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Jüdische Rundschau · 1924-04-18 · Heft 30-31 (18.4.1924) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 30-31 (18.4.1924)
Date
1924-04-18
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Kr. 30/31 JU ED ISCHE RUNDSCHAU Seite 227 '-> <>■; רףדףב"/ ןזדזץןיי> י.*« «&*־*» XL •XL ^!^יי «Jl> «Lu» «Lj ר״• q &ד/ן:; ^7/ דיה t v^f- **U■«*» '־» **־/ V- 1 ן 11 %.,.J «u >«• **״ '# Sfccö 1a Hoicl A Die Konteren;, begann 11m 11 Uhr vormittags 11ml wühlte Mr. Louis Mars hall nun Vorsitzenden und Mr. II c rni;11111 Her 11 stein zum Sdirittfiilirer. Die Eröffnungsrede MarslioIU: Es ist jetzt viele Jahre her, seit die Palästinafragc ernste Beachtung in der ganzen Welt gefunden hat. Niemals hat cs seit der Diaspora eine Zeit gegeben, wo die Juden nicht im Herzen eine tiefe Liehe und Anhänglichkeit für das Land ihrer Väter, wo sic nicht ein Band gefühlt hätten, das sie an jencli geheiligten Boden fesselte. f)io orthodoxen Juden beiden täglich für Palästina und;111 unseren grofieu Feiertagen war es der Gegenstand unserer Gedanken und Meditationen. Vor mehr als fünfundzwanzig Jahren nahm die Idee die Eorm an, dal) etwas getan werden müsse, um die Juden, «lie in Palästina zu leben wünschten, hierzu zu befähigen und dort eines der großen jüdischen Zentren zu schaffen, nach dem alle Gedanken sich wenden, wo sich eine Kultur entwickeln und wo «fas wirtschaftliche!.eben derj« uigeii Juden, die dort ihr Heim aufsclilageu wollten, aufgebaut weiden konnte. Jedoch gab es hierüber viel Streit und Meinungsverschiedenheiten. Es entwickelten sich verschiedene Theorien. Von der einen Seite bestand der ,Wunsch, einen Staat, einen Judenstaat zu gründen, lind gegen die Bildung eines solchen Staates gab es liier lind anderswo heftige Opposition. Wir liier in• Amerika betrachten uns als amerikanische Bürger. Die Juden von England bet rächten sielt als britische Untertanen; die in Frankreich als Bürger «1er französischen Republik, und entsprechend in «len übrigen Teilen der Welt. Es ist ihre Absicht und ihr Wille, zu bleiben, wo sie sind, mul ihre Staatsbürgerschaft zu behalten. Es gibt andere Juden in Ländern, die bisher unter autokratischen Rcgicningsformen gestanden und wo Tyrannei und!Despotismus geherrscht haben und wo die Juden nicht die Möglichkeit innerer Entwicklung gehabt haben — diese sehnen sich nach der Möglichkeit, ein eigenes Heim zu besitzen. Daher sind verschiedene Bewegungen entstanden, die man z i o n i s t i s c 11 c nennt, die mehr oder weniger politisch in ihrer Erscheinung waren und nicht die Unterstützung eines großen Teiles der Juden von Westeuropa und der Vereinigten Staaten fanden. Alle diese Theorien gaben in verschiedenen Fällen Anlaß zur Entstehung heftiger Zwistigkeiten und Diffcrenzen, die mit bestimmten Namen verknüpft wurden. )Der Streit war manchmal nichts anderes als eine A e il ß c ru 11 g d e s E n t h u s i a s!1111 s. Manchmal nahm er auch sehr heftige Formen an. Aber die Zeit des Redens ist vorbei und die Zeit des Handelns nähert sich, und ich bin überzeugt, daß die Zeit da ist, wo man sich an einem Tisch zusammciisetzcn und mhig Fragen erwägen und besprechen kann, deren Erörterung durch Anhänger verschiedener Richtung aus allen Teilen des Landes vor zehn Jahren-noch