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Jüdische Rundschau · 1924-06-20 · Heft 49 (20.6.1924) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 49 (20.6.1924)
Date
1924-06-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr 40 TUEDISCHE RUNDSCHAU Seit« 333 Die Wahlen in die Warschauer Jüdische Gemeinde der agudlstischcn Reaktion 15. Juni, fand in Warschau die Wahl in Niederlage Sonntag, den die Jüdische (h'ineimic statt, die mit einem Sieg« der national gesinnten Kreise endete. Die Agitation war auf geradem nmeri k.mischc Weise geführt worden, so daß ganz Warschau an diesem Tage unter der Wahlpsycho.se Stand. Troi/dem üblen nur gegen 25000 Wühler von rund 56000 Wahlberechtigten ihr Stimmrecht aus, nicht so sehr infolge von Wahlmüdigkcit und Indifferenz, sondern mehr infolge der in den Wahllisten herrschenden Unordnung, die verursachte, daß in allen Kommissionen zahlreiche Wähler nicht zur Abstimmung zugclasscn wurden, obwohl sie in der Haupt■ Wahlliste figurierten. Eine außerordentlich intensive und oft terroristische Agitation trieb die Agtidah, die z. B, sämtliche € 11 e d e r-B n c h u r i m atifgcboteti hatte. Aber obwohl sich die Agudah stets gebrüstet hatte, daß nur bei Wahlen in allgemeine politische Körperschaften die Zionisten die Oberhand hätten, während hei r c 1 i g i ö s * kulturellen iusti- (ntionen fast das gesamte Volk hinter der Agudah stehe, konnte sie auf ihre Listen noch nicht einmal ein Drittel der Stimmen vereinigen. Gegenüber ihren hochge* spannten Erwartungen wird dies allgemein als ein großes Fiasko der Agudah betrachtet. Dagegen übersteigt der frfolg der jüdisch-national gesinnten Kreise, die diesmal mit getrennten Listen zur Wahl schritten, wie Jüdischer Nationalrat (Zionisten), Misrachi, linke Poale Zion und die dem Nationalrat nahestehende Vereinigung der Wohltätigkcitsanstallen, alle Erwartungen. Die 50 Mandate der Warschauer Jüdischen Gemeinde verteilen sicli demnach wie folgt: Agudah itikl, d. Agudah in Praga (Warsch. Vorst.) National rat M Misrachi 5 Wohltätigkeitsvereine ן Linke Poale Zion 2 Bund F 01kist en Alexandrer Chassidim (Gegner der Agudah) 17 22 5 3 J_ 50 Besonders schwerwiegend ist die Niederlage der Assimilation, der bisherigen Beherrscherin der Warschauer Gemeinde, deren beide Listen nur 304 resp. 204 Stimmen erzielten, und die kein einziges Mandat in der neuen Gemeindevertretung erringen konnte. Ohne Mandat blieb auch die Liste der Rechten Poale Zion, die bloß 176 Stimmen erhielt. Mit den Folkistcn haben die zionistisclien Vertreter die Hälfte aller Mandate errungen. Die Tätigkeit der FraueitorganisaliOBCn in Palästina Zur Klärung verschiedener Probleme, mit denen sicli die Palästina-Exekutive der Weltorganisation zionistischer Frauen letzthin zu befassen hatte, tntg der mehrwöchige Aufenthalt des Mitgliedes der Londoner Exekutive, Mrs. Sic ff in erheblichem Maße bei. In dem Heim für Chnluzoth, das bekanntlich den Mädchen eine gründliche Ausbi!du ng in allen Zweigen der Hauswirtschaft gibt, war letzthin eine schwierige finanzielle Situation entstanden. Bisher ■•hatten die Einnahmen aus der Arbeiterküche dazu gedient, den Aufenthalt der Kochschülerinncn im Heim zu bezahlen. Die Mascfibirzcttcl, mit denen die meisten