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Jüdische Rundschau · 1924-04-04 · Heft 27 (4.4.1924) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 27 (4.4.1924)
Date
1924-04-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 27 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seile 105 ihre Existenz gefährden kann, arbeitet mit großer Vorsicht uml streng k.niiiuämiisch. Es werden mir kurzfristige Kredite (lür höchstens sechs Monate) gewährt, uml zwar stets gegen genügende Sicherheit. Hei den landwirtschaftlichen Krediten, wo keine andere Sicherheit bestand, wurde das Inventar (Vieh, Maschinen usw.) verpfändet. Dabei erhielten die neuen Siedlungen im Emek und an anderen Orten im ersten Halbjahr allein Kredite für zirka 23 000 Pkl., die etwa 55 ״/o aller von der Hank bis zu diesem Zeitpunkte gewährten Darlehen ausmaehen. Wie produktiv die Mittel der Bank arbeiten, können 7. R, die von dir 1922 gewährten Darlehen hauptsächlich für Rauzwecke beweisen. Diese Gelder in Höhe von zirka £E 75 000 ermöglichten Arbeiten im Werte von etwa i'-t; 295 000, also fast viermal soviel als die durch die Arbeiterbank investierten Summen! lieber die Retriebstätigkeit der Bank und ihren Geschäftseriolg sollen nur ehe wenigen folgenden Zaliicn erwähnt werden: Itn ersten Rcfriebsjnhr (1922), von dem uns ein Bericht vorlicgt, erreichte die Bank bei einem Grundkapital von £E 30 000.— einen Umsatz von •'/! Million äg. Pfd. Ihr Aktivum im selben Zeitraum erreichte £E 85 000.— und das Verlust- und Gewimikonto wies einen Rohgewinn von £E 51ןX5. — auf. Von diesem Bruttogewinn konnte die Hälfte ungefähr zur Zahlung der Zinsen für die von der Zionistisehen Organisation mitgenommene Anleihe verwendet werden. Nach Abzug verschiedener Spesen und Tilgung eines Teiles der Oriindmigskostcn ist noch ein Reingewinn von £E 675.— verblieben. Beachtenswert sind auch die Zahlen über den Um s a t z. der Aktien der Rank. Bereits nach einem •Jahre seit der Gründung ist das volle Grundkapital von CE 30000.— aufgebracht worden. Bemerkenswert ist es dabei, daß von den’ 15 000 ä 1!:-Aktien, die die Arbeiter abzusctz.cn hatten (die andere Hälfte i.t gemäß dem Abkommen mit der Z!onistischen Organisation von dieser gedeckt), über die Hälfte (genau 7523 Aktien) von den palästinensischen Arbeitern in Palästina selbst gezeichnet und cingczahit wurden. Und dabei war die Arbcitcrorganisaton nur verpflichtet, in drei Jahren Aktien für £E 10000 unterzubringen. Von besonderem Interesse ist das Verhältnis der Arbeiterhank zur Zionistischen O rg a n is a t i on , ein Verhältnis, dessen finanzielle und finanztechnische Folgen nicht ohne Bedeutung sind. Die Gründung der Rank ist der Zionistischen Organisation zu verdanken, die laut einem Vertrag mit der ״Histadrulh Haovvdim Haktalith“ (Allgemeine Organisation der palästinensisch-jüdischen Arbeiter) die nötigen Betriebsmittel in Form einer verzinsharen Anleihe von £E 40000.— vorstreckte. Durch diesen Anieihefonds ist cigcntlieh die Arbeit der Rank ermöglicht worden. Die Zionistische Organisation stellte dabei die Bedingung, daß im Verlauf der ersten drei Jahre mindestens 10000 Aktien verkauft werden, nach zwölf Jahren aber für die Gesamtsumme von .CE 40000.