Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 55 (11.7.1924)
- Date
- 1924-07-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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LTui״;״.o4• 9 n '4•־nV> JiiIh 5 5 00 '•4 kJ 4־# J. '•'*tß 4b Ä'4. t lUf/ LS cc Berlin, 11•VII. 1924 H״» *m^v 1״}יךר Kk4kk-Aäh* '<1 &kx1 £ 1O׳ ,JUIUI Die «>,<y ff»fוד 1׳r*t £ D C.i4DJt(Gcäl!!•'!1 fehlende Einwanderung in der Gallith iu bezug auf die Lt׳e/-I1,rad dauernd ersichtlich Nochmals Die Uiiknniliiis, die Lage des ArhcifMiiaikte.' ist, 7. B. jetzt wieder ,ווו.; der Verwunderung der zionistischen Presse darüber, dal) doch in Jerusalem eine Dcmoii.slralioii unter Beteiligung von Arbeitslosen st;1i", finden konnte, obwohl keine Arinitslo.יi<>keit im Laude benscht und Alijah ge* fordert wird, machen cs erforderlich, eine dauernde In* forination über die Arheitsinge auch in der Gallith 711 verbreiten. Diesem Zweck gilt als erste die folgende Skizze filier die Fntwieklimg des Arbeitern,irkics während des Jahres 1021. Der Winter!923/1924 war eine Periode großer Arbeit*• losigkeit, besonders in Tcl-Awiw,;eher mich in Jeru salcm, Die Gründe dafür sind im wesentlichen in der Unterbrechung׳ der Bautätigkeit während der Regenzeit zu suchen, da die Hypothekenbanken ihre Arbeit nicht fortset/ten und neue Arbcitsinügiichkcitcn in der lieber• gangszeit nicht sofort zu erblicken waren. Die Zahl der Arbeitslosen betrug zeitweilig 1300, von denen 700 Arbeit«- o s e 1111111 e r s t ü t 71111 g bezogen. Don eisten Ausweg aus dieser Situation brachte die Organisierung einer größeren Grupjae (Maabar) von 200 Arbeitern, meist aus T e I ־ A w i w־, aus eigener Initiative der Arbeiterschaft, die in neuer Organisationsform (Uchcrnnhme größerer Arbeiten und ganzer Oraiigcngärlon in Akkord auf der Grundlage einer kleinen eigenen Wirtschaft, die die notwendigsten Bedürfnisse decken soll), iu den grollen Kolonien (Delach Tikwah) j'csteii Lull zu fassen suchte. Dieser Versuch, mch so vielen mißlungenen Anläufen, g e i a n g i 11 P e t a c h T i k \v a 11 dank der voraritwortmigsvollen Leitung der Gruppe; heute sind in P c t n c 11 Tikwah in D a 11 e r a r b e i t S00 jüdische Arbeiter beschäftigt. Gleichzeitig wurden laut Be- Schluß der dritten Moazah der Hisiadrut 130 weitere Arbeiter aus Tel-Awiw 711 verschiedenen landwirtschaftlichen Arbeiten iu andere Kolonien herangozogen. Bis Ende Januar waren die Arbcitsaussicliten für das Frühjahr und den Sommer ziemlich unklar, bis sich Anfang Februar neue große Arbeitsmöglichkeiten im Tabakbau ergaben, infolge der seitens der llitachdut haikarim Und der Histadrut linowdim mit einem Fabrikanten abgeschlossenen Verträge (gemeint ist der Liiblinei'-Absohhiß. D. Red,). Ls cröfincle sieh die Aussicht, 2-100 Leute -hierin imterzuhringen. Selbst wenn man 1000 Arbeiter aus den Städten herauszog‘, blieb noch Raum für eine größere Alijah, zmn erstenmal seit P3 Jahren. Voraussetzung fiir die Entscheidung der schwierigen!־'rage, inwieweit sich der Merk,1s liachaklai gegenüber den Hauern verpflichten, d. h. für die Gestellung wicvicIcrArbcitcrer die Garantie übernehmen solle, war das rechtzeitige Eintreffen der Alijah im Lande, spätestens aber Mitte April. Bereiis itn Laufe des Monats März stellte cs sich aber heraus, daß trotz, aller Aufforderungen und Aufrufe der Histadrut und trotz der Bemühung, die Zertifikate so sduieH wie möglich 711 schicken, die Alijah zumindest nicht zur rechten Zeit cintreffen würde. Denn in einem Augenblick läßt sich nicht eine Bewegung erneuern, die