Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1924-06-06 · Heft 45 (6.6.1924) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 45 (6.6.1924)
Date
1924-06-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2651273-2652595-2652637--15800-2675129
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Leite .124 Nr 45 JUEDISCHH RUNDSCHAU daran;;dicilcm lausen wollte. Es wäre einfach unfaßbar, wenn wir dwa j;e/vv1111|B 11 werden »oliteii, da in die .:!11 Talle \ülli״ t.liiiiloec; Festhalten an {ormfil-ttemokrätisdi,־!! Grundsätzen mit viel wesenllidiereii und wicht iperm Koir/e.-isioiien auf anderen Gebieten erkaufen zu mü.ssen. Dies sei für die Eventualität gesagt, die uns nklit unwalurdieinlich erscheint, daIJ nämlich der Ix'nbdcliiiidc .׳imcrikmnsdie Kon;׳re 11 nicht eine demokratische Vorsammln:!;:, sondern lediglich eine Konferenz von Vcr- 1treten! sämtlicher in Betracht kommender jüdischer Or- Kaiiiaahoiicu Amerikas sein wird. Es ist doch fidilk'lllieh unschwer aus der besonderen Rsycliolojfie der Kreise, mit denen die VerliaiKlliin וסי fu'liilirt wurden, zu!)!'״,reifen, «laß für sie eine von außen lierantictende FuhIci ihre sonst niemals an• Bezweifelte Legitimierung noelimalR einer demokratischen Ucberjuiifiin.t unter.׳ielicn 711 lassen, eine Art Ehrenpaukt darslellt, den sie vielleicht nur mit äußerstem Widers Ireben akzeptieren werden. Man darf doch auch nicht ,verfressen daß ein, so stark lebendiges Interesse, welches wir Zionisten nn Palästina und au der Agency haben, bei dem anderen Teil nicht vorhanden hi, und man ihm darum den VA;;׳ zu uns nicht schwerer machen sollte als er ohnehin ist. — Was Herr ürünbniun über die Unzulän'diclikcit der bisherigen Komproniiiifonncln t, entspricht unserer Auffassung und wird ja jetzt auch durch die Wirklichkeit bestätigt. Allerdings kommt er von ,anderen Vor.,•lssct/ungcn zu dieser Meinung wie’ wir. Wir hallen es mich für falsch, schon jelzt wieder die Frage lies Pa Uist in a - Wc 1 tkon gres s c s in die Debatte zu werfen und dadurch wieder die Verhandlungen zu komplizieren. Es ist auch liier bereits gesagt worden, daß es die Art der zu gewinnenden Männer verkennen heißt, wenn mail amünimt, sie wären einem Druck der öffentlichen Meinung nicht zugänglich oder sie wären 810 selbstherrlich, daß sic nicht selb tt das Bedürfnis empfänden, der jüdischen Oeffenlllclikeit über ihre Tätiglecit Bericht zu erstatten, bzw. einer notwendigen Erncttcrung, die von dieser Oeffentliciikcit wirklich mit Nachdruck gewünscht wird, nicht zuzustinmicn. Vielleicht zeigt sich bei den Verhandlungen überraschenderweise wieder, daß auch dein Gedanken eines durch die Agency 'in gewisser Zeit cin/uberufciideti allgemeinen Palästina- Kongresses die amerikanischen Nichtzionistcn gar nicht so ablehnend gcgeiiüberstelien. Man geht wohl in der Annahme nicht fehl, daß überhaupt demokratische oder plutokratischc Beweggründe bei ihnen eine viel geringere Rolle spielen, ah gewisse politische Bedenken, deren Berücksichtigung man nicht gut verweigern kann. Es bleibt schließlich noch einer der häufigsten Ein- Wände gegen die gemischte Agency zu überprüfen, daß wir nämlich zwar einen Teil unserer Reckte (keinen sehr großen, denn die Zionisten bzw. die ihnen ganz nahestehenden Mitglieder der Agency werden sicherlich stets eine Majorität in ihr haben) aufgeben, ohne dafür die vor allem erhoffte finanzielle Unterstützung■ des Aufbaus zu erlangen. Falls die in dem Interview nach den Planen Louis Marshalls gemachten zahlenmäßigen Angaben nicht genügend glaubhaft bzw. als übertrieben erscheinen, so mag auf zwei interessante Tatsachen liingcwiescn werden. 