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Jüdische Rundschau · 1924-06-27 · Heft 51 (27.6.1924) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 51 (27.6.1924)
Date
1924-06-27
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seile 00ג JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 5! Ischen K! 1!oiilcn v• ווי Kl 11 er et 11 bis Bet 11 0 <1 n verbinden wi'iwlc. :.ulllc der Vertrag 1111( der Ica zusiai,', ’ mm '11, so würde dies für drei Jahn* die Lenge der BeHcle.tilguiig der 1 abakinhcitcr in Uiitcrgalilä,« lösen! 322a £ wunleii vom ArbelUdcpartoment in diesem Jahre ausgegebeu, um 470 Arbeiter 111 den bestellenden Kolonien 11111 e r z 11 b r i 11 g e 11, Dies Ist eine wesentliche Neuerung In der Verwendung der (leider dieses Departement (da« alle Gelder dieses Departements Keren Hajes 5011• Gelder sind, braucht wohl nielit erst ger.agt 21t werden). Das ■Arln-itsUeiMileiueiit hat erkannt, da« die Kolonien einen Aiheit.mnikt darstelleii, der für den jüdischen Arbeiter von großer Bedeutung ist. Zwar haben die seit Jahren in den Kolonien imteniummeneii Versuche der Plazierung einzelner Arbeiter immer wieder fehlgesehlagen, aber dieses Mal versucht die Exekutive den jüdischen Arboiler in seinem Konkurrenzkämpf mit der billigen Arbeit der Eingeborenen iladurch zu iiniersitit/eii, dali sie ihm kleine Wirtschaften einrichtet, welche ein N 0 b c 11 c i n k 0 in in c 11 In Zeiten der Arbeitslosigkeit versprechen und den Arbeiter melir an den Ort binden. Diese Wirtschaften können natürlich nur von organisierten Gruppen verwaltet werden mul die UcIk* mahnte von Arbeit! 11 durch solche Gruppe n bedeutet cbciilnlls eine Bürgschaft für die Dauerhftftißkclt der geschaffenen llc/ie- Iu1a!:eu. Dazu komm1> *׳ •'׳•’-־׳ ״י־,׳ ,׳rgnnl9|cricl1 K'.vuzotli auch auf eigene Rechnung und Gefahr Büdeil pachten und bcliaueii können, Das Arbeit«!( •partement flpeht in dieser Sache Hand In Hand mit dem A 11 s i e d I ti n g 8 d e p n r t c in e 1t t der Zionlstisehcii!exekutive, das ein lebhaftes Interesse an dem Ge-!iiigt'n dieser Versuche haben 11111«; denn sie bedeuten chic unli'nlkiie Verwliuhing organisierter Gruppen Im Ackerbau lind deren Vorbereitung für chic spiiterc Anslcdhmg 1111,1er eigener Verantwortlichkeit, lis bedarf keiner wcllcrdi Worte darüber, da« dieses neue Prinzip, den Schwerpunkt der Arbeitssuche von der Stadt in das Dari zu verlegen, von großer moralischer und psychologischer Bedeutung ist, Da» Arbeitsilepnrti'iiieiit hofit, aitller den Tal־׳' Arbeitern und den in diesem Jahre in den Kolonien untergebr!ichtcit 170׳ lamlwirtscliniilidieit Aibcitcnt im Laufe des nächster. Jahres 000 weitere Arbeiter in den Kolonien u 1t t crzubringe n. h, b. Italien und Paliistina Jerusalem. (J.T,A.) Nach einer liier verbreiteten Meldung soll seitens der italienischen Regierung die Möglich* keit der Errichtung einer i t a 1 i e n i s c h j ü d 18 c h c n K o 1 o * nie in P a 1 ä s t i!1 a erwogen werden. Wie cs ferner heißt, sollen Italiener in Palästina »ich bemühen, in einen näheren Kontakt mit der kulturellen jüdischen Arbeit z.u gelangen, U. a. wurde der Vorschlag gemacht, da« paiii Minen* s I s c 11 c Studenten an italienischen U 111V c r s I * tüten einen Teil i 11 r c r S t u d i c 11 absolvieren. (Italien, das die Bedeutung der jüdischen Heimstätte in Palästina längst erkannt hat, sucht wohl auf diese — sehr vernünftige Weise Kulturpmpnganda zu treiben, Andere Staaten sollten sich an diesen Plänen ein Beispiel nehmen. — Red. ״J, R.