von seiten der Regierung künstlich e i 11 g c d ü m m t wurde; und ebensowenig ließen sich mit eincmmal die vielen technischen Hindernisse überwinden, die nach so langer Pause einer schnellen sofortigen Alijah im Wege standen. Trotzdem bcschloß, man, zunächst auf keinen Arbeitsplatz z u verzichten, aber sich noch nicht an allen Plätzen fest zu verpflichten. Während des Monats April wurden aus den Städten nur gegen 700 Arbeiter, darunter viele scfardische Ille mente, he raugezogen. Denn fast gleichzeitig mit Beginn der Tnbnkarhciicii begann in Tel-Awiw und Haifa die Bautätigkeit wieder aufzulcbcn und ein nicht geringer Teil der Gruppen in den Städten weigerte sicli mit Hinsicht auf die Arbcitsaussiditen, die sich im Sommer in den Städten boten, und den höheren Vordienst in der Bauarbeit. aber auch aus anderen Gründen (ein Teil der Gruppen steckte in Schulden infolge der Arbcitslosigkeit im Winter und konnte die Stadt nicht verlassen; andere, Facliai beiter, wollten auf jeden Lall in der Stadt verbleiben) zur Tahnkarbcit zu gehen. Uchrigcus stellte cs sich heraus, daß trotz, der schweren Bedingungen, unter denen die Verträge abgeschlossen werden mußten, verantworungs volle Arbeiter und gut organisierte Gruppen den festgesetzten, allerdings knappen Miiiimaivcrdienst auch wirklich erzielten und stellenweise über- c!1 r i 11 e n. Als sich dann im Verlauf des Monats April bcrnusstclltc, daß auf die Zertifikate hin in den ersten Monaten des Sommers nur wenige hundert Olim ins Land kommen würden, war .es klar, daß cs unmöglich sein würde, die nötige Anzahl jüdischer Tabakarbeiter zu steiie 11. Auf diese Weise gingen im Som m cr gegen 1000 Plätze für jüdische Arbeiter veroren, die bei rechtzeitigem Eintreffen der A1 ijaii hätten sofort in die Arbeit hincinkom• men könne 11. 11t den Städten blichen auch weiterhin gegen 4000 /\rbciter zurück, die von der Bauarbeit abhängen (darunter gegen 1000 Tischler, Schlosser und Arbeiter in Baumatcrialfabrikcn, 630 Maurer,. 120 Steinbrecher, 150 Steinmetzen, 400 Bautransportarbeitcr, der Rest ungelernte •und ChaussccävUciter). Natürlich sind in diesen Gewerben, wie es für die Bauarbeit n. alten Ländern typisch ist, zeitweilig Rückschläge zu verzeichnen, im allgemeinen läßt sich sagen, daß in Tcl-Awiw gegen 2000—25<K> Bauarbeiter in diesem Sommer durchgehend, wenn auch nicht .־die 6 Tage in der Woche, mit geringen Ausnahmen beschäftigt sind; gut ist die Lage in Liberias. In Haifa waren zeitweilige Rückschlüge, aber auch dort bestellen Ansichten auf eine große, länger;111 d a!1 e rd n e Baue poche, da sielt!rode Arbeiten in Vorbereitung befinden. Nur in Jerusalem, wo schon an und für sich eine große Anzahl ungelernter sefar(lischer Arbeitskräfte mit zahlreichen [׳,iinüicnangeliörigcn existiert, die nur zu ungclerntcr Arbeit und auch dort teilweise nur schwer geeignet sind,!;ist in diesem fahr trotz vieler Bemühungen, ausgenommen den Bau der Universität, keine nennenswerte Baut'äti.gkeit eingesetzt; und so befinden sich in Jerusalem Arbeitslose in gewisser Anzahl, die entweder zur Landarbeit nicht, geeignet sind oder aber als Fachgruppen oder aus »listigen Gründen die Stadt nicht verlassen wollen oder :önnen. So konnte der auf den ersten Blick merkwürdig erncftcincndc Zustand entstehen, daß, während alle Einwanderer-;iger leer sind und noch immer und gerade in diesem Augenblick von neuem Hunderte von Arbeitskräften gebraucht werden, die nicht im Lande vorhanden sind, in den Städten, teilweise zeitweilig, bi Jerusalem sogar in größerem Maße' eine