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Jüdische Rundschau · 1924-04-18 · Heft 30-31 (18.4.1924) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 30-31 (18.4.1924)
Date
1924-04-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 224 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 30 31׳׳ Landwirtschaft Die Aussichten der Ziiclil des Karakulschafes; (Persianer) Sn PsLIsIlna Unter diesem Ti 1 cl halten wir bereits in Nr. 5 (1023) einen Aufsatz über dieses Thema gebracht «ml auf die Arbeiten von Dr. Pickholz. hingewiesen. Wir hoffen, «laß der nachstehende eingehende fachliche Artikel das Interesse auf «liesen außerordentlich wichtigen Produklbnszwei;» lenken wird. 1• in Plan zur Einführung der Zucht des Karakulschafes in Palästina ist in Vorbereitung. Iferr Dr. P i c I; 11 o 1z, Leiter «ler lamlwii tsrliaftlichen S1 lulle in Pelach-'l ikwuli, 11.1t in «ler Zeitschrift ״Palästina“, Jahrgang 1012, lieft 5/(>, genaue Daten iiber die Temperatur, Niederschlagsmengen 11ml Wcidegewächsc Bucharas, der 1 Id* mat <les Fettschwanzschafes Karakal, des Produzenten des seit Jahrhunderten hochgeschätzten Pcrslnncrpclzwcrkcs, im Vorgleiche zu Palästina aufgcstcllt. Aus '«liesen Daten ist ersiehtlieh, daß die Höchsttemperatur und Niederschläge Bucharas «lenen in verschiedenen Teilen Palästinas gleichen. Auch die ineislen W«'i«11'gcw.;icl1־.c, von denen sieh, die Karakulschafe ernähren, sind in Palästina verbreitet. Herr Dr. Pickholz. ist i״_ diesem Aulsatz, gestützt auf die ähnlichen klimatischen Wcidevcrhättnisse Palästinas mit denen Bucharas und •die grollen Erträge, die diese Kasse abwirft, warm für deren Einführung' in .Palästina eingetreten. Leider wurde damals und midi jetzt die Schafzucht in den meisten jüdischen Wirtschaften nicht betrieben. Diejenigen, die im Kleinen Schafzucht bctrieben, waren, wie die meisten Züchter und Pcl/warenhündlcr Europas, der Ansicht, «lall die eigenartigen Locken, durch welche «las Karakul-Lnmnifell so stark begehrt und wertvoll Ist, ein Produkt der Scholle sei, d. h. dall cs nur unfer den Bedingungen der ursprünglichen Heimat zustande kommen kann. Versuche, welche in verschiedenen Ländern gemacht wurden, erwiesen aber, daß bei entsprechender Zucht und Haltung der Tiere die Lammfelle den aus Bichara stammenden clekhknim'ii. Um das teure Ziichtmaterial zu sparen, und doch die I cllproJitktioi(' zu steigern, wurde in verschiedenen!..andern versucht, die Karakulschafe mit anderen Landrassen zu kreuzen. Nachfolgend die Ergebnisse einiger solcher Vcrsuche. Vorerst möchte ich eine eigenartige Persiaiicrfellprodukiion erwähnen, über die Hofrat Dr. p. Adametz, Professor der Hochschule fiir Bodenkultur in Wien, im l. Band seiner Studien über die Mcmlelsehe Vererbung der wichtigsten Rassenmerktn.de der Karakulschafe bei Rcinznrlit und Kreuzung mit Rambouillets berichtet: Die Il.sehe (iiitspaehtung in Nieder- «»sterieich kreuzte eine Herde von Mutterschafen der Siebenbiirgcr Zackelrassc mit reinrassigen Karakulboeken. Sämtliche so erhaltenen Lämmer wurJen bald nach der Geburt geschlachtet, ihre helle verarbeitet und irn Durchschnitt, den Vcihält* iiisseii entsprechend, zu 17 bis 18 Kronen verkauft, — ein vorzüglicher Preis, der objektiv die schon wertvolle Beschaffcnhril der ersten Kreuzuiigsfcllc teststellt. Von einer Veredlungskmi/img berichtet in demselben Werke der Vcrfasscr betreffen«! die Karakul-Znckolkreiiztingsherde der Herrschaft Kecskeinet in Ungarn. Es wurden von dieser Herde "l)_ Bocklämmer geschlachtet, «lie folgender Herkunft waren: 0 Stiiek stammten von reinrassigen K.irakul-Lämmerii, die ihrer geringen Lockc11q11.1lif.it wegen geschlachtet wurden. 