'Zunächst auf das Präzedcuz, das für die Durchführbarkeit der geplanten Finanzaktion spricht: die Sammlung für den ״Joint“, der noch mehr als die von Marshall ge nannte Summe als 40—50 Millionen Dollar aufgebracht hat. Es ist nicht anzunelunen, daß die Finanziers, deren Teilnahme gewonnen werden soll, nicht alles daran setzen werden, wenn sic wirkliche konkrete Versprecht! 11 gen machen, diese auch cinzu lösen. Große Schwierigkeiten wird ihnen das bei Ihrer Stellung im amerikanischen Judentum sicherlich nicht machen. Die zweite interessante Tatsache ist die von Wcizmann erwähnte, daß nämlich bisher die Kreise, die jetzt gewonnen werden sollen, sich am Keren 1 lajessod so gut wie gar nicht beteiligten. Die bisherigen Ergebnisse des Keren Hajcssod in Amerika können daher nicht ah Beweis gegen die Möglichkeit der Aufbringung solch hoher Beträge gellen. Vielmehr muß sogar noch liervorgcliobeii .werden, daß angesichts der von Dr, Wcizmann gcschilderten Schwierigkeiten der Keren Hajessod-Arbeit in Amerika das Niclilznstandekoinmcn einer Einigung mit den Nichtzionistcn, deren günstigere Stellungnahme schon bei der diesjährigen Keren I lujessod-Prapaganda stark betont wurde, die künftigen Keren Hajcssod-Sammhmgcn ■sicherlich in ungünstiger Weise beeinflussen wird. Selbst der Streit zwischen der Brandeisgnippc und der Zionistischcn Organisation in Amerika hat die Keren Hajcssod-Arbcit sehr beeinträchtigt. Natürlich dürfen wir dem Zwang dieser Konstellation, trotzdem er unsere ernsteste Beachtung fordert, keine Macht über unsere Handlungen und Entschließungen cinräutnen. Die Zionisiischc Organisation wird in jedem Augenblick ihre .völlige Entsclilußfrcihcit bewahren und sich immer *tark genug fühlen müssen, gegen Hauptpunkte der zionisiisehen Idee und des zionistischen Ziels verstoßende Angeböte abzulchncn. Sic wird aber auch immer das Wesentliche im Auge behalten müssen und nicht um irgendwelcher Nebengründe willen die Hauptsache: den Aulbau des nationalen jüdischen Palästina in möglichst kurzer Zeit und in möglichst großem Maßstabe, gefährden dürfen. Der Aspekt, den der Marshallsche Plan, sofern die Mitteilungen über ihn zutreffen, uns eröffnet, ist wirklich ein ungeheurer. Das muß unumwunden zugegeben werden. Es sind historische Entscheidungen, vor denen das Große Adions-Comif{ und mit ihm die gesamte zionistische Weltorganisation jetzt stehen. S. K. I'i.'irm Arlilu die .'•«,ווי. ׳»! •jj i Ls ): wenn sie rcei1ti;:t Mille:Inn <0ti zu veröffentlichen, der VeiKlIenllieliiiJig übergeben 1:1 ׳ der Af; ׳ London ent .iuncii wir örtliche Zionisten, nach sii mögen, sieh für bc- .:r Exekutive vorher iluiai nicht zum Zwecke Jen sind, Abgesehen voll .־r 1״ bi i IhsIsiU'jlieb, daß vcrtuitw die lieslen Ah׳ ielilen habe i.illen, ohne GeiU'Bmii'.un. die W;)U Einzelheiten, ruf die wir hier nicht clngcheii wollen, ist folgende s richtig: Die Amerikaner sind bereit, heim Aufbau der Jewish Ap.Cncy luit/uwirken, aber sic bei rächten <‘» 111 c 111 nF, wünschenswert, daß ziin.'ichst ein lieberg a » g ss t n d iu m dnlrelrn r.oll, während dessen die Nichtzi.mistcn 1fi!t;dk'h nn einem Council mit beratender Funktion icilnelinien. Sic wollen vielmehr die volle Vcrnntwor- 11111 g für die Funktion der Jewish. Agency, da» nallonnlc Heim für rin* jüdische Volk 111 Palästina atif/tibaucn, teilen, f )ringrin.'iß ■nlil.'ijicu sie vor, daß ein Council au* ISO Mit-;׳;lli-diTii;:1 lüldel wild, der zur Hälfte aus Z 1011 Ute 11 und zur Hüllte au# Nichtzionistcn besieht. Die ziouFiUchcn Vertreter *lellt der Zio nt »tc n-Ko ngre ß; die niclil/ioiiisli.chen Vertreter werden von den einzelnen 1.ii n d e 1• 11 cnl andt je nach der Zahl der jüdischen Bevölkerung!! 