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Jüdische Rundschau · 1924-06-03 · Heft 44 (3.6.1924) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 44 (3.6.1924)
Date
1924-06-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seife 320 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 44 ׳ Et1i1־r.wie ¥011 cfcsr F02sHz;sztz ,Von Kpl. Oartcnmcistcr Weinberg (Messingwerk), Palästina!nt, sobald die großen Erschließ׳,sups- und Äs11״״tk׳nmgs.1rb1rten einmal beendet sein werden, in pflanzen- und in parlenl'.uüichor Hinsicht die grüßten Aussichten für die Zukunft. Dafür sprechen 1, die Kleinheit des Land(':!, die die Anwendung der intensivsten Kulturen unter Zuliilfonähme modernster tedmisdier Mittel verlangt, 2. die psychische Veranlagung der Juden, die im Pflanzenbau eine ihnen gcmäßerc IVcsehältigunß finde«, 3, die größere Rentabilität auf geringerer fläche im Vergleich »an Ackerbau. Nun liegen augenblicklich die Verhältnisse im l ande so, daß man weder den PHanzctib.ni als solchen, noch irgend «ine andere gärtnerische Methode als Kolonl.sationssvstem Mifslcllen kann, l),1/u ist das im jüdischen Besitz befindliche Land rächt genügend vorbereitet und meist noch nicht über das Studium der Okkupation hinatisgckonuncn. Ferner mangelt es an gärtnerischen I aehleuicn, die okkupiertes Land behauen könnten; vor allem aber fehlt cs an der größeren Absatz* mügliclikcit für gärtnerische Erzeugnisse; cs sei denn, dal! man bei Gründung gärtnerischer Kolonien auch die Gründung größerer Kon .־.er ve 11 fa brikeii mit ins Auge faßt und den Absatz lür das Ausland grußziigig organisiert. Aber alle diese Erwägungen sind müßig, solange alle öffentlichen Gehler des Kcicn Kajeineth iukI des Keren Hajcssod zunächst, was auch unbedingt richtig ist, fiir den Ankauf von Ikodeir verwendet werden müssen. Dann ergibt cs sich von selbst, daß man jetzt und in der nächsten Zukunft in Palästina zumeist extensiv wird arbeiten müssen, 1111 Zusammenhang mit dieser Tatsache, wenn auch nicht direkt, sieht auch die Frage, oh man Kolonien mit Einzel* Siedlungen oder Genosscnsclialtssicdlungcn gründen soll. Zweifellos haben die genossenschaftlichen Siedlungen im ersten Stadium der Kolonisation bei dem Geiste der Chaluziiifh große Vorzüge vor den Einzctsicdlungcn voraus. Man kann sich politisch zu den Kwuz.oth stellen, wie man will. Sie sind das VA“ unserer Kolonisation, und iiher das ״O“ kann nur die Zukunft die Antwort geizen. Selbstverständlich Jtann man sich sehr gut vorstellcn, daß eine große Pro* duktionspriiossenscliaft bei den inensehliclicn Qualil.'iten Unserer Chaluz.im gclinecn kann, wnn der größte Teil ihrer Mitglieder, die schließlich aussch’aggctendcn fachwissensdiaflliehen Kenntnisse erworben haben, und die Kwnzah als solche «ine Form des gesellschaftlichen Zusammenlebens gefunden hat, die die Wirtschaft auf eine konstante Basis stellen kann, ich halte jedoch, wenn die vorangehenden ik'dingtmgen «rfülit sind, die große Kwnzah für lebensfähiger als die kleine, zumal unter den obwaltenden Unvstämien, Es ist eine wenig erfreuliche Tatsache, daß innerhalb der Gruppen rin reger Wechsel der Mitglieder erfolgt. Ein solcher Wechsel macht sich in einer größeren Kwnzah -״ nehmen wir einmal on von 100 Mitgliedern -- selbstverständlich viel weniger fühlbar, als in einer kleinere« von etwa 15—20 Leuten, wo ehr Abgang eines einzelnen Mitglieder unter Umständen die 2'xislcnz der Kwnzah gefährden kann. Als.