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Jüdische Rundschau · 1924-04-29 · Heft 34 (29.4.1924) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 34 (29.4.1924)
Date
1924-04-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
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s|i' Seite 24ö JUED1SC11E RUNDSCHAU Brief iiasuiia r Von unserem Korrespondenten. * Ine Polemik zwischen hebräischen und arabischen Zeitungen über die i'raf'e der jiidisclicn Arbeit Vor einigen Tnf’.cu veröffentlichte ״II an re/“ einen Artikel, In welchem es die (iulKclion Kolonisten In der Um• gebtmg von Jaffa tadelt, weil sie beim Tabakanbau keine jüdischen Arbeiter beschäftigen, Die Jerusalemer ara* bische Tagevcdung ״I.issan cl Ar ab“ griff_ den Artikel auf und Uta״to die hebräische Presse an, dal! sic rum Boykott der arabischen Arbeiter mittordere, Sie berichtet, daß angeblich jüdischen Hausbesitzern Kredit ver- ■weigert worden sei,. weil sie arabische Arbeiter bescliäftigen, Der Artikel schloß mit den Worten: Wir hotten, im Namen des allgemeinen Nutzens und des gesunden Menschen־ Verstandes, *laß die jüdische Gemeinschaft in Jaffa solchen Aufforderungen nicht folge leistet ״Haare/“ antwortete, daß es nicht die Absicht des Artikels war, sich darüber zu beklagen, daß die Kolonisten arabische Arbeiter beschäftigen, somlern «lariiiher, daß sie keine jüdischen Arbeiter bcschattigeii, und «laß, während zurzeit hunderte iiiditjiidKclier Arbeiter in den neuen Arbeitszweig des ,Tabakbaues cingedrimgeii sind, für indische Arbeiter kein Platz ist. ״Wenn,“ fährt ״l faarez“ fort, ״die arabische Presse hierin kein Unrecht findet, so möge sie uns aufzeigen, wieviel jüdische Arbeiter die arab i s c b c 11 Bauer n 11 n d O r o ß g r u n d b c s i t z c r b c - 1s e h ä f t i g e 11, zurzeit, wo tausende arabischer Arbeiter in den jüdischen Kolonien Pzeschäftigimg finden. Wenn jüdische Arbeiter nicht von Arabern beschäftigt werden und auch nicht bei jüdischen Bauern Unterkommen werden, wer wird für sie ,sorgen?“ Eino Denkschrift des arabischen Exckutlv-Komitces wegen der Purimcreignis.se in Jaffa Der Vorsitzende des arabischen Komitees, Kasim Pa- *1t c 11 n ( hat an Herbert Samuel ein längeres Memoran- *111m über die Ereignisse, die sicli zu Purim zwischen Jaffa und Tel-Awivv abgespielt haben, gerichtet. Das Memorandum strotzt von sinnlosen Beschuldigungen gegen die Juden. Es beschuldigt die Juden, im Mnskenzugc die rel Ig i6s e P ro- •Zession Nebi Muss der Araber verspottet zu haben usw. Die Polizei ergreife keine Mittel, um die an dem Angriffe auf die drei Araber beteiligten Juden fcstzunehmen, ,Wer auf die beiden Juden einen Angriff unternommen habe, sei unbekannt, aber es sei außer Zweifel, daß der Angriff auf die Araber ein Uaclieakt gewesen ist. Es bestehe eine geheime jüdische Gesellschaft, deren Ziel es sei, an den Arabern im l alle eines Angriffs auf Juden Rache zu nehmen. Es sei aber unmöglich, dieser geheimen Gesellschaft auf die Spur zu kommen, solange die Polizei von Tcl-Awiw :nur aus Juden bestelle und weder ein Araber noch ein Englinder zu ihr