Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 46-47 (13.6.1924)
- Date
- 1924-06-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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1UEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 46/47 Seite 330 Kräfte des Aiiflkius aus der Dias!x>ra Iierangcholt werden muß. Eine L'xekuiive in Jerusalem kann kein Vorsinmhiis lialien fi’n־ die Bedeutung der organisatorischen Arbeit in cinciii mein• ak heimischen Sinne. Sie lim:׳; von vornliereiii den besten Willen dazu haben, aber die Kraft der Atmosphäre Palästinas wird sielt als* starker erweisen find alle Mitglieder der zioiiistiselicu Exekutive in ihren Bann ziehen. Je besser eine Exekutive in Palästina ist, d. 11. je tiefer verwachsen mul verknüpft sie mit dem Jisclniw ist, je mehr sie wahrhafte Pührerin der» Aufbauwerkes im lande selbst sein wird, tun so weniper wird sie Verständnis, Midie, Fähigkeit und innere Disposition für alle Arbeit in der Diaspora iiaben können. Für Palästina ist die Diaspora heute — mau mißverstehe das Wort nicht — eigentlich nur Ausbculungsobjekt. Seine Beziehung zum Galutii bestellt in der Frage: was gebt ihr uns, wie viel Geld, wie viel Menschen, welche Hilfe? Abgesehen von dieser Frage interessiert sich Palästina nicht für die Diaspora und, ich wiederhole es, cs ist gut so. Palästina darf ausbeuterisch sein, cs muß in diesem Stadium so sein. Aber es ist ebenso klar auf der anderen Seite, daß mau aus einer solchen Aimo- Sphäre heraus keine zionistische Organisation erhalten, atisbaiien und reorganisieren kann. Und darum: So lange diese Organisation notwendig ist — und ich sehe jetzt von allen Fragen der Galuthpoliiik ab,, sondern spreche lediglich vom Standpunkt der Aufbauarbeit in Palästina —, solange der grüßte Teil der Kräfte für den Aufbau aus dem Judentum der Diaspora herausgehoit werden muß, in einer unsäglich mühevollen Arbeit, solange kann der Sitz der organisatorischen Zentrale des Zionismus nicht in Palästina sein. In dein Moment, in dem Palästina wenigstens zu einem großen Teit auf eigenen Fidlen stehen wird, in da» dort die Möglichkeit entstehen vvird, nicht nur an die Aufbauarbeit und die Sorgen des Tages, sondern an die Gesamt fragen und öesanitnufgaben des Judentums zu «lenken, in dein Moment, in dem Palästina wahrhaft wird beginnen können, sich als Zentrum des Gesamtjudeiitums zu fühlen und zh verhalten, in diesem Moment wird eile Verlegung der organisatorischen Zentrale nach Palästina möglich sein, wenn dann eine solche Zentrale und eine Organisation in üu-er heutigen Form noch nicht unnötig sein sollte. Heute ist es Unmöglich und wäre das Ende jeder organisato* rischen Arbeit; dies winde aber in dem Zustand der gegenwärtigen Krise und Schwache der Bewegung das Ende der Organisation übcrl1au.pt bedeuten* Aus diesen beiden grundsätzlichen Erwägungen heraus, von vielen andern ganz zu schweigen, halte ich die Parole der Verlegung da־ Exekutive nach Palästina nicht nur für verfrüht, sondern wegen ihrer Popularität für gefährlich. Sie antizipiert ein Stadimn, das leider noch nicht vorhanden ist und würde, wenn sic realisiert würde, die Herbeiführung dieses Stadiums: außerordent« lieh verzögern irnd erschweren. Es gibt eine blinde Liebe, die dem geliebten Objekt mehr schadet als nützt. Und dieser Paliisiina-Patriotismus, aus dem heraus heute die Verlegung der Exekutive dorthin verlangt wird, entspringt in seinen besten Motiven einem solchen Gefühl blinder Liehe, die nicht nur dem Zionismus, sondern .