Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 41 (23.5.1924)
- Date
- 1924-05-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seile 302 flJEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 4( IVeUcre lirlolyc »!er Zionisten bei den Kullusfjetnäiuktyalikti in Osl^nlizirn Sonntag, den 18, Mai, fanden in Lemberg die Kultus- Waiden in der 2. Kurie, der der Miltelbesteuerten, statt. Aueii in dieser Kurie, von der »ich die Ziiuüsteu am wenigsten versprochen liaiieu, da der bourgeoise Miitelstiimllcr für die demokratischen Prinzipiell der jüdischiiatinnak’ii Kreise viel weniger übrig hat als die breite Volksnmsse oder diu hudle!;- tneik'ii, die in der 1, Kurie wahlberechtigt sind, siebte die zionistische Liste mit einer üImtwüIü;;enden Stimmenmehrheit. Von den in Lemberg zu vergebenden Mamlaten sind mmmehr 20 und somit die .sichere Majorität in der Kuitusgeim'imic von der vereinigten Liste der J üd i s c h 11 a 11 o - nalcn erobert. Auch diesmal erhielt diese Liste fast ungefähr S0״b^dcr Stimmen, und zwar der zionistische Spitzenkandidat (>59 Stimmen gciremihor htot! 207 Stimmen, die mit Dr. Ws sser, *!011 Führer der Asminilnutcn, fielen. Die geringste von einem Zionisten erreichte Slimiueuzahl betrug 510 gegenüber 91) »!er Gegenliste. Auch in Drohobycz errangen *lie Zionisten einen vollständigen Sie״ und erhielten 75 <y!1 der Stimmen. Ebenso drang in Zborow die zioiiistiscne Liste vollständig *Inreli. In Krakau, wo am Sonntag ebenfalls die Kultuswahleu slattfamlen, und zwar hier in »1er 1, Kurie, gelang es hingegen der alten Kahnl-Mimie, sich auch weiter noch am Kuder zu erhalten. Von 1070 Wahlberechtigten winden hier 0!1S Stimmen, ako 90 "/# abgegeben. Diese merkwürdige Erscheinung erklärt sich damit, *lall mehr als ein Drittel der Wähler mittels Vollmachten nitstimmte, Vollmachten, die der Kahal-Klitpir ohne jede l'mschr.iiikimg zur VcrldgMiig standen. So winden von 082 Vollmachten .')10 vom WnhUniro der alten K.thul-1 *.1*toi zur Abstimmung gebracht. Merkwürdig und charakleristi.'.t׳h ist, *lall gerade 517 Stimmen, also ganz, genau die llüifte der Stimmberechtigten, für die Kahal-Partei abgegehen woixlen sind: genule so viel, um auf den sicheren Siegrechnen zu dürfen. (I)iese Wald hat eine frappante Achnüch- Jcc'it mit *len ehemaligen ösierrciehiselien Reichs ratswalilcn in (lalizieu, als ״galiz.iselie“ Wahlen benieldigt. Die Abwesenheit *les Abg. Dr. l'hon hat wohl mich *Inzu beigetragen, *lall die nssinulalorisch-agiKlistisclu' Cliipie ungeniert <111־ alten l'i'.ik. 1iken zur Anwendung bracht»'. — Red.) I tir *lie vereinigte iiationaljüdischc liste wurden 223 imgc.strichcnc Waliizettel abgegeben. _ Die üluigea 201 Stiimneu waren kombiniert. Der Spitzenkandidat der Kahal-Assimilaiileii 011*1 bisherig»• Kultus, pr.isident, I)r. Raphael 1. a!1 *Ia 11, erhielt insgesamt 708 Stirnmen und der Spitzenkandidat der Jiidisrbiiaiionatou, Dr, )•' eld- I* 11• 111, Präsident der wostgalizisehen Zionisl'üehen Exekutive, .1118. Somit wurden in Krakau alle zehn Kandidaten der