Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 27 (4.4.1924)
- Date
- 1924-04-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 108 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. n ־. * ■*d 1 Rie deiiisciicn Juden und die Kclchstagswaldcri Vortrag von Georg Bernhard ,Montag, tlcn 31. März, veranstaltete die Gruppe Weit der li. Z. V. im Logeuhaus, Joacliimsthnlcr Strafte, einen Vor* trag, bei dem der Chefredakteur der ״Vossisclicn Zeitung“, Georg Bernhard, über die Stellung der luden zu den kommenden Reichst,igswahlcn sprach. Dr. Apfel, der Vor• sitzende der Gruppe West, cröfliirte in dem überfüllten Saale die Versammlung. Georg Bernhard erklärte, d.ill er mir von seinem ganz persönlichen Standpunkt spreche und keiner jüdischen 'Partei r.ngeliöre. taue gemeinsame Stellung der deutschen Jude״, der durch Abstammung mul Religion innerhalb des deutsche״ Volkes unterschiedenen Gemeinschaft, ergibt sich schon aus dem V01 haben ihrer Gegner, von denen sie sich diesmal das Gesetz, des Handelns In ,einem guten Sinuc auf/.wiiipen lassen sollten. Audi die Zionisten als deutsche Bürger haben die Verpflichtung, zu den Reichstagswnhicn Stellung zu nehmen. Die Mallung der deutschen Juden den niclilvoikiscliru Parteien gegenüber, könne von cmzclncn Aus- Stellungen, die zu mache״ sind, abgesehen, ■eine neutrale sein. — Was die Kommunisten anlattgl, so erkläite Bernhard die Tatsache, «lall in dieser Partei so viele Juden sind, nicht nur daraus, daß in allen oppositionellen Parteien cs viele Juden gäbe, da das kaiserliche Deutschland das Aufsteigen der Juden gehindert habe, sondern auch aus dem Wesen ’des Kommunismus, dessen Exekution des Srmalismus in Rußland weder mit Marxismus noch Sozialismus etwas zu tun hat und der ein ״in Staats[«״״ gegossenes Patriarchat“ verwirklichen wolle. Dieser Grundzug komme einer jüdischen Weseiiscigentiimiichkcit nahe: ״der jüdische Familien-Mikrokosnuw spiegelt sich sozusagen im komm״* nistischen Makrokosnit« wider“. Auch eine Neigung zahlreicher russischer luden zum Zarismus in früherer Zeit leitet Bernhard von der ׳Machtlülle des Familienvaters im Judentum her. Die republikanische Partei habe ein schönes Programm, sei aber noch jung und müsse erst zeigen, wie sie es ausführe. Die demokratische Partei, die nis ״Jndeiiseliutztnippe“ verschrien ist, vermeidet cs infolgedessen ängstlich, Juden an eine exponierte Stelle zu setzen. Bernharil führt als Beispiel im Großen Ratltcnau an, den ein Wirtscliaftspolitischer Klüngel seinerzeit verhindern wollte, an die Spitze zu gelangen, mul nach dessen Tode sich manche Demokraten gesagt hätten, daß cs ein Fehler gewesen sei, ihn dorthin zu stellen. Der zweite Fall ist der, daß jetzt in einem Wahlkreise verhindert wurde, daß hinter einem dcmokralisclum Grafen ein Jude a״f die Wahlliste gesetzt werde. Es müsse verlangt werden, daß die Partei, die für die Gkichbcrechtiguug’ der Juden cintritt, diese auch fn der Praxis bei sieh