Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 50 (24.6.1924)
- Date
- 1924-06-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2651273-2652595-2652641--15839-2675172- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
I?/TUN. ׳.>־■* ’י} l \ Emzcfnommer 0,35 GnMnmrk 0 V ^Wint*" I» ■1^1 .t נ. נד" ך/ ץייי־* «kfcS » ן Redaktion und Verl*(J W 15, Mcinekeatraßa 10. Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1.85 Goldmark, Vierteljährlich 5,25 Goldmark. At1«1*nri1tt>Ana«m01!t• ward•• in dar W&hrun^ dar alntalaatt Uaiiir baracbnat>?arync: .r*y יי ~ yrr2.g*r ~2r ' 1 •־ r KfSafciiS-'^^'^feSKSr | Berlin, 24. VI. 1924 .רמסממ»» Nummer 50;uac^.. Anzcigcn-VertVßUuogs Jüdische Rundachna G. m. b. IL, Berlin W15, Mclnck•* slraüe 10. — Telephon! Amt Bismarck 7165—70 An«ai{*t!pr«t*1 R{!••pait.Nonparti!i«1ana O,30G01<Jm*rk, S! fttucita ö.l'j Onl«J!«atk. Für babrftiacka Anmift■ 100^4 AuUehlif. Aoral^tr>1cb!*»B1 Di t n 11 J יי * d Fr«tt»$ nachmittag 4 Uhr. Telephon: Bismarck 7165—70, Posiicheckkonto: Berlin Nr. 17392. Für Oesterreich! Poitsrarkauenamt Wien, Konto Nr, 156030, Für Tschechoslowakei! PosUpnrknsscnamt Prag, Konto Nr.59410, — RedaktionsschluQ Sonntag und Mittwoch nachmittag. — Der Zionismus erstrahl für das Jüdische Volk dla Schaffung einer fiffanttich יי rechtlich כ״ב כיון- תרס״ד ־ ־:־־;•SÄ.&'aasat ־■.־ . cficsrSon iielraslStta In PalSstlna. XXIX. Jahr£. ,Baseler Programm.'* Die grüßte Künstlerin ist die Wirklichkeit; es gibt keine phantasicvollcrc, genialere und ergreifendere Dichtung als die Weltgeschichte. Geheimnisvoll, unergründlich für die Mitiebcudcn, die Beteiligten laufen die Faden am Webstuhl der Zeit hin und her, berühren und schlingen sich und wirken das lebendige Kleid des Geschehens, das zur Geschichte wird. Erst viele Jahre später enthüllt sich der tiefere Sinn dieser wunderbaren Verflechtungen und Verschlingungen und meist ist er auch dann noch nicht ganz deutlich. Oft aber ist cs wie ein Wunder: mit einem Schlage strömen einem die Losungen, Auflösungen zu, fast wie von einer unsichtbaren Hand geleitet, und in erstaunlicher Klarheit liegen Zusammenhänge bloß, die man früher vielleicht ahnen, doch nicht sehen konnte. Bedarf es daun noch der Deutung, der logischen Atiseinanderlegirtig, Neuverknüpfung und Wiedervereinigung? Das plötzliche Licht, das auf ein bisher dunkles Gewebe füllt, leuchtet klarer als alle mühsame Erklärung, enthüllt deutlicher die Zusammenhange als es der forschende Geist vermag. Die Geburtsstunde des politischen Zionismus war dieselbe, in der an dem unschuldig verurteilten Juden Drcyfus die Degradierung vollzogen wurde. Damals, als die Menge ״ä morts les juifs“ yliric, spürte Hcrzl plötzlich, daß cs ein jüdisches Volk gibt. Der dritte Band der vom deutschen Auswärtigen Amt hcrausgcgcbencn Aktcnsammlung aus den deutschen Ar• ciiiven bringt jetzt auch die deutschen Dokumente über ״Die Drcyfus-Affäre und die inneren Verhältnisse Frank■ reichs 1896 bis 1S9S“. Wir geben den folgenden Ab■ schnitt daraus wieder: Die Affäre trat dadurch in ein neues Stadium, daß ein Schriftstück, welches der Kriegsminister Cavaignac als absoluten Beweis der Schuld Drcyfus׳ verlesen hat, als Fälschung des Oberstleut■ naiits Henry festgestellt wurde, worauf Henry im Gcfängnis Selbstmord