«׳ auch im Knlunrn der Wirtschaft ließen sieh viele Vorteile zu Gunsten der großen Kwnzah aufzählen, als da sind: die rationelle An-!Wendung größerer Maschinen, die Beschäftigung eigener Handwerker für Neuanfertigung und Reparaturen, leichterer Ersatz im Erkrankiingsfnüc einzelner Mitglieder, soziale Ein• riehhmgen, wie Kindeier/iehung, Schulwesen, Krankenhaus usw. Dagegen sind Einzel-Siedlungen mir für fachlich sichere Leute, die eine pewisse ta1ulwirt!.chaflli*׳he oder gärtncriselw Tr.v «lition besitzen und die wirtschaftlich tüchtige Frauen haben, die tatsächlich die Seele der Wirtschaft bedeuten. Die An- Siedlung solcher Leute ist tereits zum Teil als Mosctiawc f) wdim erfolgt; jedoch leiden die Leute an Ucbcrfiuß an I Podcn und trotz ihres Prinzips der gegenseitigen Hilfe auch an dem Mangel an geeigneter Hilfe im Erkranke,,ngsfallc Einzelner und bei den Saisonarbeiten. Die neuerdings aufgenommene Maßregel, ncuangekoimiiene Chaliizirn als Lehrfinge in die Einzelwirtschaften zu gehen, wird kaum Abhilfe schaffen, denn jeder, der sielt mit dem Lchrlingswcsen be- *ehäftigt hat, weiß atts Erfahrung, daß im ersten halben Inhr nicht nur keine I Ulfe vom Lehrling 7.t1 envarten ist, sondern, *laß er durchaus eine große Belastung und Hemmung der Wirtschaft und des Lehrenden IxxJcutct. Deshalb sollten Einzclsicdlungcn nur solche Lehrlinge mifnchtncn, die ztiin mindesten die primitivsten technischen Arbeiten in Gallith *rlcrnt luten und sich in einer palästinensischen Wirtsefiaft mit den Verhältnissen des lindes und der Wirtschaft vertraut machen wollen. Für Clialo/iur, die ohne jegliche Vorkeimt- *1i«e sich erst in Palästina der Landwirtschaft'widmen wollen, 'müßten wohl /!»midist die bestehenden oder noch entstellenden •größeren Kwu/oth die Aufnahmereservoire bilden. : Aber diese tatsächlich durch die Verhältnisse und ■tiie Einstellung der Arteiter im Lande natürlich hervorgenifene Entwicklung des Sicdlungswcseii» kann bis jetzt die ^Gewähr weder für eine ansteigende Prosperität der Wirt- «rliaft noch für eine gediegene fachmännische Ausbildung Ncuankommcmlcr gelx-n. Die Lehrlinge halren in den seltensten Fällen einen durc.I1״cbiM«tcn Fachmann 7.11m Lehrherrn, da die Lehrenden meist trotz ihrer oft langjährigen £ Taktischen Arbeit nicht Fachletrtc sind, wie man' sic in ändern mit gärtnerischer oder landwirtschaftlicher Tradition zsi «eben gewohnt ist. Diesen! Mangel abzultclfcn, empfinde ich als dringendste Notwendigkeit. 