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Jüdische Rundschau · 1924-04-11 · Heft 29 (11.4.1924) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 29 (11.4.1924)
Date
1924-04-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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I Seite 212 JUED1SCHI: RUNDSCHAU Nr. 29 9)0 יז* 9n \ J ,f-j /** *״,'*' N"״ T >’-<*,% י | iJ W t.-l Volk Die Iickräfcckc Eealr.cIirJc 111 Haifa \ f*7) *" j«4 ״ ר־י־י •n Die Kot fi■ ■■’־Cr . Erst nach der Eröffnung des Technikums in Haifa wird die 1 lebräischc Realschule daselbst in dem Bewußtsein arbeiten können, da(!, ihrem (irümlungsplin gemäß, ihre Schüler auf ihm ihre Lehrzeit zmu Abschluß bringet» können. Die Schule -- 6 Klassen über den 4 Klassen der Volksschule -״ baut auf der lobenden hebräischen Sprache, die das Gemeinput des neuen S’.ilasiiirn ist, weiter, und erhielt von Anfang an ihr wesentliches Gepräge durch den Gedanken der Vor- Bereitung auf die I loelisehnle.!.)esltalb steht hystematiselie manuelle Ausbildung, die zusammen mit Zeichnen und Linear-?eichen bis 12 Wochcmdundcn umfaßt, neben den nationalen Fächern (I iehräisch mit Literaturgeschichte, Bibel, jüdische Geschichte) den beiden Fremdsprachen Englisch und Arabisch Und den entsprechend dem realen Charakter der Anstalt besonders gcplh'glen uuitheiuatischcu und pliysikalisdieu Fachern sowie Geographie und Weltgeschichte. Die Schule vertilgt 711 die em /weck über 3 sehr gut eingerichtete Werkstatten für Buchbinderei, Tischlerei und Mctailarbeit, die mit dem Zcielicmmtenicht in engster Verbindung stehen und in denen die Schüler ihre Arbeiten selbst entwerfen, berechnen und ausiiihrcn. Diese starke Betonung der Arbeit im Unterrieht soll der neuen jüdischen Generation eine vollwertige FiiisSellmig zur Arbeit geben. Die Arbeit ist Grundlage immer weiterer Fächer geworden. Im naturwissenschaftlichen Unterficht lernen die Kinder im Garten die IMIun7.cn kennen, bearbeiten und pflegen, ln den oberen Klassen üben sie sich im Gebrauch des Mikroskops und beginnen selbständig physiologische Experimente, in ähnlicher Weise ist der Unterricht in Rechnen, Mathematik und Physik auf eigene Beobachtungen, Experimente und selbständiges Konstruieren eingestellt. So erscheint der Erzielmngsgedankc als besonderes Charakterisfikum dieser Srhnlc und die Arbeit — Arbeitsschule — als ihr wichtigstes i lilismiUcl. Die Einwirkung auf den ganzen Menschen, die Fr/iehtmg ztnn werktätigen, sich cinordncmlcn Bürger des jüdischen Palästina ist ihr Ziel, das von einer Schule deshalb so schwer ra lösen ist, weil der bloße Schulbesuch dem Erzieher nicht genügende Zeit zu menschlicher Deeintiussun״ gibt. Das hat zur Errichtung eines Internats (geführt, wo Kinder in Lebensgemeinschaft mit ihrem Erzieher 111 ganz anderer Weise als in wenigen Schulstunden menschlich erlaßt und entwickelt werden können. Es gehören ihm jetzt etwa 20 Kinder an, weitere dreißig werden im neuen luternatsgebäude Raum haben, das in wenigen Monaten errichtet werden soll. Eine Inicrnatsgescllschaft, der außer den Leitern von Schule und Internat die Herren l>r. I. L. Magnes, New York, z. Zt. Jerusalem, Hoofien und Dr. Zlocisti, Tel• Awiw, Dr. Elias Auerbach und Pewsncr-Haifa angehören, leitet die Vorbereitung des Baus. Um den Schülern, die nicht das Technikum besuchen wollen, die Möglichkeit zu geben, ihre Ausbildung dennoch ergänzend abzuschließen, wird eine siebente oberste