gewisse Reserve von Arbeitslosen übrig bleibt, für die es andere Lösungen zu finden gilt. Ucbrigcns erscheint demsich an die Zustände in Deutschland und in den Städte« bestand, die heutige Situation gar nicht so sonderha r. Unterdessen .sind fiir die Tabakarbeit gerade fn den kommenden Monaten weitere hunderte Arbeitskräfte erfordern- Sieh, während auf Grund der 2-100 Zertifikate erst die Hälfte der 1 iuwamkm■ gekommen ist (heute, 3'/:1 Monate nach der Tab.ikniij.ih!), und von ihnen nur 430 für die Tabakarbeit in Befracht' Kommende. 1111 ganzen sind Im Tabakbau heute tälig: 12!»0 .-];)00 Arbeiter, In sonstigen Arbeiten in den Kolonien: 1200, zusammen: 2400, von ihnen «ileln tiOO in P c t a c 11 4' Ikwa 11, Diese ganze Entwicklung heißt cs zu begreifen; und die Cliahi/iin, die etwa iu zwei Monaten ins Land kommen werden, auf Grund von Zertifikaten, die vor mehr als drei Monaten für schleimige Alijah bestimmt waren, können möglidierweise in eine gewisse Arbeitspause hlneinkoninica, Demi iu den Tabakariiciten tritt vom August bis November eine Pause ein, während der neue Bcacliiifligungomögttchkcitcn gesucht werden münstm. Die Arbeit saussiclitrn für die kommende Zeit sind etwa folgendermaßen zu beurteilen: 111 der Bauarbeit ist auf der einen Seite eine gewisse Sättigung an neu ins Land kommenden Kräften eingetreten, während auf der anderen Seite zu erwatteu steht, daß für die 4(XX) Arbeiter, die heute schon in der B.uurheit beschäftigt sind, auch weiterhin, möglieh er weise d c n ganzen Winter hindurch, die günstige Marktlage in T e I• A w i w, Haifa und T1 b eri a8 anhalteu wird, wenn die verantwortlichen Stellen nötigenfall* ergänzende Schritte ergreifen werden. Der Angriffspunkt fiir Erweiterung der jüdischen Arbeit im I ande liegt heute, nach der Epoche der!< w i s C h i in und der der städtischen Baunrbclt, erneut In der Landwirtschaft und besonders in den jüdischen Kolonien. Nach dem Gdingen der Arbeit der ״Chawurat Maabar“ in Pc t ach Tikwah. bestellt heute d i e M ö g I i c h k e i t, in den übrigen Kolonien, a b c r a 11 c 11 a 1! anderen Stellen w i e A 11 i t, wo heute eine grolle Anzahl Arbeiter in Zusammenhang mit der Salzfnbrik und eine Flriclierfigrnppc arbeiten, Hunderte von Arbeitern bei g e c i g 11 c t e r O 1' g a 11 i 8 a t i o 11 unterzubringe״. Es hat sich erwiesen, daß das neue Prinzip der Ucbcrnahtnc von Arbeiten in Akkord geeignet ist, eine Grundlage für das Eindringen jüdischer Arbeit in die Kolonien zu bieten. Audi die Steilung der Bauern gegenüber der jüdischen Arhcilcrsclialt hat sich, wenigstens zeitweilig, Unter dem 1 imlruel; der verantwortlichen organisierten Arbeit der Gruppen, etwas gebessert, wenn es auch in dieser Hinsicht noch manclie Kämpfe zu bestellen gilt. Allerdings erfordert die Placierung neuer Gruppen in den Kolonien und die Vcrgrößcrimg der Gruppe Maabar auf 400 Arbeiter die Vorstreckung gewisser Gelder zum Zweck der Organisierung der Wirtschaft der Gruppen, jeden falls besteht kein Zweifel, daß im kommenden Jahre Platz für viele hun* dort neue Arbeiter sich in den Kolonien eröffnen wird. Wie die Aussichten des Tabakbaus sich gestalten werden, ist noch nicht sicher; fest steht, daß im Winter heim Tabakbau 50—60 «0 der heute besenäftigten Arbeiter arbeiten werden. Falls die Durchführung des Ruthcnberg• Projektes oder irgendeine andere Reservearbeit Anfang des winters unternommen wird, erscheint <3 sicher, daß zum erstenmal seit zwei Jahren in diesem Winter die Arbcitslosigkeit vorau'-sichtlich gering rein wird, falls kein