gehöre. An den ganzen Purimvorfällen sei die Bai tour-Deklaration schuld. Die Regierung trage die Verantwortung für alles, was geschehen ist und noch gesdicllcn wird. (In der inzwischen erfolgten Antwort der palästinensischen Regierung sagt diese, daß das Memorandum der ׳arabischen Exekutive voll *der offensichtlichsten Unrichtig- ]reiten ist, und «laß deshalb eine detaillierte Antwort auf die verschiedenen vorgcbracliten Punkte sich erübrigt. Die Regierung gibt «ler palästinensisch-arabischen Exekutive den Rat, sich in Zukunft zuerst über die Tat• Sachen zu informieren, bevor sic sich an die Regierung wendet, -י Red.) Ausstellung palästinensischer Produkte In Tel-Awiw Die Gesellschaft ״Tozereth Haarcz“ ־zur Förderung der heimischen Produkte in Palästina hat in Tel-Awiw eine Aus- Stellung eröffnet, welche die palästinensische Produktion auf allen Gebieten «ler Landwirtschaft und Industrie zeigt. An der * Ausstellung beteiligten sieh gegen 150 Aussteller, Die Besneherzahl beträgt bis 2000 Personen täglich, unter ihnen auch Araber. Wie die J. T. A. meldet, besuchte der Oberkommissar für Palästina, Sir Herbert Samuel, am 22. April die Aus- Stellung der palästinensischen Erzeugnisse in Tcl-Awiw. Sir Herbert Samuel sagte, die 'Ausstellung gehe ein Zeugnis für den Geist, die Energie und ' Leistungsfähigkeit, die’ in Palästina vorherrschen und die das Vertrauen auf die i n - dustrielle Zukunft Palästinas rechtfertigen. Ankunft jüdischer Einwanderer in Palästinav Am 14. April langten in Jaffa 05 Jemeniten an, deren Einwanderung durch «las Zentrale Komitee der Verdiiigung der palästinensischen Jemeniten organisiert werden ,War, Die Verschiebung der Session der Assephat-nlwcharim > Der Waad Hakumi hat die dritte Session, welche vor Pcßnch stattfiiiden sollte, um einen Monat aufgeschoben. Die ,Ursache der Verschiebung liegt in der Frage des Frauen- *timmrechts. 'Die orthodoxen Delegierten verlangten als Dediiigung ihrer Teilnahme die Zusicherunjj, da 11 bei den Neuwahlen zur AxsepliaBniwdtarim Frauen kein Stimmrecht erhalten werden. Es wurden längere' Ver- Handlungen mit den Orthodoxen geführt, die schließlich in einem Brief an den Waad Haleumi erklärten, diß sie die Notwendigkeit «ler Organisation der palästinensischen Judenheit anerkennen, die Frage des Frauenstimmrechtes sei tcdoch für sie eine religiöse Frage und könne der Assephatniwchnriin nur unterbreitet werden, um <|ic Möglichkeit einer formellen parlamentarischen Erledigung zu geben. Der W;ta<! Haleumi beschloß, die Klärung■ der ganzen Frage zum ersten iVcrhamllungsgcgcnstand der «!ritten Session «ler Assephatniweharim zu machen. Die weitere Tagesordnung der Session Wird umfassen: Rechenschaftsbericht «les Waad Hnlctmii; Unsere politischen Forderungen; Wald eines provisorischen!Wand Haleumi bis zur neuen Asseplint-mweharim; Festsetzung des Wahltermins für die neue AssepUnt-niwcharim, Im Zii'.amiiienlian״ mit der neu aufgerolttcii Frage des Frauenstimmrechts hat der Fraucnvcrcin ״Agudath naschem“ in Jerusalem, Haifa und Safed und Rischon’ le-Zion Frauen- Versammlungen abgehalten (über die