Klasse vorbereitet, für die durch das Cmvernement of Pakstine vorbereitete Prüfung zur Immatrikulation der London Universily. Um den auf der Schule erzogenen Mädchen innerhalb des Gnmdcharaktcrs der Schule, als einer Erzivhungs- und Arbeitsschule, eine spezifisch weibliche Ausbildung zu geben, werden sie in die Arbeiten des Hauses, der Küche und des Gartens cingeführl. Gelegenheit dazu Dielet die Schulküche, die täglich das Essen für 10!) Lehrer und Schüler vorbereitet, sowie der Intcrnatsbetrieb. Das hat die Absicht wadigerufen, der Realschule eine FraucnschuSe anzugliedern, wo Mädchen auf Grund der notwendigen theo* retischen Fundierung in einem zweijährigen Kurse alle Arbeiten im Hause (Kochen, Nähen, Waschen) Gartenarbeit, Geflügelzueht, medizinische Hilfe, Säuglingspflege und Kindergartenarbeit erlernen. Eine so geartete Franenschule würde die ,Tendenz zur Auswanderung bei den palästinensischen Mädchen eimlämmcn und jene Fraueiigcneiatioii hcranzichen, deren Fehlen so bitter beklagt wird, ihren Grundgedanken getreu hat die Schule jetzt damit begonnen, mit ihren Lehrkräften und in ihren Werkstätten Handwerker hcranzubildcn, die großenteils aus dem Kreise früherer Schüler der Anstalt stammen. Ein besonders wesentlicher Schritt in der Richtung der Vorbereitung des Technikums und der Erziehung eines technisch gcschnlicn Nachwuchses geschah aber durch die Ai'beiterkursc, in denen je 25 Tischler, Bauarbeiter lind Schlosser fachlich ntiRgebildet werden; aus diesem Grunde soll die Schule dem Board of Governors in London, der unter dem Vorsitz von Sir Alfred Mond die Angclegcnlicilen des Technikums führt, unterstellt werden. So befindet sich die Hebräische Realschule in Haifa in einer, wie wir glauben, aufwärts führenden Entwicklung. Die Zahl der Schüler hat sich auch in diesem Jahre wiederum um 30 vermehrt, während sonst in Palästina der Rückgang der Schülerzahl für alle höheren Schulen diarakteristisdi ist. I>ic iiuficren Bediu׳ ungon der Schule sind die denkbar besten. Sie ist auf halber Höhe des Karmcls oberhalb der Stadt Haifa gelegen; die steten Seewinde schützen selbst im Hochsommer vor den großen Hitzen. Der große Techjiikiunspla!/, auf dem die Schulgebäude stehen, bietet reiche Möglichkeiten für sportliche Betätigung. Der physischen Entwicklung der Kinder wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Außer allen Ar״!' von Spart und im Sommer tilgliebem Bnd im Meere werden häufige Ausflüge in das Land unternommen, die den Kindern mit den Eindrücken von der Schönheit des Landes ein unverlierbares Besitztum für ihr ganzes Leben übermitteln. CriuidstänleßSEfj des Halbier!niemals Haifa, 30. März. Am heutigen Tage fand hier die feierliche Grund;,hinieipmg iür das 1 n t e r n a t s g c 1» ä u d c «I c r 11 c b r ii i s c 11 c n R c a 1 s c h u 1 0 statt. An Her Feier beteiligten sich die Mitglieder der Intcrnatsgescllschaft, die Hemm Sicgimmd Hirsch, Berlin, Dr. I. L. Magnes, New York, Dr. Zlocisti, Tcl-Awiw, Dr, Elias Auerbach und S. Pcwsncr, Haifa, sowie andere Freunde der Schule wie Ilerrmniin Struck und der Vorsitzende des Fltcrnrnts, Dr. Hillcl Joffe. Der Direktor der Schule, Dr. Arthur Blram, gab einen kurzen Rückblick au! die Geschichte der Schule und xfes Internats. Schon 1913 sollte ein Internat anschließend an die Schule begründet werden. Nur der Krieg verhinderte damals die Verwirklichung. Nunmehr besieht das Internat bereits ein Jahr, und es gehören ihm