Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 27 (4.4.1924)
- Date
- 1924-04-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 194 JU ED ISCHE RUNDSCHAU Nr 27 voll klingt wie das gallischer Druiden. Wir stehen in Deutschland mit auf dem Vorposten der menschlichen ,Vernunft; kein nndmviirdigcr Ort.... 7. Vor allem aber fassen wir erneut und froh des guten Weges unsere Richtung rum Neubau, drüben in Judäa, in Galiläa, auf unserem lkxleu. Dort ist unsere Aufgabe: groll, schwer, lösbar und wirklich lösend und erlösend im Positiven, was hier nur negativ sich aus* wirken küimtc. Wir sind nicht dam da, der Welt vor* zudemoastrieren, was der Jude wirklich ist; und wir müssen die wahre Erneuerung den Deutschen überlassen, den wahren Deutschen, die cs gottlob noch gibt, und die, wie Fiorens Christian Rang in seiner ״Deutschen Bau- Bütte“ (Cicmcinschaftsverlag Eberhard Arnold, Samicrz ttml Leipzig) die deutsche Frage vom Gewissen her stellen und beantworten. Aber wir sind dazu da, aus der Welt des grellen Hokuspokus und der bellenden Agitationen dem Juden als Gestalt in die schöpferische Wirklichkeit einer eigenen Gemeinschaft hiniiberzuverhelfen, wo vor seinen wahren Fragwürdigkeiten und wahren Leistungen diese ganze grauenhafte Galuthrascrei zu Spuk verblaßt und zcrflattcrt. A. Z. Felix IVarburgs abschließendes Urteil über Palästina Felix Wnrburg, der Vorsitzende des Joint Committee, faßte beim Verlassen Palästinas seine Eindrücke folgender* mallen zusammen: ״Ich verlasse Palästina entzückt von den wundervollen Menschen, die ich dort getroffen habe. Sic werden das Kolonisntionswcrk zu Ende bringen, wenn sie das Vertrauen der Welt da draußen finden werden, die erkennen sollte, daß die Zeit der Wohltaten vorüber ist, daß dafür aber viele geschäftliche Und aiifbauciide Unternehmungen Kapital brauchen. Das Risiko ist in vielen Fällen nicht größer als ander# wo, denn die Bevölkerung hat sich zu einem solch selbstbewußten stolzen Typus verändert, daß mir ein paar alte ״habitucs“ willens sind, Almosen zu empfangen. Be* sonders interessiert bin ich an der Entwicklung der jüdischen lErzieliungsiiistiiution daselbst. Wir sind die einzige Kon* Zession, die keine hervortretende Institution irgendeiner Art hat, und ich hoffe aufrichtig, daß zusammen mit der Entwich־• Jung der wissenschaftlichen Forschung eine würdige Stelle für religiöse Inspiration für Juden, die Erziehung und Ge* ielirsamkeit suchen, errichtet werden wird. Nachdem ich die .1 ti fs trc bc ndcn Kolonien gesellen habe, bin ich erstaunt über den wundervollen Geist der Pioniere (Chahmm), und kaum kann ich glauben, daß all das in so schwieriger Zelt vollbracht worden ist Sicherlich dürfen die Urheber stolz sein auf das, was bis jetzt getan .worden ist.“ Baron Rothschilds Pläne Baron Edinmid Rothschild hat die Abordnung palästincn* frischer Juden, die ihn in Kairo aufsuchte, davon unterrichtet, daß er beabsichtige, große Strecken Landes, beson* de rs in Sa 111 a r ia , zu kaufen, um die jüdischen Kolo* nien geographisch abzurunden. Gegenwärtig habe sich zwar die Regierung in seine Pläne gemengt, aber er hoffe, schließlich Erfolg zu haben. Er begrüßte die Verbesserung der arabisch-jüdischen Beziehungen, und er mahnte die Chaluzirn, die jüdische Uebcrlicfcrung hochznhaltcn. Er bcab* sichtige, einiges von den HiUsgetdern, die er den alten