Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1924-07-01 · Heft 52 (1.7.1924) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 52 (1.7.1924)
Date
1924-07-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2651273-2652595-2652643--15856-2675191
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 374!UFDISCHE RUNDSCHAU Nr. 52 \ Reue Anfrage über die l:ti;;1alNTfl-!(onzcssl0n lm Unterhaus!11 <U־r l hitri hau; Sil/iiii^ v.uii 2!. Juni fragte Mr, Decker den Staatssekretär fiir die Kolonien an, uS1 er U 111 e rs 11 c 11 u 11• j» e 11 über <1 i e R 111!1 c 11 b e r g K u 11 z c s s i o n in 1* 11• lüstinn habe vornehmen lassen. Mr. Thomas erwiderte: ״Ich habe kürzlich Schritte unternommen, tim mich selbst von dem T o r t s e!1 r i 11 der L c i s 11111 g e 11 d c r K o 11 ■ t e s s i o n s i n b a b c r zu informiere 11, I c 11 bin von «len Ergebnissen meiner I* r ü f 11 n g c 11 bcfric* «I i g t. I in ausführlicher Heiielil über diesen Gegenstand wurde im Oberhaus am 28. Mai erstattet.“ liolontalminislcr Thomas, (;c1kt.1I Slorrs und Baron Roth־ seUilst Im l׳aliislitm־l'avt!t(m In Wembley Freitag, «len 20. Juni, besueble der rmrlische Kolonialminister T 11 o in a f. in Gesell .rlial't von Sir Ronald Storr», CHMiveiin'iir von Jerusal 111, den l'alistill:» I1,י v!!‘a 111 ln Wembley. Sie wurden vom Mitglied der Ziouisihelmn Exekutive Joseph Co wen und dem poliii;111111 Sek1ci.i1־ Leonhard Stein empfangen. Mr. Thomas erkundigte sieh eingehendst über die Portweinitte der jüdischen Koloni•atioii und gab seiner Defrictliipiinf'f über die ziinehmeiule 1 ‘nt\vi.,I;111 ndersellieu Aus- «hnrk, Aneli l'aion Edmoml R 111 ״ s c 11 i I d , der für kurze Zeit nneli London gekommen ist, wo er mehrere wichtige B r s p r c e 111111g e 11 mit Dr. W e i z in a 1111 hatte, staUelc dem Palastina-Pavillon einen längeren Besuch ab, Fine I»ncl-Brilii• GruHlone In I'aliislina K o 11 s t a n t i 11 ס p e I. (J, T. A ) Wahrend vor dem Kriege alle zwei Jahre ein Kongreß der orientalischen Biiei-Briili-Logen abgelutlien wurde, isl nun ein .solcher Kongreß seit 10t 1 zum ersten Male wieder abgehalU’ii worden. Den Vorsitz, führte Herr Joseph Ntego. i>,1s Exekutivkomitee der Lope machte den Vorschlag, eine U r o ß I o g c in I» a I ä 81 i!1 a unter dein Namen ״Groß löge M" zn gründen. Dieser Vorschlag wurde angenommen, Die G rolli o g e des Orients umfallt die Biiei-Brith-Logcn in ihr Türkei, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten, Palästina und Syrien. Jackic Coogan besucht Palästina T. U. meldet aus London, 2!. Juni: Der berühmte kleine Filmstern Jackie Coognn wird im September nach Europa kommen und zuerst Aufenthalt in England nchmen. Er beabsichtigt später, Palästina zu besuchen. (Jackic Coogan — die amerikanisierte Form von Jakob Kahan — ist ein jüdisches Kind. — Red.) Von der Täiipkeil der Aguda Der ngudistischc I)c11ag in Jerusalem Jerusalem. (J. T. A.) Die Agudisten in Jerusalem haben einen Protesttag abgchalten gegen den Gesetzentwurf der Regierung betreffend die Regelung der jüdischen Geineiiidcn in Palästina, der augenblicklich im Londoner. Colonial