unverhofftes Ereignis clntritt, (das auch nach der anderen Richtung der Entstehung neuer Arbeitsgelegenheit!! möglich ist), abgesehen natürlich von den kürzeren oder längeren Arbeitspausen, die aus allen möglichen Gründen unvermeidlich sind. Es läßt sich mit aller Bestimmtheit behaupten, »laß von der T a t k r a ft und der E11 e r g i c d e r 11 c 11 e 11 A Ii j a 11 seihst in vieler Beziehung die Gewinnung neuer Arbcitstn ö g | i c 11 k c i t e n in den Kolonien nbhüngt. Auf jeden Fall bietet sicli die Möglichkeit der Alijah auch 1111 Winter für Elemente, die mit dem Willen zur C11 a 111 z tu 111 Ins Land kommen; die Arbeil-.aiissichten in den Städten, auch dessen muß man sich bewußt sein, werden voraussichtlieh nicht groß sein. Aber eine einzige größere Arbeit kann die Aussichten beträchtlich vergrößern. Schließlich sei bemerkt, daß man Nachrichten über die Lage des A rb e i t s 111 n rk t cs im Lande, auch halb offizielle, nur mit aller Vorsicht sowohl nacli der einen wie nach der anderen Seite lesen darf. Ls gibt in Erez Israel keinen absolut objektiven Maßstab für die Größe der Arbeitsgelegenheiten, sondern cs ist klar, daß es heute Im Lande Arbcitsmögliehkcitcn für gewisse Kreise und Menschen dank ihrer eigenen Initiative gmt, die für andere nicht bc stehen. Es ist notwendig, insbesondere für den Chaluz, sich nfclit durch irgendwelche Nachrichten über A r bei 18los ig• k c i t beirren zu lassen, sondern die 'Dinge so zu erkennen, wie sie sind. Hcclinluz muß in jeder Stunde bereit stehen, geeignete Menschen zu schicken, die wissen, wie die Lage In Wirklichkeit ist, damit nicht einerseits die Situation von Anfang dieses Sommers wiederkchrt, nndererseit« aber auch nicht Menschen herkommen, die sich auf eine Arbeit in einer bestimmten Stadt oder in einem!)('stimmten Fach versteifen und behaupten (was öfters vorkommt), man habe sic betrogen. •eiligen, der anderen Ländern unnü bedeutende Regenfälle geschützt war. Abspiihuigen von großem Umfang kamen an verschiedenen Stellen vor, und trotz der gemeinschaftlichen Aiisbcsscrungsarbcitcu des ägyptischen Arbeiter- und MiiiUirkorps war eine Betriebsstörung von einer Dauer von 10 Tagen nicht zu vermeiden. Als die Militärverwaltung im Sommer 1020 durch die Zlvilrcgicriiug ersetzt worden war, wurde ein ausgedehnter Arbeitsplan zur Ausbesserung der Anlagen durch,geführt, mit dem Erfolg, daß Im Winter 1022/21 keine Abspülungcn mehr vorkamen. Während der letzten 2>/j Jahre wurden nicht nur die Militärbrücken verstärkt, sondern auch mehr als 20 neue Brücken von dauerhaftem Bau mit Spannweiten von 4 bis 40 in, größtenteils während des Betriebes hcrgcstdlt. Vom Sommer 1020 bis Februar 1022, als weitere dazu erforderliche Geldmittet fehlten, wurde eine I lauplbahnstiecke von 160 km mit Steinballnst versehen, der von einem Steinbrecher, welcher In der Nähe von T ulke re in eigens dazu errichtet war, liergcsfellt wurde, Neue Liseiibalingebäiiile kamen an Steile der zeitweiligen Schuppen. Die Baiiiiholsaniagcn in Lud, jetzt Lydda genannt, dem Hauptknotcnptinkt des ganzen Eisenbahnnetzes, Rind gänzlich umgebaut und europäischen Ansprüchen angepaßt worden, ausgcstaltct mit Gebäuden, Büfetts, gcpflastcrlcn Bahnsteigen und Tunnels. Die Wüstcnstrcckc der Sinai-Miiitiireiscnbahncn zwischen Kantara und Rafa. die 1017 vor dem Vormarsch nach Palüstlna verdoppelt winde, ist seitdem zu einer einspurigen Bahn zurückgcbracnt und in der Linienführung zur Erzielung größerer Geschwindigkeit an verschiedenen Stellen verlegt worden. Ein Teil der {«׳!gewordenen