wir noch besonders bcrichten — Red.). Organisierung der religiösen Arbeiter Innerhalb der allgemeinen Arbeiterorganisation Innerhalb der allgemeinen Arbeiterorganisation hat sich eine Vereinigung religiöser Arbeiter gebildet, welche derzeit 200 Arbeiter umfaßt. Die Vereinigung bereitet die Eröffnung streng rcli.giös geführter Küchen in Zusammenarbeit mit dem Rat der Jaffacr Arbeiterschaft vor. Gruppen der neu gegründeten Organisation haben Arbeiten in Ekron und Jabnecl übernommen. Arabische Bankette zu Ehren des zurllckgelretenen politischen Sekretärs Riclimoiul Vor einiger Zeit ist der zweite politische Sekretär Herbert Samuels, Riehmond, zurückgetrelcn. Aus den Banketten, welche letzt durch das arabische Exekutivkomitee zu Ehren Idchmomls in verschiedenen Orten geneben werden, wird klar, «laß Riehmond zurtt c kg e t re te 11 Ist, weil i 11 md i e P o 1 i t i k d c r R c g i 0 r 11 n g z u wenig n r a her• freu nd I i e 11 e rsc 11<-i n t. (Wir bähen ln unserer letzten Nummer übei׳ «ine Rede Riehmnmls auf einem dieser Bankette und der von ihm geplanten Propaganda 111 London berichtet, -- lad.) Im Klub ן u n g e 1׳ Araber in Sichen! äußerte sieb Kichmnm! in folgender Weise: ״Die Zustände in Pa- Araber haben langer zu w arten , denn «ler Tag wird sehr bald kommen,, an welchem England den in Palästina begangenen Fehler ein sehen wird. Die Zustände müssen sich lindern. Ich verspreche, daß ich die palästinensische Frage niemals vergm-sen werde, ich werde mein Leben der Pa• i ii s t i 11 a f r a g c im besonderen und der arabi• sehen Frage im allgemeinen widmen, ich werde Zeitungsartikel veröffentlichen, in Klubs und Volksversamm• hingen sprechen, ich werde laut erklären, daß das arabische Volk in Palästina entrechtet ist.“ h, b, in folgender Weise: ״Die Zustände tuu sind nicht befriedigend. Die äuge gewartet und ich bitte sic, noch ——*2 ili'lülTC! MS ’«TA Clu > . ÖfTcnfillcbte Versammlung am Montier, <1 «>«1 5. Mai, abends 8 Uhr, in den AiUrüstft-Viktorift-Siilsn, LutherslraDo U1/32 (gegenüber der Skala — Ntiho Wlttenbergplatz). Relovent; J)r. K r n 8 t Simon, P r a n k f u r t a. M. Thema: Mmlerne WlNsmmrtiaft und ,jlldlache« Lernen — zugleich eine Gedenkrede auf Herr« ltnbb. Dr. Nobel, i. A. (iitste willkommen! Wlrlsclwflsiiadirlclilcn ans Palästina Die IJchcrfülmmg von Arbeitern in den Tabakbau ist tn «len letzten Wochen «lurehgefiihrt worden. Gegen 65!) Leute, wurden von Jerusalem und Jaffa nach den Kolonien in Judiia, S a m a r i a und Galiläa entsandt. Die landwirtschaftliche Arbeiterorganisation bat mit verschic• denen Gesellschaften von Tabakpfianzern sowie mit einzelnen Farmern Verträge über die Beschäftigung von ungefähr 2000 Arbeitern abgeschlossen. Die Zahl der in der Tabakkultur beschäftigten Arbeiter einschließlich der privat Angestellten beträgt nunmehr 3000. The Atliiif Salt Co. Der Bau der großen Salzmühlc ist fertiggcstcllt worden; die aus dem Ausland importierten Maschinen sind aufgestellt. Das im «׳origen Jahr nro«luzicrtc Salz ist noch nicht auf den Markt gebracht' worclcn. Sobald der Bau der ZuSalirtsbalin beendet