Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 54 (8.7.1924)
- Date
- 1924-07-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 300 IUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 54 Wss bedeute! die Verlefiur.g der Exekutive uccii Erez-Israel? Von Julius Berger (Jerusalem). E9 sei erlaubt, daß zu der Frage, ob die Gcsamllcitung der Zionistischen Organisation nach Erez Israel verlegt werden soll, einmal unter praktischen Gesichtspunkten Stellung genommen wird. Dies scheint einem Befürworter der Verlegung um so notwendiger, als gerade die praktischen Momente in der bisherigen Diskussion zu kur?, kamen und falsch dar!gestellt wurden. Man hat sich dabei mit einigen Schlagwortcii he• gnügf, die, wie alle Selilagworte, leicht 711 widerlegen sind. Gerade wenn man aller die Veile;•1111׳״ unseres Zentrums mich Palästina will, muß man darauf bedacht sein, nur mit wirklich .stichhaltigen Gründen zu argumentieren. Wir haben der guten Gründe für die Verlegung so viele, daß es diesen Vorschlag schädigen heißt, wenn man ihn obcrfliicJdich und äußerlich vertritt. Das'ist z. B. geschehen, als man behauptete, die Linnahmen des K. K.L. hätten sich mit der Verlegung seines Hauptbüros sofort verdoppelt. Auch die einfachste Ucbcrlegung muß sagen, daß eine so wunderbare Eigcnselinft selbst Erez Israel nicht?»kommen kann. In der Tat beweisen die Ziffern, daß die Behauptung nicht richtig ist. Was sagen die Ziffern^1 Das Hauptbüro des K.K. L., das im Kriege von Köln nach dem Haag verlegt worden war, wurde im September 1022 nach Jerusalem überführt. Damals wiesen die Ein• nahmen des K. K. L. folgende Entwicklung auf 1 Vor der U c b c r f ü 1 ä ru ng: 1018 . . .£E 8:1.300 1010 . . » » 130.700 1020 . . 161.360 £E 2000 Beitrag d, KH. 1021 . . יי ■ 120.000 und 1022 . . .. ״ 71.600 ״ ״ ״ 1000 ״ N a c 11 der U c b e r f ü h ru n g: 1923 . . .£E ״ 110,300 ״ ״ ,, 16.300 ״ London oder Berlin, und daliei sind wir uim Ja bewußt, daß unser Apparat nicht einmal den Anforderungen gewachsen ist, die auch nur London, oder New York, oder Berlin von ihm verlangen. Das heißt, die Verlegung der Exekutive oder auch nur des K. II. nach Palästina ist viel mehr als eine rein technische Frage. Die, außerordentlichen Schwierig• keifen, die Palästina heute noch der Artwit unserer zentralen institutionell bietet, kümien nur überwunden werden, wenn mit der Vcrhvnng Hand in Hand eine wesentliche VcrI1c.se• nmg unseres Apparates vor sich geht, wenn er nicht einfach in der bisherigen Weise übertragen, sondern vorher von Oruml aus reformiert und neu gestaltet wird. Wenn ferner dafür Sorge getragen wird, daß die Exekutive in Palästina ihrer ganzen Zusammensetzung nach das ist, was sie bisher nicht war: eine arbeitsfähige, zur gemeinsamen Handlung cut• Kcldossene und geeinte Leitung, Daraus ergibt sich klar, daß das erste Jahr nach der Uebersiediung des K. K. L. zwar eine Erholung der E i n n a 11111 c!1 gezeigt hat, aller 1 c d i g 1 i c h i m Verhalt- 11 i s zum Vorjahre, das einen geradezu katastrophalen Tiefstand der Eingänge aufwies. Dagegen erreicht das Jahr , 1923 nicht einmal die Eingänge des Jahres 1021 im Haag, auch nicht die des Jahres 1919 und ganz gewiß nicht die des Jahres 1020 mit seinem I löclistrekord von 161000 £. Der Trugschluß angeblicher Verdoppelung der K. K. L.