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Jüdische Rundschau · 1924-04-18 · Heft 30-31 (18.4.1924) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 30-31 (18.4.1924)
Date
1924-04-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 30/31 Seite 223 I , Resultate können trotzdem als allgcnieingültig angenommen werden, da der Prozentsatz der 111 Gruppen organisierten Arbeiter in den einzelnen Städten zwischen •10-00 <0־י heträgt (m Jerusalem 90«». Im ganzen wurden 1922: 1S34 Arbeiter 111 .׳! Gruppen, 1023: 1703 Arbeiter in 123 Gnippen gczalm; es ist also eine weitgehende Vergrößerung der Zahl der Gruppen und eine Verkleinerung der Gruppen selbst zu beobachten.■ besonders bedeutend ist die Zersplitterung der ׳ <!nippen in Jaffa, dem Herd der Arbeitslosigkeit; in Jerusalem entspricht einer Vergrößerung der Zahl der Gruppen die der Arbeiter. In Haifa, wo die Aibeitslage im vergangenen Jahr mn stabilsten war, blieb auch die Zahl und Durchschnitts• große der Gruppen am gleicliesicn, E i 11 e r S t a b i 1 i t ä t der A r b c i t s 1 ץ; ה c c n l s p r i c 111 also am ehesten a u c h die Stabilität der ßaiifjru ppe 11. (Zum Verständnis des Lesers sei bemerkt, daß ein großer Teil der Arbeiten durch den Misrad in eigene Verantwortung und in Akkord über• tragen wurde, während der Privatunternehmer im allgemeinen sich lieber an die hergebrachten Tagelohnsystcinc hält und den Geist freier Gruppeninitiative unter dein Gesichtspunkt der Rcfrciung der Arbeit vom Joche des Aufsehers nicht versteht.) 1. Acndcrunßcn in der Struktur der Gruppen. Die wichtigste Erscheinung im Laufe des Jahres ist in der Vergrößerung der Zahl der kleinen Gruppen und in einem starken Sinken der Zahl der großen zu suchen. Im Mittel sank die Zahl der Mitglieder der Gruppen von 21 auf 11־. Besonders stark wuchsen die an Zahl mittleren Gruppen auf Kosten der großen. Der Grund dieser Erscheinung ist in dem Uebcrgang einer Reihe größerer Gruppen zur Landwirtschaft zu suchen; aber nicht weniger auch in den Verhältnissen des Arbcitsm.irktcs in der Stadt. In Jaffa, wo 1022, dem Jahre der großen Bauarbeiten, noch 5 Gruppen mit mehr als 60 Genossen und 11 mit mehr als 30 existierten, bestanden 1023 nur noch 2 Gruppen mit mehr als 30. Das zersplitterte Lehen in der Stadt, die Entwicklung zur Fac har heit, die Arbeits- I o s i g k c i t und das System der Arbeitsteilung sowie das Wachsen der rein g c w c r k s c 11 a f t ־ liehen Anschauungen hindern die Existenz großer umfassender Gr 11 p p c 11 ■ wenn nicht besonderc Mittel zu ihrem Schutze ergriffen werden. Dagegen wuchs die Zahl der kleinen Gruppen mit 4—9 Genossen von 11 auf 57, die Zahl der Genossen in ihnen von Si auf •107! In Jerusalem finden wir dagegen viel mittlere Gruppen und wenig kleine oder große (außer Gdud Awodah), weil dorthin die Raunrbeit erst in einer Zeit drang, als die Tendenz zur Aus• biidung großer Gruppen schon vorbei war, 2. Existenzdauer der Gruppen. Von den 74 Gruppen die 1922 bestanden, existierten Ende 1923 noch 50 67 «,'«. In diesen 50 Gruppen waren 1922: 1423 Genossen. Die Verkleinerung ist am größten in Jaffa (23 ״>), in Jerusalem (21 «», am Kleinsten in Haifa (10 «,’»). Auch dies bestätigt uns die Beobachtung, daß unter besseren Arbeitsbedingungen, wie in Haifa, die Gruppen konstanter bleiben. Neu hinzu kamen während