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Jüdische Rundschau · 1924-06-06 · Heft 45 (6.6.1924) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 45 (6.6.1924)
Date
1924-06-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seile 32f$ JUED1SCT1E RUNDSCHAU Nr, 45 Es Ist grundfalsch, nii/imcluncn, daß die Abwan• donidcn aus wirklicher Lrkeimtuln der IJrhcrlcblhcit oder Schwache des his(ori::eh*tr.uli!ionclloii Judentums ihm den l'ii.l ca kehlten, und »lall, wie Zwei!; msniiumt, ihre Massenflucht zei;;e, daß etwa.5 lau! im alten Judentum sei. Nein, die meisten Menschen haiiddlcii in Mas‘־,e11j'״yclK>r.e, aus Scliwiiehc 11ml j,1)1 erwachtem Drang nach einem Sich- .nislchciikc'miu'ii, ohne als Paria erkennbar zu sein und!je- Stollen, geschmäht zu werden. Diese Generationen waren im Geiste maü und im Ausharren schwach geworden, Heine, der, wenn er heute leihe, höchstwahruclit-inlicii eine Max Nordait 11ml 110171 ühnljehc Stellung zum Judentum und im Judentum eingenommen hätte, {;in!( letzten EihIcs, nachdem er ■— mit fab.ch1׳n Methoden — jnhrehing im llerliuer Kuilnrverein jüdische A«heit zu leisten versucht halle,deshalb Ins andere Lager über, weil die damaligejüdische Generation in Deutschland erbärmlich, würdelos und völlig aus dem seelischen Gleichgewicht geraten war (soweit sic ״neu“ war) und weil er mit den ״Alten“, von denen ihn nicht eine, sondern mehrere Generationen trennten, einfach gar nicht ziisamimukommen konnte. Und auch er charakterisierte die Ursachen des Veiialh; richtig nicht mit der Unmöglichkeil, das Gesetz, an sieh zu halten oder das Judentum, befreit von den Schlacken der Unwissenheit und der Gallithzeit, zu erhalten, sondern mit der Unzulänglichkeit der Menschen, der Juden von dazumal. ״Wir sind zu schwach geworden, zu fasten, einen Judenbart zu tragen und uns Judemuaucchel nachrufen zu lassen!“ Nicht »las historische rcligiüs-natioiude Judentum, nicht die Lehre, nicht »las Gesetz, hatten aus Gründen innerlicher Unzuläiiglichkcit Sehifibrucli ei litten. Nur eine oder einige Generationen waren dem Chock einer unerwarteten Wendung ihrer Geschichte -״ znsaninientreffeml mit zunehmender jüdischer Unbildung und Veräußerlichung — erlegen, hatten sich als zu!!eh w a c 11 c rvv i e s e 11, das Judentum z 11 tragen! Just so wie die deutschen Republikaner von heute mit ihrer Republik, Herr Zweig! Und wenn erst einmal'cinc Generation aus der Reihe getanzt und die Kontinuierliche jüdische Geschlechter- und Erzieliungslscltc unterbrochen hatte, wenn erst einmal eine junge Generation in gewollter Unjüdisclikeit und mit der Tendenz zur schnellen Verwischung der Grenzlinien zur Umwelt anfgcwachsen ist, dann ist cs für die nachfolgenden, die kein jüdisches Wissen mehr erhalten und auch im Eliernhausc kein Wollen mehr vor sich gesehen haben, die ohne jede geistige Gegenwehr und ohne Eigenbesitz schutzlos zier Umwelt ausgeüefert werden (noch dazu unter neuen, nicht erprobten Verhältnissen), fast unmöglich, den Weg zurück, insbesondere zur selbständigen mühsamen 1Erlernung des Gesetzes und zur noch mühsameren Uelnmg und 1 chcustiihnmg ziuikkzullndeu. Es gehört schon ein ungeheuer tiefes per• ünlk'lies Erlebnis oder ein so staiker Anstoß wie cs der Zionismus war dazu, tim das zu erreichen. Und ich glaube wirklich, Herr Zweig wird mir zugeben, daß die Massenflucht der weiteren — schon ganz unwissend gewordene!! — Wcsljndeiigeiicrntioncn nicht die Folge von Liit/elüherlcgiingcn in yclminnseiideii seht; 11!.!?