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Jüdische Rundschau · 1924-05-13 · Heft 38 (13.5.1924) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 38 (13.5.1924)
Date
1924-05-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 38 Aus der füdlscliea Well pmlnild.nut Am 15. Mai feiert Dr. Nathan Birnbaum seinen 60. Geburtstag, Wir bringen in der nächsten Nummer aus diesem Aula 11 eine ,Würdigung seines Werkes und seiner Persönlichkeit. Während Dr. Arthur Dritter, der völkische ״Eselsfiilirer“ von Thüringen, wie er sich selbst nannte, und Autor der ״Sünde wider das Blut“, bei den Reielistagswahlcji durchgcfallcn ist, dürfte sich die Nachricht des ״Berliner Tageblatts“ von der Unrichtigkeit der amtlichen Meldung über die Wahl von vier deutschsonnten Abgeordneten nicht bestätigen. Nach einer Zuschrift au den ״Vorwärts“ ist vielmehr mit der Wahl K n ii p p c I K1! n z c 8 und seiner drei Gesinnungsgenossen in den Reichstag zu rechnen. lieber Richard Kunze, der mit den Deutschvölkischen ganz verfeindet ist, geben folgende Stellen aus einer (übrigens sehr humoristischen) Schilderung _ eines Kunzcsclicu ״Deutschen Abends" von II. PolUk in der ״Voss. Zig.“ Aufschluß: ,,Kunze redet. Ein großer schlanker Mann mit weißem liaar und Klemmer. Sein politisches Programm — soweit man das, was er treibt, mit Politik bezeichnen kann — richtet sich an eine ganz hestimmte wirtschaftlich engbegrenzte Schicht, nämlich an die Kleinrentner, Kleingewerbetreibenden und die unteren Bennitengruppcn. Man rechnet ihn zu den ausgesprochenen A 111 i.s e 111 i t c n f ii 11 r e r 11, und Antisemit ist er, aber während er vor einem Jahr es noch ausschließlich war, hat sieh sein Haß jetzt auch gegen andere Leute gerichtet, vor allem gegen die Völkische 11. Da er den großen Mann der kleinen Leute mimt, muß er selbstverständlich gegen den Kapitalismus wettern. Früher waren ihm luden und Kapitalisten eins. Jetzt aber, wo die Deutschvölkische Freiheitspartei die Kunzcselie Deutschsozialc Partei nicht in ihre Reihen aufpcnonimcn hat, muß er gegen den Kapitalismus im allgemeinen schimpfen, auch gegen die dcutschvölkisclicn Kapitalisten . , .Tatsächlich ist mit Kunze in der letzten Zeit eine fühlbare Veränderung vorgegangeti. Ebenso mit seinem Anhang. Seine antisemitischen Auwürfe sind nicht mehr so zahlreich wie früher und werden auch nicht mehr so sehr beklatscht. Als er dagegen von der Sozialisierung der Batiken sprach und erklärte, er sei Sozialist in <1 e m Sinne, daß er für die Vernichtung des Kapitalismus in jeder Form kämpfe, erhob sich minutenlanger, rauschender Beifall Möglich, daß das Ganze nur lioige dningeiie Taktik ist, weil er von den Deutschvölk ischen rieht als gleichberechtigt anerkannt wird, möglich, daß er die Beschimpfungen gegen die Völkischen nur blutenden Herzens spricht, weil sic keinen Wert darauf legten, von ihm geloht zu werden.