Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 40 (20.5.1924)
- Date
- 1924-05-20
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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t :.ן r i i i* וו 1 ¥; t », I 1 f « I I 1 i i ו¬! I 1 I j I ■ ) f i Seite 296 IUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 40 und nur sehr wenige politische Hinweise finden sich im übrigen Inhalt der Zdtsdirilt, der das Bild des Herausgelier» mit zwei Ncophyten hcigegrlirn ist, und ■ms der unsere Leser eine recht wertvolle Einführung in * *he geistige ,Welt des Islam riehen Können. Wir wiederhole«, in die geis(t׳׳,o, denn politisch hat der Herausgeber die harmlose Eigenheit sehr vieler Idealisten, die das Wirkliche weit weniger 1e.1l und scharf sehen, als das Geistige, in dem sic leben. Zeuge sind eigentlich alle Aufsätze, die nämlich?wischen der Idee lind der Wirklichkeit des islamischen 'Lebens keinen Unterschied keimen; Zeuge sind vor allem die beiden Aufsätze ■״Die Christen und die Juden“ und ״Palästina'*. Wir hesch.'ifligen uns der Kürze halber liier mir mit dem zweiten, der auf knapp zwei Seiten die Juden davor warnt, sieh au die Engländer anzuschlicßcn. England tue alle “ seine Schritte nur aus Hcrcclmung. Es wünsche den englischen Besitz, in Palästina zu festigen, um der Unterjochung Indiens für immer gewili zu sein. ״Und also ist es ein gottloses Motiv, das die Engländer veranlaßt, die Juden in *las Heilige Land zu rufen. Alle )׳oHIom'ii Motive aber haben üble Böigen, und ich glaube, 11,111 der vorliegende I all keine Ausnahme von dieser Kegel bilden wird. Das heißt, wenn die Orientalen eine Anstreiigung machen werden, die ihnen drohenden Gefahren iibzuwcndcn, so werden die Juden den kürzeren ziehen . . . Sehen die Juden denn nicht, daß im heiligen Lande keine I leim,1t Wir sie ist, cs wäre denn, dali sie eine eigene, unabhängige Kegienmg erhalten? Solange sie nicht tinah• hängig in Palästina schalten können, finden sie im Heiligen Lande keine Sieltet heit.“ ״ Wir brauchen uns mit dieser Politik nicht auscinandcr7.il• Reizen; der Verfasser identifiziert sich allzusehr mit der Meinung, England werde Indien in dem Augenblick 'verlieren, wo es nicht mehr imstande sei, cs militärisch zu halten. Nun aber lehrt der B'all Aegypten schon zum dritten oder aderten Mal, daß, je lockerer die Bande sind, die eine einstmalige Kolonie an England fesseln, 11m so unzerreißbarer sie sich erweisen, wenn Not am M.11111 ist. Es mag durchaus sein, daß Selbst-Regierung von den Indern heute nngestrebt und von weiten englischen Kreisen verweigert wird. Nach nliem aber, was wir erlebt haben, dürfte sich eines Tages Jicrnussteilcn, daß auch Selbstrcgicnmg der Inder mit ihrem Ausscheiden aus «lern englisch beeinflußten Staalenverbamle jiidit gleichbedeutend wäre. Und einsichtige Mohammedaner werden *las bald lernen, auch in Berlin. » Der Bund jüdischer Fronfsoldatea vor Gericht Am 15. Mai fand vor *lern Schöffengericht Berlin- M i 11 c unter dem Vorsitz, des Amtsgerichfsrnts Dr. Feldbahn die Verhandlung gegen den Vorsitzenden des Reichs-!nmdes jüdischer E'ontisoidaten, Hiuplmanii a. D. Leo Löwc n stein, die Vorstandsmitglieder Rudolf Toller, Max Goldlust, Dr. Hugo Bernhardt, Salomou Thal statt. Die Anklage lautete auf Bildung eines bewaffneten Haufens lind unbefugten Besitzes von Schußwaffen. Es handelt sich 11m die Vorgänge Lu *lern meist von