Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 42-43 (28.5.1924)
- Date
- 1924-05-28
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile 310?UKniSCm! RUNDSCHAU Nr. 42 43׳ Ls kr,mm keinem Zweifel unterliegen, daß »he Mordl.il als K o ״ s € n u e 111. «I c r i n J e ״ »I r t e j c w b e - sonders stark lu• rv <1 rg e t re tc n en ziouistis c 11 r 11 1! <־ t z c g e!r «׳ n d i e O r 111 <><l ס x i e a ״ g e s c 11 e n werden miV.se. (1 )11־ re IVliauptnng ist offenbar glvii hzvitig 41er Sie weis. — Heil. ״J. K.“j Wir können (lemnnclt leider von dem, was wir ü!n׳r die Imii übenden 1 nl״en der v e r g i f i e t e 11 zionistischen Pol«• m i k {!cseluicbei» haben, unsererseits nichts zuriickriehmcii. Gegen diese agudistisdic Mordphantnsic kann man afoto anscheinend ebensowenig nnkämpfcii, wie gegen die־_ Christli1־he IvitiialmouHe;יKoi» nodi so klares Zeugnis v w <1 da mit7011, z. 1). auch mcht «!er folfreiule Biief, den die ״|״d. Woi'liciiselirlft" in Wien um!• andere ül.'ittcr von dem o'rihodoxen Rabbiner des Ortes «■.hielten, geschweige denn die an amlerer Stelle wicdergcjp'hriH• Nai'lii'iehl. Lhcnso wie nun die iiniid“ 1 a!isin ab* religiöse Ang«*!egCüh«'it iutcrpietic.en kann, kn 1111 maii'jeden Mord als Ergebnis der a11״d:stiseh-7ionis(i«chen. Gegensätze ״usk’pen. ״'!״'weise״'‘ läßt sich mit dieser Logik schließlich alles. Yer 11,.0 des Rabbiners lautet: ״W i d e r 1 e ״ un1)״incr L ü g e. In der Zeitung ״•> c r J u <|•*, Nr. 336, ist eine Nachricht ans Jemlre/ew abgr< truckt, «lall inl'01״e eines Fa r t c i k a m p (cs um die hevoisielienden Keliille-W'iililcn ein 17jähriger iuitger Mann ermordet worden sei. Als ich diese Nachricht erblickte, stnnd ich überrascht da und fragte mich: Welche frcvlcrischc Hand konnte diese F״־lschung einer Zeitung zur Veröffentlichung• geschickt haben? Es ist •wahr, «lall ein junger Manu von 12- bis 14 jährigen Raufbolden getütet worden ist, die aber weder selbst noch ihre Eltern irgendeiner F a r t c i aiiRChörc n. Es reichnet im Namen «1er Wahrheit und der Gerechtigkeit .Rabbiner J c c 11 i c 1 J c s 1. i a W 0 i 11 b e r g. Jeiidrczcw, den 2. Jiar 5(184.“ Völkische tintl nr.lloii.ildnil,sclie Juden In «fer ,.Vossischcn Zeitung“ halle vor einiger Zeit in einer Uenersicht über die völkischen Organisationen llein/ Polin ck behauptet, das völkische Freikorps ״Schill“ sei von Max Naumann, dun Vordtzemtni des Verbandes nationnidcutschcr Juden, finanziell imtersti'ilzt worden. 111 einer Zuschrift an die ״V«»s. hat Dr. N a ti m a 1111 «lies in Abrede gestellt. Nun wird der ״W e li bü h 11 e“ (Nr. 2(1) geschlichen: 1״ Herren Johanne* II ii 11 liier und Erich Alhrcchl" («ierui l'.ingah«• an das Reichsministeriiim des Innern über angebliche W.iffenschiebungcn die ״Welthüline“ .abgedruckt hat) ״sind nicht mir als agents provocatenrs hemerkenswerte Leute. Sic sind die Gründer der sogenannten ,Freisehar Schill‘, die sich äußerlich völkisch Iräspt und in ,Winiliaeke, I lillermüt/c und roler Armbinde posiert, amlcrcrseils aber ihre aiiltvölkische ,Einstellung* betont 