Kolonien gibt, ziirückzuziehen, um neuen Siedlern erste Hypo* theken geben zU können. Herbert Samuel 1111 Zusammenhang mit der (von uns bereits als unwahrscheinliche Sensationsmeldung gekennzeichneten — Red.) Mitteilung des ״Fe lest in“, Sir 11 c r bc r t Sa m uel bcal> sichtige, im April von seinem Posten als Oberkommissar zurückzutrcten, erfahrt Reuter, daß diese Nach* rieht jeder Begründung entbehrt. Höchstwahr־ scheinlich wird Sir Herbert Samuel einen Teil seiner Ferien im Frülisommer in England verbringen. 2400 Visen lör Palästina ausgegeben Wie die Pal. Tel. - Agentur erfährt, hat die palästinensische zionistische Exekutive von der Palästina-Regierung 2400 Visen für Einwanderer bewilligt erhalten, die an Verwandte jetzt in Palästina wohnender Juden ausgcfolgt werden sollen. Die Visen haben Gültigkeit für die Zeitdauer vom April bis Oktober. Die palästincn* sische zionistische Exekutive hat die Zertifikate unter die Palästina-Acmter der Zionistischen Organisation in den Ländern der Diaspora verteilt. Ras Piiliislina• Budget liir 1924 '25 DR Einanzkainmer veröffentlicht das Budget der Zivil* Verwaltung für das Finanzjahr April 1024 bis März 1025. Unter den Ausgaben des Kolonialamtes figurierte auch das Budget für den Mittleren Osten. E>ic Gesamtsumme für iVcrteidigungsz. wecke für 1111 ־ k und Palästina weist eine Abnahme um 2.(180.000 Pfund auf. 1023 24׳ waren es 7,530.000 Pfund,!024/23 sind es bloß 4.841.000 Pfund. Hiervon entfallen 73-1.500 Pfund auf Palästina (inkl. 263.000 für die Gendarmerie). AN Kostcu2u£d1u(i für eile Gendarmerie der palästinensischen Re^ienrng im Jahre 1024/23 smd 263.000 Pfund Gegen 250.000 Pfund für 1923/24) vorgesehen. Diese erhöhte Bewilligung ist wegen der Red«• zteriiiig der Garnison in Palästina nötig geworden und sic stellt nur eine zeitweilige Maßnahme dar, bedingt durch die jelzige außergewöhnliche Lage, indem die Verantwortlichkeit Irr ,.!c Verteidigung u 11 a die innere Sicherheit I alastinas der palästinensischen Regierung übertragen werden soll. Im Budgetjahr 1923/24 figurierten als Beisteuer zu den Vcnvalüiiigskostcn in Transjordanien 150.000 1 fund. Dieser Posten fehlt in dem neuen Budget vollkommen. Keine Verhandlung Über das Rulhenberg Unternehmen vor da« Haager Gericbtshol Im Gegensatz zu einer Meldung des diplomatischen Korrespondenten des ״Daily Telegraph“, wonach auf Grund einer Klausel im Palästinamandat der Ruthenberg• .Vertrag binnen kurzem wegen einiger Einzelheiten vor dem Haager Gerichtshof verhandelt werden wird, erklärte der Präsident des Internat!' onalcn Gerichtshofes jm Haag dem holländischen J. T. A. * Vertreter, daß ihm von einem Prozeß in Sachen der Ruthenberg Konzession njehts bekannt sei, I{;it;k־ri5€ue Uek:1־Klle Der ״Voss. Ztg." meldet ein eigener Bericht aus Jerusalem: Der 1* rag er Journalist Tntrausky und Gattin, die sieh auf einer Weltreise befanden, wurden in PIß, nördlich von Sic 11 cm, ermordet. Nach der J. T. A. ,erfolgte der Ucbcrfall am 27. März, als sich das Ehepaar (das Stransky heißen soll) In sein Zelt zitriUk/iehc« wollte. Stransky wurde getötet, seine Frau seit wer verletzt, Zwei der Mörder wurden verhaftet. Slrnm.ky und »eine!Tau waren auf ihrer Wcltri'iseiour bereits durch die Schweiz, Frankreich, Spanien, Marokko, Tunis um! Aegypten gewandert.!einer wurden zwei jüdische Ehepaare in der Nacht vom 