■er Nächte war, (in denen sich gewissenhafte und geschulte Menschen über den vergleichsweise höheren Wert des Cliiistentunis 1 »!er auch nur über die zwingende Notwendigkeit, aus Gewissensgründen ״nichts mehr zu halten“ und liberal oder Reformer zu werden, klar geworden waren. Es war »las mir die natürliche Kon Sequenz der ersten ״schwachen Stunde“ und das ״halb 70f sie ihn, halb sank er hin“, das unwiderstehliche Locken der jedes Anilersseinwollcii nhschlcifctiden, nivellierenden iiicliIjiidEclicn Außenwelt. — Aber all das ist ja kein Wunder; ’Judentum, religiös-nationales, gcsclzcstrcucs Volljudcntum zu leben, ist eine schwere, den ganzen Menschen mit seinem Wesen beanspruchende Angelegenheit. Aus diesem Grunde war schon eigentlich das volle Judentum auch in den glücklichen Zeiten im eigenen Lande mir Sache einer geistig-moralischen Oberschicht, ln der Galuth änderte sich das vielfach, da in allen Drangsalen und Verfolgungen die Widerstandsfähigkeit des Volkes erstarkte und der Geist In zimclimeiulcm Maße geschult und diszipliniert, alle Lehenscuergien auf ein Ziel, auf jüdisches Lehen liingclcukt wurden Aber immer gab es natürlich viel innerliche Outsider unter den Juden, viele, die unter der schweren Aufgabe, Jude sein zu müssen, seufzten und zu erliegen drohten, eieren Sinn, nach Art des Erew raw, nicht nach den Zielen des Judentums, sondern nach höchst irdischen Dingen stand, oder auch solche, die an sich mit »lern Gotlcsgcdankcn zerfallen waren. Sic gingen während der Jahrhunderte des Ghetto nur zum kleinen Teil zum Feinde über, weil sie die rohe brutale Masse draußen auch als Konvertiten noch zu sehr fürchteten lind weil auch Herdentrieb und viele Bindungen in ihnen mächtig waren. Aber als die Ghcltomntiern wirklich fielen, waren sie die Ersten, die, erlöst und triumphierend, hinühcrlicfcii, um, befreit von der Fessel der Bindungen jüdischen Lehens, der Zucht und cinschränkungs- und ent- Ragmigsvoücn S;tte11 in vollen Zügen unbelastet die Freiheit und »las Nur-Mcnseh-Sciii genießen zu können, Sie steckten mit ihrem Beispiel die geistig Unselbständigen an und standen bald als die ״Aufgeklärten“ und ״Modernen“ in einem zur ■ Nachahmung reizenden Glorienschein da. Die ״Orthodoxie“ aber, die, die zäh am Ligenbcsilz fcsthieltcn, waren zu weit uiigcwimdt, z.u ungelenk und profan-ungebildet, als daß sie — zudem noch jämmerlich schlechte Pädagogen — cs verstanden hätten, die Davoneilemlcn, insbesondere die vor . Sehnsucht nach der großen Welt trunkene Jugend zu halten. Das Ganze war, wie oben gesagt, nicht innerliche Heber׳ Windung jiulisdier Religiosität, sondern, wie oft vorher in der jüdischen Geschichte zum Teil ein Aufflackcrn lange unterdrückter und verdrängter Sinnenfreude, Weltlust und hellenistischer Stimmungen, jäh erwachten bürgerlichen Ehrgei/cs und gesellschaftlicher Aspirationen sowie Weltbürger׳ lieber Ideen; Erscheinungen und Epidemien, von denen es früher, in Verfallsepochen Im eigenen Lande, ein Zurück nach prophetischer Aufrüttelung gab. In fremdem Lunde ober, wo die aus der oiisclnandcrgesprcngten jüdischen Ge samtliclt heraiiseilenden Menschen schnell versickerten, war das höchstens für winzige Gruppen oder Einzelpersonen möglich, Resultat; Aus der Massenflucht aus dem Judenturne seit 120 Jahren kann allenfalls eine gewisse Erschöpfung der Widerstandsfähigkeit der jüdischen Menschen, ein Nachlimsen der Selhsterlialtiingsciicrgieii und mich vielleicht - das wäre ein besonderes Thema — die praktische U n tu ö g l i c 1! k e i t voll jüdischen Lebens In der Galuth h In longue außerhalb des Ghetto für eine emanzipierte, kullurc assimilierte jjudenheit geschlossen werden, Nicht aber eine [innere .Unzulänglichkeit und ein Abgedankthaben des jüdisch׳ trab wer ׳en sit/ zu Gunsten objektiv höherer neu ge! Gill er. Un»! wie ist’.