11 ml als ideellen und materiellen Hintergrund Herrn M a א N a 11 m a n 11 nennt. Herr Max N au m a 1111, der Leiter des Verbandes 11 at io 11 a Id e 111 s c 11 e r Juden, hat die Unvorsichtigkeit besessen, an Herrn 11 ä 11 ß- Ier Briefe zu schreiben, mit denen dieser nun ׳hausieren geht. Nebenamtlich ist Herr Hanßlcr, wie er sich selbst bezeichnet, NaSionalbolsclicwist. Seine De- Ziehungen zu Herrn Max Nauru an« erklärt er mit vielsagendem Lächeln so, daß man die Juden völkisch erfassen, das heißt: für nationale Ziele ciiispannen, ihre Mittel 'für die na: tonale Bewegung nutzbar machen müsse. Aber cs dürfte wohl nidit schwer zu erraten sein, daß die 'Nutzbarmachung dieser Mittel hauptsächlich für die ,Freisehar ScliiH' gedacht ist. Deren Kopfzahl gibt er auf mehrere tau- 6cml an.“ Zum 50. ficlnirlsfag voa I’. M. I.ülcn!11 einer J:, M. Lilien zu seinem 50. Geburtstag getvid•!liefen Somlcniummer der ürauitsehwciger ״Jüdischen Nachrichten“ erschien auch ein Aufsatz von Prof. Heinrich Löwe, dem wir die folgenden Zeilen der Erinnerung an Zeiten genieinsamer Kämpfe entnehmen. Löwe spricht von den crr-len Anfängen der zionistischen Bewegung und fährt dann fori: In dieser Zeit absoluter Fremdheit gegenüber allen jiülisduit fniicnprobleim'ii, in dieser Periode vollständiger Impolen/ der ciironaisdi-judischcit Geistigkeit hatte Ephraim Moses Lilien niclit bloß den Mut, sidi mit jüdischem Vornamen zu nennen, sondern den noch viel gröberen, zu beanspruchen, daß cs eine jüdische Kunst gäbe, und sich selbst auf dieses Gebiet mit seinen Kunstscliöpfungcn zu begeben. Cr riskierte damit niclit bloß seine ganze Existenz nls Künstler, sondern er stellte sich damit außerhalb der ganzen gesitteten Welt. Denn daß er bei den Nichtjuden auf wenig Entgegenkommen zu rechnen hatte, das mußte jeder wissen, «len die wadisende antisemitische Flut nicht erst jetzt überrascht hat, sondern der sie mit sehenden Augen kommen sah, der das Wachsen und Werden mich dort erkannte, wo der wüste Lärm nicht zu hören war. Aber erst rocht!nullte ,mau diese Ablehnung einer jüdischen Kunst hei den Juden voraussetzen, die für jihlisclic Eigenwerte kein Verständnis hatten, die außerdem aber kein höheres GHIcksgefüiil kamiU'ii, als das, wenn si'e merkten, daß man sie als Juden nicht erkannt hatte. Daß Lilien der erste war, der sich auf den;Boden der Schaffung einer jüdischen Kunst stellte, hätte ihm schon eine besondere Stellung in der Geschichte der Wiederbclcbung jüdischer Zukimftsidcalc gegeben, auch wenn er als Künstler selbst nichts geleistet hätte. Denn wenn heute Palästina ein werdendes jüdisches Land ist, ein Faktor, mit dom die Weltpolitik rechnet und rechnen muß, und wenn uoi'l1 vor kaum einem Vicrteljahrluindert dieses Zulainfts- I alnstlnn nichts weiter war aln «Le Ausgeburt einer exaltierten, geistig verirrten Jugend, die so gering'an Zahl war, daß sich «Ile gegenseitig persönlich kannten, so war Lilien als Künstler damals ein tinsainer, während heule die Frage von damals, ob cs überhaupt «'ine jüdische Kunst gäbe, deshalb