mehr als 20 Kinder au. Die erfreuliche Entwicklung des liiternatgeilaiikcns hat die Inlernntsgcsellschnft jetzt veranlaßt, im dr:11 Bau eines eigenen Inlenmtsgchäudes für 50 Kinder licranzutreten. Der Bau soll deu Namen David Wolff- *ohne, tragen. Die Durchfülirmig des Baues liegt in d-n Unnden des Misrnd Lnawodoth Zibiirioih. Das Gebäude diir.te im Laufe des Sommers vollendet werden. Von J. L. Sarchf Im Frühjahr 1903 wurde in Jaffa eine Erziehungsanstalt gegründet, die ihrer Form nach dem Typtts der Reformi’ihadarim in Rußland nahe stand. Außer den hauptsächlichsten Unterrichtsfächern, nämlich Talmud und Bi bei, lernte man dort auch ein wenig Piofaii-Wi'.r.cnsdiaflCM. All das entstand aut Anregung einiger Bewohner der Stadt, die um die Er- Ziehung ihrer eigenen Kinder besorgt waren. Anfangs hatte die Anstalt mit materiellen Schwierigkeiten und dein Mangel an passenden Lehrkräften zu kämpfen, und dieser Zustand mußte notwendigerweise das Leben der Anstalt und den Gang ihrer Entwicklung ungünstig beeinflussen. Jedoch zur selb;•!! Zeit trat .־innerhalb Paläslinns ein ״Komitee zur Gitiiulunjr einer hebräischen MitteHdiule in Jaffa“ zusammen, dessen Ziel die Eröffnung einer Mittelschule im Geiste des traditionellen Judentum» war. Dieses Koniilce übernahm die Fürsorge iür diese private Anstalt und von da ab vcrvollkommncte Rieh die Schule und wurde allmählich zu einer normalen. Auch ein passender Direktor wurde gchmden und gute Lehrkräfte ihm bcigcscllt. Die Zahl der S c I1 ii I e r wuchs von Jahr zu Jahr, ihre Zahl belief sich auf: 123 Schiller Ml ״ 196 ״ iin Herbst 1902 1900 ״ ״ 1910 ״ Die Za!11 der Lehrer war im Herbst J910 auf 10 angcwachsen, entsprechend der Zahl der Klasse«; denn damals hatte man noch nicht das Geheimnis erforscht, 60 Schüler in ein Kalsscn/.immer zitsammen/npfcrclicn. Im Programm der Schule nahmen die religiösen Unterrichtsfächer einen breiten Raum ein und die profanen Lehrfächer waren in dem in den übrigen Schulen 'üblichen Masse vertreten. Das anfängliche Streben, die Anstalt auf die Stufe einer Mittet• schule zu bringen, ließ sich trotz aller Bemühungen und Anstrengungen ' nicht verwirklichen; die hauptsächlichsten Himh'ningsjpiinde waren folgende: Fehlen der geeigneten Wohnung, Mangel an den erforderlichen Unterrichtsmitteln mul besonders Mangel an geeigneten Lehrkräften. Auch ein Wechsel der Oberaufsicht — die’ Schule war nämlich inzwischen in die Hände der Misrachi-Organisation übergegangen —• nützte in dieser Hinsicht itichU. Im Sommer BJU schien eine günstige Zeit für die Anstalt •gekommen zu sein und ein Lichtstrahl erhellte das Dunkel ihrer EKislcnz: Ein reicher russischer Jude stiftete eine beträchtliche Summe für einen prächtigen Neubau dieser Erziehungsanstalt, die gleichzeitig in ein Gymnasium umgewandelt werden sollte. JtLm machte sich an die Vorbereitungen — doch da brach plötzlich der Kiicg aus, mit allen seinen Schrecken . , . Die Quellen der Schule versiegten. Das Lehrerkollegium litt furchtbar, doch cs verließ seinen Platz nicht und hütete die Anstalt vor Zerstörung. Doch cs nahte die schwere Zeit, die Zeit der allgemeinen Evakuation Jaffas. Zuimmcn mit den übrigen Instituten zog auch die Tachkemoni ׳ins Exil. Lehrer und Schüler verstreuten sich In alle Winde, der Direktor verließ das Land, und die Anstalt war nahe daran, sich aufziilöscn. Die Zeit des Krieges gln״ vorüber, die Vertriebenen kehrten nach Jaffa zurück und begannen, die