des Jahres 1923: 75, meist kleinere. Gruppen. Mit dem Aulhoren der Alijah während des Jahies horte auch die Tendenz auf, grüße ziclbewullic_umfassende Gruppen zu bilden wie noch 1921; an die Stelle dessen trat die kleine, oft zufällig zusammengesetzte Gruppe oder die kleine Fachgruppe. Alle 125 Gruppen mit 165־ Genossen zählten bei ihrer Gründung 2225 Genossen. Auch wenn man nur dieses allgemeine Verhältnis in Betracht zieht, ergibt sielt in Jaffa eine Verkleinerung der Zahl der Genossen in den Gruppen um 30 «0, in Jerusalem um 20 «.0׳, in Haifa eine Vergrößerung tim 2״;״! Was die Existciudaucr der Gnippen betrifft, so ergab sich, daß 13 Gruppen (von 125) zirka 3 Jahre existierten 72 ״ zirka 1—2 ״ ״ 35 ״ mehr als 1 Jahr ״ Dieses Resultat ist nicht als ungünstig zu bezeichnen und beweist, daß unler cinigerm.־.ncn normalen Verhältnissen die Gruppcnbihhmg in der Bauarbeit existenzfähig ist. Vergleichen wir jetzt, welche Gruppen der Größe nach als die existenzfähigsten zu bezeichnen sind, so ergibt sich als Resultat, daß in den Gruppen, die zirka 3 Jahre bestehen, der' Durchschnitt der Genossen 29, in den Gruppen, die mehr als 1—2 Jahre existieren, der Durchschnitt 22, in den Gruppen, die <׳im׳in;:en 17, in den neu hiii/ugckommcnen Gruppen 9 beträgt, 11. 11. die große Gruppe erweist sich als die existenzfähigste! 3. Zahl der Genossinnen in den Gruppen. In Betracht wurden diejenigen Frauen und Mädchen gezogen, die unmittelbar als Genossinnen der Gruppen anzuscheu sind, nicht dagegen Frauen von ,Genossen, die nicht selbst in der Gruppe leben (in denjenigen Gruppen, die reine Arbeitsgruppen darsfcilen 11ml nicht zusammen leben). Danach waren 1922 in den Gruppen: 2'K> Frauen, davon 65 verheiratet. Gesamtzahl 1923: 242 Frauen, davon 98 verheiratet. Die Gesamtzahl der Genossinnen hat sich also um 51 18«.׳» vermindert, die Zahl der, Vcr■ heirateten trotzdem um 33 vermehrt! Diese Verminderung ist im wesentlichen auf die Tatsache zurück- Zufuhren, daß die Zahl der Gruppen mit gemeinsamen Küchen zuriiekgegangen ist, sowie aus der Tatsache, daß viele Chnluzoth freiwillig oder unfreiwillig aus der Bauarbeit hinausgegangen sind. Die Steigerung der Verheiratungen trotz der schweren Krise der Arbeiterschaft, ist als ein Aktivposten zu buchen. Die Zahl der Frauen, die nur in der Außenarbeit tätig waren, betrug 1922: 40 g,״ 5 : 1923 ,0׳/»! Demgegenüber stieg die Zahl der Mädchen, die meist in der Küche, teilweise in der Außenarbeit beschäftigt waren, von 17 0׳,״ auf 69 ״/o! Der Rest ist in sonstigen Hausarbeiten (vielfach besser gesagt: Zelfarbciicn) oder in leichter׳ Außenarbeit tätig. Nur im Gdud und im Haschoincr Hazair sind die Cluiwcrolh in allen Arbeiten beschäftigt, in den übrigen Gruppen heute meist in der Küche. ' 4. Zahl der Familien. Die Zahl der Verheirateten in den Gruppen (auch derjenigen, deren Frauen nicht als Genossinnen zu betrachten sind) stieg von 180 auf 278, d, h. vermehrte sich um 54,4 "'״! In Anbetracht der Krise ist, wenn man noch in Betracht rieht, daß ein Teil der Familien zur Landwirtschaft überging, dieses Resultat günstig und spricht für sich selbst; in Jaffa betrug die Vermehrung nur 38 »;», Die Prozeutzahl der Familien im Verhältnis zu allen Genossen stieg von 91922) ״;״) auf 15 «,1923) #׳). Die Zahl der Genossen ohne Familien ist gegenüber 1922 gleicherblieben, um ein beträchtliches gestiegen dagegen die Zahl der Genossen in den Gruppen, die 20—40 «/» Familien zählen; gesunken ist die Zahl der Genossen in den Gruppen von 1—10 «.