— Aktien cingczahit sein müssen. Zu dieser Zeit soll die Zionistische Organisation als Gläubiger von der Bilanz, verschwinden, und zwar derart, daß die äußere Schuld nunmehr in eine innere Kapitalsschukl umgewandeit wird. Technisch vollzieht sich der Prozeß folgendermaßen: mit jeder von der Arbeiterorganisation abgesetzten Aktie verringert sich entsprechend die Schuld um ein Pfund. In Höhe dieser aus dem Anieihefonds ausschcklcndcn Summen werden Vorzugsaktien geschaffen, die neben den abgesetzten (ordentliehen) Aktien in der Unternehmung dauernd arbeiten. Der Vorzug besieht darin, daß diese Aktien bis zu einem bcstimmten Prozentsatz vor allen anderen sogenannten ordentliehen Aktien divukndcnbcrcditigt sind. Im übrigen haben diese ׳Vorzugsaktien keine weiteren Vorrechte, namentlich nicht das so üblich gewordene mehrfache Stimmrecht (mit mehrfaclicm Stimmrecht sind nur die 100 Gründungsaktien versehen, die in den Generalversammlungen 50 <y« aller anderen Stimmen erhalten; dies aber nur, um eine Ueberfremdungsgefahr zu verhüten. Für Dividendenverteilung haben sic weder Beschlußrecht noch Gewinnanteil). — Dieses Dividendenvorrecht bedeutet gewiß für die anderen Aktionäre einen bestimmteil Nachteil, obwohl sie dabei immerhin besser gestellt sind als beim Vorhandensein der zu verzinsenden zionistischen Anleihe. Es ist vielleicht die Zionistische Organisation, die bei dieser Operation im Nachteil ist, da sie an Stelle der sicheren Zinsen nunmehr nur die eventuale Dividende bekommen wird. Divi* dende kann aber nur beim Vorhandensein eines bilanzmäßigen Gewinnes verteilt werden. Zinsen dagegen müssen auch dann bezahlt werden, wenn das Geschäftsjahr mit Verlust abgeschlossen ist. Man sieht den Unterschied. Es besteht also jeder Grund zu glauben, daß die Zionistische Organ!• sation den anderen Aktionären gegenüber soweit wie möglich entgegenkommend sein und von ihrem Vorrecht keinen Gebrauch machen wird. Dies wäre jedenfalls sehr zu empfehlen, da das Bestehen von Vorzugsaktien neben den ordentliehen aus mehreren Gründen unerwünscht ist. Nicht ruict/t wegen der verschiedenen Notierung. Wir haben zwar noch keine Rörsc in Palästina. Wir werden aber eine solche in der Zukunft nicht entbehren können, um die Flüssigmachung des Kapitals zu ermöglichen und um ein Barometer zu besitzen, das den guten oder schlechten Geschäftsgang unserer Unternehmungen anzcigt. Dies ist Such der Grund, weshalb ich auf diese kaufmannische Seile ciugcgangcn bin. Manche Zionisten werden darin vielleicht eine Pedanterie erblicken. Mir scheint aber gesundes Wirtschaften die Hauptbedingung für das Gelingen unseres ganzen Werkes zu sein. Mau wird daher nicht ohne Genugtuung fcststoilcn können, daß die junge Arbeiterbank sich auf diesen rationellen und kaufmännischen Standpunkt gestellt hat, daß sie mit großer Sorgfalt und geringem Unkostensatz arbeitet, Kredit erst gegen genügende Sicherheit gewährt und ihre Mittel derart investiert, daß nicht nur sic ökonomisch außer Gefahr bleibt, sondern auch — was für uns besonders wichtig ist — die unterstützten Unter• nehmungen, vor allem unsere landwirtschaftlichen Betriebe und Kooperativen zu selbständigen ökonomischen Gebilden werden. Die Arbcitcrbnnk ist des Vertrauens, das sie genießt, würdig und berechtigt, die moralische und materielle Hilfe jedes Zionisten und Juden, der aufrichtig den Aufbau unseres Landes wünscht, zu erbitten. Es ,ist daher zu hoffen, daß die gegenwärtige Arbeiterbankaktion, die sicli als Ziel die Vergrößerung des Grundkapitals um ,weitere 30000 Pfd. gesetzt hat, in kürzester Zeit mit vollem Erfolg gekrönt wird. Im Besitze dieser neuen Mittel wird die Bank eine weitaus größere und fruchtbarere Tätigkeit entfalten und unsere ökonomischen Positionen Im Lande be• festigen können. IfehoaaUsicriilifj der Juden Zur Frage der Palästina- und Gal»1 tharbeit im Zionismus Von Dr. Hans Zysmann Die Auseinandersetzungen über die zionistische Politik haben in letzter Zeit einen bedenklich persönlichen Charakter angenommen. Daher ist cs gewiß verdienstvoll, daß Dr. N a c 11 u in Gold mann in Nr. 17 der ״J. R.