ICaliai- Partei gewühlt, ebenso in Potlgorzc, wo gleichfalls <};)«/,> der Wahlberechtigten sich an der Wald beteiligten. Hier •wurden zehn Kandidaten von der Knlwl-Listc und zwei der vereinigten nationalen und konservativen Partei gewählt. Die 7,weile i tielisc:!;eWciliilllskonferenz am 12. August in Karlsbad R •י v) s׳ (J• 1, •V) Die Plenarsitzung des Exekutiv-Komitecs der Jüdischen Welthilfskonferenz in Paris ist soeben geschlossen worden. Dr. I). Joch el manu gab einen ausführliehen Bericht über seine Mission in Rußland, von wo er kürzlich zurückgckclirt ist. l:r gab seiner Uchcrzeugung Ansdruck, daß die 1: o r t f ü!1 rti 11 g *i c s Hills Werks in Rußland eine Notwendigkeit für die dortige Judenschalt sei. Weiter referierte Herr Dr. Jochclmann über den Plan der 1 liilsf.iligkeit der Vereinigten jüdischen Volks bank in der Form der Gewährung von Krediten. Lr legte der Exekutive eine Voralnnaclimig, die er namens der United Jcwish Peoplcs Bank mit der staatlichen ukrainischen Bank abgeschlossen hat, zur Bestätigung vor. Im Hinblick auf den Bericht Dr, Jochehuanns beschloß die Exekutive,■ ihre Kampagne für die Juden in der Ukraine intensiver zu gestalten und die Eröffnung einer Filiale der United Jcwish P e oj> 1 e .8 Bank in Paris zu. beschleunigen. Ferner wurde beschlossen, *lie zweite allgemeine Welthilfskonferenz für den 12. August nach Karlsbad ciimihcndcn. Die jüdischen Hilfsorganisationen und die führenden jüdischen Gcmeindcorganisationcn werden eingeladen werden. Die Annahme der Immbjraüonsbill durch den amerikanischen KongrdJ Berlin (j. T. A.) Das Vereinigte Comite für jüdische Auswanderung (Fmigdiiekt) hat eint' telegraphische Nachricht aus New York erhalten, wonach *Irr amerikanische Kongreß die neue Immigrations-Bill, die die Immigration auf 2״,! nach dem Cer. ■11״ von ן SW hcschmikt, angenommen hat. (Die Tageszeitungen haben darüber bereits neriehtet.) Das Gesetz, sieht vor, daß 1'r a 11 c n 11ml minderjährige Kinder amerikanischer Bürger in der vuotenznhl nicht eingerechnet werden. Eltern von I wgern über 55 Jahre gehören zur ersten Kategorie. Anflcrdein ist eine neu»! Klauses angeführt worden, laut welcher Emigranten, die nicht direkt aus ihrem Gcburlslande reisen, sich in dem Iransitlaml mindestens zwei Jahr« (statt früher ein jahi) aufli,׳dien müssen, bevor sie in Amerika eiiiivKeii können. Die Annahme der Biß durch den Kongreß geschah auf Grund eines;Kompromisses zwischen den betreffenden Kommissionen des Repräsentantenhauses und des Senats, nach welchem die «nwcichcndcn Bestimmungen in den von beiden Häusern getrennt angenommenen Vorlagen beseitigt worden sind, * Wie der J. T. A. mit«eieilt wird, entwickelte der Präsident *er Hins, Herr John Bernstein, auf der letzten .Sitzung des Ilm «•Direktorin ms in New York ein neues Programm für die zukünftige Tätigkeit der Organisation, das darin besteht, jüdische Emigranten in anderen Ländern zu ■unterstützen, neue Immigration sorte für jüdische Auswanderer zu suchen, sowie auch der Emigration nach Palästina eine erh <>h t e