unweigerlich mehr Hitze als Lieht erzeugt hätte. Ich glaube nicht, daß wir selbst heute noch hier zur sammengekommen wären, wenn nicht infolge des großen Krieges eine Klärung der ganzen Palästinafragc eingetrefen wäre, die zur allmählichen Bildung eines ruhigen Urteils bei den Juden der Weit über Palästina und seine Zukunft geführt hat, Wir alle wissen, «lall im November 1917 durch Arthur James Baifour die später sogenannte B a I fo 11 r• D c k I a ra t io n erlassen wurde. Dieses Doku« ment gibt in sehr klaren Ausdrücken die Auffassung der britischen Regierung von Palästina wieder: ״Seiner Majestät Regierung betrachtet mit Wohlwollen die Errichtung eines nationalen Heimes für das jüdische Volk in Palästina und wird nacii besten Kräften die Erreichung dieses Zieles fördern, wobei klar verstanden ist, daß nichts geschehen soll, was die bürgerlichen und reiigi- Ösen Rechte bestehender nicht jüdischer Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und den politischen Zustand, deren sieh Juden in irgendeinem anderen Lande erfreuen, beeinträchtigen könnte.“ Kurz nach dieser Erklärung faßte das amerikanischjüdische Komitee, dessen Mitglieder größtenteils Nichtzionisten waren und allem, was dem Gedanken eines nationalen Staates ähnlich sali, entschiedenen Widerstand entgegensetzte״, eine Resolution, die seine Auffassung aiisdriicktc und die heute, wie ich glaube, von einem großen Teile der Juden dieses Landes als eine richtige Auslegung der Ba Ifour-De k lar a t io n im Hinblick auf diejenigen, die nicht Mitglieder der Zionistischen Orgaitisaton sind, angesehen wird. Ich erlaube mir sic vorzulcscn, damit wir diese Diskussion womöglich in einer bestimmten Atmosphärc beginnen können, die förderlich ist. Sic wurde am 28. April 1918 beschlossen und lautet: Die Resolution des American Jewish Committee ״Das amerikanisch-jüdische Komitee wurde ursprünglich gebildet, um für die Juden in jedem Teile der Welt bürg er- Jiche und religiöse Rechte zu gewinnen, sic gegen Benachteiligung zu schützen und für sic Gleichheit wirtschaftlicher, sozialer 11ml Erzicluinpsmögiiehkeiten zu sichern.!Dies wird auch weiterhin seine Aufgabe bleiben. Das Komitee betrachtet cs als eine Voraussetzung, daß die Juden der Vereinigten Staaten ein dauerndes Heim für sich und ihre Kinder geschaffen, die Rechte der amerikanischen Bü rg c r s c 11 a {t erworben und die entsprechenden Pflichten auf sich genommen haben und ihre unbedingte Zugehörigkeit z« diesem Lande anerkennen, das sie lieben und schätzen und von dessen Volk sie einen integrierenden Bestandteil bilden. Unser Komitee Übersicht jedoch nicht, daß es anderswo Juden gibt, die, bewegt von einem traditionellen Gefühl, sich nach einem Heim für das jüdische Volk im Heiligen Lande sehnen. Diese durch Jahrhunderte genährte Hoffnung hat unsere volle S y m p n t h i c. Wir erkennen aber, daß nur ein Teil des jüdischen Volkes seinen Wohnsitz in Palästina zu nehmen wünscht. Der größere Teil wird auch weiterhin in den Ländern leben, von deren Bürgerschaft sie jetzt einen Bestandteil bilden, wo sie volle bürgerliche und religiöse Freiheit genießen und wo sic als loyale und patriotische Bürger die Grundsätze und Institutionen des Judentums erhalten und entwickeln werden. Als daher die britische Regierung kürzlich die jetzt