Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 39 (16.5.1924)
- Date
- 1924-05-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 30 CD ISCHE RUNDSCHAU Seite 287 ~ Von der Arbeit des Jüdischen NaUonaHonds Was der Keren K.ijemcfli leistet und was aul seinem Boden geschieht 1. Die Siedlungen auf K■ K. L-Boden. Die Imulwirtschal(liehe Kolonisation, die den wichtigsten Teil der Aufbauarbeit In liroz-lsraci darslcllt, wird jetzt fast durchweg vom K, K. L und Keren llajessod hclriebeu, Der K. K. L. schafft die Grundlage der Kolonisation, imlvin er Boden kauft, die Drainage tler sumpfigen Gegenden und die Wasserversorgung durchführt usw. — eine Tätigkeit, ohne die jegliche Kolonisation, besonders in Ercz-Isracl, unmöj'lich ist. Der K. H. hingegen beschafft die nötigen Mittel für die Einordnung der Wirtschaft auf K. K. L.-Boden. Er gibt Darleiten für Bau von W’irtschaftshäwscrn und Wohnungen, An• kauf von lebendem und totem Inventar usw. Dank der Tätigkeit des K, K. 1״ der in den letzten Jahren und sogar in den letzten Monaten größere Bodcudndicn erwarb, konnte seit Anfang des laufenden landwirtschaftlichen Jahres (d, i, seit Tischri 5684) eine energische laudwirlsdudtliehe Koloiiisationsläligkcit emset/en, sowohl zwecks Grün• dun״ neun• Kolonien als auch zur Erweiterung und Befestigung der bereits bestehenden jüdischen Kolonien, Seit Tischri 5<>8t wurden auf K. K, L.-B.xlen vier neue Siedlungen gcgiündei, und zwar drei auf der zusammen• hängenden Flache T c t A <1 a s und R u b •c 1 - N a 7. r a im Emck-Jcsrccl und eine auf dem historischen Boden von C 11 i t t i 11. Die ersten drei Kolonien umfassen zirka 10 500 Dunam guten Bodens im mittleren Bodcnkomplex (■10 IKK) Dunam) des Emek, der sich aus den Ländereien Mcrchnwja, T cl- Adas, Rub-cl-Nazra und Balfouria zusammenset/t, wo der K. K. L. zuletzt weitere 3876 Dunam gekauft hat. Diese drei Kolonien haben eine direkte und gute Verbindung mit Haifa, der zukünftigen wichtigsten Hafenstadt in Erez- Israel und zwar per Automobil (in einer Stunde) und per Eisenbahn. Die Station ist in 13 Minuten erreichbar. Die vierte Kolonie, Chittin, die erste m i s r a c 11 i s t i s che Siedlung in Ercz-Isracl, befindet sich auf einer histoiisclien Anhöhe, einem der schönsten Plätze im Lande, und umfaßt 4000 Dunam in Angrenzung an die jüdische Siedlung M i zp a h. Von Chittin nach Tihcrias fährt man per Automobil bloß eine Viertelstunde. Dank der günstigen Lage, der guten Qualität des Bodens und des Mensclienmatcrials haben die neuen Kolonien glänzende Aussichten auf gute Entwicklung. Im Laufe der kurzen Zeit seit der Gründung ist es den Ansiedlern in den neuen Ortschaften gelungen, ()000 Dunam unter den Pflug zu nehmen und zu besäen. Mau arbeitet jetzt an einem Plan, die Kolonien mit Wasser zu versorgen. Die Arbeiten werden unverzüglich in Angriff genommen werden, sobald der Plan vorliegt. Wegen der Wasserversorgung der lnisrachistischcu Kolonie in Chittin werden jetzt verschiedene Vorschläge erwogen, darunter auch einer, vom Kincreth- See W a s s c r 11 e r 7. u 1 c i t c!1. Auch hier wird der K, K. L., sobald der Plan festgclcgt ist, an die Arbeit schreiten, Die in den letzten etrei Jahren auf K. K. L.