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Jüdische Rundschau · 1924-05-28 · Heft 42-43 (28.5.1924) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 42-43 (28.5.1924)
Date
1924-05-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Nr. 42 '43 Seite 30a Ans alledem geht hervor, daß wir gemäß den neuen J Bedingungen im jüdische» Leben mehr als ein Zentrum haben' miisr.cn und daß dm; Zentrum über den Zentren mit nichts weiter zu tun haben darf als mit den Rieht- ]iiiieii und mit den Ideen, die für das ganze Jui.eiilnni passen. Wenn das wahr ist, so scheint uns,!laß der Ort für dieses oberste Zentrum nur Palästina sein kann. Palästina kann den Anordnungen, Anweisungen und Losungen, welche von dort kommen, die ganze Autorität und Wucht des Landes verleihen, ganz abgesehen davon, daß dort der Platz Li, wo allgemeine Losungen, welche für alle Teile des |1nlc11tun1s (icllnmf haben, ausgearbeitet werden können. Wenn wir also für die Verlegung der Exekutive nach Palästina sind, so haben wir midi die Organisation im Sinn und wir haben den festen Glauben, daß mich die Organisation besser aufgebaut werden und viel Gewinn ans der Tatsache ziehen kann, daß die Richtlinien in dem Lande unserer Sehnsucht und unserer Zukunft ansgenrbeitet werden. Natürlich ist das nicht ohne Filialen möglich. Die Filialen sind notwendig־, wo immer mich das Zentrum sein mag. Es wird’aber schöner und zweckentsprechender für jalle Filialen sein, Mitglieder eines Zentrums zu sein, das in Palästina ist, als wenn z. B. Amerika oder Polen Filialen von London oder Berlin sind. Das Zentrum Soll wirklich an dem Orte sein, der der Mittelpunkt für alle ist. Zinn Schluß sei noch auf eine Tatsache liingcwicscii: 'Audi in Bezug auf die Personen wird es leichter Kein, Menschen für die Exekutive nach Palästina zu Ix-hoinmcii, als nach jedem anderen Land. Denn jeder Jude, welcher nach Palästina kommt, kommt in seine Heimat. Jeder Jude, welcher aus einem anderen Laude in ein Land kommt, welches das künftige Zentrum sein pol!, kommt in die Fremde. Es wird leichter sein, von jungesehenen Juden zu fordern, ein Opfer zu bringen und etwas von ihrer Zeit in den Dienst der Bewegung 71! Stellen, wenn der Sitz in Palästina ist, als wenn die Forderung für ein anderes Land erhoben wird. Dann wird das Leben in Palästina, für welchen Zeitabschnitt cs auch sein mag, auch ein persönliches Aktivnm sein. Man findet jetzt z. B. sehr wenig Menschen, die bereit!sind, für einige Jahre nach London oder Berlin zu gehen. Wir müssen erst einmal aufräumen mit der , Anomalie der zwei Exekutiven und des zufällig in London befindlichen Sitzes der Leitung. Das wird auch allen!unseren Arbeiten mehr Gewicht und mehr Autorität Verleihen und wird uns auch leichter die Möglichkeit verschaffen, die besten Kräfte, die das jüdische Volk pufzuweisen hat, für unsere Sache m gewinnen. Der Kongreß der p3Iästir,cnsIr>clt3־raMsd1ca Exekutive ain 15. Juni Jerusalem. (J. T. A.) Die palästinensisch-arabische Exekutive hat in einer aullcixmlentlichen Tagung beschlossen, einen allpafä st i n c ns iscficn Kongreß für den 15. Juni emzuberufen. Je 5000 Einwohner werden einen Delegierten wählen. Es werden auch besondere Delegierte gewühlt werden, die die Kau f m an n sch a f t und die anderen Hcrufsständc, sowie auch die Presse vertreten werden. (Wir haben bereits in unserer letzten Nummer die Nachricht von dem geplanten Kongreß auf Grund einer T. U.