50 Stück stammten vr>n_ Halhbhitlicren (d, h. erste Kreiiziingsgcncration Karnkiil), 10 Stiiek waren a'i-Hiiitdcre (<|. |g die Pelle stellten «lie zweite Rückkrc11/1111gsge11crati<m dar). Im ausgcarhcitetcn und gefärbten Zustande wurden dieselben: vom Verfasser (welcher srlwni tausende Pelle begutachtet hat) wie folgt bewerte(: 2h Stiiek prima primissima, 21 Stiiek Mitlelqu.11n.1t der locken, 16 Stück Untermilfclqualität, weiche Locken, 3 Stiiek kleine Locke, gut geschlossen, 6 Stück Brcitsclnvnnz. mit gulcr Zeichnung und schönem Glanz, 4 Stück lockcnfreic Felle .(Ausschuß). Piir 20 dieser Felle erzielte'man im Wege der Lizitation in der kleinen Stadt Kccskenicnt im Durchschnitt 34,48 Kronen pro Stück. Der erzielte Preis beweist «lie hohe Qualität der Pelldieii. Im AiigusUicft 1021 des X. Jahrp.mgs der ״Zeitschrift für die Schafzucht“ wird unter dem I iki ״Per .iiiier-I eile aus SüdwesbAfrika“ berichlct, «lall der Farmer M. Teinert aus Okuhandja im Frühjahr 1021 WO Stiiek .Pcrsimcr-Fcllc zum Verkauf nach Leipzig gesandt hat; diese stammen von afrikanischen Mutterschafen, gekreuzt mit reinen Karakulboeken, welche vor dem Kriege aus «ler Neunhofer , Ziicliterci. der Leipziger Rauchwaren?,irberei R. Herzog nach Deniscli-Südwcst.ifrika geschickt wurden. Das glänzende Result,1t der Ziifhtimg liegt jetzt vor, die Felle sind den feinsten Persianern ebenbürtig. Herr Teinert berichtet darüber, «lall die Pelle sämtlich nur von ד'H-Hlntticrcn (d. h, dritte Kreuzung) stammten. Aus diesen Ergebnissen ist zu ersehen, «I a fl üicsn wertvolle eigenartige Lockung der K a r ,1 k u I I. a m m f e 11 c kein Produkt der Scholle, s o »ui c r 11 c i 1» e <111 r c h Mutation entstandene u n <1 «I a h e r erblich fixierte Eigenschaft ist, «lie .11 ר c h a 1111 e r 11 a I b «1er Heimat den Tieren bei richtiger Zucht 1111 d II a 11 11 n q bleib c 11 w i r d. Ich will noch einige biologisch«' Betrachtungen über «las Karakal-Schaf, seine I:ebenshedi ngungen in Buchara, im Vcrgleich zur palästinensischen Landschaft und den l'edinguiißcn Palästina hiiizul'iigeu. Das luicharische Fettschwanzschaf, nach «ler gleichnamigen Stadt in Buchara, Karalail genannt, soll nach Dr. (,,C. Youug (Amerika) von dem schwarzen Darnadar (einem laiiggesehwanztcn Schaf «Dr ursprünglich pclzfragenden Art in Zentralasien) gekmi/t mit dem Petlsieill-Scliafe ahstaiiimen. 111 seiner 1 leim.11 wird es Araby Duzbai und Shir.is gcnaimt.!Es ist ein mit Fcttschwanz. ausgestattetes, kräftig gebautes, milti!schweres Schaf, das erwachsen ein mischwolliges, grobes Ylielt tragt; die gewöhnliche färbe ist schwarz, auch graue und braune kommen vor. Die neugeborenen Lämmer tragen schone, glanzende, iiartgelocktc Pci/chen. Sie müssen schon einige Tage Mach der Geburt geschlachtet werden,׳weil sonst «lie Locken sich aufiollon und der Pelz, an Wert verliert. Betrachten wir die morphologischen Eigenschaften des Karakul und des palästinensischen Lamlschafcs, so finden wir, dall