Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 32-33 (24.4.1924)
- Date
- 1924-04-24
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr, 32A33 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 237 Oirisllicli-arabische Ritualmordpropaganda ln Palästina Dem ״Jcwish Chronidc" schreibt ein Korrespondent aus Palästina: Seit einiger Zeit geht in Palästina unter den Arabern eine Agitation vor sich, um sie gegen die Juden tu entflammen. Eine Flugschrift, betitelt ״Die verhör• genen Geheimnisse der Jude n“, arabisch gedruckt, ist weithin verbreitet worden, «Irren Grundlage die Blutlüge ist und deren Autor, wofür hinreichende Gewißheit voriiegt, mit den berühmten Protokollen der ״Weisen von Zion'1 nicht unvertraut ist, Das Buch ist weit und breit in Umlauf gekommen. Es sind Exemplare davon in Jeru• salem, in Jaffa, in Haifa und an anderen Plätzen, einschließlich Beiruts gefunden worden. Dieser letztere Ort Ist bekanntlich eine fruchtbare Quelle antijüdischer Propaganda. Ich brauche nicht zu sagen, daß über Autor- Schaft und Ursprung dieser böswilligen Publikation die verschiedensten. Meinungen umlaufen. Einige halten den Autor für einen katholischen Araber, Aber dies ist ebensowenig beweisbar wie die Theorie, zu der andere neigen, nämlich daß das Buch das Werk eines getauften Juden sei. De ernsthafte Gefahr, die dieses Buch bedeutet, besonders zu Ostern, ist wohl kaum nötig aiiseinniulerzusctzcn, und cs ist daher nicht überraschend, wenn unter den Juden große Besorgnis und Unruhe herrscht. In manchen Teilen des Buches sind die Mitleilungen über die Juden und ihre Taten in den gemeinsten Ausdrücken niedcrgesdiricben, die Araber überhaupt gebrauchen können, und man wird bemerken, wie der Verfasser mit teuflischer Virtuosität aut den Befürchtungen, Vorurteilen und Voreingenommenheiten der arabischen Seele spielt. Hier als Beispiel einiges aus dem Vorwort des Buches: ״Die Moslems und Christen Palästinas sind wie ein Mann gegen die Juden a u f g c s t a n d cn, die in roßer Zahl in Palästina cimvaiulcrn, uin die Gefahr des iouismus von dieser ihrer Heimat tcnmihaltcn. Er ist d.e Furcht, die, von religiösen, moralischen und Wirtschaft• liehen Gesichtspunkten aus, über ihr schwebt. Nicht einer von den weisen Männern unter den Christen, die über das Vergießen von Christenblut zu religiösen Zwecken geschrieben haben, hat den Grund erklärt, warum dies begangen wird, oder zu welchem Zweck die Juden dieses Blut brauchen. Vielleicht verbarg der weise Mann dies Geheimnis, weil er hoffte, er werde ein Tag kommen, an dem die Juden den Christenglauben anztmciimcn wünschen und davor znriickschrcckcn würden, cs zu tun, weil sic fürchteten, daß dieses Geheimnis, wenn es den Christen!■11 .hü; t worden sei, sie veranlassen würde, keine Juden in die christliche Herde auf/iinchmen. Aber ich, der ich gewissenhaft den christlichen Glauben angenommen habe und unter der Sorgfalt der heiligen Prieslcrsdiaft bin, der ich wünsche, der unreinen Juden zu spotten, und den Chusteii nützlich zu sein, ich, der ein Chacham und ein Lehrer der Hebräer war und alle ihre Geheimnisse weiß, ich veröffentliche mit brennendem Eifer ihr Geheimnis, «las ich so sorgfältig und heimlich bewahrte, bis ich in den heiligen Wassern getault war. Hiermit beweise ich meine Worte durch