müßig ist, ,weil die Tatsache als solche gesehen wird. Die historische;Bedeutung des Bahnbrechern auf diesem Gebiete ist von Lilien■. Person 11ml Wirken niclit zu trennen, so wenig man *״־».!»htiselien Zionismus einen Pinsker streichen kann. Daß Iahen auch in «1er politischen zionistischen Bewegung tätig gewesen ist, wo er einstmals mit Wci/tnnmt und anderen zusammen in «!er Opposition gegen die Leitung stand, das Kami 111 diesem Zusammenhänge mir nebenbei erwähnt werden, Wenn es auch durchaus nicht nebensächlich sein soll. Aber seine. Bedeutung als de:; [!alinbredicrs für eine jüdische Kunst, ihr jüdische Künstler ist so groß, daß sic gerade jet/t erwahnt und hervor!:«;hoben werden muß, wo cs keine Knust mehr, ist, von jüdischer Kunst zu reden. Heute an seinem fünfzigsten Geburtstag, wo wir erwarten dürfen, dafl der Künstler uns vielleicht das Wichtigste seines künstlerisch« ״ Schaltens nocli gar niclit gegeben hat, können wir von ihm ftls einer histoiischeii Persönlichkeit in der Entwicklung der geistigen Wiedergeburt des jüdischen Volkes «preeheii, als von clitein Manne, «Ier whon in der ersten Hälfte ״eines I ebene, in «He (dusmik ״einen Volkes einen unvcfgänpli« lu*n Namen eingeschrieben hat. Lat recht können wir \lr1lu׳r von ihm erwarten, «laß er jetzt, wo er nicht bloß die Hohe des Lehens, sondern auch der Lcistum׳sfäl1i״keil erklommcir hat, erst recht für unser Volk und' «eine Kultur schaffen und wirken wird. * Die fiuelilistullimp I.nndsbrrg lud am Sonntag zur BcsiehtigMiig «Ier im Wintergarten «Ier Kleistloge .׳iiisgestellten Radn'iungi'u von F, M. Lilien, Die Ausstellung sollte gleich.'i'ilig eine Llmitig l.ilicns anläßlich :;eine': 50. Gelaut .tag(־‘•, sein. Fs winde», 11m «las voi'wegrimehmcn, zwei Rialen :■1 hallen, 1111«' 1־ di«•!•ich :,lrt'iU'11 läßt. Ls muß offen 7ii״c1'»״h־!i werden, «laß der Schreiber dieser Zeilen zu den Hilden! Lilien•־, kein reelite i Verhalt ui•! gewinnen konnte. Man kann sieh heute mir schwer die Bedeutung l.ilicns vergegenwänigen: unsere Generation hat andere innere Erfahrungen und sieht daher anders, Wesentlich an Lilien war, daß er, als einer der Listen, es imternaliin, eine jüdische Kunst auf/itbanc״. Soweit <!ic Iniirilte für ein Kunstwerk entscheidend sind,!nag ihm «las gelungen sein. Fine spezifisch jüdische Aus- «Irin'ksionn hat abei• keines seiner Bilder. Der Gegensatz, beispiel׳.weise /wischen Lilien nml Chagall ist überall׳, groß; iiiul wenn von ju«li scher Kunst die Rede ist, so muß Chagall viel eher als jüdischer Künstler angesprochen werden als Lilien, bei «lern man die zerbrechend«: Problematik des Judentums nicht findet. Was wir fanden, waren photographisch getreue Wiedergaben von Gesehenem, nicht aber subjektive , Darstellung von Geschautem — diese aber rnull von einem ’ Künstler verlangt werden. Lilien«. Bedeutung hat sicher einmal best:nuten. Heute stehen wir andern zu ihm. Darum soll sein Anteil, «Du «•r an «fer F.ntwicldung der jüdischen Kunst genommen hat und die bedeutende Stellung, die er in ihr cinnimmt, aber nicht verkleinert werden. sein lekr Mfsdtritlcn 1. Unter den jüdischen Zeitschriften, die nach dem Kriege neu erschienen sind. Umschau zu!»alten, stellt sich nachgerade bei der Fülle des Vorhandenen nls notwendig und wertvoll heraus. Die Funklion der Zeitschrift, «lie zwischen der Zeitung mit ihrem ׳täglichen Material und Ihrer notgedrungen ephemeren IL'trac11t 1!:!;:0־vv«■ i*.