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Jüdische Rundschau · 1924-04-11 · Heft 29 (11.4.1924) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 29 (11.4.1924)
Date
1924-04-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 29 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seile 211 prahle, und der fiiJilt, daß er der modernen Zeit nicht gewachsen Ist, mit freien Männern gleich zu gleich immer, dank menschlicher Unzulänglichkeit, den Kürzeren ziehen muß, und darum, Antidemokrat und Antisemit, aus Deutschland wieder einen Staat mit breiter Hclotcnklnsse machen möchte, in der Stadt und auf dem Lande, über die, wenn sic erst wieder stramiimistcheu gezwungen werden kann, selbst er imar.gdociitcn zu he rischen imstande ist. Der Arme, der sieh seihst verletzt I Er wird es als jüdische Anmaßung empfinden, wenn man in Amerika, in Prag, in Meran oder Knttowitz. von Deutschen, die von antitcutonischcn Hetzereien verschont werden möchten oder von ihren Staatsbiirgerrechten In den alten oder neuen Staatsverbinden Gebrauch zu machen sich anschicken, zu allererst den ״Abbruch aller Beziehungen“ verlangt, nämlich ״zum Deutschtum jenseits der Landesgrenzen“ .... Brie! ans Palästina Die Kommunalvcrwaltungcn und die Juden. Jeru salcm, 2. April 1924. Wenn man mit den Alarmrufen, welche die arabische Presse über die jüdische Gefahr in Palästina ausstößt, die nackte Wirklichkeit vergleicht, die politische Ohnmacht des kleinen Häufleins Juden, die heute in Palästina leben, so könnte man lange Betrachtungen darüber anstellcn, wie verschieden sich Tatsachen in den Köpfen spiegeln. Es war erst kürzlich an dieser Stelle die Rede von den vergeblichen Bestrebungen der palästinensischen Juden, eine staatlich anerkannte Organ! sation der Juden zu schaffen. Ein anderes Leidcnskapitcl ist die Ohnmacht der Juden gegenüber den Stadtverwaltungen. Die Juden sind ein städtisches Element und ihre Zahl in den Städten bedeutend. In Jerusa- 1 c m und T i b c r i a s haben sic die Majorität. Es wäre nun eine ganz primitive Forderung, daß in diesen Städten auch die Stadtverwaltung zum großen Teil in den Händen von Juden läge. Das ist aber nicht der Fall. Weit entfernt, die Macht zu haben, sind sie auch in den Städten, wo sie die Majorität haben, der Stadtverwaltung gegenüber ohnmächtig. Seit dem Kriege haben keine Wahlen stattgefunden, die Bürgermeister sind von der Regierung ernannte Kommissäre und — Araber. Eine formelle Rechtfertigung für diese Tat- Sache wird die Regierung darin finden, daß cs noch keine palästinensische Staatsbürgerschaft gibt, uml der größte Teil der Juden nicht ottomanische Staatsbürger war. Daß man freilich noch heute immer die ottomanische Staats- Zugehörigkeit zum Kriterium des Vollbürgers macht, ist eine der Sonderbarkeiten des palästinensischen Lebens. Der weitaus größere Teil der s t ä d t i s c h c n Beamten von Jerusalein sind Nichijudcn, die Arbeiten der Stadtgemeinde, die einen nicht geringen Umfang haben, werden zuin großen Teil von nichtjiKlisdicn Arbeitern getan. ln diesen Tagen hat sieh eine Organisation gebildet, deren Ziel cs ist, den Einfluß der Juden auf die Stadtverwaltungen zu verstärken. Ein Aufruf des Komitees sagt: ״Wir können nicht weiter Zusehen, wie in der Ernennung von Beamten und in der Beschäftigung jüdischer Arbeiter, im Gebrauch der hebräischen Sprache, in der Auferlegung und Einziehung von Steuern, in der Versorgung mit Wasser und Lieht, die jüdischcn