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Jüdische Rundschau · 1924-04-29 · Heft 34 (29.4.1924) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 34 (29.4.1924)
Date
1924-04-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
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i 24 / gn n V״ ■ J V jpf— ׳✓. I ■ v;! p, .j 1-1:!*־* xJ \1 ־־V J5SS*BSSaBBB6£3l'ja.at::" Redaktion und Verlag W 15, MelnckcstraÜc 10. Erscheint jeden Dienst.־!(! und Freitag. Bezugspreis bet der Expedition monatlich 1,85 Goldmark, Vierteljährlich 5,25 Goklmark. Au»'*n«J«nbonnen1eat* werden io dar Währung der einzelnen Länder berechne! *SATC. ג:־;;:צ־. :־.::?siJiLVjrirrs.siziT*׳׳**** xan%Et“z 1*£^י,^3ל»£> ' ’,Sü3l»Sff‘״!rÄ 33’JssrJE1.?r > > > . *» Nummer 34 Berlin, 29. IV.'1924 tastBass ץ',׳' ־r ד ■ •-,ן ן»י ׳- ' \ Anzeigen ־Verwaltung: Jüdische Kundfjchnu G. nt. b. II., Berlin W 15, Mcincke• strafio 10. — Telephon: Amt Bismarck 7165—70 Anzrigettpreii 1 8j*e1nalt, Nonpn rcillf/eilf 0,30 Goldmark, Sltll«• £c*t1cho 0,11» Goidmtrk. Hr Itrhrültch• Anzeigen JU0% Auficbltg. Anrei^enschlufi 1 i) i o n I g und 1'raiiM mchnHl•{ 4 11 Vs r. 7.hizeln'ämmcr 0,2$ Galdrrmrft /.ך.'׳"/ ד''׳'׳■׳ ״־״ )ä / ׳ . \j> \ ־x j p, ) V '■ ZZ \ 1"־ J t. 1 c.. 'f clcplion: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. 1־ür Oesterreich: Pof.lsparkasstnamt Wien, Konto Nr. 156030. Für Tschechoslowakei; l'ost .parkasscnamt Prag, Konto Nr.59410, — RcdaktionsschluQ Sonntag und Mittwoch nachmittag. — ~-TSSSi=:.—TJlSr~-:: ־;. I XXIX. Jahrrr. כ״ה ניסן׳ תרס״ד Bar Zionismus erstreb! für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich * rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina• ,,Baseler Programm.“ Walilmerkzeitel; ■ 1. Möglicherweise fallt cs unter die ״Belange“ des Ge* setzes /um Schutz der Republik, welches ■gegen Republi* kalter ja ohne Ziererei angeweudet wird, von unwerten Akten deutscher Regierungen 711 sprechen; und so sagen wir solch kriminellen Worten feierlich ab. Aber von erbitterndeu Akten mancher dieser Regierungen darf man nach göttlichem und menschlichem Rechte doch wold sprechen, weil ja Erbitterung ein durchaus subjektiver Zustand ist, der auch irrigerweise, entstehen kann: den einen erbittert die Präsidentschaft liisnvrs lind den amleivn die Existenz des lierru Dinier, Alse> wollen wir als ersten Satz unseres Merkzettels zu diesen .Wahlen niederschreiben: Alles was in Deutschland die Erbitterung eines demokratischen Menschen weckt, ist durch Rücksichten auf die Parteien rechts vom Zentrum hervorgerufen worden. Und mm stelle man sieh das Leben in diesem Lande unter Behörden vor, die noch ungehemmtcr ihren rechtsklopfenden Herzen folgen könnten! Das ginge nicht? Ach, cs geht, geht immer; nach dieser Richtung findet das menschliche Herz keine Grenzen, daran zu stoßen. 2, Aber der Jude, optimistisch bis zur Idiotie und einem ״mau wird doch sehen“, einem ״cs wird schon nicht so heiß gegessen werden“, auf geradezu verzweifelnmaehcmlc Art ergeben, der Jude kennt noch immer nicht die unbeschränkte Lust am Atiflrunipfen unter dem Winde, der nach der Rechten bläst. Die Erfahrungen von fünf Jahren deutscher Justizpraxis haben ihn nicht bedenklich machen können. Er liest in seinem Lciborgan von meisterlichen Falschmünzern, die fremde Währung, Dollars, verschlechterten, indem