״) Zu den l’ro testen flcjjch׳Halpcru.1mä’־via Vrlcsfand Wie wir erfahren, handelt cs sich hei den von orthodoxer Seite regem Dr. Georg H n t p e r n uml1 ׳ lerrn van V r i e 91 <1 n d (vgl. die Nachricht In der letzten Nummer) erhobenen Angriffen um die Tatsache, daß beide Herren, die, nach den ׳offiziellen Beratungen in Jerusalem, *ine private Autotour ins Emek und nach Haifa machten, dort erst nach Sabbathbcginn eintralcn. Aus London erhalten wir folgende Mitteilung: Mit Rücksicht auf ein Vorkommnis, das in den letzten Wochen Anlaß zu öffentlicher Unzufriedenheit und Protesten 111 Palästina gegeben hat, hat die Exekutive der Zionistischen Organisation in einer ihrer letzten Silzuitgeii folgende Resolution einstimmig 011* g e 11 o m m c 11: Die Exekutive der Zionistischen Organisation wieder* 1101t ihre oft auKgcsprocltcnc Anschauung! daß die Bc* o b n e 11111 n g des S n b b n t nach Gebühr respektiert werden soll, indem die Exekutive über jede Verletzung dieses Grundsatzes, die in Palästina geschehen sein mag, 1111* Bedauern aiisspricht, muß sie erklären, da« sic keine Macht besitzt, die Handlungen von Einzel* Personen in ihrem Privatleben diesbezüglich zu kontrollieren, Von Louis Llpaky, Mitglied der Exekutive. In *kr let/leu Zeit wurde in zl011i*4׳if>clten Kreisen und zum Teil auch in der Du.•c in Europa und Polästina ml dem Vcihalten von Mr, Husky als Mitglied der!Exekutive Kritik geübt. Herr l.lpskv *endet uns darauf die folgende Erklärung mit der Bitte um Verdfft'iiflichung, Angesichts der Kritik, die gegen mirli als Mitglied der Exekutive gerichtet wurde, ist ei mein Wunsch, den zionlstischeu Ercundcil zu erklären, welche Gründe mein Verhallen bestimmt haben, Die Kritik betraf vor allem drei Punkte: Erstens meine Abwesenheit von London; zweitens die Ent- 7.trh1111g der Unterstützung für das Berliner Büro, und drittens meinen Vorschlag, daß die Zentialc der Zionistischen Organi* sation nach Palästina verlegt werden soll. Abwesenheit von London. Als Ich im Eelmlar in London cintraf, fand ich, daß das Büro der Exekutive mit Ausnahme des politischen Departements nicht imstande war, eine große und systematische zionistische Arbeit durch/iiführen. Das Zfittmihiiro wurde von vortrefflichen Männern geleitet, aber sie waren in Routinearbeit eingespannt und hatten keine Gelegenheit, ihre Kialu* voll zu entfalten, Ls gab keine Stellen, die den Gang der zionistischen Täligkeit an allen Orlen entsprechend botiußulften, es gab keine Propagandisten und Organisatoren, die der Zentrale zur Verfügung gestanden wären, Die Anomalie kam schon darin zum Vorschein, dali das einzige Organ, das wir besaßen, der ״llnolani", in Berlin lierntisgegcbeii wurde, und trotz aller Bemühung konnte es nicht gelingen, von London aus einen wirklich befriedigenden Kontakt mit der Redaktion her/ustellen und das Blatt wirklich zum Organ der Exekutive zu mneheu. Die I iauptursache der Schwierigkeiten, die sich jeder ausgreifenden Tätigkeit entgcgenstelirn mußten, Ing in dem Mangel an Mitteln. Die Einnahmen der Exekutive wurden Im nllerglinstigsten Fall auf weniger a's C 2>.