״mch Palästina gefährlich werden uruß, weil der Aufbau Palästinas und seine Gestaltung zum wirklichen Zentrum des gesamten jüdischen Lebens heute unmöglich ist, ohne eine starke zionistische Organisation und eine starke Zionistische Politik, die beide int gegenwärtigen Augenblick ihren Schwerpunkt noch nicht in Palästina, sondern In der Diaspora haben müsbcn. Die Wahlen zum Preußischen Landesverband. Der Vorstand der Berliner Jüdisdicn Gemeinde hat beschlossen, die Wahlen zum Preußischen Landesverband der jüdischen Gemdndcn für den 7. Dezember auszusch reiben. Die tetaclie Gesamfasspfae Acfeä Uaanis*) 1. ״Die griechische Tliorafttx-rsetzitti״ war für Israel ver- Ivingnisvoll wie die Anfertigung des goldenen Kalbes. Denn eine zureichende Gesamtübenta/.tmg der Thora ist unmöglich.“ So wenig ich zwar eine tJcbertogiwig Achad Haam 8 für ein nationales Unglück halten kann, so sehr gi,•ui!« ich allerdings, daß auch hier eine zureichende Ocsatn!Übersetzung unmöglich ist oder höchstens einem kongenialen Meister des fremden Worts möglich wäre, der selbstverständlich zugleich «Sie intimste Vertrautheit mit der Sprache und Gedankenwelt des Autors besitzen müßte. Achad Haaut ist bekanntlich ein Stilist allerersten Ranges, ״Er unterschätzt nicht die Kleinigkeiten . . ., er hat in sich die Andacht zum Kleinen . . . Er behaut und glättet jeden Satz genau nach detn Maße des Gedankens, spart jedes Wort, um es nicht unnütz, zu gebrauchen . . . Scheint wir ist nur der Inhalt siebenfach durchrieht, aber dem Auge unsichtbar steckt in der Form die Arbeit des Künstlers.“ So urteilt ein sachlicher Gegner wie Klatzkin, «1er selbst zu den Großen auf dm Gebiet der hebräischen pJülosophischen Prosa gehört. Es scheint mir fast leichter, etwa ein reimloses Gedicht Bialiks einigermaßen erträglich deutsch widerztigebcn, als einen Aufsatz Achad Haains derart zu übersetzen, daß von der Schönheit des Originals noch eia Hauch verspürbar bleibt. Trotz alledem ist das Untcmelunen, Al Paraschath' Dcrakhim dm deutschen Leser ganz zugänglich zu machen und zwar, wie anerkennend hinzugefügt sei, in wortgetreuer Udiertragung, durchaus berechtigt und lolienswert. Gerade Achad Haam lehrt ja: das grundsätzliche Festhalten an einem ״letzten Ideal“ darf nicht verhindern, jeweils wenigstens ein ״vorläufiges“ zu verwirklichen. Die deutschen Zionisten, um nur sic zu nennen, die bisher ״Al Paraschath Dcrakliim“ im ל Achad Haam Am Scheidewege. Gesamclte Aufsätzc. 4 Bände: 1. Bd, Autorisierte Uebcrtragung aus dem Hebräischen von Isr. F r i cd I ä nd e r u. Harry To rczvncr. 2. Bd. Autor. Uebcriraguiig aus d. Hebr. von Hugo Kiiöpf- «»filier u. Ernst Mül bei; Jüdischer Verlag, Berlin, 1923, sg; I*0':‘.';Una Dia Ff::/;a 4er Arbcüi.losl'ficlt — Die Notwendigkeit der Arb«;U er nie «E11r.!.er. — Dl© ArlcilalöSen» «leinonstr.'ition In Jerusalem Vo 11 11 ״screin Korrespondenten Jerusalem, Rusch ChotlcKch Ijnr 5634. Vor vier Monaten, als durch «las plötzliche Einsetzen der durch <1011 Tabakbau bedingten großen Arbeitsmöglichkeilen der Jischuvv von der (piiilemlen Sorge der 2(XX) Arbeit:.־ losen erlöst wurde, erschien in einem der hiesigen Arbeiter- Matter ein Artikel: ״Wie steuern wir der Auswanderung?“ Her Artikel schien ziemlich uu/.eiigemüU zu einer Zeit, wo *luich «lie neuen Arhrilspcrspcktivcn tlie Auswanderung bcscitigt und noch nicht die erforderliche Einwandcruiigsqiiotc erreicht war. Aber cs hatte seine guten Gründe, daß die Presse gerade in dieser Zeit daran malmte, daß die Arbeit*- losigkeit keineswegs dauernd beseitigt worden ist, «lall sie vielmehr eine Erscheinung ist, die din Aufbau Palästinas notwendig begleiten wird. Wir werden für viele Jahre hinaus immer wieder mit Perioden drückenden Arbeilsmaiigel:; zu rechnen haben und was wir tun können, ist nicht .so sehr, diesen Arlicitsmangel direkt bekämpfen — denn er ist zum grollen Teil organisch mit der Art unseres Palä.dinamübaus verbumlcn — als» die psychologischen Folgen bekämpfen, «lie