An f m e rk «am ko i t zu schenken. Es wurde ®״eh die besonders schwierige Lage der Emigranlen, (ho in den verschiedenen Hafenstädten auf die Eröffnung »!er 01.10יי." Jahres-Quotc warten, besprochen und beschlossen, naintte bei *len Imuiigralioas-Pzdu.ivleu zu unternehmen, gm *he Lage dieser Emigranten zu erleichtern. Es sind aber sehr geringe Hoffnungen vorhanden, irgendwelche Begünstigungen zu erlangen. Endlich wurde beschlossen, zur 2. allweltiirlieii jüdischen Emigrations-Konferenz 5 Mitglieder der I Ii,־|s-Organisati»1n zu delegieren. Die internationale limigraUoBS Koitkrm» In Rom R O m. (J. T. A.) Die Intrrnationalo Konferenz für Endgration und Immigration wurde am 15. Mai in Anwesenheit des Königs von Italien auf dem Kapitol eröffnet. 200 Dolegierlc aus 59 Ländern waren apwesend. Mussolini führte den Vorsitz. Die I r a ist auf der Konferenz durch drei Delegierte vertreten: Edouard Oungre, Luckn ,Wolf und S. Janovsky. El*'.־! tlud l»vi» »*Lli* tjüd» Ji )*»׳dt | Unmittelbar vor seinem 75. Geburtstag, den er lind das Deutsche Hu ater am 11. Juni gefeiert liiilte, ist Emamicl Reicher au 1 ler/.sdnvüche eines suitten Totles gcstoiben. Rnvniin’l Reicher! Nicht mir jeder Berliner Thcatcruast, jeder vielmehr, dir d:־n Aufslieg de; deulsdien Theaters «ml des uhlileriieu deutschen Dramas mm der spielerischen Oeilc der aehl/iger ).11110־ hin 711 der I Rille, die der Weltkrieg in einen Ahgiuiul ferwamlelt hat, verfolgte, sieht den Menschen, den Schauspieler, den unermüdlichen Künstler hinter diesem Namen, In den Schlachten, die Otto Brnhm für Ibsen *nid Hauptmann und damit für *lie Refiuehhmg der dramatischen Kultur »!er Deutschen durch immillcltvire Lrbeusnähc und wunder■• voll durchimd durch;;reifende Arbeit der Gestaltung schlug, stand er neben lllse Lehmann, Oskar Salier, l'.aeefnnnim mul Uittner an erster Stelle. Sein Talent war nicht genial, aber die Geschlossenheit dieses Talents und des Menschen, der cs trug, machten seine Gestalten unvergeßlich; jeder, der m den großen Vorstellungen des Ihseii-Zyhhu, «h:r I lanptmnim-Abcmlc seinen Ilotkmaim, seinen Ruheek, seinen Rosmer sah, wird Mühe haben, andere Schauspieler nicht an Reichere Gestalten zu messen. Das kam, weil er in tiefer Treue an die Große der Dichtung glaubte, *lie er verkörperte, weil er in schrankenloser Hingabe sich an die Gestalt des DlrbU-vs verlor, weil er, »lern das in gutem Sinne Komödiantische des Schauspielers nie ganz fremd war, es immer wieder überwand, durch *las unabirrb.'ir»‘ Streiten ins Geistige und Ideale. Vollends hezaubernd wurde er, wenn er als Theaterdireklor 1 lassenrcutcr in n.inplniaims ״Ratten“ »;eine Kehiemrlit nach Pathos, und se| es mich in der laiiiii d1':; veralteten Pathos eines ehemaligen I loflhe.alerslils und parodisliseli, nti-dcben konnte. Oder wenn er, der voll»1111 ־»! stol/e Jude, in Bahr» ״Tänzelten" *len moiaiseh gewesenen Fabrikanten eines völlig unwirksamen I laanuitlels, *ler sich politisch mit «len Edlen der Nation verbi'mdet, weil er seinen sozialen Aufstieg gesellschaftlich bcg'aiil'iigl sehen will, mit allen Zcicho!» einer unsterblichen Echtheit und den feinsten Bosheiten hinsteile» durfte. Er war der Protoiyp jenes ösllieheu Juden, dem *Ile deiibehe Kultur mul der *feulsehe Geist als ein ideales Gut im höchst»•!! Siam! erschien, einer jener zahlreichen Menschen, die Fontane meinte, nl* er einmal au Adolf Lasso 11 schrieb: ״Wirkliche Liebe zur de 11tsehe 11 Dich•“ 111 n g hat doch nur die Karl Emil Frnnzos-Oog c u 11.