1 Wenn man von der bekannten Tatsache ansgcltf, daß für׳ laiidwirtscliaflliche Kulturen, weil meist anniiell, eine geringere Zeit notwendig ist um fcststcllen zu können, welclic Kulturen und Arbeitsmethoden für Palästina am geeignetsten!sind, so darf man hoffen, daß die bereits bestehenden Vctäsochssfafionen und Nalkuialkmdsfarmen in landwirtschaftlicher Hinsicht 111 absehbarer Zeit den Anforderungen genügen werden. Ganz anders verhält es sich mit den Baum- und gärtnerischen Kulturen und mit der Viehzucht. Ich habe zwar erwähnt, daß man durch die augenblicklichen Verhält- «isse gezwungen ist, lamlwirtsclnftlich oder, wie cs oft ge- *chicht, gemischtwirtschaftlich zu arbeiten. Die Zukunft weist «ns aber auf die intensivsten Baum- und Gartenkuliurcn hin, «md in Anerkennung dieser Tatsache hat man zwar bereits den Anfang für Pf'nn/envcrsiidi',Stationen gemacht, aber m. F. »st cs sehr _wichf»g, sieh ganz gründlich' und ganz speziell mit diesen Fragen zu Iwsch.1lti;;c11t Rio ernten Exxlinpungcu Wären: spezielle Gärtnerlchranstaltcn zu gründe« lind die bestehenden Versuchsstationen speziell nach’ dieser Richtung bald und weitgehendst atiszuhaucn, damit, wenn me Wirtschaft die Intensivierung erfordert, Fachleute aus 'dem Lande an Lande vorhanden sind. Iti Kürze möchte ich in folgendem skizzieren, wie «ine l*ohiu: Lehranstalt aussehen müßte. Da jeder Schulbctrieb «ine sfrenge Dis/inOn verlangt, hatte ich es für angebracht, mir Lehrlinge im Aller von 15-17 Jahren mifzunchmen. Die ,Lchram.lalt muß der jungen Generation des Landes und den neu hinzu ziehenden Chaluz.im in gleicher Weise offenstehen. T>ie Lchrz.eit muß eich auf mindestens 2 Jahre erstrecken ' und /*treng gegliedert sein. Der Unterricht soll sich in der Hauptsachc mit praktischer Arbeit befassen, und der Theorie dar! «11r soviel Platz cingeräumt werden, als es sich zur Erlaiiiertuig der Praxis als notwendig erweist. Man sollte der iTneone nicht mehr als 10 Stunden in der Woche widmen. |)ic Lchrgärtncr müssen sich aus durchaus praktischen Fach- Icutcii rekrutieren, bei denen man auch eine gute theoretische Durchbildung vorausseizen muß. Sie müßten ihr Wissen in Länder» mit weiter fortgeschrittener Kulturweise und ähnliche« £ÜCS der fi.V.f.D, Nachdem die A.-C.-Sitzunjj auf den 17• Juni m:l>craun:t ist, hat der Lnndesvoretnnd bcachlosccn, die ursprünglich für den 15. Juni vorgesehene ZcnlrrtüioEiltaa-SlfziiMj *um 29, Jan! ein* Tsibomfom. Der Dclcgkrtentosf der Z. V. f. D* wird, di die Jahreskonferenz abgesagt ist, aller Voraussicht nach nunmehr anfangs November staUfinden. t; =.:-3״‘,.c:.'a\-rr~zrr!a-r־sr^־-:r.a«a3^iTss^rT^;r3rrSTsas2s1a1 klimatischrn und Bodenverhältnissen wie in Patärt'na erweitert haben. Man Rollte nicht einmal davor zurlicksclwcckcn, audi nielitiüdischc Fachleute für diese» Zweck 7.11 gewinnen. Aegypten gibt ima darin, wie auch in anderer Hinsicht, ein hc!ehrendc’<i Beispiel. Der in jeder Beziehung mustergiiltige Vcrsuchsnitisier”,arten i:1 Kairo hatte noch vor 2 Jahren etwa 30 ״/״ cngli-ichc Angestellte in leitenden Stellen gehabt. Wenn auch heute nach der Selbst« miigkritscrklanmg nur Aegvpter in diesem Vcrsvclisearlcn beschäftigt werden, so liegt es klar zu Tage, daß die Acgvptcr ihren Aufschwung auf garlcnhau’irliem ׳Gebiet zum größten Teil ihren fremden friiherrn Angestellten ות verdanken haben. Die in der Gärlnerb'hr.anstalt nirpcbilJefon, in der׳ Praxis verwurzelten jungen Gärtner werden nicht die Aspirationen von Airolvcnten