Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 41 (23.5.1924)
- Date
- 1924-05-23
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2651273-2652595-2652634--15776-2675102- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nummer 3 iil u Ber!inf 23• V. 1924 Die Tätigkeit des Bauarbeiter- ״ Verbandes Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. — Pie Hälfte aller jüdischen Bauarbeiter durch den Verband beschäftigt. — Der Kampf mit der Regierung. Auf der /weiten Konferenz der Organisation der jüdlsehen Bauarbeiter Palästinas hielt II. Frumkin ein groß angelegtes Referat, in »lern er eine Ucbersicht über die gesamte Tätigkeit des Verbandes seit dein 1. Juli 1920 gab, dem Zeitpunkt, an dem die Zivilrcgierung kurz, nach ihrem Amtsantritt die ersten Maßnahmen zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes, in erster Linie durch Verbesserung der Verkehrs• Verhältnisse, durch/utühren begann. Wir geben aus seinen At!s• fühnmgen das ,Wesentlichste wieder: 1. Gcsani trückblick' Vom 1. Juli 1920 bis zum l. Februar 1924 — im Laufe von nunmehr 3>,* Jahren — übernahmen wir Arbeiten im Oe- *amtbetrage von LE <141.000. Diese Summe verteilt sich auf öffentliche Arbeiten und auf Bauten zu ungefähr gleichen Teilen wie folgt: Oeffentliehe Arbeiten* Stralieubnutcn im Aufträge der Re« t'ienmg XE 184,000 f'iseiib.iliii-Zweigstreekcn . , , . 15.000 ״ Stralienbauten und Nivellierung*• arbeiten in den Städten Jerusalem! I! Tel-Awiw, Haifa und Tiberias . . 78.000 ״ Entwässcruugsarhcitcn und Straßen• bauten in landwirtschaftlichen Sied-! hingen , . ... . ■■ 52,000 t XE 30'״ 51,5־=־ 29.000־' Jt. Bauten:;״ Neubauten u. Reparaturen 1 i. Aufträge d. Regierung XE 24.000 ,Neue jüdische Stadtviertel und Elnzelhäusei; , , , 192.000 ״ Fabrik., Lrigeihätiscr usw, 29.000 ״ Bauten in landwirtschnft* liehen Siedlungen . . 70.000 ״ CF 312,000 0/0 48,5 ־■־ XE üll.000 Unsere gesamte Tätigkeit zerfällt in drei verschieden lange Perioden. A. Von Juli 1920 bis April 1922 21 ־=־ Monate. In dieser Zeit haben wir folgende Arbeiten übernommen: pro Jtormt Oeffcutl. Arbeiten: im Betrage von £E 193.000 0.430 =־ XE Bauten: ־ ■־ 21.000 ״ ״ .״ ״ LOH» ■■ Gesamtbetrag in Periode A. XE 210.000 ’10.430־-־ XE 0, Von April 1922 bis Februar 1923; - 10 Monate: Oeffentliehe Arbeiten ..... XE <14,300■=6.430 ־ XE Bauten .״ 21,170 211,700 ״ Gesamtbetrag In Periode B. XE 276.000 100).27 -•-־ XE C. Vom 1. Februar 1923 bis 1. Februar 1921 — 12 Monate: Oeffentliehe Arbeiten ..... XE 58.500 4.875 XE Bauten ... Sft.500 7,203 ־■־־ ■■ Gesamtbetrag in Periode C. XE 113.000 12.083 XE Die Periode A. ist in der Hauptsache die Zeit der großen Straßenbauten der Regierung. Auf «iem Gebiete des Hause rbaucs wurden damals nur ganz kleine Anfänge seitens 2—3 Arbeitcrgruppen gemacht. Die Periode B. ist die große B a u p e r i o d e, die nach Beendigung der Slralieiibaiilen im ganzen Lande einsetzte. Dies ist aurli die Zeit, in der uns die meisten Arbeiten übertragen wurden. Von XE 10.430 in der Periode A. stieg der