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Jüdische Rundschau · 1924-04-18 · Heft 30-31 (18.4.1924) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 30-31 (18.4.1924)
Date
1924-04-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 30 31׳ IUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 223 HcUmniotration Die Fräse der Kclorra der Bodcnstcucrn 111 seinem, von uns hcrcils auszugsweise wiedrrgegebrnen Vortrag über das Stcueixvcsv» in Palästina sagte Herr I\ Coriifeld über die notigen Reformeu: a) Der Zehent: Nicht die Ernte, sondern der Boden sollte bcstciicit sein. Die Ernte ist die Erudit der Arbeit der, Farmers. Es ist ungehörig, den fleißigen Bauer starker zu belasten, als den taulen. An Stelle des Oschcrs und der Wergho sollte jeder kultivierte Hektar mit 1 Pluml und jeder unkultivierte mit!': I’tuud pro Jahr, besteuert werden. Wenn jedoch nach drei Jahren die unkultivierte Fläche nicht bearbeitet wird, sollen auf sie ein weiteres יי Pfund gelegt werden. Wenn wir 70003(1 ha als Berge, Saud usw, rechnen mul von restlichen 1120000 11.1 ■10t) 00 als noch nicht kultiviert wegen Mangels an Mitteln, blichen 700000 113, welche mit t Pfund besteuert werden konnten. Zuzüglich der 50 Piaster auf die 000 120׳ ha ergäbe dies eine jährliche Einnahme von 010 000 P(d., ein Mehrfaches dessen, was die Administration bisher an Steuern cinnahm. Die Regierung könnte die Zahlung für den Zeitpunkt nach Verkauf der Finte festsetreu und Erleichterungen für Ermutigung von Pilan/ungsanlagcn gewähren. 111 Was die Wc r g 11 o in den Stadien und Dörfern betrifft, so sollte eine völlig neue Ei11scl1.it/ung statffinden, wobei um 23 ״n des jetzigen Wertes der Bauten weniger angesetzt werden sollen, bange stehende Gebäude sollten zum gegen• wäriigen Wert besteuert werden, aber es sollen 3 ״,» Amortisation per Jahr seit Errichtung abgerechnet werden. c) Was die Zölle betrifit, so sollen sie abgeschafft werden, mit Ausnahme aut solche Waren, die im Lande erzeugt werden; aut Luxusartikel (Tabak, Schmuck, Alkoholc usw.) sollte dagegen eine Einkommensteuer eingeführt werden. ♦ Anmerkung der Redaktion: Der Vortragende bat mit seinen Vorschlägen im Prinzip sicher recht. Nur glauben wir nicht, daß cs richtig wäre, den Boden mit einer c i n 11 c i t - liehen Steuer. zu betasten. Die von uns selbst wiederholt vorgcschlagene ״S teuer auf den g c m einen Wer t“ wird überall so verstanden resp. gcliamlhabt, dall sic tatsächlich von dem jeweiligen Werte des betreffenden Bodens erhoben wird, aber nicht mit einem einheitlichen Satz, der für alle Böden ohne Unterschied der Oute und des Ertrags festgesetzt wird. Dies wäre eine׳ sehr große Ungerechtigkeit. Dagegen könnte sehr wohl die Steuer auf den unbebauten, aber kultivier!),11 eil Boden einheitlich festgesetzt werden. Diese Steuer ist besonders wichtig, weil durch ihre Auflegung die Eigner gezwungen wären, entweder den Boden in Kultur zu nehmen oder zu verkaufen, wodurch eine Senkung der Bodenpreise und jedenfalls ein starkes Bodenangebot zu' erzielen wäre, was im höchsten Interesse־ der jüdischen Kolonisation liegt. Lieber die angemessene Höhe der Steuer ließe sich erst nach Erhebung der Werte der Böden Näheres sagen. Keinesfalls dürfte sie so gewählt werden, daß von ihrer Einführung an plötzlich der Steuerdruck härter wäre als