Gäste der Küche ihre Mahlzeiten bezahlten, konnten immer wieder dein Maschbir für neue Lebensmittel in Zahlung gegeben werden. Nachdem dieser Zahlungsverkehr — infolge der Lage des Maschbir — Ins Sfockcn geraten war, trat ein empfindlicher Mangel an Bargeld ein. Nunmehr ist, in Mrs. Sieffs Anwesenheit, diese Frage Insofern geregelt worden, als ein neues Abkommen mit dem Merkas Hachaklai getioffcn würfle, der die Küche auf eigene Rechnung übernimmt. Außerdem wurde beschlossen, daß eine begrenzte Anzahl zahlender Schülerinnen ln die Wirtschaft'scluilc aufgenommen werden. Diese bezahlen 50 £ im Jahr. Bezüglich der Farm sc hule in Nahalai wurde beschlossen, daß die W. J.Z. O. die ausschließliche Eigentümerin der Schul» werden und der Zionistischen Organlsation die von ihr bereits investierten Mittel zurückzahlen soll. Es wird jetzt sofort an den Bau des Schul- und Wohnhauses für 30 Schülerinnen geschritten, dem später ein zweites Haus für weitere 30 Schülerinnen folgen soll Als Bmiget für die Bauten und für den Betrieb während des ersten Unter! ichtsjahrcs wurde von der SachvcrsUindigcn-Kom. inission £ 11.300,— festgesetzt Lady Samuel übernimmt 1s Patronat über die Sciiule. An Stelle von Fr!. Berlin, die ans der Exekutive scheidet, nachdem sic nunmehr nls ekretärin der Pat.'istiiin-Exekiitivc der W.J.Z.O, arbeiten wird, sowie als Stcllvcrtrclcrlmieu für Frau M 0 I * c 1 - S c h o chat und Frl. (terzon wurden die Frauen ■0cnt wich , Samuel und Abrahams gewählt. Die Moa7.1t Hapoalrt entsendet Hanna Czizig in die Exekutive. — Ferner wurde endgültig beschlossen, als gemeinsames Unternehmen von W.J.Z.O. und 1 ladnssah, eine Frauenzeitschrift in Palästina hcrmiszugcbcn. Dieselbe wird in hebräischer Sprache, mit einer englischen und einer deutschen Beilage, nach Mitglieder d. Berliner Zionistischen Vereinigung! Morgen. Sonntag■ den 22, Juni finden noch die Pf ui italt, Ein nochmaliger Elnlgtmgivereuch ansereredti wurde zurückgewiesen, Gebt die Antwort darauf! Tretet ein für sachliche und besonnene Arbeit 1 Wählt Liste I der Arbeitsgemeinschaft' 1 IC? d.22.j!31! csa 134 sa* 11d.az.1J.,Eitear.m | » enm 9 01 casosi!®ans»®®• Roschbaschanalt erscheinen. Sehr lebhaft wurde wiederum die Frage erörtert, auf welche Art sich die W. J., Z. O. in Palästina1 organisieren soll. Daß sic, wie bisher, in Palästina eine — zum’größten Teil in Karlsbad gewählte — Exekutive und keinerlei Forum besitzt, vor dem der Wille der palästinrnsischcii Frauen ausgesprochen werden kann, ist fernerhin unmöglich. Einige Mitglieder der Exekutive fordern daher die Schaffung einer neuen palästinensischen Frauenorganisation, die an der Verwirklichung des W. 1. Z. O.-Programmos mitarbeiten soll, während andere litber die Palästina-Exekutive zu einem Ütiml der palästinensischen Fraucuvercinc misgcstalten möchten. Hie Entscheidung dieser Frage wird davon abhiingen, wie sich die palästinensischen Frauenorganisatknien zu dem Gedanken eines gemeinsamen Forums verhalten werden. Auch die in Palästina selbst entstandene Histadruth nasch im ibrioth entfaltet eine rege Tätigkeit. Nach Miß S 7.0 tri s Rückkehr nach Amerika hat Dr. Heferte Kagan den Vorsitz übernommen. Für das Präsidium des Lamlcsvcrbandes wird Frau Mochcnsohn demnächst eine Organ!