seihst durchführe. Nach den Wahlen müßte diese Frage angeschnitten werden, vorher sei cs infolge des Wahl* Systems, das ein Ermächtigungsgesetz an die Parteibürokratien bedeute, unmöglich. Auch die Zentrum spartei habe jüdische Wähler. Zu behaupten, daß das Zentrum generell nicht antisemitisch sei, würde zu weit gehen. Aber diese ,politische Repräsentanz der katholischen Kirche in Deutsch• Luul״ habe eine Zeit der religiöscu Bedrückung mitgemacht, in der sic Toleranz gelernt habe. Das Zentrum ist zuerst die Partei des Katholizismus, daher haben seine jüdischen Wähler kein Recht, Ansprüche an es zu stellen. Bernhard bedauert es in diesem Zusammenhänge, daß in den letzten Jahren jüdische Literaten und Journalisten sieh mit den religiösen Dingen des Katholizismus und Evangclismus befaßt haben; dazu hätten sie ais Inden kein Recht. Am schwersten sei die Wesensart der Deutschen V o 1 k s p a r t c 1 zu umreißen. Sic setzt sich aus den heterogensten Elementen zu• »mimen. Um die jüdischen Stimmen wirbt sie ״von Fall zu Fall und je nach dem“. Manche ihrer Landesverbände treiben auch eine antisemitische Agitation. Der scliwcrindustrielle Flügel der Volkspartci war der Haupt- Geldgeber für die dcutschvölkhclicn Organisationen. Er pernöiilich sei der Auffassung, daß das Geld von den Großindustriellen zu «lern Zwecke gegeben wurde, um die Volks* Stimmung auf die Juden abzulcnkcn. Der Zustand, in den das deutsche Volk geraten sei, sei hauptsächlich darauf zurück* Zufuhren, daß ein wichtiger Teil der, deutschen Großindustrie keine Steuern zahlen wollte, die Finanzen des Reiches sabotiert und auch den Ruhrkrieg herbeigeführt hat. Mit dieser Gruppe der deutschen Volkspartei und den Juden, die sich selbst achten, könne cs eine Verbindung nicht geben, Die deutschen Juden sind ca sich und der Geschichte ihres Volkes schuldig, daß sie dafür eintreten, daß diese Kreise nicht in einer Partei bleiben, die jüdische Wähler haben will. Es ist eine jüdische Angelegenheit, wenn diese Kreise Geld dafür gehen, daß Juden tofgcschlagcn und Pogtomc finanziert werden. Auch zwischen der deutschnatio* malen Volkspartei und jüdischen Wählern könne cs eine Verbindung nicht geben. Bernhard wendet sich hier außerordentlichen scharf gegen die n a t i011 ald c 111 sc h e n Juden. Er habe immer angenommen, daß die luden auf einen gewissen Intelligcnzdiirchschnitt stehen. Daß aber jemand so dumm sein könne ntminehmen, er könne sich bei den Dcutschnationnlen anbietlern, während er, wie auch der jüngst veröffentlichte Brief des Majore Anker beweist, nur Verachtung erntet, dadurch daß er sich absondert und 7. B. auch die Ostjmlrn preisgibt, dafür habe der Redner auch mir Verachtung übrig, allerdings mir den tausendstel Teil der Verachtung, die jeder Christ einem solchen Juden gegenüber empfinden müsse. Die Ostjudenfrage sei ein heißes Eisen, das man aber gerade darum sehr fest an packen müsse. Manche Juden glauben, ihrer Partei einen Gefallen zu