Office misgearbeitet wird. Es wurde in den verschiedenen Synagogen «icr Gemeinde Rabbiner Sonne 11 fclds citi Gebet verrichtet, daß das Colonial Office dem Entwurf die Genehmigung versagen möge, <la sonst die Agudislcn unter die Rechtsprechung der zionistiscli-orientiertcn Gemeinden kommen würden. Die Aguda als B o «I c n k ii 11 f c r; Die ״Jidischc Stimme“ in Kowno berichtet, daß die Ii ta 11 i sc 11 e 11 Agudistcn «lie Nachricht ausgestreut haben, ihre Zentrale liälic zwischen Ramlch und Ludd 00000 'Du 11 am (!) Boden für Sicdlnngszwcckc der Aguda gckauft. Einige litauische Juden Italien sich auf Grund dieser Nachricht gcgcniilu'i■ «1er Aguda verpfliditet, Zahlungen für IkKtcnautcilc zu leisten. Litauische Zionisten bezweifelten aber diese zu Rcklamc/.wccken verbreiteten Angaben der Aguda und zogen in Palästina P.rkiiiuligimgen ein, deren Erceb/iis «lariu bestellt, daß die Aguda die Absicht geäußert liabe, 80 (achtzig!) 1)1111:1111 steinigen Bodens auf «tcu Bergen zwischen Ramlch timl )crimnlem zu kaufen. Zur Durchführung dieser Absicht ist cs jedoch nicht gckommen. Der o r 111 o d 0 x c R a b h i n c r v e r b a 11 d und die A c ii d u t Der orthodoxe Rabbinerverband hat bekanntlich vor dem Eintritt in die Achdut gewarnt, Diese Warnung war von 11a 11111ailen orthodoxen Rabbiueii unterschrieben. ‘Das ״Jii- «lische Wochenblatt“ vom 2(1, Juni teilt min mit: entgegen «ler itchaiipi 1111!f des Frankfurter ״Israelit", wonach sich nachtriiglich die Rabbiner Jacobson, Rabbiner Bamberger und Rahhincr Colin ans 11 a!11 b 11 r g den Unlerzeidiiiern «Ics Banns bcigcselit hätten, Italien «lie zwei erstgenannten ausdrücklich «las Gegenteil erklärt. Auch «lie {ihrigen prominenten orthoiIoxcm Rabbiner 1 Inmbiirgs, und zwar Ohcrrabhiner Dr, Spitzer, Rabbiner Dr, Lewiu und Ralihiucr Dr, Caiiebaeh sind mit dem Vorgehen des Rahbiucrvcrbuudcs gegen die Achdut Jiiclit ciiivcrstnndeu. Verse 11 entlieh linier dein ominösen Titel ״Vermischtes'* bringt der ״Israelit“ vom 26. Juni die Mitteilung: ״Das Büro des orthodoxen Rahhincrvcmaudes in Deutschland teilt uns mit, «laß der Name von Dr. Silber borg, Berlin, versehcntlicli unter «lie Liste «Icr Milnnterzeichner der Erkliiruiig gelangt ist." — Die ״Versehen" häufen sich ״unter“ Aginlislen auffallend. Beschränkt In derselben Nummer des ״Israelit“ heißt in einem ״Der orthodoxe Wahlerfolg in Polen und die zionistische Presse“ überschrirbciien Artikel zu Beginn: ״Sic (die Zionisten in Polen) rechnen ans ihrer Niederlage einen Sieg heraus iiikI machen ans dem Siege der Gegenpartei eine Niederläge , . Hingegen heißt es im Schlnllabsclinitt des Auf- *M/es: ״Wohl :;teilen die Orthodoxen als größte Partei e <J e r a 11 <1 e r e 11 P a r t c i gegenüber, die absolute Majorität icsitzcn sic aber nicht, und cs stellt immer zu befürchten, daß sich in religiösen Lebensfragen die anderen sonst widerstreitenden Parteien und Partciclici! finden und gegen die Gcscl/estreiicii zusammensclilielieii.