-Meldung gebracht. — Red) ץ U E DI S C H E 1UJN D S C. 'i 1 A ü ______ Infolge des c!1d::it:d1c21 Fclcrta:•:! la dieser Woche erscheint die Dicurdari-Nuanuer um rClilv/oclj־, den EC. HTvI La versturL»c*u Üwlsnjj. Die :׳V0L:v>;*־n»n״n o;r ״"T a«n. 3- -f :! .־■־״*.V ■ A׳\Ww"-a-:. ' '1 * *י«»«*• Vt’rli.'fii’Taaijcri zwischen den 2raltlsc״ca Parteien Wie die Pal. Tel.-Agentur erfährt, ist die arabische gemäßigte Partei 'nicht abgeneigt׳, nn dem für den Iß, bmi von der 11 י', י » s t i 11 e n s i R c 11 * a r a b i sc 11 c » Exekutive einlieriifene״ Kongreß t e i 1 zu n eh m e 1». Die Partei :!!eilt jed.,r|1 die lUnlingmig, daß die pal.ulmcnsisclia 1־al1i-.che Exekutive ihre Z 11 t i 111111 n n g 7.1t f Schaffung eines pa Li s t inciis isch c n Lcgis 1 a t i v*Coun c 11 s .:rillt, in welchem keine Re g i c ru ng sb c a mtc n sitzen sollen. t)ie Verhamilnngeii zwischen <1011 beiden Parteien werden fortgcset/l. Die palästinensische arabisclic gemäßigte Partei bemitragt ferner die liinigung auf ein g e in e i n s a 111 c8 Programm, das der Regierung unterbreitet werden soll. Die ncdjnshnlm Die Offiziere der Armee des Emir Abdullah von Trans Jordanien lieben gegenwärtig, wie J. T. A. meldet, in Palästina arabische junge Leute xurVerteidigungdcr II cd j a- Fis e ab a h n aus. In der Sitzung des Oberhauses vom 21. Mal stellte Lord Raglan die Frage, ob es zutrdfe, daß die Regierung den durch Transjordanieu gehenden Teil der 1 lcdjas-Bnhii <1 0 m König Hussein geschenkt 11 a b c und welche Gründe hierfür vorhanden waren. Der Untersekretär liir die Kolonien Lord Ar n 1*1״ erwiderte, der erste Teil der 1 rage sei mit Nein zu beantworten. Die Sachlage sei die, daß König Hussein in Medina ein Komitee zur Kontrolle de» im H ed j a s •G eb ict gelegenen Teiles der Ilcdj a s -11 a h 1' eingesetzt habe. In seiner letzten Unterredung mit dem Oberkommissar habe er verschiedene Andeutungen über eine Kontrolle der sowohl in Transjordanieu als auch im I icdj.i:', liegenden Teile der nedjas-Fiscubalin gemacht. Diese Vorschläge werden jetzt von der Regierung erwogen, aber es ist noch keine endgültige llesiimnnmg darüber geirollen worden. Zurzeit wird die Eisenbahn, soweit sie südlieh von Am man geht, unter der Leitung des Oberkommissars von Palästina verwaltet. Vorbereitung administrativer Rclormen in Palästina Jerusalem. (J. T. A.) Die Palästina-Regierung hat eine Kommission ernannt, die über administrative Reformen behalten soll. Der Gouverneur von Jerusalem, Sir Ronald Storrs, ist Vorsitzender dieser Kommission, Die Währung Der ״F des tili“ berichtet, daß das von der Rcglenmg ernannte Wä h r 11 ngskomitce seine Arbeit vollendet h .1! und daß die Resultate in kurzer Zelt bekannt gegeben werden sollen. Das Komitee beantragt, Dank- סנו teil in der Relation von einem Pfund Sterling horaiisziigeben. Die Palästina-Währung wird durch Cng• 11 sc 11 c Banknoten aichcrgcsteilt