«• und dom in sich geschlossenen Buche eine eigene Milte hält, ist ja heute• wichtiger als vor dem Kriege. Damats dienten Zeitschriften dein Bedürfnis klar abgegrenzter KttUurhrcisc; heute aber, wo die Schichten der Gesellschaft nach dem großen Erdbeben des Krieges und der Revolution sich durcheinander geschoben haben, heute gibt es diese nbgcgrenzte!: Kreise nicht mehr und statt ihrer, «lie genau wußten, was sie wollten, bedurften und nls wertvoll empfanden, sehen wir ganz neue Menschmmnsscn ins Licht gehoben, die nur. der unklare Drang zu Kultur und geistigen Werten Charakter•- siert, die aber nicht selber imstamle sind, Mnßstäbc der Auswähl und <ics slrcngcn Geschmackes nufzubringen. Es ist nun die Funktion «Ier Zeitschrift geworiten, diese Maßstäbe zu übermitteln. Wenn in der Leserschaft die Geschmackvollen, schon Gebildeten in «fer Minderheit sind, bat der Herausgeber um so größere Verantwortung und eine um 80 wichtigere Funktion. * ״Das Zeft“ (MonaPsdmft, Zeltmln״, Wien, Christinen• gasse •1) hat in seinem Herausgeber Eugen HoefUch eine Intelligenz gefunden, «Ier «liee.c wichtige Aufgabe hinreichend klar ward. ״Das Zeit“ ist bei weitem die beste allgemein kulturelle Zeitschrift guten Stils, die von Juden und für Juden jemals gemacht worden ist. Das gilt besonders für ihren Kunsftcil. Es ist kein Wunder, denn die Zahl wirklich begabter Künstler unter «len jungen Juden Ist ungewöhnlich groß. Aber es ist auch eine Tugend des ״Zelts“, diese Fülle 1t11<I_ Qualität uns zur Anschauung zu bringen. Die Auswahl der in Essays analysierten Künstler wie die Auswahl der von Ihnen reproduzierten Werke und die Qualität der Reproduktionen selbst, geben dem ״Zell“ <1,1* Recht, sieh als verantwortungsvolle und Werte scliaffeiiile, weil ge׳u׳t1111add1|k!en«le Kraft zu fiilden, Un«l wenn das Litera rische hinter dieser mit Energie erfaßten Aufgabe nicht Zurückbleiben will, wir«! es große Anstrengungen machen linkten. Da die Ausstattung «ler tiefte des InhaHs würdig ist, wird man jeden, der rieh an den. produktiven Werten der iungen Generation wirklich erziehen will, auf diese Zeitschrift iinchdrticklicli verweisen können, Sie zeigt, was für elementare jüdische KutisUrlebc im Ga'uth am Werke sind. Wer aber erfassen will, wie sich die j'unge Judenheit um! vor allem die Jugend unserer Bewegung zu der ungeheuren Auf;׳,alle der weißenden palji«,liiiciisisdi-jüdischen Kultur stellt, der möge steh die schmalen, «achlleh, fast karg geilrueklrn Hefte der ״Arbeit“ (Organ «ler zionistischen volkssozinlistlscheu Partei I lapoel-Hnz.a'fr | flitachduth], Verlag der ״Arbeit“, Bcrlin-Cliarlofteubürg, Carmerslr, 6) ja nicht entgehen lassen. Hier ist imposant die