“ Die Erklärung fiir «liesc Diskrepanz, zwischen Anfang und Ende (wobei «ler Beweis für die erste Behauptung auch nur durch falsche Zahlen iiikI Verschweigen «kr Tatsache, daß die drei zionistischen Parteien mehr Mandate erhielten als die beiden — feindlichen — ״orthodoxen“, möglich wurde) liegt in der Mitte des Artikels. Dort heißt es nämlich mit unfreiwilliger Offenheit: ״Die Agitation der Orthodoxen War beschränkt...'' Der Agutlisl als Türke Das ״Hamburger Israel. Faiiiilicublatt" teilt In seiner letzten Nummer folgendes ״wahre Gescbiclitclicn" mit: Die 1111 jüdischen Sondcraktioncn der Agu das Jisrocl, btsondere Immigratioiislisleii in Palästina zu erhalten und sich dem mohammedanischen Gerichtshof zu unterstellen, haben in ii. einem Agudistcn Anlaß zu folgender Maßnahme gegeben: Er schickte tiie seil langem in seinem Besitz befind- 1 liehe» Sammelbüchsen der Agudali zurück mit dem Bernerken, er sei kein Türke, Die E0.u£r€KZ der Mtäu.j;*.:31voäait iu l'.ü Clir.rei Eine L r wider ung und Ergänz 1111 g. Der Bericht iilier «lie in Jeder Beziehung allgemein pol!- tisch und koloni.'ilpolitisch wichtige Konferenz der Aeluluth ilaawoila in 1 in Giinrod, in Nr. •D der ״Jüd, Rundschau“, hedarf dringend der lierielitigung, da der sonst so sachlich referierende Berichterstatter <lor ״!itd. Rundschau" offensicht־ lieh «iii sinal nicht aus dem Augenschein (er war nicht in En Cbaia.d), somki'11 auf der Grundlage unvollkommener und teilwiise verzerrter Zdliiiigsdarstclliuig urteilt. Der Bericht enthält infolge »■•;•;cn tnlsäcliüclu* Uuriditigkellen und gibt kein Bild von der wirklichen Bedeutung «ler Konfcfcnz. Die Konferenz sin ml im Zeichen des wieder erwachten politischen Interesses der Arbeiterschaft und war eine impo* saute Willenskundgebung «Icr Arbeiterschaft. Es ist richtig, daß sich viele hundert Arbeiter an ihr beteiligten, denn die Bcraiiin:,: fand im I Ici'/rn des liniek, des Duells de» wahr• hallen ualümalen leben:: statt; trolzdem entbehrt die tiburteilende Bemerkung, die aus Zeitungsberichten entnommen ist, darüber, daß in ״den Zeiten «ler Ernte eine so langatmige •*«ן««ן ןן»«יזן —•«!ן ן g•■—־■^ Smי E. ־ui k, .3 G Din iUiliücli(' .hup ml ruh imrli einem cigoni'n jtlilUelien Sporiplaiz. Wir bramsiimi (Ue11>1״ Hportplaii, um 1111• lieliHlii't von jeglicher Oegnerscliaft die jungen Manuellen kiirpi rlicli 11ml imirallsrl! zu arlliektigen, (Biller «Ion jüdischen Sportve!einen Wie», lh1dn!>a»t, Brlliui mit Ihren irrolinn Kr• felireii »!!ס!׳ Ui» jlldiaelin OelToiitllrlikdlt, Auch «110 JUdlscho ,Imomil Berlin» kann Leistungen zeigen, wenn 410 Berliner .fudenlieii, di» Sehuli'img 110» neuen Kport'platzci mit, reich* llelien hliH0111 unleiHtlllzl. Ein Snorlpistt erspart SK־on■ und SleciisrÄßPl Durch!,««istimg verschaffen wir 11u* di« Achtung «1#r Um■ weit, Allo .hnlon werden Nutznießer dloner Aehtung mul Anerkenmimr »ein. Wir wenden uns an alle Juden, die ein L3erx für die Jugend haben. Helft uns den jüdischen Sportplatz bauen! JüöisciiGP Turnyeroin M Raciiir EU. Boriin. Pro!. Dr, Aiünri Einsioin. Prof. Dr. Carl Lctum. Pro!. Dr, ifcinricü loewo, üntittacr Dr.oacstt. DiraHlornaorg t!aros!1,׳. P.0cins2nwall Dr.ßilrofl 11123, DnDD!ncr Dr.Emil Louy. Dr.F0ilHß.T11c!li1cD3r. DoMlncr Dr.lH.ilarscliousr. Ooldsoip!nn!