erweisen, wenn sie sagen, die Ostjuden seien Verbrecher, mit denen sie nichts zu tun hatten. Aber selbst wenn der Prozentsatz der Verbrecher bei ihnen größer wäre als bei den deutschen Juden (Zuruf Eduard Bernsteins: er ist geringer), >o sind die Oäljitdcu doch nichts anderes als die meisten dciitschcu Juden. Wie lange ist es denn her, daß die eigenen Vorfahren der meisten deutschen Juden Ostjuden waren? und avie kann man seine eigene Familie so beschimpfen, wie es in diesen Argumentationen der Full ist. Es ist unjüdisch und verstößt gegen die obersten jüdischen Sittcngcsctze, arme Verwandte, die zu derselben Familie gehören, wegzusehickcn und sich ihrer וון schämen. Kein fude wird sich dadurch die Achtung dev anderen Gemeinschaften erringen. Es ist auch!׳lisch, <110 Osijmien aiu der Knmpfüuitt der inncrpolitischcu Auscmandcrsel/imgeu in DciPschland ziirückzuzichcit. Ebenso d!c Forderung, daß sich die deutschen Juden im Staats* leben Zurückhaltung anferlcgen sollten. Daß der deutsche Jude mit seinen Talenten zurückhalten solle, würde eine Schädigung des Staatswesens bedeuten. Es gibt keine I artet in Deutschland, deren Programm nicht von Juden gemacht wurde. Das der Deutschnationalcn, ehemals Kon* rervativcn, stammt von Stahl, das der Deutschen Volks* Partei von Ln sk er, das der Demokraten von Löwe, der Sozialdemokraten und Kommunisten von Marx und Lassalle und selbst das Programm des Zentrums halte ein Jude gemacht, nämlich Paulus. (Zwischenruf: After das Naumaunprograrmn D: Das allerdings könnte ein anderer gemacht haben {Stürmische Heiterkeit), ln last allen Parteien gebe cs Juden der Abstimmung nach. Wenn die Blutprobe gemacht werden könnte, könnten viele dr״t«rhr Politiker nicht vor den Deutschvölkischen bestehen. Wie die and■״: Länder zeigen, sind sic mit jüdische״ Politikern nicht schlecht gefahren. Der Wahlkampf gehe jetzt darum, ob das deutsche Volk im allgemeinen und die Juden im besonderen in das politische Ghetto cingezwängt werden sollen, ln dem cs vor dem Kriege gewohnt habe. Der Kampf gehe gegen die Reaktion. Es hamlle sieh um den Besitz der Freiheit mul der demokratischen Gleichberechtigung, in die das deutsche Volk nun einmal hincinger,faßen worden ist. Die deutschen Juden sind nicht das Ferment der Dekomposition, sondern die Zelle des Aufbaus eine» demokratischen Deutschland. Sie haben dm Geist und die Lcidetiscrfiilmiugcn ihrer Vorfahren in den Dienst des deutschen Volk« zu *teilen. Die luden haben die Entwicklung und die Erfahrung bereits hinter sich, die ein großer Teil des deutschen Volkes noch vor sich fiat. Es handelt sich bei den Wahlen um die Existenz des gesamten deutschen Volkes, dem cs ergehen 1זםםםםםסוםםםסםבוםוםםםםםםםםוםםםםםםם o Gruppe Mord Montag, den 7. April, abends ®V* Uhr im WolOnn H»»l dar üophiaoail•, flophl*o«tr»#« r?| ד ך•!;י! ir^1—|!