sic mit Zwangsmitteln anbaltcn. bis jeder spricht: ״Ich will cs befolgen.“ Simon ist verpflichtet, jährlich alle cinkassiertcn Gelder in demselben Jahre gegen Quittung nach Frankfurt zu liefern.“ — Der Landesrabbiner als staatlich bestelltes Oberhaupt der hessisehen Judeuschaft iniißte in seinem Amtseid beschwören, ״daß solche (Jerusalemsgeldcr) getreulich berechnet, mit ihnen wohl eingegangen, nichts davon cntschlngcn oder zum anderen Gebrauche, als wozu sie gewidmet sind, ergriffen werde“. (Reg.-Vcrf. 2. 11. 1737.) Vorher - 29. 8. 1737 - wird noch bestimmt, ״die Rechnung wird aut dem judeuschaft• liehen Landtag untersucht und abgehört; die Summe soll auf sicheres Kapital angetan, und die davon faltenden Zinsen unter die Juden hiesiger Laude ausgeteiit werden, nicht an fremde, Hei doppelter Zahlung und anderer Strafe". — ln der Praxis fanden aber die Bestimmungen andere Auslegung. Anfangs 1710 kamen der Gesandte Pinkus Locbcl Wohl und Rabbi Petacbja aus Jerusalem, um Gelder zu holen. Der Minister Thalinann bittet daiicr den Landgrafen — 8. 2. 1740 — ״von dem bei Benedikt Simon Gohlsciimidt liegenden Summe von 250 Thlr. ihm 50 Thlr. oder 109 Gulden zu gehen. Es sei zu befürchten, daß bei Ablehnung der Bitte die Juden cs heimlich geben; ferner sei es eine religiöse Pflicht und der Kollekteur habe gute Zeugnisse über seine Ehrenhaftigkeit. Ausgestellt sind solche von Jacob Cohen, Rabbiner in Frankfurt a. M. und den Jcrusalemskollckteurcn: Herz Salomon Oppenheim, Itzig Moses Goldsclimidt und Süßkind Samuel Stern — 6. Eiuh 5493. Diesen schlosse״ sich an die in Metz versammelten Vorsteher — 14. Kisicw 5199 —: Rabbiner JaCob Josua, Feibes Jacob Emmerich, Isaac Cohen, Abraham Meyer, Leibes Abraham und Löb Wimpfen; ferner — 26. Kisicw 5500 — aus Hannover: Rabbiner Selig Kroh, Salomon Düsseldorf und Michel David. Der zuständige Landesrabbiner Veit Singer befürwortete das Gesuch unter ״Hiuzufügung eines Fundaments zu denen Jerusalcinsgcldeni". Der Antrag fand die Bestätigung des Landesherr» — י} I? t, ..ז I! ג׳« 1 \\

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