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Jüdische Rundschau · 1924-06-27 · Heft 51 (27.6.1924) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 51 (27.6.1924)
Date
1924-06-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Der Verkauf der übrigen Waren in allen Abtei• hingen hatte einen anderen Charakter als im Vorjahr, indem er sich nicht auf Arbeiterlagcr und Kwuzoth konzentrierte, sondern mehr auf einzelne Käufer, Dies wegen der Ver• .ändernng der Arbeitsorte, denn rlici.cs Jahr konzentrierte *ich die Arbeit meist in den Städten, wo das Leben weniger einen Gcmcinschaftscharakler trägt. Der Erlös war daher mehr zersplittert mif einzelne Käufer. Diese Art der Arbeit erforderte von uns eine Vergrößerung des Apparates, wie der Zahl der Arbeitskräfte. Trotzdem im Laufe der Zeit viele Leute neu eint raten, genügten sie noch nicht, doch konnten vvir uns nicht erlauben, die Ausgaben zu vergrößern, welche ohnehin 8,055 £E betrugen (davon für Löhne 3.931,83 £13). Wenn auch die Umsal/snmine die Größe der Bestätigung des ״Hamasclihir“ nicht erkennen läßt, so vergrößerte und verzweigte sich diese dennoch im abgelaufenen Jahr in bcdeutendem Maße, •So vergrößerten sieh iu diesem, dem zweiten Jahr seines Bestandes, die Zweigstellen in J c r 11 ״ Salem, und es wurde die Frötfimug einer Zweigstelle im Viertel Beth Hak crem nötig, wo ein Teil unserer Käufer konzentriert ist. Nach Verhandlungen mit dem Wand der Kolonie Benjamin ah wurde dort, ferner in Kfar Je- Chcskicl Zweigstellen errichtet, letztere wird zu einer der wichtigsten, weil sie die Kolonien im 13mck versorgt. In Jaffa ciöftneteii wir zwei Küchen. Wir waren -Jazu genötigt, weil die früheren Küchen des Arbeiterrats geschlossen werden mußten. Das war eine schwere Last. Ls ,gelang uns jedoch, die Küchen so weit zu billigen, daß sic sich seihst erhalte.1. \X׳ir gaben für sie 1995 1313 aus. Bei den Küchen, die wir ailc dazu bringen, sieh selbst zu erhalten, wird unser 1 iaupt.stieben sein, das Essen zu vctbcsscrn. In dieser Beziehung können wir auf das Ausgabcnveriiältnis liiinveiseii: 65 ״> für das Essen, 35 0,״ für Bedienung, während bei den frühereii Kne.itn das Verhältnis ein ganz anderes war. Von den Gesamtausgaben für die Küchen (1.9)5 .CK) fielen 753 £E Ausgaben auf eigene Erzcugui-se des Hamaschbir und der laiidwiiischafllichen Zentren. (Brot, Milch.) In den zwei Küchen arbeiten 20 Leute sehr angestrengt und zu ungcr.ürenJun Lelm. Die schwere Lage, in der sich die Arbeiter bciimlen, brachte cs dahin, daß trotz der großen Zahl der Spei senden - - 21 IKK) Mahlzeiten im Monat — der ganze Erlös sich nur auf ütK) £c belief und der Umsatz in sechs Monaten auf 3,(Km .CE. Die große Zahl der 'Mahlzeiten madit viel Bedienung notwendig, aber der kleine Geldumsatz zwingt^ zur Sparsamkeit. In diesem Jahr führten wir auch die Bäckerei, welche dem Arbeiterrat in Jaffa unterstand und in der 12 Mann arbeiten. Der Umsatz im Laufe von fünf Minuten betrug;1.073 .CE.!11 dieser Arbeit ist noch kein Lrfolg *erzielt worden. Die Bilanz schließt mit einem Verlust von 173 £13. Im ganzen arbeiteten im Mamaschbir im Berichtsjahr 70 1׳ c s t a 11 g c s t e 111 e , außer