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Jüdische Rundschau · 1924-06-24 · Heft 50 (24.6.1924) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 50 (24.6.1924)
Date
1924-06-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 0חג JUEDISCHE RUNDSCHAU ■ Nr. SO Her Iterld.l de Rccus l;l)c1*Kr.1;״;*c ^wiselicu Jla:Ic11 mul Ars׳״c.׳a Oie I*nt. Tel.•Agentur!1:1t I>r/ii;:lid1 des im ״Daily I;* prell“ erseliicneiu'ii Berichts, daß am Grabe der. Simon I In/ndik Kampfe z \v i s c 11 c 11 A r a 1) e r 11 und Juden stnttgcfundcn haben, Erkundigungen eiugc/ogcn, die folgenden Sachverhalt ergaben: Der Vorfall war so völlig untre• deutenden Charakters, dal» es eine ungeheuere U c b e rt r c i b 11 n g ist, von ״Kümpfen zwischen Arabern mul Imleii“ zu sprechen. Am 9. Juni wahrend der Feier, die alljährlich mu Cirahe des Simon If.rzadik stattfindet, hatte du Araber einen der dort versammelten Juden ein Schimpfwort zugerufen. Der Jude wollte die Beleidigung nicht auf sich sitzen la sen und ein Kampf zwischen beiden begann, bis sie durch die Polizei getrennt wurden. Beide Irrigen leichte Verletzungen davon und mußten im Krankenhaus bchandelt weiden. Weitere Störungen k a m c n w ii h - r e 11 d der I e i e r I i e h k e i t 11 i e 11 t vor. Wir!.agleii :.elu.11: ein echter de Haan. Auf gleiche Methode verpflichten wir um, hei einer Kirchweih, jedem Radrennen und nach fast jeder Feuerwehr• oder Kii״gervereinstagung — von völkischen Versammlungen nt schweigen — von schweren Kämpfen innerhalb des ■deutschen Volkes nt reden oder uns drahten nt lassen. RücldriU Dr. Halperus und van Vrlcslnnds fldordert J c r u s a I e m, (J. T. A.) In J e r u s a I c in , T e 1 - A w i vv , Haifa und P c t a c h - T i k w a h fanden P rotestvers a in m i 1111 g c 11 orthodoxer luden gegen den Schatzmcister der palästinensischen Exekutive, von Vricsland, und gegen den leitenden Direktor der jüdischen Kolonialbank, Dr. Ha Ipern, statt, die sieh bei ihrem Aufenthalt in Haifa eine ö 1' f e 1111 i c 11 c Verletzung der S a b b a 111 r u 11 e und der S p e i s e g c s e t / c hätten zuschulden kommen lassen. Es wurden Reso'ulionen angenommen, in welchen die Entlassung van Vrieslands und Dr. Halperns gefordert wird. (Wir enthalten' 1111s vor Eintreffen genauerer Aufklarungeii jeder Stellungnahme zu dieser J, T, A.-Melduiig, — Red.) felix Warburg für das Stadium der lielirStsclien Sprache Felix Warburg hat unlängst bei der Entlassungsfeier am New Yorker K a bb i n c r s e in i 11 a r die jüdische Jugend aiifgefordert, sich ernstlich mit der hebräischen Sprache zu befassen, die er in ihrer Lebendigkeit und Schönheit erst jetzt in Palästina keimen gelernt habe. Zionismus und Vatikan Rom. (J.T, A.) Die vom Vatikan inspirierten italicnischen Blatter verbreiten die Meldung, daß in dem kürzliehen Appell ries Heiligen Vaters in der Bulle betreffend die Proklamation des heiligen Jahres besonders die Vorschrift des fi c b e t c s der O1« 11 h i g e 11 für P a 1 ä s t i 11 n einen tiefen Eindruck in der katholischen Weit hervorgcrufeti hat. Die Blätter Do richten, daß der Vatikan mit einer gewissen Aengstlichkeit die intensive zionistische 1' ä t i g k c i t verfolgt, die den Zweck hätte, nach den bemerkenswerten Erfolgen, die sic gerade in Amerika