beide in den äiifleicM Merkmalen fast iibcrcinstiinmeii. Die ll.'ingcohrigkcit und der Eetlschwanz des Karakul ist auch für «las palästinensische Landschaf typisch und, was uns meistens interessiert, ist, dall die Mischwolle des Karakul mit der Wollhescliaffen'ieit des palästinensischen Schafes identisch ist, weil viele Versuche gezeigt haben, dall bei Kreuzung von Karakul mit niiscliwolligen. Schafen die Locken der Lammpelzchcn besser zum Vorschein kommen als bei rcinwolligcn Kreuzungen. J lmznfügcn möchte ich noch, dall die neugeborenen Lämmer «!es palästinensischen Schafes Locken am Pelz.chen aufweisen,!welche mit den spiralförmig nach innen gedrehten Locken der Karakals nicht zu vergleichen sind. Immerhin kommen sic aber gelockt zur Welt und werden voraussichtlich geeignetes Matcrl.1l zur Veredelung mit Karakals abgeben. Die Weideplätze Jn «ler Heimat Her Karakals bestehen aus Sanddüncti und Salzsteppen, «lie dornige Striuicher hervorbriiigcn. Der Sommer «st heil), im Winter sinkt das Thermometer unter 0. Staubstürme im Sommer und Schncestürmc im Winter sind häufig. Die Herden werden im Sommer in den Wüstenweiden auf «len Ausläufern der Gebirge, die die Siidgrenze Bucharas bilden, wo sie sich von Strauchwerk kärglich ernähren, gehütet. Beim *rsten Sdmcefall werden sic in die Täler zum Uebcrwintcrn getrieben. Die Temperaturhöhe Bucharas im Sommer ist die gleiche wie in Palästina, und die ähnlidie Ntederschlagsquantität beider Länder gibt uns die heile Aussicht, dnH'dns Karakal- Schaf sich hei uns gut akklimatisieren wir«!. Dr, Sinnitz.cn, eine Autorität für Schafzucht in Rufllaml, hat vor Jahren die Kar.iknl-Schaje in die Krim cingeliihrt, deren Klima dem paTi.iinrtif.isiiH'ii ähnlich ist; die von dort stammenden Pelz.- dien haben sich Weltruf erwoihcn. ' < Wir!-,eben, daß hei uns die Vorbedingungen für Rein- Züchtung 11ml Kreuzung des Karakul-Schafcs sehr günstige sind: 1. Die morphologische Verwandtschaft beider Rassen. 2, Die Gleichheit von Temperatur und Niedcrsch'agsvcrhällnisscn beider Länder. 3. Hat die Schafzüchtcrgiuppc, die schon seit Jahren auf diesem Gebiete in Palästina praktisch tätig ist, sich bemüht, «lie ihr fehlenden Kenntnisse der europäischen Methoden für Schafzucht zu erwerben, indem sie Leute zur theoretischen und praktischen Ausbildung nach Europa schickte mul eine Gruppe in Deutschland gründete, die die dortigen Methoden lernt, um sie mit denen der palästinensischen Chawerim, welche «lie Bedingungen und Methoden des I..indes bcherrschen, gegenseitig auszutauschen. Oben angeführte Tatsaclien sprechen für sich, um Interesse für Schafzucht im allgemeinen und Einführung dieser wertvollen Rasse in Erez- Israel in den Kreisen zu wecken, denen die Mehrproduktion des Landes als sicheres Mittel zur Hebung der Einwanderung gilt. Chawlta, stud, agr. lie Nutzung des Bodens 111 deni Berichte des Landwirlschnftsdcparteincnfs findet sich eine interessante Qualifikation fast des gesamten Bodens Palästinas in Hektar aus «lern Jahre 1926^ die wir nachstehend Abdrucken. Die Schätzung der Flächen, ist den Angaben des Landregisteramtes entnommen, mit Ausnahme jener der imkiiitivierbarcn Terrains der Distrikte Jaffa, Jerusalem, Bcr Shcba, die nur geschätzt werden konnten. i'hnnirinn Jarufls'om Jrsfftv Oft- ]!!