Schienen wurde zur Auslieferung der Linie Lud—Haifa Iwnutzt, Nacli dem Waffenstillstand wurde die Frage der vorläufigen Brücke (»her den Suc/kattal von Bedeutung, Auf Grund der Ansprüche der Suezkanal• Gesellschaft war cs notwendig, die Hnuptlinic der Sinai• Militiirdsenbahn bis zum Kanaiufcr auszuuchnen und einen neuen Personenbahnhof zu errichten, der dem ägyptischen Staatshahnhof Kantara unmittelbar gegenüber in״ *und mit ihm durch eine Pontonbrücke verbunden war. Dieser Balm• hof wurde am 1. Jnrmar 1921 eröffnet, und die nach Palästina Reisenden mußten von da an die Briiekc zu Fuß überschreiten, bis zum Sommer 1922, wo die Brücke durch eine Fährschifts• Verbindung ersetzt wurde. Die Eisenbahnen sind augenblicklich mit neuzeitlichen Loko• motiveil und Wagen ausgerüstet und können in dieser Hinsicht den Vergleich mit de 11 europäischen Eisen• bahnen völlig bestehen. Der Touristenverkehr setzte 1921/22 ein, und obgleich aut den Eisenbahnen Mange! an Wagen herrschte und diese von den ägyptischen Stantrciscnbalincn geliehen werden mußten, so wurde docli in diesem Zeitabschnitt ein großer Erfolg erreicht. Von Einfluß aui den Touristenverkehr war der Umstand, daß die internationale Schlaf wagcngcsclischa ft ihre Wagen in alten D-Zügen aut der Linie Kantara —Jer u 1 a 1 e m — Ha i f a laufen ließ. Der Erfolg des Jalucs ]922/23 war unter dem Einfluß der Verhältnisse im nahen Osten weniger groß. IX'r Personenverkehr hat zwar auf regel• mäßige Weise ziigcnomnieii; die Eisenbahnen werden aber ernstlich beeinträchtigt durch den Motorwagen. Der Motorwagcnindiistrie ist in dieser Hinsicht «ehr geholfcn durch die glänzenden Fahrstraßen, die von der Re• gieruug angelegt sind und unglücklicherweise mit der Eisenbahn parallel laufen, so daß sic, statt den Bahnen neuen Verkehr zuziifüliren, als Mitbewerber auftreten. Es muß jedoch vorausgesetzt werden, daß die herabgesetzten Fahr• preise, die vom ]. April 1923 ab in Kraft getre• ten sind, die Lage der Eisenbahnen wieder bessern, da• durch, daß sic ihnen den gebührenden Anteil am Verkehr sichern. I>r Güterverkehr war durch die allgemeine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage der Welt gänzlich zerstückelt. Die Gütertarife sind zur Unterstützung des Verkelirs erheblich vermindert worden. Itn allgemeinen sind alle Frachtzunahmen während der Kriegszcit, die von 50 bis 200 vH. über die Frachten der Vorkriegszeit gestiegen waren, einhcitiicli auf 50 vH. ziirilckgegangcii. Der Tarif für die Hefftrdemng von Apfelsinen, der Ilauptstapelwarc, ist in noch jrößerem Maße herabgesetzt worden. Die Geschwind! g- ( c i t und Pünktlichkeit der P e r s o 11 c 11 z ü g c wer• den gelobt und die Beamten zeigen ein großes Maß von Ver• antwartlichkciLgefübl und Höflichkeit den Fahrgästen gegenüber. Die Sicherheit der Reisenden wird durch neuzeitliche Einrichtungen und ihre sorgfältige Behandlung verbürgt. großer Mangel an Kräften ic'har nach dem Kriege erinnert, wo auf dem Lande bei Arbeitslosigkeit tlsciibalinlorlsclirllte In Palästina*) Von Obcr-Reg.