-Boden entstandenen Siedlungen, Nahatal, Kfar-Jcchcskicl, Ejn- Charod, Tcl-׳J osef, G c \va und Dcth-Alpha, wurden im Laufe der letzten Monate weiter ausgebaut, Die Drainagcarbeitcn sind nun überall beendet, ebenso die Wasser-׳ Versorgung im Nuriskompiex. Diese muß nur noch in Nnlialal 711 Ende geführt werden. Auch auf allen übrigen K. K. L- Ländereien entwickelt sich die landwirtschaftliche Kolonisationstätigkeit in nicht geringerem Maße a!s in Nahalal und N'iiris, ln Mcrchnwja, wo der K.K.L. vor kurzem weiteren Bolen erwarb, werden jetzt mit Hilfe des K. H. 35 Fmnilicu .™gesiedelt, die aus veischicdcncn Ländern stammen und von ticneu jede einzelne 500 bis 800 Dollar mitgebracht hat. In Kfar-Mlal (Ejn-Chai) hat der K.K.L. seinen Besitz erweitert. Dort werden 40 Eamitien angcsicdc't. Die Kolonie liegt in der Nähe von Pctach-Tikwah und K f a r -S a b a wie auch der amerikanischen Siedlung Raa na na, unweit der Eisenbahnlinie Jaffa—Haifa. Der Bodcnkomplex bedarf keiner Assanierung. Man kann der Siedlung eine gute Entwicklung Voraussagen. Jode Familie erhält vom K. K. L. 70 Dunam Boden. Für die Errichtung von Wohnhäusern und Ställen hat ihnen der K. H. Darlehen gewährt. Da die ganze Fläche rings um Kfar-Mlal und insbesondere der Boden, auf dem sich die Kolonie befindet, sich sehr gut für 1*11.111• zungen eignet, werden dort jetzt auf einem Teil der Fläche Eukalyptus-Ikiumc gepflanzt. Der K. K,!..•Verwaltung liegt jetzt tt. a. ein Projekt vor, auf einem Teil des Bodens in Kfar-Mlal einen Wald aus der Spende des verstorbenen Maurice Klabin, Brasilien, *nzupflanzen. II. Landwirtschaftliche Untcrrtchtsanstaltcn auf Nationalfonds-Bodcn. Das Bedürfnis, den Chaltizim und Chaluzoth praktische Erfahrungen in den verschiedenen Zweigen der Landwirt• schaff beizubringen, hat in letzter Zeit zur Errichtung von praktischen landwirtschaftlichen Lehranstalten auf dem linden des J. N.-F, geführt. An erster Stelle unter diesen Anstalten ist die landwirtschaftliche Schule für Mädchen zu nennen, die durch die zionistische Exekutive und die Zionistische F'raucn-Weltorganisaüoii in Nahalaf errichtet wird. Der Nationalfonds hat für diese Schule eine Dodenflache von 500 Dunam zur Verfügung gestellt und die Schule an die von ihm für Nahalal bewilligte Wasserversorgung angeschlossen, 'Ein Teil der Fläche wird — wenigstens 111 efeu ersten Jahren — auch von der Versuchsstation der Zionistischen Organisation benutzt werden. Die Vorhcrcitungsarbcifcn zur Eröffnung der landwirtschaftlichen Mädchenschule haben vor einigen Monaten begonnen. Es sind dort gegenwärtig 11 Mädchen mit Gemüsebau’, Geflügel- und Bauinzucht beschäftigt. Die Lehranstalt wird am Anfang des niiclislen Inndwirtschnftlichen Jahres offiziell eröffnet werden und dann <j0 Schülerinnen aufnehmen können. Eine zweite wichtige Lehranstalt, deren Begründung der K.K.L. durch die Verpachtung von 500 Dunam ermöglichte, ist die Lchrfarm für Waisenkinder, die demnächst auf einem Teile des Bodens von M c r c h a w j a eröffnet werden wird. Diesen Boden hatte der K. K. L. vor vier Jahren nn die amerikanische