beging und Cavaignac sosvic der Gcncralstabschcf Boisdeffrc ihren Abschied nahmen. Frau Drcyfus richtete nunmehr ein Gesuch um Rc Vision an den Justizminister. Am 26. September (1898) beschloß der französische Ministerrat, der Revision stattzugeben. Den deutschen Standpunkt formulierte der Staatssekretär Bernhard v. Biilow in einem Telegramm an das Auswärtige Amt, w׳ic folgt: ״Nr. 82. Semmering, den 29. September 1898. Unser Hauptintcress*; an der Dreyfus- Affäre ist, so sehr als möglich aus derselben heraus zu bl eiben. Ein Sieg der Antircvionisten ist nicht zu wünschen, weil ein solcher zur Diktatur und diese zum Krieg gegen uns führen könnte. Daß sich die französische Generalität und der franziÄische Gcncralstnb — und ins■ besondere der chauvinistische und auch wohl militärisch tüchtigste Teil derselben, die klerikalen Offiziere — diskreditieren, braucht uns nicht zu betrüben. Die von Bleibtreu aufgebrachte und im Leitartikel des gestrigen ״Wiener Neuen Tageblatts“ fruktifizierte Geschichte von einem Mil■ lionendiebstahl des französischen Gcncralstahs würde ich ruhig wcitcrlaufen lassen. Andererseits Ist nicht zu wünschen, daß Frankreich durch eine rasche und eklatante Reparation von Drcy fus sich sofort wieder die liberalen und jüdi sehen Sympathien erwirbt. Am besten ist cs, wenn die Affäre weiterschwärt, die Armee zer setzt und Europa skandaliert. Die angeblichen Beziehungen Herrn von Schwartzkoppcns zu Ester hazy dürften wir, selbst wenn solche bestanden haben sollten,, schon deshalb nicht preisgeben, weil eine solche Indiskretion es für die Zukunft sehr erschweren würde, wieder Nachrichten und Agenten zu erhalten. Bülow,“ Wenn man so ״aufrichtig“ ist (in geheimen Telegratnmen an das Auswärtige Amt) wie Hcrrv. Bülow und 80 ״diskret“ wie der von ihm gedeckte deutsche Miiit.ir-Attache, Oberstleutnant v. Sch warzkoppen, der seinem Bolseliaftcr, dem Grafen Münster, bekanntlich seine Beziehungen zu Major Esterhazy verschwieg, dann hat man doch wohl allen Grund, von der Verlogenheit der französischen Minister zu sprechen? Herr v. Bülow tats: in dem Gespräch Wilhelms II. mit Theodor Hcrzl, dem er beiwohhte, kurz nach diesem Telegramm, am 18. Oktober 1898 in Koustantinopcl. Hcrzl berichtet darüber in seinen ״Tagebüchern“ (Bd. II): ״Ich bemerkte, daß die Armee durch die letzten Drcyfus-Vorgänge sehr gelitten habe. Und plötzlich waren wir cn plcinc affaire Drcyfus. Der Kaiser sprach — ich glaube zum gelinden Entsetzen Bü Io w s — frank und frei von der Affaire. Ich avancierte keinerlei Meinung; *her bald wurde vollständig klar, daß D reyfus unschuldig istl Es war etwas ganz Ko- 10 s s a 1 cs. ״Was sind das für Leute“, rief der Kaiser. ״Halten sie mich wirklich für einen so verrückten Kerl, daß ich solche Briefe an den Erstbesten schriebe? Hanotäux'hat 27000 Francs auf den Tisch des Hauses für diese Falsifikate nicdcrgclcgt. Man bat sie ihm angeboten, und er, der Richelieu, der große Staatsmann, hat sic für echt gehalten - oder getan, als ob er sic für echt hielte. '8 ist ja un• glaublich! Die Sache kam durch die Prinzessin Mathilde auf. In ihrem Salon sagte Hanotaux vor versammeltem Kricgsvolk, daß er Bride von mir in Händen habe. Die sah natürlich sofort ein, daß cs etwas unmögliches war, und hat es ihm zu verstehen gegeben.