einigen Dutzenden, welche im Umkreis des I lamasclihir, in verschiedenen Arbeitszweigen, dauernd oder zeitweise beschäftigt waren. Von dem Gesamtumsatz von 109.090 .CH stammten aus L a ml 11!5׳t od u k t e 11 <10,000 £ 13, davon Erzeugnissen der Arbeiter 20.000 £13, Unter den Waren waren Schuhe der Kooperative ״Thoclct", in der 15 Mann während des grübieu feil* der Zeit an den Bestellungen des I laniaschhir arbeiteten, ferner Sessel, Betten und dg1. von der Kooperative ״Li a a 111 a 11 Hafis.1 h“, W a g e’11 aus der Kooperative ״Mamafa“ 11. a. 1״. Von Produkten der Ver- Wallungen wurden in diesem J״hr 239.Ö72 Liter Milch im Yt/crt von 13.000 £E verkauft. Die Milcherzeugung ist eine der wichtigsten Zweige der Landwirtschaft, und cs besteht das Bedürlnis nach einer modernen besseren Regelung des Verkaufes, Mit dieser Frage beschäftigen wir uns jetzt. In den letzten Monaten dieses Jahres beschäftigten wir uns mit der Beschaffung von Stroh und Saatgut und in den_ ersten. Monaten des Jahres 5631, welche der künftigen Dericlitsperiode nngchöricn, wurden um 7.500 £E Getreide gekauft und an die Betriebe verteilt. Diese Operation wurde zur Befriedigung der Beteiligten durchgcfiihrt. In diesem Berichtsjahr bauten wir unser Magazin im Handels• Zentrum von Tel-Awiw, wo wir für Grund und Gebände zusammen ■1.175 £C aiisgaben, worauf wir 1,000 £E a's 2 iypothek erhielten. Wir hatten Im Berichlsjahr'mit schwierigen Verhältnissen zu kämpfen. Die Sorge um die materiellen Regelungen verschlang die ganze Energie. Wenn wir trotz dieser schweren Bedingungen nicht nur einen kümmerlichen Bestand {ortsetzen, sondern auch neue Zweige in Angriff nehmen konnten, welche einen Aufwand von großen Mitteln erforderten, so erreichten wir das dank der vielfachen I Ulfe, dir um; von der Arbeiter׳ bank und der A. P. C, gewählt wurde, In den Passiven des Berichtes figuriert eine Stimme von 3.700 £E. für Rechnung der Bon s. Diese gab der Misrnd mit unserer Zustimmung aus, 11m sich den l.ebensniittelkredit zu erleichtern und sieh auf diese Weise die Regelung der Löhne Und <lie Zahlung; an die Arbeiter zu regelmäßigem Termin zu eriiiogfichtm.. Wir taten, was wir konnten, um «lern Arbeiter, der einen i eil des Lohns in Bona erhielt, seine Bedürfnisse zu regulären!׳reisen zu verschaffen. Aber infolge der allgemeinen schweren Gchilage waren die Arbeiter sehr häufig gezwungen, Ihren ganzen Arbeitslohn in Bons zu nehmen, und da sich unter den Lchciislmlürfnkson auch solche befinden, welche der Ifamaschbir nicht beschaffen konnte, nahm der Bon *einen Weg zum Markt und verwandelte sieh in eine M11 uze, mit der man handelt wie mit Valuta. Es tut uns aelir leid, daß ein Teil der Bevölkerung, freiwillig oder gezwungen, sich dazu bergab, den sozialen und materiellen Wert der Bons durch den^ Handel damit, sowie durch die Verbreitung übertrlebciicr Gerüchte über die unbegrenzten Summen, die sich am Markt befinden sollen, zu drücken, Wie dem auch sei, nach den Reformen und Anfragen der Lciiung «n die General- Versammlung muß auch die Frage der Bons ihre entsprechende Lösung finden, — Nachstehend bringen wir die Bilanz des 1 iamaschhir. Wie bereits mitgetcilt, hat er inzwischen sein Filialnetz erweitert und besitzt jetzt 12 Zweigstellen im Lande. Soeben hat er auch eine Aktion wegen Absatzes von neuen Anteil■ scheinen zu 1 £E ciugclcitet. Bilanz des Hama8chblr 5033. Aktiva. 