Einwohner zurückgesetzt werden. Die Bedeutung der Stadtgemeinden im gegenwärtigen Augenblick ist umso größer, als es der Regierung nicht gelungen ist, eine Vertretung der Einwohner Palästinas in Form einer gesetzgebenden Versammlung zu schaffen. Unter diesen Umständen wird zweifellos die Bedeutung der Munizipalitäten (wenn einmal Wahlen stattgefunden haben werden) weit über die rein städtischen Angelegenheiten hinausreichen, da sic der einzige gewählte Vertrefungskörper sein werden. Es wird die Aufgäbe unseres Komitees sein, die Wahlen in die Stadtgemcinde zu beschleunigen, darauf zu sehen, daß bei der Ausarbeitung des Wahlgesetzes die jüdischen Rechte nicht angegriffen werden, den Jischuw für die Wahlen vo r zu b c r c i t c n,“ Die Organisation hat eine Landestagung cinberufcn, zu wcleher der Waad Halctuni, die jüdischen Mitglieder der Stadt- Vertretungen, die jüdischen Gemeinden, die Parteien und die Presse cingeladen sind. Die Tagesordnung umfaßt Referate über die Stellung der Juden innerhalb der verschiedenen Stadtgemchidcn, Aktionen zur Verbesserung dieser Lage, die ökonomische und munizipale Politik in den Städten Palästinas, die Frage der Waiden und des Wahlgesetzes. des jüdischen Knabcnraube.s, der in den fünfziger und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die ganze zivilisierte Welt in Aufregung versetzt hat. — Eine Dicnstinagd, welche bei der jüdischen lscgütcrtcn Familie Mortara in Stellung war, hat. als der kleine zweijährige Edgardo Mortara krank war, ihn aus eigener Machtvollkommenheit, ohne irgend jemandes Wissen, getauft, in der Hoffnung, ihn dadurch am Leben zu erhalten. Die Taufe hat sic fünf Jahre als Geheimnis bei sich getragen und nach dieser Zeit ihrem Beichtvater hiervon Mitteilung gemacht. Der Priester hat seiner Vorgesetzten Behörde Anzeige erstattet. Nach zwei Tagen kamen zwei päpstliche Gendarmen in das Haus Mortara und forderten 1m Namen der katholischen Kirche die Herausgabe des mmmehr 7jährigen Sohnes Edgardo. Es half keine Bitte der Eltern, kein Protest der Gemeinde, der Knabe wurde den Ellern entrissen und in rin Pricsterseininar nach Rom gebracht. Die Mutier wurde irrsinnig, der Vater siechte dahin, die Familie verzog nach Turin und hat sich von dem Schicksalsschlag nie wieder erholt. Ein Schrei des Entsetzens ging durch ganz Europa. Moses Montefiore kam aus London zur!,Befreiung des Knaben nach Rom( wo ihm jedoch die erbetene Audienz heim Papst verweigert wurde. Kaiser Napoleon HI. hat im Namen der Menschlichkeit vom Papst die Herausgabe des Knaben in einem persönlichen Schreiben gefordert. Alle diese Schritte, sowie diplomatische Noten Piemonts. Frankreichs, Englands, waren vergebens. Der Knabe wurde Priester und war noch vor wenigen Jahren Domherr von S. Giovanni in Laferano. Vor etwa zwanzig Jahren hat er Berlin besucht und im katholischen Gcscllcnvcrein eine Predigt gehalten. Einer seiner Brüder ist Gcneralinspcktor de! Schaizmmisteriums in Rom. —• Das sind die jüdischen Erinnerungen an Bologna. San Remo! In San Remo hatte Ich in einem Antiquitätengeschält eine wunderschöne Psomknbiiehse aus dem 15. Jahr- Hundert bei einer jüdischen Witwe entdeckt und kaufte die Büchse. Die Witwe erzählte mir, daß in San Remo nur ganz wenig Juden wohnten, und zwar meistens Antiquitätenhändler aus Venedig. Es gibt keine Gemeinde dort und niemand, der sich um jüdische Angelegenheiten kümmert. Als ihr Mann starb, hat sie von der katholischen Gemeinde die Erlaubnis