Monatsdurchschnitt der uns übertragenen Arbeiten in dieser Zeit auf CE 27.600. Die Bauarbeit machte in dieser Periode 76,7 der Gesamtsumme aus gegenüber 9,5 ״> in der Periode A. und 59,7 0/0 in der Periode C. In diesem Zeitabschnitt wurden die neuen jüdischen Stadtviertel Borochow, Nordia, Tschlcnow und Mcrkas Mis-chari in Tel-Awiw, Bellt Hakercm und Talpioih in Jerusalem, Kirjath Schmuei in Tiberias und Neue Schannan in Haifa erbaut. In 1 a 11 d w f r t s c h a f 11 i c 11 e n S i c d 1 u n g c 11 wurden die Bauten in Ober- und Unter-Galiläa (durch die Ica und die Zionistische Organisation) errichtet, im Etnck wurde die Ent wässern ngsarbeit (durch den J. N.-F.) ausgeführt, dttrclt die Kclülliatli Zion wurde die Kolonie Baifouria gegründet und au industriellen Unternehmungen erstand die elektrische Kraftstation von Rothenberg in Tel-Awiw. Damals begannen auch die beiden Hypothekenbanken, die der Zionistischen Organisation und (der Brandeisgriippo, ihre Arbeit im Lande. Auch seitens anderer Banken (z. II. durch die Anglo Egyptianbank) wurden Hypothekenkredite gegeben. Die Periode C. ist vor allem die Zeit der Arbeitslosigkeit. Die Hypothekenbank der Braitdeisgruppe 111111’ die Anglo Egyptianbank gaben keine neuen Darlehen mehr, und die Zionistische Hypothekenbank hatte keine weiteren Mittel zur Verfügung. Die Zionistische Organisation kaufte daher auf Verlangen des Misrad eine gewisse Summe Obligationen der Hypothekenbank und ermöglichte dadurch eine kleine Bautätigkeit, Zur teilweisen Abhilfe der Arbeitslosigkeit wurden durch die Mittel der A r b e i t s a b t v i I ti n g der Zionistischen Organisation und durch die Bemühungen dos Misrad verschiedene! öffentliche Arbeiten organisiert und darum stieg der prozentuale Anteil der öffentlichen Arbeiten an der Gesamtsumme in dieser Periode von 23,3 <y0 auf 40,3 ״/o. Wenn man den Gesamtbetrag der vom Misrad im Laufe der letzten 22 Monate übernommenen!Sauarbeiten (von April 1922 bis 1. Februar 1921) mit der Gesamtsumme der von jüdischer Seite übernommenen Bauten im Lande vergleicht (wobei unter jüdischen Bauten diejenigen Bauteil verstanden werden, die durch jüdische Arbeiter errichtet wurden), 80 ergibt sieb, daß dem Misräd zirka 5 - 15׳t) "/o aller Bauten übertragen wurden, Die Gesamtsumme der jüdischen •Bauten im Lande im Laufe der letzten zwei Jahre beträgt nach verschiedenen Schätzungen zirka XE 600.000 - 650.000. Die dem Bauarbeiterverband übergebenen Bauten betragen insgesamt zirka XE 300.000. Auch die Zahl der durch den Verband bcseiiüf, tlgten Arbeiter beträgt zirka 50 «b der gesamten Bauarbeiter des Landes. (Gemeint jst wot!