1 Dar Geld . 733.800 iu der A.P.C. 491.355 2. Ware in den Magazinen 1 . 3. Wechsel , . ״ ,. 1. D c b i to r c n Verwaltungen und Institutionen 11,011.660 Liii/clm■ 032.720 , ן Bürgschaften ....... 860 5. U 11 b c w c g I i c h e 9 Vermögen Gebäude in Tcl-Awhv 6. Effekten Anteile der Arbeiterbank. 7. 111 v c n 111 r Muhe! uml Inventar 8. V o r a u * b e z a 1111 für 5684 Miele ... , . , 9. Zweifelhafte Auüc 11 stände . ,! Passiva. 1. Gescllsc haftsvermöge 11 Antii'.c . , ,! . . Fonds .. . 2. Dari e 11 0 11 s f o 11 d * Zion. Organisation. 3. A k z e p t e . 4. Verbindlichkeiten Verschiedenes . Bürgschaften. Bons .. . Einlage 1111 <1 Depots, . , 11 y p ot 11 e k r 11 auf die Gebäude iu Tel-Awiw. 8. Reservefonds für ־zweifelhafte Außenstände 9. R e i!1 g c w i 1111 . , * . > 3,639,981 2,556.374 7,703.925 80C1.000 £E 1,228.155 9,983.181 6,397,990 13,410,330 4,473,349 220.000 916.743 544.288 723.668 37,798.082 £E 6,195.555 5,479,685 8,763.146 8,569.925 3,746.935 1,005.125 1,090,000 1,015.495 2.021.218 37,793.032 An'.ijiidiscltc Vorkommnisse In «1er Paliisllnsvmv.31lun!1 Uns wird aus Palästina folgendes gemeldet: In letzter Zeit haben im 1 iaupizollaint in Jerusalem und im Zollamt in Haifa sich antijüdische Tendenzen bemerkbar gemacht. Alle jüdischen B e amten des Zollamts in H a i f n sind entlassen worden, uml nachdem der Geißle des Direktors nach Jerusalem versetzt worden ist, gibt cs keine jüdischen Beamten mehr im llaifaer Zollamt. Da die Juden an dem Handel in Haifa sehr regen Anteil nehmen, forderte die dortige jüdische Handelskammer, daß an Stelle dieses versetzten Beamten ein nuderer jüdischer Beamte in Haifa an,ge ■teilt würde, d amit die Juden sich hebräisch verständigenkönnen. Obwohl sich die I Iniidelskammcr in dieser Augelegruheit zweimal an den Direktor des Zolldeparfeiivcnts gewandt hatte, erhielt sic doch eine Absage, und zwar in so beleidigender Form, daß sie weitere Schritte für zwecklos hält. Da fast alle Bekanntmachungen des Zollamts hebräiscli oder am bis ch veröffentlicht werden, ist cs für die hebräisch sprechenden Juden unmöglich, sich auf dem Zollamt zu verständigen, umsomehr, als die letzten jüdischen Angestellten aus dem Büro zum Spcichcrdiciist übergehen mußten oder zum Stationsdienst. All diese Neuanordmtiigcii wurden nach dem Besuch -des Vizcdircktor*. Botadjt in Haifa getroffen. Auf der letzten Sitzung der Handelskammer wurde eine Resolution angenommen, gegen das beleidigende Schreiben des Zoll-Departements aufs schärfste zu protestieren. Als im vorigen Jahr eine Zahl von Eisenbahn* Auges teilten'wegen Verkleinerung des Betriebs entlassen wurde, verloren auch viele Juden ihr Brot. Jetzt, da die Eisenbahn wieder neue Beamte und Arbeiter cinstcllt. wurde kein einziger Jude, sondern nur Araber an׳ gestellt. Die Bitte der j ü d i s c h c 11 11 a n d c 1 s k a mm cr FI a I f a, eine direkte Bahnverbindung Haifa-Alcxandricn herzu• stellen, wurde abgeschlagen. Eine