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Jüdische Rundschau · 1924-06-20 · Heft 49 (20.6.1924) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 49 (20.6.1924)
Date
1924-06-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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?33ד i I ן Seile 352 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 4q Der Ausweg aus diesem Dilemma? Man schwächt wnscre Londoner Vertretung noch inekt׳ und beraubt die künftige Exekutive in Ealiislina glcicludtig der |x>liti;cl1en FYd;- 11111;;•! Ein gcivule/tt ״roIL1rlig־er, ein fast (natürlich unl>eabsicliligt) dialxdiseher Plan! — Alle Argumente, die gegen 'Palästina als Silz der Lcihmg sprechen, sind nur die Ausdrucksfonneu des oben erwähnten starken Empfinden:?, das sich am sinnfälligsten durdt das Bild des ardiimcdisehen Punktes umschreiben Litlt, auf dem man stehen muß, uia die Welt aus den Angeln heben zu können. Diese von uns zu bewegende Welt ist Palästina. Man mache den Versuch einmal nicht von außen, sondern wenn man im Zentnim steht! Solange Palästina nicht ein jüdisches Land geworden ist, ward das zionistische politische Zentrum immer außerhalb Palästinas liegen und von dem palästinensischen getrennt sein müssen. S. K. Naclirlclilen aas Palästina Von unserem Jerusalemer Korrespondenten, Wie bereits gemeldet, haben die beiden arabischen Op ])o si t iח ס s pa rt e i e n Iieschkrsseii, an dem von der lnohammcMamsch-ehristliclien Gemeinde cinherufencn palästiiiensischen A ra b c rk o 11 g r e 0 nicht teilzunehmen. Nimmclir trat in Haifa eine Konferenz arabischer Journalisten aus Palästina zusammen, welche zu vermitteln versuchte. Die Konferenz wandte sich an den derzeit in Palästina weilenden tunesischen Araberfüh rer AI lala bi mit der lütte, zwischen den Parteien zu vermitteln und eine gemeinsame Konferenz herbeizuführen. * Am 4. Juni weilte der italienische Kardinal Gio rg i in Jerusalem, um die von den Italienern in Gethsemane aufgebaute neue Kirche einzuweihen. Die Katholiken Jcntsalem* empfingen ihn unter großen Feierlichkeiten, Schul* kiiuler mit Flaggen in den Farben des Papstes standen in den Straßen Spalier, beim französischen Gebäude Notre Dame war eine Trininplipforfe errichtet und ain Abend waren die Kreuze der katholischen Gebäude in der Stadt ilhuninkrt. * Die von! Vatikan Inspirierten italienischen Zeitungen heben die Wichtigkeit der Pa 1 ii 8 t i n a r c i s e des Kardinals Giorgi hervor, der die Aufgabe übernommen hat, den päpstlichen Muhl über die Angelegenheiten des Heiligen Landes zu informieren. Die Zeitungen deuten an, daß die Reise des Kardinals Giorgi, obgleich sic nicht politisch ist, dennoch politische •Wichtigkeit haben wird. Der Handelsvertreter der russischen Re• gicrung, Lavrov, ist in Palästina eingetroffen und unterhandelt mit dortigen Firmen wegen der HanUcIsvcrbindung mit Rußland. Eine Tageszdtetifj der palästinensischen Arbeiterschaft Jerusalem. (j.T, A.) Der Ausschuß der Allgemeinen jüdischen_ Arbeiterorganisation in Palästina (Hlstadruth liaklalith) hat Herrn Knznclson (welchen?? ־- Red.) als den Herausgeber einer Tageszeitung bestimmt, die als das Organ der Ilistadmth Ende September d. J. zu erscheinen beginnen wird. Der Vollzugsausschuß der Histadmth hat ferner beschlossen: Der Aufforderung der zionistischen Exekutive an die Histadruth, daß diese ati der Werbearbeit für