sein. Eia Prozeß wogen einer griechischen Konzession in Palästina Haag. (J.T. A.j Am 16. Juni wird vor dem Intern a I io 11 a 1 e 11 Gerichtshof im Hang ein Prozeß Blattfinden, dem das Folgende zugrunde liegt: im Jahre 1014 ei hielt ein Grieche namens Ma vrom matl s Ko n zc ssi* ooen für <1 ie Anlage und Exploitation von elektrischen Straßenbahnen, elektrischem Licht ikw, in Palästina. Während des Krieges hatten die Engländer die Arbeiten teilweise nusfiihren lassen, unter augeblieher Benutzung von Mavroinmaüs Plänen. Nachher machte die Zionistische Organisation Anspruch auf die Konzessionen. Mnvrommatin verlangte Schn* denersaf/, welchen ihm sowohl die Zionisten, wie die englische Regierung verweigerte. Er wandte sich sodann nn die griechische Regierung, die mm auf Grund des Jerusalemer Memoiren Ich weiß nicht, ob man von einem Gedächtnis der Völker sprechen kann und noch weniger, ob wir Juden als Volk ein Gedächtnis haben. Wohl sind manche einschneidende Ereignisse unserer Geschichte uns in frischer Erinnerung geblieben, aber dem steht gegenüber, daß die Juden zwei oder drei Generationen nach ihrer Emanzipation nicht mehr das organische Gefühl für ihre erst so kurz zurückliegende Ghettovergangenheit hal.cn. Es dürfte wohl so sein, daß 1h• i uns wie bei andern Völkern starke Erschütterungen der gegchiclrtlichen Kontinuität auch Erinnerungen des Volkes auslöschen und weil bei uns .solche Erschütterungen häufig voricommen, während andere Völker •*־ in normalen Zeiten — sich langsamer ändern, scheinen wir leichter zu vergessen. Die großen Erschütterungen des Weltkrieges werden wohl auch bei andern Völkern ähnliche Unterbrechungen der Gedächtnis• fcontinuität mit sieh bringen. Jedenfalls: In Palästina haben wir die Vorkriegsseit, die türkische Zeit, sehr schnell vergessen. Die erstem Jahre des Jahrhunderts gehören für uns schon der Geschichte an, die Zeit der Bilu, die doch noch unter Uns leben, ist fast mir noch Gegenstand historischer Forschung und über die Zeit vor der Ankunft der ״ersten“ Ali ja 11 vor den achtziger Jahren wissen wir gar nichts, weder wir liier, «och die Zionisten draußen. Nun kt vor wenigen Tagen ein Duclv erschienen, das uns in das Palästina der Mitte des!9. Jahrhunderts versetzt. Der Vater David Jcllins, der eben im Alter von 81 Jahren verstorbene Jehoschua Jcllin, luvt wenige Wochen vor seinem Tode ein Buch ,,Erinnerungen eines Jerusalemers 1814—1918“ Ijcrnusgcgcbcn, das nicht mir kulturhistorisch von ungemeinem Interesse ist, sondern auch rein praktisch-politisch gewertet werden rollte, «Limit wir einmal au!hören, die Fortschritte und Rückschritte Unserer Arbeit mit dem Mnßstnbc von Monaten und Jahren »1 messen und beginnen, in <der Perspektive vonGcnc* rationell zu sehen. Der Vater des Verfassers war 1834 Bus Polen gekommen, halte sich zunächst in Safcd niedergelassen, später in Jerusalem, das damals infolge der Fellachciimifstiiufk• gegen Ibrahim Pascha •— es gab 1831 Fcllaehcnaufstände in Palästina! — verödet war. Die Zahl der aschkcnasisclien Familien war so klein, daß man nicht einmal ein Min [an hatte und einen persischen Juden heraimehcn mußte, der als Entgelt an der Wihiacr