- Eingänge im ersten Jahre nach der Uclwrsledhmg konnte überhaut nur entstehen, weil inan dabei die Ueborweisungeu des K. 11. (aus seiner Verdichtung, 20 ״/u au den K. K. L abzuführen) mitgcredinet iiat. Nur stellen aber■ die 16300.0, die im Jahre 1023 an den K. K. L. abgeführt wurden, nur die nicht einmal vollständige Deckung des Anspruchs des K. K. L. aus den beiden Vorjahren dar, dürfen also gewiß nicht zur Höherbewertung der Eingänge im Jahre 1023 herangezogen werden, sondern, wenn überhaupt, mir für die aus 1921 und 1922, verschlechtem also eher noch das Verhältnis zu tiiigunstcn Jerusalems. Wenn wir uns dabei die gleichzeitige, dauernde Vornichrung der Eingänge des K. H. vor Augen halten, so ergibt sieh, daß die Erhöhungen der Einnahmen des K. K. L., ganz unabhängig von der Verlegung nach Erez Isracl, Hand in Hand ging mit der allgemeinen Erhöhung der Einnahmen der Zionistischen Organisation, die dank der wachsenden Stimmung tmd des fortdauernden Ausbaues des Apparates zu verzeichnen war. Es heißt überhaupt, dem Gedanken der Verlegung der zionistischcu Zentralstellen nach Erez Israel Unrecht tun, wenn man ihn so .äußerlich an faßt, wie es in dan hier behandelten Falle geschehen ist. Wer etwas vertraut mit der Mentalitat der Juden ist, der kann nicht glauinm, daß sic sich von einem Poststempel beeinflussen lassen. Mari muß im Gegen■ teil sagen, dali ein schlechter Aufruf aus Jerusalem noch schlechter wirkt, als ein solcher aus dem Haag oder aus London, und Dummheiten, die in Palästina gemacht werden, werden von der Judeuheit oder gar von den Zionisten viel peinlicher empfunden als Fehler in London. Gerade weil die jüdische Entwicklung Palästinas im Scheinwerfer der öffent■ liehen Betrachtung stell(, gerade weil, was dort vorgeht, ein so wichtiger Bestandteil jeder Propaganda ist, gerade dämm wird die Handhabung aller Geschäfte in Palästina besonders kritisch verfolgt, oder mit anderen Worten: Eine zionistische Instttu■ tion, oder gar die Zionistische Organisation selbst kann eine schlechte Leitung in London vielleicht vertragen, in Jeru Salem nimmermehr. Darum muß fcstgcstellt werden: Die Verlegung 1msca־r leitenden Instanzen nach Palästina, so erwünscht sie ist, wird das Gegenteil eines Erfolges sein, wird die Zionistische Organisation auf das Schwerste schädigen, wenn man sich mit der ycin äußerlichen Tatsache des Umzuges begnügen wird. Spricht mau von der Verlegung der Exekutive nach Palästina, so muß man sich bewußt sein, daß das Schwergewicht auf dem Wort ״Exekutive“ beruhen muß, Wenn man das Versagen mancher Einrichtung der Zio■ nistischcu Organisation in London kritisiert hat, so hat man gern die besonderen Schwierigkeiten des Ortes herangezogen. Man soll wissen, daß «lic Schwierigkeiten in Pa lüstlria keineswegs ge ringer, sind. Der Außen stehende macht sich nur schwer einen Begriff von den rein objektiven Widrigkeiten, denen die Arbeit eines iiitcrterrito• rlnlcn Büros in Palästina an.;•• .ci/t ist. Alle, auch die klein• steil technischen und mechanischen Hilfsmittel fehlen, oder, wenn sie vorhanden sind, sind sie cs in beschranktem Maße und funktionieren nur zeitweise. Man darf diese Schwierig• keilen nicht unterschätzen in einem Lande, in