“ Hier ist meine Erinnerung unsicher. Wenn ich nicht irre, sagte der Kaiser: ״Sic hat ihn daraufhin rausgc* schmissen“. Jedenfalls war ungefähr das der Sinn scüicr Worte. Bülow sagte: ״Die Verlogenheit dieser Leute ist merkwürdig. Ein Minister hatte erklärt, daß die Unschuld Drcyfus der Tcgicrung bekannt war. Ich weiß nicht, welcher es war.“ ״V i g c r“, sagte der Kaiser. ״Dieser alte rote Radikalc Brisson ist zum Staunen noch der einzige anständige Mensch, der die Wahrheit hcrau! )bringen will.“ Allerdings. In dem vor kurzem deutsch erschienene! Buch ״O$car Wilde. Eine Lcbensbcichtc“ von Frank Harris, auf das wir noch in anderem Zusammenhange zurückkomsnen, lesen wir: ״Eine kurze Zeit lang interessierte sich Oskar (Wilde) für die Drcy fus a ffärc und besonders für den Major Esterhazy, der durch das berüchtigte Borde ■•cm!, das Drevfus Scluitdsspmch bewirkte, eine so bedeute!de Rolle in dieser Angelegenheit spielte. Jetzt wissen die meisten Franzosen, daß das P/ordere au eine Fälschung ebne jeden positiven Wert gewesen Ist. Es war intcrcBsant, Esterhäzy kennen zu lernen, und Oskar brachte ihn eines Tages zu Durand :.ur Mittagstafel mit. Er war fast mittelgroß, außerordentlich schmächtig und so brünett wie ein Italiener, mit riesiger Hakennase und stark ausgeprägten Kiefern. Mir kam er wie ein ekelliaftcr Raubvogel vor, Habgier und List ln den dicht zusammcnstchcndcn, unsteten braunen Augen; kühne Entschlossenlieit in den ausladenden knochigen Kinnbacken und dem scharfen Kinn; aber offenbar ohne Begabung, ohne Verstand, dürftig in jeder Beziehung. Er langweilte uns ausgiebig mit seiner Behauptung, daß Drcyfus ein Verr ä t c r, ein Jude und ein Deutscher wäre, — seines Erachtens eine dreifache Sünde, während er — Esterhdzy — vollkommen unschuldig und sehr schlecht behandelt wor• den war. Schließlich neigte sich Oskar über den Tisch und sagte zu ihm in französischer Sprache, die merkwürdigerweise einen leichten irischen Anklang hatte, der nicht auffiel, wenn er sich englisch ausdrücktc: ״Der Un schuldige muß immer leiden, M. lc Commandant, da3 ist sein ,Metier‘. Uebrigens sind wirallc unschuldig, bis wir ertappt werden: cs ist eine klägliche, all• tägliche Rolle, sic liegt im Bereich des Allcrmittelmäßigsten. Es ist sicherlich etwas Interessantes, schuldig zu sein und dadurch den Reiz, der Sünde als Heiligenschein zu tragen.“ Estcrbäzy schien einen Augenblick die Fassung zu ver- Heren, dann hegriff er die geistreiche Scherzhaftigkeit des Verweises und die versteckte Anspielung. Aber seine Eitelkeit duldete nicht, daß er längere Zeit eine untcrgcordrctc Rolle spielte, und so platzte er zu unserer Verwunderung heraus: ״Weshalb soll ich Ihnen nicht beichten? Ja, ich werde cs tun. Ich, Esterhäzy, bin der einzig. Schul• dige. Ich habe das Bord crc a u ve r f a ß t. Ich habe Dreyfus ins Gefängnis gebracht, und ganz Frankreich kann ihn nicht befreien. Ich bin der Schöpfer des Komplotts und habe den Hauptanteil daran.“ Zu seiner Verwunderung brachen vzir beide in •jchällcn• des Gelächter aus. Die Macht des großzügigeren Charakters über den kleinlicheren wirkte mit diesem ungewöhnlichem Ergebnis unwiderstehlich komisch. Denn damals hatte man noch nicht einmal den Verdacht, daß Esterhäzy mit dem Bordercau etwas zu tun habe.