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Jüdische Rundschau · 1924-07-08 · Heft 54 (8.7.1924) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 54 (8.7.1924)
Date
1924-07-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr 34 JUEDISCHE RUNDSCHAU' Seite 30t f t 1 1 1 : 1 1 \ i s , i: l 11 Aus der iüdlsclieu Welt 6r«z •!.•»•ael Der Beschluß, die weiteren hebräischen Aufführungen der Oper ״Die Jüdin" /« vciliiclcu, hat unter der jüdischen Rcvölkeiung stinke Mißstimmung hervorgeruten. Wie die Pal, Tel.-Agontiir erfährt, sind die Behörden geneigt, das unter der Bedingung auf/ugebai, daß gewisse Stellen im Text der Oper, die Anstalt hei den Katholiken erregen, bei den Aufführungen fortgelasscn werden. Durch die jüdische Presse geht (wie Schon v׳or Jahren) die Nachricht, daß Bialik als Kandidat für den Nobelpreis genannt wird. In Londoner literarischen Kreisen rechnet man mit der Möglichkeit, daß ihm der diesjährige Nobelpreis füf Literatur *!!gesprochen wird. Oraf K r n s 2 c w s k i hat der Warschauer Gesellschaft der Freunde der Jerusalemer Universität eine reichhaltige Bücher- Sammlung übergehen, in der sich auch kostbare und seltene Werke über die Oe schichte der Juden in Polen befinden. Die Bücher werden der Jerusalemer Natkmalbibitothek cinvcrlcibt werden. PrutachUnd Prof. Willst;! tt er. den verschiedene demokratische und sozialistische Gruppen bewegen wollten, seinen Rücktritt vom Münchener Lehramt zurückzuztcttcn, beharrte jedoch aut seinem Entschluß mit der Erklärung, er wolle den Studenten und Politikern, die ihn zum Bleiben bewegen wollen, lieber ein Beispiel von A n s t ä n ii i g k e U u 11 d Charakter* fcstigkeit geben als ihren Bitten entsprechen. Nunmehr ist «lern zurück.gctrctenen Prot. W i 1111 ii 11 c r sowohl vom preußischen Kultusministerium für das Kaiser-Wilhelm- Institut in Dahlem wie auch von der Universität Heidelberg das Angebot gemacht worden, eine freie Forscherstelle bzw. einen Lehrstuhl für Chemie zu übernehmen. Wie aus Heidelberg gemeldet wird, hat Prof. Willstatt er einem .!Ruf der Universität Heidelberg zur Uebernähme des Lehrstuhls der Chemie Folge geleistet. Die Wahlen in«das Berliner Studentenparla* ment erbrachten das Resultat, daß die bisherige Zweidrittclmehrheit der Rechtsgruppen gebrochen wurde. Abgegeben wurden 3771 Stimmen, davon 1339 für die Linksgruppen. Es erhielten: Deutscher Studentenbund 18 Mandate (vorher 18), Vereinigte jüdische Gruppen 6 (!•, Jugendbewegung 7 (5), Kommunisten 3 (t), Finkenschaft 30 (78), Korporationen 12 (17), Berliner Waifenring 2'1 (.׳.׳!. Die drei letzten Rechtsgruppen bilden also mxli immer die Mehrheit, haben jedoch statt 67 jetzt mir 03 Stimmen. Wie der ״R e I c 11 s a 11 s s c 1111 tl d c r j (1 d i s c 11 e!1 Oemol ndc 11 Deutschlands״ initteilt, wurde für die vom Joint tiir Deutschland zur Verfügung gestellten weiteren 100000 Dollar der folgende Vertcihingsplan aufgestellt; 1. Altersheime 5715 Dollar, 2, Anstalten für Gcsundhcitsfürsorge 5780 Dollar, 3. Geschlossene Anstalten für Jugend- Wohlfahrt 12 525 Dollar, davon 3000 Dollar Aushildmigsfouds, 4. Offene Fürsorge (inkl. Speisungen) 16 550 Dollar, 5. Wirt• Schaftsfürsorge 4000 Dollar, (>. Schvvesternhcimc 1950 Dollar, 7. tirholuiigsfürsorge (Entscndcstellen für Kinder, Heime für Erwachsene) 21 700 Dollar, 8. Reserve 1830 Dollar. Am 2»), und 30, Juni fanden im Vereinigten Komitee für jüdische Auswanderung (״Eiuigilirckl״) in Berlin Konferenzen mit der jetzt in Berlin weilenden H I a s - D c I c g a t i o n statt. Es wurde ein nusführlleher Bericht über die Lage der jüdischen Emigranten, die sich In verschiedenen Halen- Städten befinden, entgegengenommen. Es wurde auch ausführlich das Programm der zweiten jüdischen Emigrations- Konferenz, die am 12. August in Prag eröffnet werden wird, behandelt. Die Ilias-Delegation reist mit einem Vertreter des Emigdirckt nach Litauen, Lettland, Polen und Rumänien. Ototcmuh Am 4. Juli fand in Wien die Fortsetzung der Gcrichtsvcrliandlung gegen Hugo Bet tau er statt, der gegen Robert Stricker die Beschuldigung erhoben hatte, durch Artikel der ״Wiener Morgcnzcitung״ eine Erpressung an dem Präsidenten der Unkmbank, Siegln und Boscl, vciübt zu haben, um Subventionen für die ״Morgcii/cihnig“ zu bekommen. Diese Frage wurde in der präzisesten und bündigsten Form bcantwortet: Nein. Ein Zeuge nach dem anilercn trat vor und verneinte diese Frage. Der Angeklagte mußte eine Ehren• erklärung anbieten und alles zurückziehcn, Die Erklärung lautet: ״Ich habe mich durch die Ergebnisse des Beweis• Verfahrens überzeugt, daß die von mir gegen den Privat• Kläger, Herrn Ing. Robert Stricker, erhobenen Beschuldigungen jeder Grundlage entbehren und unbegründet sind. Ich stehe nicht an, zu erklären, daß ich gar keinen Grund habe, dem Privnlkläger irgend etwas Unanständiges und Ehrenrühriges vorzuwerfen. Ich bedauere daher die Vorfälle, indem ich die von mir getanen Aeußcnmgen zurück nehme und ersuche den Privatkläger um Entschuldigung.״ polen Die Geschiiftsordntmgskominission dc3 polnischen Senates beriet über das Verlangen des Lembcrgcr Staatsanwalts auf Auslieferung des Senators Dr. Ringel wegen zweier im ״Lein• berger Tagblatt“ erschienenen Artikel. Der Referent Dr. Braudc betonte, daß Senator Riugcl weder Verfasser der Artikel, »och Redakteur des Blattes sei. Er stehe bloß an der Spitze des Aufsichtsrates des Verlages. Man könne iiin also in keiner Weise für die inkriminierte» Artikel verantwort ich machen. Trotz dieses Tatbestandes konnte sich der Ausschuß nie 11t entschlichen, das Verlangen der Staats- Anwaltschaft abzulehnen und die polnische Mehrheit da; Ausschusses vertagte die Entscheidung zwecks Einholung wei* tcrer Informationen. Der Warschauer ״Kurjcr״ berichtet, daß sich die polnisehe Regierung entschlossen habe, mit Rücksicht auf die verschiedenen Vorwürfe, die ihr gemacht werden, a 11 e g c g c n Juden gerichtete Bestimmungen in den Gc* setzen der Okkupationsmächte, die noch heute gültig sind, aufzuheben. Der offiziöse ״Kurjer" hebt hervor, daß diese Bestimmungen ohnedies keine Anwendung gefunden hatten. Die politische Kommission des polnischen Ministerrates hat bekanntlich für die Randgebiete einen Entwurf zur Regelung der Amts- und Gerichtssprache in den Randgebieten ausgcarbcltct, nach welchem bei den staatlichen Acmtcrn und Gerichten nur die Benützung der ukrainischen, weißrussischen und litauischen Sprache gestattet sein soll. Infolgedessen sprach eine aus den Abg. Dr. Reich und Grünbaum bestehende Deputation des jüdischen Pariamcnfsklubs beim Minister des Innern vor; sic wiesen A~>־׳ \jf 44 Ust!v« *4 »1■ ״. k w v; *I V . *y 4 Würm TUrllf!