Zeichen und Proben. Das Geheimnis des Blutvergießens ist nur den Rabbis bekannt und einer Klasse, die man Chassidim nennt. Sie haben dieses Geheimnis sorgfältig gehütet. Die Juden töten Christen und vergießen ihr Blut aus drei Gründen: 1, Aus schrecklichem Haß der Juden gegen die Christen, aus ihrem Glauben, daß sie Gott ein wolltgefälliges Opfer darbringen, wenn sic einen Christen töten. Wie unser Heiland seine Schüler unterwies, als er sagte: ״Ein Tag wird kommen, da alle Eure Mörder latiben werden, sie böten dem Herrn Opfer dar“. 2, )iescr dumme Glaube veranlaßt Juden, Cliristcnblut zur Zauberei zu gebrauchen. 3. Die Rabbis und Weisen halten cs für möglich, daß Jesus, der Sohn der Maria, der wahre Erlöser ist und glauben, daß, wenn sie und die anderen Juden sich mit etwas Christenblut salben, sie vom Fegefeuer errettet werden.“ Um von dem Inhalt des Buches und den Wirkungen, die es licrvorzubringcn geeignet ist, einen klareren Begriff zu geben, entnehmen wir dem infamen Machwerk noch .weiterhin folgende Stellen: Die Juden hassen die Christen, obgleich sie sie nützlich finden und vermeiden sorgfältig, den Namen unserer Religion zu erwähnen. Die Stelle ״Ihr sollt ein heiliges Volk sein und kein unreines Fleisch vom Felde essen, sondern es den Hunden vorwerfen“, erklären die Rabbis so, daß sic die Juden anweisen, Fleisch, das für sic unbrauchbar sei, den Christen zu verkaufen. Da nun Moses sich auf Hunde und nicht auf Christen bezog, zeigt die Lehre der Rabbis, daß sie Hunde für besser halten als Christen. Wahrend eines Hochzeitsfestes gibt der Rabbi dem jungen Paare ein hartgekochtes Ei zu essen und anstatt niit Salz, bestreut er es mit Staub von einem verbrannten Kleide, welches vorher in Christenblut getaucht worden ist. Ihre Weisen sagen ihnen damit: ,Es sei Euer Wunsch, die Christen zu löten, und sie und ihre Arbeit auszubcuteii.‘ Sic nennen unsere Kirchen mit einem imsauberen Namen. Die Christen nennen sie Gojim, welches Götzendiener ■und Betrüger bedeutet. Einen christlichen Mann nennen sie S c 11 e g e z, ein christliches Mädchen Schickse, einen christlichen Priester Ga Hach. Die Nächte unserer Feste, die Heilige Nacht z. B. nennen sic blinde Nächte, diese Nächte enthüllen ihre schwarze Dummheit, die sie vom Sehen des Lichtes und Rechtes abhält. Der Talmud erklärt, daß cs eine Pflicht für jeden Juden sei, wenn er an einer christlichen Kirche vorübergeht, zu sagen: ,Verflucht sei der unreine Platz der Uureinen'; und wenn ein christliches Begräbnis vorübergeht, grüßt cs der Jude mit ״Heute einer, morgen zwei!“ Wenn ein Christ in ein jüdisches Haus kommt, empfängt ihn der Jude mit großer Gastlichkeit und Ehre, aber nachdem er cs verlassen hat, sagt der Jude: ,Möge es Gott gefallen, daß alles Ucbcl an Schnurzen und bösen Träumen, das mir oder jemandem meines Hauses bestimmt ist, auf diesen Christen falle.