27. zum 23. Mürz in der Nahe von Jerusalem von Räubern angc fallen, Alle vier wurden «ehwer ver* wandet. Einer der Männer ist inzwischen seinen Ver* etziingen erlegen. (Mau muß von der palästinensischen cgienmg die schärfsten Maßnahmen verlangen, damit die für das ganze Land wegen der augenblicklichen Reisesaison auch wirtschaftlich höchst gefährliche Unsicherheit der letzten Zeit endlich beseitigt wird. Es ist übrigens clurnk* eristisch für die arabischen Aspirationen, daß ein Europäer nnerhalb der arabischen ,,Einflußsphäre“ und außerhalb der jüdischen seines Lebens nicht sicher ist. Wie würde cs erst in Palästina atissehen, wenn die jüdische Kolonisation nicht wenigstens einzelne Punkte des Landes zivilisiert hatte! Offen* har ebenso wie auf der arabischen Halbinsel, wo in zahlreichen (]egenden arabische Raubcrst.imme *regelrecht Krieg mitein• ander führen. Bef den bedauerlichen Uebcrfälleit, die sielt in der letzten Zeit häuften, handelt es sich wohl auch um einen neuen Einbruch arabischer Riinber, die über den Jordan kamen. Es wäre an der Zeit, daß die Exekutive solche Vorkommnisse zum Anlaß einer politischen Offensive — aber keiner Jabotinskyschcn — sondern einer solchen der Auf* klärung der englischen Öffentlichkeit nähme. — Red. d. ,,]■ R-״•) Neue TällklifccSlcn orthodoxer Juden Jerusalem. (J.T. A.) Am 16. März nachmittags sammelten sich mehrere hundert crfiiodoxe Juden an der Stelle wo die Ausgrabungen unter Leitung Professor Na 1111111 Slouschs vorgciioinmen werden, an und hinderten die mit Ausgrabungen b c * c h ä f tigten Arbeiter, die Arbeit fortzusetzen. Sie forderten die Einstellung der Arbeiten utid erklärten, daß die Ausgrabungen eine Ehrftirchtsverlctzunt gegenüber den auf dem Berge Zion beerdigten Toten *Uta Polizei schritt ein und zerstreute die Menge. Kardinal Bournc beim Papst Rom. (J.T.A.) Kardinal Bournc und die englischen katholischen Pilger, die jetzt von Ihrer Palästina Reise zurückgekehrt sind, wurden am 28. März im Vatikan vom Papst empfangen. Später wurde Kardinal Baume vom Papst auch in Privat-Audienz empfangen und berichtete ihm bei dieser Gelegenheit über die Lage In Palästina.?1 Stimmen antizionisflsclier Palästina-Beamten London 25. März 1924. ln der letzten Zeit mehren sich die Fälle, daß ehemalige Beamte der palästinensischen Verwaltung öffentlich gegen die Politik der englischen Regierung ln Palästina Stellung nehmen. Es ist kein Geheimnis, daß zahlreiche Beamte in Palästina, höhere und niedere, unter der, militärischen Ver• w. Mtung ebenso wie unter der jetzigen Zivilvcrwaltung in offenem Gegensätze zu der Errichtung einer nationalen Heim■ stätte für das jüdische Volk stehen, und wenn es noch eine* Beweises bedurft hätte; so bietet er sich dar in den Aeuße* rungen der Exbeamten, denen ihre Stellung nicht mehr Zurückhaltung nufcrlcgt. 111 der angesehenen englischen Zeitschrift ״Fort night ly Review“ hat Captain Chisholm D. Brun ton einen heftigen Angriff gegen die zionistische Bewegung und gegen die britische Mandatsnolilik veröffentlicht. Er erklärt, daß die Araber ernsten Grund zur Unzufriedenheit haben und zählt dann alle die bekannten Argumente auf, die durch die ganze antisemitische Presse in England geschleppt worden sind, .