#»* Y«r®<nUnn«?, (1**111% W 15, M*(n*V#«*f «I« 10. TtUpHcni ]Htnmrök 7K70- *'־ * PoBtnMiArtk N®, Vlitm Gerillt MW 1. 46r H 7.. ¥ l)Un«tag, tUm M. ,HiU 1 8>4 Gbf 7,11mhtltp!iftf Jn^ftnriterfiht C5r»pf/i «!15, Im Kfcötaumnt, KfW* Ohawftr U<3n<lornUi! G A«tn willkommen, Mittwo^b, 0 ח10י. Juli *h*!tIn Uhf /,!•BiaiUriitir Jnstaßff'riiJn l!0flhanrt»r, Grap®• <lh*r)ott«11birf, Im Hanfe ®*SrhlGfliif'Hon, lUnkentr. ,JO. Chewor Ordot »,JlStiUdi« and »Jöwistlttelio Jsgr1»4••* ׳üliUti h«1a!loh will• komme». Freite!', den 11 Jnll »b*ml« 8|f Uhf Hyu*ao»r• Im ZlonUGtohen Helm, L«ndlb»f,|«r Bir. 61% SlDiU'itlle«•(, Sonnabtod. den 1a, Juli ״ faorgntt« SV* ühl Im Z(onl*il*nW M#{m, L»1nJ«b«Pg*r Htr. Hk boMotlUnil, Sonntag, den 19. Juli , xtaohm. 8 Uhr 2(0l)Uii«rher Joef‘««!▼*™!* Hecht«•P, im Holm, 'Hf'ülf'o >rUi*tr, f!2, 44®1j#ra!Trr*«immlt1nr. TncrAeofdrmni?« 1. 6<m »ntrftlcn Vor«t®n<1•«. 9, An«*pl־l%«h• Über Fnnkt 1, U. lUfTirtit C'Jiavrnr nrnv־»rl ttfmr: ,.Di® *ukttnfvlg® Arbolfc,• 4. An■* iprnrhn I*»nkt 9. 5. ErtMft»tumr tlc* Vor^An!(*■. H, Nonwnhl. 7. An* trÄRo. K Verpoliiedono■, Pa« Krioholnon allor MltgH«d*r!■I Pfllehfe. jCdlKQli Matlonfel# rr*oe11T®r«lnl!?Q11f D0DB*r«iR2, den 10. J»H . , 4t jUdiKoVtn« Oen«*mmr«liPDm Tz®nn<lä. Abfahrt 9.'30 HiftUlncr Vnrortbhf. P0»n*r«t«|f, den 94. JnH , w ,, KlndnrkranVAn■רו•♦alt b, nftrlfn, Do»nAr»t»n־, den 7• A»ß:nit lifunlH 1101)0 Kr*l*bung«ftn״lnU fftr ■«rüokgtbllobin« ICIndor lUollt״ (Mark) Abfnbrt rota(Um«r Bnhnho«, Wildpark nrnttele•!! naoh BlilU« 8t«dt. T>nnn®ritnsf. den 91. A»*n«b «®rhm. « Uhf Y®r#ln Kr«nnd* dar T®nh*inmm«n .Teltd® Wtl8®n*©n, Earkitr, 91 Uni» 6a, 162, ÖQ, 61, Traftpunkt la der AniUlt. ~~ aeah«. » Uhr Jßdlirhe« Benerheim fftr Pehwerh«!nn!(fe, WelSeeeee, Wdrth •tf. ÖO, Donnerstii#, den 4• Septomber 416/17 .ץ1י1»1זץןןז. 1. KirifWh*!*« Altewe. — 2. Klnd©r*p«l«>1nB8 ׳— .׳. Mft2:ehenhefm Ahewe, — 4. Agnde« Kindergarten. — 6. G*hrw*rVitJUt*n den jQditehea Arbeit•* amtri, — 6. 8aDKllnirihelrrt ntw. JikI•« UonU« , n #H Vfcf Ornpi»« Nord Im Garten der Uranerei!*/■/),״•rh-rg, «ohdntanief AUe«. n«1«ftTaat*»*©la Jeden Mittwoch •ket.d• 6H Uht Orn rp• 01t in der Brauerei Ff!rMoh«he<11, Am Frledrloltihala 16A1S, lleicawniea••!■ drapji• Wft1t*Cheriett«Bburf Jeden Mittwooh KroU dor CharlofUnhnrg«r Zloniiteo. abend« Uhr Konditorei TeaohenAorl, BchltUontra•««, an der ftintitra••*. Jeden liontag Krele der ElonUten d■• Weiten«. ^e*tan)m®n״©iA« Kondllerei l4aonf Noilondef^data, abend• 8^ Uhr Jedea DUa*tee«h«nd, « Uhr Octjldfi«k«>r «iideaUavarole, Frledrleheir, llft H*mloar für jQdUohe Otaehloht•, Grepf« W»it*ChirlaiteRbare in Otmelaichaft ült der Bcrllaer MUrafkl-Greppo Jeden Ponn&h*nd nachm.6—7 Uhr, Herr Leeeroe Berthr ,Kleine Propheten1 Jo•©! Herdn^tr. 1. Jeden Montag H—ÖV( Uhp abondi, Ifrrr Dr. BrÜttnl Uanfinder Woth#nehNchnltt ■nn dnr Thor» und Gronhnton, in der ^/negofe Peeta'.oeil■ ■ trntio, \Vooh«nt»ei«vnRf!