höherer Ixhranstaltcn haben, sondern «tosrhUigiro gesucht« Facharbeiter werden und dazu beitragen, die Qualität der Arbeit zu veibesscrn und die Arbeiter im Lande mit dem Geiste einer guten Arbeitsdisziplin zu durchsetzen. Denn wenn auch an dem bcslen willen der palästinensischen Aihciter und der jungen Kolonisten nicht zu zweifeln ist, so fällt es einem Fachmann auf, daß die Arbeitsweise und die Arbeitsdisziplin vielfach an die in Europa übliche nicht hcranreieht. Diese Beobachtung!iahe ich übrigens nicht nur bei ländlichen, sondern auch bei städtischen Arbeitern gemacht. Daß ein solcher latenter Zustand zusammen mit, all den anderen Schwierigkeiten des Landes die Wirtschaftsführung lähmend beeinflußt, liegt auf der Hand. Unsere Lehrfarmen müßten deshalb wirk liehe Erzirinmpsinsfitute für eine disziplinici'te arbcils- und Landfrciwlige Generation werden. Zur Bt'giümlung der Notwendigkeit geeigneter Versuchs- Stationen möchte ich einige meiner Beobarhtiiw'cn mitteilcn. Man empfindet cs als einen großen Mangel, daß viele junge Kolonisten und auch eine Anzahl Arbcitcrgruppen, die sonst einen großen Emst bei ihrer Arbeit zeigen, allzuviel uml auf Kosten ihrer Wirtschaft hemmexperimenticren müssen. Z. B. gibt cs im laude viele Leute, die in diesem Jahr Tabak;mh.iucn und di׳■ primitivsten Dinge fies Tabakanbaues nicht kennen. Ich habe an verschiedenen Stellen gesehen, daß der T.ahaksamen entweder viel zu dicht oder auf Viel zu schwerem D den in den Frühbeeten gesät worden ist. Die Folge war: an verschiedenen Stellen Schwarrbcinigkcit der Setzlingc. An anderen Stellen war wahrscheinlich der Schutz, gegen die Nachtkühle zu mangelhaft, was eine Art Meltau hervorgenifen hatte. Die Leute »fanden vor dem Zerstftntrigswcrk di׳»׳״r Pilz.wesen «tenso ratlos, wie den Schällen gegenüber, die ihre Tahaksiitnlinge durch Erdflöhe erlitten hatten. Wieviel Zeit und Geld mögen wohl durch diese Unkenntnis verloren gegangen sein? An einer äußeren Stelle versuchte «ine Grimpc, weil sie zu spät auf ihren Boden gekommen ist, noch im Frühjahr ־׳«olchc Gemüsearten zu bestellen, deren Anbau bereits im Oktober ׳hätte geschehen müssen, zumal sie keine genügenden rte'vnsserungvmöglich• keilen für den Sommer hatten. Dort wird z. D, Eukalyptus, diese wa'serlielwnde Pflanz« par «Nceüenc«. auf kalkigem, felsigem Boden gepflanzt. Hier legt man Bananensctz.linge aus und gewährt ihnen nicht genügenden Windschutz oder man versteift sich darauf, daß Erdbeeren mir «n Schaffen oder Halbsehatten trotz Bewässerung gedeihen können, während man in Aegypten hunderte von Dun’am Erdbeeren unter praller Sonne hervorragend kultiviert. Von Prophylaxe für SchädliitgshckämpfiKig ist in Palästina nur nn wenigen Sielten etwa« zu sehen oder nur da, wo es sich um srhr bekannte und weit verbreitete Schädlinge, wie die Philoxcra oder den Gkiium oder die Mäuscplage handelt. Dagegen hat man fiir die vielen anderen weniger sichtbaren imd erst nach einer Reihe von Jahren In die Erscheinung tretenden Sdiädlingc noch wenig Verständnis, Man kamt in einer der alterten Kolonien z, D, ganze Garten total von Schildläuscn he fallen sehen, die verheerend wirken. Die Regierung hat wohl hi« uml da durch ein kompliziertes Cyntik.ili-Schwefel• säureverlahren versucht, diesem SclkUHLng auf den Leib zu rücken.