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Jüdische Rundschau · 1924-06-13 · Heft 46-47 (13.6.1924) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 46-47 (13.6.1924)
Date
1924-06-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
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ד Nummer 5 n 11 Berlin, 13. VI. 1924 llgf Da» Commerdal Bulletin enthält in seinem ersten Maiheft eine Darstellung über Entwlc-klung und Stand der jüdischen Wdn Industrie,. «1er wir folgendes entnehmen: Die Kellereien stehe״ unter der Administration der kooperativen Winzergenossenschaft, die jetzt 233 Mitglieder hat. Diese erhalten während des Jahres Vor• sdhisse, deren Abrechnung am linde des Jahres, wenn die Preise definitiv festgesetzt wurden, erfolgt. In Rischon le Zion , gegründet 18S2 (14 600 Dunam), sind 5000 Dunnm mit Wcinstöckcn, •KKK) mit Mandeln, 300 mit Orangen, der Rest mit Oelbätimen und anderen Baumarten bepflanzt. Die Kolonie zählt 30) Gebäude und 1400 Einwohner. Sic ist mit Jaffa durch eine gute Straße verbunden. In Rcchoboth, gegründet 1890 (14 000 Dunnm), an der Bahnlinie Haifa—Kanlara, sind bepflanzt: 4000 Dtmam mit Wein, 5000 mit Mandeln, 700 mit Orangen, der Rest mit Oliven und 1 mchtbaiimcn. Der Wein wird nicht in der eigenen Presse verarbeitet sondern kommt in die Kellereien von Rischon. Gebäude mim 200, Einwohner 1300. Ne ss Zion ah (zwischen Rischem und, Rcchohoth ge-!egen, 1882 gegründet, 2800 Dunnm): 500 Dttnam Wein, 000 Alandeln, 1400 Orangen. 320 Einwohner. Gederah (K.itrn, 1885 gegründet, südlichste judäische Kolonie, an der Bahnlinie Haifa—Kantara, 6000 Dtmam). Gemischte Kultur, 600 Dttnam Wein, 1500 Mandeln, Rest Ge- ־treide. Wegen der großen Entfernung von Rischon ist eine eigene Alkoholdestillation eingerichtet worden. Das Produkt kommt nach R i s c 11 o n , wo es zu Kognak verarbeitet wird. Einwohnerzahl 140. Sichron Jaakob (südlich Haifa, gegründet 1883, 3000 Dttnam), 1500 Dunnm Wein, Rest Oliven, Mandeln, Oe* Irckle usw. Eine Welitprcsse ist vorhanden, aber kleiner als in Rischon. Einwohnerzahl 1300. Es sind also nach diesem Bericht vorhanden: יל־ \ «יי•« ß # ß י ך־►* ך•»־ ,Ui. I Der Brandehschc Palcstinc Development Council hat be• knnnflieh zur Durchfiihrung seiner Pläne die Palcstinc Cooperative Company als sein zentrales Ilnnnzlnstihit ins!,eben gerufen. Als deren Tochicnmtcrnchimmgcn wurde! die Palest ine Building Loan and Savings A » 8 0 c i a t i o 11 und die Ccntralbankof Cooperative 111• stitutions gegründet, die zur unmittelbaren Arbeit in Palästina bestimmt sind. Ihre Aufgaben gelten aus ihren Namen hervor: Die eine soll die Bautätigkeit durch Kreditgewährung fördern, die andere als Zentrale der verschiedencn lokalen Kreditgenossenschaften fungieren: wie aber aus ihrem Bericht hervorgellt, hat sie ihre Tätigkeit auch auf Darlchnsgewährung au landwirtschaftliche und industrielle Geiiosscnsdinfütt ausgedehnt. Nachstehend geben wir die Rechenschaftsberichte aller drei Unternehmungen über das abgelaufcnc Geschäftsjahr wieder, Die Palästina Cooperative Company veröffentlicht folgende Angaben über ihre Bilanz per 1923 (in Dollar): Aktiva Bankguthaben . Darlehen an die Palcstinc Building Loan and Savings Ass, Ltd. ••••nt• Ziiisctigtitliaben bei dieser.. . < Wertpapiere und SchafzbonS.. . Zinset! hierauf (noch nicht behoben) ...... Anteilscheine der Central Bank of Cooperative In• stitutions in Palcstinc Ltd. Rischon Rcchohoth Ness Zionah Gederah Sichron Jaakob Wein pflanzungen. 