“ Nach einer Mitteilung dos ״Vorwärts“ ״war in eien ״F a m i I i e ח g c s c 11 i c 1111 i e h e n Blätter n“, dem Organ des Deutschen F .1111 i li e 11 n r c 11 i v s in Leipzig, zu lesen, daß General L u d c 11 do r f f, der Abgott der Haken• krcuzler, ein — Jucicnstämmling sei. Einer seiner Vorfahren, der Stettiner Kaufmann Karl Otto Ludendorff, hat nämlich tlic Tochter eines jüdischen Seifen 11 find 1 ers Abraham Wei 1 a 11 d t in Stettin geheiratet! Diese Schande wird wohl nie ganz aufgeklärt werden, denn auch der dunkle Punkt mit der jüdischen Großmutter Willi cs, der lichten arischen Baldurgestalt im Reichstag, ist immer noch nicht restlos geklärt worden. Die verdammten Juden halicii eine merkwürdige Fälligkeit, sich bis in die allerrcinstcii und nr;irischsten Familien unserer heldischen Befreier und Erneuerer cinziisclilcichcii.“ Am 15. Mai findet vor dem Moabiter Amtsgericht ein Prozeß gegen den praktischen Arzt Dr. Hugo Bern■ hardt, Hnuptmnmi a. D. Leo Löwen stein, Kaufmann Toller und drei andere Mitglieder des Vorstandes des Bundes jüdischer Frontsoldaten statt Den Angeklagten wird zur Last gelegt, daß sie im vorigen Herbst anläßlich der Pogrome in der Grcnadlerstraße und in den umliegenden Straffen eine Abwehr-Abteilung gegründet haben, die auch über Waffen verfügt habe. Wie cs in der Anklage heißt, wurde auf eine Anzeige hin das Waffcnlagcr durch die Abteilung la des Polizeipräsidiums beschlagnahmt, IXes Klage lautet’ auf G e h ei m bü nd clei und unerlaub• t e 11 Waffenbesitz. ln der Sitzung des DnnzigerVolkstagcs vom 8. Mal wurde über den Dringliclikeiisantrag der Sozialdemokrat tischen Fraktion in Angelegenheiten des infolge des Drucks der Dcntschnationalcn verabschiedeten Rcgicrungsm i t g 1 i e d s d c s j ü d i s c 11 e .11 Senators J c w c I o w s k i verhandelt. Der Präsident des Volkslages, Senator S a h m, der dcutsehnational ist, rechtfertigte das Vorgehen gegen Jewefovvski. Er wurde durch die linken Parteien ständig unterbrochen. Es entstand ein Tumu! t, der sidi noch verstärkte, 81s ein Vertreter der deutschsozialen Partei einen Antrag clnbradite, daß in ZuJeunft Juden nicht Senatoren sein dürfen. Am 16. Mai erscheint in Berlin in jiddischer Sprache die erste Nummer einer illustrierten Wochenschrift unter dem Titel ״Jüdische illustrierte Zeitung“. Die Zeitung wird u. a. auch viel jüdisches Bildmaterial bringen. 6m -I8r»tl Am 23, April veranstaltete der Waad Lcumi einen Empfang zu Ehren des Dichters CI1. N. B i a 1 i k und der anderen jüdisehen Schriftsteller, die kürzlich in Palästina eingetroffen sind. Der Abend gestaltete sich zugleich zu einem Gedächtnisabend für den großen britischen Dichter und Freiheitskämpfer, den Schöpfer der ״Hebräischen Melodien‘", Byron, dessen 100, Todestag auf den 19. April d. J. fiel. Wie berichtet wird, (reffen täglich Gruppen armenlschcr Immigranten in der Hauptstadt Trane• jo rdanlens, Amman, ein. Die einheimischen Kaufleute und Arbeiter fürchten sehr die armenische Konkurrenz. Die Regierung unternimmt Schritte, um die Einwanderung von Armeniern zu beschränken. Polen Wie der I. T. A.