| aller jüdischen Bau- »rbeiter, Die Red.) Der Bauarbeitcrverband zählt heute ungefähr 3500 Mitgllcder. Bei den Arbeiten des Misrad waren im Durch- Schnitt!750 Arbiter beschäftigt, Auf dem Gebiete öffentlicher Arbeiten jüdischer Institutionen (Stratk'olwtiten, Entwässerung«* mul Nivcllic« fungBsrbcitcn) wurde keine gröber« Arbeit ohne ihn nusgeführt, außer In einzelnen Fällen, wie beirrt Bau des Viertels Mcrkas M i 6 ־ c h a r l und der landwirtschaftlichen Versuchsstation ln Tel-Awiw. Die jüdischen ßflentliehen Arbeiten, die nicht seitens des Misrad ausgeführt wurden, belaufen sieh k«m11 auf einige tausend üg. Pfund. Von unseren Gesamtaufträgen in Höhe von XE 641,000 erhielten wir: , durch jüdische Arbeitgeber , , , , £E 413,000 64,5•־*־ % durch die Landesregierung u.!;,! durch die Imp. War Graves j, j ,!■ Commission: Oeffcntjicho , י, Arbeiten .XE 190.000 ׳ Bauten u. Mtütürfrtedhöfe 24.000 ״! xEmaHT" durch private arabische Arbeitgeher .. 4.000, durch die Stadtverwaltungen Jerusalem und Jaffa , 1.000 ״ ״ XE 223,000 35,5 XlfolLUUÜ־ Wir bekamen also Im ganzen von den l. andesbehörden und n i c h t j ii d i s c It 0 n Arbeitgebern Auftrag 1 im Gesamtwert von XE 228.000, die 35,5.«/« ,unserer gesamten Arbeiten ausmaelien. Außerdem arbeitete eine Gruppe von ,180 Arbeitern im fall re 1921 zehn Monate lang tu dem Militärlager in .lud an Stelle des Egyptlau L a I! 011 r Dorp«, Gegenwärlig arbeiten zirka 60 Arbeiter als Tagelöhner beim Bau eines Flugplatzes in Atnrot hei Jerusalem. Von «lern Gesamtbetrag der von um übernommenen Arbeiten von XE <>41.000 waren am 1, Februar )924 für XE 602.511 Arbeiten bereits beendet. Die Zahl der von der Organisation beschäftigten Arbeiter betrug im Durchschnitt der vergangenen Jahre 1500. Das Maximum wurde im September 1022 während der Bauperiode mit 2180 erreicht, das Minimum stellte sich auf 1195 (im Dezember 1021 nach Beendigung der Straße (!bauten). 2. Das Jahr 1923 Im vergangenen Jahre erhielten wir von drei Selten Auftrüge: 1. Von der Regierung! 2. von jüdischen Institutionen und Kommunen; 3. von Privaten. Von dem Amt für öffentliche Arbeiten der R r g i c r u 11 g (Public Works Department) erhielten wir Arbeiten im Betrage von XE 41000 (Bauten XE 3000, öfftntliebe Arbeiten XE 3000). Das Amt hat im vergangenen Jahre keine großen Sachen unternommen (der Gesamtwert der von ihm ausgcführtcu Arbeiten betragt XE 20.000), doch wurden durch das Amt aus Militärgeldcrn größere Aufträge vergeben, deren genauer Betrag uns nicht bekannt Ist, N?.ch verschiedenen Schätzungen macht er insgesamt zitka XE 100 0(10 aus. Diese Arbeiten wurden insgesamt ohne öffentliche Ausschreibung einem itallcniscli-Hgjptischen Unternehmer, Di Farro, übergeben, der bei seinen Arbeiten ausschließlich ägyptische Araber und Italiener beschäftigt. All unsere Forderungen und unsere Proteste bei der Regierung gegen diese Mctliodi! bei der Vcrgetumg von Arbeiten hnhen nichts genützt. Da» System der öffentlichen Ausschreibung hält die Regierung nur dann für unvermeidlich, wenn w i r kommen, utn unser Recht auf Arbeit zu fordern. Sie findet aber alle möglichen Ausreden, um die Vergebung einer größeren Arbeit von mehreren Zehntausenden Pfund auf nicht-öffentlichem Wege an einen fremden Unternehmer zu rechtfertigen, der da• durch die Möglichkeit erhält, fremde Arbcftäk räf tc aus Aegypten und Italien ins Land zu bringen. Den Bau der Militärfriedhöfe in Jerusalem