gehabt hat, große Fonds für die Ziele der Zionistischen Organisation aufzubringen. Die Blätter bemerken, es seien zwei gegensätzliche Kräfte atu Werke, die im Zeichen des Kampfes gegeneinander stellen: die V e r tc i d i g 11 n g s f ro n t der Katholiken und die E ro b e r.e r f ro 111 der Juden. Die Christen kommen nicht dazu, eine einzige Front zu schaffen, weil die Schismatiker dem cnfgegenstclicn. Im Gegenteil: mau betont die Oe;:• ncrscliaft gegen den Katholizismus, indem man den Zionismus protegiert, dessen Interessen nicht allein gegen den Katholizismus, sondern gegen das Christentum überhaupt gerichtet sind(!) 5G.0ÖÖ iz ihr den Keren Hajessotl in Südafrika Die Reise von Dr. Alexander OoIdstein, des DcTegierten des Keren Hajcssod, nach Südafrika hatte sehr große Erfolge. Trotz der augenblicklichen wirtschaftlichen Notlage kann das K. H.-Koiuitee in Johannesburg ankündigen, daß das Ergehn» der Kampagne, die am 9, März begann, äugenblicklidi £ 5(1000 beträgt. Dr. Goldstern hat noch große Städte wie Port Elisabeth, linst London, King Williams Town, Durban, Pietcrinnrilzlnirg und Kroonstadt zu besuchen; auch Rhodesia steht auf seinem Keiseplnn. Die diesjährige Samniclaktkm dürfte eine Summe von £ 70000 ergeben. Bis jetzt hat die jüdische Gemeinde in Kapstad t £ 12000 aufgebracht, ein schöner Erfolg und sicherlich würdig der Johannisburger jüdischen Bevölkerung, die £ 17 000 beigesteuert bat. Eine Erklärung des Präsidenten Coelldgc für den Zionismus Elilm D. Stone, Boston, verlas, einer J. T. A.-Mekiung zufolge, auf einer Konvention der Zionisten New Englands ein Telegramm des Präsidenten Calvin Co 01 id ge, in welchem dieser seiner Sympathie für die zionistische Bcwegung Ausdruck gibt. ״Ich bedauere,“ schreibt der Prnsident, ״daß mich verschiedene andere Verpflichtungen davon allhalten, der Konvention der Zionistischen Organisation von New England beizuwolinei!, doch ich hoffe, daß Sie den Delegierten meine besten Wünsche übermitteln werden. Ich habe bereits so oft mein Interesse f ii r d i e s e große Bewegung bekundet, daß alles, was ich sagen könnte, nur eine Wiederholung früherer Worte sein würde. Trotzdem nehme ich diese Gelegenheit gern zum Anlaß, um meine Sympathie mit der tiefen und starken Sehnsucht «us/udriickcii, die einen so schönen Ausdruck findet in dem Ziel des jüdischen nationalen 1 leims in Palästina,“ Die Reise der verurteilten Zionisten nach Palästina M o s k a 11, (J. T. A.) 37 Zionisten haben von den Sowjet- Behörden den Befilil erhallen, sich bis spätestens 29, Juni 11 ae 11 de m Hafen von Odessa zu b egeben, um sich dort nach Palästina cinzuschiffen. Ursprünglich waren diese Zionisten bekanntlich nach Sibirien verbannt worden, doch die Sowjclbcliörden erlaubten ihnen s!>>ter, nach Palästina zu gehen, wenn sie bis zum 11. Juni die Einreiseerlaubnis erhalten. In der Gruppe befindet! sieh mehrere verheiratete Männer, die mit ihren F a m i I i c 1» atisw,andern, so daß sieh die Zahl der Qruppc auf 40 Seelen erhöht. Ussisdikins Programm für den jüdischen Nationallonds Wien. (J. T, A.) Vor der Konferenz der Funktionäre und Vertrauensmänner des Jüdischen Nationalfonds entwickelte Ussinchkin das Programm des Jüdischen Nation a I f o 11 d 8 für die nächsten fünfzehn Monate. Er forderte die Aufbringung einer halben Million Pfund zum Ankauf gewisser riesiger Bod e n f fä c 11 cn, die jetzt noch verhältnismäßig billig zu haben sind, Er sagte, er werde selbst unermüdlich die Länder bereisen und in allen jüdischen Zentren, auch Amerikas, solange zur Pflicht mahnen, bis die 500,000 Pfund zusammengebracht sind. :n f' ׳? CI ר n.:״’׳e sc!;:;? L!:;!