Ist, wird der Transport zur naheliegenden Station beginnen. Ende üe/cinber wurde mit «ler Auffüllung der großen Bohrlöcher mit Salzwasscr begonnen, mul es ist zu hoffen, «laß «las Prodiiktionscrgcbnls dieses Jahr größer sein wird als im vergangenen. Gründung einer Zuckerfabrik? Der Vertreter einer f ran zö s i s c 11 - jiid isc 11 cn Knpitalistengrunpe, die in nächster Zukunft in Palästiiia eine Zuckerfabrik zu errichten, plant, ist in Palästina ciugctroffcii. Die Gesellschaft bcabsichtig(, aus Zuckerrohr Zucker hcrzuslellcn, und ver• an statt et. zurzeit Versuche mit der Kultivierung von Zucker• rohr. Die Fabrik soll in «1er Nähe von Dagania am Ufer des Jordan, errichtet werden. Eine Molkerei in Ara. In Ara Sillagc bei Sichrem Jacob wurde von der Firma Pevon und JclioRchua eine kleine Molke• rei zur Herstellung von Käse 'gegründet. Das investierte Kapital beträgt .C MX)—000, die Zahl der beschäftigten Per• soiicn acht. Es.werden täglich ößf) Roil Milch, die aus den umliegenden Doriern geliefert wird, verarbeitet. Produziert wird Kashkavau, Butler 11ud weißer Käse, für die in Jen»• salem und Tcl-Awiw bereits Absatz vorhanden ist. Araber ot’pn die (jcplanle palästinensische Währanjj Jerusalem. (J. T. A.) Die Palästinensische Arabische Exekutive bat an den Oberkommissar Sir Herbert Sam 11 c 1 du Memorandum geschickt, in welchem sic gegen den Vorschlag «ler Regierung, eine eigene palästinensische Wältrnng cinzulührcn, protestiert. 200 jiitllscUe Tabakpllanzcr aus Beßarablcn nach Palästina Jerusalem. (J.T.A.) Aus Bcßarabien traf hier soeben Herr G.itscliko ein, um in «ler Angelegenheit von 200 jüdlsehen. 'Inb:1.kp.fl:111zern aus Bcßarabien zu Intervenieren, die sieh in Palästina, niederlassen wollen. Herr Gilschko verhau■ dd!e. mit den Zionistischen Institutionen wegen Bewilligung von Visen für die .Tabakpflanzer, Von hier begibt sich Herr üitsdiko nach Paris und New York wegen finanzieller Unter- Stützung der Tabakpflanzcr. ln Beßarabie.11 .existieren seit Jahren größere jüdische landwirtschaftliche Siedlungen, mit zusammen 10000 Fami• lieu, die •II.)(MIO Hektar Boden hebaurn. Seit einiger Zeit macht sieh bei den rumänischen Behörden die Tendenz bemerkbar, uie bdiarabischen Bauern auf Kosten der jüdischen Landwirte zu begünstigen, um so die Bauern für da» Ver• bleibe!1 B c ß a r a b i c u s bei R u m ä 11 i c n und gegen Rußland zu stimmen. Der Artikel 30 des Agrargesetzes schreibt vor, daß die mit Stahlsbodcn beteilten Dauern den Boden selbst bearb eit cn müssen. Es wurden jetzt mehrere Kommissionen eingesetzt, die Untersuchungen in dieser Be• Ziehung durchführen und besonders die jüdischen Siedler aufs Korn .nehmen. Da die Juden aus Mangel an Ichctuicm Inventar oft Tagelöhner beschäftigen mü-svit, wird gegen sie die 1111 ׳ Ziehung «les Bodens ausgesprochen. Hunderte jü. bischer Kolonisten stehen jetzt vor «ler Gefahr, ihr gesamte» Vermögen zu verlieren, da ein' solcher Paragraph der Willkür Tür und Tor öffnet. Pie Mörder der beiden brilisclien Gendarmen zum Tode verurteilt Jerusalem. (J,T.A.) Abdel Kerlm und Jud0f Abdel Nass ul, zwei Araber, die