ן iJÜLbJtll lf 1^1 IltäLäiliK ,010 Doäroiiung dos juasniiäis und sc!na Erratiuna* lioforenti Herr Itr. U 1.1:1: □□םםםםםוםם0םםםב1־1םםםםםםםוםםםס□□□ könne, wie dem jüdischen, daß es nämlich In der Welt zerstreut werde, und damit auch um die Existenz der deutschen Juden in Deutschland. Bernhard wendet sich gegen die Zionisten, die meinen, es könnte ihnen nichts geselwlien und daß ihnen der Weg nach Palästina offcnbleibe. Dieses ist .־!her vorläufig nur ein Land für Pioniere, nicht für die Massen. Die deutschen Juden wurzeln auch geistig in ITcutschland und seine kulturelle Atmosphäre sei ihnen in Fleisch und Blut übergegangen. Indem sie für sich kämpfen, kämpfen sic auch für das deutsche Volk. Es sei ein Prüfstein, wie ein Volk zu seinen Juden stehe, wie es zu den politischen Problemen überhaupt steht und weiche Zukunft cs habe, Keiner Nation, die ilire Juden schlecht behandle, geht cs auf die Dauer gut, wie die Geschichte zeige. Die deutschen Juden sollten sich nicht ciuredcn lassen, daß man dem deutschen Volke nütze, wenn man sich ducke. Die Zivil* couragc die ■unsere Vorfahren bewiesen haben, indem sic das Gesetz hochhicltcn und um seinetwillen gestorben sind, müßten auch die Deutschen und die Juden jetzt zeigen. Seelische Tapferkeit tut uns not. ln diesem Sinne, schließt Bernhard mit dem Schlachtruf Juda Makkabis: Seid tapfer! In der Diskussion spricht zunächst Eduard Bern• stein, der auch in der Judenfrairc die Beachtung der großen Menschlieitsideen fordert. In Bernhards Ausführungen habe er die Stellung zur Sozialdemokratie vermißt, die in jeder Beziehung für die Gleichberechtigung der Juden cintritt. Der Antisemitismus, der früher hauptsächlich ein urwüchsiger Haß dem Fremden gegenüber war, sei harmlos gegenüber der heutigen Gemeinheit. Bernstein spricht dann auch über die Ostjwlcn, die er früher nicht gekannt habe, und deren Fähigkeiten und Selbstaufopferung er rühmt. Arthur H o 111 i s c I! c r spricht von seinem kommunistischen Standpunkt gegen den Parlamentarismus. Die Elite des Judentums, die Chaluzäm in Palästina, seien wichtiger als die jüdischen Politiker, die die Mühle des Parlamentarismus treiben. Dr. Hantkc fordert mich vom zionistischen Stand* Punkt, daß die Juden sich an der Wohl beteiligen. Er weist auf die Wichtigkeit der nationalen Erziehung auch in Deutsch* land hin. Weiter sprachen noch Herr Lauer als Sozialdemokrat, Klötzel für die republikanische Partei und Arnold Zweig, der diese Art von Veranstaltungen als unzinnistisch ablchnt. Nach einer Replik Ed. Bernsteins hielt Georg Bernhard das Schlußwort, fn dem er auf die Ausführungen der Diskussionsredner erwiderte. f. Ausweis Allcnstein: 1 Baustein; Rechtsanwalt Wistinctzki. Augs bürgt 2 Bausteine: Simon Herz. Berlin: je 2011 Bausteine V• P-. Alfred Jarislowsky; 60 Bausteine: Max Wollstcinei 10׳ Bausteine: N. N.; 1c 2 Bausteine: Avigdor, Direkte w. Katz, E. Scliragcnhcim; je 1 Baustein: Dr. Apfel, D A. Barth, Alfred Berger, San,■Rat Dr. Bradt, Dr.*lng. ,V Bcrlowitz, M. Boschwitz, Justizrat Dzialos/vnski, Dr. / Llinsberg, R.-A. A. Fischer, Fischbaum, Dr. Manfred Qeor; R.