• sationsreise in verschiedene Städte und Kolonien unternehmen. Neuerdings hat der Jerusalemer Zweig der Organisation die Gründung einer Koch - und Wirtschaftsschulc in ihr Programm aufgenommen. Th. Einstein wieder In der Konunl.sslon des Völkerbünde« Sür geistige Zusammenarbeit Der Vülkcrbundsrat hat in geheimer Sitzung beschlossen, Professor Albert Einstein cinzuladcn, wiederum in die Kommission für internationale geistige Zusammenarbeit als Mitglied einzutreten. Bekanntlich bat Professor Einstein, der seit Begründung der Kommission ihr Mitglied war, seinerzeit diese Mitgliedschaft zurückgelegt und diesen Schritt damit begründet, daß der Völkerbund seine Aufgaben nicht richtig erfülle. Professor Einstein teilte nun frn Zusammenhang mit der obenstchendcn Meldung dem J, T. A,-Vertreter das folgcrnlc mit: Vor einiger Zeit bin ich von einem mir befreun rieten Miiglicd der Kommission für infernationalc geistige Zusammenarbeit angefragt worden, db ich nunmehr unter den gelinderten Verhältnissen eine Wahl annehnien würde. Ich antwortete ebenso privatim, daß ich jetzt bereit wäre, eine auf mich gefallene Wahl anzunehmen. Bis heute habe ich offiziell keine Verständigung über die erfolgte Ernennung erhalten, Auf dem letzten Parteitag der deutschen Sozialdemokralie verlas der Vorsitzende Wels «. a. auch eine B:grü1hmg der jüdischen sozialistischen Arbeiterpartei ״Poale Zion ‘. verwendet, sollen vermieden werden. Alle C!;i(7c der Mathematik sollen als IkvLIiiiitgcn zwischen den natürlichen Zahlen auf* gefaßt werden. Die natürlichen Zahlen selbst aber erfordern keine weitere Begründung, sie sind vorn liehen Gott geschaffen. Er will der Vernunft ihre wahren Grenzen zeigen. Dagegen suchte der andere, wesenhafte, jüdische Geist, Georg Cantor, nach dem Wesen der Zahl und schuf so seine transfiniten Zahlen, welche durch ihre Vernünftigkeit ihre Existcnzbcrechtigung gewinnen. Endlich hat die Wissenschaft für den Juden einen autonomen Charakter. Sic hat nicht den Zwecken der Nation oder sonst welchen zu dienen, sondern ist Selbstzweck. Zusammenfassend können wir sagen: der jüdische Geist lebt in der Wissenschaft und bei den einzelnen Individuen bewußt oder unbewußt fort. Er ist kein Geist der Eroberung oder Exklusivhcit, sondern ein bejahender, liebender, kontlmiierlirhrr Geist. Natürlich wird er in unserem praktischen Leben verdrängt. Seine Wahrheiten aller, die auf unserer Ucberzctigung, d. h, auf unseren wirklichen, wahren und nicht momentanen, flüchtigen Willen beruhen, können durch die Erfahrung nicht umgestoßen werden. Wenn z. B. die Lehre sagt: Du sollst keine Rache nehmen und eine Beleidigung unerwidert lassen, so mag uns die Erfahrung lehren, daß man in der Welt besser auskommt, wenn man sich nicht alles gefallen läßt. Trotzdem wird die Wahrheit des Sntzea nicht widerlegt. Wir sagen: die Erfahrung ist falsch, <1. h. die Menschen sind schlecht, aber der Satz bleibt bestellen. Audi ist für den wahren jüdischen Geist charakteristisch, daß keine Klassenunterschiede vorhanden sind und daß alle Mensehen prinzipiell gleich sind. Es heißt im Talmud: ״Der Arbeiter kann sich nicht durch einen Vertrag binden und kann in jedem Moment ohne Bestrafung zumcktreten, denn Gott sagt: die Juden sind meine Knedite, aber keine Knechte der Knechte.