überführt worden sind, im Februar 1022 zwei Angehörige der britischen׳Gendarmerie in Palästina, die Sergeanten Wal kor und Dünn, meuch• ,lings ermordet zu haben, wurden am 23. April zum Tode verurteilt. Die Sergeanten Walker und Dünn (über deren Ermordung *vir seinerzeit berichteten. — Red.) fuhren i|1 der Nacht des 28. Januar von Jaffa nach Jerusalem in einem Automobil, als sie hinter Ramlch von bewaffneten Arabern angehalten und erschossen wurden. Die Mörder erbeuteten das Automobil und flohen damit. Die polizeiliche Untersuchung erstreckte sicli über den ganzen Distrikt. Erst am 22. Febinar wurden die Mörder verhaftet und zur Aburteilung nach Jerusalem gebracht. Nr. 34 Pie zionistische Jalircskonlerenz Wie die ״Ziko" erfährt, wird die diesjährige Tagung des Zcntrnirats der Zionisllirhcn Organisation (Jahrcskonfc’renz) voraussichtlich Im Laufe des Monats August in Wien statt, finden. Da« genaue Datum des Beginns der Jahreskonferenz steht noch nicht feit. DicMärzcIngänoe beim üaaplbüro desKeren Hajessod in London £ 1. Verejnigtc Staaten 2. Rumänien: Altrum,inien Bcßarabien Bukowina 3. Polen: Warschau Wilna 4. Einzclbeträgc .... 5. Litauen 6. Finnland . 7. Bulgarien . . 8. Tschechoslowakei « ■ 0. Oesterreich .... 10. Danzig. 11. Brasilien .... 12. Schweiz. 13. Eng'and. 11. Mesopotamien 15. Algerien . lö. Ostgaüzicn. 17. Holland. 18, ISdgien. 10. Indien ....... 20. Transsylvanien . 21. Tunis ....... 22. Palästina 4,412. 712, 25 1,430 840 28,279.17. J 6. 6 5,150. 8, 6 2,270. 6, 6 1,963. 8. 6 1,123. 2. 7 786. 8. 8 738 1.11 '128.17. 5 292.11, 6 277. 1. 4 275. 7.10 2J8. 7. 3 220 1 4. 3 200 178.11. 5 153. 2. 8 U9. 9. 9 137. 4. 6 -.-2־12 4 .5 .111 1.10 .103 —1 77 .70 50.—.— Büro 19. 1 8 69, 1. 8 46. 4, 2 31.12. 3 17. 1. 1 17-.- 9. 5. 7 9.-,- 5,17■ 1 43,0rS(t.12, 8 Die Gesamtsumme der Eingänge d:s Keren Hajessod per 31. März 1924 beträgt demnach £1,274,839. 6. 9 Dänemark Frankreich! Pariser Büro Straßburger 25. Lettland 26. Estland. 27. Schweden .... 28. Griechenland 29. Russische Flüchtlinge 30. Italien ..... 31. Ostindien ... Amerika kein jüdisches Einwnndcrunasland mehr Die Annahme der Johnson-BUI. Der amerikanische Senat, der am Donnerstag, den 17. April, mit 53 gegen 25 Stimmen einen Gesetzentwurf angenommen hatte, wonach die. Einwanderung von Auswanderern nach den Vereinigten Staaten auf 1 Prozent der bereits in den Vereinigten Staaten wohnenden A ngcnörigen jeder Nfition beschränkt werden soll, hat sich am 18. April nochmals mit «liesem Entwurf befaßt und schließlich den Satz von 2 Prozent au f der Basis der Volksz ii fi 1 u n g v o 11 1 89 0 a 11 g c n o m 111 e 11, Präsident Coölidgc dürfte von seinem Vetorecht kdiucn' Gebrauch machen. Das Kongreßmitglied Albert Johnson, der Verfasser der Bill, erklärterer Zweck «ler Bill sei, Amerika den Ameri• kanerp zü erhalten. Er safcte, es sei nötig geworden, daß die Vereinigten Staaten aufhören, ein Aiyl zu sein. (Wir haben die geringen Quoten für die osteuropäischen Länder bereits in Nr. 30/31 mitgetcilt. — Red.1 Neunzig Chaluzlm in Minsk verhallet R i 0׳a. (J.T. A.) Aus Minsk sind nach Riga