‘ Wenn ein jüdisches Kind beschnitten wird, tut der Beschneider Ln das Glas Wein einen Tropfen vom Blute des Kindes und einen Tropfen Cliristcnblut und gibt es dem Kind zu trinken, indem er sagt: ,Lebe durch dein Blut‘, und die Rabbis glauben, daß Christenblut das Kind davor errettet, von Jesus Chris Ins getötet zu werden. Am Vorabend des 9. A w essen die Juden ein hart* gekochtes Ei, und anstatt des Salzes bestreuen sie es mit dem oben erwähnten Staube. Diesen Staub tun sie auch in die Peßach-Mazzoth. Zu Purim töten die Juden so viele Christen, als sie können, in Erinnerung an Haman. Jeder eifrige Jude nimmt einen Honigkuchen, tut ein wenig Blut hinein und sendet davon an alle seine' Freunde. An jenem Tage gebrauchen sie zum Flucht» den Natnea Jesu. Das Inioljje desPcssacliJestcs erscheint dlcno Nummer bereit»!Donnerstag, den 24, April. Die nächcto Nummer erscheint Dienst«׳», den 29, April. Blut, welches zu Purim gebraucht wind, muß von einem Christen genommen werden, der ohne Qualen getötet worden ist, aber in die Peßach-Mazzoth darf man nur Blut von einem Christen tun, der beim Tode große Qualen ge• litten bat. Aus diesem Grunde brauchen die Juden ein einistenkiud zu Peßacii. Der Purimkuchcn wird mit einer dreieckigen Form gemacht, das ist ein Spotlzeichcn gegen die Christen, die an die Dreieinigkeit glauben; den Vater, den Sohn und den heiligen Geist. Als ich 13 Jahre alt war, weihte mich mein Vater in das Geheimnis des Blutvergießens ein, und ich schwor damals, daß Ich das Geheimnis nie aufdecken würde, nicht einmal meinem eigenen Bruder.“ * Endlich t rufen wir aus. Uns fehlte lange ein Beweis• stück dafür, daß diese Agitation gegen die Heimkehr der Juden mit dem Fellachen nichts zu tun hat, daß die arabischen Massen als Werkzeuge benutzt werden — von wem? von demselben widerlichen und schmutzigen Gesindel, das, gleichgültig welcher Nationalität 11nd in welchem Lande auch immer wohnend, seine Privatgeschäfte und die Einträglichkeit »einet Lebenshaltung auf den Pogrom an Juden gründen möchte. Diese niederträchtige, nur zu gut bekannte Geistigkeit hat, wie man zugeben wird, nichts Arabisches an sieh. Sie ist gesegneten europäischen Ursprungs. Sie könnte ebenso gut unter oberbayrischen, tiroler, polnischen, rumänischen, irischen, französischen wie anderen katholischen Christen des niederen Volke; verursacht und verbreitet werden. Wir fordern den aufgeklärten und wahrhaft von Christ• liebem Geiste beseelten katholischen Klerus und die ihm nahestehenden Politiker auf, eindringlich über diese Internati0f1alil.it der Blutlüge nachzudenken, und wir fordern sie auf, das ihre zu tun, um sie auszurotten. Sie nämlich können cs. In ihren Klöstern werden die Missionare ausgebildet, die ausgesandt werden, um unter armen Moslems oder Juden das christliche Licht zu verbreiten. Die Erfolgt dieser sicherlich anders gemeinten und anders ausgeübten Tätigkeit, sehen wir in der Verbreitung von Flugschriften wie der obigen, auch an anderen Orten, wo es früher keine Literatur dieser Art gab. Wir fordern von dem katholischen Klerus, besonders von seinen geistigen Führern in hohen und einflußreichen Stellungen, erstens, daß auf die katholische Pricsferscliaft in Palästina im Sinne des schärfsten Wider- Spruches gegen die Verbreitung der Bhitlüge unter ihren Gemciiidcn eingewirkt wird, und zweitens, daß die zur Erziehung von Missionaren bestimmten Anstalten, wo auch immer, soweit sie unter katholischem Einfluß «teilen, über den Charakter des Nitiinlmoidinnrchcns als eines heidnischen, teuflischen und lügenhaften antisemitischen Kampfmittels, ihren Zöglingen imbczwcifclbarc und autoritative Ucbcrzcugungcn mitgeben, Sic werden damit ein wahrhaft christliches Werk verrichten und nicht