׳» Familien. Diese Erscheinung ist damit zu erklären, daß die Zahl der Familien sich besonders in den Gruppen vermehrt hat, in denen keine oder wenige Familien im Vorjahr waren, während die vielen kleinen neuen Gruppen, ule wahrend des Jahres hinzukameti, aus neuen unverheirateten Genossen bestehen, JUEDISCI! RUNDSCHAU 5. Struktur der Gruppen. Im folgenden besprecuen wir kurz die interessante Frage nach der inneren Struktur der Omiapen von der soziologischen Seite her, d. h. in welcher Form in den Baugruppen das innere Zusammenleben und die Verteilung des Verdienstes יי• erfoirt. Die Ergebnisse zeigen das folgende interessante und für _ die Psychologie des Arbciterelemnites im Lande charakteristische Kt\s 11lt.1t: kommunistisch (d. h. nach dem Prinzip der Nicht verfeilung des Verdienstes: aus einer gemeinsamen <iruj1pfnkar.se werden die Bedürfnisse gemeinsam befriedigt. Alle Institutionen in der Gruppe sind gemeinsam); 1922 1923 leben in Jaffa 14 «/» 16 0/» Jerusalem 36 »/» 27 «/» Haifa (>',״ 9 25 »/» Nahalal, Tibcrias u. a. landwirlsch. IWz.irkcn 4 1 ",0 51 «/»' Wenn man nicht die Zahl der Gruppen, Rondcrn die der Arbeiter in Betracht zieht, so ergibt sich eine Verschiebung in Jerusalem und Nahalal, wo die verhältnismäßig großen kommunistischen Gruppen des Gdud Awodah Und Hnachomcr Hazair II, die unter den Gruppen als Einheit erscheinen, den Prozentsatz der Arbeiter in dieser Rubrik steigern. Das Resultat weist als bemerkenswerte Erscheinung auf, daß, je enlfernler die Gruppen von den Städten sind und besonders von Jaffa, — wo unter dm Erscheinungen des letzten Jahres eine Zersetzung des Arbciterelcmcntcs stattgefunden hat, eine bemerkbare ׳Abwendung vom Chaluzgedanken und eine Zuwendung zum Gedanken der reinen Fa eh, u beit, hollen Verdienstes und rein gewerkschaftlicher Anschauungen, — sie desto treuer dein ursprünglichen Gedanken der Clialuziuth, der seinen Ausdruck in der Organisicr11ng von Gruppen zum Zweck der gruppenweise!! Au* Siedlung gefunden hat, blieben. Das innere Geheimnis der Gruppenbildung in Erez-Israc! zeigt sich klar: nur die gruppenweise Zusammenarbeit schafft die Möglichkeit der Ansiedlung, Ausbildung und Existenz unter dem Gesichtspmikt der Clialuziuth. Fällt dieser Gesichtspunkt, zerfällt (fiese Gruppe: und damit ist für den Einzelnen die Isolierung und Voran .sefzung zur Auswanderung geschaffen, Wir bc* obachten auch, daß größere Gruppen, gefreit ihren umfassenden Gesichtspunkten am ehesten •die kommunistische idealistische Bindung aimchmcn. In korporativer Form (d. 11. Verteilung des Ver• dienstes in gleicher Weise unter die Genossen nach der Zahl der Arbeitstage; in einzelnen Gruppen auch ohne Be• riicksiclitigung der Zahl der Arbeitstage; ohne Unterschied, ob die Gruppe im übrigen zusammenlebt oder nicht). 1922 1923 Jaffa «/״ 50 53 «V lerusalcm 63 «/» 63 «, 0 Haifa 72 «/# «/״ 43 Landwiriscli. Bezirke 56 «/# ־/»35 1922 1923 £E £E 3.75-4 2.30 6 3.75 6.50 5.