*% S(MT, R• ri* Oatn | Bor •4h«1»n fa- K'n'tWUrVmr inkl. Wal!!. Wdltl« vuui Nunipflftwl nbor nicht lieUmut ffohtvu t ai.oco 15,0;.', an.as» 1;j,000 0,0.400 4:1.200 80.C0C 75.0«. 11B.S411 77,047 A0/UW 44.50S 15.740 no.n-,a 10.845 1S.OOO 51.000 3.30000 100.000 150.000 8ל04.4• nosiin B01 «04 /,״»rmimou | 82«Jui «5 01»| *iUlM| KZI 3»| W.tK»| 86 81!|.>l).0. 0|1S1I.03S Von der als ״unkultivicrbar“ be/cichneten P'läche kann — durch Aufforstung der Gebirge, Austrocknen der Sümpfe, Bepflanzen der Dünen, dryfarming int regenarmen Süden usw. — gewiß noch ein ansehnlicher Teil der Bebauung zugefiilirt werden. Jedenfalls geht aus dieser Aufnahme hervor, daß wegen Mangel an B.-Hten der jüdischen Kolonisation auf sehr lange Zeit keine Hindernisse entstehen werden. Selbst wenn wir auf eine Familie 100 Dimnin rechnen, also 9 ha, so ist aut dem ״noch nicht bebauten aber kulturfähigen“ Boden noch Raum für 35 000 Familien! Wie sehr aber auch auf den schon bebau cn ':.00 003 Dunam Menschenkraft fehlt, geht aus nachfolgenden Ausführungen des amtlichen Berichtes über ״Die Arbeit“ hervor. Es heißt darin: Die Entwicklung der Landwirtschaft, insbesondere durch intensive Kultur auf Basis von Bewässerung und Pflanzung hängt von der Frage der Arbeitskräfte ab. Die Bevölkerung hat eine Dichte von 37 Seelen per qm3 gegen 300 in Aegypten’. Von den 073 163 Einwohnern leben z.irka 2135000 in de11 Städten, daher zirka '440000 ^Unsrer, Frauen und Kinder aut dem Lande, die 500000 ha bearbeiten. Die Zahl der erwachsenen Arbeiter kann höchstens 50 «/# dieser Ziffer betragen und davon ist ein beträchtlicher Ted beständig als Hirien, Wegcmacher, Stcinbchaucr, Kalk- und Kohlenhrenncr und in verschiedenen dörfischen Industrien beschäftigt. Der Bedarf der Weinkelter, Oclprcsscn, Seifenfabriken, Mühlen usw. an Arbeitskräften beträgt durchschnittlich 1 Arbeiter auf je 15 ha. Nach einer Zählung in den jüdischen Kolonien wuven ' auf je ■10 landwirtschaftlich Tätige 51 Personen in anderen Beschäftigungen tätig. Nach all dein kann man annehmen, daß auf der bebauten Fläche nur 1 Erwachsener für je 3ha fiir dje landwirtschaftliche Arbeit verfügbar ist. Das bedeutet außerordentliche Extensivität der Wirtschaft und verhindert die allgemeine Einführung solcher Kulturen, wie Baumwolle, Tabak, Zuckerrohr, Kartoffel. Eine Vereinigung erfahrener Baumwollzüchter hat der Rcgierung versichert, daß die einzige Möglichkeit, Baumwolle mit Erfolg zu züchten In der" alljährlichen Heranziehung agyrtischcr Fellachen bestehe. Denn der Mangel an Arbcitskräflen ist nicht nur ein quantitativer,, sondern auch ein qualitativer. Der p.a'ästinenslscbe Landwirt ist sowohl ungcschult, 11s auch schlecht ausgerüstet für alle Kulturen, die nicht die gew0h״licl111״ sind." Fs Ist daher zu bedauern, daß die grolle Mehrzahl der ländlichen Gemeinden, abgesehen von der Arbeit einiger jüngerer Milglieder des LandwirtschnfiKitcpnrtrincn», ohne jede Unterweisung sind, indes die jüdischen Siedlungen sachverständigen Rat und technische Hilfe erhallen. 