•mgefaiigen von den britischen Versprechungen an die Araber bezüglich der Unabhängigkeit Palästinas bis zu dem jüdischen Bolschewismus, der Palästina nur zu einem Boll* werk seines Angrilfsplaues gegen die zivilisierte Welt machen will. Der Artikel hat eine energische Erwiderung gefunden. 1111 letzten lieft derselben Zeitschrift antwortet Israel Cohen den Vorwürfen Brimtons. Cohen widerlegt die absurden Behauptungen bezüglich der jüdischen Bestrebungen und zitiert die Acußcrimgcn verschiedener christlicher, brl* thdier Verfasser und verschiedener Regierungsstellen bezüglich der Arbeit in Palästina. Aber Cohen bleibt nicht in der Verteidigung stehen. Er gellt zum Gegenangriff über und weht nach, wie wenig von der Regierung getan wurde, um ihre Verpflichtungen gegenüber den Juden zu erfüllen und die Errichtung der nationalen Heimstätte im Sinne des Mandates zu erleichtern. Er führt eine Reihe von Fällen an, wo öffentlich das Recht der Juden verletzt worden Ist, und schließt mit einem energischen Appell, endlich dem jüdischen Volke ,fair plny* zu geben und nicht die opfervolle Tätigkeit der Juden aktiv oder passiv zu behindern. Die energischen und schlagfertigen Ausführungen Cohen* werden zweifellos ihre Wirkung auf den britischen Leser nicht verfehlen. Auch eine andere englische Monatsschrift ״English Review“ brachte in der letzten Zeit eine Diskussion über Zionismus. Der Ausgangspunkt bildete eine Besprechung der Tagebücher I lerzls. von Herbert Ben t wich, dein Vater des palästinensischen Justiz-Chefs. Diesen Aufsatz hat offenbar die nlrlit zionistcnfrcundliclic Redaktion vorher dem ehemaligen palästinensischen Beamten As 11 bec vorgclcgt, denn sie kündigt noch in derselben Nummer an, daß Äshbee antworten wird. Ashhee ist der Verfasser des ״Palestinc Note Book“ eines dicken Buches, das voll der schärfsten Gehässigkeiten gegen den Zionismus ist. Er antwortet auf den Artikel von lkntwich unter der Ueberschrlft ״Der politische Zionismus ohne rosig gefärbte Drille“, Er sagt, es sei falsch, Politik auf religiöse Gefühle zu stützen und selbst wenn man glaubte, daß der Zionismus der biblischen Prophezeihung entspricht, so gibt dies doch keine Rechtfertigung, Unrecht zu begehen. Nach Ashbecs fester Ueberzeugung ist der Zionismus die Folge der l.clire vom auscrwähltcn Vollce. Nicht ״Selbstbestimmung“ wollen die Juden, sondern sie glauben sich berechtigt, eine Vbrzugsstcllung ln der Welt beanspruchen zu können und diese^ Vorzugsstellung haben sie heule tatsächlich unter der ״zionistischen“ Herrschaft in Palästina. Das Mandat ist auf-unrecht aufgebaut. Ashhee erklärt das folgendermaßen: ״Ich habe selbst während meines Lebens 80 mancher idealistischen Bewegung gedient und ich bin stolz, daß auch so mancher Jude unter meinen begeistertsten Mitknmpfcrn war. Wir haben minier an die Gesundheit solcher Unternehmungen geglaubt. Aber sie waren gesund nur, so weit sic nicht Anspruch auf Ausschließlichkeit erhoben.!Wenn aber eine Idee die Formel annuiwnt: mein Gott ist nur mein Gott und niemandes anderen — dann wird sie gefährlich. Und hier liegt die Gefahr des politischen Zionismus. Ea ist eine. Gefahr für die Welt und für das Judentum und Bentwlch und seine Freunde müssen bekämpft werden, weil Ihre Sache von Grund auf ungerecht ist. Hören wir mm Herrn Norman Bentwich selbst, den gegenwärtigen Attorney-General und Verfasser der Gesetze ln Palästina. Er ragte: ״Die Harmonie hebräischer und hellenischer Ideen kann In Zukunft durch ein selbstbewußte» jüdische» Volk erreicht werden, welches diese Elemente einer anderen Gedankenwelt In steh atifnelimen wird, aber sie durch die Herrschaft des hebräischen Geistes inmvnmkiii wird.