״fr«n«9.»l (Hof, mäht• T0r). J«dnn Montag ne^hm. 8*/»—j Uhr, Herr IWbb. I)r. l/mll I.nry I Peelmen, im tioUüUr-Uealgymneiium, 0herlott«nborg, äehilUriti. ¥H. darauf hin, daß verfassungsgemäß den Sprachen aller Minderheiten die volle Gleichberechtigung gamutiert sei. Der Minister antwortete, er könne keine por.ltiveu Zusagen in dieser Hinsicht machen, denn die Angelegenheit sei schon erledigt; übrigens müßte eine Anerkennung der jüdischen Sprache in den Randgebieten eine solche in ganz Polen zur Folge haben, was nicht möglich sei. Abg. Dr. Reich wies sodann auf das Vorgehen der Behörden in Galizien hin, welche den Gebrauch der jüdischen Sprache in Versammlungen verbieten; einige Bürgermeisferämter — so führt Dr. Reich aus •- geben den jüdischen Rednern den Rat, deutsch zu sprechen; ein solcher Rat sei ihm (Reich) brieflich vom Bürgermeisteramt Przcmysl erteilt worden. Der Minister des Innern gab zu, daß dieses Vorgehen absurd sei und dem Geist de« Staates nicht entspreche und sagte der Deputation die Er* Fassung entsprechender Vorschriltcn zu, die diesen Dingen ein Ende machen. Der jüdische Parlamentsklub hat Im Sejm eine Interpcüatiou eingebracht, in welcher gegen die Verordnung des Starosta (Landrat) von Ka menfee, der den ofi'cntliehen Gebrauch der jüdischen und hebräischen Sprache vorbietet, Abhilfe gefordert wird. Der Starosta hat dem dortigen Pa 1 äs t in n ־ A m t niilgcteilf, er könne die angesuchte Erlauhnis zur Abhaltung einer Versammlung mit einem Referat über Palästina nur dann gestatten, wenn die Redner pol-!lisch oder ukrainisch, aber nicht jüdisch oder 1! e b r ä i s c h sprechen werden. In einer der letzten Sitzungen des polnischen Sejm, während der Debatte über das Budget des Unterricht(• nmiisteriiims, übte Dr. Thon scharfe Kritik an der anüjüdischen Schulpolitik des Unterrichlsminisfcrs Mikln* szewsky. Er sagte 11. a,: Wir Juden haben da! Recht, die hebräische und die jüdische Schule za! fordern. Der Minister irrt, wenn er glaubt, daß seine unglaublichen Behauptungen über die a n t i e t a a t! i c h c Tätigkeit der Juden liira Ehre cingebracht haben. Der Minister hat konstatiert, dr.U 23 ־׳/,, der IJ!1 i ve r s it ä t s h ö r e r luden seien. Trotzdem sicht man die Juden nicht nn der Universität, sie Wurden bloß in einige wenige Pacher h I!1 c In g e z w ü n gt. Der Minister sprach von 21 «3 Juden an den Mitte!* schulen und Imt damit die jüdischen Schulen und die S t a a t s s c 11111 c!1 miteinander verquickt. An den Staatsschuld! benscht der f a k 119 r h e N u m e ru s clausus für Juden, hauptsächlich im früheren Kongrcßpolcn, seit kurzem aber auch in Galizien. Das eigene jüdische Schulwesen leidet schwer an den behördlichen Schikanen. ן Die Eröffnung einer jüdischen Schule hängt von der I augenblicklichen Laune des Starosta ab. Der polnische Sejm hat sämtliche jüdischen Vorschläge zum Budget des Uiitmiehlsministcrs ahgeleluit, und mit einer Mehr* heit von 16 Stimmen (182 gegen 16(1) das Budget des Unterrichtsmmlsteri Miklas/ewski angenommen. Der Verhau<1 jüdischer Kaufleute tu Polen hat eine Aufforderung der Uegirriing erlmlteii, Delegierte für «len W 1 r U e I! n f t s r a t der polnischen Regler u 11 g zu ernennen. Als der Wiitschattsrat vor wenigen Wodien gebildet wurde, war eine judhehe Vertretung nicht vorgesehen. 