-Vertretcr erfährt, bestehen Innerhalb des jüdischen Parfamcntsklubs in Polen (schon seit einiger Zeit) große Meinungsverschiedenheiten zwischen den zlonistisehen Abgeordneten und den orthodoxen, der Agudas-JIsroel ,™gehörenden Abgeordneten, so daß die Gefahr der Zersplitterung besteht Auf einer Gcheimsitzung der agudlstisdicn Deputierten und Senatoren wurde der Führer der zionistischen Gruppe Dep. Grün bäum stark angegriffen. Dep. Kirsch braun sagte, daß cs unter den jUEDlSCHE RUNDSCHAU obwaltenden Umständen unmöglich sei, daß Zionisten Und Orthodoxe in einem Klub zusammen 8 ft zc n. lieber die am 1. Mal erfolgten blutigen 7. u 3 a m m c n ־ stöße z w ischen polnischen 1111 d j ü d i s c 11 c n S 111 - deute 11 in Wilna und die variier und nachher vorgenomim-iicn Verballungen unter Juden ist zu bemerken: Ebenso wie in Warschau wurden auch in Wilna in der Nacht vom 30, April auf den 1, Mai eine Reihe A r r e t i e - r 1111 g c 11 unter jüdischen Sozialisten vorgcnommcii. In Wilna wurden mehrere angesehene Führer des ״Bund‘“, wie z. B, Iran Anna Roscnthal, J, Nowikow, Rebekka Epstein verhaftet. Ferner wurden nach nächtlichen Haussuclmugcn die jüdischen Studenten Frisch mann, Kessel, ll^rllnor Zionlwtifirh» Y^roInlRnnf? Seife 281 UonUg, don 10, fl., »Vinnd« 854 Uhr Im KilnutUrlmn«, 1)01]*v110itr. 1) I*5n RldK-CiKlIES K W-1I Eil An« Prop׳rBmm• 1, ÖotloBUrrilo: llorr Prof. Dr. Rfwrmurm, *?.. AnfinhmnfT «ino« Aktp* rinn .,!>16 OoM״n0 Kctf«>u,Bin Drnm* vom mvl .Krmjil•1> הי«r 01הוו1>1»;«חו mit 0!!חס»1ו!יז1*1־זס und MmikbcKloitunp׳, K«r10 a. UftaptroPo Ga<l Soheliaso. 8. Liodor v.Porou. KintriUcjtrni*«: Mk. 0,CO, 1,—, 3,— *üKÜKtloh Htouor. G r ii!1 b I a 11, Z r 11 n s k i 11. a. verhaftet. Merkwürdigerweise wurde auch der Vorsitzende der zionistischen akadc• mischen Jugend, der Student Lewinski verhaftet, bei dem nichts anderes als Aufrufe zur Unterstützung der Jerusalemer Universität gefunden und hcsclilagnahmt worden sind. Auch der Sohn Dr. Schabads wurde verhaftet. An der am 1. Mai mittags stattgefundenen MHdemonstratio!! beteiligten sich auch die jüdischen sozialist ischen Studenten, die ihre eigene Fahne hei sich hatten. Eine organisierte Bande polnischer Studenten und Hooligans überfiel, gerade als der Zug an dem Gebäude der jüdischen Gemeindeverwaltung vorübrr/og, die demonstrierenden jüdischen Studenten und versuchte, ihnen die Fahne zu entreißen. Es kam zu einem blutigen Zusammenstoß. r׳ie Hooligans rieten: ״Haut die Juden!" Es gab auf bcid'n Seiten zahlreiche Verwundete. Die Führer d e r polnis chore Sozialdemokraten, die an der Spitze des 711 es schrillen, wurden 11 111 Hilfe ersucht, sie w c igerten sich aber, den U c b c r f n II c n c n zu Hilfe zi! kommen. Dagegen nahmen sich jüdi.chc Passanten der in Gefahr schwebenden jüdischen Studenten an. So kam cs, daß auch mehrere Passanten verwundet wurden, 11. a. der hekannte jüdische Dichter M. Kill bak, der mit schweren Kopf• wunden bewußtlos auf der Straße liegen büch. Nunmehr griff die Polizei ein und verhaftete ׳zunächst eine größere Anzahl Juden, darunter den bekannten Bumüslrn und Generalsekretär der Wituacr ״O:0“-GcseUschan, Dr. Rates, den jüdischen Journalisten Jwenizki, den Administrator der jiddischen Zeitung ״To״“ B n I h c r i s c 11 s k i, den die Fahne tragenden Studenten Remigatski usw. in der Sitzung der Budget-Kommission des polnischen Sejm, in welcher das Budget der Armee beraten wurde, brachte der jüdische Deputierte Dr. Fe Id in an 11, eine Reihe Bes ch w erden über die B e 11 a n <111111 g der Juden in der Armee vor. Fr sagte, daß die jüdischere Soldaten von gewissen Zweigen des: Militärdienstes ausgeschlossen sind. Sobald irgendein Jude zu einem Sonderdienst komm.