“ Hcrzls Aktion für die Juden des Ghetto ist eine ftiiz andere Sache als diese!,Herrschaft des hebräischen reistes“. Lasset uns auf jede Weise die Ghetti der Welt ausrSuincn, aber nicht durch Enteignung oder Be* hcrrschung fremder Völker und noch weniger auf der falschen Voraussetzung, daß das Land, das wir von Ihnen nehmen, von Rechts wegen unser ist oder gar durch göttliche Verheißung.“ 13er Irrtum springt in die Augen. Der Verfasser ist so verblendet von seinen antijüdischeu Ideen daß er garnicht versteht, was mit der ״Herrschaft des hebräischen Geistes“ gemeint ist Es ist ganz klar, daß nichts anderes gemeint ist als da® Bestreben, innerhalb der Kulturmischimg, die Jeder Jude heute darstellt, dasjüdische Element zu dem Herrschenden, d. h. für das Wesen dieses Menschen Ausschlnggrbcnden zu machen, in derselben Weise, wie bei einem Franzosen der französische Geist, bei einem Engländer der englische Geist herrschend ist. Dies mit einem lmperialisinus gegenüber anderen Völkern zu verwechseln, ist ein tragisches Mißverständnis. Es ist aber wichtig für uns zu beobachten, wie solche Aciißerungcii auf andere wirken und wie sie fortwirken. Denn cs ist kein Zweifel, daß auf den einfachen englischen Leser kein anderes Argument einen *o gewaltigen Eindruck macht, wie der Vorwirr 1 de* ungerechten Anspruches. Der Gedanke der Vorzugsbchandlung, auf die die Juden ein Recht zu haben glauben, wird dann noch weiter illustriert. Ah Beispiel wird erwähnt, daß die jüdischen Arbeiter nicht nacli derselben Lohnskala arbeiten wollen, wie die christlichen und moslemischen, und wenn die Behörden dies nicht akzeptieren wollten, so antworten die Juden: ״Unser Volk hat eben einen höheren Standard of life“. Ashbee meint, England müsse otfen und ehrlich vor den Völkerbund hintreten und erklären: Als wir die Politik der nationalen Heimstätte anfingcn? glaubten wir an drei I>ingc: erstens, daß die Juden seihst sie einmütig unterstützen werden, zweitens, dal( sic von der Bevölkerung Palästinas nicht wird abgelchnt werden, drittens, daß der britische Steuerzahler keine Last zu tragen haben wird. Jetzt n!1dcn wir, erstens, daß die luden keineswtgs einmütig sind, sondern sogar oft aktiv feindlich, zweitens, daß die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung Palästina* diese Sache ablchnt und drittens, daß die Durchführung nur mit Waffengewalt und unter schweren Kosten des britischen Steuerzahlers durchgeführt werden kann. Da es sich um eine ungerechte Sache handelt, so müsse damit ein Ende gemacht werden. Der Artikel von Ashbee, an so prominenter Stelle gedruckt, bedeutet für uns eine größere Gefahr als die Angriffe der reaktionären lietzprcssc. Denn unsere stärkste, I* unsere einzige Macht ist die Gerechtigkeit und Sittlichkeit unserer Forderung. Wenn im englischen Volk durch krasses Un* Verständnis der Glaube an die Gerechtigkeit unserer Sache erschüttert wird und der Zionismus geradezu als unmoralisch dargcstcllt wird, dann müssen wir uns zur Wehr *ctxcm Die Argumente, auf die Ashhee baut, sind offenkundige Irr« tümer. Aber gerade solche Irrtümer können gefährlich werden. Und gerade darum Ist es gut, derartige Angriffe nicht un• bemerkt vorübe(gchcn zu lassen. E Zur Arbeller&ank - AkUon Von Dipl.