-A. Groncinann, P. Hauser, M. Holz, P, Joseph, E. Jak! bowitz, R.-A. Dr. Jalowicz u, Frau, Dr. F. Kahn, Kassnc ״. Schärfste!״, Dr. Koilcnscher, Dr. J. Kronstein, Dr. Land! her״, J. Liebcskiitd, R. Lichtheim, «J. Levy, San.-Rat D: Lew)■, Dr. Ed. Leszynsky, Dr. Lipowski, A. Mandel, Justiz־״ Memelsdorf, J. Mittwoch, St. Müller, G. 11. H. Münz, Dr. I Peltcsohn, Dr. E. Rosenberg, C, Roscnfcld, L. Rosenfcl( K. Syinnnn, San.-Rat Dr. J. Simon, Justizrat Schachtel, D F. Schlesinger, B. Schneemann, Familie 'Hans Stcinltz, Kät Stiilnninii, I. Triwasch, W. Turnowski, Dr. G. Wolfsolu Prof. Dr, G. Weil, H. Wcndrlncr, H. Wosnlanskf. Bremen 4 Bausteine: gesammelt anläßlich des Gruppenverhandstagc Breslau: je 2 Bausteine: L. Bloch, 11. Losser, I) II. Schnell tel und Frau; je 1 Baustein: M. Ein fiel Dr. ||, Falk, Simon (»logauer, R.-A. Jncobsofm, A!x (heiter J. Levy. Cassel: 1 Baustein: H. Peristeil Chemnitz: je I Häuslein: Dr. P. Holzer, L. Jacohy. Co! hach: 1 Baustein: N. N. Dnrmstadt: 1 Baustein: Dr. Isaal Dresden: 2 Bausteine: L. Ikenherp; je 1 Baustein: B Hu witz, S. Mnrwitz, D. Pelz. Düsseldorf 1 4 Bausteine: Hcl״hcrg; je 1 Baustein: B. Friedländcr, Dr. Üottlicl Elberfeld: 2 Bausteine: II. Lcwin. Essen: je 1 Baustclr Dr. H. Frankcnstcin, R.*A, Dr. Wcstfeld. Frankfurt a. M 4 Bnuslcinc: E. Feist; je i Baustein: Erna Feist, J I Goldsclimhlt, J. Scliloll, Fulda: 1 Baustein: H. Eschweg Gotha: 1 Baustein: Dr. Max Schramm. Hnllo! Je 2Baustein! lh. Heilbroimcr, Dipl.-'ng. Löwenberg; 1 Baustein: Dr, h Frjixhrodt. Hamburg: 200 Bausteine: N. N,; 4 Bausteine: V Reiß; je 1 Baustein: Dr. M. Auerbach, D. Demblnski, J. Ehre! berg, Albert de Haas, Dr. E. Kalmus, O. Meyer, Gertrud Pint״ Hamm: 1 Baustein: Dr. Hupfo Mendel, Hannovers je Baustein: J. Beer, R.-A, G. Goklstein, A. Hflnlff, K. Schlei! ״er, M. Wolf. Heidelberg« 1 Baustein: Dr, E, Wechsle?י »״ Baustein: Nathan Baer. Karlsruhai 4 Baustein! li. Ellern; l Baustein: Fritz Simon, Köln a. Rh.« je Baustein: A. Cohn, R,*A. Jonas, S, Rosenstein. Königsberg c 1 Baustein: L. Cohn, Prof, Dr. Kiitziuskl, Dr. A. Nisse Konstanz! 1 Baustein: Gehr. Schärf. Kronnch! 1 Bai stein; Dr. S. Bambergen Leipzig: je 1 Baustein: Brecht jx Co R. Schick, B. Zülzer. Ludwlgshafcni 2 Bnusfcim t. Altstacdtcr. Lüneburg: 1 Baustein: Edmund Lev ,-״V 1 Baustein: Stub. Mannheimt je 1 Baustein! ZI! mstische Ortsgruppe, J. Retwltzcr. München 1 2 Baustein! Sch.ו eh n o; I Bam-feiii: L, Splclmann. Mtnkaui 1 Baustein: O, Man!lock. Nordhausern je 1 Baustein: Stefanie Pinhi»’ R.-A. Warburg. Nürnberg! 1 Baustein: Dr. J. Bambcrger Oppeln! 1 Baustein: k.*A. Wunderlich. Pfarrkirchen! 1 Baustein: O. Schmidt. Pcncun: 1 Baustein: N. Baum. Ratibori je 1 Baustein: M. E. Aschner, L, Aeclmcr, FL Ascltntr. Regensburg! 1 Baustein: A. Natzler. Solingen! 1 Baustein: Dr. A. Strauß. SchneidetilUhl 1 1 Baustein: A. Roscnthal. Stettin! 1 Baustein: Dr. Dresel. Stolp! c 1 ׳ Baustein: H. Berger, R.-A. Dr. Müllerlieiin. Stuttgart! 