Trümmer ihrer Existenz wieder niifziibnncn. Auch die Tachkcmoni-Schule wurde neu eröffnet. Damals war man voller Hoffnungen. Doch war es schwer, die Rückwanderer in den Rahmen der Schule cinzutügen, besonders diejenigen, die aus Aegypten und der Türkei kamen. Die Kinder paßten ihrem Älter nach nicht in ihre Klassen. In der ersten Klasse waren Schüler von 5—9 Jahren, die rum Teil nicht hebräisch sprechen konnten, in der zweiten Klasse waren 7—14 jährige und entsprechend 111 den anderen Klassen. Docli die Lehrer ließen sieh nicht entmutigen und nahmen alle Kinder der Rückwanderer liebevoll auf. Der Strom der Rück* und Einwanderer ebbte nicht ab, die Zahl der Schiller wuchs weiter von Jahr zu Jahr. Man war genötigt, an einigen Orten Parallelklassen zu eröffnen, und das Gebäude konnte nicht mehr alle Klassen fassen. Zu Beginn des laufenden Schuljahres (Herbst 1923) befanden sich 410 Schüler In der Schule, außer den Kindern de!» Kindeigarlens, deren Zahl sich auf 65 beläuft, außer einer besonderen Klasse für die Kinder der Einwanderer uftd einer Foribildiuigsklasse, die von Schülern des letzten Jahrganges gebildet wurde. ן Vor zwei Jahren wurde die Anstalt von der Sparwut des Wand Hachimich erfaßt. Neue Parallelklassen wurden nicht mehr eröffnet, und gleichzeitig winde der strenge Befehl erteilt, alle Kinder der Einwanderer nufzunchmen. Und in der Tat war cs unmöglich, die Aufnahme von Schülern zu verweigern, und gleichfalls immöglich, den Tränen der Unglücklichen und Bedrängten standzuhalten, die von Rußinnd und der Ukraine nach Palästina gekommen waren. Und so nahm man weiter Schüler auf, 1>is, Im strengsten Sinne des Wortes, kein Platz und keine Luft mehr da.,waren. Und selbst, nachdem keinerlei Möglichkeit mehr geblichen war, noch neue Schüler uiiterzubriugen, hörten die Aufnahmen noch nicht auf, man hoffte mitnlk'li, daß nicht sämtliche Kinder einer Klasse täglich kommen würden: Auch diese Möglichkeit zog man in Rechnung, Die jetzige Lage der Schule ״versteht sich von selbst. Sowohl Lehrer als Schüler verbringen ihre meiste Zeit unter füreliterlidisicn, im ganzen Lande beispiellosen hygienischen Bedingungen. Und die Lclirverhältnlsse dieser Anstalt sind: Enge und Druck, Mangel an Luft und Mangel au Platz. Die Tische stehen zu dicht, ohne genügenden Zwischenraum, die Sehüler drängen und stoßen einander. Vor diesem Wirrwarr stellt der Lehrer und dirigiert die Arbeit. Er sucht und sucht und weiß steh nicht Rat noch Hilfe. Ein Uciieih'eibsol vergangener Zeiten, ein Rest aus den Tagen der Jcschiwoth, die um keinen Preis von der Existenz und der Herrschaft einer neuen Lehre, der Oeeiindheitskhre, wissen wollten. ... Unter sämtlichen 12 Klassen der Schule genügt keine einzige den iionnak'ii Anforderungen betreffs der Lufimengc; nur zwei Klassen haben das Glück, daß ihnen mehr als die Hälfte der normalen Luftmenge z,.1r Verfügung steht, und die übrigen zehn haben nicht einmal diese Hiilflc. Und mehr als das: unter diesen Klassen befinden sich sogar solche, denen mehr als 60 ״/» an der für die LufimengeJcr.tner.ct?.tcn Norm fehlen 1 Und gerade in diesen Klassen häufen sich die Mengen der kleinen Kinder, die gezwungen sind, sich mit etwa einem Driltel der Luft zu begnügen,_ die wir ihren Lungen und Ihrer Gesundheit schuldig sind. Und wollen wir einen Mittelwert In Betracht ziehen, so schon wir vor tms den I laufen dieser schwache 1t Geschöpfe, 431 lebende Wesen, die von uns das Ihnen Fehlende verlangen, nämlich 56 «/» von der Luftmcnge, die Ihn« za» kommt . , . Wir wollen beileibe nicht von frischer Luft ur4 ähnlichem Luxus reden; auch nicht <Jcn mangelnden Zwischqiraum zwischen den Bänken verzeichnen. Jüdische Kinder sind keine Prinzen; cs ist gut, wenn sic Luge von der Jurjcnd auf kennen und ihre Atinungsorganc sich ihr anpassen. 