sie amerikanische Noten von 5 auf 50 und von 10 auf 100 ״auiwerteten“. Einer von ihnen, schon einmal verdächtig•, wird ertappt, wie er mit einem anderen versuchte,׳ einen Hutfnbi'iknntcii mit einer falschen ]()0-l>ol|,1r-Notc zu bctrugen. Der Fabrikant erkannte aber die Fälschung, und ließ beide verhaften. In Anbetracht der Gemeingefährlichkeit dieser Verbrecher wurden sie gestern zu je fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Gelinder kamen in einer anderen Verhandlung der Elektrotechniker Hans Ladewig und der Lithograph Richard Oei/c weg. Geize hatte Endewig Druckplatten besorgt, auf «lenen er I ii n f z i g 1״ a r k s c h c i n c fälschte, — deutsche Währung also, dieselbe Rentenmark gefährdete, um dcrctwillcn vorgeblich wir nicht jenseits der Alpen uns erholen dürfen —. Beide ließen die Fälschungen durch einen Kaufmann Ernst Kurz vertreiben. <>()00 hnHdertige Scheine wurden bei <1 er Verhaftung des Dreiblattes beschlagnahmt. Ladewig erhielt zwei Jahre, Oclz.e acht Monate Gefängnis. Kurz, der auf freiem Fuß geblieben war, erschien nicht zur Verhamllung und wurde in seiner Abwesenheit zu 3000 Goldmark Geldstrafe verurteilt. Dies , liest der jüdische Leser seines deutschen Blattes. Wundert er sich? Hie Amcrikndollars, einmaliger Versuch, 5 Jahre Zuchthaus; dort deutsche Rentenbankscheine, 3000 Halbfabrikate, 2 Jahre Ge* fängnis ... Acli nein, er wundert sich nicht; wo wird er. Und sein Blatt wundert sich auch nicht; es hebt nicht den demokratischen Zeigefinger. Denn die Zuchthäusler sind leider, leider, zufällig natürlich, ein Isidor Weid und ein Kaufmann Rubinstein; und fünf Jahre Zuchthaus passen so gut zu zehn Jahren Zucht* haus fü:• een gewissen Feelienbach, indes der kleine Graf Aroo, der ja nur einen Juden abschoß, freigelassen wird. Also schreiben wir als zweiten Satz auf den Zettel: ״Schon unter dem Regime von heute ist der Jude den Gerichten gegenüber nicht mehr der dem Niclitjudcn gleichgestellte Kriminelle, sondern Schwer- Verbrecher; und ,deutschdemokratische‘ Zeitungen finden das. selbstverständlich“. 3. Sollte man glauben, daß solch ein Richter, in dem das Wesentlichste von Gossenpolitik getrübt ist, für eine große Menge von Juden in den wichtigsten Dingen maßgebend sein kann? Nicht vielleicht in grober politischer Orientierung, aber schon sciir stark in allen Begriffen der ״Erziehung“. Was ״fein“ ist, was an Formen und Lcbensanschauungen die Abstempelung ״mustergültig“ erhalten hat, was dem Juden ,als Stern und Wunschbild vorlcuchtct: so zurückhaltend zu wirken wie dieser Richter, wenn er gesellschaftlich auftritt, so zugeknöpft-verbindlich im Wesen zu sein wie er, über diese ganz, entscheidende Sphäre orientieren sieh noch immer Schichten wertvoller Juden an ihrem Widerspiel, diesem affcldgctränkten, korrekten Rcclifsbcugcr und •brcchcr. Muß man sagen, daß das nicht sein soll? Daß eine Feinheit und Vornehmheit sehr wenig vorbildlich ist, wenn sie der Seele des Vorbildes nidrt mehr Widcretsuidskraft gegen das Uebel der Zeit verleiht, und sich so glatt mit Unmcnschlichkeit vertrügt? Und schon gar nicht dürfte mau sichpolitische Bcgriffe von diesem Richter, dem Typ der Beamtenbourgoisie, ^infiltrieren Eissen. Aber genau das tut man ... Was ״national“ innerhalb des deutschen Volkstums ist, darüber entscheidet, kraft eigener Anmaßung, eben