den Jüdischen N a t io n al - Fonds tcilnchmcn sollte, kt Folge zu leisten. Die Exekutive ist zu ersuchen, daß der Arbeiter-Organisation eine entsprechende Vertretung hl der!Verwaltung des Jüdischen National-Fonds eingeräumt werden sollte. Als weitere Forderung wurde gestellt, daß eine Summe von 30000 Pfund in das zionistische Budget des kommenden Jahres zwecks Errichtung einer Arbeiter-Vorstadt eingestellt werden sollte. Diese Arbeit soll so schnell wie möglieh in Angriff genommen werden. Ilßcklriil von Sir Ronald Storrs? J c r u s a 1 e m ׳ m. (I lauf, daß Sir Ronald rusalcracr Antritt seines T. A.) Hier Ist das Gerücht in Um- Storrs, der Gouverneur des Je- und Jaffaer Distrikts, der sich jetzt zum Urlaul» auf dem Wege nach England befindet, nicht nach Palästina zttrückkehren wird, da et ci1Del110:־si'11 ist, der Regierung seine Resignation zu fili-rrivichni, Man glaubt, daß in die -in Falle Major J, E. F. Campbell, der A׳;.! ,tafit-Dislrlktüt tonveniciir, der jetzt Sir Ronald Storrs vertritt, ihm auf den 1 ,osten des Gouverneurs folgen wird. (Wir geben diese Nachricht nur mit allem Vorbehalt wieder. Die gleiche Meldung wurde schon in den fiiihcren Jahren regelmäßig verbreitet, wenn Storrs nicht in Palästina war. —■ Keil.). de Har.« meldet . . . Der ״Daily Expreß" brachte von seinem Jerusalemer Korrespondenten jüngst folgendes Telegramm: ,Zwischen J 1t d e 11 und Araber >1 kam es am Grabe des jüdischen 11 .סו n Schimon ilazaddik ru schweren Prügeleien. Mehrere Juden und Amber wurden verwundet; ein starkes Polizeiaufgebot verliimlertc ferneres Blutvergießen. Zähe Gereichte in ziotiislisclien Kreisen wolle« wissen, daß die Araber für die nächsten Monate einen Aufstand vorbcrcitcii. Die Zionisten, die der Polizei mißtrauen, organisieren ihre Verteidigung. (Eine Meldung de Haans, wozu man nichts anderes zu bemerken braucht. — Red. ״]. R“) Der zweite Erfolg der Jaliollnskyschen Politik Bei den Bolschewiken Fine Anzahl von in Moskau einpekerkerfen ״Zcire- Zionisten״ wurden vor •die Gdiinfjnlüalrcktlon zitiert, die ihnen Artikel aus dem ״Ras sw je F' vorlas, die Jabotinsky dort veröffentlicht hatte. Die Ocfängnisbchörden forderte sie auf, den Ansichten zu widersprochen, die in diesen Aufsätzen nusgedrückt worden waren. Die Gefangenen jedoch stellten fest, daß 8 i c für diese Aufsätze nicht verantwortlich «eien, und da sie mit dieser Zeitung nicht in Berührung stehen, könnten sie auch nicht Ansichten widersprechen, die durch deren Herausgeber vcrlautbart wurden. Die Gefangenen traten für die Zeit ihrer Verhaftung in den Hungerstreik. (Nachdem wir in Nr. 46/47 von dem Erfolg der Pläne jabotinskys bei den Arabern berichten mußten, ist mich der Erfolg bei den Bolschewiken nicht erstaunlich. Sch seiner berüchtigten Peilhrra-Affüre scheint Jabütiusky wirklich nichts zugclcriit zu haben. —!,.cd.) Oellincjer zurflclcgdrclco Naclidcm der Rücktritt des Agronomen Oett Inger Bis Direktor des zionistischen Kolonisationsdepartcments bereits fcsisteht, steht man jetzt, wie der Wiener J. T. A.-Vertreter erfährt, in verschiedenen Universitätsstädten mit erstklassigen Fachleuten, die über besondere Kenntnisse der kalifornischen Kolonisnlioiismethodcn verfügen, wegen Ucbcmahme der Nachfolgeschaft Octtingcrs in Palästina in Verhandlung. Welzmann, Dalpcrn und Cotvcn ln Paris Dr. G. H a 1 p c r n ist aus Palästina zurtickgekchrt, Welzmann und Joseph Co w c n werden hkr erwartet Zusammen mit Herrn Naiditsch werden sic das Palästina- Budget durchsprcchen und Vedtandlungen mit der Pica für den Kauf eines großen Landstriches in Palä&tina führen. Hotel spendet 7000 S Iflr den K. UL Wie der Wiener J. T. A.