“ Und in seinen Erinnerungen ״Zwölf Jahre am deutsehen Kaiscrliof“ charakterisiert der frühere Hofinarschall Graf Robert Zedlitz-Trützschler Herrn V. Bülow folgendermaßen: ״Häufig, hatte ich Gelegenheit, den Reichskanzler Grafen Bülow im nllcrklclnstcn Kreise, besonders Un Neuen Palais zu beobachten. Er ist unzweifelhaft eine tingewöhnlich interessante Erscheinung. Mit großer persön• lieber Liebenswürdigkeit, Sicherheit und Geschmeidigkeit ver• bindet er das Talent eines der gewandtesten Causeurs, die ich je gesehen habe. Eigentümlich aber war es, daß, trotz dieser fesselnden und häufig geradezu hinreißenden Begabting, bei der man das Gefüllt haben konnte, ״endlich einmal ein Mann, der über der Schwüle und dem Druck der Atmosphäre steht׳(, Augenblicke kamen, in denen das Vertrauen in die Sicherheit seiner Persön• lichkcit völlig zerstört wurde. — Die unend• llcl! geschickte Art, von einer ausgesprochenen Ansicht, die nicht ganz den Beifall des Kaisers fand — der weniger auf• merksame Beobachter hätte dies kaum wahrgenommen —, zu der Auffassung von Seiner Majestät hinübcrzuglelten, konnte Bewunderung, aber auch Mißtrauen erregen. Es gab jedoch auch Momente, ■in denen es selbst diesem Meister der Causeric passierte, daß er sich in seinen Aeußerungen zu weit vorgewagt hatte, ein durchdringender Blick des * Kaisers traf ihn und bald oder sofort erfolgte •eine scharfe Unterbrechung, in der Seine Majestät brüsk, keinen Zweifel und keinen Widerspruch duldende Ansichten aussprach. Sowie dieser Blick sichtbar und dieser Ton hörbar ward, begann der Viclgcwandtc devot zu schweigen, um sich dann später unauffällig wieder in das Gespräch cinzufädcln.“ Und an einer späteren Stelle: ״Aber der Kanzler unterstützt das doch alles sehr durch seine Schmiegsamkeit, und ich finde, er geht sogar noch einige Schritte weiter. Dabei ist die innere Politik so verfahren wie möglich, und in der äußeren haben wir in Marokko eine Art Olmütz, obgleich wir im Verhältnis noch nie eine so starke Armee und Flotte und damit verglichen so schwache Gegner hatten. Ein Reichskanzler aber, der auf der ״Ifohcnzollcrn“, »bald ihm gesagt wird: ״Sie verderben mit Ihren hellen Hosen noch die besten Wetter• aussichtcn,“ sofort in seine Kabine geht und dunkle Hosen anzieht, ein Reichskanzler, der bei allen Gelegenheiten No tizen auf seine Manschette macht, um nur ja nichts von den im Gespräch hingeworfenen Wünschen zu vergessen, ein Kanzler, dem dann doch einmal die Unvorsichtigkeit passiert, eine diametral entgegengesetzte Ansicht aus zu• sprechen, der dies bemerkend, nur einen kurzen Augenblick schweigt, um sofort das gerade Gegenteil seiner früheren Auffassung mit den Worten cinzulciten: ״Wie Eure Majestät so treffend bemerkten, verhält sich die Angelegenheit ..ein solcher Kanzler macht eben trotz größter Begabung, trotz vor• handener größter Machtmittel die denkbar schlcchteste Politik. Ich fürchte, er wird in der Geschichte nicht günstig bcurtei lt werden.