™־ diert wird, schickt man ihn unter Berufung auf irgendeinen Gelicimbefclil bald zu seiner Truppe zurück. Von Beförderuiigcn werden die Juden systematisch ausgeschlossen, die jüdischen Offiziere werden aus der Armee hinnusgcekelt. Einem jüdischen Reserveoffizier wurde der Offizicrsr.ang abgenommen, lind er wurde als gewöhnlicher Soldat in die Armee cingcteilt, weil er seine Nationalität als jüdisch angegeben hat. Das System der Ausschließung wird sogar gegen jene Juden angewandt, die seinerzeit in den Legionen gedient haben. Hie Beziehung des Militärs zu der zivilen jüdischen Bevölkerung ist ebenfalls sehr unbefriedigend. Währcnd der letzten Ucbcrscliwcinmungcn In Nowidwar hat das zur Hilfe lierbeigeciiie Sappeur-Bataillon die jüdische Bevölkeruug sehr drangsaliert. Auch bei der Abgabe von Lieferangen herrscht die Tendenz vor, jüdische Angebote, auch wenn sie die billigsten sind, unberücksichtigt zu lassen. Dabei trägt die jüdische Bevölkerung einen sehr großen Teil der Steuern, von der die Hälfte für die Armee verwendet wird. Eine große Anzahl jüdischer Firmen fn Warschau sind von der neuen Wirtschaftskrise in Polen schwer in Mitlcldensrhaft gezogen. Viele dieser Firmen, besonders im jüdischen Viertel, wurden in den letzten Tagen insolvent. Ire Geschäftskreisen führt man die Krise auf die schwere Steuerbclastung, besonders des Kaufmannstandes, zurück. Oesterrtfeh Einer der ältesten und angesehensten Wiener Bankfeufe, Isidor Eisner, hat üi der Nacht zum 8. Mai j'11 seiner Wohnung Selbstmord durch öcffmmg der Gasbahne, begangen. Die Ursache liegt in großen Verlusten, die Eisner an der Börse erlitten hat. Isidor Eisner war ein Verwandter Theodor Hcrzls, aber einer der erbittertsten Gegner der Hcrzlschcn Ideen. Er hat seinerzeit Hcrzl im Familienkreise und in der Ocffcntlichkcit bekämpft Ungarn Vor dem Budnpesfer Strafgcrlclilshofc hafte sich der Bürgcrsclmldirektor Ferdinand Szekely zu verantworten, der in einer im Oktober 1922 hcrausgegehencn Broschüre ״Der Numerus clausus in Ungarn'" 11. a, folgendes geschrieben hat: ״Nach mannigfachen Revolutionen und Putschen hat eine ungesetzliche Regierung 711 ungesetzlichen Mitteln ihre Zuflucht genommen. Zunächst dadurch, daß sic dem gekrönten König seine Rechte vofciitbiclt und die Lage der Juden, die seit einem Vicrieljahrtauscna Rechte und Pflichten mit den übrigen Bewohnern dos Landes geteilt hatten, geradezu unhaltbar machte. Den von der Front hcimkchrcndcn Universitätshörern jüdischer Konfession wurde der Eintritt ins Universitätsgebäude gewaltsam verwehrt, in der Aula der Universität werden massenhaft Waffen angcsammclt, um im gegebenen Augenblick einen Kreuzzug gegen die Juden zu lns7enicre!