50dl in dieser Schule finden wir sie erhaben seihst über die Gesetze des Raumes. Auch im Hinblick auf den Raum findet man keine einzige Klasse, der eine genügende Grundfläche zur Vertilgung sieht. 111 einen Raum, der mit großer Schwierigkeit für 320 Schüler nusreicht, billigt man noch weitere 120 hinein, d. 11. eine Zugabe von mehr als einem Drittel. Es sind Kl.i'ser! vorhanden, bei denen nach äußerstein Zusammenlegen noch ein Drittel der BkkIciiIlache und mehr fehlt. Die Kleinen sitzen infolgedessen nicht nur nebeneinander, sondern in vielen Fällen auch aufeinander, ln vielen Klassen bestellt keine Möglichkeit, ins lieft schreiben zu lassen. Die Zeichenstunde ist eine Stunde der Drangsal für Lehrer und Schüler. Für aufgcsclthigcnc Bücher und Hefte ist kein Platz. Uiul können und dürfen wir etwa hoffen, daß diese Zustände, die Zustände einer geistigen Hölle, nicht zum Schiedden auf die Disziplin und die erzieherische Arbeit in dic־cr Schule G.•!wirken? Können und dürfen wir et.•za hoffen, daß der Eindruck dieser Arbeitsbedingungen nicht nach in dem Leben der Schüler und Lehrer Zulage tritt? Vor zwei Jahren sagte man, Kml00ries Nachlaß werde helfen. Die Kommission für den Nachlaß Kadoorics beschloß, der Taelikemoni-Schulc ein Haus zu bauen und bestimmte etwa 10.000 £ E, für die en Zweck. Regieriingxbcatiilc 1k•• suchten tlic Schule und den geräumigen Bauplatz, der Iür den Tachkemoni-Ncubau zur Verfügung gehalten wird, hießen alles gut und teilten ihr E.״Verständnis nach London mit; doch auch diese Hoffnung schlug fehl. Jedermann weiß, was bei dem Nachlaß Kadoorics für uns herausgekommen ist, und welchen Segen er uns gebracht hat. Gerüchtweise haben wir vernommen, daß ,.ich ciivgc beherzte Minner in Amerika aufgerafft haben, um für ein haus für die Tachkemoni-Schulc zu sorgen. Auch die Konferenz des Misrachi beschloß, sich zu bemühen, in Amerika eine feste Anleihe für ein neues Schuihaiis aufzunchincn. Doch viele Monate sind bereits verflossen, und die Rettung' ist ausgeblicben. Die Sache geht weiter in ihrer grotesken Form: 600 £ E. zahlt die Anstalt jährlich für ihre Räumlichkeiten — und hat doch keinen Raum. 438 lebende Wesen sind in einer Hürde zusammengepfercht, ihre Augen zu verderben und ihre Lungen zu verseuchen. Und niemand rührt sich. Alles geht wie früher. Nachbemerkung« Wir hören von unterrichteter Seite, daß inzwischen da* lang Befürchtete eingetroffen ist. lX־r Arzt der ״Machlakath Habriulh“ (Gesundheitsamt), Dr. Beraclijnhti, inspizierte die Schule gründlich und faßte den Befund in einem Brief zulammen, der in der Ucberselznng wie folgt lautet: ״Im Monat Februar 1924 besuchte ich ihre Schule und fand darin folgende hauptsächlichen Mängel, die Abhlife verlangen: 1. Für die 453 Schiller, die die Anstalt besuchen, sind laut Gesetz, mindestens 15 Klosetts nötig. Vorhanden sind — 3 (!11), Die Folge — absolute Unsauberkeit. 