׳! nun mit denen, |tu.I1er,om!cre den Jungen und Jüngeren, die — nicht imülmlich Natlinn Birnbaum — ohne mir einen Funken nationaler Intensität ci.iiziil*»!fk*1», mm prinzipiellen Bejahen und allmählichen, langsam sich mehrenden Geben, /um 1 lmrinnehnicu •immer neuer Teile des jüdlsehen Gesamtkomplexes in ihr Lehen gekommen sind. Ens gibt' für sic melirerc Erklärungen. Die eine! wir sind Zionisten und als!.״lebe Gegner »!er Assimilation. Assimilation ist alier nicht mir Taufe und Mischehe, sondern jede Ab« »ehr vom jüdischen Geiste׳,besitz aH bestimmendem Faktor und vor allem von jüdischer Lebens f ü 11 r u 11 g. Um die Kone q 11 e n /. miscres Zionismus zu zielm, um wirklich wieder jüdisch zu werden — denn wir alle sind und waren es nicht mehr — versuchen wir durch die Wiedereinführung orgauisdi gewachsener historischer jüdischer l.abcnsnorincn uns zu Juden zu mache״. Das heißt zu dein, was alle PnlnsUii.nkitrse, hebräische Stunden •11. 0. in. «118 11118 nicht zu machen vermochten, weil Judentum eben alle unsere menschlichen l.obeiisregimgcn in seinen Dienst zu stellen vcrhmgt. Oder aber; Wir’ erkennen klar, drill das Ger,et/, die aus sei.!er Hebung geflossene Ertüchtigung und Stählung, die am; ilun entsprungene Abgrenzung unser selbst gegenüber der Umwelt, — iimcrlich-gcmiitlich-sittlich und rein äußerlich 1ms b;!: heute hat existieren lassen und daß die nationale Bindung allein und mich selbst Palästina nicht ausreichen werden, um in der langen Nacht der Diaspora und allen kommenden Zelten das Volk, das wir lieben, zu «!•halten. Also wollen wir »las Gesetz neu festigen. Oder weiter! in den Augen der Völker und Kreise, die uns Wohlwollen, sind wir »lie Nachkommen der Propheten, das Volk der Offenbarung und »1er Bibel, Ijitäuficru wir uns freiwillig unseres ״Religl- 011s“geset/cs, gehen wir als Irreligiöse oder Arcligiösc nach 5.dästjnn, «;0 begeben wir uns selbst des einzigen Besitztileb, kraft »le;,sen gerade unsere Freunde uns das Land zuerkennen. — Aber all diese Argumente sind ]>ost hoc konstruiert, wirken, wenn man sie so herset/t, gekünstelt und gedrechselt-gewollt. Was uns dazu brachte, bclspiels weise wieder die Speisegeseize als sinnvoll cingcfügtcn Teil des gewaltigen Tohorkomplexcs anzticikennen und zu respek- 1 ineu (und niehi ab hygienische Klügeleien und als über■ wunden ab/ulun), was uns zwang, die Tefllllu wieder zur täglichen Weihe von Kopf, Herz, und Hand um Stirn und Arm zu legen und uns vor SabbatheiiUvcilning zu hüten das war mehr, als all diese Gründe. Das war die instinkthnftc Erkenntnis, daß das Handlungen und Taten waren, die uns als Juden ganz adacquat waren, daß wir hier endlich unser Wollen, Liebcni und Suchen In wirklich jüdische Ventile mimden I,u.m;ii konnten, daß wir nun wieder clnlügten in das große Ganze des Volkes und seiner Aufgabe. Wenn wir des Morgens »lie Worte der Schcmonc Eure sprechen, dann reihen wir uns nicht nur — ab alles übcrglutcnden Tages,beginn -- mit diesen Worten, die seit Esras Zelten all unsere Väter