5000 Dunam 4000 ״ 500 ״ 600 ״ 1500 11600 ״ Dunam zirka 1000 ha. 28 ,, a 125 ״ 500 3 ־= ״ Erdgeschoß: _" 6 Faß ä 100 hl — (»00 hl 38 ״ ä 125 ״ 750 4 ־=־ ״ 560 ״ ä 10 ״ 10640 ״ 1000 ״ ä 6 ״ 000 6 ■= ״ Keller: 20100 hl 21900 hl 77 Küpen ä 27 ״ ä Die Weinberge. Die Arbeit geht folgendermaßen vor sich: Das Land wird zuerst sorgfältig in Tiefe von 50—60 em gepflügt und erst, wenn fcstgestellt ist, daß der Boden für Weinreben geeignet Ist, werden die Löcher für die Pflanzen gegraben. Die Distanz zwischen den Stöcken beträgt 1,75 bis 2 m, d. h. cs stellen 2500 bis 3250 Weinstöekc auf 1 ha. Amerikanische Reben sind (wegen der Phyloxera) bevorzugt. Nach der Pflanzung (Dezember und Januar) wird das Land wiederholt gepflügt. Saute me wird auf Kalk• und Hügclbodcn gepflanzt, Alicante und Com in — welche die Eisenweitte liefet 11 — 'brauchen rötliche Erde (Hatnra). Die Melhaclind Cnbcrnyrcbcn, welche den Bordeaux liclern, werden auf der Schwarzerde in den Ebenen gesetzt Am Ende des zweiten Jahres werden die jungen Weinstöekc beschnitten. Das Pflügen wird bis zum Ende des dritten Jahres forlgesetzt und litt Juli des vierten Jahres werden die Reben gepflückt. Zwei- bis dreimal Während des Sommers werden die Reben mit Kjtpfcrsulfat bespritzt Ihr ärgster Feind ist aber der junge Fuchs. Kaum erscheinen die ersten Trauben, so kommen auch die l ücltse und richten großen Schaden an. Daher werden in der Frühwilson Wächter aufgestellt. Die Weinlese beginnt etwa am 15.—20. |uli, wenn die Trauben zirka 10 ׳,״# Zucker enthalten. Das Phicke« geschieht am frühen Morgen durch junge Männer und Mädchcn, welche die Trauben in Körbe von zirka 30 kg Inhalt legen. Die Trauben werden sofort zur großen Wage des Kellers gebracht, auf Karren und von weiter her auf Kamelen. Dies dauert einen Monat lang, dann folgt eine kurze Pause, nach der die späteren Trauben (mit 15—20 "/o Zuckergehalt) gepflückt werden. Die Keller von Rischon: Das Gebäude ist 120 m lang, 80 nt breit, 3 Stock hoch, wovon einer unter der Erde liegt und den Keiler bildet. Der Hof hat 2 ha Fläche, fn dem obersten Stockwerk sind die Pressen und die großen G.imttgsküpcn nufgcstellt. Die mit Trauben beladenen Karren werden von der Wage weg auf einer geneigten Bahn zu den Pressen gebracht. Alts diesen fließt der Saft in kleine Küpen, aus denen er in die genannten größeren hmaufgepumpt wird, io welchen der Gärungsprozeß stattfindet. Während desselben fließt der Saft von einer Küpe zur anderen unter beständiger Aufsicht, und da er eine beträchtliche Wärme anuimmt, wird er auch durch eine KüJtimaschine getrieben. Nach Beendigung des Gärungsprozesses wird der Wein in das untere Stockwerk geleitet und in Fässer von 100—120 I gefüllt. Inzwischen erfolgt eine neuerliche Pressung der Rückstände. Der dabei gewonnene Saft dient zur Alkohol• bereihing. In dieser Arheitsperiode sind zirka 200 Mann Tag und Nacht durch zwei Monate beschäftigt und in einem Tag werden gewöhnlich 250000 kg Trauben verarbeitet Im Keller steht auch eine F il t c r rn as eh ln e, durch Welche aller Wein vor der Versendung filtriert wird. In den Kellern, die bis 4 m unter die Erde reichen, sind 104 große Küpen zu je 30000 I Inhalt aufgcstellt. Sic sind alle mit Porzellan verkleidet. Die Kellereien halrcn folgende Aufbcwahrungsgcfäflc: 1. Stock: 166 Faß n 100 hl =600 6! ־ hl 13751.33 284 800,61 9 808.04 125 685.95 2617.62 52 533.51 489 290.06 Passiva Gewöhnliche Anteile.1ÜOO,— Vorzugsantcile cingczahlt.. 