11 rl rl c r Leistung für den ICcren 1!,ו j 1' ssorl. Unter diesem GcäcIiFpuiikt glaubt man, daß •׳mf die Amerikaner etwa ״,׳' 10׳ der gesamten Anzahl (nicht wie Herr Lcvitc sagt, 10׳ von 75) entfallen würden. Diese ameiikauKchcn Vertreter sollen von einer panamerikanischen Konfcrcnzdcr propatästlncnsischen N i c 111 z io 111 $ t c!1 gewühlt weixlen. Die selbstverständliche Voraussetzung des nmmkniüscheii Vorschlags bildet die Vcr p flieh tu ngderinderjewis 11 Agency verein i g t 0 n G nippen zur A u f l> r i n g un g der für den Aufbau Palästinas erforderlichen Mittel. * Lin früherer Artikel des zionistischen Zcntrakirg.ms über die Probleme, mit denen sich die A.C,־Sitzung befassen Wird, enthält die folgenden Bemerkungen: ,Der Präsident der Zionistischen Organisation hat durch drei Jahre die Verhältnisse in Amerika persönlich studiert, mit alten wichtigen Faktoren Fühlung genommen, es Ist ihm!:ehmgcii, bedeutende Kreise von Nlcht/kmlsten der Sache Palästinas näher zu bringen. Die Entwicklung ist sehn cllcr.gc rci ft, als 111 n 11 che gedacht haben. Wenn die Zeichen nicht trügen, so ist heute das amerikanische fudeutuni beinahe in seiner Gesamtheit an! dem Wege, sich seiner Pflicht zu brstiuien und einen großen Teil der Verantwortung für den Aufbau der nationalen 1 iclmstättc zu übernehmen. Gelingt cs, diese Kräfte zu konzentrieren, dann!st es kein Tram״, wenn wir damit rechnen, daß der Aufbau der nationalen Heimstätte in Palästina in ab sei! barer Zelt, tu unseren Tagen, durchgeführt werden wird Bekanntlich hat der 13, Kongreß sielt mit dem Problem der Bildung der Jewish Agencv beschäftigt und einen Beschluß gefallt, der ein vorsichtiges ForUchrcitcn auf diesem Wege ermöglicht hat. Nun sehen wir aus der An• kündigung der Exekutive, daß bereits ein Stadium der Vcrjuimlltmgen erreicht Ist, oder doch In kurzer Zeit aal erwarten ist das einen weiteren entscheidenden Schritt auf diesem Wege möglich macht. Einen solchen Schritt zu ■tun, hat nur ein Kongreß das Recht, Wir nfthent uns dem Ziele, wo eine Gcsar.itvertrc'.uiig des Judentums der ganzc!1 Welt, das seine nnlkmnlo IIciinsUittO in Palästina aaf bauen will, ah eine Art jüdisches Parlament zusmmnentreten wird, Der Zionisii :dien Organisation obliegt cs, ln dieser Cntwiekhing Wi'gh,ihncr und Wegweher zu sein. Die Zionistische Orgaui ■alioii ist der Verband derjenigen Menschen, die' als erste die Wahrheit erkannt haben, daß die Jtnlenfrage nur durch eine Ifrimstäüc in Palästina gelüst werden kann, lind die ihr ganzes Leben der Erreichung <110•: s Zieles geweiht haben. Die Zionisten werden auch weiterhin die Verantwortung für das Gelingen der Sache zu tragen haben. Es wird Sache des H. Kongresses sein, sich volle Rechenschaft zu geben über die großen Aufgaben und Pflichten, die die jetzige Entwiexlung der Zionistischen Organisation auferlegt. Die Sitzung des Actions-Comite's am 17. Juni wird eine Periode der Sammlung und Klärung In der zionistischen Welt cinteitcn. Es ist besondere zu begrüßen, daß die Exekutive den Willen hat, den Wühlern selbst die Entschef düng zu übertragen. Dies allein wird schon dam beitragen, das Verantwortungsgefühl de« einzelnen Zionisten ru erhöhen und die demokratischen Prinzipien de» Zionismus in klarer Weise zum Ausdruck zu bringen.“ Ela Intcntlcw mit Felix Warburg über Der Vorsitzende der Joint Distribution Committee® Felix Waibiirg hat dem New Yorker J. T. A, - Vertreter seine Eindrücke in folgender Weise׳geschildert 1 Für den, der aus der ■okzidentalcu Welt nach Palästina kommt, Ist cs ein ganz eigenartiges Gefühl, das Heilige Land zu betreten, diesen alten Erdcnwitikel, der mit Visionen tiftid Träumen angefüllt ist, und der einst die Werkstatt der Grund• Prinzipien von Leben und Moral gewesen ist, aus denen unsere jetzige Kultur entstanden ist. Jedoch da» P a Ui 111 n 0 von heute gestattet nicht viel Zeit für historische lte• trachlungcn. Uebcrall sind schaffende Kräfte am Werk. Die Chaluzim