— 6.50 4.30 In Jaffa ״ Jerusalem ״ Haifa ״ Nahalal-Tiberias Wir konstatiere״ also einen Niedergang des Durchschnitts• Verdienstes im Jahre 1923. »״Jaffa um 42 V»־ ״ . Jerusalem 0« 3$ ״ >. Haifa «׳» 23 ״ ״ Nahalal-Tihcrias י.) 31 ״ Demgegenüber sieht ein Niedergang der Lcbcnsinittelprti.so um 20 ״ während des Jahres 1923, also ein Sinken de* Durclisclmiftsvcrdicjixlcs in Jaffa um mehr als das Doppelte. In Haifa dagegen sank der Verdienst normal, entsprechend dem Sinken der Lcbensinittelpreise. Der Hauptgrund dieser Erscheinung liegt in der Arbeitslosigkeit wie wir sofort sehen werden. Hand in Hand damit ging aber natürlich auch ein Sinken der Tag• und Akkordlöhne, besonders von Seiten privater Unternehmer. Der wesentliche Grund liegt aber in der Arbeitslosigkeit. Im Wocheiidiirchxchmtt arbeitete im Jahre 1923 jeder Ocnossc: 2,3 Tage 9 1 ״ 41 ״ 3,7 2,9 Tage, Die Zahl der Arbeiter ist im Verhältnis im allgemeinen kleiner als die der Gruppen. Es sind meist die kleineren um! mittleren Gnippen, die innerlich nicht so gefestigt sind, teilweise — besonders in Jaffa — sich nur aus Aibcifsgründen zusammenfinden, die diese Form der Gewinnverteilung wählen. Im übrigen bestätigen die Zahlen das vorher, betreffs der kommunistischen Gruppen, Gesagte. Der Rest der Gruppen (etwa 10 «,׳») gibt Zulagen für Facharbeiter und Familienväter, oder verteilt sonst den Verdienst in gleicher Weise. Ucber 40«/# aller Bauarbeiter in Ercz Israel verteilen also den Verdienst in gleicher Weise unter allen Genossen 1 Ein besonderes Kapitel bildet die Entwicklung der Fach• arbeit unter den Bauarbeitern. Eine solche Statistik trägt einen problematischen Charakter, weil heute in keiner Weise eine Begrenzung des Begriffs Facharbeit existiert (etwa durch Prüfungen), ferner weil auch unter den Gnippen, die bereits auxgebiidctc Fachleute haben, immer die für die Facharbeit und das Gewerbe außerordentlich gefährliche Neigung des Ucbcrgangcs zur landwirtschaftlichen Arbeit besieht. Es muß also auch bei dieser statistischen Betrachtung bcaditct werden, daß unter den landwirtschaftlichen Gnippen sich im Lande ausgcbildcic Facharbeiter befinden. Unter diesen Vorbehalten geben wir die folgenden Zahlen wieder. Es befinden sicli heute in den Gruppen 019 Facharbeite!• --- 36,S «'0 von allen Chawerim in den Gruppen und 40 (’,» von allen Fachleuten, die in den Fachgcwerkscliaften vereinigt sind. Von ihnen befinden sich 1״ Jaffa 234 (meist Maurer, Tischler, Tüncher, Bc־ tonarbeiter), ״ Jerusalem 1S6 (meist Steinhauer, Maurer, Tüncher), ״ Naliaial-Tiberias 116 (meist Steinhauer, Maurer, Tüncher). Im Jahre 1923 hat sich die Gesamtzahl der Maurer nicht mehr wesentlich vermehrt. Gestiegen ist dagegen besonders in diesem Jahre die Zahl der Tüncher und Stcinhnucr. L)ic Vermehrung der Stcimneizc kommt in diesen Zahlen nicht 50 sehr zur Geltung, weil diese meist nicht in Gruppen, sondern in Gewerkschaften organisiert sind, 1111 ganzen stieg 1923 die Zahl der Facharbeiter gegenüber dem Vorjahr von 378 auf <349, von 20 ״/o auf 36 "/» aller Genossen. Die Zahl der Facharbeiter ist im allgemeinen in den kleinen Gruppen größer als in den großen, weil die kleineren Gruppen zuerst in die Fachnrbcit hincingegangen sind; 1923 begann sich dieses Verhältnis bereits zu ändern. Die sintistisch nicht erfaßbare Vertiefung und Verfeinerung der Facharbeit kommt in diesen Zahlen nicht zur Geltung; cs gibt heute eine ganze Reihe Gnippen, die selbständig ohne Anleitung Arbeiten übernehmen können. 