1 Baustein: A. Sthitcebulg. Tfieri 2 Bausteine: Familie L, Stern. Wannst 1 Baustein: S. Salomon. Wcfnhclm: 1 Baustein: Dr. Pfälzer. Zwickau! 1 Baustein: Dr. Noßbauin. Außerdem gingen aus verschiedenen Orten kleinere Be* träge ein, die zusammen 7 Bausteine ergeben. Insgesamt also bisher: 881 Bausteine. Nur wenige sind bisher unterem Appell gefolgt. Jeder Zionist mu® entsprechend seinen Mitteln Bauiielne tahlen, Zionisten, baut Euer Hans! Max J. Bodenheimer, Arthur Hantke, Alfred Klee, Alfred Landsberg, Siegfsled Moses, Felix Rosen blüth, Aron Barth, Georg Landauer. Zahlungen auf das Postscheckkonto: Berlin 51989, Dr, Arthur Flantkc. Aus der Jüdischen Welt Deutaefiland Berlin. (J. T. A.) Das American Joint Distribution Committee hat soeben den Reich sausschuß jüdischer Gemeinde!) Deutschlands davon In Kenntnis gesetzt, daß cs erneut eine S u m in c v o 11 420 000 Ooldmirk zur Vcr* fügtmg gestellt hat, die zur Linderung noch bestehender Notstände Innerhalb der jüdischen Wohlfahrtspflege In Deutschland für die Zeit vom 1. April bis 1. Oktober diene״ soll. Bei der Zuwendung soll im besonderen Maße die Kin• derfürsorpe, weiter aber auch während der Sommer* monatc die Erholungsfürsorge berücksichtigt werden. Der ״Vorwärts“ teilt in einem Artikel zu den Wahle״ folgendes mit: Während die Freunde der deutschen Sozial* dcmokratle im Auslände stets diejenigen Parteien sind, die sich für die Befreiung des deutschen Volkes von der militari• sehen Bedrückung am Rhein und an der Ruhr und für die Revision des Versailler Friedensvertrages emsetzen und des• halb von den Nationalisten ihrer Länder verdächtigt und besehimnlt werden — wer sind im Auslande d i e Freunde aer deutschen Reaktion? Das sind z, B, die französischen Antisemiten, die royalistische Gruppe des L£on Daudet, die seit Jahren die militärische Besetzung ganz Deutschlands predigt und als erslc den Ein• marsch ins Ruhrgcbiet gefordert hat; die den tapferen Führer der französischen Sozialisten, Ldon Blum, als »er zum erstenmal das Wort ergriff, um gegen die Besetzung von Essen und Bochum zu protestieren, mit den Worten nicdcrzubrüllen versuchte: ״Halt’s Maul, Jud!“ Einem Bericht aus der mcktcnburgischcn ״Ordnungszclle“ entnehmen wir: ״Eins pflegen die Völkischen mit unermüdetem Eifer: die Untersuchungen der ״arischen Reinheit“. So wird jetzt fcstgcstcllt, daß Hclflcrichs ״Vater odcrGroß• v a t c r e I n J 11 d c" sei und daß die deutschnationalen Adeligen ״meistens jüdisdhc Frauen“ hätten, die ihnen i!1r Vermögen wieder in Ordnung bringen mußten. Das Neueste Ist, daß die völkische Aussprache auf das theologische Gebiet übergrgriffeti hat. Gevatter Schneider und Handschuhmacher untersuchen jetzt, ob Christus Jude oder Arier, und ob Jehova ein ״Schandgötze“ nach dem Wort des Grafen Reventlow war. Die Lage ist reif für du völkisches Konzil!