6^1׳ jtu)heben Abgeordneten יץrotcsticrte 11 irn Sejm gegen den Ausschluß. Dieser Protest hatte nun Erfolg. ffrantirefd. Auf der Pariser Universität halten einige polnische Profcüsoren yorlesungen: der ehemalige Kandidat zum Präsidenten de» polnischen Reiches, Prof, Morawski, tK-k.iu der Krnknuer Universität, und der Warschauer Prof. Handels* ,j)®1'"• Nl*n wird aus Paris gemeldet, daß die Studenten die Vorlesungen der polnischen Professoren nicht besu* eben wollen. Ihre Vorlesungen werden einfach boykottiert. Iin Zusammctihnng hiermit steht ein Inter* essaritcr ״Brief aus Paris“, den Professor Urabowski in der Poscncr Zeitung ״Kurier Poznanzki“ nbdrucken ließ. In diesem Brief erzählt Professor Grabowski, er habe mit dem Rektor der Pariser Universität, M. Appel, wegen der Notwendigkeit des ,,Nurncrm Clausus“ gesprochen, wobei ihm M. Appel bcigepfiiehlct h.Vic, Dieser naive Professor war Im Glauben, daß seine Poseaer Veröffentlichung für Paris ein Geheimnis bleiben werde. Er täuschte sich aber gewaltig. Kurz, nach dem Erscheinen diese» Briefes dcmentlerlfe M. Appel öffentlich ganz energisch, irgendwelche Aeußcruiig über den ״Nuinmis Clausus“ dem Prof, üra* bowski gegenüber jemals getan zu haben. Die Kotnpro* milticriiiig ist keine geringe, lind zwar nicht nur für Professor OralKiwski allein. Auch die anderen polnischen Professoren müssen jetzt die Früchte ernten, die Ihr naiver antisemitischer Kollege gesät hat. Am 1. Juli fand die Beisetzung von Frau Regina Soko* low, der Gattin des Präsidenten der zionistischen Exekutive Herrn Nah um So ko low, auf dem Friedhof von Wiltddcn Green statt. Rcv. G. Fürst leitete die Bcgräbniszcrcmonie. Der Präsident der Zionistischen Organisation, Dr. Weiz* mann, hielt In der Friedhofshnlle «he Trauerrede. Beileids* telrgramme sind ans Jcmaalcin, Warschau, Berlin, Wien und anderen Städten «•liigetioffcn. Frau Soko low wurde 1860 in Makow, Gouvernement Lom/a, als Tochter des Großhändlers Isak Zwi Scgal geboren, heiratete im Alter von 16 Jahren Nahuijj Sokolow, der ein Verwandter von ihr war. Frau Sokolow hinterläßt sieben Kinder, drei Söhne und vier Töchter. Mr. E. C. Viadeck, einer der Mitglieder der Hias-Dcle- Ration für Europa, hat Mr. Arthur llcndcrson, dem Staatssekretär des Innern, einen Besuch abgestattet und hat bei ihm wegen der in Southampton weilenden jüdlschcn Emigranten interveniert. Mr. llcndcrson ver* sprach, daß die Angelegenheit, soweit sie in «ein Gebiet fällt, in der humansten weise behandelt werden würde, Eftautn Ussischkln wurde hei seinem Eintriften ln Kown« von den Vertretern der zionistischen Organisationen und anderer Institutionen empfangen. Zwischen der litauischen Grenze und Kowno wurde Ussischkin an jeder Haitesteile von