“ Damit nielnte der Tie!erkennende Galizien, und aus Galizien kam F'inamif! Reicher. Er spielte «leulscli. Erst in Polen und Ungarn, dann in München und I lamhtirg, zum Schluß in Berlin.7 Der Naturalismus, »lum er diente, war ihm nie Selbstzweck. In ihm!,!»•.kn• ein pathetisches Element, und kam es nicht miltcls *!er Rolle zaim Ausdruck, 80 fransponierte es sie und die Gestalt, die er darlebte, utmterklich in eine gehobenere Sphäre. Er wie Irene Tr letsch, die ihm so oft Partnerin war, halte zu seinem Judentum ein ungebrocheiies Verhällnis; er wußte, daß er schöpferisch aus jüdischem Material Geld, Glut, Gestaltungskraft und Spielfreitde in *iie nordischen Dicliiungf 1! strömen ließ. Und wenn auch Emamiel Reicher der deutschen Theatcrgcschlchtc angehört, so (;»־hört er nicht minder *lern Jüdischen Volke, das eine Fülle von Begabungen wie ihn an die Kulturen seiner Umwelt wrg/usehenken reich genug war. Sein Leben war voller F'rueht, bis in den allurspäteslen Abend. Noch ganz zu!n Schlüsse, während des Krieges, in Amerika und dann liier, durfte er auch reif und weise sein Judentum in Gestalten sirömen lassen. Er hatte sielt vollendet, er ruhte In sich. Wer so gelebt hat, und so slarh, ist weniger zu betrauern als xu beneiden. Lr wird nicht vergessen werden, A, Z, Sitzung des Ronrd 01 Dcputies Die österreichische Op11ons f raffc. -־ Da* rifm ä 11 i scltc Staats bürge ree 11,ו ftsgesetz, — Das K rim-Projckt. 1.0 1!*Ion. (J.T, A.) Am 18. Mai fand in London eine Sitzung »los Boaril of Deputics Malt. Mr, Hctiriqucsi berichtete über die wegen *ler Naturalisation voll Ausländern In das fniH'iiminisfcriiim geschickte Deputation. Auf die Vor- Stellungen wegen *ler Verzögerung von Naturnllsatlonsgcsuclien hin wurde *ler Bescheid gegeben, daß *110 diese Angelegenheilen einer n o c 11 m a li g c n genauen Prüfung unterzogen werden sollen. Colonel Walcy Cohen bericlitcle, der Vorsitzende der zionistischen Exekutive in Palästina, Co loti el 'Kis c h , habe ihm versichert, es sei nie vorgekonunen, daß Juden die Gräber vo 1! b ri tisch ett Soldaten in Palästina geschändet hätten, wie dies von judcnfclmllidicrSeite aiMg(•streut wurde. Int Gegenteil; *lla Degriilmlsdiitleii werden von den luden gepflegt. Mr. D’Avifjdor Go 1*1 sm 1*1 legte den Bericht des Joint Eorcigu Committee vor. Betreffs der ״OptIon8frage“ in Oesterreich wurde Herrn Luden Wolf vom Bundeskanzler Seipel und *lem Minister für Auswärtige Angelegenkeilen versichert, daß die Klagen von Juden über Üngerccl!