‘‘ versucht, die sich gegcnübcrslchciulen Auffassungen theoretisch zu erfassen uml zu beurteilen. Nur dadurch kann eine Klärung der Sachlage erreicht und können wertvolle Fingerzeige für die Zukunft gegeben werden. Wenn das Gold um nn In seiner Untersuchung trotzdem nicht gelungen ist, so liegt es daran, daß er den Gegner nicht so sieht um) beschreibt, wie er tatsächlich ist. Nach ihm betrachtet die hinter ,der Leitung stellende zionistische Majorität letzten Eudes ״als die eine und eigentlich einzige Aufgabe des Zionismus den m״glidist schnellen und möglichst großzügigen Aufbau eines jiidisehen Palästina. Alles andere . . . die Erziehung des Judentums im Galuth, die Nationalisierung des Judentums . . . tritt in den Hintergrund“. Diese Charakterisierung mag auf einige Außenseiter passen, der großen Masse der hinter der Leitung stehenden Zionisten wird sie nicht gerecht. Auch sie betrachten die Nationalisierung der Juden im umfassendsten Sinne .als letztes Ziel. Der Unterschied in der Auffassung bestellt nur in dem Wege, auf dem dieses Ziel zu erreichen ist. Goldmami sieht ״die historische Aufgabe darin, die erzichcrisrlic Arbeit im Judentum fortzusctz.cn. Das jüdische Palästina hat für ihn nur Sinn und Bedeutung als ״krönender Abschluß dieser Erneuemngsarbeit“. Es ist aber unmöglich durch Erziehungsarbeit, die Nationalisierung des ganzen Volkes oder eines großen Teiles von ihm zu erreichen. Nächste Aufgabe einer solchen Erziehung müßte die Revolutionicrung der ein z. einen Menschen sein. Der Einzelnc müßte dazu gebracht werden, zugunsten einer bestimmten Idee auf persönliche Bequemlichkeit und Vorteile zu verzichten, sein Leben um/ustcllcn, ökonomische Beziehungen entsprechend dem Gebote der Idee zu lösen und zu knüpfen, und sich kulturell einer vertrauten und oft lieben Umgebung zu entreißen, um die Verwurzelung in einer anderen zu suchen. Eine solche Einwirkung wira immer mir auf relativ Wenige möglich sein. Uagegen wird die große Masse, dem Trägheitsgesetz. folgend,, hei der bisherigen Einstellung bleiheu und im übrigen das Lehen entsprechend den wirtschaftlichen Vor׳ teilen cinrichtcn. Weil die nationale Einstellung bei den übrigen Völkern durchaus mit den Gewohnheiten und Vor teilen des täglichen Lebens vereinbar Ist, denken uml handeln die Angehöiigen anderer Völker national. Well das beim jüdischen Volke nicht der Fall ist, ist es bisher nicht ge hingen, die Nationalisierung Im großen Umfange durchzuführen. Dazu kommt, daß die allgemeinen Zeitströmungen von wesentlichem Einfluß auf die Haltung der Juden bisher ge wesen sind und auch in Zukunft sein werden. Die sozialistische Tendenz, des letzten Jahrzehnts hat sicherlich die Propaganda des zionistischen Ideals erleichtert, was ja auf der anderen Seite in dem großen sozialistischen Einfluß innerhalb des Zionismus wieder zum Ausdruck kommt. Es ist nicht vorauszuschcn, weiche Strömungen in der Zukunft über die Welt ״dien werden und welchen-Einfluß sic auf die Einstellung der Juden ausüben werden. Es wäre immcihin möglich, daß die Menschheit sich wieder einmal rein individualistisch orientiert, und das würde die Erziehung (1er Juden zum Nationalismus sicher nicht erleichtern. Diese Widerstände gelten mehr oder weniger für alle Erziehungsmittel, die eine Rcvolutioniening herbeiführen sollen; am meisten natur gemäß für die reine Propaganda, aher auch für die llcbraisicrung, Sduiigriiiidung usw,, zumal meist nur die sich hebrni deren und ihre Kinder in die jüdisch-nationale Schule schicken werden, die vorher durch Propaganda gewonnen sind. Gegenüber diesem ungeeigneten Weg stellt der Palästina au (bau das richtige Mittel zur Nationalisierung der großen Masse dar. Abgesehen von dem Einfluß auf die, die über■ siedeln, und ihre Angehörigen, wird er auf das gesamte Galuth wirken. Ein politisch kräftiges Palästina, das mit seinem, wenn auch mir kleinen, Einfluß die Interessen der Juden gegenüber anderen Völkern wahrnehmen kann, wird allen Juden den Rücken stärken. Das Bewußtsein, daß ein jüdisches Zentrum 7. B, auf Ausweisungen in der unter Völkern üblichen Weise reagieren kann, wird jeden Juden im eigenen Interesse veranlassen, sieh in der Richtung auf dieses Zentrum, d. h jüdisch-national, zu orientieren. Ein wirtschaftlich kraftvolles Palästina wird die Juden wirtschaftlich interessieren und sic. auch wenn sic im Galuth wohnen, leichter dazu bringen, sich an seiner Wirtschaft zu beteiligen. Durch solche Verknüpfung wird darin wieder das Interesse an einer Hebung der eigenen materiellen Lage zum Wunsch nach einem Erstarken der gesamten jüdischen Wirtschaft in Palästina. Kulturelle Lcistuu gen in Palästina, die die Aufmerksamkeit der Weit erregen, werden die Juden veranlassen, sich mit dieser Kultur vertraut zu machen. Alles in allem: Der Palästina-Aufbau wird die G.ihiihjuden jüdischer machen, nationalisieren, ohne daß sic gezwungen wären, den idealistischen Sprung zu machen, der der großen Menge unmöglich ist. Sie werden aus dem tagliehen Leben heraus, im eigenen Interesse sich wieder jüdisch orientieren. Natürlich kann und soll neben dem Palästina-Aufbau die Erziehungsarbeit cinhcrgchcit, die sich an die relativ Wenigen wenden kann. Durch die Kunst jüdischer Dichter, die Geistesarbeit jüdischer Denker und die Propagandatätigkeit der vielen Einzelnen soll versucht werden, die, welche zu revolutionieren sind, zu Zionisten zu machen. Daß diese Arbeit neben die eigentliche Palästina-Aufbauarbeit zu treten hat, ist auch verschicdcntlich von offizieller Stelle aus betont worden. Es sei an den letzten Dclegicrtcntag in Dresden erinnert. Letzten . Endes bedeutet Wcizmnnns jüngste' Erklärung, das Zusammcngchcu mit den Nichtzionisten müsse ohne jedes Gesinmmgskompromiß erfolgen, nichts anderes. Die Propagandaarbeit wird dabei durch ein Fortsehrciteii des Palästina- Aufbaus ebenso erleichtert werden, wie sic durch ein Stocken erschwert sein würde. Die Hauptarbeit der Zionistischen Organisation muß aher dem Palästina-Aufbau gelten. Wir wissen rum, daß aus den verschiedensten politischen, wirtschaftlichen und persönlichen Gründen Eile nottut. Was Goldmann In dieser Hinsicht ülier das Warieukönnen und •sollen sagt, ist geradezu unverstündlich. Allein sind wir aber nicht imstande, Palästina in der uns zur Verfügung stellenden Zeit in dem erforderlichen Umfang anfzubaucn. Deshalb