vorher. Sonst wäre der Widerstand gegen die Steuer zu hoch. Dies würde aber wahrscheinlich nach den von Cornfcld vorgeschlngcnen Sätzen der Fall sein. Er will aus der bebauten Fläche 700000 Pfd. herausschlagen. Die Oschercingängc sind für 1923,-1 mit ISO000 Pfd. angenommen. Allerdings ist Pflanzungsboden bisher nicht besteuert. Immerhin erscheint der Sprung als zu groß. Uebrigens dar! auch bei den unbebauten Böden der Bogen nicht überspannt werden. Bei allein Interesse, das die jüdische Kolonisation an dieser Steuer hat, dürfen wir dennoch nicht übers Ziel schießen wollen und Maßnahmen gutheißen, deren Durchführung eine ungeheure Erregung hervorrufen würde, die sich sicherlich gegen die Juden wenden würde und die auch vom praktischen Standpunkt als zu scharf bezeichnet werden müßte. Die •120 000 ha unbebauten, aber kultivierbaren Landes (der offizielle Bericht schätzt nur 303 000 ha ein), der heute aus Mtingel an Menschen und Mitteln nicht behaut und noch gar nicht besteuert ist, soll plötzlich 210000 Pfd. — eine für palästinensische Steuervcrhältnissc Hauptversammlung des Centralvereins deutscher Staatsbür!!er jüdischen Glaubens Der Ccntralvercin deutscher Staatsbürger jüdischen Glau• liens hielt am 13. und 14. April in Berlin seine diesjährige Hauptversammlung ab. Nach einer öffentlichen Versammlung im Ht'iieiiliati 1׳ am Sonnabend abend, in der Dr. Vogelstein, Breslau und Justizrat Sonnenfcld, Berlin sprachen, fand am Sonntag vormittag eine Gedenkfeier für den versforbcitcn Ehtenvorsitzenden des Vereins Geheimen Justizrat Eugen Fuchs statt. Die Verhandlungen selbst standen int Zeichen der bevorstehenden Reichstagswahl. Sic wurden durch Referate über die politische Lage und Berichte aus Bayern, Qbersdilcsien, Ostpreußen, der Pfalz, Pommern und dem Ruhrgcbict c'mgeicitct. Dr. L. Wassermann, München belichtete besonders über die 'völkische Bewegung, mit der er, sowie die anderen Referate und die Diskussion sich in der Hauptsache beschäftigten. Er versuchte, hierbei'auch die irrationalen Untergründe dieser Bewegung zu kennzeichnen. Aus dem Bericht über Pom1m.ru ist besonders die antisemitische Boykottdrohiing den Juden gegenüber hervorzuheheu. Sodann sprach der Direktor des C.-V., Dr. L u tl w i g Holl ä n der, filier ״Neue Wege der praktischen Arbeit“. Seine Ausfiihrungen, die mit besonderem Beifall aiifgeuommen wurden, waren durch ein deutliches Abrücken von der bisherigen C.-V,- Ideologie und den Versuch, zu einem positiveren Gehalt seiner Arbeit zu gelangen, bemerkenswert. Die zionistische Kritik an der Tätigkeit des C.-V., der sich bisher auf bloßer Ahwehrtäsigkeit beschränkte, hat sich also als fruchtbar erwiesen. Holländer forderte die Schaffung eines ״geistigen Gcncralstabs“, dessen positives Programm die ״Propaganda für den jüdischen Menschen“ in der Ocffentlichkcit sein solle. ״Mit allen Negationen ist die Tatsache nicht wegzuscliaffcn, daß man in dem Juden einen Blutfremden sehe”. Der C.-V. müsse allmählich die Kraft zur Abwehr ז er Abwehr finden. Da׳, nlte jüdische Ethos müsse dargestclK werden, Audi auf dem Gebiete der Rassenfrage der jüdischen Wirtschaftsgeschichte, der Gesetzgebung, der Psychologie usw. fordert Holländer positive Arbeit, ebenso auch eine Propaganda des jüdischen Menschen innerhalb des Ju.cn ums. Am zweiten Sit/une'stagc sprach Prof, Julius Gold stein über seine Eindrücke vom amerikanischen Judentum. Nach ihm hielt Dr, Ismar Freund ein Referat ״)cr «Bmerjüdischc!