dem cs noch keine P,cixpiclc, keine Anlehnung gibt, und wo sich alle Arbeit in einer politischen und sozialen Atmosphäre liöchst wider■ sprvchsvollcr und ungeklärter Art vollzieht, die dauernd zur Stellungnahme nötigt unter Gcgcnutnsiiüuicii, die einen ungeheuer starken Teil jeder physischen und psychischen Kraft zwingen, sich mit Dingen zu beschäftigen tmd sich an ihnen zu zerreiben, die mit der eigentlichen Arbeit wenig oder nichts zu tun haben. Das ist nun einmal so in Erez. Israel und wird noch geraume Weile so bleiben. Und wenn es wahr ist, daß ein Wort aus Erez Israel, ein Brief aus Palästina mehr beachtet wi!d als der gleiche aus London, so sollen die Schwierigkeiten nicht vergessen werden, ohne die eine Leistung ln Palästina vorläufig noch nicht zustande kommt. Technisch, bürokratisch, zionistisch und menschlich stellt Erez Israel erheblich größere Anforderungen an unseren Apparat, an jeden einzelnen Menschen als etwa New York, pך ~׳ r»ךיין ץ*״״ p״* jr■*ן1 ־*־ jwad L.*j ■׳,äj LjJ £ Dio jüdische Jngeml ruft nach einem eigenen jttdiicbfln flportpla: 7. Wir brauehern diesen Bpeitplata, um 1111־ tieliulüzt, von jeglicher (iegiuTHclrnft die jungen Menschen kiirperlieli mul moralisch zu ertüchtigen, Hinter den jüdischen Sportvcrfdnm» Wien, Budapest, Brünn mit ihren großen Kr• fuhren steht, dio jüdincho Ouffentlichltoit. Auch die jtldlsclio Jugend Berlins kann LoUluugon zeigen, wenn die ,Berliner Jmienheit die Schaffung dos nouen SportsplaUo» mit reichliehen Mitteln unterstützt. Gn s׳Kif az erepa lir:3:::;־■ und £3582331 Durch LoUtung verschaffen wir uns die Achtung der Umweit. Alle Juden werden Nutznießer dieser Achtung und Ancrkcnmtmr sein. Vllr wendan uns an alle Juden! die ein Marx für «Sie Jugend haben. Hofft uns den jüdischen Sportplatz bauen! J0ü!sct10PTurnusrem ״Bar Hocliüa“ LU. Berlin. prof. Br. f.1!!ort Einstein. Prof. Dr. Carl lowüi. Prof- Dr. Hcmricfi loeu/9. nsMncr Br.D.iccit. Direktor caoro narosä hoct1!$3nu>ü1! DrJilrofl Kloo. Eafiöinor Dr.Er.11 lcuii. Dr. Feiia fl. Itioiiiisösr. itaMinsr Dr.ffi.UiarsWifiuor. n0Mm>n<h1nKon ftnf Konto Jtifiti• 111ו<')י־ו ».lü'lUahar Rportplat»* Dfpt<1n«r Hank, Krtnif׳••! r. 4k*, o»J»r Po#t»p!1«okkn1>lo Jtillo* Hirtoh, Jlerlln Das allerdings ist wahr, daß die Möglichkeiten zu einem guten Apparat, zu einer tatkräftigen Leitung zu kommen, in Erez Israel mehr gegeben sind als in London. Auf einen Grund wurde schon anderwärts hingewiesen: Es ist viel leichter, wirkliche gute Kräfte für Palästina zu finden, als für London, und man kann hoffen, daß die Leitung und ihr Büro in Palästina leichter aus besten Kräften zusammengesetzt werden kann, als dies bisher in London möglich war. Es gibt auch ganz bestimmte Möglichkeiten organisalorischer Art, die nur in Erez Israel vorhanden und geeignet sind, die ganze Verwaltung und Propaganda der Organisation bestens zu beeinflussen. Hier seien nur einige genannt: Die Vereinheitlichung unserer Propaganda, insbesondere der Finnnzpropagamln all unserer Institute, die Schaffung, Leitung und Schulung eines großzügigen Apparates und endlich natiirlieh die Hcfruchltmg all unserer Arbeit und arbeitenden Mensehen durch die Nähe des Landes und seiner Menschen. Darüber mag ein andermal gesprochen werden, bleiben wir bei den