׳ Dieses Verfahren ist aber so kostspielig, daß die Rentabilität sehr in Frage gerteilt wird. Dagegen wäre eine rechlzcitige prophylaktische Anwendung geeigneter Spritzmittel und eine angemessene Weitpfl.anzung viel billiger lind fntrhibarcr gewesen. Künstliche Düngung fand erst vor einigen Jahren Eingang im lande, ater auch darin besteht keine Methode und kein System, sondern cs wird von imge (.ihr gedüngt. Es ist nicht zu verkennen, daß man in Bezug auf Sorten- Wahl in den .alten Kolonien Anselmlirlies geleistet hat und daß Orangen und Wein sowie auch Mandeln In Bezug auf Qualität hervorragend sind. Aber die Erfahrung hat gelehrt, daß Sorten, die durch künstliche Zucht entstanden sind, 111 absehbarer Zeit degenerieren. Da Neu/iiehtung von Sorten zeit raubend und kostspielig ist und viel Wissen voraussetzt, kann man dies« Arbeit den Siedlern nicht überlassen. Ea ist ein w> empfindliches Spezialgebiet, daß sich vorläufig nur eine Versuchsstation damit beschäftigen und dann ihrerseits viel schneller und wirkungsvoller ihre Erfahrung im Lande publizieren kann. Aber auch die systematische st,1ffelwei.se Anlage von Pflanzungen ״ laßt noch zai wünschen übrig. Mau müßte fcsisicllcn können, wann die Atcsrodunp einer Pflanzung erfolgen und nur andere Kultur eingeschaltet werden muß, um in dem System der Pflanzungen die höchsic Rentabilität 1m Gleichgewicht ומ erimllen. Dewlcichcn ist man sich über die Pflanzweiten der einzelnen Kulturen noch nicht im Klaren, Ich habe z. B. Orangenpflnnnmgen gesehen mit verschiedenen Pflanzweiten von 2 m Abstand bei den Arabern hk 7 m bei Ncupllanzimgon der Kwuz.oth. De nonnnlc Pflanzweite habe ich aber nicht fertsfellcn können, Man verpönt cs, in Palästina hei Orangenpflanzungcn In den ersten Jahren Avis! henkultnrcu zu fxrtreihen, Es mag dies auf <i!e dem D.xlen im allgemeinen mangelnden Nährstoffe zurück. Zufuhren sein. In Aegypten dagegen, wo die normale Pflanzwede bet Orangen 5 m beträgt, werden in den ersten 2 Jahren vornehmlich Hackmichtc als Zwischenkultur «ngebaut, ohne oaß dic Hauptkultur irgendwie geschädigt wird, zumal richtig bewässert und mit künstlichem Dbigcr gearbeitet wird, die beiden Kulturen ziiguickomrncn. Man müßte auch «xperiincntrtl fcstKicllcn, wie oft und wie lange noimalcr Weise «m Orangcnbmwn bcwäswrt werden muß, um die größieu Ertrage zu gewaltrlcisfcn, ohne daß die Kosten der Be- Wasserung in ein Mißverhältnis ztrr Rentabilität kommen. Die moderne Technik der Bewässerung, zumal der Regner, die m vorbildlicher!Weise den natürlichen Regen nachalwncn, müßte auf ihre Anwendbarkeit für Palästina »tudiert und probiert werden. Der Anbau europäischer Früchte Ist über die Anlinge noch nicht hinaus. Es ist zweifellos ein Gebiet, das groß« Zukunft׳,müplichkciten in sich birgt. Man braucht mir für den Absatz!11 Enri.pa Deutschland anzuführeii. das heute tausende von Tonnen kalifornischer Acpfel, r*üd:urikani;eher Birnen, teisnisehcr Pllannicn ciiiführt, ,Diese