Ostjuden bewohnten sogenannten Sclieiincuvierlel (Grenadierstraße und Umgebung), wo cs am 5. November 1023 zu pogromarligen Ausschreitungen gegen Juden und jüdisch nnsscheude Personen kam und eine große Anzahl jüdischer Geschäfte geplündert worden ist. (Wir gellen den Bericht über die Gerichtsverhandlung wieder, trotzdem f.ciiou die Tagespresse darüber belichtete, via er von größerem Interesse ist. — Red.) lieber die Vorgänge in den kritischen Tagen erklärt zunächst der erste Angeklagte Gold 111 st auf Beilagen des Vorsitzenden; ״Als Mitglica des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten habe ich mich freiwillig gerne!• det, um die Geschäftsleute in der gefährdeten Gegend schützen zu helfen. Wir versammelten uns im jüdischen Gemeindehaus in der Roneustraße. Dr. liernha rd t •ihcrnalim die Leitung. Es trafen von allen Seilen Meldungen über Mißhandlungen jüdisch aussehender . Passanten und Plünderungen jüdischer Geschäfte ein. Wir bildeten daraufhin Patrouillen. Die Mitglieder waren zum Teil mit Pistolen, manche auch mit Gummiknüppeln versehen. Am Biilowplatz. begegneten wir einem 1A11I0 der Schutzpolizei, in dem ein Offizier saß. An diesen Offizier richteten wir die Bitte, uns gegen die Menge Schutz zu gewähren. Der Offizier leimte dies jedoch all und fuhr, mit seinen Begleitern weiter. Ich bin geschlagen worden, man hat mir *len Anzug zerrissen, so daß wir uns zur Wehr setzen mußten. Später kam dann ein anderes Auto mit Schutzpolizisten. Die Menge wurde nun Onkel, cs ist ein großer Trost für mich, daß du mich mit nach London nimmst, denn, linier uns gesagt, — Zion — nee, ist!lischt für mich! Nur Juden. -- nicht ausziidenkenI“ Oder ent Ges|>räd1 unter *len ״süßen Mädels“, den Dirnen ,Wiens: ״Was sollen wir machen, wenn’s die Juden hinausschmeißen?“ ״... wenn’s die Juden verschwunden sind, müssen wir alle verhungern . . So fast in jedem Kapitel mehrere Stellen, die nichts weniger als schmeichelhaft für die Juden sind, aber Herrn Bett.111er kennzeichnen. Dieses Niveaus würdig ist die'Art, wie der Verfasser die Rückkehr der Juden vorbereitet. Er läßt mit sehr zweifelhaften Mitteln von einem unkenntlichen Juden die Bevölkerung auflictzcn, läßt ihn Plakate mit christlicher Unterschrift heimlich verbreiten, mit Gewalt und Hinterlist einen Abgeordneten von der entscheidenden Abstimmung fernhalten und bezeichnet schließlich selbst diese Methoden als ,,jüdische Frechheit“. So erfolgt also die Rückmfimg der Juden nicht als spontane Willenskundgebung einer ״verzweifelnden“ Bevölkerung, sondern durch künstliche Mittel, von einem luden selbst (dem cs übrigens nur darum zu tun war, eine wiener Christin heiraten zu können!). Wir erwähnen in Summa das Buch hier, um unsere Leser von seiner Lektüre «abzuhaltcn; es genügt, daß wir uns damit befassen mußten, als wir diese Warnungstafel aufstelltcn. Martin Marx. * Zu der vorstehenden Buchkriiik möchten wir noch hemerken, daß die ״Wiener Morgenzcitnng“ gegen diesen Schriftsteiler, der gleichzeitig Redakteur zweier Wiener Blätter war, den Vorwurf erhoben hat, dal! er planmäßig den Inseratenteil dieser Blätter zu unsittlichen Zwecken hat mißbrauchen lassen, um daraus Gewinn zu ziehen. Die Angelegenheit beschäftigt noch die Organisation der Wiener Journalisten. Als Nachspiel 11.1t der Herausgeber des Wiener Montngsblattcs ״Der Morgen“, Maximilian Schreier, Ing. Robert Stricker, der diese