>. Es sei lebensgefährlich für die Juden, die Straße zur Nachtzeit zu passieren. Das heutige Rcgicrungs- System ergötzt sich am Todes röcheln der zum Blutgerüst geschleppten Patrioten . . Der Gerichtshof verurteilte Ferdf« mimt Szekely wegen des Vergehens gegen den u 11 gaי ris'-licii Staat und die ungarische Nation ztt drei Almuten Gefängnis urnl 300.000 K. Geldstrafe.! Nach langwierigen Interventionen ist jetzt der größte Teil der 1111 berüchtigten Konzentrationslager von Zalacgcrs« 11 g internierten Personen freigetnssen worden. In diesem Lager waren jahrelang tausende Personen interniert, die der Sympathie mit dem bolsdiewistiseüheu Regime verdächtig waren, sowie Juden, die nicht die ungarische Staatsbürger« schaff besaßen und a u s g e w i e s c 11 werden sollten. Nach Ai gaben des Polizcikoimiiandauteu Johann Baksa beabsicbtigere die Behörden nur solche Ausländer jüdischer Rasse aus« zmveisen, die sich nach «lern 1. Juni 1914 in Ungarn nieder« gelassen hätten. Die anderen Internierten würden allmählich cutl.1r.sen werden, so daß das Lager in absehbarer Zeit wird geschlossen werden können. Rmnänftn Die Durchführung des StnatsbürgcrsrhafDgesctzcs erregt in ganz Siebenbürgen große Beunruhigung. Die Judcnlieit Siebenbürgens bat bereits eine einheitliche Organisation zum Schutze der individuellen Rechte, sowie zum Rechtsschutz f ii r j c 1! c luden, die des Sfaatstuirgerrcclitcs beraubt wurden, geschaffen. Die Aktion vereinigt alle Parteien der Sieben- Bürger Jmtoiilicit. Das Aktionskomitee hielt eine Beratung ab, an welcher die Leiter der orthodoxen und die ucologere K11Uu%k;m/ld('!1, sowie die Zionisten teilnabmeii. Das Regat (Altriimänien) war durch Dr. F i I d c r 111 a n 11 vertreten, welcher die Unterstützung der Union der rumänischen Juden versprach. Dr. Fild ermann beantragte die Errichtung eines zentralen Rcclilsscliiit/biiros, welches in jeder Ortschaft eine Filiale haben soll. Anfang Mai fanden in K i s c 11 i n c w M a ss c n a r re t ie« r u 11 g c n unter der jüdischen j 11 g c 11 d und der j ü - di sch en Arbeiterschaft statt. Die Arretierungen wurden durch die Geheimpolizei vollzogen, die den Verhafteten, kommunistische Betätigung vorwirft. Balkan tänder Die Kultusgemeinde vo!1 Saloniki hat die von ihr zu be« stimmenden Senatoren für den griechischen Senat noch nicht ernannt. Die Gemeinde wird vorerst die jüdische PevöJ« kenn!״ Iiiciübci־ befragen und das Resultat der Regierung yörlegcn. Die Bitdmigskommission der Jüdischen OetneTndo in Saloniki beschloß die Errichtung einer neuen großen Volks- und Mittelschule. p Ussischkin ist am 5. Mai in Saloniki eingetroffen, Von der Ktiltiisgcinrimlc und den zionistischen Verbänden, sowie der Btici-llritli-l <1״c ist ein Emplangskomitce zusammengesetzt worden. Am 6. Mai hat Ussischkin die S eli 111 c 11 der Salonikicr Gemeinden besucht und am Abend desselben Tages die Delegationen empfangen. Am 7. Mai hat Ussischkin der Eröffnung der Tagung des Keren Haj'cssod beigewohnt. z\m 10. Mai hat er in hebräischer Sprache in einer öffentlichen Versammlung über den Wiederaufbau Palästinas und über die nächsten Aufgaben der Zionisten gesprochen. z\m 11. Mai reist er nach Sofia. Der bulgarische Minister des Innern, Rtissoff, demen■‘ tiert auf das entschiedenste die Gerüchte, wonach die bulgarische Regierung gegen die jüdische Bevölkerung Repressiv maß nah men zu er« greifen gedenke. IX-r Minister erklärte, gegen die böswilligen Verbreiter dieser Gerüchte mit aller Strenge des Gesetzes Vorgehen zu wollen. Die Angelegenheit ist unklar. Vielleicht handelt es sich um die früheren (von uns gemeldeten) Erpressungen des mazedonischen Komitees an den Juden, Russland Nachdem die russische Presse die Meldung vom To da Mendel Bcllia wiedergegeben hat, hielten die Kiew er I u den eine T r a u e r f c i e r für Beilis ab, bei welcher Rabbiner Kowalsky die Trauerrede hielt. Nach einigen Tagen . traf aber die Nachricht ein, daß Beilis, der dntgo Jahre in Palästina lebte, nicht gestorben sei!tnd sich wohtbch reiten in New York befindet. (Wir haben die Nachricht von seinem Tode in Nr. 37 mit Vorbehalt wieder,gegeben. — Red.) Vor!00 Jahren, am 23. April 1824, wurde in Hlubokst im Wilnacr Gouvernement Rabbi Sam lief Mohitewer, der chowcwc-zionistische Vorkämpfer, gehören. Er wirkta später als Rabbiner in Bialystok. Seine Verdienste um dia zioilistische Bewegung geboren der Geschichte an. Im Gouvernement Smolensk hat sich die Zahl der jüdischen Kolonien in den letzten Jahren von drei auf zwölf vermehrt. Im ganzen sind in Smolensk 4613 Juden, das sind 40 Prozent der gesamten jüdischen Bevölke« ning des Gouvernements, ausschließlich in der Landwirt« schaft tätig. Der Drang der jüdischen Bevölkerung nach landwirtschaftlicher Betätigung kann jedoch wegen Mangelst an Boden nicht befriedigt werden. Oie erwähnten 4613 jüdi« sehen Landwirte verfügen bloß über 3-100 Desjatin Boden. Das hnt zur Folge, daß zahlreiche Smolenskcr Juden abwandem. In diesem Frühjahr begeben sich von dort zahlreiche Juden nach dem Gouvernement Jekaterinoslaw, wo ihnen Boden zur Bearbeitung ztigetcilt worden ist, Die Gesell« schaft ״Ort" gewährt ihnen materielle und fachliche Hilfe. Nahei- Ooten , Der Berichterstatter der ״Frankfurter Zeitung", Leopold Weiß, schreibt in einem Artikel über Aegypten: ״ln der ägyptischen Geistlichkeit herrschen die Stimmen vor, die die Einberufung eines allgemeinen muselmanischen Konzils zwecks Lösung der Kalifatsfrage für unerläßlich halten, An ciüc Anerkennung Ti 1! 9seins, der sich kürzlich in Hedjas und Transjordanien zum Kalifen proklamieren ließ, denkt hier niemand; er wird in def arabischen Presse als der ״Kalif von Reuter“ bezeich« net. Es existiert in Aegypten eine Richtung, die sich für die Ausrufung König Funds zum Kalifen ausgesprochen hat —* aber diese Tendenz zielt weniger auf ein neues allgcmei* lies Kalifat als auf ein speziell ägyptisches ah . , . wie denn auch überhaupt die Idee der geistlichen Separation, der Errichtung einzelner Kalifate in den einzelnen musclmanischen Landern mehr und mehr an Boden gewinnt." Mustapha Ke mal Pascha erklärte ausländischer» Pressevertretern, daß nach Abschaffung «!es Kalifats auch! an die Abschaffung die griechischen und des armenischen Patriarchats und des Oroßrabbi n nts gedacht werde. ß« י § ' *H 41

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