von der französischen Regierung unterstützte Erklärung erließ, wonach sie ״wohlwollend die Errichtung eines nationalen Heimes für das jüdische Volk in Palästina sieht 'und ihre besten Kräfte anwenden will,, Ausführlicher Bericht A,)S ß k \T t ,, sj , ~־z um die Errciclmng dieses Zweckes zu erleichtern", wurde diese Ankündigung von unsciem Komitee vo 11 gewürdigt. Die der Deklaration hinzu,gcfüglcu Bedingungen werden als wesentlich und wichtig angesehen, indem sie fcstsctzcn, daß ״nichts geschehen soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte bestehender nichtji'uüschcr Gemeinschäften in Palästina oder die Rechte oder dem politischen Zustand, «icrcii sich Juden in anderen Ländern erfreuen, becinträcliligeu könnte“. Diese Bedingungen entsprechen durchaus den allgemeinen Zielen, für die unser Komitee gekämpft ha( und den Idealen der amerikanischen Juden. Unser Komitee wird die Möglichkeit begrüßen, bei der Verwirk- 1 i c 111111 g der britischen Deklaration unter dem vom Friedenskongreß zu bestimmenden Protektorate oder Suzerän zu helfen und zu diesem Zwecke nvit jenen zusamiucuziinrhciten, die aus religiösen oder historischen Beweggründen in Palästina ein Zentrum für das Judentum, ftir die Förderung unseres Glaubens, fitr die Entwicklung von Literatur, Wissenschaft und Kunst in einer'jüdischen Umgehung und für die Erneuerung des Landes zu schaffen suchen.“ Die Zeit ist jetzt gekommen, wo es richtig scheinen dürfte, daß sich die Juden dieses Landes darüber, was sie für Palästina tun wollen, klar werden. Es ist nicht mehr eine Theorie, sondern eine Tatsache, die vor uns stelii. Die Balfour-Dcklaration ist nicht mehr eine bloße Kundgebung einer Nation. Sic wurde von der Friedenskonfeien/, als Teil des Friede liRvertrages angenommen. Sie wurde vom Völkerbund anerkannt und in Kraft gesetzt. Auf G1 um! dic-cr wichtigen politischen Akte ist Großbritannien der Mandat,•11׳ für Palästina geworden. Die britische Regierung hat eine Verwaltung geschaffen, die jetzt die Geschäfte des Landes führt. Sir Herbert Samuel ist High Commissioner, und er sucht mit seinem Beirat die verschiedenen Probleme zu lösen, die in Palästina entstanden sind. Es handelt sich für uns nicht mehr um die Frage, oh es geschehen soll oder oh es nicht hätte gescliclien sollen. Es ist eine vollendete Tatsache Und die Frage lautet, oh die amerikanischen Juden, die nicht Zionisten׳ sind, der bestehenden Lage gegenüber gleichgültig bleiben sollen, deren Bestand durch die Haltung der Großmachte der Welt gewährleistet ist und, wie sehr auch unsere Regierung von vielen der Beschlüsse der Friedenskonferenz abgeriiekt sein mag, die volle Billigung des Kongrosses der Vereinigten Staaten hat. Daher haben wir als loyale amerikanische Bürger das Recht, die Frage zu erörtern, oh und was wir für Palästina und seine Fiitwiekhing tun wollen, und als fovalc Juden haben wir die Pflicht, etwas für diese höchst wichtige Aufgabe zu unternehmen und unsere Gedanken, unsere Vorstellungen und Absichten mit Bezug auf Palästina zu klären. Wir haben nicht das Recht gleichgültig zu sein, und es gibt verschiedene Gründe, warum wir dieses Recht nicht haben. Vor allem müssen war, die wir glücklich sind, die wir alle Wohltaten und Segnungen empfangen, die Gott uns als Bürgern dieses freien