(>fK» jährich geschätzt, unsere Ausgaben hei rage n jedoch etwa £ 3001)0 jiihrih, und es wurden keine Maßnahmen getroffen, um das unvermeidliche Defizit zu decken. Die Exekutive lebte von der Hand in den Mund und arbeitete unler ttmnügüchen Bedingungen. Was konnte unter diesen Uiiisliimlen getan werden? Wiilirem! meiner Anwesenheit ln London machten wir angestrengte Versuche, dl* E i ti 11 n h in c nf*l e r Exekutive zu er• hüben und die offenbar notwendigen Sparmallrcgcln durch• zuführen, Allerdings! was wir in bezug auf die Einnahmen tun konnten, bescitr inkte rieh auf eine papierene Tätigkeit: Aussenden von Briefen, Zirkularen, Ankündigungen, Artikeln, Manifesten, aller letzten Endes ermangelte• diese Tätigkeit des pcrson'ichen Kontaktes mit der zionistischen Welt. Die Exekutive ermangelte der geeigneten Organe und Vertreter. Um diesem l/tbclntand ah/iiheltcn, beschlossen wir zunächst, ״Haolam“ unter unsere direkte Kontrolle zu bringen, Indem wir das Blatt an den Ort verlegten, der der Sitz «er Exekutive ist. Der zweite Pinn war die Schaffung einen Wochen hintte» in englischer Sprache. Mit solchen zwei Zeitschriften, die direkt dem Einfluß der Exc• kuiive unterstellen, die besten zionistischen Schriftsteller und Publizisten nt ihren Mitarbeitern zählen und geeignete Tribünen für den zionistischen Gedankenaustausch bilden, hofften wir, auch unseren persönlichen Kontakt mit der zionistischen Welt ausdehnen zu können, indem wir, wenn unsere finanziellen Verhältnisse «ich geheuert haben, geeignete Persönlichkeiten als Er? Ich er und Organisatoren für jene l.ändtT, die Solcher Helfer bedürfen, engagieren. Die zwei Zeitungen sollen die Basis bilden, von der aus wir die gesamte zionistische Welt geistig und organisatorisch leiten können. Da jedoch die UebcrsiedUmg des ״Haoiain“ nach London mehrere Monate in Anspruch nehmen mußte, unsere Einnahmen eine gewisse Zeit noch stagnieren werden und die Arbeit der Aufbringung von allgemeinen und goldenen Schekeln sowie Sondcrbclträgen ohne meine persönliche Kontrolle weiter• geführt werden konnte, beschloß ich, nach New York zurück• zukehren, wo Ich gleichzeitig die Möglichkeit hatte, auch Verständnis f ü r d i c Bedürfnisse der Londoner Leitung und insbesondere für die Notwendigkeit des Londoner Budgets der Organisation 711־ erwecken. Dazu kommt noch, dnlt die Jnhrc«l(«11frrcnr. der amerikanischen Zionisten vor der Tür stand und iik ine Anwesenheit erforderlich war, tun die verantwortlichen Arbeiten des nblaiifemlcn zionistischen Jahres in Amerika zum Al*cl1luß zu bringen, icli habe die Auf• lassting, daß Ich auch als Mitglied der Weltexekutive die (,flicht habe, persönlich in die Arbeiten einer so großen Landes־ Organisation wie die amerikanische cinzugrcikm, wenn meine Mitwirkung notwendig ist. Ich werde am 9. J11H nach London zurück* kehren und sodann mindestens sechs Monate dort bleiben, Während dieser Zeit werden wir die Her¬ Unser Artciis*Dcpnr(c1:;cnt (Briet ims Palilstlnn) Von unserem Korrespondenten, Jerusalem, 16. Juni 1924, Mit dem Hcrntinaheti des neuen Jahre» 5(18*4, das für >1119 ungefähr mit dem neuen z10111 י t i se he n K i n n n z (a 11 r •111 s a in 111 c 11 f .,i li t, kommt die Zeit der Rechenschaft über das Vergangene und der Uehcrlrgmtg «her die Wege, welche unsere Kolonisation Im nächsten Jahre gehen soll. Die wich• tli'sic B'rage ist für uns die Trage der Arbeit, Von ihr hängt die Möglichkeit weiterer Einwanderung ah, Ihr Korrespomlcut hatte Gelegenheit, vom Leiter des Arl eitsdepnrtcinenl<s der Zionistischen Exekutive, Herrn Josef Sprinzak, die folgenden Aufklärungen über die Arbeitsinge i m vergangenen Ja 11 re uml über die Absichten für das nliclislc Jahr zu erhallen. Der Winter des vergangenen Jahres war durch eine he• sonders schwere A r b e i t s k ri s e gekennzeichnet. In der Bautätigkeit von Tel-Awiw war eine Krise eingetreten, die B a 111 ä t i g k c i t i n Haifa durch Beschränkung des Hypntiickarkrcditcs reduziert