Chalukkah teilnahm. Bald danach setzte ein neuer Zustrom von Ein- »׳anderem am Rußland ein, und diese Zuwanderung führte zur Gründung dea Ko lei Warschau. Jerusalem bestand damals nur aus der alten Stadt, aber es begannen die ersten I.amlkäufe außerhalb der Stadtmauer. Man bot dem Vater Jctioschiia Jcllins den Iieriliclien Hügel an, auf welchem heute, weithin sichtbar, die russische Kirche stellt, er kaufte ihn nicht, weil er sich mit dem Verkäufer nicht über die — Breite eines Weges einigen konnte, frn alten Jerusalem selbst waren damals Häuser um einen Spottpreis m haben, um einen Sack Reis wurde ein großes Haus verkauft. Die Griechen und Armenier kauften damals zwei Stadtviertel, die sic bis heute besitzen. Die Juden dagegen hatten kein Interesse am Hauskauf, weil sie sieh durch eine Art inneres Mictcrsclmtzgesetz billige Wohnungen gesichert hatten. Das ßclh-Din verbot bei Strafe des Bannes das Ueberbietcn der Preise bei der Wohnungssuche und sicherte dem ersten Mieter ein solches Privileg auf seine Wohnung, daß der auf die jüdischen Mieter angewiesene arabische Hausbesitzer gezwungen war, Bich mit •hm in bezug auf den Preis der Wohnung zu verständigen. Diesen momentanen Vorteil haben spätere Geschlechter gcbüßt: durch die Ausdehnung der Stadt außerhalb der Mauern wurden die Vorrechte der Mieter wertlos, aber eine nie wicdcrki hrende Gelegenheit zur Vermehrung des jüdischen HambesHzes war versäumt worden. Ein interessantes Kapitel erzählt die Gründung vier Kolonie Mozah oder besser gesagt, den ersten Bodenknuf im heutigen Mozah durch Jcllin und seinen Schwager, welcher der reichen Familie Sassoon ange'nörtc. Der Ankauf von Grundbesitz war für Nichtotto• tuaium damals verboten, und Jcllin erreichte nur auf Umwegen, die ihm sehr teuer zu stehen kamen, die Besitznahme des Lundes. Seine Lnmiplune gingen aber weiter. Er wollte — 1872! — die ganze Jordancbcne bei Jericho kaufen. Die Regierung selbst bot sie feil, um die Steiicrrftckständc der Bauern ־zu decken. Die Juden bildeten damals chic förmliehe Aktiengesellschaft, um sich in den Besitz des Bodens zu setzen, aber da unter den Kauflustigen auch fremde Staatsangcliörigc waren, witterte mau in Konstantinopel Gefahr, und der Sultan kautie das Lind aus seinen Privaimiticln nn, ln Jdlins Buch reiht sich Knltiirbild nn Kuliurbild. Die Schilderung dieses Jerusalem vor zwei Generationen ist wie die einer ganz fernen Welt. Die Asclikeuasiin hatten die größten Schwierigkeiten, einen eigenen Sehochet zu bestellen, dem! der jüdische Fleischhauer war auf den arabischen äugewiesen, der ihm «Ins hintere Fleisch nbkaufen mußte. Die Mohammedaner nher aßen nur Fleisch, das von einem Manne geschlachtet worden ist, der an Gott glaubt und vom Stamme Sems ixt. Daß die neu cingewandcrtcn A&clikonaslm vom Artikeln 14 des Palästina-Mandats die Sache vor den inter• nationalen Gericht hot gebracht hat, nachdem die cnjglisc'11« Regier» ng die Uclierantwoitung der Sache an ein Sc tu cd»• gerlcht abgclchnt hat. Die Ifcleraw. der ״AclnLlli Er.aWötla“ Vereinigung der ״Poa le Zion“ und ״Zc ir e Zion״ Jerusalem. (J. T. A.) Die ״Achduth 1 laawrxiah“ schloß nm 20. Mai ilire Konferenz