ist die Zusammenarbeit mit allen paiästinaframdiiehen Juden nötig. Die Gefahr, daß Palästina in nicht nationaler Weise aufgebaut wird, ist m. E. nicht so groß. Daß nicht nacli irgendwelchen Theorien, son- 1 dem nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten aufgebaut werden m11׳fl, ist heute Allen klar. Nur das aber kann auch die Ahsicht der Niehtz.ionisten sein. Und i.1 kulmrclivr Hinsicht ist heute angesichts unserer viel stärkeren Poülioii die l.age mit der zur Zeit des Sprachenk.mipfcs nicht zu vergleichen. Außerdem gehen die Niclit/ionisteii 'jetzt an den Palästina- Aufbau aus ganz, anderen Gesichtspunkten heran, als der Milfsvcrcin cs früher tat. Das Wieiitigstc aber ist: ohne die ,Mitwirkung der Anderen ist der Aufhau in absehbarer Zeit nicht zu schaffen. Lin Blick auf die Eingänge des Keren Ifajessod beweist das zur Genüge, Im übrigen werden die Nicht/ionisten, die den Aufbau fördern, selbst wenn sie jede nationale Wirkung vermeiden wollten auch des Galuth beitra oben durch den Aufbau zur Nationalisierung fcn. Deshalb kann der Zionismus der gegenwärtigen Majorität nicht als minim,ilistischer bezeichnet werden (eine Bezeichnung, die, da sie nicht nur beschreibt, sondern auch wertet, besser unterblieben wäre). Dieser Zionismus wird nicht nur Palästina kolonisieren, sondern auch am sichersten zur Nationalisierung des jüdischen Volkes führen. Die Finanzen der Exekutive In allen zionistischen Kreisen macht sich jetzt ein starker Wille zur Erneuerung des organisatorischen Lebens, zur Sammlung der verstreuten Kräfte bemerkbar. Mit der Neugcstaltimg der Jcwisli Agency tritt die Notwendigkeit einer starken zionistischen Organisation noch deutlicher und klarer zu Tage. Die Organisation ist aber nur ein leeres Wort, wenn sie nicht Fleisch und 1711t hat, d. b. Büros und Beamten, die täglich an ihrem Platze sind und ihre Arbeit tun. Die Organisation wild nicht aktiv sein, wenn sie nicht ein Zentrum hat, von dem die Anregung zur Arbeit ausgeht, mul wenn dieses Zentrum nicht in ständiger Berührung mit allen Punkten der Peripherie stellt, nicht zur Arbeit antreibt, nicht Instruktionen und Losungen ausgibt, nicht den Gang der Arbeit beobachtet und nicht Rechenschaft fordert, wem! in der Arbeit nachgelassen wird. De zionistische Bestrebung muß Propaganda nicht nur unter den Juden, sondern auch unter den Politikern und einflußreichen Persönlichkeiten der andern Völker machen. Ali dies und mehr fordern wir von der Leitung der Organisation. Ist cs da nicht beschämend, daß man daran erinnern muß, daß die Organisation eigentlich gar keine Mittel zur Durchführung dieser Arbeitern hat? Alle Kräfte der Organisation dienen der Aufbauarbeit und der Beschaffung der Mittel für das palästinensische Budget. Deshalb steht der Keren Hajessod an der Spitze unserer Arbeiten, und timt widmen wir unsere besten Menschen. Zugleich arbeiten wir auch für den J. N. F. und viele andere Zweige der Siedlung«;•• arbeit. Die Organisation und die Leitung muß ihnen allen helfen und allen mit ihrem Organisationsapparat dienen. Sie aber selbst erhält von all diesen Fonds für ihre eigenen Bedürfnisse nicht einen Pfennig. Den Zionisten ist das zur Genüge bekannt. Den entfernteren Kreisen aber sd cs offen, und klar gesagt: unsere Fonds, für die wir von allen Juden einen Beitrag fordern, dienen einzig und allein für den proklamierten Zweck. Die Gelder des Keren Hajessod dienen nur der