־ragen“. Von vereinzelten kritischen Bemerkungen abgesehen, die auf der Tagung über die Ostjuden gefallen waren, wobei aber auch manches Arierkennende über sie nicht unterdrückt wurde, war Dr. Freund der einzige, der In die Verhandlungen einen polemischen Ton gegen eine andere jüdische Richtung hincinirug, Indem er zwar des praktischen Idealismus der Zionisten in Palästina warmherzig gedachte, den Zionismus in der Diaspora und 11e Zusammenfassung der Juden zu einem besonderen Volkslumc aber als Gefahrenquelle für die staatsbürgerliche Stellung der deutschen Juden hinzustcllcn wagte, und sich dabei enorme Summe — zahlen. Wenn auch diese zirka 4,6 8',״ Piaster-Steuer pro Dunam an und für sich gewiß nur einen Satz, von weit unter 1 ״/« der, Wertes jenes Bodens ausmachten, so müßte man trotzdem zum U eher ga 11 g und zur Einleb urig <1 c r Steuer in den eisten Jahren mH einem noch getingcrcm Satze aniaiigcn, soll sic nicht als ungerecht empfunden werden. Denn da der Boden aus Mangel an Menschen und Mitteln nicht bebaut ist, etwas, was _ sich nicht so schnell ämlern laßt, — auch durch die jüdische Fiuwamleruiu: nicht — so erscheint die Auferlegung der Steuer auf unbebautes Terrain in der halben Holte wie auf bebautes als ein Unrecht. Die Bestimmung, daß schon nach drei Jahren die Steuer derjenigen auf behautes Land angcglichen werden soll, ist gleichfalls zu drakonisch. Wenn wir mir 300000 ha 000 300 3 -־ Dunam solchen Bodens annehmen und nur SOG Pfd. Bodenkaufs- und Altsiedlungskosten für eine Familie auf 100 Dunam, so wäre zum Ankauf und zur Besiedlung dieser Terrains die Kolonisation von 33 000 Familien mit einem Kostenaufwand von über 26 Millinnen Pfund dafür nötig. Die Folge einer solchen Bestimmung wäre, daß die Bodenbesitzer ägyptische oder andere ausländische Arbeiter importieren wurden, qm die Böden ganz oberflächlich und extensiv 7.11 nutzen, um wenigstens einen gewissen, wenn auch kleinen Betrag zu erzielen. Dies würde gewiß nicht im Interesse der palästinensischen Wirtschaft und der jüdischen Kolonisation hegen. 0 V0lfc6wirt9d>aft Die Senkung der Leben?kosten ' Nach einer offiziellen Zusammenstellung war die Bewcgung des Index für 18 wichtige Artikel der Nahrung und Feuerung: Vorkriegszeit 100 1020 ..•102 593 ••••••*׳<«•.•• 1921 314 « * . » 1022 1923 . 260 Eine arnlcic Berechnung der Großhandelspreise von 23 Artikeln zeigt folgende liidexbcwegiing: 1920 ... ...1• •*«••• 100 1921 5t 1922 . 50 45.׳ ׳. 1923 Aus diesen, Ziffern geht mit erschreckender Deutlichkeit hervor, wie maßlos die 'Teuerung noch 3 Jahre nach Kriegsende (1921) in Palästina trotz stabiler Währung war. Dies Wann nicht Wunder nehmen, wenn man berechnet hat, daß z. B. Weizen 1920 neunmal teurer war als 1914 und um 130 י׳w höher als zur selben Zeit in Amerika. Die Preise waren!921 sechsmal so hoch als im Frieden, eine Erscheinung, die sonst nirgends in Ländern stabiler Valuta zu finden war. Auch heute noch ist der Index gegen den Friedensstaud 263, dagegen gibt der offizielle Bericht für folgende Länder mit stabiler Valuta nachstehende Zahlen atu Großhandelspreise Lebenskosten England ..... 153 175 Aegypten ..... 120 158 Amerika ..... 