Meldungen elngetroilcn. daß dort in «len letzten Tagen neunzig Chaluzim, Mitglieder «ler Organisationen ״Zclrc Z!on“, ״Kad iniah“ und ,.He chawer“ verhaftet worden'sind. Gegen die Verhafteten wird die Beschuldigung erhoben, daß sic Angriffe gegen die.Führer der jüdischen Sektion der komnmnistischen Partei gerichtet haben. (Welch Sakrileg! Wie kann man so etwas gegen diese unfehlbaren Rcspektabilitätcn. wagen! — Red.) Uebor die Verhaltung wird noch folgendes bekannt: Bei der G. P. U. (Tschcka) in Minsk wurde eine besondere j ü dische Abteilung gegründet, die die Aufgabe über• nommen hat, die illegalen jüdischen Organisationen zu bc• kämpfen. Diese Abteilung hat auf einmal dreißig Agenten in die Stadt geschickt, die im Verlaufe von drei Stunden neun• zig junge Zionisten verhaftet hatten. Durch dieses Massen• aufgebot von Agenten wurde erreicht, daß keiner der verhaf• teten jungen Leute sich, durch die ersten Verhaftungen gewarnt, in Sicherheit bringen konnte, da alle Verhaftungen fast, gleichzeitig erfolgt sind. Die Minderheiten in der Türkei Konstantin opel, (J.T. A.) Die Nationalvcrsamm• hing in Angora nahm am 21. April die letzten Punkte der Konstitution an. Gleich darauf wurde über die!! ׳uc Verfassung als Ganzes abgestimmt und diese angenommen. In bezug auf das türkische Bürgerrecht für die Angehörigen der nationalen Minderheiten im Lande wurde beschlossen, dem Artikel Sä der Konstitution eine einschränkende Wirkung zu verleihen. Ursprünglich gab der Artikel allen türkischen Untertanen o 1111 e Unterschied der Rasse und der Religion das Recht, sich Türken zu nennen. Die Einschränkung besagt nun, daß die Angehörigen «ler nationalcn Minoritäten mtr soweit, Türken genannt werden sollen, als sie wirklich Kinder des Landes sind. Die* ist so ausgclegt worden, «lall versucht werden soll, Griechen und Armenier, soweit cs nngeht, von dein Genuß des des türkischen Bürgerrechtes aiisziisrliließcn. Im!־'alle der Juden und anderer nationaler Minoritäten heißt cs, daß das tllrkische Bürgerrecht allen denjenigen gewährt werden wird, die In der iiirlcisclieii Armee gedient, türkische Schulen besucht haben, der türkischen Sprache völlig mächtig sind und türkische Kultur angenommen haben. Die Ausgrabunßcn in Jerusalem In der ״Vossischen Zeitung“ vom 20. April veröffentlicht Dr. Hugo Greßmann, Professor an der Universität Berlin, einen Aufsatz, betitelt ״Neue Funde in Zion“ über die Ausgrabungen Prof. Macalistcrs und Capt. Weüla. Professor R. A. S, M a c a 1 i s t c r, der im Aufträge der palästinensischen Forschungsgesellschaft die Ausgrabungen in der Gegend der David stadt geleitet hat, befindet sich *(etzt auf der Rückreise nach England. Das Exekutivkomitee der palästinensischen Forschungsgcscllscliaft erklärt, die Resultate der Ausgrabungen seien bis jetzt der• artig 0 r m 111 i g e 11 «I gewesen, daß man sich ohne Verzug an die Erforschung des angrenzende« Gebietes auf dem Berg* Op hei machen wird. Mr. Garrow Du 11c an wird während der Abwesenheit Prof, Macalist'ts der leitende Direktor sein,

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