Deckung des Siediungsbudgets und der Gelder des J.N. F. bedienen wir uns nur ziwn Bodenkauf; dasselbe gilt für, alle anderen Sammlungen, die eine ausgesprochene Bestimmung; in der Siedjungsarbeit naben. Das Budget unserer Organisation, ist wirklich sehr bescheiden und begrenzt im Verhältnis zu der Ausgedehntheit ihrer Arbeit und der Fülle ihrer Aufgaben. Das Budget unserer Organisation beläuft sich bloß auf 30000 Pfd. itn Jahre — und sogar diese Summe bringt man nicht für sic auf! Die Eingänge an Schckolim werden auf ]5 000 Pfd. gesenai/t. Um den Fehlbetrag zu ergänzen, bestimmte der ]3. Kongreß, daß von den vermögenden und aktiven Zionisten noch eine Zahlung zai fordern sei, die der ״Goldene Schekel“ heißt und die wenigstens 1 Pfd. im Jahre ausmaehen soll. Diese Summe kann jeder halbwegs Wohlhabende leisten. Die Exekutive wendet sich an alle Gesinnungsgenossen, den ״Goldenen Schekel“ zu zahlen. Voriges Jahr wandte sieh Dr. Wieizmann selbst mit einem Aufnif an die aktiven Zionisten wegen des ״Goldenen Schckcift“. Der Erfolg seiner Bemühungen ergab aber nur 2300 Pfd. An der Spitze stellt Südafrika, das 313 Pfd. sandte, danach Polen 331 Pfd., Großbritannien 193 Pfd., Palästina 181 Pfd., Rumänien 176 Pfd., Belgien 121 Pfd.. Frankreich 105 Pfd.. Tschechoslowakei 103 Pfd., und von hier an verringert sich diese Summe bis auf Indien, das nur 1 Pfd, gab. Es ist verwunderlich, daß Amerika hier an der bcscheidend! Stelle von 5 Pfd. und einigen Schilling steht, während es von Marokko ubertroffen wird. Unsere Gesinmingsgcnosscn in Amerika mußten mit aller Energie für den Keren Hajessod arbeiten, und konnten deshalb nicht die Bedürfnisse der Organisation beachten. Sic vcrnachlässigten im vorigen Jahr auch die Sammlung des gewöhnlichen Schekels und kamen mir in der Anzahl von 11 Delegierten zum Kongreß, während die Zahl derer, die zum Keren Hajessod beitrugen, viele Zchntainende erreicht. Vor etwa einem Monat wandte sich der Präsident der Exekutive, Herr Sokolow, in einem Rundschreiben an die Zahler des ״Goldenen Schekels“ und ermahnte sic auch in diesem Jahre an ihre Pflicht. Wir zweifeln nicht, daß jetzt auch in Deutschland die Gesinnungsgenossen den ״Goldenen Schekel“, den sie vielleicht im vorigen Jahr nicht zahlen konnten, dieses Jahr zahlen werden. Es ist ungerecht, eine Exekutive zu kritisieren, der man nicht einmal die primitivsten Mittel zur Arbeit zur Verfügung stellt. Die den Ischen Zionisten müssen vor allem zeigen, daß sie auch durch Taten die große Bedeutung des Organisationszentrums zu würdigen wissen, nicht bloß in Worten. Mitteilung des landesvorslandes der Z. V. f. D. Wir machen hierdurch nochmals darauf aufmerk* sam, daß die Woche vom 6. bis 13. April als S c 11 c k c I wo c h c festgesetzt worden ist und daß in dieser Woche überall Schekekammlungen nach den von uns gegebenen Anweisungen durchgeführt werden müssen. Wir rechnen mit Bestimmtheit darauf, daß die Sclickelvcrtraucnsleutc sich überall für das Gelingen der Aktion etnsdzen und mindestens das Ergebnis des Vor* Jahres erzielen werden. Die Schekel-Vertrauensleute werden hierdurch dazu aufgefordert, sofort nach Ablauf der Schekelwochc einen genauen Bericht über das Ergebnis der Sammlung zu erstatten und die gesammelten Schekelgelder an uns abzuführen. Schekclblocks stehen in jeder gewünschten Anzahl zur Verfügung. ךי־־״יין i / ✓* ' ' i

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