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Jüdische Rundschau · 1924-03-28 · Heft 25 (28.3.1924) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 25 (28.3.1924)
Date
1924-03-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 180 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 25 der PIaiulbtiefc zu begründen. Es muH vennieden werden, daß die (nveslililonen totes Kapital werde״, weis bisher die ׳rrülUe Schattenseite der Palästina-Unternehmungen gewesen ist. Der Sachverständige der Investment Corporation, der in Palästina seinen Wohnsitz, bat, wird fortlauteml die Sicherheit und die pünktliche Zahlung von Zinsen überwachen müssen, si) dall das (leid der Geldgeber in jeder LV/iehnn׳; sichergestellt nein wild. Wenn die Investment Corporation nach diesen Richtlinien begründet würde und ihr Investitionen in Pa■ liistina in der riehligc» Weise nm;d;ündigt werden, so besieht alle I!offmnig, dall die amerikanischen Juden Palästina als ein Land für KapitnUnvestienmgcn betrachten werden wie jedes andere l.niu!. Die Errichtung einer Investment Corporntiou mit zuverlässige» Sachverständigen würde die Untertichmcr davor bewahren, Kapital in palästinensische״ Unternehimmgen mi/.iilcgen, die nicht genau nachgepriift sind. Ihne Empfehlung der Company wäre ein Beweis für den gesunden und gewinnbringenden Charakter des Unternehmens. Investment-Gesellschaften dieser Art existieren in England seit dem letzten halben Jahrhundert und waren einer der wichtigsten Faktoren bei der Verteilung der in den Voreinigten Königreichen heratisgrgcbcucn ausländischen Wertp.'ipicre. Sie standen als Vcrmiitlcr zwischen dem englischen Unternehmer und ausländischen Unternehmungen. Ihr Invcstierimgsknpifal erreicht I lölien von über hundert Millionen Pfund. Es ist richtig, daß die Investment Company mir dann in Palästina sichere Unlemchimingcii finden wird,, wenn zu gleicher Zeit eine Institution wie der Keren Hajessod bcreit ist, sei cs selbst mit Opfern, ״den Weg zu bereiten“, indem r,ic die East der unsicheren Investitionen und der untionnlen Auslagen auf sieh nimmt. Die Investment Company braucht den Keren llajcssoil als Wegbalmer, so wie der Keren 1 Injcssod die Investment Company braucht für die ungeheure Aufgabe ries Aufbaiis von Ercz-lsrael. Der KCren llajessod ist ein Oruudiomls. Er legt den Grund. Die Investment Corporation soll auf diesem Grund wcitcrbaucn. Grundsteine ohne auf ihnen errichtete Gebäude sind unvollständig und ohne Nutzen; ein Gebäude ohne Grundstein ist nicht zuverlässig «Hier überhaupt nicht möglich. Die Zusammenarbeit dieser beiden Institutionen ist notwendig, mn einen soliden Bau ztt errichten. Die Investment Corporation wäre auch in dem Sinne ein Segen, daß sie dadurch, daß sie de» Keren Hajessod von der Ausgabe für Investitionen befreit, mit der Notwendigkeit auf räumen würde, wirtschaftliche Unternehmungen aus einem Spemlcnfomls zu finanzieren, was unvermeidlich zur Deinornlisieniiig des Schuldners führt, weil es seinen Willen zur Rückzahlung schwächt. Sic würde also alle wirtschaftlichen Unternehmungen auf eine gesunde Basis stellen. Die Investment Corporation würde wahrscheinlich auch dazu beitragen, daß eine Verbindung und Zusammenarbeit mit den in den Vereinigten Staaten und den fremden Ländern bereits bestehenden Gesellschaften, die für ähnliche Zwecke in Palästina errichtet worden sind, erzielt werden könnten. Das hätte den Erfolg, daß Uebcrgriffc vermieden und die administrativen Auslagen vermindert werden könnten. Wenn diese Versammlung den Grundstein zur Errichtung einer solchen Investment Corporation legen würde, dann bin ich sicher, daß dieser Tag ein historischer flir den Aufbau Palästinas und für das Schicksal des jüdischen Volkes werden könnte. Lassen Sie mich meinen Bericht mit den Worten schließen, die Ramsay MncdonnUl vor zwei Jahren nach seinem Besuch der jüdischen P.ilästinakolonien .schrieb. Nachdem er in den höchsten Ausdrücken die Intelligenz, und Hingabe der ji'rdischcn Immigranten und die jüdischen Arbeitsleistungen in Palästina bewundert hatte, fährt er fort: ״Mau geht heute durch Palästina mit de» Worten vieler Prophezeiungen auf den Lippen. Man hört sie, als wenn die Hügel sie flüsterten. Die Lage;• der Immigranten am Seciifer, au den Wegseiten, auf den Hügeln scheinen auf