jü* «tischen Abordnungen begrüßt. Noch am selben Abend wurde die Keren Kajemcth-Konfercnz cröttnet, In der Ussischkin das Referat hielt. Aus dem Bericht geht hervor, daß im Jahre 1923 in Litauen 139 000 Lit (13 900 Dollar) und in den ersten fünf Monaten dieses Jahres SO000 Llt für den Jüdischen Nationalfonds cingcgangcn sind. י Russland Der Rigaer Korrespondent der ״Daily Mail“ berichtet, daß Mitglieder russischer moiiaichistiselicr Organisationen eine neue Pogroinwclle in Rußland für den Monat Juli voraus* sagen. Diese Voraussage wird auch von zahlrcicnen jüdischen Flüchtlingen bestätigt. Tausende jüdischer Familien flüchten aus der russischen Provinz in die großen Städte, wo die kommunistischen Behörden die Ordnung aufrechtzuhalten vermögen. Die Moskauer Zeitung ״Emcs" vcrötfcntlichUttatUtische Daten über die Zahl jener Personen, die in Amerika nahe Ver* ,wandte haben lind sich für die Auswanderung nach Amerika vofbereiten. Es handelt sich um Pcrsonen׳ die auf Grund der neuen Johnson-Bill außerhalb der Quote ins Land kommen können. Laut dieser Statistik befinden sich in Sowjet-Rußland ungefähr 40000 jüdische Frauen und Kinder amerikanischer Bürger und Deklaranten, die ständig von Ihren Männern bzw, Eltern unterstützt werden. 30000 von diesen beabsichtigen, nach Amerika auszuwandern, Ferner gibt cs 2300 Familien• nngchörlgc von amerikanischen Deklaranten, die bereits im Besitze von Schiffskarten nach Amerika sind. 4000 jüdische Frauen und Kinder bereiten sich vor, zu ihren Männern bzw. Eltern nach Kanada auszuwandern; ebenso 3500 nach Ar* gentimen. In Rußland wohnen auch die Frauen und Kinder von mehr als 600 palästinensischen Einwohnern, Man schätzt (Ile Emigrationsziffer aus Rußland für die nächsten 3 Jahre aut ungef.ihr 40000 jüdische Frauen, Kinder und Eltern. Die bekannte hebräische Dichterin und Schriftstellerin Ellachcwn (Jelisnwetha Bichowskaja-Schlrkowa) ist Infolge von Not und Entbehrungen an einem Lungenicidcn erkrankt. Freunde der Dichterin tonlern die jüdischen Verleger und Redakteure im Auslände, die die Gedichte der Dichterin mit Vorliebe drucken, auf, pünktlich das Honorar nach Moskau einzaiscnden. Dem auf der letzten Konferenz der kommunistischen russfsehen Partei in Moskau gewählten Zentralkomitee ge* hören die folgenden sieben Juden an: Trotzkv, Si 11 owjcw, Kamcncw, Sclensky, Kaganowitsch, Ruc 111 mow11»ch und Schwarz. Von den Delegierten der 13. Konferenz, der russischen kommunistischen Partei waren 7 «/o Juden, 6 °> Letten, 5״/« Ukrainer, je 2 °/0 Armenier, Grusinier, Weißrussen, Tarlarcu, 1 °,ö Kirgisen, 6*/» andere Nationalitäten und 65 ״/<> Russen. In Poltawa, dem Ilauptsitz der ״lebenden Synagoge״, fanden Streitigkeiten zwischen orthodoxen Juden und Mit* gliedern der neuorganisierteu ״lebenden Synagoge" statt. Seit der Bildung dieser Sekte pflegen orthodoxe Juden die Sitzun* gen zu besuchen und den Anschauungen der ״lebenden Synagoge", daß die Lehre der Thora von Lenin im Kommu* nlsniu» verwertet worden Ist, entgegenzutreten. E rzia rxf| Ä» W j rtijf eodor flerzls <20. Tammus)! 1

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