nur uns und der Sache der Menschheit und Christenheit dienen, sondern vor allem dem Ansehen der Kirche, der sic angchören; und wenn sie es recht betrachten, dieser letzteren am meisten. Bf rWaa;5 Lctimi «nd die palästinensische zionistische Exekutive Jerusalem. (J. T. A.) Als Zeichen des Protestes gepen den Beschluß des Großen Aktions• Committee» auf seiner letzten Londoner Tagung, nach welchem die Rechte der Waad-Lcuini-Vertrefcr innerhalb der Jerusalemer Exekutive hesrhränkt wurden, hat der Nationalrat der Juden in Palästina (Waad Lcunu) seine Vertreter aus der palästinensischen zionistischen Exekutive und aus allen gemeinsamen Kommissionen zurückgerufen. * Die auf Antrag des Präsidenten, des Oberrabbiners Dr. Chnjes, am 10. März angenommene Entschließung des Großen Aklions-Oomitccs hat den folgenden Inhalt: Wenn cs auch nicht angchen mag, daß der wand Lctimi formell in der palästinensischen zionistischen Exekutive vertreten sein soli (Dies würde dem Beschluß des letzten Kongresses widersprechen. — Red. ״J. R.“), so werden die Vertreter des Waad Lcunu dennoch eingcladen, den Sitzungen der Exekutive beizt!wohnen; die Exekutive mag ihnen volles Recht der Teilnahme an den Sitzungen cinrünmcn (aber nicht das Stimmrecht. — Red.). Es wurde hiiungetiigt, die Frage würde auf der Jahreskonferenz der Zionistischen Organisation nochmals behandelt werden. * Jerusalem. (J.T.A.) Die Landwirtschaffskommission der palästinensischen zionistischen Exekutive hat den Beschluß gefaßt, daß die V e rt re te r d e s Waad Leuml (Nationalrat der palästinensischen Juden) an den Sitzungen nicht t e i I n e h m e n sollen, da der Wad Lctimi eine politische Organisation ist und deshalb in landwirtschaftlichen Fragen nicht mitziiheraten hat. Der Waad Leumi protestierte gegen diese Entscheidung in energischer Form. Die Kommission für die palästinensische Währung Jerusalem. (J.T. A.) Wie bereits berichtet, hat die palästinensische Regierung ein Komitee eingesetzt, das {!her dm Einführung chier palästinensischen Währung, über das nnrmicliincndc Währuiigssystem, über die äußere Ausstattung und die Benennung der Münzen und Noten, sowie über die Schritte zur Befestigung der jetzigen Währung und zum Schutze gegen unerlaubte Zirkulation fremder Wahrungen in Palästina beraten soll. Vorsitzender diese; Komitees ist der Schatzmeister der palästinensischen Regierung S. S. Davis; Mitglieder sind: der Steuer- und Handclsdircktor J. B. Barron; A. P. S. Clark, Jerusalem (Anglo-Egyplian Bank); M. O. Gerassimo, Jerusalem (Credit Lyonnais); S. Hoof len, Jaffa (Anglo-Palestinc-Bank); Jacobus Kann, Jerusalem; Ali Eff Mustakim, Jaffa; Sulciman Bey Nass if, Haifa; W. C. Roll, Jerusalem (Imperial Ottoman Bank); E. Sh ei- Icy, Jerusalem (Handelskammer);J. Spagnuolo Jerusalem (Ban co di Roma) und S. A. van V r i c sl a n d, der Treasurer der zionistischen Exekutive, Jerusalem. * Die palästinensische Regierung hat eine Erklärung veroffen dicht, in der auf die Angriffe, die in der arabischen Presse gegen den Vorschlag auf Einführung einer eigenen Palästina-Währung und die Einlösung der jetzigen •Währung gemacht worden waren, erwidert wird. Die Regierung stellt fest, daß die palästinensische Währung, sollte sie eingeführt werden, mit der britise 11 enWi 11 rungverbunden sein und direkt von