«:on auf Konto •lallti» HIibcIi ,,.lG«1i«oher Hportplata" Drandnor Bank Köni^atr, 4V, odor Fofetschtekkonto «Inltas llirwob. Berlin 118634. Sitzung«‘ veranstaltet wird, jeder Begründung, denn die WCseiitliflien Sitzungen fniulcn absichtlich am Abend statt, um den I hinderten von Chawerim aus En Charod, Bcth Alfa, Tel Josef, Kfar Jedieskiei usw. die Gelegenheit zu geben, sich zu beteiligen. Und das waren die lumdcrte, die ״in den Zeiten der Ernte“ nach dem Arbeitstag, ohne zu weichen, den Verhandlungen folgten. Im Mittelpunkt «ler Debatten standen zwei Fragen, eine so entscheidend wie die andere: die politische Frage, wie die Frfülluiiff des nationalen Lebens und der Autonomie und die Üc/icli!tilgen zu den Arabern zu gestalten seien, und die nicht mimler wichtige Frage, die der Berichterstatter überhaupt nur oberflächlich sireift: in welchen Formen sich unsere Kolonisation zu bewegen habe, ' .׳.. , in erster Reihe stand die politische Frage, denn die Lösung, «lie liier zu finden war, hat ein besonderes allgemeinzionistiselics Interesse, «Ins weit über «tic mittelbaren Interessen nur der Arbeiterschaft hcrnnsreicht. liier beginnt die Saat lioraii/ureifen, «lie seit vielen Jahren seitens der RÖnlc-Zion gestreut worden war. Die Tatsache, «laß die Arbeiterregie• rung in Fiigland zur Regierung gelangt sei, eröffnctc für die jüdische Arbeiterschaft in Erez-Iiirai'l gänzlich neue Perspek. t*von 11ml zwang sie auf der anderen Seile ala politisch selbständig bandelnder Faktor licraiis/ntri'ten. Die englische Arbeiterrcgienmg wartet auf das Wort, «las ihr Ragen sollte, wie «Ich «lie Arbeiterschaft in Erez-Israci die Gestaltung des politischen Lebens im Lande denkt; und die Arbeiterschaft wiederum fiilijte sich veranlaßt, bestimmte Forderungen polltisdier, kolonisatorischer und sozialpolitischer Natur an die Regierung zu stellen. Es ist klar, daß die bestehenden Be- Ziehungen zur englischen Arhciterrcgicrmig neue, bisher 1111geahnte Perspektiven für «len Gcsnmtzionkmus zu eröffnen geeignet niml. Der Vorschlag von Kaplnnsky, der die Frage der Konati- Intimi von Palästina betraf, wird von dein h. b.-Bcrieht• erstatter sicherlich auf Grund der unvollkommenen Berichte, nicht richtig dargcstcllt. Kaplnnsky schlug eine dreifache Stailehuig vor: nationale Autonomie beider Völker in den Kommunen und gewissen Fragen (Schule, Sprache usw,); tmd darüber liiiimta zwei Parlamente, ein Unterhaus, «las auf der Grundlage des allgemeinen, gleichen un«l direkten Wahlrechts von allen Fiiiwolutcrit Palästinas gewählt wir«!, und ein Senat, in dein jedes der beiden Völker 50 ״/o der Stimmen erhält. K.aplansky ging in seinem Vorschlag davon aus, «laß cs Zeit sei, mit den Forderungen einer demokratischen Vcrwal* hing lies 1 aiules an die Arbeiterrcgicrung licraiizutrcten an Steile «le* Absolutismus, der heute herrscht. Daß die gesamte Konferenz «len Vorschlag ablelmte, liegt daran, daß sie in dem Vorschlag auf «ler einen Seite keinerlei Demokratie erblickte 11ml diese ״Demokratie“ des Obeiliniises sicherlich auf die Araber ziMitiii«lest nicht gewirkt hülle; auf «ler anderen Seite eröffnet «ler Vorschlag m der heutigen Situation sehr ernsthafte ׳Gefahren für die jüdische Bevölkerung und besonders für die Einwanderung so lange, als das arabische Volk sich von einer Gruppe von Effcndis führen läßt, so «lall die Stellungnahme «ler Konferenz, sich leicht erklären läßt, D׳e EiiHiuniiigkeit der Ablehnung «Ich Knp’anskisclicn Vorschlages zeigt, wie anders sich eine Situation in London und in Ercz- Israel darstrllai kann, l:s ist nicht richtig, wenn In dem Bericht steht, «laß die Gegner Kaplnnsky» keine positive Antwort zu geben wußten. Die positive Antwort lautet, daß in «licsein Augenblick eine scheinbare Demokratie, die In Wirkliclikeit ohne besondere Maßnahmen eine Vergewaltigung der Miialoi beit mit Sicherheit zur Folge hat, auch nach «len mternationalen sozialistischen Begriffen keine Demokratie ist, und «laß für jetzt «lie Forderung einer weitgehende» nationalen AuJoiioinie beider Völker unter Wahrung des Rechts der freien Alijali die einzige Form der Demokratie darstellt, die in Wirklichkeit möglich ist. In dieser Hinsicht bewegen sich dann auch die Instruktionen Voft der Achdut!! Manwodah für die Verhandlungen mit London, neben den in dem Bericht tlargcsieliien Forderungen der Vergebung von Konzessionen, der Erlassung von Arbciicrschutzgcsct7.cn ׳ usw,' Auch die Frage der nationalen Autonomie ist naturgemäß eine l'ragc von nicht geringerer Wichtigkeit für die Arbeiter* Schaft als für «len ganzen Jischuw, Der Bericht G(aer diese Frage in der ״Jüd. Rundschau" ist offenbar geschlichen worden, bevor dem Verfasser die Beschlüsse von En Charod zu Gesicht kamen, in «lenen ausdrückücli als Grundlage der ״Na- (tonalen Autonomie“ da» Territorium, die jüdische munizipale Einheit, gefordert wurde und als Ergänzung dazu die personah; Autonomie für diejenigen Teile des Jiscluiw, die zerstreut unter der übrigen Bevölkerung leben. — Dieser Vorschlag wurde, wie gesagt, in seinen Grumlziigoa angenommen. Er wird sicherlich 110111 Stoff zu weiteren IV;k!1';‘do״e11 geben, aber «laß In ihm ein geamdes Empfinden (ur die Grundlagen des Lebens eines naturli;lien Volke.» gegenüber dem O.duthleben itcckt, Ist unverkennbar. Viele Oeiiicrkmigcii in dem Be• rieht über ״imperialistische Tendenzen", ״Schutzzollpolitik (!) pur cxecMencc“ usw. stellen sicherlich zumindest ein Miß- Verständnis dar. Ist nicht die Schaffung eines Territoriums unter Selbstverwaltung an Stelle zerstreuter, verein/cUer Men- Rehen und Kicilhmgcn geradezu die Grundlage jedes Zionismus? Die Frage: ״Ob «lie ganz«: Tendenz der konzcntrlermig «les jüdischen JKchuw berechtigt ist , . . all «lies bedarf der Frwägung", rührt nahe an die Frage über die Grundlage des Zionismus überhaupt mul die Konferenz verstand den Ge• danken, daß die Ba.-i: jedes Volkes die territorial(’ Autonomie ist und die Stunde in Lrez.