Produktions- Linder haben ähnliche klimatische uml IkxHiverhiltnlsse wie Palästina, und m muß man annehmen, daß Palästina als näheres Prmluktionslaud (mit Ausnahme \1ו0י Basnien) tei gleichwertiger Produktion auf dem europäischen Markt leicht konkurrenzfähig wir.'e.i konnte. Ater auch bei europäischem Obst müßte man 'lestrtelten, welche Unterlagen und welche Sorten für Palästina am geeignetsten wären. Man muß ferner versuchen, den einheimischen Aplcl- und Birnbaum aus Kernen zu ziehen und Sorten aus Nordafrika (Tunis, Algier) oder aus der Gegend von Damaskus auf diesen Unterlagen zu veredeln. Dein Niedcrstamm oder der B«srhlorm wäre wohl der Vorzug zu geben, weil Halb- und Hochstämme leicht durch die Sonnenbestrahlung, wie ich mich überzeugen konnte, ,־mstrocknen, Auch der Paradiesapfel und die Quitte, aus Sizilien bezogen, könnte geeignete Unterlagen für Aqdcl und Ibrncn nbgehen. Ganz ohne IWwässcrung wird mail Wohl hei europäischen Obstsorten nicht aiiskommcn können. Ich vermute, daß d.e •0 sieh von der Blüte an (März, April) bis zur Reife (Juli August) erstrecken wird, und daß man dann dem Bauin nach um! nach das Wasser wird entziehen müssen, damit er die notwendige Vegetationsruhe für den nächstjährigen Fruchtansatz auf künstlichem We״c tlurchmachcn Kann. Vorstehendes zeigt nur einen kleinen Ausschnitt des ungeheuer großen Tän ^citsfeldes. dessen Bearbeitung gar nicht dringend genug verlangt werden kann. Es hätte sich 1. auf die Kontrolle und Verbesserung schon bestellender Pflanzenkulturell und Arbeitsmethoden, 2. auf die Neuanschaffung von Prodnktmnrge',>ie!ea zu erstrecken. D.e Versuchsstationen könnten Hand in Hand und auf demselben Terrain mit den Lehranstalten arbeiten. Wesentlich ist cs, daß Instruktoren in Watulcrkurscn die Erfahrung der Versuchsstationen verbreiten, und durch Herausgabe von geeigneten Flugschriften und Flugblättern die Siedler dauernd auf dem Laufenden gehalten werden. Nur durch eine großzügige wissenschaftlich - praktische Unterstützung der Srodlcr, die ich mir nur auf oem eben gezeigten oder ähnlichem Wege vorstellcn kann, bliebe dein Einzelnen das viele Hcrumexpcr'iiiicnticreii und das Lernen aus eigenen Fehlem erspart, das im Laufe der Jahre viel Energie, Mut und ungeheure Kapitalien verzehrt hat. Vor verschlossenen Türen Die jüdische Delegation der Emigration»» Konferenz beim Einwandcrungskommisaar der Vereinigten Staaten. Rom. (J. T. A.) Der Oberkommissar für Einwanderung in den Vereinigten Staaten, W. W. H u s b a n d, hat am 27. Mai die Delegierten des Vereinigten jüdischen Emigrations-Komitees bei der Internationalen Konferenz für Emigration und Immioralion in Rom empfangen. Die jüdischen Vertreter unter• breiteten dem Kommiscar eine Denkschrift, in der die traurige Lage jener russischen Emigranten geschildert wird, die in großer Anzahl in den Häfen der verschiedenen Transit- Länder festgchaltcn sind, und obgleich im Besitz amenkanischcr Visen, ihre Reise wegen der Erschöpfung der russischen Quofc nicht fortsetzen können. Kommissar Hushand folgte den Ausführungen der jüdischen Vertreter mit großem Interesse. Man besprach die