Erdülrührcrilelümg durch Palästina. Berichte aus Palästina wissen zu melden, daß die englische Regierung sich ernstlich mit dem Gedanken trage, das in der Gegend von Mossul gewonnene Erdöl — die dortigen Quellen lassen nach den neuesten Forschungen auf eine ganz, ungeheure Ergiebigkeit hoffen — mittels ein er großen Röhrenanlage nach Haifa zu leiten, das dann als Tankstelle für die östlichen Mittelmcerlünder fungieren würde, Palästina würde somit Transitplatz des mcsopotamischcn Erdöls werden. Syrischer Einfuhrzoll. Die französische Verwaltung von Syrien 1111 <! L i h a n 0!1 hat vom 24, April einen Höchst zoll von 30 vom Warenwerte ciiigeführt. Eine Anzahl Waren ist dabei ausgenommen. Dieser Höclistzoll kommt nicht in Betracht f ü rWarcu, die aus den dem Völker׳ bund angehoremk'ii Ländern stammen, sowie* für Waren aus den Vereinig,len Staaten und der Türkei. Die Waren dieser Länder ßßilien einem Zoll von 15 ״/״ reין.׳. II «/« tinlerworfen Diese Zollfcstset/ung scheint sieh ausschließlich g e g e 11 Deutschland zu richten. Das geht besonders aus einem Paragraphen hervor, der bestimmt, daß für Waren, die aus den an Deufsehlaml angrenzenden Uindern stammen, Ur׳ sprniip.snadiweise mit dein Visum des frauzözisclicn Konsuls bciziibruigen sind. Palästinensische Ernteaiisslchtcu im Mal. Weizen und Gerste reifen schnell heran; in einigen Distrikten lut mau schon mit dem Ernten begonnen. Durchscluiittscrträgc werden im Norddislrikt außer auf dem Mergelboden in einigen Teilen der lhigd erwartet. 1111 Süden steht die Ernte folgemlcnnaßen: Weizen: In Gaza hat die reifende Frucht viel Schaden durch die Schirokko-Winde erlitten. Sehr dürftig ist der Stand in Bersehn, In Jerusalem ist in den besser gelegenen Gegenden ein Dnrchschnittscrtrag zu erwarten, auf dem flachen Boden dagegen eine Fohlerntc, Jericho wird 15״/״ über Durchschnitt liefern, Frühweizcu in Jaffa steht ziemlich durchschnittlich, Spätweizen 15 bis 20 ״;• unter Durchschnitt. Gerste: ln Gaza sieht das Getreide unter Durchschnitt. In Rerseba im allgemeinen etwa 50 ״/״ unter Dirchschnilt. In der Jerusalemer Gegend sicht die Gerste auf den Hügeln recht dürftig, auf dem ebenem Hoden dagegen um 23״/# über Durchschnitt. In Jericho 10*/# über normal. Frühgerste in J a f f a ungefähr Dmdisdinltt, Spätgerste um 13 ״» unter Durchschnitt. — Dürr ha: De Frühsaat ist im Norden gut vorgeschritten. Die Aussaat wird in großem Maltstab weiterbetrieben, besonders in Haifa, Acre und Galiläa, im Süden steht die Frucht durchweg gut. Sesam: Unter günstigen Bedingungen wird die Aussaat in ähnlichem Ausmaß wie un vorigen Jnlir weiter durdigeführt. — IS oh ne 11, Kcrscnucli, Linsen: Die Bolim nerntc ist beendet. Die Farmer sind derzeit mit dem Linerulcii von Kcrsenneh und Linsen beschäftigt. Im allgemeinen sind di« Erträge unter l>11rel1;chnitt. — Melonen: Die Melonen entwickeln sich zufiiedenstclleml, und die Ernte scheint über Durch schnittsertrag abztiwcrfen. Meloncnanpflanz’.injjen Im Enick. Bisher herrschte!11 den laiidwirtseiiaftliiheu Kreisen von Palästina inuner die Meinung, daß die Melone, die dort eine :.dir gesuchte Frucht ist, mir auf weicher Erde und in mit reichlicher Eeuditigkt