strenge Verantwortung, mit der die jungen Leute, die sie schreiben, zu dem vorzudrlngcn versuchen, was Palästina am nötigsten braucht: zur wirtschaftlichen Wirk• liebkfit des 1 andes unter «ler Perspektive «!er Idee, Da Ihnen nämlich Sozialismus, und zwar der lebendige Sozialismus von der Seele her, selbstverständliche Voraussetzung «les Wesens geworden ist, können sic sieb ohne Hemmung daran machen, das Notwendige, «las von einer werdenden Wirtschaft Ver• Inipde, soweit es überhaupt in theoretischen Betrachtungen zu erfassen ist, den Lesern immer und Immer wieder nahe• znbiiiigen. Die Kräfte des Galulli im Hinblick auf Ercz-Israc! in Bewegung zu bringen, zusammeiizufasscn und sinngemäß dorthin zu h-nketi, wo Palästina, «ler junge JEclntw, sie’niclit entbehren kann, das ist der Zweck der ״Arbeit“. Hinter dieser Zeitschrift und Ihrem hingehenden Streben nach Wirk• üchkcir, schöpferischem Aufbau und ideeller Regelung de• Alltags durch «im Geist sieht die Gestalt A. D. Gortlons, des greisen Arbeiterführers der Hhachdtüii, dessen Wirksamkeit mit seinem Tode ebensowenig aufgehört hat wie die Landauers (mul von dem das ende Heft des ״Zeit“ ein wundervolles photographisches Bildnis wledergab). An Ihm haben die Chawerim «ler I litachduth eh» regelgcbcmles Vorbild; und wie ihnen «tieses zugute kommt, wenn sie In Palästina am Boden arbeiten, so auch, wenn sic ln deutscher Sprache eine Zeitschrift herausgeben, von der •man nls Iiftrhstos Lob sagen darf, «laß sie, Pionier der, Jisclmw, immer mehr bestrebt ist, dar UeberfMasige zu vermeiden, aber da« Notwendige uiierimhJlich unter die Leide zu bringen. Arnold Zweig. 1 unuvv 1111־n1׳«u1Lr. .. .. «- Y-x «r v.1< I.nuiuu *I«15 Z\WI|i*IIL|I der iilau-Weill-lilatter mit folge!!«!(•!!! Inhalt: Veröffeutlielum-!11•'־ der Bundosteitung. Fflluerauasprache; Bibclksen (Stephan Cohn-Vossen), Zug!!!ul llttml: Wettbewerb für Handwerker Bibliographie. Aus «!ein ,Lehen eines Bauern in Holstein (Eli Scharhld). Notiz für Nndeliriigcr. Berliner Purimfahrt. Besprechungen. ' ^>OOOCXXXXX>OOGOOOOOOO<XXXXKXXXXX)OOOOOCOOO 0 Ü «־•.# k&i.. Ji.‘ um« üur Keren Knjometli uchn«Unteum nmimi Boden erweibea, .leänr Z!!>!d;<t senile ßflher uuigeluHl'l gruij’iü Fpemlea auf lielliejemlfr 7,«lilknrte. 3000C0C0000C0000C0000- 0 8 יי מ n ר־• י n9 ״ T A»i Ein Irrigation-,projekt dci* Kolonie Pcthacl! Tikwnh. fu einer Versanimlung «kr Kolrmistcii, die zu Anfang des Monats statt fand, winde über die I >1;reh[i1hrung eine•: groß angelegten Bewässennigsplane•! beraten, über «!«'!1 schon seit langer Zeit Vcihrmdlungcn zwischen der Kolonie und einer nuslämlisdien (vvaliriciiriulich Schweiz(• r) Gesellschaft schweben. Es scheint jetzt, »U ob mit dem Eintreffen des Bevollmächtigten dci betreffenden Unternehmens die Angelegenheit in ein ernsthaftes Stadium getreten ist. Nach den uns vorliegenden Angaben wurde «kr Kolonie vorgeschlageu, aus ihren eigenen Mitteln zur Dnrcliführun;׳ «Ic» Projektes eine Akticn-Gescllsdiaft ins Leben zu rufen und von deren Grundkapital £E 10,000 zu übernehmen. Sie soll dann einen