-Vertretet erfährt, hat Siegin und Bose! eine Verpflichtung über 7000 Dollar für den Keren Hajessod (500 Millionen Kö.l unterschrieben. Boscl hat bereits die erste Rate in der Höne von 42 Millionen Kö, (600 Dollar) gezahlt und wird den Rest in elf gleichen Raten zu 600 Dollar entrichten. Jacleufcei und Wls Von J. Oronimcr, Berlin. Das Kernproblem besteht meines Erachtens in der Her- Stellung einer Brücke zwischen der alten jüdischen und der neuen Kultur. Die alte Kultur ist ihrem Wesen nach etwas Einheitliches. Sie umfaßt alle Regungen des Geistes. Die Thora umfaßt das ganze Leben. Dem menschlichen Geiste Weiht nur übrig die Thora zu pflegen, und ein kleiner ״Spielraum“ für seine selbständige Tätigkeit, welche nur als Mittel zum Zwecke der Erhaltung der Gesetze der Thora dient. Der lebendige Geist, welcher zur Tätigkeit drängt, muß sich von Kombinationen und Deutungen irefriedigen lassen. Die Basis des Geistes ruht aber immer auf dein Boden der Thora. Diese Geistcßtätigkeit Kt Selbstzweck, sie ist eine Tut der Pflicht und der Liebe zugleich. Diese Tätigkeit ist keine forschende, sondern eine konstruktive. Nicht die Lösung eines Problems ist für sie das Wesentliche, sondern die Spannung des Geistes in der Richtung des Problems. Die Spannung als sulche L';t .das Wertvolle.!>,.• Liebe zum Worte der Tliora ist zugl ich (lie Liebe zu Gott, die Liebe zum Bruder. Sie ist •wesentlich an die Vergangenheit geluiiiden. Die Zukunft kommt Insofern zum Ausdruck, als ein fester Glaube iKsteht, daß ■die absolute Gerediligkeit sich in «Irr Welt endlich durchsetzen und eine andere, gerechte, mes JaiiLsclie Welt entstellen wird. Allerdings ist diese ZukunfLsvorsSelhuig von passivem Charaktcr. Denn nach den feststehenden unverrückbaren Gesetzen ist doch jedes Eingreifen unzulässig. Im Altertum und auch kn Mittelalter waren auch die Wissenschaften von einen» solchen einheitlichen Zug dtirdidrungen. In *kr Neuzeit wurden die Wisseiwdwflen getrennt Die Lehre »!er Nalnr, <lie Physik trat nichts zu schallen mit der Lehre von den menschlichen 1 lamihmgen, der Ethik. Diese TreniHing der Wissenschaften kt aber in Wirklichkeit nur eine Tremiuug der Methoden. Ihr geistiges Wesen bleibt wie zuvor einheitlich. Es ist die vornehmste Aufgabe der Philosophie, diese geistige Einheit aus zuarbeiten und zu Iconstruleren, dabei wird sic am besten flire Erkcnntnir.ac mta der Tradition der alten Kultur schöpfen können. Bel den anderen Völkern findet die Einheit der Kultur einen Ausdruck in dem Staate, der etwas Phihritliches ist. Bei den Juden war auch diese Einheit in der Gemeinschaft konkretisiert Diese Genuvnschaft war Selbstzweck. Sic hatte keine ökonomischen oder Erohcrimgs/kle. Sic stellte eine Verkörperung der Oesetze und tkr Idcca der Tra&tkw dar. Für das modeaic Spanien wünscht die Juten zarlick Eine Nachricht für deutsch völkische Antisemiten Das spanische Organ in New York, der ״Hcrnldo de Cuba“, teilt mit, die New Yorker Rabbiner oc Sola und' Schulmann hätten Nachrichten empfangen, nach welchen der spanische Diktator, Oencrnl Primo de Riviera, bereit ist, nicht allein in Madrid eine