worden, die Hoffnungen auf Bautätigkeit in Jerusalem erfüllten sicli nicht. In der Industrie waren außer der Zcmentlabrik Ne ■eher hei Haifa keine größeren neuen Unternehmungen eröffnet worden. Die Zahl der Arbeitslosen erreichte im Dezember 1523 ganz und 433 teilweise Arbeitslose, im BTbruar 1237 ganz lind Sil teilweise Arbeitslose. (Von da au ging die Zahl der Arbeitslosen ziemlich schnell zurück.) Das Arbcitsilcpartc- Iment mußte den Arbeitslosen zu Hilfe kommen. LXcs geschalt iiirelt die L c i 11 k a s s c der Arbeiterorganisation, welche an Unverheiratete 25—10 Piaster wöchentlich, an Verheiratete 41)—75 Piaster wöchentlich ausznhlte. 111t ganzen int sich das Arheitsdepnrtement mit einem Betrage von 3700 £ au der Hilfe iiir die ArbeitsIo«cn beteiligt. Im Monat April Wurde infolge der Besserung der I.agc die Leih• hasse geschlossen. Daneben bestand natürlich das Bestreben, den Arbeitslosen produktive Arbeit zu geben, Von verschiedenen Projekten, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, winde jenen der Vorzug gegeben, wo durch die Ausführung I'incr Arbeit auf Kosten des zionistischen Budgets Möglichreiten zu neuer Arbeit außerhalb des Budgets geschaffen werden konnten. Es wurden an .Stadtvertretungen uml Siediungen Kredite gegeben, weiche nur für Arbeitslöhne und licht für den Ankauf von Rohmaterialien verwendet werden durften. So wurden aus Mitteln des Arbeitsdcpartcmcnts;*rinögliclit: Die Anlegung von Straßen i 11 d c n neuen Icnisalemcr Stadtvierteln R ג t i 9 b o 11 und B c t!1 Kcrem, die Anlegung einer Straße zur neuen Siedlung ltam.1t Gau bei Tcl-Awiw. Dci*' Handwcrkcrvcrcin Merkas Baalc Meine 11a erhielt 1300 £ für Ausiülmmg verschiedener Bauten. Die verschiedenen Bau,arbeiten brachten eine neue Frage 1uf die Tagesordnung: Die Beschaffung der Steine und die Einführung jüdischer Arbeiter in die S10 i 11 m c t z a r bc i t. 19י,י Arbeitsilcparicmcnt beteiligte sich mit einem Betrage von 1150 £ an Anleihen zum Ankauf Von S t c i n b rü c h c 11. ׳ Mit Eintritt des Frühjahrs erleichterte sich die Lage durch’ fäegiim des Tabakanbaus, der die Arbeiter durch 6—9 Monate beschäftigen kann, wenn auch hei minimalem Arbeitslohn. Um die Ucherfiiliriing der Arbeiter zu den verschiedenen Arbeitsplätzen und die Anschaffung von notwendigsten Ein• richtungsgegcnstämien in den neuen Arbeitsplätzen zu ermög• liehen, bestimmte das Arhritsdcpartemciit 3 £ pro Mann für i׳e Tahakarbeitcr und stellte so für 600 Manu den Betrag von 1800 £ zur Vertilgung. Eine der Hauptsorgen des Departements für das neue Jahr ist die Beschäftigung dieser Arbeiter w ährend der vier M oiutc (zirka ab September) welche, zwischen Tnbakcrnte und Verpackung vergehen und in welchen liesc Arbeiter ganz arbeitslos werden. Die Erfahrungen lieses Jahio, wo es trotz der Schwierigkeit der Lage in len Städten nicht gelungen ist, alle Arbeitslosen aus den städten zur Tnhnknrhcit zu überführen, halxm gelehrt, daß zs eine große Gefahr wäre, wenn die Arbeitslosen in die Stadt Zurückstrumen würden. Die Stadt wirkt nach immer mit iircui Zauber und einige dort verbrachte Monate wurden den landwirtschaftlichen Arbeiter wiederum zum Städter machen. Das Arlicitsdcpartcinent unterhandelt seit längerer Zeit mit der Ica wegen Anlage einer Straße, welche die untergalilü- Zciiscliriilcn n. Setzen wir heute den Ucberblick über die deutsch ericlieinendcii Zeitschriften innerhalb der zionistischen Geistesweit_ fort, so treten wir mit 11er Betrachtung der Blau- >V e i ß b I ii 11 c r in die besondere Welt