-Isracl schon gekommen ist, in der die personelle Autonomie mir als Frg.111/11ng dienen darf. Di«' Schaffung großer zimammenliaiigender Territorien ist ja auch ein Ziel der zionistischen Sicdiungspolittk. Die außerordentlich wicb'i;e I rage nach «1cm System der Kolonisation bchmuicHe man in En Charod drei ’ volle Tage: 11ml fast ciiistiiinnig entschied die Konferenz, nach gnimlicgend( n Reden von Tabenkin, Licbenstcin und Ben Gurion und vielen nmlerert (die jeder zu lesen verpflichtet ist, der «ich ein wirkliche« Urteil über den Mcad-Ücricht bilden will), «laß «lie Grundlage der landwiitsi linflliclicn Siedlung die Kwu/alt ist. Wir geben seiner Wichtigkeit wegen teilweise den Wortlaut der Beschlüsse wieder: ״Die Konferenz lenkt «las Augenmerk der Arbeiterschaft auf eile Gefahr, «lic der Iniulsvirtfu hnf«liehen Siedlung infolge der erneuten Angriffe «ler Gegner di r Arbeiiersieillimg in der Zio־ nislisehen Organisation und außerhalb ihrer bevorstellt. Sie ruft die Kräfte von Aeluluth Haawodah 11ml der I listadruth klalith Im Lande und «ler zionistisch-sozialistischen Bewegung int /\us!ande auf, die genossenschaftliche Siedlung zu vertciilißcn gegenüber den verschiedenen Versuchen, sic zu unU rdrücken, und ihre Stellung in der jüdischen Anstellung Im Lande zu stärken. Die Konferenz stellt fest, daß dk Cinmdlnge und der Ilaiijittragcr unserer wirtschaftlichen Tätigkeit im Lande, sowohl «Icr landwirtschaftiidion wie der städtischen, die organisierte und tatsächlich sowie gcdmikcnmiUUg geeinte Gruppe ist, «Ile sich selbst fiir das genossenschaftliche Lehen und die genossenschaftliche Arbeit im Rahmen der ״Chcwrat ha Owdim“ vorbereitet hat. Sic sicht in der Schöpfung großer tatkräftiger Gruppen die natürliche Aufgabe der Arbeiterbewegmig im Lande, deren Ziel ist: Aufnahme der Alijali, Erziehung «ics Arbeiters, die ökonomische Gleichstellung der Arbeitenden, Handwerk mul Industrie, Erziehung zur Vcrantwortliclikclt und Disziplin, Schaffung genossenschaftlicher Zellen, «Ile «lie Einheit der Gesellschaft der Arbeitenden bilden." Es ist hier nicht der Ort, auf die Gründe, die zu diesem Entschluß geführt haben, ein/tigeheii, dafür ist zumindest ein besonderer Aufsatz erforderlich. Die Debatten standen auf einer großen Höhe und umfaßten «las Problem von allen Seiten. Es sei an dieser Stelle mir gesagt, «laß die Arbeiterschaft den Kampf tun die Sictiluugsform, um Daganjah, Tel Chaj, En Charod, Kirjat Annwim und die vielen anderen genossenscliaftlichcn Siedlungen und um die Schaffung von neuen in demselben Geiste als den Kampf empfindet, in dem cs keine Kompromisse ^׳ibt. Dis Komplott, «Ins heute gegen Ruppin geschmiedet wird, richtet sich, wie sich immer mehr herausstellt, im wesentlichen gegen ihn als den Förderer des (iedankctis der Genossenschaft. Auch die Worte von Den Gurion, daß ״alle Kolonisationsformcn für die Arbeiterschaft nicht Selbstzweck sind“, dürfen jedenfalls nur dahin verstanden Werden, daß für «lie Arbeiterschaft die kommunistische oder individuelle Sictiluugsform nicht nls solche, sondern nur, insoweit sic «lic Bedürfnisse der Gcsanitarbcitcrschaft und des Gcsaintsirdhmgswcrkcs zu fördern imstande ist, von Wert ist, Aeluluth 1 laawodnh aber und in ihr in erster Reihe Ben Gurion sehen in der genossenschaftlichen Siedlung diejenige Form, die diese Bedürfnisse am besten erfüllt. Auf die weiteren Diskussionen