151 172 Es ist nicht cinzuschcn, warum in Palästina die Preise 2י; mal so hoch sein sollen als im Frieden, wenn sie in Aegypten nur Ip-ntal so hoch sind. Dazu ist zu bemerken, da» Palästina im Frieden sicher billiger war als■ Aegypten. Das Gutachten über des Dafenbaa Das bislier unvciöüentlichte Gutachten des Regicrungsexperten Fred er ick Palmer ist bisher nur im Auszug bekannt geworden. Air. Palmer hält einen Hafenbau in Jaffa für uüiwcheiiswcit, der mg'f.ihr 1 Million Pfd. kosten würde. Dle<c Ausgabe kann durch die Ersparnisse verzinst werden, welche durch den Bau erzielt werden. Palmer schätzt die Verluste und Kosten, welche durch das Nichtvorhandcnscfn geeigneter Alltagen in Jaffa im letzten Jahre verursacht wurden —- durch zu liehe Frachten, Güicrbcschädigungcn durch Seeäir. ־■»- ,בד*~ * ■•.■־י״■ ״ ־־.י-ז״ד./..־ ״- .—ד 7,.׳ .* .״ -••s zugegebenermaßen und unter dem ostentativen Beifall der Versammlung an Aeußerungen dnitschiiationaler Abgeordneter anschioß. Er erging sich in Irrtiimern über ״den Zusammen• brudi des Zionismus in außenpolitischer Hinsicht“, womit er die Beschränkung der Eimvawlcrungs/iffcr agitatorisch aiifhau־׳eilte, nannte, die intensivere und tatkräftige Natioiinlisierinig ■,arbe,t des Galullijudeutunis im Uebcrschwang seines enttäuschten Herzens gleich ״Umstellung des Zionismus“, hehauptete kühn, daß für uns das Galuth bis vor kurzem nur Gegenstand einer Vcrelcndimgsthcoric gewesen sei — als oh das Gegenteil nicht schon im Baseler Programm stünde — beklagte auf nur zu durchsichtige Weise das Herrintragen von Parteiidealen in die Gcmeimlcstuhcn, womit er die Forderungen des Volksjmlcntums zu. kennzeichnen gedachte, und deckte׳ zum Schluß seine Karten auf: trotz seiner religiösen Neutralität müsse, wenn der Kampf um die zukünftige Gestalt der jüdischen Gemeinde aiisgefochtcn werde (Re'igionsgemciiidc contra Voiksgcmciude), der Centralverein sofort Partei nehmen ״für die große jüdische religiöse Idee“. Wozu wir nur bemerken wollen, daß cs die Eigenschaft großer Gegens ände ist, sofort fadenscheinig, ja uuertr.'iglidi zu werden, sobald sie als Worte einem ganz bcstimmten, in al'en politische» Parteien zu findenden Rednertyp aus dem Mumie klingen. Von rinderen Referaten sind noch zu erwähnen die über die Jugendbewegung, die in der Feststel'unr׳ gip'clien, daß dem C.-V. noch eine Jugendbewegung fehle. Im übrigen hat sich die Versammlung auf das Problem des Antisemitismus und auf die Stellung der deutschen Juden zu ihm beschränkt. Naumanns Amokläufer Die Breslauer ״Jüdische Zeitung für Ostdeutschland“ teilt in ihrer letzten Nummer mit: Vertreter der Breslauer tt a t i o 1t a kl eu t sch c n Juden haben nach Ankiiiidigmijz der Versammlung ״Für das arbeit e n d e P a 1 ä s t i n a“ den Polizei Pr ä s i d c n t en gebeten, diese Versammlung zu verbieten, da eine Störung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit zu befürchten sei. Die Versammlung, auf der bekanntlich außerdem Landfagsabgeordnefen Dr, Oscar Cohn auch der Präsident des deutschen Reichstags Löhe (der also auch die öffentliche Ruhe nach Auffassung der Natim,inner zu stören beabsichtige!) sprach, hat trotz dieser Denunziation stattgefunden. Die Intervention, die würdige Fortsetzung des früheren, von Dr. Naumann in drui Vcrhnndsblatt später atisdriicklich gebilligten Versuchs, die Aufführung des PaLislina-Filnu. in Breslau zu verhindern, ist von so beispielloser Uiigeheiicr'icli'.Tjf, daß man nur amtrhnicn kann, die Herren nehmen sich und ihre Taten selbst nicht c^nst, oder sic sind nicht im vollen Berit/e .ihrer Geisteskräfte. Das ist nicht mehr Dummheit, wie Georg Bernhard und andere annchmcn, sondern bereits gemeingefährlicher Irrsinn, t a wasser, schlech'.c B.