Kredit von £L 80.000 zu einem Zinsfuß von 7—8 0',״ auf fünfundzwanzig Jahre erhalten. Dafür müßte sich die Kolonie verpflichten, dafür ciuz.ustchcn, daß ihre sämtlichen Einwohner das Wasser nur durch die neue Oe selb ehaft beziehen. Die Versammlung faßte einstimmig den Fcscliltiß, mit Rücksicht ntif die Wichtigkeit einer Bewässerung־ des Kolo!1iel>;«lens eine solche Gesellschaft mit dem genannten Kapital ins Leben zu rufen, falls «lie weiteren Bedingungen für «lie Verwirklichung des Projektes angemessen seien. Der Vorstand «ler Kolonie wurde er-!nächtigt, in Verbindung mit dein Waad Chaklai und dem «_. erst erwähnten ausländischen Unternehmen mit Rollivdiild in Verhandlungen zu treten. Wie der Bevollmächtigte der Pica, Frank, miftelltr, bestellt die Möglichkeit, dal) sich Rothschild eventuell an den Unternehmen beteiligt. Die Aufbringung «ler £E 10,000, «lie das Ommlkapital der neuen Gesellschaft d.midlcn sollen, beabsichtigt man durch eine Umlage auf die Pflanzer entsprechend der Größe ihres Orundbesit/cs anf/übringen, so daß etwa auf den Dunam £E 1 entfallen würde. Neue Kapltalcrlißhunjj der Arbeltcrbank. Die am 4, Mal 1921 tu Tel-Awiw abgehaltcuc Generalversammlung der Arbeiterbank hat auf Vorschlag des Direktoriums beschlossen, das Aktienkapital des Unternehmens von £E 00.000 auf £E 100.001) zu erhöhen. Zur Begründung wurde ausgeführt, daß die Tätigkeit des Institutes von Jahr zu Jahr einen größeren Umfang aunimmt, und die Bank zu einem immer wichtigeren Faktor tlcr Auflmitätlgkcit im Lande wird. Das Vertrauen der!־iii.inzinstitute tmd der breiten OcffentÜclikcit des Aus- Lands zu diesem zentralen Finnnzinstnmient der Arbeiter- Organisation werde immer größer. Das Grundkapital «ler Ai beiterbank hat bekanntlich urpiünglich £E 30000 betragen und war sodann auf £L 60000 erhöht worden. Kredite der General Morlgage Bank an die Tabak'• pflanzer. In einer Versammlung der Tnbakpflanzcr•1 Organisation, die anfangs des Monats in Rischon le Zion statt fand, teilte der Vorsiizemlc mit, daß die Haupthypotheken bank (General Mortgngc Bank), die bekanntlich von der Zionistischen Organisation mit Hilfe des Keren Haiessod gegründet wurde, die Oe- Währung eines Darlclins von £L 12.000 an die Tabakpßanzer bewilligt hat. Als erste Rate sollen £E 2.5 pro Dunam gewährt wertfen. Dabei sollen aller nur je 5 Dunam berücksiclitigt wenleri, während «Ile darüber hinaus bestellte Fläche niclit belieben wind. Wie weiter ausgeführt wurde, ,wird die Qualität des Tabaks von den Abnehmern allgemein ge» lobt, der Verkauf begegnet jedoch der bestehenden Preise wegen noch erheblichen Schwierigkeiten. Das Slctj'cn der Mchljireisc. — Verdrängung de* In• landamchls. In der Vollverrammlung des Zen1ralvorstar.dc• und des I.okal.