-Rat F. W, Hering, Berlin. Die Entstellung der jetzigen Eisenbahnen in Palästina stammt vom Lriihjalir 1916, seit dem Vorriickcn der ägyptischen Feldzugstnippen. Aus der Chronik des ägyptischen Feldzuges von Oberstleutnant Gordon gebt hervor, welch eine große Rolle die Eisenbahnen bei der Eroberung von Palästina gespielt haben. Die darauf folgenden Fortschritte, die durch die _ allgemeine Verwaltung der Eisenbahnen in der Zivilregierung seit dem 1, Oktober 1920 erreicht wurden, Kind nicht weniger bemerkenswert.' Die nachfolgenden Mittcilungen vom Uebcrgniig dieser Eisenbahnen in die Zollverwaltung stammen von dem ilaiiptmann Ray der Militäräsciibalineii in Sinai. Gleichzeitig mit der Uchcrgahe der Pnliistina-Bahnen am 1. Oktober 1922 wurden der Zivilvcrwaltung die Betriebsrechte der ICnntar.vRnfa-Linic auf ägyptischem Gebiet übertragen.. Weil «c Eisenbahnen in erster Linie zu militärisehen Zwecken angelegt waren, war eine große Baugcscliwindigkeit notwendig. Diese wurde erreicht, doch gewissermaßen auf Kosten der Dauerhaftigkeit der Brücken und Pfeiler, die in behelfsmäßiger Art mit vielen hölzernen Gerüsten und Improvlsierten Brückenköpfen aus Hoizarbcit und Sandaücketi hergestellt waren. Sie!iahen in Beziehung auf die große Bau- Geschwindigkeit ihren Zweck ausgezeichnet erfüllt. Der größte Teil von ihnen Ist, allerdings durch Maurerarbeit sachgemäß ausgebessert, jetzt noch vorhanden. Durch die ungenügende Wasscrabfuhr und den Mangel an Ballast entstanden in den nassen Jahreszeiten große Schwierigkeiten, Im besonderen aber zeigte der außerordentlich wasserreiche Winter von 1919/20, wie ungenügend die Linie gegen *i Aua den ״Mitteilungen des Bundes der Asicnklmpfcr“. Das Budget von Tcl-Awiw. Wie 11ns aus Tcl-Awiw berichtet wird, hat der Gouverneur des Jaffa-Jerusalem Distrik- (es das Budget der Stadt Tcl-Awiw, über das wir in unserer Nummer vom 13. Juni berichteten, bestätigt. Es sind seit der ersten Lesung Acndcmngcn insofern vorgeiiomincn worden, als jetzt die Ein- 11ml Ausgaben zirka £41.000 betragen. Die Gesundhcitsstctier in Höhe von £ 1.700 ist aus dem Budget hcramgonontmcii worden, sic wird gemeinsam mit der religiösen Kcliilia cingcboben werden. Streik der AutomohlibcaUzcr und Chauffeure, in Pa- Lästina gibt es jetzt einen interessanten Streik der Automobilbesitzer und Chauffeure gegen die Regierung. Mangels einer Einkommensteuer muß nämlich die Regierung die Einnahmequellen, die sie hat, sehr Ausbeuten und die jährliche Lizenzgebühr wurde verdoppelt, so daß sic tatsächlich enorm ist; für eine Lorry ־/. B. CE 72, fiir ein Weines Automobil £E 24, für ein großes CE 36 jährlich. Allerdings sind das Automobile für öffentlichen Personenverkehr tisw., nicht Privat nu tos, Die Besitzer erklären nun, die Lizenz, die am 31. Juni «!)gelaufen ist, einfach nicht zu erneuern, zwischen Tel-Awiw und Jaffa verkehren keine Autos, was in der großen Hitze unaugcnclmi ist und vor allem die arabischen Droschkenkutschcr freut. Verwendung der Natfonnlfondsgeldcr In Palästina. Der Jüdische Nationalfonds hat seit Ucbcrsledlung sein c s Hauptbüros nach Jerusalem, d. i, vom 1. Okt. 1922 bis Ende des letzten Finanzhalbjahres, d. i. bis zum 31, März 1924, in Pa'äslina die S u m 111 c von £E 161.600 investiert. Diese Ausgaben wurden wie folgt verwendet: Kauf liindlidier Böden .. Kauf städtischer lRklcn. Amcllorationcn (Entsumpfung, Wasscrversor• sorgung, Straßenbau u. s. f.) . Baumpflanzung (Frucht- und Waldbäutnc) , , 1 lausbau .«*. •■**•••■••t Darlehen ... . . £E 84.538 26.382 ״ 37.760 ״ 9.624 ״ 2,113 ן! ו!••».•••• 4.177 ״ , . י. Tlshby In Italien. Herr Nah um Tishby, der Sekretär des Handels- und Industrie-Departements der zionistischen Exekutive in Palästina, hat soeben eine Reise nacli den verschiedenen Hauptstädten Italiens unternommen. Er hat die Absicht, einerseits die itaüciüsche Industrie und Landwirtschaft kennen zu lernen, um die Erfahrungen in Palästina zu verwerten, nndcrerscila die Juden Italiens für die wirtschaftlichen Möglidikeiten Palästinas zu interessieren.