erhalten, ihn auf dem katholischen Friedhof zu beerdigen, worauf sie anscheinend sehr stolz ist. Oscar Slratts an die amcrlUanlschc.i Missionäre In Palästina Nach einer Jerusalemer Meldung des ״Daily Express“ berief der frühere amerikanische Botschafter in der Türkei, Oscar Stra us, in Nazareth eine Versammlung der dort an wesenden amerikanischen Missionäre ein. In seiner Ansprache betonte Oscar Straus wiederholt, daß er keinZionistsci; trotzdem müssccrdicc 11 rist- 1 ie 11 e Bevölkerung ln dringlichster Welse davor warnen, dem Aufbau einer jüdischen Heimstätte störend entgegenzutreten. One anti/.ionislisclic ־ arabische Weltorganisation Die palästinensisch-arabische Exekutive gibt bekannt, es seien Vorbereitungen zur Gründung einer a n t i z i o n i s t i s c h c n Weltorganisation für den Schutz Palästinas getroffen worden. König Hussein und Emir Abdullah werden der Organisation angeboren. (Solange sich die Pariei des arabischen Kongresses nicht einmal mit den beiden anderen arabischen Parteien Palästinas einigen kann, können wir die Resultate dieser ״Gründung“ in Ruhe abwarten. — Red. ״J. R.“) RclcliMagspriisMcnt Leebe über die PalSstlna-ArbcIl Am 8. April fand im größten Saal Breslau׳; eine von den jüdischen Arbeiterparteien veranstaltete Kundgebung für das arbeitende Palästina statt, an der sich zahlreiche deutsche Arbeiter beteili;tcn. Es sprachen Abg. Oscar Cohn und Herr B. Locker. Der Präsident des bisherigen Reichstags Paul Loche richtete Worte herzlichster Sympathie und Anerkennung für die sozialistische Aufbauarbeit der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina an die Versammlung. Er sagte, dieses Werk der jüdischen Arbeiterschaft solle der Arbeiterbewegung der ganzen Welt als Vorbild dienen. Waiden in der Jüdischen Gemeinde Leipzig Am 6. April fanden in Leipzig die Wahlen in die jüdische Gemeinde statt. Nach der (skandalösen 1 — Red.) Wahlordnung in den Gemeinden Sachsens wählen die deutschen Juden und die Ost Juden in je einem besonderen Wahlsckfor. Das Verhältnis in Leipzig lag so, daß die ostjüdischen Wähler, die etwa drei Viertel der Gcsamtwäli'.erschaft stellen, 8 Repräsentanten, wogegen die deutschen Juden, die etwa über ein Viertel der Wählerschaft ausmachen, 25 Repräsentanten wählen. In dem ostjüdischen Sektor wurden im ganzen 2646 Stimmen abgegeben. Davon erhielten: Zionlstcnblock 1137, extreme Orthodoxe 941; Po a 1 e - Z io n i s t c n 361, Kommunisten und Bund 154, Liberale 53. Im Sektor der deutschen Juden wurden 922 Stimmen abgegeben. Davon erhielten: Liberale 670, Zionisten 141, Orthodoxe 52, Po a 1 e - Z io n 1 s ten 49, Kommunisten 11. Die Mandate verteilten sich wie folgt: In dem ostjüdischen Sektor erhielten: Z i o u i s t c n b 1 o c k 4, Orthodoxe 3 Mandate, Poale-Zion 1 Mandat, ln den! deutschjüdisehen Sektor erhielten: Liberale 17, Zionisten 5, Poa le-Zion3Mandato. Ucberraschcnd war die Tatsache, daß die Poalc-Zionistcn in der deutsch-jüdischen Abteilung drei Mandate erhielten. Die Lage der Juden ln Bulgarien Uns wird aus Paris geschrieben: fm Laufe der letzten Wochen hat das Komitee der jüdischen Delegationen der Situation der Juden in Bulgarien seine besondere Aufmerksamkeit zugewendet. Es hat nach dieser Richtung hin mehrere Aktionen durchgefiilirt und interessiert sich neuerdings ganz besonders für den inneren Zustand der Juden Bulgariens. Es ist bekannt, daß dieses Judentum mit seiner ausgeprägten Tendenz eine straffe Gcmcindcorganisation