* fj ״keilen In der Options frage auf 300 schwere Fälle reduziert seien, (laß die Regierung ,alles daran setzen würde, *laß dcut schspre ch en<1 c 11 nd dem Dents ch* tum sympathisch gcgeח*jbcr*tchende luden, <lic in <)!•׳,h׳rre|ch gchonu niml, *nlrr die schon lange In Oesterreich wohnen, nicht von der österreichischen Staats- Bürgerschaft ausgeschlossen werden. Bezüglich des neuen Staatsbürgergesetzes In R 1t m ii 11 i e n wird berichtet, *laß, soweit *1cm Komitee bekannt ist, dieses Gesetz die Rechte der Juden nicht wesentlich bedrohe. Es sollen ,aber weitere Informationen darüber eingezogen werden. Herr N, Lazarus dagegen meinte, *laß das neue SfaaIsf>tirgersrl 1 aftsgwetz sehr ungerecht ist lind daß es z. B. *las W'olinrecht von 30 ״/o der luden der Btt kowina bedrohe, Herr D’AvIgdor Golds 111 Id teilte mit: Es weilen norh 15(0 Ffüelitlingc in R 1tntämen. Auf Grund des neuen Immigrationsgriet/cs der Vereinigten Staaten, winde es nicht möglich sein, *las Versprechen gegenüber der ru* manischen Regierung, die Flüchtling»! bin Ende Juli zu ev«• kiilcrcn, ciunihaltca Es sei de:,halb nicht wünschenswert, andere strittige Angflegcnhcilen zu berühren, da inan wahr* seheinlieh wieder wegen 1' r Ih t v e r | ä n g c ru 11 g hc/üglicl! der Flüchllinge ansurhen mü׳r,e. In br/ug auf Rti I! Innd scheine ca, daß *lie 4 n J j re Iigiöse Politik eich dort alhiiählieU ״lisdnväche. Mr. D’Avigdor Goldsmid berichtete weiter, *laß er über *lie!•'rage *ler jii *fischen Siedlung a u f d c r K r i m mit Dr. Bogen, Herrn Felix War bürg und anderen Vertreten! des Joint gcsproeheti habe. Der Plan befindet *id! in seinem ersten Stad in tu. Der Vorschlag, daß *He SieiJluiigsaktion auf Grund einer politische« Autonomie! vor sich gehen soll, ist nicht in dem Qriginalcintwurf vorgesehen, und er wird auch von den Behörden nicht günstig beurteilt Die vorgoselikigene Konzessioi(• sieht keine R an * ep * oder Re fl- ״iousunierscliiede vor. li Ist möglich, daß dp Versuch, diese Bedingung zu umgehen, den ganzen Plan scheitern lassen kann, Herr Gordmi 1.1 ver 111 an bemiingelie, daß kein Rerlcht über Ungarn vorkige, wo die Bedingungen für «lie Juden noch immer nicht befriedigend seien. *־־־־־־־—־T•׳' ״Voa ßer Ar!;;i! des Jildlsclica Nallonallonds“ Aufteilung de« Restbodens von Tcl-Ada* In den jüngster! ־Fagen wurden die Grenzen zwischen den verschiedenen Gruppen auf dem Boden des Keren . Knjemctl! von Tel-Alias und R 11 b - e I - N a s r a em|. gültig und im Einvernehmen mit *len Siedlern festgelegt. Auf *lern Breien befinden siel! bekanntlich vier Siedlungen: der Mosciiaw Tel-Ad ns, die t r a n 8 5 y 1 v a ״ i s c 11 e Kolonie, die Gruppe Markcnliof und die Oruppc der Zerifin, Durch die vollzogene Einigung steht der Aufnähme der normalen Arbeit in den Siedlungen nichts mehr entgegen. In seiner letzten Sitzung hat das Direktorium des K, K. L. hesclilrpsetij die noch nicht vergebenen 2500 Dunaur des Bodens von 'lel-Adns zur Vergröberung der Zahl der Ansiedler des Moschaw Tel-Adas zu reservieren. Neue Entsumpfungsarbcltcn des K. K. L'. Auf dem Boden von Nurfs befinden «ich noch zwei Sümpfe! En Tabu» und En