in En-Chnrod. Dur Tagung, die neun Tage «{.weite, wohnten ungefähr 80 Delegierte aus allen Teilen Palästinas bei. Viel Aufmerksamkeit widmete die Konferenz der Tätigkeit der 1!aUsU1w1׳v.is<hcu Arbeiter« Organisation (II i s t :1 d ru t11) als t Inteniehmcrin für ftlh ntliehe Ai beit im Lande. Erörtert wurden ferner die Ikvicliinigeu zwischen der j ii d I n c h e n und arabischen Aibcitersclialt und die Frage der V e r c I n i g 1111 g der zionistischen Arbeiter- Parteien in der ganzen Weit. Ls wurde beschlossen, daß die Vereinigung der ״Po a I c - Z i o n“ und der linken ״Z c i r c -"/. i o n“ unmittelbar statt/ufinden habe mit «leni Vorbehalte, daß es der ״Zcire-Zioii“ frei bleibt, ihre eigene kulturelle Tätigkeit forl/uführen. Es wurde ferner beschlossen, Arbeitervorstädte in Palästina zu gründen. Ein weiterer Beschluß fordert die territoriale Autonomie für die palästinensische Jtidcnheif. Ein Antrag Kaplansky, der die Einsetzung eines palästinensischen Parlaments aus zwei Häusern betrifft, wurde abgclchnt. Eine konimunisiiselic Demonstration flCfjcn die zionistische Exekutive Jerusalem. (J.T.A.) Unter der Führung von Komi munisten demonstrierten am 18. Mai 70 Arbeitslose vor dem Gebäude der palästinensischen zionistischen Exekutive. Die Mitglieder der Exekutive beschlossen, eine kleine Deput nt Ion der Arbeitslosen zu empfangen, «nn ihre Forderungen eulgogoii/uiiHiniru, jedoch die Menge weigerte sieh, miseinamlerziigehen, bis herankommemle!*oli/.oi sic auschiaiidertrieb. Auch die in das Gebäude cingcdnuigcncn Denionstraiitcn verließen erst dann das Gebäude, als die Polizei einen von ihnen verhaftete. (Angesichts des Arbeiter mangels ist diese Nachricht etwas merkwürdig. Wir geben sie nur mit allem Vorbehalt wieder. — Red.) Die Auswanderung aus Palästina Nach einem Artikel der ״Jcwish World“ haben mehrere englische Blätter einem Leitartikel der ״Morn in g Post“ zugestimint, nadi dem diese in «ler Statistik der Aus- Wanderung aus Palästina während der Monate Februar und März, ein Anzeichen dafür sicht, daß die Juden, die nach Palästina zur Nicdcria-sung «::«gewandert sind, wieder auswaudein, «la das Land ״unmöglich“ sei. Es wird in der ״Morning Post“ nusgeführt, «Laß in «len erwähnten Monaten 611 Juden das Land verlassen haben gegen 760, die cinwandcrten. Die Folgerung, welche die ״Morning Po4־“ aus diesen Ziffern zieht, sei ebensowenig glaubwürdig, wie alle ihre anderen, «Las jüdische Volk betreffenden. Es wäre seltsam, daß die ״Morning Post“ die Falschheit ihrer Argumentation nicht schon auf Grund der Tatsache entdeckt halK־, die sic •anführt, daß nämlich ״von den <111 Auswanderern nicht weniger als 529 solche waren, die erst jüngst in das Heilige Land gereist warm.