־»t1«scI«1r,ses «ler Gesellschaft Leina.in To- 7. er eth llaarcz in Haifa, deren Zweck die Förderung «ler liilaudsproduktion Et, führte der Referent Dr. Wald u. a, folgendes aus: Der 1 iaifacr Mehljircis Ist in der letzten Zeit in einem solchen Maße gestiegen, daß er jetzt den für *das beste amerikanische Mehl erreicht hat. Aus diesem Grunde macht die australische Ware der Inländischen scharfe Konkurrenz und hat sie beinahe schon vom Markte verdrängt. Viele Bäckerei«־!! haben auf gehört, sich «Je* palästinensischen P ro«l u k t e s zu bediene«, besonder* auch «tes Mehls «ler Hnifaer Societt* des Grand Moutlns. Die Versammlung beschloß, die Herren Dr. Wald und Gluskiu zu ersuchen, den Gründen der Teuerung nachzugehen und Mittel und Wege 7.11 suchen, um dem inländischen Mehl den palästinensischen' Markt wicdcrzugcwinncn. Eine Statistik von Nalmlal. Das Kolonisationsdepartement der Zionistischen Palästina-Exekutive veröffentlicht folgende Angaben Liber die Verhältnisse in Nalmlal! Die Gesamtzahl der dort nngcsicdeltcn Personen beträgt 281, darunter 8:1 Männer, 8S Frauen, 50 Knaben und 60 Mädchen. Hiervon gehören alle Männer und 7! Frauen unter die Kategorie der Arbeiter. Die kultivierte Fläche war in der Saison 1622/23 2540, in der Saison 1923/24 7100 Dunnm groß. Ihre Zusainmcii'.cizung war folgendermaßen: Getreide 5212 Dunnm, Futter 1280 Dunam, Gcnühe 295 Du- 11.1m: Plantagen: Hnl/b.'itmie (Eukalyptus) 330 Dunam, Lein 170 rHmam, andere Obstbäume 65 Dunam. An Gebäuden gibt e* 67 Wohnhäuser, 71 Ställe (aus Beton) und 43 Speicher. An Vieh befinden sich im Besitz der Siedler 73 Maultiere, 51 Zuchtkiiiie mit IQ Kälbern, 67 palästinensische Kühe mit 56 Kälbern, Gcllügcl 3750 Stück und 98 Bienenkörbe. An 1 a n d w i r t sclia 11 li c 11 e n Geräten sind vorhanden 81 Pflüge, 26 Eggen und 39 Karren. Eine neue Verkaufsstelle der Handwerker-Organ!- Ration. In einer Sitzung de•» llaifaer Loknlaussduisses de» Handwerkerverbandes wurde die Eröffnung einer genossen• schaftlidicn Verkaufsstelle für «lic Produkte «!er Organisationsmltglleder besclilorsen. Gleichzeitig soll auch der Verkauf von Inlamlser/etigaihsen im allgemeinen gefördert werden. Ein Palästina-Adreßbuch. Der Verlag ״Handel tmd ln- «lustrie“ in Tcl-Awivv hat die Veröffentlichung eines Pa« 1 ii s t i n a - A <1 re li 1111 c 11 c s in besonderen Ausgaben für ieden Distrikt In Angriff genommen. Das Adreßbuch wird die Namen uml Adressen der Einwohner, der Regierung»• und der öffentlichen Institute, «ler Han«Ie!sbürc1s, Banken usw. entlialtcn. Das Buch wird sowohl für Palästina als auch für das Ausland hergestelit. Wegen Raummangels mußte die Fortsetzung des Artikels über ״Die Tätigkeit des Bauarbcitcrvcrbandcs“ für die nächste Nummer zumckblcibcn. Am 22. Mai begab sich eine jüdische Künstler-Gruppe von Marseille nach Palästina, wo stell die Kimstier etwa 6 Wochen aiit/uli,iitcn j;«alcuk«;u um die uotwcmhgcü Studie« für ein geplante* künstlerische» Buch über da» moderne Palästina zu machen. Die Exkursion wird auf Anregung de« iH'k.innten Kunstwrlcger.s Alexander Kogart unternommen. Mit I lemi Kogan reisen die folgcmleu Künstler: Der Bildhauer Nahum Aron so 11, der Zeichner Professor A. P a s t e r n a k, der Maler Lisi,«!•' e «I e r sowie einige K.instphoWraphcn Man nimmt an, daß »ich palästinensische Künstler «1er Expedition anschlielfcu wenden, 1