Anschuldigungen erheben hatte, das Recht ahgesprochen, aus verschiedenen Gründen ein Urteil in dieser Sache abgehen zu können. Stricker hat daraufhin in der ״Wiener Morgenzcituug“ ,Herrn Schreier als feigen Verleumder bezeichnet und ihn aufgefordert, ihn deswegen vor Gericht zu belangen. Schreier *chricb aber im ״Morgen", er würde das nicht tun. Daraufhin wiederholen audi der Chefredakteur der ״Wiener Morgenzcitung“, j u l i u s L ö w y und für den Vcrwalt1mgsr.it des Blattes, Herr l ratiz. Karl Bondy, die Beschuldigung Schreiers als eines feigen Verleumders. Mit dieser Enthullnng hat das Wiener zionistische Organ in den durch die Affäre des Journalisten Bekcssy erst unlängst sichtbar gewordenen Sumpf der ,Wiener Journalistik hincmgeleuchtet. Red. d. ״J. R.“ 7ur״d,getrieben. Wir selbst wurden auf das Auto der Schutzpoli/ei verlad(■« und sowohl auf der Fahrt als nachher auf dem Kasernenhofe von den Schutzpolizisten star k in i ß h a n d e 11. ״ Vorsitzender: Fr will bef diesen Zusammenstößen auch eine Person erschossen worden sein? Angckl. Gold hi st: Ich habe davon gehört, weiß aber nicht, wer den Schuß abgegeben hat. Der Angeklagte Toller, dessen Geschäft sich ln der Rosenthalcr Straße befindet, bekundet, daß ihm gegenüber ein Laden geplündert wurde. Auch zahlreiche andere Pli'mdi rimgeit wurden ihm berichtet, zum Teil hat er sic mitangesehen.’ Unter den mißhamiellen Personen befand «ich mich ein deutsch nationaler Kaufmann, der zufäl lg etwas jüdisch aus sicht Er Ist durch das Eingreifen unserer Leute gerettet worden und hat durch uns die ihm geraubte« Sachen wieder erhalten. Nachher hat er mir eine« Brief geschrieben, den ich dem Gericht vorle,״,en kann. verliert große Einnahmen wenn nicht In Jedem Orf alle Sammelbüchsen sofort geleert werden. ., . . . , Angeld. Dr. Bernhardt erzählt, daß er und seine Kameraden verfolgt und ihnen Kfcichmgsslüekc zerrissen wurden. Dann kaiii ein Auto, in dem sich ein Schutzpolizeiofli/ier mit mehreren Beamten befand. Ich ging an den Offizier heran und hat ihn um Schutz. Der Offizier antwortete darauf: ״Ach Quatsch!״ Gleichzeitig gab er seinen Beamten, die bereits ausgestiegen waren, um gegen die Menge einzusclireiten, den Befehl,’ wieder cinziistcigcn und ab/11fahren. Die angcsnmmciie Menge begrüßte dies mit dem Zuruf: ״Bravo, Schutzpolizei!“ Einige Zeit später kam dann ein anderes Auto mit Sehut/poli/cibeamten an. Die Menge wurde mm zerstreut, wir scllwt wurden nbtransporlicrt. Sowohl auf dem Waren der Schutzpolizei als auch auf dem Knscrnenhofc w 11 r d e 1i wir i 1t der schmählichsten Weise v o n Schuzpolizelbeamtcn geschlagen״. Auch ein Offizier beteiligte sich auf dem Kascmcnhofe an den Mißhandlungen und rief: ״Man müßte die Juden tot sch lagen.“ Natürlich Ist wegen dieser Vorfälle Anzeige erstattet woiden. Es schwebt deshalb auch ein Vcrfahren. Ich liatle eien Eindruck, daß cs sieh um organ Isierte Pogrome gegen die Judenschaft in ihrer Gesamtheit 11,1 n d c 11 c. Nach Vcnielumiiiig der Angeklagten LÖvvenstcin und Thal wird auf fernere Beweisaufnahme verzichtet. Der Staatsanwalt führt dann in seinem Plädoyer aus: ״Fs ist gerichtsnotorisch, daß in der fraglichen Zeit in der erwähnten Gegend Plünderungen stattgefunden haben, die einen antisemitischen Charakter hatten. Der Relclishtind jüdischer Frontsoldaten hat dann Streifen zur Abwehr dieser Ausschreitungen gebildet. Im Sinne des Strafgeset/es