'י Außer dem Mangel an Arbeitskräften ist auch ein solcher von Arbeitstieren zu verzeichnen. Fine Zählung von 1020 zeigte, daß Pal.i iina nur 80 000 Pflugrimlcr, 4000 Maultiere mul wenige Kam,de in der landwirtschaftlichen Arbeit vorwendet. Die Preise von Arneitsoehscn schwanken zwischen 40-60 PfiL, und man sah Überall ein Gespann von halberwachsenen Kühen mit halbverliiinpcrten Eseln. Seihst Menschen waren vor den Pflug geschirrt. Ein gut ernährtes Gespann mit einem modernen Pflug kann nicht mein׳ als 30 ha Land versorgen. Die gegenwärtige Viehzahl könnte daher ihr 1 Mil.ion ha genügen. Aber mit dein Nagclrtflug ist seine Leistungsfähigkeit nur halb so groß. Die Lage, war daber fiir den Import von mechanischen Pflügen (Traktoren) günstig, sic wurden bereits im Herbste drmönstriert. Sie erweckten Interesse und Begeisterung, aber die Scliwi ״'rißkeit der Lieferung auf Kredit erhob sich sofort. Es gibt keine Agrarbank und Vertreter der Fabriken erhielten weder die Ermächtigung, längere Zaiilungskreditc zu gewähren, noch plliigimgsverträgc almischliellen. Fs sind jedoch Vcrbamlhnigcii im Gange, und es ist Aussicht, daß mit mehreren l ärmen Verträge abgeschlossen werden, durch welche zahlreiche Traktoren eingeführt werden können. Bisher sine mir 35 Stück eingcfülirt worden. (Nach der angefilgten Tabelle waren davon 3 in ddiisclicn Kolonien tätig, die anderen fast ausschließlich in den jüdischen.) Die Last des Oseliers Der ausführliche Bericht des Landwirischaftethrektors der Exekutive, Mr. E. R. Sa wer, über die Jahre 1920/23, enthält außer anderen interessanten Materialien .verschiedene ReniabiliUitsbercchiningcn für die arabische Landwirtschaft, Aus diesen wählen wir ein Beispiel aus: Die Berechnung erfolgte für ein Gut von 10 11a guten B.hIciis in Gaiiliia für. die sehr ungünstige, trockene Saison 1621. Es handelt sielt 11m ,seit vielen Jahren bewirtschaftetes Land mit gewöhnlich guten Erträgen. Gebaut wurde vornehmli'dt Welzen, daneben Kersennah, HülscnfrücJite, Sesam und Hirse. Verkaufswert der Ernte 6240 Piaster. , Ausgaben vor Zuteilung des Fünftclertrag* an den Pflüger הי) Öscber 12!/» *10 des Rohertrages « ■» b) Lohn des Kuhhirten. c) Saisonarbeiter für Ernte .. 0) ״ .« ״ Beköstigung e) Futter für pflügendes Vieh.* I) Jäten und andere Unkosten - 780 Piaster ״ 150 ״ 120 ״ 150 ״ 450 ״ 320 1.970 Piaster V^rkaufswert der Ernte *.. 6.240 verbleiben 4,270 Piaster Ausgaben, welch eden Desitzcraliein belasten a) 1/s Anteil des Pflügers von 4270 Piaster * 854 Piaster b) außerdem Lohn an den Pflüger (Sulfeh) 600 ״ c) Abschreibung für Vieh ........!.000 ״ c!) Wcrglio (Grundsteuer; .. . . 200 c) Saatgut ... 2.537 ״ 5.161 Piaster ״ 4,270 Verlust des Besitzers 92t Piaster Analysieren wir diese Rechnung auf die Belastung durch die Steuern, so finden wir: Gesamtwert der Ernte .. 6.240 Piaster darauf Gesamtspesen ohne Steuern inkl. des Anteils des Pflügers ,• * ׳..״ 6,181 UeberschuÖ 59 Piaster Es wurden aber an Steuern: Oschcr ... . . 780 Wergho ... 200 980 Piaster gezahlt, daher ein Verlust von. 921 Piaster resultierte. Derselbe Boden hatte im Durchschnitt dw vorhergehenden 5 fahre ein gutes Erträgnis, 3130 Piaster, ergeben; allerdings bei einer doppelt so grollen Ernte bei annähernd gleichen Vt*. au;׳p:ri cn. Hierbei gestaltete sich die Steuer- Belastung wie folgt: Gesamtwert der Ernte .. 12.650 Piaster ״ der Spesen inkl. des Anteils des Pflügers .. 7.739 ״ Bruttoertrag 4.911 Piaster Steuern: 12V2 0',״ Oscher von 12.650«=■ 1.581 Wergho . 