׳ Yo. :.;ec , Auf der Durchreise von Czcruowitz nach Wien weilte Ussisclikiu eine knappe Stunde in Lemberg, wo er auf dem Bahnhof von dem Präsidenten der zionistischen Exekutive in Ostgnli/ieii, Dr. L, Reich, und von Dr. Haitimann begrüßt wurde. Er gewählte liier, allerdings in riehtigern Telegrammstile, einem Vertreter der Lcmbcrgcr ״Chwila“ folgendes Interview: ״Welche Ergebnisse erbrachte Ihre Aktion ln Rumänien, und welche F.iudriicke haben Sie dort gewonnen?“ ״Märchenhafte, außerordentliche und ganz unverhoffte. Ich habe bekanntlich die Aktion für den K, K. L. vor einem Monat in G 1 i c c h c 111 a 11 d und Bulgarien begonnen. Die dort erzielten Resultate erreichen die Summe von 7000 Ptd. in Griechenland und 3000 Pfd. in Bulgarien. Die dortige Judcnheit hat, obwohl sie unter den Vorfällen der letzten zehn Jahre unsäglich gelitten hat und obwohl die dortige witlsdmftliehe Enge jetzt sehr viel zu wünschen übrig läßt, sich zu imponierenden Anstrengungen aufgernfft,“ ״Und die Aktion in Ru m ii n i e n selbst?“ ״Sie überstieg meine kühnsten Erwartungen. Auf diesem seit Jahren abseits liegendem Gebiete, speziell was den K. K. L. betrifft, herrschte dort eine solche Apathie, daß die Ergcbnissc meiner Aktion alle Erwartungen der möglichen Leistung der inniänisciien Judcnheit überschritten haben. Im Laufe von drei Wochen erreichte, die Sammlung 30 Millionen Lei gleich 30(XX) Pfd, (?). Alle Kreise, mit denen ich In Verbindung trat, halfen mir nach Möglichkeil bei der Arbeit. Der Enthusiasmus, den die Aktion bei der dortigen Judcnheit erweckt hat, Ist ein unerhörter und läßt sich nicht beschreiben. Ich muß bemerken, daß meine Aktion auch in den bisher indifferenten Kreisen, ja seihst unter den in Rumänien in den B11C Brith-Logen sich koiizeniricremleii Assimilantcn eine enthusiastische Aufnahme und eine außerordentliche Unterstützung erfahren hat. Wie die Aktion durchgefülirt wurde, beweist die Tatsache, daß mau in Czcruowitz im Laufe eines einzigen Tages meines dortigen Aufenthaltes 2 Millionen Lei gesammelt hat. In Jassy wurden während der beiden Pfingstfeiertage eine Reihe von Versammlungen in den Synagogen veranstaltet. Die Palästina-Begeisterung ergriff dort alle Kreise.“ ״Welchen Reiseplnn haben Sie für die allernächste Zdt?“ ״Von hier begehe ich mich nach Wien, wo ich schon morgen abend in einer großen Volksversammlung spreche, ich bleibe in Oesterreich einige Tage und gehe dann nach Prag, evtl, noch früher nach London zur A.-C.-Sitzung. (Diese ist bekanntlich inzwischen auf den 22, Juli verschoben worden. —Red,) Von Prag gehe ich nach Litauen und Lettland und von da, sofern cs die Umstünde erlauben — dies hängt vom evtl. Termin der Jahreskonferenz ab, — komme ich für längere Zeit nach Polen.“ ״Wie stellt cs mit der Aktion unter den scphardischen Juden, die seit deren Organisierung eingesetzt hat?