6. Arbeit und Arbeitslosigkeit. Das Giutidproblcm, :ms dem sich eine Reibe weiterer Erscheinungen erklären läßt, ist das Problem der Arbeitsbcschaffun;: und der Arbeitslosigkeit. Viele wichtige Fragen der inneren Organisierung können keine Erledigung finden weil alle Energien dem Problem der Arbeitsbeschaffung zu■ gewandt werden müssen; mul die Frage der Arbeitslosigkeit führt wiederum zu Erscheinungen, von denen wir einige schon erwähnt haben, die aber in einer rein statistischen Betrachtung nicht genügend in ihrer ganzen Tragweite für den Aufbau gewürdigt werden, können. Auf Grund eines komplizierten Verfahrens, das hier zu schildern zu weit führen würde, wurden auch ohne eingehende Buchprüfung die tnfsachlichen Dnrchschnitfsvmlicnrde des einzelnen Arbeiters in der Gruppe nach IVriicksiclUigung der Arbeitslosigkeit während des durchschnittlichen Monats fcsfgcslcllt. Dabei ergab sich, daß 44 ״/״ der Arbeiter (46 y der Gruppen) weniger als 3 Pfd. verdienten und nur 14 0״ der Arbeiter (19 ״/a der Gruppen) mehr, als 5 Pfd. Dabei ist in Betracht zu ziehen, daß von dem Verdienst des Arbeiters etwa V!n >»u Durchschnitt abgeht für die innere Arbeit (d. h. für Entlohnung der in der Küche usw. Arbeitenden) dieser Prozentsatz ist in manchen Gruppen, besonders■ im Gdrnl höher, in anderen, in denen die Genossen nur Außcnarbeit machen, geringer. Im einzelnen stellt sielt der Durchschnitts verdienst 0זפ A\onat it in Jaffa ״ Jerusalem ״ Haifa ״ Nahnlnl-Tibcrias Im Durchschnitt In Jaffa arbeiteten 68«,'» aller Arbeiter weniger als 3Tage in der Woche, in Jerusalem 60*׳), in Haifa nur 14 «0׳. Bei den Einzclarhcitcn war die Lage auf dem Arbeitsmarkt noch schlechter. Zieht man dabei noch die Unregelmäßigkeit der Lohnzahlungen in Bctraeiit, die bei der an sich minimalen Verdiensthohe schwer ins Gewicht fällt, so werden die vorher erwähnten Erscheinungen, auch die der Auswanderung im vorigen Sommer, erklärlich. Im Jahre 1922 betrug der Durchschnitt der Arbeit des einzelnen Ocnosscn noch 4',/jTage in der Woche, in Jaffa über 5 Tage, also auch damals schon bedeutend weniger als der Durchschnitt, 7. Ausgaben für Essen. Ein Vergleich der durchschnittlichen Ausgaben für Essen, dem notwendigsten und stabilsten Faktor auf der Ausgabenscite, mit den Einnahmen, ergibt erst die Möglichkeit einer richtigen Einschätzung der obigen Zahlen. In Befracht gezogen wurden dabei nur diejenigen Gruppen, die gemeinsame Küche führen; 41 «0 der Gruppen, die Mehrzahl in Tel Awiw, haben keine gemeinsame Küche, da das Leben in der Stadt und die Lohnauszahhingsbedingungcn erschwerend auf die Haltung eigener Küchen cinwirken. Der Vorzug der eigenen Küchen liegt in der Anpassungsfähigkeit des Essens an die finanzielle Lage der Gruppe, in der größeren Güte des Essens, in der BcqucmJicJiKcit usw. Als mittlere Ausgabe in allen Gruppen ergibt sich: 1922: pro Tag 9 Piaster «2.70 <־־ £ pro Monat 1923; .. 