Landes gegeben hat, eingedenk sein, daß cs Millionen Juden in anderen Teilen der Welt gibt, die nicht so glücklich sind wie wir, über denen׳ noch «las Martyrium schwebt, «iic noch eine Zuflucht, ein Helm suchen, die noch die Sehnsucht nach einer H c i m a t fühlen und in der Tide ihrer Seele die Möglichkeit herbeisehnen, ihr Heim auf dem Boden zu hauen, den sie und ihre Väter immer als heilig betrachtet haben. Sie wollen die J feimat verlassen,1 wo sie jetzt leben —• Heimat sage ich, richtiger wäre: Stätten der Unterkunft, der vorübergehenden Unterkunft, Stätten, von denen sie immer und immer wieder während des letzten Jahrhunderts, ja selbst während «ler letzten zehn Jahre vertrieben wurden, — wenn man bedenkt, daß Kiew in fünf Jahren sicbzehnmal den Herrn gewechselt hat ■und die Juden jedesmal die Leidtragenden waren, mag man ihre Sehnsucht verstehen. Wir können ihren'Wünschen und ihren Hoffnungen und ihrer Sehnsucht gegenüber nidit gleichgültig bleiben. Sie!iahen eia Recht, diese Länder zu verlassen und sich anderswo ihre Heimat zu suchen. Wo sollen sie sic finden? Kennen wir nicht allzu gut die traurige Tatsache, daß eine Politik vertreten und durchgesetzt *wird, nicht nur hier, sondern auch in andern Lindern, welche die Einwanderung verhindert, die Türen der Rettung sperrt? Wenn das unrühmliche Gesetz, das jetzt dem Kon• gieß vorlicgt, die Johnson-Bill, durchgeht, wurde das bedeuten, daß die Tore, die uns und unseren Viitern .offen waren, für jene, die ebenso wert dieses Rechtes sind und die hcreinkomrncii wollen, versperrt werden. Wohin sollen die Juden gehen? Wo sollen sie eine ExistenzmÖgiiehkeit finden? Wo wird der Pioniergeist, der tausende zu «lein Entschluß zwingt, alles hiuler sich zu lassen und ein neues Heim zu suchen —• wo wird er seine Bclätigiing finden, wenn nicht in Palästina? Und deshalb dürfen wir unsere Augen nicht länger vor dem Problem schließen, das gebieterisch narb Lösung ruft. Und dann hat die britische Regierung die Balfour-Dcklaration erlassen — sic, die allgemein als eine Regierung gilt, die immer der Patron der Freiheit und freiheitlicher Ideen gewesen ist. Frankreich, Italien und andere europäische Regierungen nahmen diese Deklaration als Teil des internationalen Rechtes der Welt an, und England wurde zur Mamlatarniacht. England erwartet natürlich, daß dieses g ro ß’e Ge s eh c n k, diese große Möglichkeit, die cs schuf, von den Juden ergriffen und daß das, wozu sic mifgcforderl, 11ml das, was ihnen zugcsichcrt wurde, auch Würdigung finden werde. England hafte das Recht, zu erwarten, daß die Juden nicht abseits stehen würde n. Unter denjenigen, die abseits sichen, meine ich die, die durch ihre Handlungen dazu beitragen könnten, das zu verwirklichen, was in der Vorstellung aller lebte, die die Bnlfour-Dekl.'initiori erließen, cs aber nicht tun. Was würde mau von «len amerikanischen Juden, der reichsten J u d e n g em ei n sc h a f t der •Welt, der m ft chtigst en und einflußreichsten und glücklichsten, sagen, wenn sie in einer solchen Zeit, wo sie zur Leistung aufgenifen werden, seihst zufrieden dasitzen, die Hände in die Taschen stecken — und nichts tun, nichts sagen, kalt und gleichgültig bleiben würden? Ich fürchte, ich fürchte, daß eine solche Untätigkeit, ׳ts^^^n eine solche Gleichgültigkeit