besitzt und einen Gcmeiiidcbund hat, der demokratisch die inneren Angelegenheiten des bulgarischen Judentums verwaltet. Besonders hervorzuheben Ist die Tat- Sache, daß die bulgarischen Juden im Besitz eines ausgcz.cichueten Netzes eigener Schulen, Volksschulen und G y m 11 a s i e 11 sind, ln denen der hebräischen Sprache und den jüdischen Fächern ein weiter Raum gewährt ist. In diesen Tagen hat nun der Generalsekretär des Komitees der jüdischen Delegationen, Herr L. Motzkin, den ehemaligen bulgarischen Minister II. I. iatscheff, der von seiner Regierung als SpeziddeleglerScr nach London und Paris geschickt war, In Paris aufgesucht und mit ihm eine Unterhaltung über die Situation der Juden in Bulgarien gehabt. Im Namen des Komitees machte er auf Grund eines authentisehen Materials den bulgarischen Politiker, der in seinem L.qnde eine sehr große Autorität genießt, auf die Wichtigkeit und Dringlichkeit der Legalisierung des jüdischen Konsistoriums aufmerksam, welches von einer demokraiisch gewählten Nationalversammlung (Sobor) als Lugano: Wie auf ein geheimes Zeichen füllten sich am Purim- Abend zwei Zimmer in einer Nebenstraße von Lugano mit jüdischen Männern und Frauen, um der Ver- Icsung der Mcgilla beizuwohnen. In Lugano bestand bis vor drei Jahren keine Gemeinde, cs wohnte auch kein Jude dort. Um diese Zeit ließen sich ein paar Ostjuden daselbst nieder, und ihre erste Tat war die Gründung der ״Committiitä Isracliticn“. Die Räume, die den Tempel darstellcn sollen (es handelt sieh um ein Zimmer für Männer und ein Zimmer für Frauen), sind allerdings mehr als primitiv. Sobald sie Mittel haben, werden sic an die Erbauung eines Gebäudes für den Kultus schreiten. Auch einen Friedhof haben sie bereits eingerichtet, der schon einige Tote, meist Deutsche, die zur Kur dort weilten, beherbergt. Die Ausgrabungen In Jerusalem Die jüdisch-palästinensische Forschungsgcscllschaft hat der Pal. Tel. - Agentur einen Bericht über den Fortschritt der Ausgrahungen ntnd um das Grab Ahsaloms gegeben, der die früheren Berichte ergänzt. Nach Wegräumung des Schuttes an den beiden Seiten des Monumentes wurde der obere Teil eines dritten Pfeilers sichtbar. Dann wunde ein Bogen entdeckt, der zur Stützung der alten Mauer errichtet worden war und wahrscheinlich aus der Krciizfahrcrzcit stammt. An der Mauer befindet sich eine Zisterne, die als ein ״G e n i 7.ה h - lkc 11 ä 11 e r“ gebraucht wurde. Die linke (nördliche) Seite hat wenig geliticu und bietet einen sehr schönen Anblick. Dort fällt der Fels in Stufen ah bis zum Grab Jchoschapath. An dem Zugang zum Monument selbst, unterhalb der Stufen, befindet sich ein mit einem Gitter gepanzertes Fclsslück, »las vielleicht den Eingang sichern sollte. Bei den Ausgrabungen wurden mehrere Münzen gefunden, die zum Teil der Zeit des zweiten Tempels angeboren; andere stammen aus der Zeit der römischen und arabischen Kaiser. Die gefundenen Tonschcrhen werden von der Sachverständigen Miß Sei ver untersucht. Dlo nächste Nummer erscheint als jüdische . Vertretung gebildet werde. (Wir haben in Nr. 12 bereits einen Bericht über die Verschleppung der Legalisierung gebricht. Red.) ln zweiter Reibe plädierte er hei dem huig,irisdien Vertreter für die gesetzliche Regelung der jü* dischcn Schulen mit einem weitgehenden jüdischen Programm durch das Zugeständnis sogenannter Kollektiv« Prüfungen in diesen Schulen mit staatlichen Rechten. Beide I ragen hess luftigen die jüdische Bevölkerung in