jenes Bundes jüdischer lugend in Deutschland ein, die es mit sich besonders schwer tat. Die Blnu-Weißbliitter legen davon deutliches Zeugnis >b. Sie sind ein Querschnitt durch das, was die reiferen Unter icn jungen Beuten entweder tief nngeht oder ihnen zu miorer Angelegenheit werden soll. Da sie für die Nadellrilger Ic» Blau-Wei« bestimmt und nur «furch das Büro der Bundes• eltiiiig zu beziehen sind, sind sie einer weiteren Oetfcntichkeit auch in der Beurteilung entrückt. Indem mau sic 'ewertet, bewertet man zu gleicher Zeit den geistigen Willen, ler hinter ihnen stellt, die formende Kraft, als deren Organ de dienen und deren Objekt che« jene Blau-Weißen sind, die len Bund als Geführte füllen. Da liier aber nicht beabsichtigt wird, eine Kritik des Blnu-Weiß zu schreiben, — ein Unterichmcn, zu dem jede intensive Durchleuchtung dieser Blätter :«*raten müßte, ohne «laß doch eine Zeitschrift, 11ml wäre ie doppelt so stark und •mich fünfmal 60 aufschlußreich 1s die uns vorliegenden drei Heffe, hinreichender Stoff wäre, la sich ja das eigentliche Wesen des Blnu-Weiß Und seine :igentliclie Leistung im realen Lehen seiner Bünde ahspielt, n dein Fluidum der Beziehungen von Mensch zu Mensch, 011׳ Gruppe zu Gruppe und aller beider zum allgemeinen udiscltcn und nichtjikiisehcn Alltag — da wir vielmehr benbiclitigcn, Literarisches als Literarisches zu behandeln, stellen vir hier und heute mir einige Punkte heraus, die sich am gedruckten Material eben erweisen lassen, Und da ist als Tatsache von geradezu epochaler Wichtigkeit *festzuetellen, lall das Lcbeiiszeiitruin dieser jungen Menschen wirklich ticlit mehr iin Geistigen, noch weniger im Gedruckten, 8011-!cm in der körperlichen schweren Arbeit zu Blichen ist. 4an wird einmal die Geschichte unserer Zeit, je nach der Vcrtschätzuiig der groben Arbeit, in zwei Zeitalter zerlegen;önnen, in das erste, das der Vefachtilng der Schwerarbeit, w) bei einer heuchlerischen Verneigung vor dem ״Mann im chlichten Arbeitskittel*', das ideal einer ganzen europäischen Jugend, der sichcrgcstcüte, Kopfarbeit leistende beamtenartige Angestellte war, sei es ln wisscnschaflllchcn, sei cs in Wirtschriftlichen Zusammenhängen; und jenes heutige Neue, das durch den Krieg entscheidend beeinflußt Wtililf!, wo die Wörde der körperlichen Arbeit, und zwar in ganz tmfeier• iidu'in und umiiitersiriehoilem Sinn wiederhefgoHlellt wird: wo ein neües I eliensgdiiiil «los Menschen, der sich auf seinen Leih 11ml alle seine Muskeln Verlassen kann, nur gerade erst im Aufdämmern begriffen ist, iiieuschlich-poliiiscli z.u ungeheuren und ungeahnten Wirkungen berufen, weil Wahrha ft revolutionieren«!, den Einzelnen uml seine ganze gesellsdiafüiehe!schiebt von Grund t1mptlügc11d. Diesen allgemein europäi*.eilen Umbruch in ein totaleren, befreiendere«, jugend* lieh kr.ilügeros Bild vom Menschen, seinen Fülligkeiten und seinem Sinn auf Eiden, macht der Blnu-Weiß und im weiteren Rahmen «lie ganze Clialiizbewegimg Innerhalb der jüdischen Meiwdiciisdmiit rmsrii.'iuik'li mit und vor. Davon finden sich in «len Bkui-Weißhläticrn die erfrischendsten Proben. Wenn in Palästina-Briefen ein Junge seine Erlebnisse als Tischler in Tel-Awiw schildert, oder ein anderer mit ausgezeichneter Anschaulichkeit und Beobachtungsgabe vom Leben eines Bauern in Holstein berichtet, ganz, durchdrungen von «ler Wiclüigkcit einer rein «lie Sache übermittelnden Bericht* erslattung, so sind das Dokumente einer wirklich vollzogenen Revolution, und einer geglückten, und der allein wichtigen. Denn eine