gesprochen haben, in die Ahnenkette ein, dam! suchen wir nicht — Arnold Zweig — eine nationale Demonstration, die — angeblich — den anderen Ihre Tcfillo entweiht (i), Nein, wir erleben dum tagtäglich immer wieder mit stmker Freud(•, wie »liese Gebete auch uns persönlich ab Ausfluß ureigenen WoJleim, und D»n1keu*; erscheinen, •wie sie, In Worten und Sätzen tausendmal gewaltiger, geschlossencr und lebensvoller ab wir sie selbst'(luden könnten, unsere ,Sehnsüchte, unsere dar, ganze Volk umfassen׳ den nationalen Wünsche, kurz, ganz, uns selbst wiedergeben. Auch wir, Arnold Zweig, empfinden eine 1 Inwdoloh am Ausgang eines Sabbatli, »1er nicht ganz »las wsr, was das Judentum aus ihm machen will, als Halbheit, als Stück werk. Und »loch wollen wir uns an ihr freuen. Denn wir hoffen, daß wir In Stadien und zu Zeiten kommen werden, in »lenen es uns nicht, wie jetzt noch, fast unmöglich ist, unsere von zier Unrast des Alltag« noch schwingenden Nerven ganz an diesem einen Tuge nbziikurbelu, in denen wir uns auch gedanklich und nicht nur äußerlich ganz aus dem tmi uns herum brausenden Rhythmus des ötfenliidien Lebens, in (Ins wir so stark verstrickt sind, los/.idbscn vermögen. Noch fliegt, gewiß, vor Sabbatli Ausgang mnnch verstohlener Blick zum Himmel, »1er nach den drei Sternen jucht, weil unser unruhiger Grolblmligeist, unser nervöses Temperament nur schwer noch den Zwang vieruiKlzwnn/lg lange Stunden erträgt, der uns Bleistift und!•'oder verbietet, uns verwehrt, den schnall daliinschieik'mkm Gedanken zu Papier z.u bringen. Aber das sind doch natürliche Anfänge. Wir können doch nicht das, was vier Generationen vor uns nacheinander langsam versickern ließen und ,111 (gaben, mit einem Sturinlniif, einem Entschluß wieder erringen. Nur Unverstand stößt sich daran, dnß wir nur langsam und mühevoll wieder in all da* erst hin* einwaehsen können, was wir ab Ziel vor tum scheu und dessen Notwendigkeit wir bejahen. Und wenn Sic meinen, Arnold Zweig• -- waren dem! all die Jahre im Osten In dieser 1 linsieht vergehen« für Sie? —, dnß »Ile gedankliche Zielrichtung der zur inähiidicn Wiedereroberung des Gesetzes strebenden jugoiKi sic «ler Kampf- und Dcnktütlgkclt enthebe und wenn Sie das Privileg »ler Stärko und kraftvollen Kümpfcrltinm mir für »lie anerkennen, die nicht innerhalb de», wie Sic meinen, friedlichen, siurmalnvehrcnden Hauses des religiös konservativeil Judentum« wohnen, ao Ist auch das so falsch wie die er.;en Behauptungen. Rein gefühlsmäßig eingestellt, ans tiefstem Instinkt, stärkstem Erleben und aus der Sein! sucht nach jüdischen Inhalten mul Formen sind wir zuerst an die Tradition licranggtretcn. Wir fühlten und entdeckten eng Verwandtes, lange Ge.-ueltlus, nirgendwo (indem Gefmidenes, Aber das war nur der Beginn, Dann begann 11m! für viele von uns beginnt •—, das Eigentliche: das Lernen. Da können wir unablässig das, was an Verstandesmäßigen Zweifeln und Gegnerschaft aultaucht, amkümpfen, da können wir, wenn wir in die Kommentare hinabsteigen, erkennen, was hinter Worten und Vorschriften steckt, die )ins, betrachten wir sic losgelöst und laienhaft, zu Wider- :»pnich und Almrteilei) reizen. Da finden wir — 80 wie Lmamicl Werlhcimer sagte, daß der Astronom mit dem Fernrohr immer iruq Gebiete seiner Unwissenheit entdecke — bei jeder Sedra neue Perspektiven, neue Inhallo, weiten sich uns Judentum und Gesetz von Mal zu Mal zu staunenswert hohen und. lichten Horizonten. Gewiß kämpfen