Universität hauptsächlich für jüdische Studenten nt eröffnen, sondern auch eine allgemein jüdische Ein- Wanderung in das Land zu begünstigen, ln der Absicht, den spanischen Handel dadurch wieder zu beleben. Judentum ף*1ג welches 1111t dem allgemeinen Staate verbunden *st, verliert diese Oemcinscliaft einen festen realen Boden. Der einheitliche jüdische Geist wird zu einem Abstraktum, dem nichts Reales entspricht. Ls entsteht eine Kluft zwischen der alten Kultur und der neuen. Die Leute der allen Tradition halten die neue Kultur teilweise für etwas rein Praktisches, welchem an sich kein geistiger Wert zukommt, teilweise für üherspamito Phantasien, welche sogar adukilieh sind. Andererselts betrachten die Modernen die alle Kultur ab etwas Uclwrftüs'-ii'cs und Ueberlebics. Fs muß angegeben werden, »faß taisächUch gerade in der neueren Zelt die Eindringlinge in die neue Kultur sie teilweise wirklich als etwa» rein Praktiadtes betrachten und olinc die nötige Begeisterung sind, teilweise aber werden auch kmstlkhe gelcligc Brücken gcselil.igen. «Ue «dir oft in fd>ercpan11tc Phantasien nusarten. Für den Nieliljinlen sind die wLssenscliafilidten Amtaltcil, welche durch den Staat unterstützt werden, eine Anregung zur Kulturelnliei t. Der Jude al»er, der in eine »lidiijüdisäic, wissensrliaftliche Anstalt hiiscinkömmt, ist gezwungen, sich einer Kultur zu unterwerfen, welche *lim fremd ist. Er wird nicht so leicht die Einheit finden können tmd wird mehr dem fachliehen Charakter der Wissenschaft unterworfen sein. Es bestellt für ihn die Gefahr, die Wissenschaft «13 etwa« Merhmilsclio, und Praklr.dies liiiintndimrn. Daß aber in der Wirklichkeil die Wissenschaft etwas Einheitliches ist und kontimiler- Hell mit der alten Kultur verbunden Ist, La nt «Ich Im Rahtncu eines Aufsatzes nicht genau aus führen. Ich will nur einige gemeinsame Merkmale festslellcn. In der jOdisdiai Tradition Ist schon ein besonderer cliarakterisüsdicr Zug zu merken, nämlich der Ver/idit auf metaphysische Prinzipien. I« der ״Misdma“ werden keine aßgemesneu Grundgesetze de» Rechts nufgos teilt. Sie Itdianddt nur Kinzelfällc. Den Bewußtsein*• komplex betrachtet cic als immanent und gegeben. In der ״Geinara“ ist besonder# charakteristisch die Rolle des aflge• meinen liegriffcB, er bekommt eine selbständige reale Existenz. Das Gesetz hat einen ahsohitcn «nvcriinderllclicn Wert Idt mödite noch einen drittel! Zug erwähnen. Das von der Außenwelt nbpesi likv.senc jikli.chc Leben brachte es mit sich, daß dk natürlidie Ansdimning der Anßimwdt bol den Juden verküinmert wurde. Der Jude Lt tnelir «oziotogisdi. psydiolopisdi ו mul logisch dngcatollt. Dieser Mangel an ocr nntürllclitm Ajischammg der Außetiwdt bewirkt aber auch einen positiven Zug, daß nämlich der Jude dio Anschauung nicht als chic sidicrc Erkenntnisquclle hinnimmt. Er skirt sic manchmal als blaßen Sdieiu aa, iuiUu־ wcicisan er das Wesen der lädic Unlvcrsilif 11 Jerusalem Der gegenwärtige Stand der Arbeiten. Von Herrn Prof, a. S.), erhalten wir augenblickliche Loge Dr. Fodor, Jerusalem (früher Halle die folgenden Informationen über die der Universität: Der Bau des Institutes fü r C1! ent 1 e und Mikro- Biologie ist Im vol Jen Gange. Die Abteilung für Biochemie und Ko Hold c h c rn i e des chemischen Teiles, die im schon besteh enden ״Grcy-Hill-Hauac" uutcvgebrncht wurde, ist schon so weit gcdiclicn, daß man mit den