liegt also unzweifelhaft die Bildung eines liewaffliefen I laufens vor, aber die Angeklagten glaubten, daß sic berechtigt wären, den Angriffen auf i h re S t a!11 tu e s ge n os s cn Widerstand zu leisten. Sie glaubten, daß sie sich in Notwehr befänden. Mit Rüeltsidit’darauf, daß ihnen das Bewußtsein des unbefugten Handelns fehlte, beantrage ich die Freisprechung. Nur wegen des verbotenen Waffenbesitzes beantrage ich gegen Dr. Löwen st ein eine Geldstrafe von 50 Mark und gegen Thal ebenfalls eine Geldstrafe, in dieser Hohe.“ Das Gericht kam zu folgendem Urteil: Nach Ansicht des Gerichtshofes haben die Angeklagten Toller, Bernhardt und Gold- Iust einen Akt der Notwehr begangen. Die Polizei hat an dem fraglichen Tage offensichtlich nicht nitsgcrcicht. Lag aber Notwehr vor, so waren die Angeklagten frelzusprcchcn. Bezüglich der beiden anderen Angeklagten Löwenstein und Thal wegen des unbefugten Besitzes von Waffen Ist das Verfahren eingestellt worden, well es sich um eine unbedeutende Verfehlung handelt. * Im Anschluß an diesen Prozeßbericht gehen wir eine Nachricht des ״Montag Morgen“ vom 19. Mai ülicr die anläßlich des ״Ulanentages“ in Fü rs tc n waide erfolgten Zusammenstöße wieder. Es'scheint, als oh die Durchsetzung mancher Kreise der Schutzpolizei mit .antisemitischem Geiste seit den Noveinhcrlagcu keine Vcimimlenwig erfahre« hat: ״Trotz *ler Spcrrtuannahmcii miif dem Bahnhof kam es zwischen Kommunisten, Teilnehmern des Ulanen(«״» und Schutzpolizisten an verschiedenen Stellen zu harien Konflikten. Nähere Einzelheilen ließen sich noch nicht feststellen, da der Leiter der Polizeiaktion unserem Berichterstatter jede Auskunft verweigerte. Er knüpfte daran antisemitische, beleidigende Redensarten, über die wir uns noch mit andern Stellen auseinnndersetzen werden.“ * In diesem Zusammenhänge sei auch darauf hlngcwicscn, daß der infolge des deutsch-russischen Zwischenfalls in der HniwIcBinission Sowjet-Rußlands in Berlin ziirückgctrctene Leiter der politischen Abteilung des Berliner Polizeipräsidiums, Oberregicriingsrnt Dr. Weiß, Jude ist. In der letzten Nummer der ״Wcltbühnc“ wird Oberregierungsrat Weiß eine in der letzten Zeit erfolgte Schwenkung nach rechts riachgcsagt. Doppelte Moral — doppelte Justiz Man darf in der völkischen Presse den luden gegenüber ede Lüge, jede Frechheit, jede blutvcrglftemle Hetze drucken lassen. Man darf von gewissen völkischen Kreisen her Minister wie Rathenau 1111*1 Erzberger, unliebsame Genossen wie Samson oder (letzter Fall) Müller-Dammcrs ״durch Hcrzschuß umlegen lassen". Die M.irburgcr Studenten durften Arbeiter aus Mcchtcrstcdt, Offiziere wie Marloh die 30 Matrosen, weiße völkische Garden gefangene Arbeiter nach der Rückeroberiing Münchens einfach ausmorden. Vergleiche: J. E. Gambe!, ״Vier Jahre Mord“. Aber man darf, wenn man Lcvy beißt, nicht behaupten, daß das Verbrechertum in den rechtsradikalen Organisationen heimisch sei. Denn das ist falsch, verleumderisch und beleidigend, und wir hüten 1ms auch hier, das zu beliauptcii. wir sagen nur,׳ cs seien bedauerlicherweise unter den Völkischen manchmal unbesonnene Draufgangcrnaturcn, die nicht warten können, bis wieder Krieg ist. Denn Krieg ist Krieg, erinnert euch, und Schnaps ist Schnaps, und im Kriege, da ist doch der Mann noch was wert und darf manches. Damm hat auch das Schöffengericht in Goslar ganz recht gehabt, als es den greisen Kaufmann