diese Kaste der Dappclreehtier; und tausende von braven jüdischen Bürgern nehmen diese Anmaßung an und protestieren erbittert dagegen, mit diesem Maße gemessen nicht für voll zu erscheinen! Anstatt diese ganze Kaste mit ihrer Feinheit, ihrer Erziehung,, ihrem Doppelrecht und ihren ״nationalen“ Anmaßungen einfach atis/ulnchcn, hell und tmaufliörfich, und ihr zu/u* rufen: ״Du, die nicht einmal weiß, daß doppeltes Reciit die tiefste Nationalscliandc für ein Volk bedeutet, du willst andere messen, ob sie national fühlen oder nicht? Zielt ab nach rechts!“ 4. Wahlen: was bedeutet das eigentlich? Bejahen einer bestimmten Weltanschauung, sie unterstützen, sich ihr verschreiben, sielt mit ihr identifizieren. Das sollten viele Juden bedenken, bevor sie Zentrum wählen werden. Was praktisch und oberflächlich dafür spricht, weiß jeder, und der Jude wühlt das Zentrum Wirths lieber als die Demokraten, die sich, wie wir vorhersagten, aus Augst vor Rechts nicht trauten, Hugo Preuß, Georg Bernhard «Hier andere prominente Juden ihrer Partei auf die Liste zu setzen. Nur enthält das Zentrum nicht sehr viele Wirths, aber sehr viele Kapliinc und Landpfarrer, die oft in leichtfertiger Unwissenheit über Juden und das Jüdische urteilen, leichtfertig, weil sich diese Unwissenheit, von Jahrhunderten ihrer eigenen Existenz ermutigt, für Wissen hält und Lehrmeitumgen über uns ausgibt. Und so hat es seine inneren Schwierigkeiten, mit dem Stimmzettel für judenvcrtcidigcmlc Kardinale optieren zu wollen. Notieren wir als'o: ״Man wählt nicht aus Opportunismus.“ 5. Wählen ist eine zentrale Angelegenheit des .Menschen im Staate. Und nur eini ganz irrcgchcndc Ucberlegung kann das wirtschaftliche Moment dem Juden so wesentlieh erscheinen lassen, daß er, tun das kapitalistische System zu schützen, Sieber ratlos dastcht, als seine Stimme denjenigen Parteien zu geben, die mit ihm glciehzciiig und ihrer ״Verjudung“ wegen von seinen Feinden am besten gehaßt werden, den linken Parteien einschließlich der deutschen Sozialdemokratie. Man folge nur dem Instinkt der Völkischen; was sic ausrotten möchten, das sollte sieli ziisammenschlicßcn und vor dem Geheule keine Angst haben, das daraufhin in ein triumphierendes: ״Haben wir's nicht gleich gesagt?“ausbrechen könnte. Es sind doch wohl nur Wenige Juden so innerlich vernichtet, daß sic in vollendeter Sclbstaufhebung öffentlich atiffordern können, die Parteien zu wählen, die sich selbst zu nationalen ernannt haben, auch wenn sie jetzt vor Antisemitismus mir so krachen. Unser zentrales Erlebnis, soweit wir uns der Außenweit /!!wenden, heißt ״Jude in deutschen Zusammenhängen“. Aus ihm her haben wir unsere politische Stellung zu bestimmen, gleichgültig wie sidi die sekunclärcu Konflikte daun darsiellen werden. Dem Juden als Sohn einer stets benachteiligten Gemeinschaft gegenüber, seitdem Antisemitismus deutsches Schiboleth war«! hat von alten Parteien nur die Sozialdemokratie sich von den großen ideellen Forderungen des gleichen Rechtes und der befreienden Humanität leiten lassen. Nur sic hat alles, was von den herrschenden Klassen in eine Pari ,ר Stellung verdrängt wurde, gleichmäßig zu befreien getrachtet. Und nur sic hat geistige Kämpfe stets mit geistigen Mitteln aiiszufcchtcn gesucht. Das entscheidet, oder sollte entscheiden. Uns braucht man die