t versehenen Gegenden, wie in Samaria (dicdera und Umgegend) gedeihen kann. Das Jordan tal mit seiner Hitze und Trockenheit wurde demgemäß als Meloncngcgcml parnirht in Betracht gezogen. Vor zwei Jahren indes hatte die blühende genosscimclmfiliclic Gruppe Da g a 111 n in GaliLia (am Jordan) In ganz kleinem MalKtab einen Versuch mit Mcionenkiihh'leruiig gemacht. Das Ergebnis war vortrefflich. Der eigene Bedarf der .Siedlung an Früchten war genügend gedeckt, während die verkaufte übrige Ernte die Kosten deckte. Im darauffolgenden Jahr wurde ein größeres Stück Land, 4,5 Acres, bepflanzt und 10׳ Tonnen Melonen von auffallender Schmackhaftigkeit und Größe (je 16 kg) geerntet. Diese wurde nach Damaskus versandt und, da zuerst auf dem Markt erscheinend, mit £1: 3 per Tonne zum Verkauf gebracht, was für Daganla eine Einnahme von £E 120 bedeutete. In, diesem Jahr mm ist das Pflanzgebiet auf 7,5 Acres ver- * größert worden. Audi Daganla ״B“ und Kinereth haben 6,5 Acres bebaut. Die Frucht reift bereits und wird wiederum als erste auf dem Markt erscheinen. Nationale fndustnebank. Am 6. Mai fand in Tel- Awiw die Gründung'־,Versammlung der Nationalen Industriebank, ״Bank l.cunii w c t a n s s i j a 11", statt. Wie bereits bekannt, begann man mit dein Verkauf der Aktien für diese Pank schon vor und während des 13. Kongresse s, docli da de Regierung noch immer mit der Bestätigung zögerte, konnten sie!echt nusgegeben werden. Jetzt ist endlich, die! Erlaubnis der Regierung erlangt, und man hat’mit dem offiziellen Verkauf der Aktien begonnen. Auf der Ver- Sammlung wurden 10 Personen gewählt, die den Plan einer Verkaufskampagne der Aktien aiisarbciten sollen. An der Sitzung nahmen viele Fabrikanten, Kauflcutc usw. teil. Es wurden 100 Aktien gezeichnet. ״Hmuanli!!" (The Land Development, Building and Indusfry Co. Ltd.). 1922 registriert als Gesellschaft öffentlichen Nutzens. Kapital 20.000 £E, geteilt in 28 Oründeraktien zu 2S0 und 13,000 gewöhnliche Shares zu 10 CH. Diese Gesell• schaft errichtete das neue Viertel ״Schcchunat Tschlenow" bei Tel-Awiw mit 36 Häusern zu 2—6 Räumen. Die Gesellschaft verkauft die Häuser mit 40״/« Anzahlung und Abstattung rcst'icher 00 ״/# mit SLßproz. Verzinsung wahrend 5—6) Jahre. Die Preise der Häuser sind 500—1200 £ jo nach Größe. Im Viertel ״Bath Ga lim" bei Haifa, 30 m vom Meere, am Fuße des Karmel criichtctc die Gesellschaft 14 große Häuser mit 4 -10 Räumen. Die Preise sind 1,000 bis 1.075 £ für ein einstöckiges und 1.700—2.200 £ für ein zweistöckiges Haus. Sie übernimmt auch den Bau von Häusern auf Bestellung. Ehen jetzt baut sie eine Gartenvorstadt bei Tel-Awiw. mit Bewässerung, Wegen, Häusern und Ställen, jeder Besitz mit 20—30 Dun,am Land, von denen 10 bewässert sind, misgestattft. Für 1923 zahlte sic 7 «/# Dividende. Der Aiilciischeinverkauf wird fortgesetzt, die Aktienbesitzer haben Vorrechte bei Ankauf von Hausern. Ela Todesurteil * Wir geben im folgenden zwei Prcsscstimmcn zu dem Todesurteil gegen den" Platzmeister Löwinsohn, der soeben von einem Berliner Schwurgericht zum Tode und zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, weil er seine (jüdische) Brotgeherin, Frau