sei hier laicht noch einmal clngegnngen. Gesagt sei nur noch zum Schluß, daß diese Konferenz ihre besondere, weilhinreidicmle Bedeutung hatte, um! daß sie In der Arbeiterschaft und darüber hinaus im ge* samten Jiscluiw einen starken Wiederhall und reges Interesse gefunden hat. Ihre Resultate werden in vieler Beziehung als Wegweiser für die nächsten Jahre dienen können. Waller Prcuß, Jerusalem. Die Judenlrage im eslläwlischen Parlament Bei einer der letzten Parlamcntssltzungcn in Estland kam cs bei der Aufrolliing «Icr Juden frage zu auf ge־ VLgtcu Szenen, so daß «Sie Sitzung vom Präsidenten anfge־ hoben werden mußte. Der frühere Minister «les Innern, «!er Abgeordnete Einbund, warf unter dem Beifall der Rechten «lern sozialistischen Ex-Minister des Innern A los ko vor, «laß er wegen seiner I i h e r n 1 e n Haltung in bezug auf die E11! w 1111 d c r 1111 g v011 Jude n nach Estland «lie fiiian• zielten SchwieilgkviU'ti in I landet und Gewerbe verschuldet habe. Er erinnerte «laran, daß in der zarislUc'ien Zeit kaum ein Jude nach Estland einwniulern durfte, Der sozialistische Abgeordnete wies «he Behauptung, daß die Juden für die schlechte Lage verantwortlich seien, mit Entrüstung zurück, worauf «lie Skandalszcncn einsetzten, (Solche Debatten über «Sie Juden mit anschließendem Skandal im deutschen Reichstag wiederholen sich so oft, daß wir auf deren Registrierung verzichten. —• Red.) Da* cstlämliscli«’ Parlament hat das Aulonomicgrsetz für die nationalen Minderheiten (Deutsch-Balten, Juden, Russen und Schweden) in erster Lesung angenommen, die endgültige Erledigung jedoch auf die Herbstsaison verschoben. Wiener Brief Zionismus. In Wien hat sich jetzt ein ״Komitee für das arbeitende I: r e z -1 s r a c I“ konstituiert. — Der Großindustrielle K01mncrzlalr.it Max Klein (Schuh• Wirlk ״Bekn", Mödling), sprach dieser Tage über die in-' di u s t r i e 11 e n Möglichkeiten in E r c z * I s r a c I (nach Eindrücken, die er auf seiner Pnlüstinnreise gewonnen) und erklärte, «laß schon heute für Ledergerberei, lemer für Obst-, Marmeladen•, Konserven* und Milch• 1111111 stricn «lic wirtschaftlichen Aussichten günstig seien. Die vor kurzer Zeit begonnene Aktion zur Schaffung einer Siedlung österreichischer Juden auf dein Karmel zeitigte bereits schöne Erfolge: cs wurden bis jetzt 50 Patz elfen 11m 5000 Pfund Sterling verkauft. Seit einigen Tagen weilt Ussiscbkin in Wien. Er sprach in mehreren Versammlungen, so im großen Konzert haussaal, über ״Erlösung des Bodens in Ercz-tsracl“. Die Aktion Usslsclikins in Wien verspricht gute materielle Ergebnisse. Sport. Der Wiener Exmeister R«pid,«der im letzten Meisterschaftsspiel gegen die Hakoah 6:3 unterlag, forcierte den jüdischen Verein zu einem ״Revanchespiel“ heran», das am 16. Juni stattfand. Hakoali konnte das schwere Spiel 3:2 (Halbzeit 2:1) gewinnen, obwohl sie mit Ersatz antretrn '(mißte, während Rapid seine stärkste Mannschaft ins Fela stellte. Besonders zeichnete sich der rum ersten Male für Hakoali tätige Tormann Fabian aus (früher M. T. K. Budapest). R, S,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.