M,innahmen zur Erleichterung der Lage dieser Emigranten im Hinblick auf die neue Einwandcnmgsbeschränkuug in den Vereinigten Staaten. Hushand erklärte der Delegation, daß er binnen kurzem zusammen mit den lokalen amerikanischen Konsuln die europäischen Hafenstädte besuchen wird, um die Lage dieser russischen Emigranten zu studieren. * Außer mit dem Elnwanderungskommissar Hushand sind die Vertreter des Emigrationsdircktoriums mit dem Generaldircktor für Einwanderung in Argentinien Ramos und dem Generalsekretär des Obersten Arbciisrates für Brasiilen Bandcra de Mol Io in Verbindung getreten und haben mit Ihnen ausführliche Unterredungen über die Möglichkcltcn der Immigration nach Argentinien und Brasilien gepflogen. Es wurde ein ständiger Kontakt zwischen dem Emigratlonsdircktorium und den autoritativen Einwanderung»• stellen der oben erwähnten Länder sichergcstellt. Die Vertreter der jüdischen Organisationen in Rom haben von dem Präsidenten der Internationalen Konferenz In Rom, de M I c h e 11 s , eine' Einladung erhalten, den zuständigen Sektionen der Konferenz ihre ,Wünsche vorzutrageu. Von der Jerusalemer Naiionaiblbiiolhek Der Keren Hajcssod hat in der Zeit vom 1. Januar bi* l. April für das Budget der Nationalbibliothek in Jerusalem einen Betrag von 375 Pfund beigesteuert. Dcscr Betrag ist wohl nicht groß genug, um das gesamte für eine mcxlernc wissenschaftliche Bibliothek in Palästina notwendige Budget zu «lecken, aber dadurch, daß der Keren Hajcssod die notwendigsten Ausgaben di r Bibliothek und so einen geregelten Betrieb sichert, ermöglicht er cs Ihr, im Verein mit ihren Freunden in allen Ländern die Bücherbestände zu vermehren, die Bücher zu katalogisieren und unterzubringen und so allmählich das Rückgrat des wissenschaftlichen Lebens in Palästina zu werden, eine Aufgabe, die im Zusammenhang mit der bevorstehenden Eröffnung der Universität immer dringender wird. Die Bibliothek hat im ersten Vierteljahr 1021 einen Zuwachs von 2(>5ft Büchern in 3030 Bänden zu verzeichnen und Ihr Bücherbestand befnig a in 1. April insgesamt (13 401 Werke in 76 013 Bänden. Die Zahl ihrer Leser betrug in dieser Zeit 0501. Die Bibliothek sicht in nächster Zeit großen Bereicherungen entgegen. Unter anderen ist cs dem Warschauer Komitee der Bibliothek nach vielen Verhandlungen gelungen, die Bücher, welche der verstorbene Begründer der Bibliothek, Dr. Josef Chassanowlcz, in seinen letzten Lebensjahren während des Krieges gesammelt hatte, und welche In Bialystok verwahrt wurden, nach längeren Verhandlungen in den Besitz der Bibliothek zu bringen. Die Bücher — cs handelt sich um mehrere Tausende — befinden sich derzeit In Warschau und werden demnächst nach Jerusalem überführt werden. * Die Nachkommen des berühmten hebräischen Gelehrten Samuel David Luzzatto (Srhadal), Leone und Mario luzzatto, haben der Jüdischen Nattonalbibltothek in Jerusalem zwei Kisten mit sehr wertvollen Büchern au• dem Nachlasse Luzzatto« zum Otschenk gemacht.• * , fra* ftiM1W£$kommisRariAt der Ukraine hat beschlossen, «me jüdische Staatsbibliothek zu gründen.

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