200 1.781 Piaster Nettoertrag 3.130 Piaster Die Steuern machten also vom Bruttoertrag nicht weniger als 36 ״/#, vom Nettoertrag 57 0',״ aus! Hieraus geht «Jeu lieh hervor, welch ungemeine Belastung die Oschersteuer darstclH, von der dei* offizielle Bericht selbst sagt, daß sic unhcdi i-l reformiert werden müsse. Diese Belastung würde sich nur noch erhöhen, falls sich die Intcnsivität des Betriebes steigern würde. Allerdings ist der unter:,uchtc Bvtiicb ein sehr gut bewirtschafteter, denn der Ertrag wurde für die guten Jahre mit 1000 kg Weizen pro ha angenommen. Die piimitivcr arbeitenden kleinen Fellachenbetriebe sind daher relativ geringer belastet, aber auch fiir diese rechnet der Bericht , bei Weizen auf bestem Boden und maximalem Erntccrtrag eine Stcucrbelastung von über 22 "0 aus, die bei Kartoffeln und Hülsenfrüchten aber noch viel höher ist. Bei dieser Sachlage ist cs unverständlich, warum die Adminisir',’0n. noch immer mit der Reform des Oschcrs wartet. Der Getreidebau ist überdies inzwischen seit 192t noch viel unrentabler geworden, weil die Preise für die Produkte stark, gefallen sind. Das oben gegebene Beispiel rechnet mit einem Verkaufspreis von 135 Piaster per 100 kg Weizen, indes heute die Preise nur 78—90 Piaster sind. Doilcnbcslli uni •Bearbeitung Auf Grund der amtlichen Zahlen des Landwirtschafts- Departements stellt Dr. Zagorosky in Nr. 2 von ««מסהר ותעשיה״ ״)Handel und Industrie“) folgende interessante Tabelle (Finanzjahr 1922) au(: Be»lu der Gesamtbevölkerung Juden . , . Nich!ju(icn Omimtlllche Dumm? dtvon tatrbtHrt 1«, 474.000 050.000 15,826.000 100 .304 00.04 thmiiu 6,455.000 498.000 4,1)57.000 % 100 9.18 00.87 fleht Ich ttvlert Durum 11,021.000 152.000 10,869.000 % 100 1.88 98.62 Es sind also: Von der Ocsamtlläche bebaut ... 33,11 0״ ״ ״ ln jüri. Besitz befind!. Fläche bebaut• 76,62 «/« ״ ״ In nichljiid. Besitz befind). Flache bebaut 31,32 «0 * I Privater Boilenkaul Einige Ansiedler aus Petach-Tikwah und Jerusalem haben auf der Strecke Ramie.1-Lydda 1500 Dnnani Land für Tabakbau , gekauft und sich eine Option auf eine viel größere Fläche gesichert. Sic verwenden zur Vcrsuchspflattzung von 20Ö [>1mam einschließlich arabische Arbeiter, jedoch werden zum IMlückcn jüdische herangezogen werden, da sich die arabischen dazu nicht eignen. Diese Nachricht zeigt aufs neue, daß die jüdische Arbeit nur apl Nationalfondsboden gesichert ist. Tabakbau 111 der Zeitschrift ״טסחד ותי-ישיה״ wird folgende Rentabilitätsrcrlimmg aufgcstellt: Eine Familie von 4 Personen (davon 2 Kinder, die bet den leichten A1 heilen rnithclfcu können), kann 6 Dunam mit Tabak bearbeiten. Per Dunam 80 kg Ernte zu 20 Piaster ergäbe c'ne Einnahme von 95 Pfd. äg. für 6 Dunam. Die Kosten darauf sind: Rcgicrungsabgabc 2 Pfd. per Dunam.12 Pfd״ dreimal pflüge ״.״ 1,50 . Bndcnpacht, Bewässerung usw... 2,50 ״ Zusammen 16 Pfd, Es biiebe daher ein Nettogewinn von 80 Pfd. für die 6 Monate wälirendc Arbeit, oder 13 Pfd. für den Monat. Mllcbwirtscball des Gdud Der Jerusalemer Zweig des Gdud hat sich in det1 Milchversorgung unAfchär• ig gemacht, indem er-5 Damaskus- Kühe einstelitc und dadurch viel billiger hcrauskommt, als durch den Kauf der Milch. Der durchschnittliche Preis der Milch in Jerusalem ist 10—11, der niedrigste 8</a Piaster per Rotte (2,8 kg). Die rroße Mühle In Haifa Diese erzeugt 1׳e'zi 35 Tonnen Mehl und 10—15 Tonnen Kleie per 8 stündigen Arbeitstag.

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