Förster, und ihr Dienstmädchen ermordet zu haben geständig ist; daß sein zweites Opfer nur bcwußtlot war, als er cs verließ, ändert nichts an seinen Absichten, Dadurch, daß die Geschworenen Raubmord nniialuiu'n, kam cs zu diesem Todesurteil gegen einen Menschen, de? ganz offenbar int Affekt gehandelt hat, wenngleich er mit Vorsatz tutete, der an der Grenze me lischlieber Zurechnungsfähigkeit steht, wie die Sachverständigen zügelten, und der schließlich als Opfer der heutigen, viel zu groben und sehr irrigen Lehre von der Zurcchmmgsfähigkcit, vom Vorsatz und vom gewaltsamen Töten überhaupt selbst getötet werden wird. Die heutige Gesellschaft müßte die Unantastbarkeit des Menschenlebens noch den verrohtesten Individuen gegenüber zum Kennzeichen normaler Staatszustände machen. Mörder sind manchmal nui Momente lang Mörder, und vorher stets Menschen gewesen, nu denen die Gesellschaft so wenig gut getan hat, daß sic ihnen schließlich zur Sühne furchtbar wehe tun zu müssen plauht. Zu unserem Falle ztirückkonimcnd und zu unseren Zitaten lesen wir im ״Vorwärts": ״Letzten Endes wird wohl nur der Gnadenweg dem Löwinsohn Rettung hingen können. Fr gehört einem Volke an, das in der Statistik der Verbrechen nur wenige Fälle von Verbrechen (;egen das Leben anderer aufweist, er gehört einer Familie a״, die angesehen war; er war ein guter Vater und ein guter Ehemann, ein arbeitsamer Mensch, er hat wahrend des Krieges viel erlitten, ist von Haus und Hof gejagt worden, Nt ein schwer erblich belasteter Neuropath, es Isi nicht aii/mu him'n, daß das Verb red um für ihn etwas Selbstverständliches ist, mau sali cs ihm an, daß er am Geschehenen schwer zu tragen hat, — man könnte ihm sein Lehen wahrlich schenken." Und nun folge das Blatt der Harmlosen in Deutschland ... Wir kömi'cn sein emphatisches Sieh-dunim-stcllen uachabmet; und unsere Leser raten lassen, wessen Stimme so blutig heiser und frohlockend zu fragen verstellt. Endlich auch einmal ein Jude, der mordet, auf zehntausende, die von den Gesinnung*• genossen der ״Deutschen Zeitung" iu der Ukraine, in Polen, Ungarn und Deutschland ermordet worden sind ... Aber wir halten 11'cht hinterm Berge. Man!esc den Kommentar der ״Deutschen Zeitung", wenn man Humor dazu aufbringt: ״Wie mag mm wohl der überführte und geständige Raubmörder heißen, 11m den sieh die Doktoren Simon, Lclcwes (l.cfewcr, teure Scliriftleitung, Lelcwcrl — Red, ü. ״). R "), Hirsch und Blum, sowie die jüdischen Schriftlcituiigen der ״Vossischcn Zeitung" und des ״Vorwärts" so angelegentlich bemühen? Welchem Volke mag der Mann angehören, für den sich trotz seiner Abscheu erregenden Verbrechen jüdische Medizin und jüdische Jurisprudenz, jüdische Finanz und jüdischer Umsturz gleichermaßen ins Zeug legen? Die Antwort wird kaum überraschen. 15er Schwerverbrecher heißt Salomon, bzw, Samuel Löwinsohn! und gehört dem Volke an, dessen bluttriefende Geschichte wir durch das Alte Testament kennen und dessen jüngste Grcueltatcn, in Rate-Moskau die Welt vor Orauen erstarren lassen." Die grinsende Fratze hinter der Entrüstung erregt alle» dings eher Brechreiz a(g Gelächter ,., I

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