321780.— Subskriptionscinzahlung auf 4-15 Doll. Vorzugsanteile 16 372.50 Gelder für die hebr. Universität . 125 180.— Spezielle Depositen.2000.— Reserve für Einkommensteuer , . 776,35 Gewinn .«..,.»122 187.21 489 296.00 Ein Gewinn• und Verlustkonto wird nicht bekanntgegeben. Der Bericht sagt, daß der Gewinn aus den eingenommenen Zinsen, nh/iigiiclt der Interessen für die IJniversitätsgeldcr und sämtlicher Spesen resultierte. Wie aus der Bilanz ersieht■ Heit ist, beträgt das arbeitende Kapital — nach Aus■ Scheidung der IJniversitätsgeldcr, die in Wert papieren angelegt sind —339 152 Dollar. Hiervon waren 284 SW an die Uaubank und 52S33 an die Genossenschaftsbank verliehen. Es sind also sämtliche verfügbaren Gelder in Palästina angelegt, Eine Aus«! c 11 n u 11 g «ler Tätigkeit könnte daher nur erfolgen, wenn die auf die gezeichneten Vorzugsaktien noch aus stell enden 85 000 Dollar cingczahlt werden würden. Auch dann wären die Kapitalien noch sehr klein. Bis jetzt sind seitens der P. C. C. zirka 75 000 Pfund in Palästina angelegt worden. Hierzu kommen noch, wie die untenstehende Analyse des Berichtes der Genossenschaftsbank zeigt, zirka 18000 Pfund aus anderen Quellen, so daß die Toehtcrgcsclischäften der Pal. Coop. Cy. insgesamt 93 000 Pfund bis Ende 1923 investiert haben. Für die dortige Kapitalsnrmut ist aber auch dieser Betrag von Belang und, ■wie bekannt, ist namentlich die Bautätigkeit durch die Baubank erleichtert worden. Palcstinc Building Loan and Savings Ass. Ltd. Gewahrte Kredite bis Ende 1922: Dollar 100000.—, bis Ende 1923: Dollar 284 809.61. Gegenwärtig arbeitet die Bank in Beth Kerem, Ramanah und Taipioth (bei Jerusalem) und Beth Galim (bei Haifa). Darleiten wurden an 127 Personen gegeben, darunter such an Araber und O riechen. Die Darlehen übersteigen nicht 60 <70 des Bauwertes. Central Bank of Cooperative Institutions In Palestlne Ltd. Darlehcnstnnd in Dollar Ende 1922: 28 841.-, Ende 1923.* 52533.51, 1. März 1924 : 85330.31. Das Kapital der Bank beträgt: 20000 1. Vorzugssharcs zu 1 Pfund , , , , , £E 20.000 10000 2. 10.000 * ..... ״ 1 ״ ״ 100 gewöhnliche Shares zu 1 Pfund .... 100 ״ ££ 30.100 Hiervon zeichnete die Palestine Cooper. Cy. 20000 1. Vor• zugsr,bares und 5000 2. Vorzugsshares. Auf die erstereti zahlte sie bis Ende 1921: 0250 Pfund, auf die zweiten 5000 Pfund ein. Der Economic Board of Palcstinc über• nahm 500) 2. Vorzugssltares und 25 gewöhnliche Shares. Joint und 1 ca haben zugesagt, langfristige Kredite zu 3 0/0 im Betrage von 50000 resp. 20000 Plund zu geben. Die Bank gründete Kreditgenossenschaften in Hebron, Haifa, Rosch-Pinah, Tiberias und landwirtschaftlich« Genossenschaften in Pctach-Tikwah, Rischon le Zion, Rechobotli, Chedera, Sichron Jakob, Mozza, Artuf, Beer Jakob und Rosch Pinah. Wältrend des ersten Jahres ihres Bestandes verlieh sie an Kreditgenossenschaften ., » £E 7.900 Landwirtschaft!. Genossenschaften 20676 ״ Industrielle Genossenschaften . . . , ■ , , . S00 £J£ 292476 wovon £E 4.260 zurückgezahlt wurden. Inzwischen sind diese Summen erhöht worden, Jnsbesondere zugunsten der Tabakpflanzer. Ferner wurden 400 Pfd. an Gdud-Haawoda und 1.000 Pfd. an die Tischlcreigenosscnschaft in Haifa verliehen. Der Bericht sagt leider nicht, wieviel seitens des Eco« notnic Board eingezahit und was an Krediten von der I ca und dem Joint gegeben wurde. Bis Ende 1923 sind insgesamt 29.376 Pfd. verliehen worden. Da die Cooperative Company erst £E 