Rasfan, deren TrockenleguuR bisher Schwierigkeiten bcxlenrccliUiciier Natur entgfgc11stam!e!1. Naelulem die Schwierigkeiten jetzt beseitigt kirn!, hat «las Direktorium des K. K, L, beschlossen, an die Trockenlegung dieser Sümpfe — der lclztej! auf dem Nuriskomplex — hcranziigchen, und hat den erforderlichen Etat von zusammen £E 1900 bewilligt. Die Arbeit für den Keren Kajemetli in Deutschland hat 111 ׳len ersten vier Monaten diese» Jahren a 11 * g e z e 1 c I! •> 11 de Erfolge ergeben. Es Ist iiisliesomlere «lureli die Purim-Aktion gelungen, *,rlieblielie Beträge aufzuhriiijjcii. Leider haben in der letzten Zeit die Sneiidcneiogüiipe einen Rückgang zu verzeichnen. Dies ist vor allem auf die schwierige wirtschaftliche Situtation ziuückzufüluai. Trotz der jetzigen Krisis muß jedoch versucht Werden, die Einnahmen auch weiterhin zu steigern, *Somit DrutscItlaiKi in diesem Jahre in erheblichem Maße für den Bodcncrwcrb in Ercz-israel bcilragen kann. Daß gerade jetzt 111 Anbetracht <lc» beträchtlichen Bodenmangels der Bodeuerwcrb in jeder I ]insicht zu einer der wichtigsten Aufgaben des Aufbaus gebürt, ist öfters in der Jiid. Rundschau" betont worden. Um die breite Oclfentliclikeit und *lie vielen Spender des K. K. L. in Deutschland auf tliego Bedeutung des K. K. L. hiiuiiweiben, wird die Zentrale für Deutsclilaiid von jetzt ab monatlich eine III u* 81 r i e r t c I* a I ii s t i 11 a - Z c i t s e 11 r i f t ״A11 f b a u" herausgeben. Narb der ersten Nummer zu urteilen, verspricht diese Zeitung ein ausgezeichnetes, eindrucksvolles Propagandatuiltcl zu werden. l)er ״Aufbau" wird allen Freunden de* N.-F. kostenlos «!gesandt werden. Jeder Zionist sollte ihn zur Propaganda fiir den K. K. L. und den Palästina- Aufbau überhaupt verwenden und Interessenten durch die Zentrale de* N.-F. zubcikIcii lassen. Vor allem aber müßten «lic Zionisten in viel stärkerem Umfang als bisher den K. K. L. *lurch Spenden unterstützen. Gerade in der jetzigen schlechten Wirtschaftslage bieten die M a s s c 1! 8 a in m 111!1 g e 11 von k | e i n c n 8 p e fi *I c 11 große Chancen für die Geldaufßrinßimg für Palästina. Kein Zionist darf zulassen, daß die Einnahmen des K. K. L. in Deutschland zuriiekgenen. Der nächsten Nummer *ler ״Jiid. Rundschau" werden Zählkarten beiliegen. Jeder spende und sammle bis dahin große Beträge für den K. K. L. und sende sie durch diese Zahlkarten der Zentrale ein! prc89c0cbau DerCeselr.calwurl Uber die palästinensische Slaatsbliröcrsclialt ״Jewiah Chroniclc” vom 16. Mai schreibt einen Leitartikel über das palästinensische Natur,disationsgesdz, in *lern es heißt: ״Die palästinensische Regierung und *las Kolonialamt sind jetzt damit beschäftigt, die Vorschriften für die Einbürgerung aller derjenigen, die die palästinensische Staatsbürgerschaft erwerben wollen, auszuarbeiten. Was die Juden betrifft, st» erscheint uns die Tatsache, daß diese ehenso behandelt werden wie alle andern als mißlich, wenn picht geradezu als lächerlich. LK-r Zweck des Mandates Ist der Aufbau einer jüdisch-nationalen