Fehler, Schwächen, Irrliiincr und Feigheiten einzelner Sozialdemokraten und ganzer Gruppen von ihnen wahrhaffig nicht vorzuhaltcu. Alles, was in und nadi dein Kriege von ihnen gesündigt wurde, brennt uuvcrlosclicn in unseren Herzen. Und dort fällt die Entscheidung; wohin wir auch immer gehen, die Verantwortung liegt in uns. Der Jude gehört nur in Parteien, die wirklich, nicht nur aus Opportunität, demokratisch, geistig und freihcitlich denken und handeln. So notieren wir uns für den 4. Mai .die Parole:'״Vergiß nicht, daß du ein Jude bist.“ A. Z. Konferenz, zionistischer Führer in Palästina J e r 11 s n 1 c in. (J.T.A.) Am 22. April traten die ln Jerusalem anwesenden Mitglieder der palästinensischen zionistischen Exekutive und des Großen A c 1 i o n s - C. o m 116 s, sowie die Direktoren des J ü d 1 sehen א a t i o n a 1 f o 11 d s und die Mitglieder des Fi n n n z * und W i rts c h a f t s rat cs zu einer gemeinsamen Beratung' zusammen. König Hussein an die Juden Die ״Voss is ehe Zeitung‘ mul di:■ V.'i ■ne:״ ־Neu« Freie 1׳ resse“ Italnm den früheren N.-F.-Sekrrt.ir Dr. Wolfgang Weis! (Wii'i.) als Korrespondenten nach Palästina; lind '1 ransjordanien entsandt. l>r. Wcisl hat ausführlich über, eine UUteneduni; mit König ,Hussein von 1 iedjas, seinem Atillcmninister u.<w. in Ma’an belichtet. Aus dem ersten׳ Belicht ist die Feststellung erwähnenswert, daß von allen Jerusalemer Stellen, an «lenen sieli Dr. Wcisl darüber infar« mierte, oh I litsscin ,noch in Amman oder bereits abgereist war, sieli die ziomsii ■die Exekutive als am besten unter«! rielitet erwies. Ans «Irin in «Irr ״Voss. Ztg,“ vom 21. April ver.iSieniliditcn weiteren Bericht ist folgende Stelle von politischer Bedeutung: . ״Fs kam die Rede auf die jüdische Einwan4 de rttiig 11 a c 11 Palästina• Ich erwähnte, daß die Juden nach Palästina gehen wollen, weil sie fast überall in «ler Welt angefeindet werden und nirgendwo eine Heim« statte haben. ,.Mögen sic kommen!‘ antwortete der König sofort. ,Mögen sie kommen. Alle Länder Arabiens, nicht nur Palästina, sondert! alle Länder stehen ihnen offen.‘ Und Indem er seinen Mantel aiiscinanderscblitg und seine Brust zeigte, sagte «ler Kalif: ,Die Juden sollen an mein Her? kommen, ich will sic a u f n e It in c n.‘ Natürlich ist «lies keine Antwort auf die offene Frage der jüdischen Heimstatt e. Das, was die jüdische Renaissancebewcgimg sucht, ist ja nicht nur die Eröffnung; eines neuen Einwamlertmgslatnlcs, sondern eines solchen, wo ilie jüdischen Siedler von der Gunst des Regenten und der Stimmung der Einwohner unabhängig sind.“ , Einem Berichte desselben Korrespondenten in der ״Voss!, Ztg.“ vom 27. April entnehmen wir ferner: ״Interessant ist, «lall alle Araber, mit denen ich im Ost׳ jorilanlnnd ztisammenkam, beinahe wörtlich dieselben Meimm« gen über den Zionismus äußerten. Am meisten machten sie den Juden zum Vorwurf, «laß sie «km Engländern den Vorwand geliefert hinten, Palästina in Besitz zu nehmen. ,Watuni kommen die Juden n ich!.direkt zu uns, ihren Brüder״?