“ ״Diese Aktion steht in Zusammenhang mit dem von mir stammenden Gedanken der Einberufung eines Weltkongresses der scphardischen Juden nach Jerusalem, Ich bin bereits mit den scphardischen Gemeinden in Griechenland (Saloniki) und Bulgarien in Kontakt getreten und werde diesen Kontakt weiter in Wien, wo bekanntlich eine ansehnliche scphardischc Gemeinde existiert, fortsetzen.“ ״Erlauben Sic mir jetzt noch die Frage über die jetzt aktuellsten Probleme im Zionismus, in erster Reihe das der J e w i s 11 Ag c n c y?“ ״Meine Ansichten in dieser Frage sind bekannt. Ich habe meinen auf dem Kongreß eingenommenen Standpunkt nicht geändert. Ich wiederhole, die Kräfte der jüdischen Massen wurden bisher nicht gehörig ausgenutzt, und ich unterstreiche, daß in erster Reihe die Mittel, die uns bei diesen großen zionistischen Massen zur Verfügung stellen, ausgenutzt werden müssen. Ich bin der Ansicht, daß cs dort Geld gibt und daß man mir einen Weg zu den Massen finden und ihre Opfcrwilligkcit erwecken muß.“ ״Und die jetzige Situation in Palästina?“ ״Günstig.“ ״Und unsere Chahizim?“ ״Sie bilden die Elite dessen, was das Judentum Im jetzigen Moment licrvorgcbrncht hat. Sic werden cs fertig bringen, den Wiederaufbau des Landes um ein großes Stück vorwärtszubringen.“ ״Und die arabische Frage?“ ״Existiert für mich n i c h t." Slelgeude Natlonaifondscfagnnge Die erslcn sechs Monate des laufenden Finanzjahres des J. N.-l'., endend mit dem 31. März, wiesen eine Steigerung der Eingänge um 70 0/0 gegenüber derselben Zeit des Vorjahres auf. Seitdem haben die Monatsei 11g.,Inge .CE. 1 1000, auf die sie im Februar gestiegen waren, erreicht oder haben sogar noch etwas mehr ausgemacht. So haben die A p r i I c I 11 gä n g c £E. M 547 mul'die soeben für Mai ausgewiejenen Eingänge £L, 14-198 betragen. Der Rcgieruagsweclisel in Ulanen Dr. Ros0111)aum zum Eintritt in das Kabinett a u f g c f o r d e r t. Der neue lii,mische Premier hat dem Präsidenten des jüdischen Nation,alrats, Dr. Rosen bäum, Voranschlägen, lu Reinem Kabinett den I’■• •teil eines Ministers ohne Portefeuille mit der Unterbezeichming ״für jüdische Angelcgenlicitcn“ nnzimchmen. Gleichzeitig gab er die Ver- Sicherung, daß er diesem Miniatorium f n k 118 c 11 alle jüdischen Angelegenheiten unterstellen wird. Dr, Roscnhaum hat diesen Vorschlag a h g c 11111 n t, weil er durch «eine Annahme die l.kpiidniiou des Postens eines Ministers für jüdische Augeiegenheit sanktioniert hatte. lülcWfSst Rsbli, Kornfelds als Gesandter Amerikas Teheran. (J.T.A.) Rabbiner Joseph S. Kornfeld, welcher bisher das Amt des Geseliiiftstriigers der Vereinigten Staaten in Teheran bekleidete, hat sich entschlossen, von diesem Posten z ti rück zu t re 10 n und wiederum seinen Beruf als Rabbiner in den Vereinigten Staaten nuf/.unchmen. Rabbiner Kornfeld war gerade zu einer Zeit nach Persien gekommen, als die Juden von einem Pogrom heimgesucht wurden. Seinem Einfluß bei der Regierung war es zu verdanken, daß Truppen entsandt wurden, um den Pogrom zu unterdrücken, ״Ute lulan3 muß von PalZßilna bonr.-jcn" Unter die!