in Palästina repräsen tieren sicherlich einen neuen Typus im jüdischen Leben, Ja, ich möchte sagen, eine neue Me 11 sc!1 engcneratIon mit einer neuen Auffassung von Pflicht, Arbeit und Ausblick ln die Zukunft. Die Zionisten haben eine gute Verwaltung in Palästina und tlo tun sicherlich sehr viel für diese herrlichen Pioniere, die Chaluzim. Alle, die in Amerika zum Koren Hajes sod beigcstcucrt haben, können versichert sein daß sic einen Fonds unterstützt haben, der voll 1111 d ganz seinen eigentlichen Zwecken dien t. Aber die kraftvollen Bemühungen In dem neuen Palästina haben sieh nicht nur 111 der Sphäre von Landwirtschaft und Straßenbau bewegt. Viele neue Untern chm u ״gen wurden gegründet, die unter den jetzigen sicheren und konstanten Bedingungen eine gesunde und vorteil hafte Kapitalanlage dnrstellcn. Die hervorragendste Erscheinung der wirtschaftlichen Entwicklung Palästinas ist aber zweifellos das Uuthenbcrg - Unternchmen. Wenn man das Land sieht, leuchtet ca einem leicht ein, daß, wem! das Gefälle des Jordans für die Elektrifizierung und Bewässerung des Landes ausßefiutzt wird, die Und wirtschaftliche Fruchtbarkeit und die indu striellc Leistungsfähigkeit der Hügel und Täler 1111 g (■!!euer wachsen m u ß. Eine sehr schöne Anlage des Ruthejtbci'g-Uütcntcluncmj ist jjcrclty ia |4ff* macht räch i.tlu• Bemerkbar. Seil» •t die Wust gegen alle Neuerungen fand, bc:. 011 de re li ׳c!1׳.'f I!<!kauft, schließen immer mehr Kondie Belief, nmg von Licht. Das Rullienbergim allgemeinen besitzt meine größte i 1• 11• erlichtet 11ml Araber, die gegen j' 11e jil tralUe ab für Uiiiernrlimen nchätnmg. Das Joint Distribution Committee hat jetzt Ijeschfosi.ei», mit einer wesentlichen Investierung ru «einer Realisierung Izeizufragcn, unter der Bedingung, daß der Economic Board unter Führung Sir Alfred Monds Ich cbrnfnlls Beteiligen wird. Ein anderes Proh'cm stellt 111 Palästina der Bau de# Hafen« von Half« dar, der für die Entwicklung der Stadt nmf des l-amlcs von größtem Nutzen sein und den des Jalfaer Hafen» weit übe!־treffen würde, in Jaffa könne« bekanntlich größere Dampfer nicht ans Ufer heran. Angesichts der herTUclicn landwirtschaftlt c 11 c 11 u n d industriellen F. 111 w i C k 1 u 11 g widerstrebt cs dem gesunden Sinn, daß Palästina ein Land von Lohnempfängern werden sollte. Wenn eine neue jü ti־׳cl1e Gemeinschaft hn Heiligen fände geschaffen werden 6011, muß sie eine spezifisch jüdische Kultur zur Grundlage haben, wie sic sonst nirgend« zu finden wäre. Von diesem Standpunkt aus ruft die jüdische Universität auf dem Scopm-Bcrg in Jerusalem jeden, der nn dieser Kultur interessiert Ist, zur Mitarbeit auf. Li» scheint mir, daß die geplante Universität sich nicht auf die medizinische und juridische Abteilung beschränken sollte. Mir scheint, daß die Universität Ihre Arbeit der Schaffung eine« jüdischen Kultur- und Lernzentrums zuwenden ,sollte, besonder» auf dem Gebiet der jüdischen Gc- 8c 11 ieilte und Literatur. Ich habe über die Univcrsitäts-Angcicpenheit mit dem Oberrabbi 11 er von Frankreich, Rabbi Israel Lcvi und Baron Edmond de Rothschild gesprochen, Und nie scheinen in dieser Frage mit mir ühcrelnrurtür־*;׳en. Meine Frau und ich haben bcschlossen, 100 ÖCO Dollar der Realisierung diese» Ideals zu widmen, wir haben mir eine Bedingung gestellt: Ich habe die Treuhänder der Universität gebeten, die es Geld au«- schließlich für eine Abteilung für jüdische Geschichte und Religion in allen ihren Verzweigungen zu verwenden. Es kann dazu verwendet werden, befähigte Professoren von außerhalb zu berufen, teilweise kann e# auch für die Errichtung des notwendigen Ocb finde» dienen. Es scheint mir sehr sonderbar, daß Palästina als das Geburtsland unserer Religion, deren hehre Städtenmnen »0 bedeutungsvoll