uns tausendmal mehr Schaden tun könnte, als alle K11 Klux Klans und Henry Ford», die in dieser großen Stadt Platz hätten. Nun, cs gibt tausende von Juden, um nach Palästina gehen wollen, die das Recht haben auf eine Möglichkeit, nachdem sic dorthin gekommen sind, für ihre eigene Erlösung zu arbeiten. Ich glaube nicht einen Augenblick, daß wir das Recht haben, uns weiterhin auf Almosen zu beschränken. Wir wollen das alte System der OUalukkah nicht fort setzen, lüc Juden, die nach Palästina gehen, müssen Menschen von unab- 11 äugigem Sinn und unabhängigem Charakter sein, Menschen, die nicht Bettler sind und die nicht zu Bettlern werden wollen. Aber sic sind arm, es fehlt ihnen an den nötigen Mitteln, um Industrie, Agrikultur und die übrigen Berufe zu beirciben, durch die sie ihren Lebensunterhalt erwerben wollen und können. Sie fordern eine Möglichkeit, und sic halicn ein Recht darauf, ich denke, .wohlverstanden, nicht daran, Milte! zu bekommen, die irgendeine bestimmte Organisation in die Lage versetzen sollen, ihre Tätigkeit fliis/iiiiben oder irgendwelche Mittel, die als ein Fond bctrachtet würden, der zur Schaü.mg öffentlicher Arbeiten nötig oder die für den Zweck erforderlich wären, den Ein- Wanderern, die mittellos sind, zu helfen, damit sie ins Land kommen können. Ich fordere nicht Mittel, um sie aus einem: Fond zu unterstützen, der niemals zu rück gezahlt werden soll. Ich betrachte jetzt die Frage, .oh wir die Pflicht haben, eine Korporation oder eine Gesellschaft zu gründen, die nach geschäftlichen Grundsätzen jenen, die Industrien beginnen, die landwirtschaftliche Arbeiten 1 unternehmen, die Mittel sichert, um ihre Tätigkeit in zweckmäßiger Weise durch Darlehen und Kredite zu führen. Jeder Dollar, der in eine solche Korporation gesteckt wird, müßte in einer sicheren, gesunden, gcscliäfts tri a ß i ge 11 Art investiert worden und einen entsprechenden Ertrag erwarten lassen, der die Geldgelrer ermutigt, weitere Vorschüssc zu leisten und durch einen sich selbst erneuernden Fond und den Verkauf von guten und vollwertigen Sicherbeiten beiträgt, weitere Mittel zuin Aufbau des Landes zu gewinnen, geradeso wie unsere östlichen Staaten durch das von «len Gcldlcuten der Weststaaten gelieferte Kapital aufgebaut wurden. Das ist ein sehr einfacher Vorschlag, ein geschäftlicher Vorschlag, und wir wurden heute hierher geladen, um diesen praktischen, klaren Plan zur Finanzierung der von den Leuten selbst organisierten Industrien und Tätigkeilen zu erörtern. Niemand denkt daran, Land zu kautcu, die Leute auf das für sic erworbene Land zu setzen, ihnen «len ganzen landwirtschaftlichen Apparat und «las Gehl für die Durchführung ihrer Arbeit zu gehen, und damit die Sache als erledigt auzuscheu. Nichts dergleichen. Wir erwarten, «laß sie die Initiative ergreifen, daß sic ein ge-!lügendes Interesse an den von ihnen errichteten Unternehmungen haben, daß cs möglich wird, weitere Darlehen zu geben und so auf praktischer Grundlage ein entsprechendes System von Finanz-, Invcstitions- und Bankbeziehungen dtirchzufiihrcn. Ich will keine Details erörtern, da noch keine Details zur Erörterung stehen. Eine der Fragen, die war heute zu betrachten haben, ist die, ob wir uns seihst und andere für eine Bewegung interessieren wollen, die sich den nützlichen