Gesellschaft ״Zion Commonwealth“ verpachtet. Mit Zustimmung der ״Zion Commonwealth״ wurde diese Bodenfläche jetzt. — vorläufig für die Dauer von drei Jahren -— an die Waiscnanstait, die aus den Mitteln des ״Siidafrikan i sehen Wai sei! fonds“ (״Keren Hajctomim Drom Haafrikait“) errichtet werden wird, verpachtet. Es werden hier zunächst 40 11 n d s p ä t e r SO W a i s c n k i n d c r (Knaben und Mädchen) I a n d wl r t sc h a f 11 i clv a u sgc b i Idc t. Zwei kleinere Lchrfarm en, die aber von nicht gc• ringcrer Bedeutung für die Verbreitung praktischer Kenntnlsse unter der heranwachsendcn Jugend zu werden vorsprechen, sind seit kurzem auf dem Boden des K. K. L. in Nachtat-Jchuda und fn der Schechunath-Borochow auf einer Fläche von je 30 Dunam beoründet worden In diesen beiden Lehrfarmen, die aus den Mitteln des Keren Hajcssod errichtet wurden, werden je 15 Chaluzoth in de; An unsere Leser! Wir freuen uns, unseren Lesern die Mitteilung machen zu können, daß wir In einer der nächsten Nummern mit der Veröffentlichung eines neuen Buches von Sammy Gronemann in unserer belletristischen Beilage beginnen werden. Dieses außerordentlich amüsante und geistvolle Buch unter dem Titel ״Il&wdoloh usd Zapfenstreich“ Aus der ostjüdischen Etappe gibt in lebendigen Bildern die Erfahrungen Groncmanns als militärischen ״Dolmetscher“ in Kowno während des Krieges wieder. Die Veröffentlichung wird nicht nur wegen der Fülle der darin gezeichneten, im deutschen Zionismus bekannten Personen, die er in ihrer damaligen ״Wirksamkeit״ schildert, sondern auch durch seinen weit über belletristische Schilderungen hinausgehenden Ein• bück in ostjüdisciia« Loben, das größte Interesse erwecken. Wir hoffen, daß unsere Leser, denen wir damit viele vergnügliche Stunden zu bereiten hoffen, uns ihren Donk in stärkerer Propagierung der ״Jüdischen Rundschau“ abstatten werden. Redaktion und Verlag ״Jüdische Rundschau‘‘ llorlinor Zionistische Vereinigung Montag, den 19. ft., »barnU 8F< Uhr Im KttnatWrhau(, Bollevuoitr. 8 PEUEZ-GKOENIiFElEll Prorrrftmmt 1. Godotikrml•: Herr Dr. Sttrmfttm. 2. Anflöhmnff d•• 1. Akt•־’» nus ״VH* GoUUno Kett•“, •in Drum*vom Isobna dar Chft«nUlim mit MnaikVorlnittmi? und Ohor«iaU*«n. II*npM»r»!oll״r: Oodt»! Scheloso. (I rftiiirtUtrnaff In 11*11111). 8. Llodar von!’•rox. KintrittuproiioiMk. 0,10, l,- *niögl. 8t«n«f. Ktrton tn d. Abondk, Hauswirtschaft und in den intensiven Land- Wirtschaftszweigen (Gemüsebau, Geflügelzucht, Baum• zucht usw.) praktisch unterwiesen. UI. Vergrößerung der älteren jüdischen Kolonien. Bekanntlich können sich kleine Siedlungen nicht gut entwickeln. Bei geringer Zahl der Siedler entfallen auf jeden Siedler zu grolle Unkosten für Bewachung, Schule, ärztliche Hilfe usw. Eine ganze Reihe der älteren Kolonien, die licreits vor zwei bis drei Jahrzehnten gegründet waren, haben sich bis jetzt nicht entwickeln können, weil sic zu kleine Flächen zur Verfügung batten und deswegen eine größere Anzahl von Kolonisten nieht tmfnchmcn konnten, Der K.K.L. hat sieh in der letzten Zeit die Vergrößerung der Fläche dieser älteren kleinen Siedlungen angelegen sein lassen. Durch die Erwerbung