und in Ramlch, eine Arbeit von zirka XE 60.00Q, hat die Regiernng ebenfalls diesem Unternehmer ühergeben, trotzdem wir die heidi 11 grollen lTiedhiifsarheitert in llcritha und Belad! zur vollkommenen Zufriedenheit der Imperial War Graves Commission ausgefülirt haben. Wir hatten gehofft, daß wenigstens die eint! dieser beiden größeren Arbeiten uns übertragen würde, zumal auch der Verband d«r früheren Soldaten bei der Regierung hier und In London unsere Vorschläge unterstützt hatte. . Es bleibt uns nach alledem nichts anderes übrig, als in unserem dauernden Kampf mit den Landesbehörden fortzufahren. In der letzten Zeit begannen die Distrikfslngcnicurc der Abteilung für öffentliche Arbeiten der Regierung in Jchuda und Galiläa Arbeiten in Tagclohn zu einem Satz von 17, 15 und 12 Piaster pro Tag zu vergeben. Wir hielten es für notwendig, and! in diese Arbeiten trotz der *eltr schlechten Bedingungen cinzndringcn, in der Hoffnung, daß die Be- (lingungen sich verbessern würden und daß es uns gelingen würde, Teile dieser Arbeiten in Akkord zu übernehmen. Auch dabei hatten wir den Beamten der Regierung gegenüber tiiieit schweren Stand, die den arabischen Arbeiter Herr* jiidlscheu vor/iehen. Es gelang uns nur, In Abaroth bei, einer uesmitfaiuahl von 200 Arbeitern 50 jüdische Arbeiter unter- Zubringern wa dii vcr jü Jahre 111 Haifa große Lagerhäuser bauen und hat dies! Arbeit durch öffentllchcA 11 *schreib ungbe bannt gegeben. Wir hatten daraufhin ein Angebot cinpercichi doch wurde die Arbeit schließlich verschoben, nitgcblicl ui folge einer Abänderung des ursprünglichen planes’ Wi neimien an, daß in einiger Zeit die Arhoit auf« neue aus geschrieben werden *viril. Wir wissen noch nicht, 1111■ Schick«.11 sein wird, aller bei allen Arbeiten, <lio Ltsenbaliiiverwnltimg bisher misliihren ließ — und?!•» gibt dauernd Neubauten und Reparaturen — fand dia di sehe Arbeit keinerlei Berücksichtigung. W'f ludften in diesem Jahre auf Üauarbeifen in großei Mal,stabe aus den Geldern des K a d 00 ri 0 - Fonds; doc infolge der bekannten Entwicklung dieser Atlgelewnbci: kamen dieso Arbeiten nicht mehr in Frage. Die Beziehung der Stadtverwaltungen zur jüd silicn Arbeit gleicht derjenigen der Eise 11 bahn verwalt!«״ Sie vergeben ihre Aufträge auf dem Wege der öffentlich(' A II9 s c 11 r e i h u 11 g und auch auf u i c h t י ü! f 0 n 11 i c h c 1 Wege -- alnr immer nur an Araber. Genaue Ziffer über die im vergangenen Jahre misgcfiilirten Arbeiten / erlangen, ist sehr schwer; denn die Stadtverwaltungen *in nicht bereit, auf entsprechende Anfragen zu antworten. Nach maßgebenden Schätzungen vergibt die Oc meiude Jerusalem jährlich öffentliche Arbeiten in» Betrag von zirka Xi 10.000, Davon erhirlicn wir mit Ajllli1 und Nr einen Auftrag im Werte von XE 600 (Reparatur einer Straß in dem Stadtviertel Mcali Sche.nim). Alle Arbeiten werde auf den verschiedensten Wegen *ndareu DllMiriicliineni ül>01 geben. Die Stadtverwaltung von Haifa vergibt jährlich Arbeite im Betrage von zirka XE 6(W, die gan! und