‘ fragten mich die Araber. ,Warum stecken sie sielt hinter die Engländer, die sic «loch verraten werden, wie sic uns ver« raten haben?' Diese Ueberzeugung, daß England früher oder später doclt Palästina räumen und die Juden im Stich lassen werde, herrscht unter den Arabern allgemein. Die Tatsache, daß l ord Allenby im Jahre 1917 bei der Eroberung Jerusalems die einen Monat früher erlassene B a i f o u r - D c k I a r a t i o n nicht proklamierte, daß die englischen Militärbehörden offiziell erst im Mai 1920 die Balfour-Dcklaration als Grund׳- läge der britischen Politik in Palästina bekanntmachten und «lall führende Hs•:mite' in Palästina ganz offen als Juden• lein de handeln, diese Tatsache hat in «ler arabischen 111tclligciiz die geradezu unerschütterliche Ueberzcugtmg wach« gerufen, daß England im Herzen eigentlich gegen die Errich« lung der ,jüdischen Heimstätte‘ sei und Palästina nur für sich selbst wolle. Emir Abdulla sagte mir in ähnlichem Zusammenhang; einmal: ,Die Juden sollen direkt zu uns Arabern kommen. Dann \y e r d c n wir uns einige n.‘ ,Was wollen Eure Königliche Hoheit den Juden ge* bei!?' fragte» ich den Emir. , ,Unser i 1 e r z,‘ antwortete er sofort lachend.“ Zu diesen Bemerkungen muß die Feststellung hinzugefügt: werden, daß Dr. Wcisl Anhänger der Jabotinskyschcn Riehtung ist. Es ist daher nicht sicher, ob dessen Auffassung der englischen Zionistenpoliük nicht auch bei den Beobachtungen des Berichterstatters der ״Voss. Ztg." eine gewisse. Rolle spielt. Im übrigen ist die Antwort des Emir Abdulla für die Aussicht einer direkten Verständigung mit den Arabern auch nicht gerade, ermutigend. Auf «las Herz des Emirs rcflek- Herrn wir nicht, wir wollen viel weniger: unser Land und die Anerkennung, daß wir es besiedeln und — gemeinsam mit den Arabern — kultivieren können. — Red. ״J. R.“ * Ein Bericht der ״Voss. Ztg.“ aus Kairo (?) über die inner« arabischen Streitigkeiten lautet: ״Neben den Bestrebungen des König Hussein von Mekka und seiner Söhne, auf dem Wege über das Kalifat eine Einigung der arabischen Völker herbeizuführen, gehen seit eini-;;er Zeit Bestrebungen her, die geeignet sind,'«las eigentliche A ra bi e n selbst in zwei feindliche K a m 11 קa ge r zu spalten. Der sehr mächtige Imam Yahya vom Y c in e n steht dem Bestreben des Hedjaskünigs nach der Vereinigung ganz Arabiens unter dessen Oberherrschaft von Anfang an feindlich gegenüber. Verhandlungen, die England mit ihm geführt hat, sind unlängst abgebrochen worden und er nimmt, gestützt aut «ein eigenes Land, Yernen, und auf die mächtigen itmcrarabrtdten Stämme <les Ncdschti eine Frontstellung gegenüber I lusscin und seinen Anhängern, also Heil jas, Ostjordaniaud und Mesopotamien ein. Ein arabischer Kongreß in Ko weit, der zur Einigung führen sollte, ist, nach hiesiger Auffassung, an den ,unannehmbaren Forderungen Husseins‘ gescheitert. Er hatte die Zurückgabe von Mail (in Initcrarabien) an Ihn Rcschid, die Abtretung von Dschof an das km!;וnland von Flassa und Hatif an den Hauptliug von Bahrein (am persischen Golf) verlangt. Der Ver« treter des Sultans von Nedschd lehnte diese Fordeningen unter Berufung auf einen früheren Vertrag zwischen ihm und der Türkei ab, durch «len die fraglichen Ortschaften und Gebiete als Teile des Nedschd anerkannt waren. Darauf ging der Kongreß auseinander und «ler Sultan Yaltva gab sofort den Mobilmachungsbefehl an seine Stämme., Es wird deshalb der Ausbruch eines Krieges zwischen Nedschd und Yemen einerseits, H c <1 j a s, Ostjordanland und Mesopotamien andererseits in arabischen Kreisen ^befürchtet“ \ 1

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