von Boden an der Grenze von Kolonien, in welchen bis jetzt bloß eiwa 20 -31) Landwirtschaft treibende Familien sich bcfanden, wird die Möglichkeit geschallen, die ZahiderKolonisten bedeutend zu vergrößern, häufig aut das Zweifache und noch mehr, Eine solche Vergrößerung wird gegenwärtig vorgenommen in den drei wichtigsten Kolonien Chcdcra, Ncss-Ziona und Beer-Jak ob. Welch große Bedeutung für die Ent- Wicklung dieser Kolonien dem neuen Wege des K. K. L. initc*' wohnt, wird aus der folgenden kurzen Schilderung ersiehtlieh sein. Die Kolonie Chcdcra, welche im Jahre 1885 von den Bilu, den ruhmvollen Clmluzäm jener Periode, begründet wurde, bestand bis heilte bloß aus 18 Kolonisten-Fnmilicn. Vor etwa l'ä Jahren hat sich das Komitee von Qtedcra au das Koloui-ations-Dcpartcmcnt der zionistischen Exekutive mit dem Ersuchen gewendet, für die Ansicdlung eines Teiles der heraugcwachscncn Söhne der Kolonisten und für neue Einwanderer Anleihen zu gewähren, wobei die einzelnen Kolonisten sich bereit erklärten, für ihre Söhne einen Teil ihres Bodens abzugehen. Bei näherer Untersuchung der Frage hat es sich erwiesen, daß cs möglich ist, in Giedera etwa 20 neue Familien, bestehend aus den erfahrenen Söhnen der Kolonisten und aus neuen bereits längere Zeit im Lande ansässigen Einwanderern, anzusicdeln, daß aber dafür noch eine Fläche von 1300 bis 1400 Dunam notwendig wäre. Das Direktorium des K.K.L, hat nun beschlossen, eine Fläche von 1317 Du 11.1m des in Her Nähe von Chcdcra befindlichen Bodens Um •diesen zu erwerben. Dieser Ankauf ist bereits vollzogen. Mit Hilfe des K.H. werden gegenwärtig in Chcdcra 21 Familien neu nngcsicJcIt, d. h. diese Kolonie wird mehr als doppelt soviel Kolonisten zählen als bisher. Die neuen Ansiedler führen intensive Arbeitsmethoden ein, die den heutigen verbesserten Produktionsmethoden entsprechen. Unter .allgemeinem Gesichtspunkte ist dabei die Tatsache sehr wesentlich, daß die Installierung neuer An- Siedler durch Vergrößerung einer allen Kolonie unvcrglcieh• lieh leichter und auch billiger ist, als in einer neuen Ort- Schaft, Die Kolonie Ncss-Ziona h (oder mit dem alten arabischen Namen ״Wadi-C.hnnin‘1) wurde im Jahre 1880 gcgründet und umfaßte bis zur letzten Zeit 31 Kolonisten- Familien, die sich hauptsächlich mit bewässerten Baumpflanzmigen und zum Teil auch mit Bienenzucht befassen. Diese Kolonie hat sich, namentlich in den letzten Jahren, recht gut entwickelt, aber für die Kolonislcnsöhnc und eine Anzahl von Arbeitern, die hier bereits 12—15 Jahre arbeiteten, w׳ar keine Möglichkeit vorhanden, sich nnzusi.cdeln, da der der Kolonie gehörende Bodenbesitz recht beschränkt war, IX־r K. K. L. hat daher im vorigen Jahre beschlossen, für diese ausgezeichneten Siedlungsknndklatcn eine Fläche von 600 Dunam zu erwerben, auf der sich etwa 25 Familien, ent• sprechend den dortigen natürlichen und ökonomischen Vorliäitnksen, ansiedelu können. Diese Vergrößerung hat eine außerordentliche Bedeutung für Ncss-Zionah und wird erst recht zur Geltung kommen, wenn der vor kurzem gefaßte Beschluß des K.K.L, weitere 1400 Dunam angrenzend nn Ncss-Zionah zu erwerben, durchgeführt sein