gjr a N i c 111 j 11 d c n vergeben weiden. Ule J a f f»c r Stadtverwaltung vergibt JHlifllcIi bedeuten■) Arbeiten, doch auch st« beschäftigt kein« judtn. Erat 11 vorigen Monat gelang c* uns, von ihr eine kleine Arbeit (Anlage einer Betonstraße) im Werte von XE 500 zu b«• kommen. Dieso beiden kleinen Straßen (in Me,1h Scbegrlm In Jeru- *«lern und die Biislriis-Slr.iße in Jaffa) sind die einzigen Arbeiten, dio in! Laufe der Ipf/ien Jahre für die Stadtgemeinden durch jüdische Arbeit ausgeführt wurden. Dieses Verhältnis der Stadtverwaltungen zu unserer Arbeit hat sein• Gründe zunächst in der schwachen Stellung, die wir innerhalb der Stadtverwaltungen einnchmcn. Auch sind sie natürlich von den schlechten Beziehungen zwischen der Regierung und der jüdischen Arbeiterschaft beeinflußt und erst mit deren Besserung wird *ich auch (!je Haltung der Stadtverwaltungen ändern. Verhandlungen über die Bädcr-Konzcision f(|r, Tiberlag? Wie die P. T. A. erfährt, verhandelt «ine Gruppe jüdischer Kapitalisten mit der arabischen Gnippe, die im Besitze der Konzession auf Ausnutzung der beißen Quellen von Tiberias ist, wegen deren Uebcrnahme. Djc jüdische Gruppe beabsichtigt, Tiberias zu einem großen Badeort aus* zuhaucn, da es wegon der besonderen Heilkraft seiner Quellen eine große Zukunft haben dürfte. Als Preis für die Ucbcrlassung der Konzession wurde die Summe von 10QOOQ Pfund genannt. Gründung einer Industriebank In Tel-Awiw« Wie erinnerlich, faßte der letzte Kongreß den Beschluß, daß die Zionistische Organisation sich an der Errichtung eines Finanj* Institute» zur Gewährung von Industrickrcditcn beteiligen solle. Es war vorgesehen, daß von der Organisation nach und nach Aktien bis zur Höhe von XE 10000 in dem Maße übernomtnen werden sollten, indem seitens der an dem Unter* nehmen interessierten privaten Kreise Aktien gezeichnet würden. Die Gründung der Bank ist nunmehr erfolgt und von der palästinensischen Regierung offiziell bestätigt. Es dürfte jetzt eine lebhafte Agitation für den weiteren Verkauf ihrer Aktien einsetzen. Als Gründer treten die Vereinigung der Fabrikanten und Arbeitgeber in Jaffa und Tel-Awiw und der Verband der amerikanischen Juden in Palästina auf, Verarbeitung palästinensischen Tabaks In Amerika. Der Generaldirektor der ״Malkah“-Zig.1rcttcnfabrik, Samuel Lublin er, Berlin, der bekanntlich die ganze diesjährige Ernte an galiläischem Tabak erworben hat, hat 60• eben, wie wir erfahren, alle Vorbereitungen für die Gründung einer Zigarettenfabrik In Amerika zur Verwertuug palästinensischer Tabake getroffen. In diesen Tagen geben sämtliche hierzu erforderliehen Maschinen in Begleitung des technischen Personal* nach New York ab. Herr Abr. Ooldberg, der bekannte amerikanische Zionist, der soeben aus Palästina zurückgekehrt Ist und der dort auf Veranlassung von Herrn lubiiner das Tabakunternehmen studierte, ist zum Vertrauensmanu bestimmt und von •hm mit Vollmachten für die Durchführung der Transaktion versehen worden, Gleichzeitig hat Herr Lubiiner mit Herrn