Innenarbeiten begonnen hat. In wenigen Wochen hofft Prof. Fodor mit seinen Assistenten und Volontären, mit denen er sich vorläufig in unserem weiträumigen Magazin prwiso risch ciugt riclrtet hat, in die fertiggestcllten Labora* torien cinziehen zu können. Die Abteilung für all• gemeine Chemie und das mikrobiologische lnst 1 tut werden im neugebauten Flügel des Institutes untergebracht, dessen Ban 1111 Oktober fertig werden soft. Die [Sauarbeiten werden durch ״Histadnrth-1 [nponlim“, neuerding» ״Solei bo 11 c 11", ausgcfülm. Man kann über ihre teciinHclieii Leistungen das beste Urteil abgeben; weniger gut dagegen stdd es mit der Organisation ihrer Arbeit Iller bleibt noch sehr viel zu tun ül>rig, besonders hjiwichtlieh der rechtzeitigen I Icrbciführung von Baumaterial, damit die häufigen Verzögenmgen, unler denen die Arbeit heute zu leiden hat, nicht mehr Vorkommen. Der Bau wird auch künstlerisch aus gestatt et, um der nrachtvollen natürlichen Umgebung ein vollwertiges Gegenstück zu bieten. Die nach der Stadt hinunterführende Hauptfrout erhält ein Monunicntalportal, sodann wurde besonderer Wert auf die Ausstattung des Vestibüle* und einer Halle, die als Museum dienen soll, geleirt. Architekt Kornberg tut sein möglichstes, um der Kritik des strengsten Touristen aus Europa und Amerika St ,and zu halten. Aber nicht nur die künstlerische, sondern auch die technische Ausstat* tun g soll möglichst auf der Höhe sein. Das schwierige Problem der Wasserversorgung des chemischen Laboratoriums bei beschränkten Wassermengen mußte gelost werden, ebenso die Versorgung mit elektrischer Kraft und Gas. Das Institut wird außer der gcwölmllclien Wasserleitung eine besondere Druckleitung für zirkulierendes Kraftwasscr naben, sodann einen Gleichstrom von 220 Volt und 440 Volt mit Akkumulatorenbatterie. Die dazu erforderliche Einrichtung samt dem Wasserpumpwcrk werden in einem besonderen M nach inenhause, dessen Bau beinahe fertig ist, untergebracht. Beim Bau des Fundamentes dieses Maschinenhauses wurde übrigens ein altes jüdisches Grab mit Sarkophagen und bebrüt .eben Inschriften entdeckt. Es wird als Gartenschmuck erhalten und zugänglich gemacht werden. Ferner wird das Institut eine feinmechanische Werkstätte und eine Glasbläserei mit den entsprechenden Arbeitskräften besitzen, deren Ausbildung io Deutschland erfolgte. Was die Personenfragen anfcclangt, 0o sind diese noch nicht endgültig geordnet. Die Leitung der Abteilung für allgemeine Chemie hat Prof. Fodor provisorisch, die für Bio- und Kolloklcheinic hingegen definitiv übernommen. Der Leiter des mikrobiologischen Institutes ist noch nicht bestimmt. Was die anderen Institute bzw. Abteihingen der Universität betrifft, sei nur erwähnt, daß Verhandlungen zwischen der Wolf 1 sohn-Stiftung, dem Nationalfonds und dem Universitätskomitce in London im Gange sind, um die Errichtung einer Bibliothek im Anschluß an ein Auditorium,gebüude zu verwirklichen. Der Bau dürfte bald beginnen. Der Bauplatz befindet sich auch auf den» S copu s - Berg. Mit diesem geplanten Gebäude und dem Institut für Chemie und Mikrobiologie ist der Grund für zwei Fakultäten, die geisteswissenschaftliche und die naturwissenschaftliche, endgültig gelegt, und das Problem der Universität seinem papierenen Zustande definitiv entrückt Wenn wir dann auch noch keine vollständigen Fakultäten haben werden, 90 besitzen wir dafür