der Palästina-Regierung, keineswegs aber von irgendeiner Bank, ausgegeben werden wird- Sparkassen In Palästina Von unserem Jerusalemer Korrespondenten. Die Mobilisierung des in Palästina in jüdischen Händen befindlichen Kapitals ist gewiß eines der ernstesten Probleme unserer Aufbauarbeit. So arm auch Palästina ist, so wird es dorli weit mehr als andere Länden die Last der Einwanderung tragen müssen, und darum ist!ede Vorsorge zu begrüßen, die das Land aus eigenen Kräften trifft, um sich selbst kapitalkräftiger zu machen. Wir haben im Lande eine ganze Anzahl von großen Kreditinstituten, außer unserer A. P. C. die Ottomaniselu! Bank, der! Credit Lyonnais, die Banco di Roma und die Anglo-Egyptian-Ilank. Dagegen fehlte es im Lande «in Krediiinstilutioncn fair den kleinen Handwerker, Bauern und Beamten. Noch lange vor dem Kriege hat das Odessaer Komitee der Chowewe Zion diesen Mangel erkannt und im Jahre 1907 der A. P. C, einen Betrag von 50000 Francs zu dem Zwecke übergeben, aus diesem Geld Vorschußkassen in den einzelnen Kolonien zu gründen. Zu Beginn des j«ihres 1914 bestanden nun nach einem Bericht, welchen der Direktor der A. P.C., Levontin, vor einigen Monaten im ״Sefer Haschanah“ veröffentlicht hat, 25 Leihkassen mit 1722 Mitgliedern. Diese Organisationen sind durch den Krieg zugrunde gegangen. Eine neue Epoche der palästinensischen Leihkassen bes gann, als nsch dem Kriege das Joint Distribution Committee der Zionist Commission betracht liehe Summen für Wohlfahrtszwecke übergab. Der größte Teil dieser Summen wurde unmittelbar für Almosen .ausgegeben, aber «in Teil wurde in Form von Anleihen gegeben und aus diesen Anleihen ent st «and die ״Kupath M i I w e h“. Es bestand damals de« Plan, die ״Kupath Miiweh" gänzlich vom Wohltätigkeitsw wesen abzutrennen. Die Zionistische Organisation beabsichtigte, ein Institut irg Leben zu rufen, welches, ausgestattet mit dem vom J. D. C. geliehenen Anfangskapital, ein Finanz- Institut für kleine Kredite werden sollte. Anfänge derartiger Sparkassen hotten sich in Sichren Jakob, Recho- 1)0 th und J a {f a gebildet, und es bestand der Gedanke, sie mit der Kiipath Milweli organisatorisch zu vereinigen. Allem die Verhandlungen zerschlugen sich, und so bestehen denn heule auf der einen Seite die mit amerikanischem Kapital aus׳ gestatteten Kupoth Milweh des J. D. C., aut der anderen Seite. Spar- und Vorschußkassen, die von dem palästinensischen Publikum aus eigenen Kräften ins Leben geraten sind. Ueber deren finanzielle Kräfte hat ihr Schöpfer Morclechai bea Hille! Häkchen, der schon vor Jahren In Rußland in einzelnen Rayon» die jüdischen Vorschußkassen organisiert hatte, ein kleines Büchlein veröffentlicht, das interessante Ziffern enthalt (״Hakredit llapniitli Umosdotaw Peerez Israel“, 1924). Heute gibt cs in Palästina 8 Spar- und Vorschuß, kassen (״Hilwaah wc'Chisachon“), die *ich folgendermaßen verteilen: Ort Zahl der Vermögen Anvertraute Jerusalem Mitglieder 1351 2.939 £E Kapitalien 16.119 £E Jatfa 26,85 ״ 5.613 ״ 35.679 Haifa 422 ״ 518 ״ 325 Petacli-Tikwah 8 io . ״ 1.938 5.518 ,, Rechoboth 142 ״ 1.281 ״ 7.267 Rischon te Zkvn 156 ״ 187 ״ 21 Chederah 111 ״ 306 ״ 636 Sichron Jakob 186 ״ 2.326 ״ 2.670 Aus dieser Tabelle ersehen wir, daß die Spar- und Vor• schußkasscn heute zirka 6000 Mitglieder umfassen, die