Goldberg, als Vertreter des ״Zion Commonwealth“, der jetzt im Begriffe ist, eine größere Siedlung in der Nähe von Tel-Awiw zu errichten, eine Vereinbarung getroffen, wonach er sich im Interesse dieser Siedlung bereit erklärte, die von der Siedlung gepflanzten Tabake unter den gleichen Bedingungen und mit den gleichen Vorschüssen abzunehmen, wie er cs bei den Monisten in Galiläa getan hat. Eine neue Tabakfabrik. Aus Warschau meldet die J. T.A.; Der größte Tahakfabrikant Polens Po|atc|ewicz, dessen Unternehmen auf Grund des Monopolgesetzos von der Regierung übernommen wurde, befindet sich jetzt auf der Reise nach Palästina, um dort eine Tabakfabrik zu errichten. In seiner Begleitung befindet sieh eine Gruppe gelernter Arbeiter und Saehverständiger. Die Zigarettenfabrik' ״Kadlmah“, die vor etwa drei Monaten in Jerusalem gegründet wurde, beschäftigt bereits etwa 25 jüdische Arbeiter^ deren Zahl sich mit der weiteren Ausdehnung der Produktion noch vergrößern dürfte. Der Geschäftsgang Ist gut, da sich die Erzeugnisse des Unternehmens pet ■den Konsumenten gut eingeführt haben. Noch ein Tabakunternehmen. Herr Barsei, der int vorigen Jahre die Tabakernte in Judäa und Samaria aufgekauft bat, beabsichtigt, zusammen mit einem anderen Unter* nehincr, in allen wichtigeren Siedlungen Palästinas eine Reihe van Trocknungsanlagen für ,Tabak zu errichten, Gründung einer Stickereifabrik. Eine Anzahl Fabrikanten aus Kalisch beabsichtigen, in Palästina eine Stickereifabrik ins Leben zu rufen. Die notwendigen Maschinen sind bereits nach Palästina unterweg*. Herstellung von DilrrfrUcbten. Ein Jnimlgraut au« Hornel, der Maschinen zum Dorren von Früchten und Gemiisc mitbrachte, beabsichtigt in nächster Zeit eine Anlage zur Trocknung von Trauben, Orangen, Zitrunen, Tomaten ubw. zu eröffnen. Die Internationale Schlafwagen-Gesellschaft, die bis vor kurzem die palästinensische Eisenbahn vertreten hatte, konnte ihr Geschäft so stark entwickeln, daß sie jetzt in Haifa ein Büro eröffnet hat. Die Tätigkeit der Gesellschaft soll binnen kurzem ausgedehnt werden; es werden Vorbereitungen getroffen, um auf der Llnio Damaskus—׳Betrut Schlaf- und Speisewagen cinzulcge!!, Privatisierung der Eisonbolinmatyrlal-Abtellung. Das Eigentum der Raihvay provisioning Stores wurde von einer Privatgesellschaft unter dem Namen ״Spinncys Ltd", d(e über ein Kapital von XE 15,000 verfügt, übernommen. Eine Betriebsstatistik von Tel-Awiw. Nach einer Betrjehszähhing, dl® von den־ zionistischen Exekutive publiziert wird, bestehen in 1 el-Awivv zurzeit vier Spinnerei- und Wehcrcjimleriichmungcn, in denen 30 Arbeiter beschäftigt sind, acht Schuh- und Kleiderwcrkstiitten mit 38 Arbeitern, acht Eisfabriken mit 28 Arbeitern, zwölf Bäckereien mit .4(1 Arbeitern, fünf Unternehmungen auf dem Gebiete der Zigaretten«, Kartopagen-, Korken- und Seifen-Induitfi« mit 86 Arbeitern, zehn I cinbäikereien mit 72 Arbeitern, neun Mnschlnen-Rcparatunvcikatättcn und verwandte Utitemchmun• gern mit 94 Arbeitern, vier Elektrizität«« und Installation«•