-h.indhmg beim Ucberladen, hohe Assekin.iiizpt.miien — auf 90,000 Pfd. Line Verzinsung des Anlagekapitals von 7 <׳> und eine AmorWationsquote von 1 Vz ״'״ p. «• und die Instandhaltung des Hafens usw. würden mehr als lierciugebr.ulit werden durch eine Ifatentaxc von 2>/i1 "/״ auf Importe 11ml eine kleine Abgabe auf den Orangenexport, die Mietgihiiliren fui die. Lagerhäuser usw׳. und schließlich durch die von den Gemeinden Jaffa und Tel Awiw /!!gesagten Beiträge. Was Haifa betrifit, so ist ein Hafenbau dort nicht mir wünschenswert, sondern nötig, nicht nur für den gegenwärtigen Handel, sondern auch wegen der zukünftigen Bedcutung Haifas für ein großes Hinterland. 111 Haifa sind schon Sondierungen und Bohrungen aimgdührt worden, weshalb Mr. Palmer einen definitiven Plan ausarbeiten konnte, der mit 1 Million Pfd. St. inkl. Zollhausbau, Eisenbahn, Krahn- .101.1,1׳ usw. ausgrführt werden könnte, wobei jede mögliche künftige Ausdehnung berücksichtigt ist. Die Finanzierung: wäre nicht .so günstig wie in Jaffa, weil Haifa keinen Orangenexport hat und die Stadl gemeinde nicht in der Lage ist, einen IWitrag zu leisten. Daher müßten in Haifa Hafengebühren von 3 ״׳׳ eingchobrn werden. Nach Informationen des Economic Board, der sich mit dieser Frage beschädigt, ist cs wahrscheinlich, daß mit der Regierung das folgende Abkommen getroffen werden könnte; 1. Eine Konzession für 50—75 Jahre. . 2. Genehmigung des Planes durch die Regierung. 3. Bau des Hafens auf Grand einer Ausschrcibungskoiikurrcnz. 4. Kontrolle des Hafens durch eine Behörde, in der die Gesellschaft, die Interessenten und die Gemeinde vertreten Und, und die Regierung ein Vorrecht hat. 5. Die Unternehmung wird ermächtigt, auf den Import und gewisse Exporte Taxen zu legen. 6. Die Unternehmung bleibt Eigentümerin des für den Bau expropriierten Lander,. 7. Am Lndc der Konzessionsdauer fällt der Hafen mit allen dazugehörigen Bauten usw. kostenlos der Regierung zu. Die Unternehmung Wiebe dann nur Eigentümerin solchen Bodens, welcher nicht zu dem Hafen und seinem künftigen Ausbau gehörte. Die erste Ziegelbrennerei Architekt Willy Cohn aus Berlin gründete die Ge- Seilschaft ״The Kishon Clav Works Ld,“, die 40 Dunam an der Straße von Haifa nach Nazareth, 3 km von Haifa erwarb. Ein großer Schuppen für Trocknung der Ziegel wurde bereits errichtet und zwei zementierte Zisternen gebaut. Literator Sor.ialislisclic Monalsheite In Nr. 3 bespricht Hermann Kran old 111 der Rundschuurubrik ״Kolonisation“ die jüngsten Bücher von Soskin, Kaplansky und Arlosoroff. Bei Besprechung der ersteren setzt er sich für intensiven Betrieb und für dry farming ein. Unter solchen Umständen wäre der Getreidebau lohnend. Von Interesse ist seine prinzipielle Bemerkung: ״Den Zionisten, muß angcratcn werden, daß sie sich immer mehr auf die sachlichen Probleme einstdien und die inncrzionistisclicii Streitigkeiten _ ruhen lassen. Die Anziehungskraft, die der Zionismus auch auf die Ni ent Jude 11 äausübt, beruht vor allen Dingen aut dem Interesse der in Palästina für die ganze Menschheit zu leistenden produktiven Arbeit, die in dieser Zeit allgemeiner Zerstörungswut umso stärker hcrbcigcsehnt werden in u ß.