au* ihrem eigenen Vermögen 15.000 £E als Grundkapital angelegt haben. All dies geschah ganz aus eigener Kraft. In anderen Ländern gewährt die Regierung den Vorseliußka'arn alle mögliehen Erleichterungen in bezug auf Stcmpelgebütiren usw. Dia, palästinensische Regierung hat bisher nidita der* gleichen getan. Die einzige Erleichterung, die sie den Vorschußkasscn gewährt, ist, daß sie das innere Gericht der Mitglieder anerkennt. Die Summe der Kapitalien, welche den Vorschußkassen anvertraut sind, beträgt gegen 70 000 Pfund (die Kleinheit der Beträge in Haifa und Chederah geht darauf zurück, daß die Institute dort erst im Anfang begatten sind), so daß mit dem Grundkapital der Gesellschaft ein Betrag von zirka 84 000 Pfund von den Sparkassen aus eigenen Kräften mobilisiert worden sind. Diesem Betrage stehen an niisgeliehener* Beträgen gegenüber: Jerusalem: 13 674, Jalta: 21745, Haifa: 1419, Pctach Tikwah: 7688, Rechoboth: 5911 Ri schon le Zion; 6%, Chederah: 1363, Sichren Jakob: 1441 Pfund zusammen über 59 500 Pfund. Der Nutzen der Sparkassen liegt auf der Hand. Für die landwirtschaftliche Bevöl• k erring tritt immer wieder zu Beginn des Winters die Notwendigkeit einer Anleihe auf. für den Städter bedeutet die palästinensische Gepflogenheit, die Miete für da* ganze Jahr im voraus bezahlen ru müssen, «ine Last, die ohne Anleihe kaum getragen werden könnte. Da überdies die Beamten und Lehrer der Zionistischen Organisation ihr Gehalt mit einer Verzögerung von 3—4 Monaten beziehen und diese Verzögerung wiederum auf den Kaufmann und Krämer zurückwirkt, ist der städtische Mittelstand in Palästina mehr als in andern Ländern von der Vorschußkasse abhängig. Dazu kommt als wichtige Funktion, daß diese Sprkassen das Publikum zur Sparsamkeit erziehen, ln Jaffa und Jenisalcm haben sich innerhalb der ״Halwaah ־we-Chisachon“ Gruppen für Häuserbau, in Sichron Jakob und Rechobotli Gruppen für Versicherung des Viehs gebildet. Was den Vorschußkassen fehlt, ist ein zentrales Institut, das ihnen, besonders im Beginn ihrer Tätigkeit mit einen* entsprechenden Kredit zur Seite stünde. Diesbezüglich schweben Verhandlungen zwischen den Vorschußkassen und der von der Brandeisgruppe gegründeten zentralen Bank für kooperative Unternehmungen, welche aber bisher zu keinem Resultat geführt haben. h. b. Die Mörder von Sichern verhaltet Wie bereits berichtet, wurde vor kurzem der Journalist Tatransky, welcher zusammen mit seiner Frau eine Fußreise um die Welt unternahm, als er in der Nähe von Nablus übernachten wollte, von Arabern Oberfallen und ermordet; seine Frau liegt schwer verwundet im Krankenhause zu Sichern. l>n energischen Nachforschungen der Behörden ist es gelungen, die Mordtat aufziiklären. Es wurden mehrere Scheichs und arabische Ortsvorsteher in der Umgebung von Nablus verhaftet und im'Verlaufe der gegen sie geführten Untersuchung festgestellt, daß in N a b 1 u * eine Räuberbande ihren Sitz hafte, die auch mit den arabischen Nationalisten extremster Rieh* t u n g in Verbindung stand. Von Mitgliedern dieser Rande wurde Tatransky ermordet; ihr werden auch einige seinerzeit erfolgte Ueberfille •uf jüdische Kolonien zur Last gelegt und es ist wahrscheinlich, daß sie auch vor einiger Zeit an der Ermordung der zwei englischen Polizei- »«rgeanten beteilig* war.