für Millionen Andächtiger der ganzen Welt sind, keine passenden Andachtwililten 'hat. Ich hoffe, daß mindesten» eine große Stuttc der Andacht errichtet werden wird. Was die politische Lage anbetrifft, so scheint mir die Führung Sir H erbert Samuels sehr sicher. Die Juden Palästinas interessieren sich überhaupt nicht für den politischen Zionismus (?). Sic wissen, daß Palästina mehr Tat als Rat braucht. Das sollte man auch außerhalb Pn’iisthiäs bedenken. Als ich in Paris war, sprach Ich mit dem Verehrung*- würdigen Führer Baron de Rothschild, Er versuchte, mich für die kürzlich eingetragene Pafcstinc Jewish Colonisation Association zu gewinnen. Ich versprach ihm, mit meinen Freunden darüber zu beraten. Ich für mein Teil, schloß Herr Warburg, verließ voll Entzücken Palästina. Es wird da* Zentrum für jüdische Kultur und jüdisches Lernen sowie für die jüdische Tat sein. Die Konferenz der Achänfh Haawodalt in Ejn Charoä Von unserem Jerusalemer Korrespondenten*), I. Die Konferenz von Achduth Haawodah, welche eben ׳ nach einer Dauer von U/j Wochen geschlossen wurde — unsere Konferenzen währen beängstigend lang und nicht ohne Grund hat man darüber geklagt, daß gerade jetzt, ln den Wochen der Ernte, eine derart langatmige Beratung einberufen wurde — wird ihr Echo auch außerhalb Palästinas finden müssen. Die Presscdiskussion, welche der Konferenz vorausging, V.cß erwarten, daß sic sich vor allem mit einer Frage beschädigen werde: Mit dem Verhältnis zu den Poale Zion und den Zcirc Zion und der Entscheidung darüber, mit welcher Groppe Achdulh Haawodah sich fortan föderieren und welcher Gruppe sie dadurch die Legitimation :eben wird, Vor der Welt «1# Vertreterin der größten Partei unter den palästinensischen Arbeitern aufzutreten. Allein die Anwesenheit einer Anzahl von Führern aus der Oaluth brachte cs mit sich, daß die Konferenz sich mit den großen außenpolitischen Fragen des Zionismus beschäftigte, welche sonst unter den Arbeitern Palästinas kein Echo zu finden pflegen und ferner Ihre Aufmerksamkeit der Frage der Autonomie der Juden In Palästina zu wendete, welche gerade jetzt Gegenstand von Verhandlungen zwticlicn Waatl Leu ml und Regierung sind, Beide Fragen sind von bestimmendem Einfluß für die Zukunft der zionistischcn Politik, In der Sache der jüdischen Autonomie ringen zwei Anschaumigen miteinander: personale oder territoriale Autonomie. Die Forderung naejt einer territorialen jüdischen Autonomie ln Palästina als Ziel unserer Politik ist 111911er eher von den Rechtsparteien erhoben worden. Zuletzt hat Ben Awi im Sommer des vergangenen Jahres sie aufgestellt und auf einer Karte die Gebiete abgegrenzt, welche wir schon heute als Siedlungen mit jüdischer Majorität anschen können und für welche wir daher die Forderung eines geschlossenen politischen Gebietes autstcllen sollten. Die Aufnähme dieser Forderung in das politische Programm eines Führers der Achduth Haawodah, D. Ben Görions, kann eher überraschen. Er hat sic ungefähr so begründet: Die Forderung nach einer persönlichen Autonomie für Palästina ist eine Uebertragung von OnlntlivcrhiUtnlssen in unser nationales Heim. Die persönliche Autonom'י hat nur einen Sinn für die Kchillah, deren Wirkungskreis auf gewisse geistige Dinge beschränkt Ist und die eine Seele ohne Körper darstellt. Nur das krankhafte Gehirn *ler Glicttojudcn hat eine derartige, In der Luft acliwcbcnde Zueanuncnfassung ersinnen können. Der Sinn unserer Autonomie Ist aber volle staatliche Selbstbestimmung, Vereinigung aller Angelegenheiten ln den Händen der zu schaffenden Gemeinden und dies Ist nur möglich durch Begründung territorialer ') Wir berichteten bereits kurz in Nr. 42/43 in ״J, R.״ WW die Koaferciift » fied.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.