wird. Dann wird sieh auf der neu erworbenen’Gesamtfläche von 2000 Dunam die Möglichkeit der Ansicdlung von 70—80 Familien ergeben, da hier der gegebene Platz für recht Intensive!Wirtschaftsführung ist.. Die Kolonie Beer- Ja kob ist Im Jahre 1008 durch' die Chowewc-Zion gegründet worden, bestellt bis heule bloß aus 17 Kolonisten(,־uuiiien und besitzt eine Brxlcnflächc von 2018 Dunam. Die Kolonie hat den Fehler des einseitigen Wirtsch aftstypns begangen. Sie hat fast auf ihrer gc* samten Fläche Mandeln augepflanzt und leidet mm sowohl an der geringen Anzahl der Kolonisten afs auch an der Einseitigkeit der Wirtschaftsführung, Sie steht vor der Gefahr, einen Teil ihrer Kolonisten, die nicht mehr die großen Lasten der Kolonie und die Schwierigkeiten der Monokultur tragen können, zu verlieren. Es gibt nur einen Weg, die Kolonie! zu reiten, — ihre Vergrößerung durch den Ankauf von Boden an ihrer Grenze. Diesen Weg hat nun der K. K. U. betreten, indem er 350 Dunam an der Grenze von Becr-Jakob zu kaufen beschlossen hat. Auf dieser Fläche werden sich( 10—12 neue Familien ansiedelu können, und dies wird für Becr-Jakob immerhin eine nicht unbedeutende Erweiterung ausmachen. Wichtig ist auch der Umstand, daß diese Boden* fläche eine Brücke zwischen der Kolonie Beer-Jakob und der Kolonie Riscl.on-lc-Zion bildet. IVaad Leaml und Zionistische Exekutive Der Wand Lcumi hat, wie ״llaolam" schreibt, eine Plenarsitzung seines Actions-Comitcs abgehallcn und ein« Reihe von Beschlüssen gefaßt, die einer Art Kriegs« erklärung an die zionistische Exekutive gleichkommcii. Der Grund für die große Aufregung, die in dieser Vcrsamin« hing geherrscht hat, ist der, daß die letzte Sitzung des A.-C. in London das Recht des Waad Lcumi auf Beteiligung an der Palästina-Exekutive geleugnet hat. Es handelt sich hier um die Interpretation von Beschlüssen des XiII. Kongresses, der dem Waad Lcumi, an Stelle der Sitze in der Exekutive, Sitze im A.-C. eingeräumt 11,1t, ohne bei den Wahlen der Exekutive den Bc« Schluß des XIII. Kongresses zu erwähnen. Der Kongreßanwalt Dr, Barth hat ein Gutachten abgegeben, wonach die rechtliehe Silualion ganz, klar ist und der XIII. Kongreß keine Absicht hatte, der Palästina-Exekutive auch Vertreter des Waad Lcumi beizugeben. Es geht also daraus hervor, daß die Forderung des Waad Lcumi von der Exekutive nicht erfüllt werden kann, selbst wenn die Exekutive es wünschte, Die Exekutive hat sowohl in Jerusalem als auch in London mit Majorität beschlossen, dem A.-C. die An« nähme des Wunsches des Waad Leumi zt! empfehlen, weil sie großen Wert darauf legt, mit dem Jischmv und seinen Organen in Harmonie und Eintracht zu« sairimcnzii,arbeiten. Das Präsidium des A.-C. hat sich aber auf den Standpunkt gestellt, daß nach dem erwähnten Rechts« gutachtcn cs gar nicht in der Macht des A.