*Kaufmann O. T*chernowitz, Mannheim Seit einigen Wochen wird der Verkauf von Aktien der Arbeiterbank mit großer Energie und, soweit ich unterrichtet bin, mH Erfolg durchgcführt. Und mit Recht. Denn diese* junge Institut hat in seinem zweijährigen Bestehen schon viel für den Aufbau unseres Landes geleistet; es hat gezeigt, daß es seinen hohen Aufgaben als Hauptkreditstelle sämtlicher Arbcltszwcige der palästinensischen Ar• beiterscliaft gewachsen 18t. Wenn wir heute den ״Misrad I’awodoth ziburloth“ als ersten Unternehmer für öffentliche Arbeiten im Lande, die verschiedenen kleinen Kooperativen wie die Schlosserei ״Karmel“, die Tischlereien ״Atnal“ und ״Dror“, die Drucke* rcigenossenschaft ״Adiduth“ usvv. haben, so Ist das zu nicht :eringem Teil der Arbeiterbauk zu verdanken, die diesen apitalloscn Unternehmungen die nötigen Betriebsmittel durch kurzfristigen Kredit gewährt hatte. Der ״Maschbir“, die große Konsumgenossenschaft, die die ländliche und städtische Produktlon der Arbeiterschaft absetzt, wäre in seiner Tätigkeit sehr gehemmt, wenn seine auf die Zionistische Organisation ausgestellten Wechsel für den Kreditverkauf lebensnotwendiger Artikel an die monatelang unbesoldeten Lehrer und andere zionistische Beamte, von der Arbeiterbank nicht diskontiert worden wären. Auch unsere neuen Siedlungen Im E m e k verdanken Ihren Erfolg, ja vielleicht ihr Bestehen der Hilfe der Arbcltcrbank. In einer Zeit, da unsere anderen Bankinstitute dem Emck keine weiteren Vorschüsse machen wollten, hat die Arbeiter• bank ihm die nötigen Summen geliehen, obwohl der lieber• nähme dieses großen Risikos keine aus reichende Deckung gegenüberstand. Später erwies sich dann die Richtigkeit dieses Schrittes, der allein unsere, teuren Emckpositionen rettete: die Gelder wurden rechtzeitig zurüekerstattet, trotz der damaligen schwierigen Lage. Die Arbeiterbank darf nam* lieh, das macht Ihre besondere Existenzberechtigung aas, des besonderen Interesses der Arbeiterschaft gewiß sein. Wenn die A. P. C. oder Irgendeine andere Organisationsbank schlechte Geschäfte gemacht 11 “rite, so wären die Arbeiter darüber nicht besorgter als die anderen Zionisten gewesen. Anden liegen die Hinge bei der Arbeiterbank: diese Bank Ist die ihrige; für ihren guten Gang sind sie verantwortlich. Erfolg oder Mißerfolg der Bank berührt Ihr Prestige. Man soll diesen psychologischen Erwägungen keine allzu geringe Bedeutung heimessen. Unser kolonisatorischer Erfolg der letzten Jahre ist vor allem der Tatsache ru ver• danken, daß die Arbeiter von jeder Bevormundung befreit wurden, daß sie ganz nach Bedarf über die ihnen zugewiesenen Gelder verfügen konnten, dafür aber auch die volle Ver• antwortung tragen mußten. Dieses Verantwortung*• gefühl und das klare Bewußtsein der Arbeiter, daß niemand In re Interessen besser wahren, Ihnen nützlicher helfen könne als dasjenige Institut, das mitten in ihrem Kreise steht, das ihre Schwächen zuerst und am besten kennt ־- erklärt uns, weshalb die Arbeiter alle möglichen Anstrengungen machen, damit die von der Arbeiterbank geliehenen Gelder dieser rechtzeitig zurückerstattet werden. — Voll bewußt der Ihr auferlegten Verantwortung und Ihrer Rolle ist natürlich vor allem aie Arbcltcrbank selbst Sie vermeldet alles, was