sich an die Arbeitslosigkeit knüpfen: Entmiitigmig, Verzweiflung, Verbitterung und deren Auswirkung in anti/ionislischcu politischen Störungen im Laude. Und da die Arbeitslosigkeit vor allem den städtischen Arbeiter betriffr und da vor allem er allen möglichen trüben Agitationen, welche seine Entmutigung ausnützen, ausgesetzt ist, so handelt es sich gerade um eine Erleichterung der Lage des städtischen Arbeiters, Seit fast zwei Jahren kämpft die Arbeiterschaft um den Gedanken der Schchunath-owdim, der Arbeitersied• hing, welche dem städtischen Arbeiter — dem Straßcnarbcitcr, dem Eisenbahner, dem Bauarbeiter — ein Häuschen und einen kleinen Gemüsegarten o«lcr dergleichen sichern soll, dadurch seiner Frau eine Verdiensimöglldikcit, dem Haushalt eine Erleichterung, ihm selbst in Zeiten der Arbeitslosigkeit eine Arbeitsmöglichkeit zu Hause geben soll. In Tel-Awlw und Haifa haben sich Gruppen von Arbeitern für die Bildung der Schchunath-owdim zusammengetan, deren Mltglicilcrzahl schon über die Tausende geht. Wenn trotz des schweren Winters, der hinter uns liegt, die Arbeitcrausschüsse ln den großen Städten imstande waren, den größten Teil der Arbeiterschaft um sicli zu scharen und der antizionistischen Agitation der extremen Linksparteien zu entziehen, so verdanken wir dieses ztnn großen Teil der Hoffnung auf die schlidiliche Ausführung der Sclichunath-owdlm. Der letzte Kongreß hat die Bedeutung der Schchunathowdim erkannt und die entsprechenden Kredite bewilligt, aber bis heute ist nichts zurVerwIrkllchungunternommen worden. Am 2. Juni hat sich unter dem Drucke der Arbätcra11s:.cl1fissc von Half» und Tel-Awiw die Leitung der Arbeiterorganisation noch einmal mit dem Plane der Schchunath-owdim beschäftigt und beschlossen, energische Schritte zu unternehmen, um die cn.un Anfänge der Siedhingen in den nächsten Monaten clurchzusctzcn. Dazu werden vor allem Verhandlungen zwischen Arbcltcrorganls a t i o n und N a 11 o n a 1 f o n d s notwendig sein. Von seiten mancher Kreise wird gegen die Schchunath-owdim cingcw.indt, der städtische Boden sei zu teuer und man könne mit demselben Geld im Emck fünfmal soviel Boden kaufen. Aber diese Argumentation verkennt die Wirklichkeit. Wir haben keine Fonds, die für Landkauf bercitstündcn, der Nationalfonds muß sich seine Gelder durch immer wieder erneute Sammhingen sichern und diese Sammlungen werden wesentlich von dem Geiste beeinflußt, der in Palästina herrscht und in die Diasjjora nussiralilt. Haben wir in den großen Städten Palästinas ein unzufriedenes, beschäftigungslosen Proletariat, welches sich zu Straßcndcmonstrationcn gegen die zionistische Exekutive mißbrauchen läßt, wie wir sic erst vor einigen Wochen in der Jaffastraße in Jerusalem gehabt haben, erläßt die Regierung neue Einwandcrungsbcschränkungcn und findet gar Auswanderung der erbitterten und verzweifelten Arbeiter statt, dann werden unsere nationalen Fonds die Wirkungen sofort spüren und wir werden weder das Geld Original studierten, waren so dünn gesät, daß die neue Gcaamlvcrdeutschung diesem Studium keinen sonderlichen Abtrag mehr tun kann. Dagegen regt vielleicht umgekehrt *las deutsche Werk manclicn Zionisten an, mit seiner Hilfe nun auch zum echten, zum hebräischen Acliad Haam vorzudringcii, Und auf jcileu Fall gibt es jetzt, d. h, wenn vollends «lie übrigen zwei Bände erschienen sein worden, für «kutsche Zionisten keine Ausrede mehr, Aduid Haam nicht oder nur in ״linlbcr Wabrheil“ zu kennen. ln den beiden vorliegenden Händen finden wir wieder die aus der älteren Tcilnusgnbe bekannten, von vereinzelten ganz kleinen stilistischen Verbesserungen abgesehen, unveränderten Ucberlragtmgcu Fiiedliinders und Torczyners. Dazu mußte viel Neues konmnen, Uelicr dies«» Neue