11.250 (52 533 Dollar) für ihre gezcichneten Anteile cingczahlt hat, so sind £E 18.100 aus anderen Quellen geflossen. Dies beweist, daß die zuges,igtcn Kredite von Joint und Ica erst zum geringen Teil gegeben wurden. Wahrscheinlich werden sic erst dann voll erteilt werden, wenn das Antcüskapiial gänzlich voll eingezahit sein wird. Dies ist wieder nur möglich, wenn die Pal. Coop. Cy. von den Zeichnern der Vorzugsaktien die noch ausstehenden 85 000 Dollar erhalten wird. Die Gesellschaft ließ voriges Jahr verlauten, daß sie 1923 Dividende zahlen wird, doch wird darüber in dem Bericht nichts gesagt. Es findet sich auch keine Bemerkung darüber, daß in dem attsgcwicscncn Gewinn von 22 000 Dollar der Gewinn von )922 (13000 Dollar), der vorgetragen wurde, enthalten ist. Da dieser Vortrag in der Bilanz nicht separat ausgewiesen ist, muß das der Fall sein. Es fragt sich dann, wieso die Gesellschaft, die im vorigen Geschäftsjahr mit einem geringeren Kapital arbeitete, damals mehr verdient hat als 1023, auf weiches Jaitr nach Abzug dieser 13000 Dollar von 1922 nur 9000 entfallen würden. Da sie ln New York keinen Betrieb und daher keine Spesen hat, könnte diese Verringerung nur darin ihren Grund haben, daß sie den Zinsfuß für ihre Darlehen an die Baubank ermäßigt hat. Das wäre zweifellos von Interesse, doch teilt der Bericht nicht mit, zu welchem Zinsfuß die Company der Baubank das Geld zur Verfügung stellt. — Es ist zu wünschen, daß die Brandeisgruppc ihre Rechen• schaftsberichte künftighin detaillierter gestalten würde, als dies bisher geschah. Gerade sie, die stets die Einhaltung streng kaufmännischer Grundsätze verfocht, müßte ln Ihrer Rech• mingslcgung und Berichterstattung klarer sein, um der Oeffentlichkcit den Einblick in alle sie interessierenden Details der Geschäftsführung zu ermöglichen. b. 300 hl *2 •־i 100 hl 300 200 31 ״ 400 8 •*־* ״ h l Insgesamt *?3 290 hl.“ Andere Einrichtungen sind das Laboratorium, die Alkoholdcstillation, die elektrische Kraft■ und Lichtstation, ein Brunnen, 47 m tief, mit drei mechanischen Pumpen, eine Böttcherei. Verkauf: Vertretungen sind in allen Ländern vorhanden. Die früheren Hauptabnehmer Amerika und Rußland sind jedoch jetzt als Käufer ausgefallen, hi England besieht die .,Pal• wi״ת-Gesellschaft seit 1907. Infolge des rückgängigen Absatzes für Wein erzeugt die Gesellschaft jetzt auch alkoholfreien Trau• hensaft, der in den mohammedanischen Ländern gut ver• kauft wird, da die Erlaubnis, ihn zu trinken, von den Rciigionsautoritätcn erteilt wird. Neuerdings wird ko«־ Ü.Ccr. Saf* cr?eu2t• dtlrch neue Maschine«, dte 10000 kg ui 24 Stunden erzeuge» können. ln guten Jahren werden zirka 30000 hl Wein und zirka 6600 Gallonen Kognak erzeugt. Ferner 700 kg Weinstein, wovon 1923 5350 kg im Werte von 54 £E exportiert wurden. Gesamtproduktion des Landet. 1920: 2 545 761 Liter ״ 6161 163 3 :1921 731 779 2 : 1922 ״ 455 516 2 : 1923 Weinexport aus Palästina. 1 leer Wert £E 1. 4. 1919 bis 31, 3. 1920 1 374 033 65.017 1. 4. 1920 bis 31. 3. 1921 1 265 577 50.409 1. 4. 1921 bis 31.12.1921 (9 Mon.) 886 186 29 725 1. 1. 1922 bis 31. 12. 1922 270*1651 58.820 1. 1. 1923 bis 31. 12. 