Lcvy wegen jener Behauptung zu 500 M. Geldstrafe verurteilte. Es hätte ihn ja auch ins Kittchen stecken können, aber davon sah es ab, aus Gnade, seines hohen Alters wegen, ,Was doch nett war, von den öosiarem, nicht wahr?, Zusammenbruch einer Dakenltreuzlcr Hauk Die Wiener ״Deuts che Boden bank“, eine anti- Rfinilische Gründung, ist in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Man halte gehofft, den vollständigen Zmammciibnidi ilurtii eine Fusion mit einem anderen Uiilernehmen zu vermeiden. Das ist aber wegen des unordentlichen Geschäftsgebarens nicht gelungen. Die antisemitische Bank mußte am 13. Mai ihre Schalter schließen. Die gesamten Einlegegclder in der I lohe von 65 Milliarden Kronen sind verloren. Viele kleine Einleger, die sich durch die Propaganda der Hank gegen das ״jüdische Kapital“ linhcn ködern lassen, sind 11111 ihr Hab mul Gut gebracht worden. Sic hnhcn’s halt schwer, die kleinen Sparer. Zu den ftt Juden werden sic doch nicht gehen, die verspekulieren das Geld ja auf der Börse und betrügen das Volk ja von hinten und vorne. Das wissen die Antisemiten ganz genau, und wahr sein muß es doch, sonst dürftcn's die Antisemiten doch nicht drucken lassen. Aber die Antisemiten hinwiederum sind doch arglose Edclingc und viel zu frcubloud fürs Bankfacli. Und viel zu Impulsiv, um so rationalistische Sachen zu können. Es ist doch kein Wunder, wenn die Juden die antisemitische Batik hinriiigclegt haben mit den französischen kranken? Denn die Juden sind schuld, das weiß doch ein jeder. Die Nengrlindung Ilip das Jüdische Aufbauwerk in Europa Paris. (J.T.A.) Am 11. Mal fand hier die ende Sitzung der neuen Gesellschaft statt, die das bisher vom Joint Distribution Committee geleitete Aufbauwerk tortführcn soll. Anwesend waren u. a. der Direktor des Joint-Atifhmiwcrks in Rußland Dr. Joseph Rosen, der Präsident des litauischen jüdischen NalionalraLs Dr. Rose 11 bau in usw. In der Exekutive werden drei Personen sitzen: Colonel Herbert Lehman, New York, als Vertreter des ״Joint", Pft i I i p so!1, Brüssel, als Vertreter der Lea und eine dritte Person, die von *len in der Gründung vertretenen jüdischen Körperschaften gewählt werden soll. Die Foundation wird sielt aus sechs von der Ica ernannten Mitgliedern zusammensdzen, ferner aus acht weiteren vom Joint cinzul,׳ulender! Vertretern der osteuropäischen Judenschaft. Das Joint Distribution Committee besitzt ein Kapital von etwa 750000 Dollar, über das noch nicht disponiert worden ist, und das eventuell der Foundation ülicrgcben werden stall. Ferner ist noch eine Summe von etwa 300 000 Dollar vorbanden, die für besondere Zwecke bestimmt wo nie 11 ist Auch diese würden der Foundation, jedoch nur zur Verwertdüng für die besonders bezcichneten Zwecke übergeben werden. Die noch verbleibenden, dem Joint gehörigen Aufbau-Aktiven, wie Anleihen, Vorschüsse, Invcstierungen, Einrichtungen usw. werden der Foundation zur Vcrwaltu ng übergeben werden. Das durch die Realisierung dieser Aktiven erzielte Geld wird von der Foundation für weitere Aufbauarbeiten verwendet werden. Die Foundation ist durch ein Abkommen mit dem Joint verpflichtet, so weit wie möglich die bisher vom ״Joint“ geleistete Arbeit fortzusdzen. Die Leitung dieser Arbeit wird in den Händen des jetzigen Exckutlv-Dircktors des Joint Dr. Bernhard Kahn und des Direktors der lea, Louis Oungre, liegen. E. ML Lilien, SO Jahre alt Am 