-,ml Titel veröffentlicht;,N c w Ps* lestinc“ vom 6. Juni den folgenden Artikel; den wir als Beitrag zur DiskiwsiiM» über den Sitz dar Leitung hier wicdcrgcbcn, Unsere Mitarbeiter in Deutsch fand ach einen nicht mit ganzem Herzen für eine Verlegung des I lauptqunrtiers der zionistischen Exekutive nach Palästina stimmen zu wollen, obwohl sie ragen (vgl. die ״Rundschau"), diese sei im Prinzip gut. Zu ihrer Beruhigung wollen wir liier sagen, daß man nicht beabsichtigt, in London keine Spur der Exekutive zu lassen. Der Jcwlsh Co• lonial Trust wird wohl oller Wahrscheinlichkeit nach in London bleiben, obwohl cs wünschenswert Ist, die Anglo Palestine Company zu kräftigen, und ihr Ansehen und ihre Hilfsmittel zu lieben. Fs wird noch auf viele Jalne lün notwendig sein, ein Büro in London zu unterhalten, welches o II t i s c h c V c r 11 a n d I ti n g c 11 fortführen oder politische orsfellungen, wie sie von Zeit zu Zeit nötig sein könnten, machen soll. Aber der Punkt, auf den es ankommt, kt, daß, anstatt die letzte Autorität zu sein, dies Büro nur ein Büro unter der Leitung der in Palästina residierenden Exekutive sein wird. Es kann auch sehr wohl notwendig sein, unser Organisatlomi- und Propag.uulawcrk zu stärken, indem man an verschiedenen Punkten uer Diaspora besondere Einrichtungen dazu trifft, aber auch diese Punkte, anstatt die höchste Autoritat in bezug auf ihre Arbeit zu sein, werden dann unter der Leitung der Zentrale für Organisation und Pro• nagandn zu arbeiten haben, die durch die zionistische Exekutive in Palästina errichtet werden wird. Unsere dcut• sehen Freunde sollten auch nicht fürchten, daß die Orgaitisation und Propagaiidaarbeit der Zionistischen Wcltorganisation unterbrochen werden würde, und daß die für die Tätigkeit f ä 11 i g e 11 Männer dann in der Diaspora ztiiückgelassen werden müßten. Im Gegenteil: unsere für Organisation und Propaganda billigsten Leute werden dann, anstatt von einem Zentrum oyler Zentren aus zu arbeiten, die niemals wirklich mit dem Material in Kontakt leben, das sie für ihre Propaganda brauchen, oder mit all den Dingen, die sie befähigen, das Organisationswcrk zu befeuern, Pa• lästina als den Mittelpunkt für ihre Bemühungen benutzen können, indem sie, wenn cs notwendig ist, ihre Tätigkeiten persönlich hinauRZiitr.igeii und zu vertreten, nicht von London oder Berlin, sondern von Jerusalem ausgelien werden. Als Tatsache bestellt: die Dinge sind inzwischen so weit fortgeschritten, daß Propaganda- oder Organisationsarbcit iinmöglieh wird, wenn der Propagandist (Hier Organisator nicht weiß, was In P n I n 8 11 n 11 v o r g c h t, und seine Autorität aus der Kenntnis P.-Jiistlnas schöpft. Es gibt nicht einen Ort in Europa, der in der Lage ist, als Leiter der internationalen Bewegung mifzutreten. Aber cs gibt keinen Platz in Europa, der nicht entscheidend durch eine Leitung, die von Palästina kommt, beeinflußt werden kann. Die Vorstellung zentraler Leitung für Or• ganlsation und Propaganda, die viele unserer Freunde in Deutschland zu beseelen scheint, ist gegründet auf eine Unterschätzung der Rolle, die in unserer Bewegung von den verschiedenen Landsmann• schäften oder Föderationen gespielt werden muß. Man nimmt an, daß die Abwesenheit eines Zentrums in London die zionistische Arbeit in England bcelnträchtigen werde. Das Gegenteil ist richtig. Wenn das Zen* trum aus London verlegt wird, muß die englische zionistische Vereinigung weit größere Verantwortung übernehmen, und wir* zweifelii nicht daran,• «faß ־sic ■sic-:wird, tragen