1923 1 836 363 43.038 Steuer. Dieselbe beträgt: 30 0/0 der Großhandelspreise für Arak, Kognak uaw., 15 ״ ״ ״ »/״ Wein und Bier. Die Preise werden jedesmal im Dezember bestimmt. Für Exportquanten werden 50 0/0 Ermäßigung gewährt Von M. Bader, Mitglied des Direktoriums der ״Solcl-Bonch“ Ltd. Zu dem sachlichen Nachworte zu dem Referate Frumkins *n Nr. 4 des Wirtschaftsblattes «ler ״Jüdischen Rundschau“ ist zu bemerken, daß die Ausführung des Wassertunres in Nahalal nicht unterblieb, weil er von dem privaten Unternehmer gebaut wird, und der Nationalfoiuls den für die Wirkung des Nachwortes notwendige;! Schadenersatz nicht zu zahlen hatte. Die Stichhaltigkeit dieses Nachwortes leidet außerdem durch den vielleicht unbekannten Umstand, daß der Bauauftrag für diesen Wanscrlirrm auch nicht auf dem vorgcschlagcncn Wege des freien Wettbewerbes vergeben worden Ist. Es ging ihm keine öffentliche Ausschreibung voraus. Ke Vergeltung erfolgte, nachdem wir (wahrscheinlich mir zu einem Vergleiche) aufgefordert wurden, binnen sechs Stunden einen Kostenanschlag zu liefern der ungenau sein mußte, weil man ja von Tel-Awiw aus (dort wurde uns der Auftrag erteilt) 111 dieser kurzen Zeit keinen genauen Voranschlag für Nahalal bei Haifa ausarbeiten kann. Hinzuzufügen ist noch folgendes! Alle Regicrungs- und privaten Arbeiten, und sie bilden bis heute über 80 ״/<׳ unseres Umsatzes, der £ 675 000 beträgt, haben wir im öffentlichen Wettbewerbe erhalten. Für die nationalen Artreiten besteht ein solcher nicht (das ergibt sich ja auch aus dem Beispiel von Nahalal) und wir verhehlen nicht, daß wir ihn nicht wünschen »nid verlangen, daß die Ausführung der nationalen Arbeiten uns nach einer Preisbestimmung, wie sic bei der Bauübergabe der Universität erfolgte, übertragen wird, weil erstens wir allein, wie ea Frumkin schon betonte, die Verantwortung für die Arbeit»- läge und die ArlteiUlosigkeit im Lande zu tragen traben (die« hätte der palästinensische Gewährsmann auch niittcilcn müssen), zweitens wir die Einzigen sind, tiic die jüdische Arbeiter• Vermehrung durch ihre beständige Beschäftigung ermög• liehen (und es ist nicht wichtig, wenn ein sonst mit Arabern arbeitender Unternehmer in einem Amnaluncfalle sich verpflichtet, jüdische Arbiter zu beschäftigen), dritten» weil diese» System der Arlrcitsühertragtuig vor Ücbertcucrung der zionistischen Institutionen schützt, da bei der gemeinsam«« Ausarbeitung des Voranschlages nur die wirklich notwendigen Kosten fcstgestellt werden. Als Beispiel seien die Drainagearbeiten in Nahalal genannt. Diese waren schon vertraglich an eine Privatfinna vergeben. Durch den Druck der Siedler• und Arbeiterorganisation wurde die Arbeit einem gemeinsamen Waad in der von uns vertretenen Art übergeben, und cs ergab sich bei einer neuen Festsetzung der Preise aus ihr eine Ersparnis für den Nationalfonds iin Betrage v<on einige» tausend Piund. Viertens, weil dieses System das einzige ist. das vor Schwinddbauten schützt (die in den Ländern des freien Wettbewerbes Vorkommen sollen) und gute, ge• diegene Arbeit gewährleistet. Und wegen dieses letzten Argumentes stehen wir nicht auf einer Stufe mit jedem beliebigen Unternehmer. Auch nicht in den Augen der arabischen Kundschaft. Eine prinzipielle Auseinandersetzung wird in einer der nächsten Nummern der ״Jüdischen Rundschau“ erfolgen. Wir behalten uns unsere eigene Stellungnahme bi» zum Erscheinen der angekündigten prinzipiellen Darlegungen vor, __ a Red. Das kommende PaÜlstlnn-Budget. Wie der ,Jewlsti Times“ aus Palästina telegraphiert wird, wurde afe Resultat der Verhandlungen Dr. Hnipcriis und Kaplanskys beschlossen, die Festsetzung 'de* Palästina-Budgets tur das näd»te Jahr auf 3S4QÜQ Bund zu empfehka.

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