Institute, die init den besten europäischen Instituten wetteifern können. Gerade für das deutsche Publikum braucht nicht bemerkt zu werden, daß hierin das sicherste Fundament einer modernen Universität zu finden ist, nicht aber in der Imnrovlsicrung von Fakultäten nach levantüiischem Muster, mit dem Zweck, politische Erfolge zu erreichen. Herr Prof. Fodor ersucht uns noch, darauf hinzuweisen, daß die Bibliothek des chemischen Instituts sich erst in den allerersten Anfängen befindet. Gerade von den deutschen Zionisten ist zu hoffen, daß sie diesem Ucbelstande, der von größtem Nachteil für die wissenschaftliche Arbeit des Instituts ist, durch möglichst namhafte Spenden abhelfcn werden. Dingo sucht Das Gesetz fct bei ihm ein Abbild des Wesens der Dinj;c. Diese drei genannten Züge sind auch für die modernen Schöpfungen der Juden in der Wissenschaft außerordentlich charakteristisch. So z. B. in der Rclativitätsdreorie Einsteins. Der Niditjude Mach hatte wohl den ersten genannten Zug, nämlich nur an das Gegebene eich zu hatten und die Metaphysik aus der Natiircrklirung aus zuedialtcn. Fs mangelte Sun aber der zweite Zug, von der absoluten Bedeutung der Gesetze. Für Mach war das Gesetz bloß eine Beschreibung der jeweiligen Gegebenheiten. Daher waren seine Ausführungen bloß kritisch und schufen keine neue Theorie. Audi bei dem Nidiijuden Lorcntz, dessen Theorie der ursprünglichen speziellem Relativitätstheorie Einsteins in dein Gebiete der Elektrodynamik äquivalent ist, ist ein Mangel des dritten genannten Zujpes, nämlich die Gebundenheit an die natürliche Anschauung charakteristisch. Auch für Hin sind die Gesetze nur Formeln für die gegebenen Erfahrungen. Dapegen erhebt Einstein bestimmte Gesetze zu allgemeinen Prinzipion, zergliedert unsere natürliche Anschauung von Raum und Zelt und stellt genaue Gesetze der Zeitmessung auf. Dadurch stellt sich el>cn heraus, daß unsere gewöhn* Ikho Anschauung von der ZcHlitstlmmung etwas Ungmancs feb kh möchte 1kx1־i auf einen interessanten lbiukt hin weisen. In der jüdischen Tradition ist uänilidi ein Ivc«tim1nter Du a 118• m us vorhanden, linerseits der ungeheure Konservntkmiia, weldier sid» bis auf die klc»turteit Details erstreckt, andererselts ist alx-r, der Glaube an eine geredüc Zukunft imbedingt mit einer Acudcrung der bestehenden Zustände verbunden. Im Grunde bedeutet dies eben eine Verwirklichung der jüdlsdicn, phairtastifidioTi konstruierten Welt. Ec siiid mu» auch diese lxHdcn Zfige in der Wissenschaft der Juden Vertretern kh mödite den ersten Zug 018 den forinalcm Geist bezcklracii, der das ganze Lelwm auf feste Grundgesetze aufbaut. Das Leben ist keine Problematik, sondern eine wohibcstiirmiü! Folge aus den Postulaten tler Lehre. Dagegen ist der zweite Zug als der wesenJiafte, weldier unter den Dingen das Wesen stKffit, zu bezcidmen. Der erste formal« Geist, Im Gegen- «dz zu dem wcsenliaften Geist, kommt deutlich zuin Voradicln Iiei der Diskiisskm zweier Gt'gncr, den Mathematikern Lopokf Kronccke r und Ckorg Cantor. Der erste kt Vertreter des formalen Geleites, er will die ganze Mathematik zu einem kt sich abgeschlossenen System machen. Die ganze Mathematik soB auf den natürlidicm Zahlen aufgebaut werden. Alk loglsdten und psydtologisdicn Binzlplen, welche man zu der Einführung allgctiKtner Zahle«! und allgemeiner Begriffe

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