Bulgarien schon seit längerer Zeit, die l iagc des jüdischen Komdstonums bereits über drei Jahre. So hat das pro visorisch bestehende, aus einer regelrechten Nationalvcrsammlung licrvorgcgangciic Konsistorium mit schriftlichen Eingaben und durch mumllirlie Aufforderungen wiederholt die bul-!prischc Regierung um eine endgültige positive Lösung ihres Sclbstvcrwaltuugsprohlcins ersucht. Bis jetzt haben jedoch die Bestrebungen des bulgarischen Judentums sowohl auf diesem Gebiete ,als auf dem Gebiete des Schulwesens, welches 4176 jüdische Schüler und Schülerinnen und insgesamt 30 Schulen umfaßt, noch immer nicht zu einem positiven Ergebnis geführt. In seiner Unterhalb!;!״ mit Herrn Liatscheff verwies der Generalsekretär des Komitees der jüdischen Delegationen auf die bisherige humane Haltung der bulgarischen Regierung gegenüber der jüdischen Bevölkerung und speziell auch auf ihr energisches Eingreifen während der ailerjungsten Bedräng« nisse der dortigen Juden und drückte seine Hoffnung ans, daß die Regierung in den Fragen der jüdischen Autonomie den berechtigten Wünschen der bulgarischen Juden nachkommen wird. Herr Liatscheff schenkte den Ausführungen ein williges Gehör, interessierte sich insbesondere für das Schulproblcin und versprach am Schluß der Unterhaltung, die von dem Komitee der jüdischen Delegationen geäußerten Wünsche der bulgarischen Regierung in wohlwollendem Sinne zu übermitteln und dazu beizutragen, daß die wichtigen Pro« blcme baldigst geregelt werden sollten. Man erwartet, daß die bulgarische Regierung gegenüber den Wünschen der jü« dischcn Bevölkerung Bulgariens eine positive Haltung ein« nehmen werde. 017־ CI i Uj.vj, ia voratärlitom ümfongo #ra FREITAG, DEN 18. APRIL Kleine Palästina Naclirlcltten Das ״Aguclas Jisroel Preß - Büro“ teilt aus Jerusalem mit: Auf Grund des Eriedensvorsddages, den die polnischen Oroßrabhincr beiden Parteien in Jerusalem übermittelt haben, wandte sich der Wand 1 iair Ilaaschkcnasi an die Gegenpartei, um die Schchitafrage zu regeln. Als Antwort auf diese!« Ansuchen erwiderte man seitens des Kukschcn D'th-Dins, daß sie die Entscheidung der polnischen Rabbeirn für keine geeignete Grundlage zum Anknüpfen von Unterhandlungen betrachte. Diese Antwort bedeutet das Scheitern der langwicrigcn Frk’densvermittlung. Die Aegyptische Kreditbank In Kairo wird der nächsten Generalversammlung der Aktionäre eine Resolution vorlegen, betreffend die Ausdehnung der Tätigkeit der Bank auf Palästina und Syrien, so daß Hypo* theken der Bank auf produktive landwirtschaftliche Siedlungen in jenen Ländern begehen werden können. Die Aegyptische Kreditbank wurde vor etwa fünfzig Jahren von einer Anzahl prominenter Juden in Aegypten gegründet. Wie die Pah Tel.-Agentur erfährt, wird demnächst eine neue Gesellschaft gegründet werden, die die Organ isie« ruiifjdes Exports palästinensischer Produkte zum Ziele haben wird. Die zionistische Exekutive wird die Gesellschaft unterstützen. Der vor kurzem in New York eingetroffene Oberrabbiner von Palästina, Ji/chak K11 k, äußerte sich gegenüber Vertrefern der Presse sehr pessimistisch über die Zukunft des religiösen Judentums in Palästina. Der Zweck seiner Amerikareise sei der, das amerikanische Judentum an seine Pflichten gegenüber Erez-lsrncl, besonders in bezug auf die Förderung der religiösen Kulturanstalten in Pa« List Ina, zu erinnern. ״Die Anstalten des orthodoxen Judentum^ in Palästina“, sagte Ohcrrahlvnor Kak, ,,erhalten aus