“ Durch das Itewufttwcrden dieses gemeinsamen jüdischen Geistes werden alle unsere Handlungen einen stetigen Zusammenhang gewinnen. Die Zerrüttung des jüdischen Geistes, welche nach allen möglichen Gcistesriclitungcn Anhang zu finden und künstliehe, unnatürliche Brücken herzustcllcn strebt, wird aufhören. Die Aufklärung des jüdischen Geistes wird einerseits die Starre der Bejahenden brechen. Andererseits wird sic Lieht In die Herzen oer Verneinenden bringen. Denn der wahre jüdi sehe Geist Ist kein Deckmantel für versteckte Machtgelüste, er Ist auch kein Kastengeist. So wird die wahre Einheitlichkeit im Judentum entstehen. » ßic Ausstellung des Malers Rubin 111 Jerusn'em Der enthusiastische, aber unertabrene Zionist Ist gewöhn* lieh von vornherein geneigt anzimehmcn, daß sich int Zionis* mus nur die besten Kräfte auswirken können, ist er künst* lerisch interessiert, so stetlt er sich etwa Tel-Awiw 1119 eine Stadt von sympathisch-ansprechender Architektur vor; den ״Bczaicl“ als ein Zentrum, von dem aus Malerei. Plastik, Kunstgewerbe ihre Strahlen über das Land ,Hissenden, alles durch künstlerischen Glanz verklärend ..... Man lege den Ton auf das ״unerfahren“ — er wird bald aufgeklärt werden. Ueber Tel-Awiw und den Bczalcl gibt sich ja niemand mehr Illusionen hin. Trotzdem ist man, wenn man aus Europa nach Palästina kommt, über den Tiefstand des künstlerischen Niveaus des neu-jüdischen Lebens erstaunt und entsetzt. 111 den Augen kultivierter europäischer Nichtjuricn erscheinen wir als ein Greuel, der wie eine Flechte das Land überzieht; und manche Gegnerschaft in Kreisen englischer Beamten ist vielleicht weniger politischer als vielmehr ästhetischer Natur. Wie schlecht schneiden wir da gegenüber den Arabern nbl Und sogar Herbert Samuel war bei einem Emplan.g, den man ihm in Tel-Awiw gab, in der Antwort nuf uic Bo grüßung genötigt, darauf a hinzuweisen, daß die Stärke der Juden offenbar auf ästhetischem Gebiet nicht lief׳«. Diese Einleitung soll den dunklen Hintergrund abgeben, von dem mein Enthusiasmus für den Maler Rubin um so greller absticht. Wenn *man in die zwei gewölbten Räume der Zitadelle in Jerusalem, die die Pro-Jcrusaiem-Socictv von Zeit zu Zeit einer künstlerischen Untermäliigkeit zur Verfügung stellt, ein tritt, so weiß man mit einem Schlage, daß man hier endlich einmal einer Persönlichkeit gegenüberstellt. Bald stellt sich ein Gefühl der Freude und Dankharkeit ein: Freude über die schönen, klaren, so echt nalii st inen stechen Farben; die edlen, großen, so ausdrucksvollen Linien; die Grazie und ClcschhKseiihcit der l!€wgnn|׳en; und Dankbarkeit für die offene, freigebige Art, mit der inan all diesen Reichtum vorgesetzt bekommt. Eine Hotzschnittrcihe ״Die Gottsucher“, eine Anzahl kolorierter Stiftzeichmuigcn und 56 Oelgcmäluc sind ausgestellt. Sic sind das schönste und bedeutendste, was man auf dem Gebiete der bildenden Kunst bisher in Palästina zu sehen bekam. Dem analysierenden Betrachter fällt es nicht schwer. ״Einflüssen“ »adiztigehcn. Hodicr und Gauguin und Chagall und Matisse und dieses und jcucs׳ und dann findet er nicht peinig ״eigenes“. Das ist kein Fehler 111 meinen Augen, Ja, Rubin hat aUcs, was cs jetzt in Europa an künstle¬ •י Sitzung des Board 0! Dcpntics Am 15. Juni fand in London die Tagung des Deputierten•! rntes der englischen Juden unter dem Vorsitz des Herrn 11. S. Q, II c n r i (1 u c 9 statt. Colonel Waley Cohen erstattete den Bericht des Gesetz- und Parlaments-Komitees und teilte 11. a. mit, daß er den vom Colonial Ofiice erhaltenen Brief, in welchem der Oberkommissar von Palästina die Beficiiiiklijpmgen, daß Juden Kreuze von britischen Kriegergräbern entfernt hätten, als haltlos bczcich* net, an Lord Hamilton weitergegeben hat. Daraufhin habe dieser erwidert, er sei nun überzeugt, falsch informiert worden zu sein. Nachdem verschiedene lokale Angelegenheiten besprochen worden waren, ergriff Herr d'Avigdor Goldsmid das Wort und teilte mit, daß das Joint Foreign Committee während der letzten vier Wochen zwar kein Meeting abgehaUen, aber doch sehr viel Aubcit geleistet habe. Er berichtete sodann über die Zustände in Rumänien, Mr. Lazarus bemerkte, daß die Berichte Luden Wolfs sich nicht mit den Zuständen in ganz Rumänien decken. Sogar rumänische Zeitungen hätten über antisemitische Vorgänge berichtet und «In!über genaue Angaben gemacht. Etwa hundert Fälle sollen in T r ה n s 0 y I v a 11 i c n vorgekommen Bein, wo Juden in den Eisonbalinziigcn überfallen worden sind. Bel dem griechischen Geschäftsträger in London wurde wegen des geplanten Sonntngsruhege. setzes interveniert, l!s wurde an die Versicherung V c 11 i - zelos an die Juden erinnert, daß sie im Falle eines Sonntags* ruhcgcsctzcs davon nicht betroffen werden würden. Der griechische Bevollmächtigte versprach, die Korrespondenz nach Griechenland weiterzugehen. Dr. Jo ehe! mann erhebt einen Appell Im Interesse der 20 000 bis 25 000 Flüchtlingen, die in «len Häfen weilen und nirgends einwandfrei können. In der Nähe von South• hnmptou sind ungefähr OCX) solcher Flüchtlinge, unter ihnen Waisen von zwei Jahren aufwärts, Witwen und alte Leute, Junge Leute könnten nach Kanada, Brasilien oder Palästina geschickt werden. Aber nicht kleine Kinder, Waisen, die ihre Eltern in Pogromen verloren hatten. Nach ungefährer Schätzung sind mehr als 50 ״/<, gezwungen, hier zu bleiben. Der Deputiertenrat muß sich unbedingt mit den Behörden in Verbindung setzen und die Lage klären. Mr. Laski gibt die Anregung, eine Deputation zu dem Staatssekretär des Innern, Henderson, zu schicken, um die. Erlaubnis zu erwirken, daß diese Leute in England bleiben. Auf den Vorschlag des VorsM/enden kam man überein, die Ange* Irgenheit dem Foreign-Komitee zu übertragen, das nötigen, falls eine Deputation schicken soll. Ans der Jüdischen Welt Sr«1 -!•ו*»«! Drei Lehrer des Makkabi-Athlctcnklubs in Palästina reisen dieser Tage nach Europa ab, um einen Kursus im Ringkam pf-Unterricht zu nehmen und mit der Internationalen Athlctcnfödcratio n über den Eintritt des palästinensischen Makkabi in die Föderation zu verhandeln, (Der Welt-Kongreß des jüdischen Athlctcn-Vcr* bandes wird in Wien am 27. Juni eröffnet werden.) Am 15. Juni reisten aus Warschau 130 Chaluzim nach Palästina ab. In Lemberg werden sich dieselben mit einer anderen Partie von 50 Palästinawanderern vereinigen. Der Leiter der Ucbcrsceabtcihmg des 8 t a a 11 i c h e n Emigrationsamtes, Stanislaw j ankowski, begleitet die