sei einige» gesagt. Im großen ganzen kann es sich neben dem Alten sehen fassen, Besonders dort, wo die Ucbcrset/.er Zeit hatten, sorgfältig zu arbeiten. Aber «las scheint nicht ülrcrnll der Fall gewesen zu sein. Ich habe den Eindruck, daß häufig einfach vom Blatt weg die Uchcrsctzung diktiert und ohne weiteres forlgcgvbcn wurde. Vielleicht mußte es so sein: anus ,11 pi hadibbttr, d. h. auf Drängen des Verlags, der möglicherweise diesmal «eine zu lange Verzögerung fürchtend ״«las Ende beschleunigen“ wollte. Man urteile nach einigem Proben, I. S. 373. A. H. spricht von der Wirksamkeit des Unbewußten. In der Träfe der Seele schaffen Innere Kräfte unbewußt nach eigenen Gesetzen. Nur die Wirkungen treten ins klare Bewußtsein ״und kann wohl dieses. sie zuweilen in ihrem Gange hemmen und . . . verändern, entsprechend den Regeln, die cs aus ihr (I) bekannten Vorstellungen und Realitäten abstrahiert. Ist sie (i) aber in jenem Augenblick mit einem andern Ggpmstand beschäftigt und kann sich der Untersuchung und Korrektur jener Wirkung nicht widmen, so geht diese hcimmingslos an ihr (!) in «1er Gestalt vorüber, die sie Ln der Tiefe der Seele erhalten, gleich als ob sie uns niemals bewußt worden wäre.“ Der geneigte Leser suche ausfindig zu machen, worauf jeweils «lie vielen ״sie“ lind ״ihr“ sidi beziehen. Getagt es ihm nicht, so sei erläuternd bemerkt, «laß das van «as mit chicny Ausrufezeichen hervorgehobeae haben, um städtischen, noch um billigeren ländlichen Boden zu kaufen. Der Aufbau Palästinas ist eben nicht nur - wie oft wird das noch gesagt werden müssen — du rechnerisches Problem, sondern eine Aufgabe, die gar sehr mit der P 8 y cho 10gle der Menschen, welche nngc:.1c<lclt werden sollen, rechnen muß. Man kann cs vom allgemeinen zlonistischcn Standpunkt aus der Arbeiterorganisation nicht hoch genug aurcchncii, daß sie die nach Palästina kommenden Massen organisiert und lenkt. Wir hatten in den letzten Zeiten Einwanderung solcher Elemente, die sich nicht in dieser Weise organisieren lassen — persische, gru- 9 i n i 8 c 11 c, jemenitische Juden. Die A r b c i t s lose 11 demonstratio 11, die kürzlich vor der zionistischen Exekutive in Jerusalem stattland, setzte sich zum großen Teil aus diesen Kreisen zusammen, denen einfach gesagt wurde, sic würden durch eine solche Demonstration Geldunterstützungen von der Exekutive erzwingen oder dergl. Solche führcrlose Massen sind jeder Agitation offen und können uns noch in unserer Arbeit sehr viele Schwierigkeiten bereiten. Die Zufriedenheit des städtischen Arbeiters — und wenn unsere Mittel nicht aus reichen, sie zu erzielen, dann wenigstens seine Ausdauer und sein guter Mut In kritischen Zeiten — ist einer der wichtigsten Faktoren, von dem das Gelingen unserer Arbeit abhiingt. Die Schchunath-owdim ist ein Weg dazu. h. b. Nachrichten aas Palästina Von unserem Jerusalemer Korrespondenten Die Monzali (Rat) der jüdisclien Arbeiterorganisation hat in ihrer Sitzung vom 2, Juni folgende Resolution gefaßt: ״Die . d©s jüdischen Arlxnters g««gcn die schöpferische Arbeit «kr Arbeiteruntl Chaluzbcweguug und gegen die Position des arbeitenden Jischuw, an deren Schöpfung Dr. Ruppin ab Leiter «ler Anstellung von dem Tage der Gründüng von Daganiah, Kincrcth und Mcrchawjah bis zur Be* Siedlung des Emek teilgenouwncn hat. Die Moazah sprictit Dr. Ruppin ihre Hochsdiützung und Ancrkcnniuig aus und verlangt von den verantwortlichen Führern der zionistlsehen Exekutive «Laß sie öffentlich jede Verdächtigung von Solidarität mit dieser Intrige gegen die Person Dr. Rupnins und gegen den arbeitenden Jischuw von sich weise.“ wie die PaL Tcl.