auch wir. Mit uns, mit dem Gesetz -- gegen das wir uns unzältligciunl wieder niifbäumen, wenn es uns einmal hart trifft, persönliehe Opfer schwerer Art, scheinbare sacrificla lutellcctus von 1ms verlangt. Aber dieser Kampf endet fast Immer mit der beschämten Erkenntnis und der crkcnntnisvollcil Dercirherung, »laß auch dies — im Interesse des ganzen ,Volkes -*• notwendig war und daß wir nicht unseren kleinen persönlichen Mallst ab, sondern den des ganzen Volkes und einer unendlich weiten historischen Perspektive — denn unser Volkstum ist überzeitlich gedacht — ה!liegen müssen. ,Wir sind Beginnende. Wir wollen die Synthese von Volk und Gesetz, darüber hiumts die alte Dreicinheit von.Gesetz, Volk und Lund. Und weiter darüber hinaus Leben, jüdische» Leben auch für alle die Teile des jüdischen Volkes., die, well sie int Lande der Zerstreuung bleiben werden, niemals zu diesem letzten höchsten Ziele Gesetz, Volk und. Land kommen werden. Weil wir dieses wollen und im tiefsten Innern davon überzeugt sind, daß das jüdische Volk mit der Aufgabe seiner eigentlichen Bestimmung, Träger, und Lcbenserfüller des Gesetzes zu nein, und mit der Loslüsimg vom Gesetz rdch selbst aufgeben, sich »len Boden unter den Füßen seiner Existenz wcg/ichen würde, deshalb glauben wir nicht nur für unsere Person wieder das Gesetz, auf uns nehmen zu sollen. Sondern cs geht auch unser Wunsch dahin, daß diejenigen, die heute wie Zweig so nebenher von ״Fasten, Tauchbad und Gemnrah“ reden, die uns nicht zum Ziele führen können, sielt etwas ernster mit diesen Dingen bcfassen. Ich gehe auf das, was Zweig in dem eben erwähnten Satze gesagt luit, nicht mehr ein. Schon detdialb nicht, weil derartige ,,hon mols“ sich von selbst richten im Munde eine« Mannes, der von sich behauptet, auf dem Wege zum Judentum zu sein, der etwa« davon im Osten gesellen hat und der wissen sollte, »laß Fasten nicht nur eine körperliche Kasteiung, daß Tauchbad nicht nur eine hygienisch-reinigende Maßnahme und die Grmarah nicht nur ein wurmstichiger alter Band voll reaktionärem Geschreibsels ist. Der Zionismus wird dann wirklich die Volksbewegung Rein, die das ganze Volk erfaßt, so weit cs überhaupt für große, über die Interessen des Linzclmenschen hinan»- gehende Zielsetzungen empfänglich ist, wenn geistig hoch« stellende Männer, die in seinem Namen sprechen dürfen, das jüdische Kulturgut nicht mehr mit einer legüren ILuidbowcgting abtnn dürfen. Auel! wir haben den höchsten Respekt vor der Arbeit und der Gerechtigkeit, die Palästina den Stempel auldrüekcn sollen. Aber wir wissen, daß sie nicht gedeihen können, losgelöst vom eigentlichen Judentum und hingcstcllt als willkürliche Konstruktion eines neuen» Sondern, ebenso wie wir wissen, daß all das, was heute Ist, und sich für morgen aiikiindigt, mir denkbar und erklärlich ist aus dc!1| Gestern, aus der im Gesetz verkörperten Grund* fendenz des Judentums wie aus der mit ilun unlösbar verwachsend! und von ihn bewußt gezüchteten Eignung des jüdischen Menschen, so wissen wir auch, daß das lieber« morgen nur dann Bestand haben wird, wenn Volk, Land und Gesetz zu unteilbarer Einheit wieder miteinander ver« •chmcUcn. Die Palästina Eimvnndcrnnf! vor dem linlcrhans London. (J.T.A.) In der Sitzung des Unterhauses vom 2. Juni ersuchte Lt.