23. Mai feiert der bekannte jüdische Zeichner und Radierer Ephraim Mosche Lilien seinen fünfzigsten Geburtstag. Das Werk F- M. Lilicns, der seit den Anfängen der zionistischen Bewegung an dieser tcilnahm, ist so allgemein bekannt, *laß wir nicht im einzelnen darauf hin zu weisen brauchen. Es genügt, an seine Illustrationen zu dem Buche von Morris Roscnfcld ״I.jeder des Ghetto“, zu Börrics von Münchliauscns ״Juda“, an sein sechsbändiges Bibclwcrk und seine palästinensischen Radierungen zu erinnern. Lilien, der fa Drohohycz (Galizien) geboren wurde, aber seit vielen Jahren in Deutschland lebt, wohnt jetzt in Braun schweig.!Wir sprechen ihm zu seinem Jubiläum unsere Glückwünsche und die Hoffmitig aus, daß er mich weiterhin in unverminderter Schaffen»- kraft wirken möge. Wir behalten uns vor, sein künstlerisches Werk aodi ln einer größeren Ucbcrsiclit zu würdigen, Ein österreichischer Konsul in PalüsÜaa Wie der J. T. A.-Vertrctor erfährt, wird die östcmndiisdij Regierung demnächst ein Konsulat in Palästina errichten, dessen Leiter ein bekannter österreic In sc h er. Zion ist, der schon drei Jahre in Palästina' weilt und eine wichtige Funktion lieim Nationalfonds nusübt, werden soll. (Warum gibt J.T.A. statt dieses deutlichen Signalements nicht gleich an, daß Herr Dr. E. M. Zweig m Aussicht genommen ist? ,Wenn sic schon statt Nachrichten heraus-, )Rätsel aufgeben ,will, dürfen sie nicht so leicht sein I — Red. ״J. R.“.) , Aas der fOdfsclien Welt In den Pcßach-Halbfcicrtagcn fand In Jerusalem eine Konferenz der jüdischen Rechtsanwälte statt, die sich in erster Reihe mit der Frage der Organisierung der Rechtsanwälte im Lande, insbesonders der jüdischen befaßte. Dr. S. Adler aus London wurde zum Assistenten am mikrobiologischen Institut der hcbrä• l.sckcn .Universität in Jerusalem ernannt Nach einer Tätigkeit an der Liverpooler Schule für Heilkünde der Tropen, war Dr. Adler während der letzten Jahre mit Forschungsarbeiten am Sir Alfred Jones-Forschungs-Laboratorium in Freetown beschäftigt Während dieser Zeit hat er ein großes Gebiet der tropischen Heilkunde, besonders ■auf dem Gebiet der Parasitologie erforscht und eine Anzahl Arbeiten über diesen Gegenstand veröffentlicht. Dr. Adler, der ein guter Hebraist ist, befindet sich bereits auf der Reise nach Palästina. Deutnchland Am 15. Mai starb der bekannte Schauspieler Ein anuel Reicher in Berlin im Aller von 75 Jahren. Einannel Reicher wurde 1.3;9 in der galizischcn Stadt Bochnia als Sohn eine* jüdischen Advokaten gelxiren. Er widmete sich schon in jungen Jahren der Schauspielkunst und trat zuerst in kleinen jiddischen Wandertheatern in Galizien und Ungarn auf. Mit 21 Jahren kam er nach Deutschland. In den ersten Kriegs* Jahren zog Emamicl Reicher nach Amerika, wo er zu der jiddischen Bühne zurückkehrte, die er zu einem höheren Kunstwillen erzog. Vor einem Jahre nach Deutschland ■׳zurückgekehrt, trat er wieder auf deutschen Bühnen, hauptsächlich wi jüdischen Rollen, auf. Wir behalten uns eine eingehende Würdigung seiner Persönlichkeit und Kunst vor. Bemerkenswert ist der folgende Nachruf, der Reicher von der anlisemitisch-völkischen ״Deutschen Zcitung“ gewidmet wird: Er war ein Jude, ein echter Jude, mit dem hohen Bewußtsein seiner Rasse. Sie nährte die ihm rum pricstcrlichcn Amt gewordene Scliauspietkunst... km allen seine« Leistungen erhöh sich die Reinheit jüdische« 1 I I I l 1׳ i ן I I