“ Der Herausgeber des antisemitischen ״Hammer“, Th. Fritsch hält im ״Deutschen Tageblatt“ dem offiziellen Blatt der Deutschvölkischen Frciheitspartci, blutige Abrechnung mit den DciitschnaHonalcn. Er erinnert daran, daß H e 1 f fe rieh nach den Wahlen im Jahre 1920 zu einem jüdischen Bankier sagte: ״Der Antisemitismus hat am 6. Juni abends 6 Uhr auf gehört." Er erinnert daran daß Graefe, Wulle und Henning im Oktober 1922 aus der deutschnationalcn Partei ausgeschlossen wurden, weil auf dem Görlttzer Parteitag ein Herr v. Michelmana erklärte, ein Bekenntnis zu den antisemitischen Forderungen des völkischen Programms sei u n m dg lieb, well dann die Partei von j ü d i s c h e r S e i t e keine Gelder mehr erhalten werde. Er weist (erncr darauf hin, daß In Obcrschleslctt ein jüdischer Braucrefbeaitzer F r 1 c d 1 ä 11 d c r für die Dcutschnafionale Partei kandidierte.' daß in Breslau der Druckcrcibeslucr Schottländer una der jüdische Sanitätsrat Alexander, ln Berlin der Jude Baniberger hervorragende Mitglieder der Deutschnationalen sind. ״Kann man sich wundem", schreibt der ״Vor w8 rt s“. ״wenn 111. Fritsch auf Grund dieser Tatsachen zu der Vermutung kommt, daß das dcutschvölkische Programm der Deutschnationalcn lediglich ein unehrlicher Stirn• men fang für die Rcichstagswahlen Ist?“ 6*tt - Lai■»«! Herbert Samuels Plan, zwefOymnasien, ein hebräisehes und dn arabisches, aus dem Vermächtnis von Sir Ellis Katlooric zu errichten, Bildet im Londoner Kolonialamt Widerstand. Die Ueberrcste von Josef Trumpcldor und den sechs Gefabenen, die bei efer Verteidigung von Nordnalästitm gegen riinlx-rKdie Beduinen ihr leben ließen, sincl in ein gemeinsames Grab zwischen Kfar-Gilndi und Tel-Chaj über• führt worden. Der Bildhauer Oordon beendet eine Statue zum Gedächtnis der Verlcidiger Galiläas, die den Scliomrim Hagalii gewidmet ist. Sie wird der Kolonie TcbChaj geschenkt werden. In Haifa hat Frf. Jenny Gutmann ein Atelier für kunstgewerbliche Arbeiten eröffnet. In einer kleinen Ausstellung zeigte sie kürzlich »ehr geschmackvoll gearbeitete künstlerische Fraucnktddung, Von Handarbeiten waren Batik, Lecfcrschnitf, Mctallplastlk, Rcficfmalerei, Makramife, Ajour und Filet-Antik sowie Kl öppe larbeit zu sehen, die allgemein gcfielen. ' Für die Entwicklung eines guten Geschmackes Ist dieser Versuch zu begrüßen. Herr Wilhelm Drcyfuß, der Chcfchemikcr der ״West Desinfeeting of New York" reist im Aufträge seiner Gesell* schalt nach Palästina, um ln den wichtigsten Städten In* fekttonsanUgcn dnzurichtcn. Hundert Teilnehmer an der von der Kownoer Tagei* Zeitung ״Jüdische Stimme“ für die bevorstehenden Passah* Tage arrangierten zweiten Palästina-Reise haben am Sonntag, den 30. März die Reise angetreten. Die zionistisch-sozialistische Partei ln Palästna .,Achd uth Httwodt 11“ feierte am 9. März Ihr fünfjährige■ Bestehen. Aus diesem Anlässe wurde eine öffentliche Feit* Versammlung abgchaltcn. Vor kurzem hat ein unbekannter Spender in Polen 10.000 Dollar für die Jerusalemer Universität deponiert. •א I . m l luj )Ui M Sc ufl Mi »o j I 1