Amerika hauptsächlich vom Ccnlrnl-Rclief etwa 150000 Dollar jährlich. Sollte diese Quelle versiegen, so würde dies den sicheren Ruin dieser Anstalten bedeuten. Eine Kräftigung derselben würde auch unsere politische Lage gegenüber der Regierung kräftigen." Oherra!;! incr Kuk sagte zittn Schluß: ״Die Berichte über einen Zwist zwischen mir und Rabbi Sonnen« f cid sind stark übertrieben. Wir sind gute Freunde, es bestellt zwischen uns bloß eine Meinungsverschiedenheit in dem Sinne, daß Rabbi Sonncnfeld ganz und gar für den alten Jischuw ist, wogegen ich zum Teil auch für den neuen eingenommen hin.“ Die Mitglieder drs Finanz- und Wirtschaftsrats, I. Naid lisch und S, Kaplansky, sind nach Palästina ahgereist, um dort die wirtschaftlichen Bedingungen zu stu« «liefen und das Budget der palästinensischen Exekutive f ii r d a s nächste Ja hrvorzu bereiten. Dr. B, Fel wcl wird binnen kurzem mit ihnen in Palästina Zusammentreffen. Der größte Teil derclbcn stammt aus der persischen seleu« zwischen und vormakknhäischcn Zeit, Bei der HaziT« Grabstätte wurden die verhältnismäßig neuen Gräber, die sich in zweien der inneren Räume befinden, unberührt gelassen (die aschkenasischc Peruschim-Gcmcindc glaubt, daß eins dieser Gräber die Beerdigungsstätte der Tochter des G a o n s Eijahu von Wilna ist). Der untere Teil der Säulen wurde in einer Höhe von SO ent freigelegt, um die alte hebräische Inschrift (die wohlbekannte Mazir-Inschrift) zu erhalten. Rund um das Monument des Grabes von Sa charia sind die Arbeiten fast unmöglich, da cs von allen Seiten von anderen Gräbern umgehen ist. Um die Basis dieses schönen Monumentes zu erreichen, wurde ein Stollen gegraben. Es w״r V dabei festgcstcllt, a) daß sich unterhalb der jetzt entdeckten Gräber eine Gräherreihe von ganz anderer Bauart befindet, als die obere Gräherreihe; b) in einer Tiefe von 1,80 m befindet sich der Teil einer Mauer, die anscheinend das ganze Monument umgibt. Der Schutt, der das Monument an der westlichen Seite bedeckt, ist wahrschcinlicb vier Meter hoch, an «!er östlichen Seite noch höher. Die sieben Zellen heim Grabe des Jehosrhaphath (von denen die meisten offenbar niemals vorher geöffnet worden waren), wurden Abmessungen unterzogen. Am Eingang der siebenten Zelle fand man einen toten Körper. Dieser Eingang wurde bis zu weiteren Nachforschungen geschlossen. An der anderen Seite der Grabmaucr wurden die Stufen unterhalb des schönen Graiitorcs frcigelcgt. Zwischen dem Grab Ahsaloms uml der H a z i r-G r a b s t ä 11 c wurden drei kleine Höhlungen gefunden, Nummer eins ist eine in den Felsen gehauene Höhlung, in der sich Knochenreste befinden; Nummer zwei ist eine zweigeteilte Höhle, in deren einem Teil sich die Oeffnimg einer runden Zisterne in altägvptischer Architektur befindet,’ die wahrscheinlich der Zeit des ersten Tempels, spätestens der Periode zu Beginn des zweiten Tempels angehört. Es wurde eine Bronze-Lampe mit Verzierungen gefunden, deren Art noch nicht festgcstcllt werden konnte. Nummer drei ist eine kleine halbkreisförmige Höhlung, die ziemlich tief zu sein scheint. Das allgemeine^ Interesse für all diese Ausgrabungen ist sehr groß. Auch die Regierungsbeamten unu Gelehrten, sowie der englische Kardinal Botirne und Felix Warburg aus New York haben großes Interesse für diese Arbeiten gezeigt. Viele Künstler besuchen die Forschungsstelic, um Zeichnungen des Grabe; Ahsaloms hcrzustellen.!

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