prinzipiellen Fragen. Hier aber taucht ein ganz besonderes Problem auf. Wenn die Exekutive nach Palästina verlegt wird, kommt sie endlich dem ganzen Komplex der Fragen nahe und In engste Berührung mit allen Problemen, zu deren Beherrschung sic eingesetzt ist. Es ist jetzt schon ein unleidlicher Zustand, daß über die vitalsten Fragen zionistischer Arbeit fern vom Lande und von einem Kreise entschieden wird, der mit den Bedingungen und Notwendigkeiten de» Landes wenig oder gar nicht vertraut ist. An diesem Zwiespalt leiden alle unsere Institutionen, K. K. L. und K, H genau so wie die Exekutive, und darum ist cs eben so klar, daß die Verlegung dieser Institutionen oder der Exekutive nach Palästina in der Absicht geschehen muß, sic dort so zu gestalten, daß sie sich mit dem Geist des Landes viel mehr verschmelzen und imstände sind, seinen Erfordernissen viel mehr gerecht zu werden, als das heule der Fall ist. Mit anderen Worten: cs erwächst die zwingende Notwendigkeit, die neue Leitung so zusaminenzusctzen, daß die Arbeiterschaft Palästi nas in ihr verantwortungsvoll vertreten ist. Das dies heute nicht so ist, braucht niclit bewiesen zu werden, und alte die vielen Unklarheiten, die in der zionistischen Verwaltung von Palästina bestellen, die Uebergriffe der verschiedenen Richtungen und Parteien, die dauernd beklagt werden, das gegenseifige Mißtrauen, die Politik der Vorwürfe und Mißverstandnisse gegeneinander und untereinander, die sich dann in schwcren Differenzen und Krisen auf den Kongressen entlädt, beruht zum großer: Teil darauf, daß die Arbeiterschaft, das eigentliche nufbauemle Element in Erez Israel, von der Verwaltung unserer Geschäfte de facto entweder ausgeschlossen ist oder sich davon ausgeschlossen hat. Auf die Dauer ist das natürlich nicht möglich, und so wird immer wieder versucht, den Einfluß, den man konstitutionell und organisch niclit hat, uukonstitntioließ und hinten herum zu erhalten. Daher die merkwürdige Zerrissenheit in unserer kolonisatorischen Arbeit, wo alle Instanzen durcheinander und gegeneinander arbeiten, die Unmöglichkeit, Verantwortlichkeiten fcstzuddleii und almigrenzeu, der Mangel an Plan und Ucbcrsicht, der oft beklagt wird, die Politik der fnit accoinplis, vor die man dauernd gestellt wtrd usw. usw. Die Verlegung der leitenden Stellen nach Erez Israel heißt", daß dafür gesorgt werden muß, daß die Arbeiterschaft endlich auch die Verantwortung für das übernimmt, was sie heute mehr oder minder unverantwortlich macht. Nur wenn das von allen Seiten gewollt und vorurteilslos und ehrlich nngcstrebt wird, hat die Verlegung nach Erez Israel einen Zweck und wird Erfolg haben. Man kann sicher sein, daß dann vieles, was heute als unverantwortliche Handlung beklagt wird, getragen sein wird von dem Gefühl der Verantwortung, das gerade bei der zionistischen Arbeiterschaft ln Palästina stark entwickelt ist, und daß cs sich allmählich und in wach sc 11 den: Maße in sachlicher und ganz auf Vertrauen gestellter Mit• arbeit auslösen wird. Da nun ist die Verlegung der Exekutive, des K.H. usw. nach Erez Israel auch nicht nur eine Personen frage, obwohl nicht scharf genug darauf hingewiesen worden kann, wie wich- 1ig es ist, daß mit dieser Verlegung wirklich die richtigen Menschen herüber