Heimstätte, so *laß jeder Jude, der siel! nach Palästina begibt, automatisch in die Lage kommen sollte, die Staatsbürgerschaft des Landes aiiziinclimcn. — wir würden sagen: die jüdische Staatsbürgeraeliaft, in jedem Falle aber die palästinensische. Jemand, *Irr als JikIu gebomi id, sollte *las Rinlit liabeu, ohne eine solche Prozedur, *lie im Falle der Naturalisation von Fremden notwendig sch! mag oder auch nicht, in Palästina als logische F1״.;e auch die palästinensische StanisluirgeitrhaU nnzunehmen. Es ist absurd, zu glauben, *laß ein Jude ein Fremder in seinem eigenen nationalen Heim sein könnte. Sogar *las Weiß* buch von Churchill erklärte ausilrückiich — und l>r, Wcizmnnn betonte in diesem bedauerlichen Dokument nachdhkklich diesen Punkt —, daß die Juden nach Palästina gehen Rollen, nicht auf Grund von Duldung, sondern von Rechts wegen. Was uns betrillt, so glaubten wir damals, daß di:־s ein mißlicher Ausdruck wäre, *ler für unser •Volk mehr eeliäiiliiii als hilfreich «ein würde. Aber er wurde gesagt, 111111 «ein Wert möge aus *ler Tatsache entnommen werden, daß die Juden erstens *lie größten Schwierigkeiten haben, über■ haupt nach Palästina zu kommen, und zweitens, *laß sie, Wenn ihnen das schon gelingt, Fremde sind. Soviel über die Einwanderung von Recht» wegen. Aber wenn irgend eine Gruppe von Juden *las Privileg verdient, die palästinensische Staatsbürgerschaft ohne eine Formalität oder einen Vorbehalt zu erhalten, so sind cs sicher diejenigen Juden, die der Sache der Alliierten Im Kriege dienten. Diese erkauften ihre paliistilienshchc Staatsbürgerschaft durch ihre Selbstaufopferung, mit der sie den Sie;׳ erringen halfen, durch den ullcin nrnfl-Brllannlcn die Mamlatsmaeht des Landes werden konnte, Wir hören, daß dieser Vorschlag dem K«!onialnn1t vwrgclegt worden ist, und daß *las gebräuchliche amtliche ״non j>08su* 111*18" die einzige Antwort Ist, die es zu geben geruhte. Wir Italien gern gemißt, was das Kolonialamt, aueii weint eine Arbeiterregicmtig Im Amt gewesen wäre, gesagt hätte, wenn man c8־ tHnial«. ah die Deutschen an den Toren England* pochten, — und zuweilen recht laut —- gelragt hätte, üb die Regierung ein jüdisches Regiment mit der .־uitoinatisclien Einniirgeiiuig in Palästina belohnen wolle. Es ist undenkbar, daß dieses Angcl«»t zurüekgewii'seii woiden wäre. Die Verfolgtuig die*es tic■dankeiigangs wird hnficutlich dem Kolonial- 11111t und der palästinensischen Verwaltung die Gemeinheit und Undankbarkeit der Stellung, «Sie 81? zu dieser Angelegenheit cinnehnicn, auJzcigen. Wie *ler .,Felcatin“, das Organ der palästinensischarabischen Exefailive, berichtet, wird Palästina in sechs Monaten liidit mehr aus drei Distrikten, sondern »mr aps zwei bestehen. Colonel Cox (Das Lat sicher ein Irrtum. Mr. Cox ist bekamillieh als englischer Vertreter nach Transjordanieri gegangen. — Red.) wird der Gouverneur der südlich«•( Provinz, Colonel Byrnes der Gouverneur der nördlichen Provinz sein. Die Posten der Untcrdistrikts-Qouvcrneure sollen mit Ei»• h«i«isch*;a besetzt werden•