“ 111 der Besprechung der Schrift von Arlosoroff weist er auf die Schwierigkeit hin, die Anleihe, wie dies bei kolonialen Kapitalanlagen nötig ist, hoch zu verzinsen, ohne die palästinensische Wirtschaft zu sehr zu belasten. Daß den Juden gestattet werden würde, allein eine Notenbank zu errichten, sei nicht anzunchmen. Es bliebe nichts anderes ־ übrig, als die Zinsenbeträge, welche von den Unternehmungen nicht hcrau'gcwirtschaftct werden können, aus den Spendenfonds zu nehmen. Die jüdische Universiiät in Europa Danzig. (]. T. A.) Nach einem Bericht aus Gent hat sich die unter dem Vorsitz. Henry Bergsons stehende Kommission für geistige Zusammenarbeit beim Völkerbund soeben mit der Frage der Errichtung einer jüdischen Universität auf europäischem Boden beschäftigt. Der Vertreter Spaniens trat dafür ein, daß die Universität in Spanien errichtet werde und versprach, daß der Universität ein Bauplatz cingcräumt und eine regelmäßige Subvention zugewendet werden wird. Die Kommission hat sich jedoch zum Schluß für Danzig als Sitz der Universität entschieden und ferner bestimmt, daß die Unterrichtssprache deutsch sein soll. Es verlautet, daß ein Komitee aus sieben Personen, unter ihnen Professor Einstein, eingesetzt werden soll, das sich mit dem weiteren Schicksal der Universität zu befassen haben wird. (Wir geben diese Nachricht wiederum nur mit Vorbehalt wieder. — Red. ״J. R.“) , Die Angriffe gegen die jüdische Autonomie in Litauen Ko w 110. (J.T. A.) Nach einer zwei Tage andauernden Debatte über die politische Lage wurde die Session des jüdischen Natio nalrats in Litauen geschlosscn. Zum Ausdruck kam, daß die Lage besonders dadurch verworren sei, daß das Kabinett das Gesetzprojekt über die Legalisierung des Nationalrats angenommen hat, die christlichen Demokraten dagegen ein zweites (icsetznrojekt einnhraclit haben, laut welchem die jüdischen Gemeinden in der bisherigen Form aufgelost und nach dem System freiwilliger Mitgliedschaft gebildet werden sollen. Auf diese Weise könnten in jeejer Stadt beliebig viele ־Gemeinden bestehen, und zwar als einfache registrierte Gesellschaften, die vom Innenministerium kontrolliert werden. Sollte dieses Gesetz durchdringcu, so könnte von einer Legalisierung des Nationalrotes als der obersten Instanz der jüdischen Gemeinden nicht mehr die Rede sein. Dr. Rosen bäum, der als Präsident des Nationalstes oft in die Debatte cingriff, meinte, es sei zu einem übertriebenen Pessimismus keine Ursache vorhanden, dagegen zeigte sich, daß die Mehrzahl der Nationalratsmitglieder sehr pessimistisch gestimmt^ sind und an ein Durchdringcu des Lcgalisicnmgsnrojekts im Scjtn nicht glauben wollen. Sic gaben der Ansicht Ausdruck, daß die herrschende Partei der christlichen Demokraten Schritt um Schritt die Errungenschaften des litauischen Judentums liquidieren wolle. Das Exekutivkomitee des Nationalrates wurde ermächtigt, von Fall zu Fall die notwendigen Schritte zu unternehmen. Dem Vorsitzenden des Nationalrates Dr Rosenbaum wurde das Vertrauen ausgedrückt.

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