Wanderer bis Palästina. DmtfuhUnd Aus Lauenburg, wo kürzlich Oemeindewahlei» stattgefunden hatten, meldet ״Der Schild“ den folgenden Fall: Kein Jude stand auf der Bürgcrliste. Die Ortsgruppe des Bunt! es jüdischer Frontsoldaten stellte daraufhin eine eigene I.istc auf, um wenigstens einen Vertreter ins Stadt• Parlament zu bekommen. Zu «len 165' jüdischen Stimmen gesellten sich aber noch 723 Stimmen christlicher Mitbürger für diese Liste, so daß die Frontsoldaten mit 838 Stimmen drei Kandidaten durchbekommen haben. Zu unserer in Nr. 42/43 gebrachten Notiz ״Völkische und nationaldcutsche Juden" ist hinzuzufügen, daß Dr. Max Naumann in einer Zuschrift an die ״W e 11 b ü h n e“, der wir die Nachricht entnahmen, eine Verbindung des Verbandes nationaklcutsrhcr Juden mit dem Freikorps Schill und dem alldeutschen Verbände bestreitet. rischem Gute gibt, zusammengefaßt und es uns überbracht —י nicht als ein totes Stuck, sondern als lebendige Kraft; nicht als eine Schablone, Mindern als eine Möglichkeit! Und wie trat er diese Möglichkeit anzmveiulcn verstanden! Wie hat er die Gestalten und den Geist dieses Landes erfaßt! Den Juden wundervoll: den jemenitischen Juden und den aschkennsisclicn des alten Jischuw, wenn er am Schabbath in bunte Seide oder bunten Samt sich kleidet; den Juden des rriittkren Jischmvs, wenn er aus der Kolonie Milch in die Stadt bringt; und den jungen Juden der letzten Alijah, den hero* ischcn Juden. Und die Landschaft! Die Landschaft dort, wo sie sich in großen runden Linien majestätisch lagert und dort, wo sie als munterer sandiger Strand am Meere entlang zieht. Und die Araber!! Zum ersten Male nach Jahrhunderten Orientinalerei nicht als exotisch-interessante Theaterfiguren angeglotzt, sondern von innen heraus als beseite Wesen, schlecht* weg als Menschen eigenen Geistes gesehen! All das ist in einem Jahre geschalten worden, in einem Jahre Auf״ enthalt in Palästina — und wenn man sehen will, daß dies wahrhaftig in Und durch Palästina geschaffen wurde, sehe man sich das einzige Bild an, das Rubin aus Europa herüber* brachte: ״Das Mahl der Armen“. Audi dieses wundervoll in!;einer tiefen Innigkeit — aber so ganz anders) Jetzt gibt es keine Armut mehr, sondern nur arkadische Einfachheit; keine insichgekchrtc Innigkeit, sondern der Welt zugewendete Größe. Und in diesem einen Jahr doch Entwicklung. Man sehe wie das Zufällige, Kleinliche nach und nach abfällt und nur das Notwendige, Zwingende zurückbteibt. Will man Biographisches? Rubin Z. ist 30 Jahre jung, in einem kleinen rumänischen Städtchen geboren, lernte 1013 kurze Zeit im Bczalel, später kurze Zeit in Paris. Lebte einige Zeit in meiner Vaterstadt Czernowitz (aber mein Lob hat wahrhaftig nichts mit Lokal- Patriotismus zu tun —- ich kannte ihn dort nicht einmal), Stellte In New York aus. Seit einem Jahre lebt er In Erez. Israel, und wenn einigen Freunden .seiner Kunst hier ge* lingt, was sic beabsichtigen, nämlich ihm die Möglich• keit zu geben, einige Wände und eine Kuppel de r je tz t im BaubcfindlichcnhcbräischcnUni* versität in Jerusalem mit Oeataltcn und Far• ben zu überziehen, wird er auch weiterhin dem Lande erhalten bleiben. Jerusalem, Mal 1024. Markua Reiner.

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