und g I c i c 11 - zeitig wohltätigen Zweck, den ich angeführt habe, setzt, «Iic cs für die Einwanderer, die nach Palästina kommen, möglich macht, in Palästina zu leben und sich ein Heim zu schaffen, die cs andern möglich machen wird, ihnen zu folgen, die denjenigen Beschäftigung gibt, «iic nacii Palästina kommen, die in Palästina dieselbe Erfahrung wiederholen wollen, die unsere Väter machten, als sic nach den Vereinigten Staaten kamen, um auf ehrliche Weise mit den gewöhnlichen Geschäftsmcthodcn und auf dem gewöhnlichen Weg der Industrie ihren Lebensunterhalt zu erwerben. Ich habe diese Frage vorangestcilt, nicht, weil das die richtige Methode ist, um die Frage in dieser Konferenz anzuschncidcn, sondern weit es mir eine praktische Sache zu sein scheint, die, u’ie ich glaube, den praktischen Männern und Frauen, die liier sind, Zusagen wird. Aber die Palästinafragc hat noch eine zweite Phase, die wir in Erwägung ziehen und sorgsam betrachten müssen, und das ist die Frage, ob die Juden dieses Landes und anderer Länder — ich meine jetzt die Juden, die Nicht- Zionisten sind, immer Niciit/.ionLstcn waren und die wahr* selicinlich immer Nichtziouistcn bleiben werden — an der Jewish Agency tcllnchmen werden, die durch das Großbritannien auf Grund der Vereinbarung ׳von San Remo erteilte Mandat geschaffen ist. (Redner verliest Artikel 2, 4 und 11 des Mandats.) Ich lenke Ihre Aufmerksamkeit auf das erste W ißbuch über Palästina, das von der britischen Regierung im Fahre 1922, und auf das zweite Weißbuch, «ins im November 1923 veröffentlicht wurde, die sehr deutlich zeigen, in welcher Art die Agency Nutzen bringen kann und welche Beschränkungen der Agency auferlcgt sind. Ich mache Sic ferner auf «iic Beschlüsse aufmerksam, die der Ict 7. teZionisten kongreßin Karls l>a«l angenommen 11,11, «iic die Beieitwiiligkeit «ler Zionistischen Organi.saton, die als vorläufige Jewish Agency bestellt wurde, zeigen, mit Juden zusammen zu arbeiten, «iic Niclit/ioiiistcn sind, und dall sic bereit ist, in Bezug auf die Agency die Hälfte der Autorität, die sie besitzt, auf Grund der bestellenden Lage zur Verfügung zu stellen. Nun entsteht die Frage, ob die außerhalb *ier Zionistischen Organisation stehenden Juden von dieser Möglichkeit Gebrauch machen sollen, in die Palästinafragc und ihre Entwicklung cinzugreifcn, daran in der Weise teilzunclimcn, daß sie wissen, daß dieses Palästina, woran wir ein solches Interesse haben, richtig entwickelt wird, mul daß cs mit ,Bezug auf Palästina und die Lage in Palästina kein Monopol für irgendeinen’Teil des jüdischen Volkes gibt. Dies ist die Frage, die wir zu entscheiden haben. Wir haben jetzt die Möglichkeit zu sagen, daß war unseren Anteil an dieser Agency haben wollen, die nicht mehr der ausschlicßlichc Besitz «ier Zionistischen Organisation ist. Sie ist eine Agency, deren Zusammensetzung «ler Verteilung des jüdischen Volkes entsprechen soll. Wir, die wir uns über «len Zionismus beklagt haben, haben jetzt eine Möglichkeit zu zeigen, was wir tun können, um die Palästinasache zu fördern. Lassen wir alle Namen und Sclila,״Worte fallen. Kämpfen wir' nicht mehr um Worte, Das größte Unglück in der Welt war bloß das Ergebnis des Kämpfen« um .Worte, des Streites um 1

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