kommen oder In Palästina gefunden werden, und daß man sich keineswegs damit begnügen dftrf, einfach mit hciübcrzunchmcii, was man besitzt. Wenn unter 601clw.11 Gesichtspunkten dio Verlegung ziKpimle kommt, wird sie geeignet sein, dem Lande die frischen, guten Kräfte von außen zuzuführen, die cs dringend braucht (schlechte oder auch mir mittelmäßige Kräfte sind in Palästina noch viel überflüssiger als anderswo, und cs i,.t nicht nötig, sie eigens hierher zu bringen), wird sic die im Lande vorhandenen Kräfte endlich zu gemeinsamer Arbeit organisieren und die gegen.-eitige Verantwortung bestimmen und nivgren/cn. Da 1111 und nur ditnn wird von den zentralen Stellen in Palästina jener Strom von Initiative, jene fort reißende, aiifcuermlc, aufbauende Kraft aus• gehen, die nicht in der Briefmarke begründet ist, die aber beruhen muß und nur beruhen kann auf der geeinten Mitarbeit unserer besten Kräfte aus der ganzen Welt in Erez Israel!)er Nalionalfonds kanll nur noch Boden Die Absicht des Keren Kajcnicth, sich lediglich auf die Erwerbung und Amelioticrung von Land zu beschränken, fand entscheidenden Ausdruck in einem letzthin gefaßten Be- Schluß des Direktoriums, allen Besitz außer Grün d 11 n d Boden a 11 f z u ge be 11. Vor dem Kriege war der Nationalfomls da«, einzige Kolonisatjoiisinstriuiicut der Zio• nistisclien Organisation und daher gezwungen, Gebäude, landwirtschaftliches Inventar, Wasser leit u n g c 11 und Viehbestände zu erwerben. T>cr Wert dieser Güter belief sich auf zehutausende von Pfunden. Durch den erwähnten Beschluß des Direktoriums «oll dieser Besitz den Siedlern auf Nation,ilfonridiodcn übergeben Verden. Eine spezielle Kommission wird den Wert dieser Güter sdiützcn, und die Siedler müssen sich verpflichten, den Kauf bet rag In Raten dem Nationalfonds zu erstatten. Auch die Zionistische Exekutive in Palästina will in der gleichen Weise wie der Nationalfomls über ihre landwirtschaftliehen beweglichen Güter verfügen. Ein Versuch in der angcdcutcten Art ist bereits durch die Ucbcrlassung der Obstplantagen von Ga 11 Samuel an die Siedler gemacht worden. Der Jüdische Nationalfonds will sich allmäh• lieh von allen Sorgen, Verpflichtungen und Rechten frei machen, und sich nur mit Bodenkauf und Boden-Ameliorterung beschäftigen. Eia zionistisches Tourbtenbüro Das Direktorium des Keren Kajcnicth hat in einer seiner letzten Sitzungen der Propaganda-Abteilung einen Be* trag bewilligt, uin für die jüdischen Touristen gewisse Er• leichttrungcn zu schaffen. Gemeinsam mit dem Keren Hajessod und der Zionistischen Exekutive soll ein Tou r i s t e 11 b üro errichtet werden, das sich mit der Vorbcrcitung und Durchführung von Reiseplänen für jüdische Touristen beschäftigen soll. In dieser Hinsicht bestanden während der letzten Reisesaison ge• wisse M i ß s t ä n d e, die zu beheben sind. Das Büro soll b.iid eröffnet werden. (Dann wird einer auch öfter von uns geäußer• ten Forderung Rechnung getragen werden. Red.) Verhaltano eines exlrcmen arabischen Führers in Palästina Jerusalcm. (J.T, A.) Am 29. Juni ist einer der Führer der extremnationalistischen arabischen Part c i, Abdul S a 1 i m R a c h m a 11, in T u l k e r c m verhaftet worden! die Polizei hat während einer bei ihm vorgcnommcneu Haussuchung