64 ־״ ,, ״ £ 2.10 <= ״ 7 ״ */» der ן Einnahmen. Aus den Tabellen geht hervor, daß die Baugruppen ausgaben: bis 5 Piaster ין. Tag. in den landwirtschaftlichen Distrikten 25«/« der Arbeiten ״ ״ Städten 0 «/ס daß dagegen von 8»11—:׳ Piaster pro Tag ausgaben: in Jaffa 0 » 0 ״ Jerusalem 5 */׳־ ״ Haifa 1 18 »3 N'ahalal-Tibcrias 7 «0׳ Wir sehen also, daß auch die Ausgaben für Essen entsprechend den Einnahmen variieren, 7. B. in Haifa, dem Ört der geringsten Arbeitslosigkeit, beträchtlich steigen gegenüber allen anderen Orten. Wir sehen aber auch, daß noch andere Gründe auf die Höhe der Essenausgaben cinwirken, und daß cs möglich ist, besonders in den großen Gruppen, außerhalb der Städte das Essen billiger zu gestalten als in den Stadien. Ein weiterer Vergleich zwischen Einnahmen und Ausgaben ergibt, daß der Prozentsatz der Ausgaben für Essen bei den Gruppen, die weniger als 3 £ verdienen, zwischen 80—100 *,0׳ beträgt, während er proportional bei den Gruppen, die über 7,5 £ pro Kopf verdienen, bis zu 40 »/» sinkt. Im Durchschnitt ergibt sich ein Prozentsatz, der Ausgaben für Essen in der Höhe von 75«'״, ein anormal hoher Prozentsatz, wenn man in Betracht zieht, daß /. ß. der Arbeiter in Deutschland im Frieden nur 52 *,׳» für Essen ausgab, Bestände nicht die Tatsache, daß die Arbeiterschaft zu einem erheblichen Prozentsatz in Zeiten wohnt und keine Wohnungsmicte zu zahlen hat, so müßte die heutige Lohnhöhe in einem weit stäikcren Maße als unzureichend betrachtet werden als sie heute ist. Das Lohnproblem iin Lande ist im wesentlichen ein Problem der Aihcihhcsrlinffung und nicht eines der direkten LohnverhäHnisse. Die ganze Frage befindet sicli im Augenblick im Stadium des Provisoriums; sie wird zugleich zu einem Problem der Siedlung in Arbeitervierteln am Rande der Stadt auf gartcnsicdlerischcr Grundlage. ׳ Die letzte allgemein interessierende Frage ist die 8. Gedanken der Gruppen über ihre weitere Tätigkeit. Die Frage sollte eine Unterlage für das Problem schaffen, welcher Prozentsatz der Bauarbeiter an eine Ucberführung zur Landwirtschaft denkt. Die Zahlen ergeben folgendes Bild (wir lassen viele charakteristische Einzelheiten, die in dem Sammclbuchc gedruckt sind, hier beiseite): ... , , Vttbltlben In dtr Slidt Ueberg»nj lur Ltndw. d־r Am!fdl> ,m Ru,,!( der Stadt 1922 1923 1922 1923 Jaffa 57*3 51 *0,» 40 »'.»17 0׳ Jerusalem SS <V0 47 *Vo 10 41 0/0 ilaifa 61 * #:״ 52 ״/׳׳ 25׳ go 45 «/o Nahalal-Tibcrias 710,» 11 ״/״15 »־•86 ״/״ Im Durchschnitt 63 *,0,° 37 0» 20 0* 57 ״׳ Die restlichen Prozente rekrutieren sich aus Elementen, die sich über ihre Ziele nicht klar waren oder bestimmte Gründe hatten, keine Antwort zu geben. Derartige Elemente gab cs 1922: 16 «,0« 6 :1923 ,״׳. Im ganzen /ergibt sich, daß auch heute trotz der geringen Aussichten der Ansiedlung in der letzten Zeit noch immer über 50*'» der B.iuarbeitergnippcn unbedingt zum Uebcrgang zur Landwirtschaft tendieren. Die geringe Verminderung gegenüber dem Vorjahr ist teilweise auf Konto der Sclnvicr’igkciten der Ansiedlung zu setzen. Der Prozentsatz, der Gruppen, die in der Stadt bleiben wollen, ist stark gestiegen, im wesentlichen unter dem Einfluß der neuen Losung der ״Schcchunnt Owtlim“ der Aibcikrstexliuiigen am Rande der Stadt auf iandwirtschaniirhcr Grundlage. Alles in Allem zeigt die Umfrage, daß cs unter den Elementen der 3. Alijafi (die im Jahre 1923 nur eine nicht ins Gewicht fallende Fortsetzung gefunden hat) noch Tausende von Arbeitern gibt, die das eigentliche Ziel ihrer Uebcr- Siedlung nach Ercz Israel nicht aus dem Auge verloren haben, wenn auch anderseits für die Bauarbeit, die mit Mühe sich fachliche Kräfte erzogen haf, aus dieser Haltung gerade des besten Mcuschcninateriaia schwere Probleme erwachsen.

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