können, Die Abwesenheit eines internationalen Zentrums in Iler• iin beeinträchtigt ja auch die zionistische Arbeit in Deutsch* land nicht. Im Gegenteil, Die Arbeit der Zionistischen Vercinlgung für Deutschland wird wirkungsvoll getan und braucht nicht auch noch den Antrieb eines internationalen Büros der zionistischen Exekutive. Aber ein Amt für Propaganda und Organisation in Palästina, mit Organisatoren und Propagandisten, die in regelmäßigen Zeiträumen die Länder aufsuchen, die ihren Beistand verlangen, wird fähig sein, jedem Lande Europas ein Plus an Kraft zu bringen. Die Leitung, die von Palästina kommt, wird das jüdischnationale Lcbeü in Palästina und seine Angelegenheiten widcrspicgcln. Die Gleichstellung der Ausländer in England London. (J.T.A.) Ucber die unterschiedliche Behändhing von englischen Staatsangehörigen und Ausländern vor Gericht fand am 16, Juni im Unterhaus eine ausführliche Debatte statt. Vom Oberhause waren Vorschläge gemacht worden, daß Personen britischer Staatsangehörigkeit, sowie solche Ausländer, die während des Krieges Heeresdienste geleistet hatten, bei gewusen gerichtlichen Entscheidungen vorgezogen werden sollen. Dieser Auffassung trat des Parlamcnts-Sekretär des Gesundheitsamtes, Mr. Oreenwood, energisch entgegen und hob hervor, daß in England bisher allen Menschen gleiche Behandlung vor Gericht zuteil geworden ist. Sir Klngsiey Wood wandte ein, daß in keinem anderen Lande die Ausländer die gleichen Privilegien wie 11 i e eigenen Bürger genießen und daß die Engländer in dringenden Fällen der Wohnungsnot vorgezogen werden müßten. Captain Wedgwood Bonn wandte sich heftig gegen eine solche Gesetzgebung, während «Ich Mr. Ronald M c N c 1 i I (kon• servativ), früher UnleistaaUsekrelär für auswärtige Angelegenlultcii, den Ausführungen Sir Kiugslcy Woods anschloß. Dr. Spcro (liberal und Jude) bedauert es außerordentlich, daß man sich nicht nach dem ״Ftiirplav“ und der britischen Ment all tat richten will, sondern nach ausländischen Mustern. Sir John Simon (der Führer der Liberalen) warnt ebenfalls das Haus, ein so völlig englischen Prinzipien widersprechendes Gesetz an zu• nehmen. Sir W. Joy n so n H i c k s (der bekannte Anti, zlonlst, Führer der Die Harris) sagte: Es ist notwendig, daß die Ausländerfrage behandelt wird; die Zahl der Ausländer ist in letzter Zdt enorm gewachsen. Es ist ein alltägliches Ereignis, daß einem englischen Mieter seitens eines ausländischen' Wirtes gekündigt wird, ln bestimmten Stadtvierteln Im Zentrum Londons und dem Lastend herrscht unter den Arbcltcrkreisen die größte Wohn u 11 g •- not. Der General-Staatsanwalt Sir Patrick Hastings betont, daß kein Richter mit Selbstachtung je einen Unterschied zwischen In- und Aus. ländern machen würde, und er protestierte, daß Überhaupt eine derartige Debatte stattfindet und daß soviel kostbare Zelt auf sie verwendet worden ist. (Man vergleiche mit dieser Debatte die Diskussionen im Reichstag, dem Preußischen Landtag, d r Berlmr Stadtverordn teaversammlung usw., besonders wenn Ostjndenfragcn behandelt werden. Der bloße Gedanke einer Gleichstellung von In- und Ausländern würde ln deutschen Verrietungskörpcrschaftcn schallende Heiterkeit hervorrufen. — Red,) i

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