-Agcntur erfährt, haben einige Sir Herbert Samuel nahestehende Personen den Versuch gemacht, einen Vergleich zwischen Dr. Ruppin und dem ״Doar Ha Jom“ herbelzu führen, damit das Gerichtsverfahren, da« durch Herrn Dr. Ruppin gegen die Zeitung cingclcitet worden ist, niedergeschlagen werden kann. Dr. Ruppin hat jetfodi «Las Vcrmittiungsangcliot zurückgewiesen und die Ab• sicht kundgegeben, seine Sache durchzufeehten. «I Im Leitartikel des Hapoel-Hazaür greift N. TwersUy die Mitglieder des Zionistischen Action&־Comit6s Ahg. Goldberg. Dr. Klume! und Dr. Göttlich heftig an, weil sic sich mit der von der Bra 11 de isgruppc gegründeten und rein auf Profit berechneten Real Es täte Company verbunden und mit ihrer Hilfe Baugründe bei Haifa ckauft haben. Twcrsky sieht hierin einen Angriff gegen ie unter zionistischer Kontrolle stehende Palestinc Land Developern ent Company. Die in der letzten Zeit vom ״Goar Hajom“ inszenierten Angriffe gegen Ruppin und die P. L. D. C. seien von den Kreisen der Real Estatc Company inszenierte Manöver. (Es handelt sich um die von uns bereits gemeldete Begründung der Gesellschaft ״Lcmaan Haifa“. —• Die Red.) Am 22. Ijar wurde .auf dem Friedhofe von Tel-Awiw, der Gedenkstein für die Opfer des Maipogroms von 1921 enthüllt. Der Gedenkstein trägt die Aufschrift ״Für die heiligen und reinen Seelen, welche am 23. Nissan 5681 ermordet wurden. Durch ihr Blut wird Israel leben und durch ihre Heiligkeit wird cs geheiligt werden.“ Herr Ussischkin hat von seiner Reise aus dem Verein junger Scpliardim in Jerusalem ״Chaluze-hamisrach“ mitgeteilt, daß er in Versammlungen in Saloniki über den Plan der Einberufung eines Kongresses der sephardischcn luden gesprochen hat und daß die Salonikicr Ocmcindc bereit ist, den Plan energisch zu unterstützen. ui.«... e «aaimi— erste ״ihr“ eigentlich ihm heißen muß und sich auf das vorangehende ״dies«“, nämlich das ״klare Bewußtsein“, bezieht. Im Hebräischen steht ״Iah", «las für sich freilich als Feminin ״ihr“ heißt, liier aber auf ״Daath“ geht (־=* Bcwußtsein). Entsprechend muß es i:n folgenden an den angemerkten Stellen statt ״sic“ und ״ihr“ — es und ihm heißen. Ich werde mich natürlich nicht 90 blamieren, einem Orientalisten und Hebraisten wie Torczyncr einen Uebcrsctznngsfchlcr anstreichen zu wollen, den sogar Ich mit meinem notdürtiig rttsammengclesencin bißchen Hebräisch vermieden hätte. Aber das ist es, was ich sagte und sagen will: Die Ucbcrsclzung zeugt von der Hast und Flüchtigkeit, mit der gearbeitet wunde oder werden mußte. — Ein anderes Beispiel, II. S. 13: ״Denn die neue Störung ist eigentlich nicht aus von innen kommender Erkenntnis auf Grund theo* retisehen Denkens entstanden“. Den Satz gerade 90 wider- »!geben, ist eigentlich nicht aus von Lnnen kommentier Not• wendtgkeit »1 erklären. — Oder II. S. 14: ״Das jüdische Hirn . , . kann für lange Zeit stille stehn“. Daß einem der Verstand stille steht, mag gelegentlich verkommen, allein das Hirn..! — Schließlich II. S. 140f.: ״Israel, wenn er auch gesündigt hat, bleibt Israel“ und mehrmals nachher dieses Talmud wort im Deutschen allzuwörtlich wiederholend: ״ein Israel, der gesündigt hat“. Ich muß gestehen, daß ein solcher Israel seiner SümlhaftlgkeR unbeschadet etwas komisch auf mich wirkt. Alles ln allem: wenn die Ucbersctzung der folgenden Bände mit der Sorgfalt «nd auch mit der ,Andacht zum Kleinen“ ausgeführt wird, auf die Achad Haam besonderen Anspruch erheben darf, können wir «lie deutsche Gesamtausgabe von ״Al Paraschath Dcraklüm“ immerhin freudig begrüßen. If. Eine gründliche Kenntnis Achad Haams tut heute nicht weniger not als früher. Der Zionismus wie die ganze Jodenheit hat noch manches von Bim zu lernen. Ich begnüge mich jetloch in dieser Besprechung, aus dem reichen Inhalt der beiden vorliegenden Bände willkürlich drei Punkte herausgreifen und auf sie hiazuamsen.