“ Bülow war cs, der Wilhelms II. anfängliche Ge• neigtheit für Herzis Pläne geschickt erstickte. Auch Hcrzl hatte ihn (noch vor dem Grafen Zedlitz-Trützschler) durchschaut. Er schreibt am 9. Oktober 1898: .,Warum das deprimierend kühle Verhalten Honcnlohcs und Büiows? Dafür gibt cs zwei Er• klärungcn. Entweder sie sind mit dem kaiserlichen Gebieter nicht einverstanden, wagen es aber noch nicht, ihm entgegenzutreten. Sie behandeln also vor• läufig die Sache mit dilatorischer Kälte, u:n dann im ge• gebenen Augenblick ein Bein zu stellen und das Oanze zu i-'all zu bringen, Oder das ist nur die diplomatische Amtsmiene ..." Und am 18. Oktober in Konstantinopel: ״Aber er (P/iilow) machte mich darauf aufmerksam, daß die reichen Juden nicht für meine Gedanken seie n.“ ״Auch die großen Zeitu ngen sind nicht dafür, namentlich Ihre eigene Zeitung nicht Sie sollten doch trachten, eine oder die andere große Zeitung für die Sache zu gewinnen.“ Ich sagte: ״Exzellenz, das ist eine bloße Geldsache. Ich bedaure als Schriftsteller das sagen zu müssen.“ Büiows Tendenz bei diesem Einwurf war übrigens unverkennbar. Er wollte dem Kaiser andcuten, daß keine Macht hinter mir stelle. Bülow sagte alles dagegen, mit Ausnahme des Wörtchens Nein, das er offenbar nicht wagt, weil die voluntas regis Ja ist. Bülow sagt: ״Ja, ja!“ — ״Ja, aberl“ — ״Ja, wenn nurl . “ Lauter mas• leierte Nein.“ Wenige Jahre später war es der Reichskanzler Biilow, der im deutschen Reichstag von den östlichen ״Schnorrern und Verschwörern, den Mandelstamm und Sillxrfarb“ sprach, mit derselben Voraus• sicht, die ihn im Falle Dreyfus auszcichnctc. m Schon 1917 erhielten nämlich die ״Schnorrer“, hinter denen keine Macht und nicht die ״reichen Juden“ stan• den, von der englischen Regierung die Anerkennung ihres Rechtes auf Palästina, die Bülow verhindert hatte. Und die ״Verschwörer“? Im Jahre 1922 erkannte Deutschland als erste west• liehe Macht SowjctruOInnd de jure an: die Sowjetregie• rung, die von ehemaligen jüdischen und nichijüdischen ״Verschwörern“ gebildet worden war. Dtr Prozeß um die Rulhcnberg-Konzesslon _ Haag. (J.T.A.) Bei der Eröffnung des ständigen Gerichts im Fricdcnsnalast zu Haag vertrat Herr M. Kafoyannis die griechische Regierung in dem Streitpunkt zwischen Großbritannien und Griechenland, in dem es sich um das Recht der Elektrifizierung Jerusalems handelt Diese Konzession war im Jahre 1911 von der türkischen Verwaitung an M. Mavromatis, einem griechischen Staats* angchörigcn, vcrgclzcn worden. Der Präsident des Gcrichtshofes verkündigte, daß die britische Regierung gegen die Zuständigkeit des Gerichts Einwand erhoben hätte, worauf der griechische Vertreter erklärte, daß seine Regierung auf die Eingalw der britischen Regierung hin eine Erwiderung cinrcichcn würde. Das Gericht beschloß, die griechische Antwort am 15. Juli zu hören. * Die Angelegenheit hat die folgende Vorgeschichte: Wäh* rend des Krieges hatten die Engländer M. Mavromatis Pläne zum Teil verwirklicht. Die Zionistische Organisation sprach später den Wunsch aus, daß ihr die Konzession de* Herrn Mavromatis übertragen würde. Letzterer wandte sich, um eine Abstandssumme zu erhalten, an die britische Regierung in Palästina und an die Zionisten, Nachdem er mit der Zionistischen Organisation n i c h t e i n i gw u t d c, wandte er sich an die Londoner Regierung, die im Oktober 1922 nach einige Monate währenden Verhandlungen eine Entscheidüng zugunsten der Zionisten traf. Daraufhin rief die griechische Regierung die Entscheidung des Haager Gc• richtshofes an,