-Col, T. S. B. Williams den Kolonial-Sckretär, ihm die Zahl der jüdischen Immigranten nach Palästina, sowie der Emigranten ans Pa• 1 fistln,ו während der Jahre 1922 und 1921, ferner während der ersten Monate von 1921 aiizugcben, wobei die Touristen nicht eingerechnet sein sollen. Der anstelle des Unterstaats■ sekretjirs antwortende Mr. William• Lu 1111 machte die folgeiidun Feststellungen 1 Von Oktober 1920 bis Dezem« her 1921 wände rten 78H Juden und 281 Nichijuden ein; in der gleichen Zeit wanderten 1103 Juden mul 1 136׳ Nicht« juden aus. f ür JQ22 sind keine getrennten Zahlen angegeben, lin Jahre 1921 wandelten 7121 Juden und 570 Nichijuden ein; 3'i'O Jtitlen 1ii)d 1IS1 Nichtjuden wanderten au«, ln den drei ersten Monaten des Jahres 1921 wanderten 923 Juden und 103 Nichijuden ein; 893 Juden und 173 Nichijuden wan« derten aus. Die CksamDnhl der jüdischen Im 111 igrante n für diese ganze Pciiode ist 16 ISS; die Gesamtzahl der nichtjüdischen Immigranten 957. Die Gesamtzahl der jüdischen Emigranten für die׳c Periode ist 5362; hiervon waren 4193 während der britischen Okkupation nach Palästina ge• kommen. Die Gesamtzahl der niciitjüdisclien Emigranten während dieser Periode ist 3095, Eine Anfrage Uber die netllns-Halm im englischen Oberhaus Im Oberhaus fragte Lord Raglan die Regierung, wer. als Eigentümer der II 0 d j a s L i s c n h a h 11, nämlich der Eisenbahnlinie, »lie Damaskus und Haifa mit Medina verbindet, zu betrachten sei. Lord Parmoor erwiderte, daß die Frage hinsichtlich des Eigentumrechtes schwierig zu beantworten sei, aber hinsichtlich der » 0 13 ä c 111 ie h e n Leitung und Kontrolle könnte er eine zufriedenstellende Antwort gehen. Die Iiauptlinie von Damaskus nach Medina ist. aus Beiträgen frommer Mohammedaner erbaut worden. Wir mußten die Treu 11 ander für die Pilger, für die die Eisenbahn pebaiit worden war, sein. Der ursprüngliche Zweck der Lime Haifa — Derat war nicht so klar um• schrieben, aber im wesentlichen hätten wohl die gleichen Bedingungen Vorgelegen, Auf alle Fälle war c3 die Ansicht dar britischen Regierung, dnß die Eisenbahn *um Nutzen der Pilger betrieben werden sollte, Reise llrrberl Snmuels nach England Wie die Pal. Tel.-Agentur erfährt, wird der britische Oberkommissar für Palästina, Herbert Samuel, Ende Juni auf zwei Monate nach England reisen. (Cs handelt sich um den alljährlichen Sommcrurlaub Samuels. — Red.) öle pnlilMlnrnsisdic Sianlsbllrgfrsdiall Jerusalem. (|. T. A.) In einem Brief an den Waid Hair (Stadtrat der Jerusalemer Juden) teilt der Gauverncur des Jerusalemer Distrikts mit, dnß vorläufige Zertifikate über die pnlästin cns iscli c Staats• bü rg c r s eh a f t mir solchen Personen gegeben werden können, die 1, in Palästina geboren oder Kinder eines in Palästina geborenen Vaters sind, 2. für die palästinensische Staatsbürgerschaft nach Einführung des Nalionalitlitsgesct/i's optieren wollen, und 3. ihren dauernden Wohnsitz in Palästina nehmen wollen. Russische Untertanen, die während de« Krieges gezwungen waren, für die türkische Stnatszugehörigkeit zu optieren, können vorläufig Zertifikate für die palästinensische Staatsbürger• »chaft unter den Bedingungen 2, und 3, erhalten. Emir Alisliillnli gegen jütHsehe Snelivcrsilndige Jerusalem. (J.T.A.) Der Emir Abdullah hat einer Expedition jüdischer landwirtschaftlicher Sachveritändlger aus Palfistina den Eintritt in Trans• jordnulen yprwuhrt, weil (!) die Expedition mit Qe• n c 11 m I g u n ft der ין a I ä s ז I n e 11 8 i s c h e n 1101! I s 11 «Chen Exekutive xusaminenge*teilt wonien ist.

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