-C. liege, einen Beschluß über diese Sache zu fassen. Jedenfalls aber sollen die Vertreter des Waad Leumi an den Sitzungen der Exe« kiitivc teilnchmen, wenn sie auch nicht stimm« berechtigt sind. Es ist ganz klar, daß die zionistische Bewegung darauf angewiesen ist und den Wunsch hat, mit dem Jischuw, der ja der Mittelpunkt all unserer Bestrebungen[ ist, z 1! s a!11 m c n z, 11 a r b e i t c n. Es ist daher nicht ver« ständiicli, warum der Waad Lcumi, der doch wahrhaftig genügend andere wichtige Sorgen haben sollte, eine ganze Tagung damit ausfüllt, seiner Beleidi« gung und Entrüstung über diese Sache Ausdruck zu geben. Zur Beleidigung Ist wahrlialtig keine Veranlassung, und unsere Brüder in Palästina sollten lernen, weniger empfind« lieh zu sein und nicht überall Feinde zu sehen, wo keine sind. Wir halten die Beschlüsse des Waad Leumi für außerordentlich bedauerlich und hoffen, daß ein Weg gefunden wird, um die Schw ierigkeiten hinwegzuräumen. Wir brauchen unsere ganze Kraft für aufbauende Arbeit und sollten in internen Differenzen weniger Empfindlichkeit zeigen. (Wir können uns dieser Auffassung des zionistischen Zcntralorgans mit ungeteilter Zustimmung .™schließen. Eine Prcstigepolitik wie die hier geschilderte, macht einen peinlichen Eindruck, und es geht doch auch nicht an, das berühmte Requisit der Souveränität des Kongresses nach Belieben hcrvorzuholcn oder zurück« zustellcn. — Red. d. ״J. R.“.) Juden in der ncnei französischen Kammer Paris. (J.T.A.) Die folgenden vierzehn Juden sind in die neue französische Kammer gewählt worden: Der, Marincministcr im Poincare-KabineSt, Bokanowsky, M, B i!1 d c r (beide vom nationalen Block); Scheer, Silber« mann (Republikanischer Bund); Leon Blum, Wcill und Uhry (Sozialisten); Meyer, Milhoud (Radikal« Sozialisten); Ignace, Frybourg und Abrami (Cie« mcncistcn). Der Sekretär Clcmcnceaus Mandel und Baron Maurice de Rothschild sind ln der Minderheit ge« blieben. Bemerkenswert ist die Niederlage des Führers der antisemitischen royalLstischcn Partei Leon Daudet, Das jüdische Memorandum an die laternalionale Emigralions Koalerenz Paris. (J. T. A.) Dr. Z. Temkin, der zusammen mit Herrn Aberson aus Genf das Vereinigte jüdische EmL« grations-Komitcc auf der am 15. Mai in Rom beginnenden Internationalen Jmniigralions-Konfcrcnz vertreten wird, ist auf seiner Reise nach Rom hier cingctroffcn. Das Memorandum, da: der Konferenz von den Vereinigten jüdischen Emigration»- Komitees vorgelcgt werden wird, behandelt die Geschieh« tc der jüdischen Einwanderung in die Vereinigten Staaten, Argentinien, Brasilien und Palästina, während der letzten vierzig Jahre, Es werden darin detaillierte Zahlen und Darlegungen über die Inge der Emigration in den letzten Jahren und die Aussichten für die jüdische Wanderung im Hinblick auf die Beschränkungen In S ü d -11 n d Nordamerika und Palästina gegeben. In Paris findet dieser Tage eine Konferenz aus Ver* freiem des Vereinigten jüdischen Emigrations-Komitees, der Jüdischen Wclthilfs-Konfcrenz und des Komitees der jüdischen Delegationen statt, in der der Aktions-Plan für die Rom- Konferenz festgclcgt wird. * Die am 15. Mai beginnende internationale Konfccti* für Immigration und Emigration in Rom wird die folgcmla Tagesordnung haben: 1. Der Transport der Emigranten. 2. Arbeitskontrakt zwischen den Dampfschiffalirts-Gesellschaftcn in den verschiedenen l ändern. 3. Emigrantcu-Hilfc, bcsoiu’c•־» im Hinblick auf die Auskunfterteiiung über die ArbcHsiinirLL■״