neue Demokratie, eine Demokratie nicht des Versiaudes, sondern der Kameradschaftlichkeit muß dio Folge Kein, wenn solche Menschen konsequent licrntireifen; und man sieht wahrhaftig die Möglichkeit eines Gemeinwesens vor sich, in dem die Vcrsehiedeiiartigkcit der Beschäftigungen nicht mehr von der giftigen Arroganz einer verschiedenen Bcwertung ihrer Träger begleitet ist. eines Gemeinwesens, wie cs mit homerischer Größe Und Sonnenbclichtung Gottfried Keller ־ im ״Fähnlein der Riehen Aufrechten" det* deutschsprachigen Welt vor Augen gestellt hat. Aus ganz niuieref-Sphäre fciiipfeliion wir die ״Mcnorfch", (Wien IX, Bcrggnsse 31), eine zionistische Monatsschrift, die sich schon auf ihrem Titelblatt als Zeitschrift für die jüdische Familie erklärt. Eine Familieffzeitschrift sucht Hach Möglichkeit alle auf Unterhaltung und Bildung gerichteten Interessen eines Hause» zu befriedigen! cs ist gar kein Zweifel, daß auch für das jüdische Haus ein solches Blatt seine Berechtigung lind fast die Notwendigkeit des Erfolges für sicli lint. Aufsätze, Bilder, kleine Erzählungen, Dokumente ans dem jüdischen Lehen. Anekdoten, Sport und Mode, alles, wofür der moderne Städler-Jude sicli in Augenblicken der Muße Interessiert, muß sielt in einer solchen Zeitschrift auf gefällige uml!eicht faßliche Wehe vereint finden, und weint dann noch ein Übriges geschieht, nämlich ein bestimmtes geistiges Niveau des Ganzen Ungehalten wird, so kommt als Resultat einer solchen Bedürfnisbefriedigung ein Blatt zustände, das in seiner EDcnart mit keiner anderen jüdischen Zeitschrift vergleichbar Ist und auch in nichtzionisthche Häuser Eingang finden müßte. Was gegen die ״Menornli" Cin/iiwemlen wäre, lautete etwa: sie vernicht zwar In lluem Titel dreisprachig zu sein, d. 11, nicht nur deutsch, sondern auch hebräisch und englisch zu erscheinen, hat aber damit wie selbstverständlich sich eine neue Schwierig* keit geschaffen; denn die Einheitlichkeit ihres Aufbaus wird sehr beeinträchtigt dadurch, daß ina 11 ehe Beiträge, allerdings auBerordent,ic|t '׳׳׳■ir1:c, hebräisch, deutsch und englisch auftreten, manche nur englisch erscheinen, die allermeisten aber dculseli eiml, während bei vielen über dom deutschen Text eine tlrclsprnchige Unterschritt Hiebt, die auf gewisse Weise den Leser in Unsicherheit läßt, was er nun zu erwarten habe, wahrend doch Sicherheit und Eindeutigkeit zwischen Leser Und Zeitschrift unumgänglich notwendig sind, um lenes Gefühl def Behaglichkeit und Befreundung ztt ermöglichen, welches für das Gedeihen einer Zeitschrift unentbehrlich ist. Auch in der Anordnung der Bilder Innerhalb des Textes wird manchmal das Satzbild Qbcrflüssigervvcisc zerrissen, uml damit der so wichtige optische Eindruck der zu lesenden Seite zerstört, ein typographischer Fehler, dessen Einfluß auf das ״Ansehen“ einer Zeitschrift — Ansehen in jedem Sinne — einschneidender ist, als man meinen möchte. Inhaltlich überragt die ״Mcitorah“ die meisten uns bekannten deutschen Zeit- Schriften ähnlicher Art um ein Beträchtliches, wenn sic auch, was ja von ihrer Absicht aus ganz in Ordnung Ist, das Niveau des Famllicn.infiäislgeit clnzuhaltcit sich bemüht; sie ist immer jung und ’ interessant, Eine besondere Note innerhalb der zionistischen Blatter bekommt sie durch die Tatsache, daß ihre politischen Leitartikel seit einiger Zeit von Wladimir Jabotinsky geschrieben werden, wodurch in die Einheitlichkeit der zionistischen Oeffcntliclikcit eine Im Sinne geistiger Aus-

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