Dokumente gefunden, die auf seine Be- Heiligung an regierungsfeindlichen Unternchinungen schließen lassen. Der Prozeß Crünbaams ßepen die antisemitischen Redakteure werden verlast Warschau. (J.T.A.) Wie bekannt, hat die ״Oazetta Warszawska“ vor einiger Zeit Abg. Grünbaum vorgeworfen, er habe als polnischer Bürger in London gegen den polnische 11 Staat gewirkt. Die anderen antisemitischen Zeitungen druckten diese Notiz nach. Dr. Grünbaum erhob die Verlouimlungsklagc gegen die Re• daktcure der Zeitungen ״Ga/etta Warszawska“, Rzcczpospolita“ und ״Rozwoj“. Es wurden gegen 40 Zeugen geladen, darunter Leo Motzkin, Sir Stuart Samuel, S. Jazknu, Boris Goldberg, Rabbiner Perlmutter, der Rozwoj-Eührcr Rymovvski. Die erste Verhandlung fand vor einigen Monaten statt, der Prozeß wurde damals vertagt. Nunmehr fand am 30. Juni vor dem Warschauer Kreisgericht eine zweite Verhandlung statt. Zu Beginn der Verhandlung stellt das Gericht fest, daß 15 Zeugen nicht erschienen waren. D:r einzige Zeuge aus dem Ausland, der sich zum zweiten Mal eingefimden hat, ist der General- Sekretär der jüdischen Delegationen in Paris, Herr Leo Motzkin, der sich auf der Zeugenbank befindet. Der Rechtsvertreter des Abg. Griiubaiiiti, Hartglas, beantragte wegen Nichterscheinens vieler wichtiger Zeugen Vertagung. Ferner beantragte Adv. Hartglas die Verlesung des angeb• liehen Geheimdokuments, aut das sich die Angeklagten in ihren Behauptungen gegen Grünbaum beziehen. Die Angeklagten erklären, sic hätten nur eine Abschrift davon. Adv. Hartglas erklärte, die Kopie hätte keinerlei Wert. Dennoch möge sie den Akten bcigelegt werden. Er beantragte als Zeugen auch Dr. J o c 11 e 1 in a n n aus London zu laden. Irn Sinne des Antrags beschloß das Gericht, den Prozeß neuerdings zu vertagen und die säumigen Zeugen noch einmal zu laden. Kleine Palästina Nachrichten Der frühere Beamte der A. P. C., M. Slonim, der ein BodentraiHaktions-Bilro unter dem Namen ״Nachalah“ eröffnet hat, hat in Jerusalem eine größere Bodenfläche erworben, genannt der armcnischcPlatzan der Jaffa er Straße beim Eingang nach Beth Hnkerem. Durch diesen Erwerb werden nunmehr alle umliegenden jüdischen Siedlungen zu einem großen jüdischen Zentrum vereinigt, und zwar von der Jnffacr Straße bis Bajit w’gan. Herr Slonim nimmt jetzt eine. Parzellierung dieses Bodcnkompiexca vor, um dort eine neue große jüdische Siedlung anziilcgcn. Bald nach Ostern sind, schon im letzten Drittel des Schuljahrcs, 35ncucSchüicrindasJaflacrOymnasium ciiigctrctcn, die größtenteils aus Polen, Litauen, Deutschland, zum Teil auch aus Amerika stammen. Fast alle beherrschen die hebräische Sprache. Viele von ihnen sind allein in Palästina geblieben, während ihre Ellern heimgereist a'md, um zu Hause die Geschäfte zu linuidicrcn und dann nach Palästina zu übcrsiedclu. Die atattlichc Zahl dieser Schüler weist darauf hin, wie sehr in letzter Zeit die Ein wänderung vermögender Leute nach Palästina zupipunt. Als charakteristisch ist auch die Tatsache zu erwähnen, daß letztens mich einige arabische Schüler, die die Regierungsvolksschulcn beendet haben, ln das Jatfaer Qymnashim eingetreten sind. Diese arabischen Schüler beherrschen auch das Hebräische. — Da« Jaffacr Gymnasium deckt 70 0/a der Ausgaben aus den Schulgeldern.