“ in Wirklichkeit verhält sieh die Sache, wie ״Jcwish World“ schreibt, so, daß die große Majorität «ler genannten 760 Personen, die im Febmar und März ins Land kamen, Touristen, Reisende, Geschäftsleute und Menschen waren, die nicht die Absicht hatten, dort zu bleiben. W<p1n die jüdische Einwanderung ins Fand frcigegclxui worden wäre, wie cs hätte sein sollen, ü> wäre cs ganz sicher gewesen, daß eine viel größere Anzahl als 7<0׳ eingewandert wäre und die 529 infolgedessen nur einen kleinen Teil dieser Einwandertmg gebildet hätten. Das ganze sei ein neues Beispiel dafür. «Laß man, wenn man Statistiken habe, dadurch noch nicht fähig sei, sic zu lesen. Es war ein großer Nationalökonom, der gesagt habe, daß die Fähigkeit, Statistiken zu verstehen, unendlich viel wertvoller sei, als sic zusaimncnzustcllen. Die Pal. T. A. berichtet, daß der Direktor des Erziehung»* departements Herr II. E. Bo w in an seinen Posten nicht verlasse n wird. ־”***׳'**1י*'" ' J|"..*"'" ..-י——....I. ,11!".. . . Stamme Sems sind, wollten die Araber aber nicht glauben und erst reichlicher Bakuhisch überzeugte sie. Ein Kapitel schildert einen Schulkampf. Der Vater Jcllins hatte sich dazu licrgcgclx-n, einen Bannfluch gegen tlie von Ludwig August Frankl gegründete europäische Schule mit zai unterfertigen, (1855.) Als aber mm Jcllin» eigener Sohn Davit! heramvuehs und der Vater, damit er nicht den christlichen Kindern int Unterricht nachstchc, ihm eine rechte Schulbildung geben wollte, und ihn — 1882 — in die eben eröffnte Schule der Alliance sandte, erhob sich ein Sturm im Kolcl Warschau. Jchoschua Jeilin reiste nach Warschau, um zu beschwichtigen, aber die Reise war vergehlieh. Er wurde, trotzdem die sephardischen Rabbinen eine be-!*״derc Erlaubnis für ihn erlassen hatten, aus der Liste der Chalukkah gestrichen. (Daß er bis dahin trotz »einer Wohlhabenheit an der Chalukkah tci'gmoinmcn hatte, war in jenen Zeiten offenbar gar nicht anstößig.) Es kann hier nicht auf die interessanten Kapitel eingegangen werden, welche den Beginn der Erbauung von Stadt• vierteln außerhalb der Stadtmauer schiklern, auch nicht auf Jcllins Tätigkeit in der Slndtgemcindc Jerusalem und auf seine Erinnerungen aus dem Kriege. Nur darauf soll noch hin• gewiesen werden, daß In Jeilin» Buch der Autor immer wieder, ohne es zu wollen, Zeugnis ablcgt für die guten Beziehungen, die zwischen Arabern und Juden geherrscht haben. In einem Artikel, welchen Jcllin in der Tageszeitung ״Chawazclcth“ 1872 veröffentlichte, und den er fWzt wieder abdruckt, erzählt er von dem überaus freumbchaftndu-n, ja festlichen Empfang, der ihm bei den Beduinen im O st Jordan fand zuteil wurde. Er hatte den Beduinen Geld geliehen, wofür sie ihm einen Teil der Ernte ablicfcrten. Er schreibt: ״Id! besah die Felder, welche sie für mich bestellt hnt'en. und zu meiner Freude sah ich, daß sie keinen Betrug kennen. Ich bedauerte, daß ich ihnen keinen größeren Betrag cingchändigt hatte. Wir kannten nicht die Redlichkeit (K.s Arabers und seine Zuverlässigkeit,“ Ein andermal bc* sucht Jcllin Beduinen bei Jericho zur Clianukkalizeit, über* nachtet bei ihnen und zündet sein Chanukkahliclit nn. Als sie nach der Bedeutung de :י Liciitcrzündcus fragen, erzählt er ihnen von der jüdischen Vergangenheit in diesem Lande. Da trösteten sie mich mit «len guten Worten: Noch sei unserm Volke eine Zukunft beschietlen.“ Dies war in den siebziger Jahren. Aber noch im Kriege selbst fanden die Juden von Mozah in den Häusern der Fellachen Schutz vor «ict! PWmderungen türkischer Soldaten, Hugq Bergmann.

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