2. Die Klassen sind derart überfüllt, daß die Schüler keinen Platz zum Sitzen und keine Luft zum Atmen haben. (Laut den gesetzlichen Bestimmungen könnte allenfalls Klasse 8 ztigc'.assen werden, aber die Klassen 6, 7, 5a, 5b, 4a, 4b, 3a und 2a sind absolut unzulässig). Die Folge dieser Uehervölkcrun׳:: Untergrabung der Gesundheit von Schillern und Lehrern, Ucbermiidimg K׳ Trachomkranke). Eine geringe Erleichterung ' könnte dadurch geschaffen werden, daß man die Schülerreihen die an den Wänden sitzen, entfernt. An diesen Plätzen ist auch die Beleuchtung ganz ungenügend. 3. Die Zahl der Schulbänke ist zu klein. Die Folge: Beschränkung der Bewegungsfreiheit und Verschlechterung der Atmuiigsluft. Wenn es auch vielleicht möglich ist, einem Teil dieser Uebelsfändc abznhelfcn, so kann doch der ganze Bau, der zur Privatwohnung bestimmt war, nicht mehr umgestaltet werden. Ich mache daher die Schulleitung darauf aufmerksam, «laß sie sofort für ein anderes Gebäude zu sorgen hat. Im kommenden Schuljahre kann für mehr als 200 Schiller unmöglich Erlaubnis gegeben werden. Darnach steht die Direktion jetzt zwangsweise vor der Wahl: Die Schule auf ־/» ihres bisherigen Umfanges zu bringen, und so auf die Früchte vierjähriger Arbeit zu verzichten, oder aber, sich mit •all ihren Drangsalen und Sorgen vor die OcffcntiicliKcit zu flüchten und zu versuchen, 1m letzten Moment das drohende Verhängnis abzuwenden und ihr lang gehegtes Bauprojekt zu verwirklichen. Es gibt nur eine Möglichkeit die Schule zu reiten: eine Anleihe, welche die Direktion schon vor längerer Zeit den in Betracht kommenden Stellen vorgeschlagen hat. Die Bedingungen dafür wären die' folgenden: Das Grundstück, welches seit, der Vorkriegszeit für den Bau zur Verfügung steht, besitzt einen Wert von zirka £ 5000, der zu errichtende Bau wird £ 5000 bis £ 7000 kosten, Begönne man ihn jclzt, so würden sich , wohl im Laude Kredite von £ 2000 finden lassen. Es ist also wichtig, momentan, d. h, bis Pessach £ 3000 bis £ 5000 zur Verfügung zu haben. Diese müssen sofort durch eine Anleihe aufgebracht werden. Um den Geldgebern Sicherheit zu verschaffen, würde man ihnen das Grundstück, dessen Wert dem Anieihcbctrag mindestens glcichkommt, in juristisch einwandfreier Form verpfänden, Die Anleihe würde zu einem Zinssatz von rirndesicns 5 ״,« verzinst werden. Zur Deckung die׳ er Zinsen dient die Miete. Diese betrug bisher jährlich £ 500/600. Da die Zinsen den Mictcln-trag nicht erreichen, so würde diese auch zur Amortisation dienen. Diese würde in der Hauptsache wohl von Amerika erfolgen, wo man Sammlungen für einen Neubau cingclcilct hat; doch ist es na'ürlich unmög'ich, jetzt deren Resultate abzuwarten, da bis dabin die Schule von den Behörden auf die im I) lefe erwähnte Zahl von 200 St'hü'crn eingeschränkt werden würde. Es müßte vielmehr spätestens sofort nach Pcssach mit dem Bau begonnen werden, denn nur so bestellt Hoffnung, den Neubau bis zum Beginn des Schuljahres zu vollenden. So ist die Lage der Dinge: Man verschwendet jährlich £ 50t) Miete und ist doch gezwungen, die Schule auf weniger als die Hälfte cinzuschränkcn, hätte man aber nur den zehnfachen Betrag sofort, 50 würde die Schule zum neuen Jahre, ein neues den Forderungen \ der Hygiene und der Pädagogik entsprechendes Gebäude beziehen können. Und dnbei verlangt man .kaum ein anderes Opfer, als Kapital zmshriiipcml anzulegen I" Nähere Auskunft erteilt das Bankhaus Moritz S. Wolff. Hamburg 36, Esplanade 15. f; 1 fl מ _ V\ £•־*>, ,f rcffi ffj pj h e>'J ü u y y y [i ^423 ü 13 n n tl w ץי-ד*ן ימ״ן C,i ,n rj <1

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