IPefehl Golfes entstanden zu sein, scheinen vor langer, langer Zeit errichtet worden zu sein, damals, als versprochen wurde, «laß ״Er die Ausgestoßcncn von Israel sammeln und die Vcrstreuten von Juda aus allen vier Ecken der Erde zusammenrufen wird". Die Zeit hat Ereignisse werden lassen, und das Land Israel empfängt wieder seine Kinder. Es ist müde, cs ist vernachlässigt, cs ist in fremder Knechtschaft, aber die Schätze seiner Mutterschaft sind ihm geblieben, und seine Kinder können in seinem Dienste Frieden und Glückseligkeit finden." Die Rolle der Jüdischen KolonlMbank Im Antliamverk Uebcr diese Frag■׳ erhielten wir von W. Salmanowitz, Leiter des Jüdischen Krcditvcrcins in l.i bau, einen Artikel, den wir wegen seiner Länge nicht Abdrucken können. Sein sachlicher Teil enthält einen Vorschlag, den wir nachstehend in Kürze wicdcrgcbcn. Der Verfasser meint, daß der J.C. T. im Sinne der Idee Herzls .zu einer grollen Volksbanlc, die möglichst viel Gelder der Juden in der Diaspora an sicli ziehen und in Palästina verwenden no!!, ausgebaiit wmleti müsse. Der Grundfehler, weshalb der J.C.יד. eine solche nicht werden könne, sei, dall er sich als eine englische Bank betrachtet und den Einlegern den englischen BankgcpiiogcnlieHcii zufolge nur 1—2 ";0 Zinsen zahlt, während man in Palästina für Geld Wucherzinsen erhält. Würde die Bank 5 <0/י für offene und 7—8 <0/י für gcbmulene (durch einige Zeit gesperrte) Guthaben zahlen, so würde sie die Gelder der Juden an sich ziehen. Der Einwaml, daß dies in England einer Bankrotterklärung gleichkäme, ist nicht stichhaltig, da englische Banken heute mit I2״> Geld in Europa verleihen. Als liquide Reserve sind '■'40 ׳ nötig, während <10—75 "/״ mehr oder minder fest angelegt sein könnten. Der Verfasser meint, daß es möglich wäre, bis zu 50 Millionen Pfund Depositen herciimihckommen. Wenn selbst 50 "/״ als liquide Reserve gerechnet würden, so wären noch immer 25 Millionen Pfund zur Anlage in Paiästina durch die A.P. C, vorhanden, jene Summe, welche ursprünglich als nötig für den Aufbau erklärt wurde. Der Verfasser bemerkt, daß in Litauen allein von Juden zirka 50000 Pfd. englischer Währung in Banken auf Girokonto gehalten werden, weldre die Besitzer auch bei 1 0/0 geringerer Verzinsung dem J.C.T. anvertraucn würden. Hierzu möchten wir bemerken, daß wir die optimistischen Ansichten des Verfassers nicht zu teilen in der Lage sind. Vor allem bestehen in den meisten mittel- und osteuropäischen 1■ändern sehr strenge Kapitalsausfulirverbotc, so daß ein Depo- »deren von Guthaben in London aus diesen Ländern schon rem technisch nicht möglich ist. In manchen Ländern werden übrigens wegen der herrschenden KapUaLkimpphcit so enorm hohe Zinsen gezahlt, daß <l:r J.C, T. damit nicht konkurrieren könnte. Obaus den wenigen Ländern, die für solche De!»- nierungen in Betracht kämen, bei einem Zinsfuß von 5—8 0/0 wirklich erhebliche Summe» nach London fließen würden, bezweifeln wir. Das Interesse der Juden an der Kolosilalbank hat sich immer wieder als äußeret schwach gezeigt, siehe die letzle Kampagne für den Aktieiiverkanf. Slaik war das Interesse der Juden für sie nur dort, wo sie von ihr etwas verlangten, wie z, B, die IleIciligung na Krcdituuteraehmuugen. Des weiteren halfen wir die Festlegung von 50״/() der Einlagen in Krediten in Palästina für eine sehr gefährliche Sache. Wenn es auch richtig sein sollte, dnß nach bankmäßiger Erfahrung bis 50 ״> der Einlagen fest angelegt werden können, so fragt cs sich noch immer, was unter ״fest" zu verstellen ist 1 Die kontinentalen Banken haben Immer die Möglichkeit, auch ihre ״festen“ Anlagen im Notfall zum Teil zu liquidieren — etwa solche hei InduBlrieuntcrnchmungen — ז!י״י** m ווייייי Sonnabend, den 29. Mürz» abends 8 Uhr p $/ר?«»?י*־■*! י־■־ J l| li’iII im ZioniBli8r!1eu Holm, Laiulebortfer Strasso 89, grosser Saal z** S f%״ ׳;!iäac*Ü % 44 1t « d n c r! l)r. 0h. Arlosoroff, IJppmnnn Lotvlnson, J)r. Rudolf Samuel,!)arid SwordloiV (raiitntimv), N. Worlinsk! (Kinw). ferner die laufenden Kredite zu beschränken und teilweise zu entziehen, und schließlich können alle Banken die letzte Zuflucht beim Noteniiistitut suchen. All das fiele beim J. C. T. weg, falls er 50 '0',׳ der Depositen in palästinensischen Werten (die noch nicht börscmiiäßig gehandelt werden) und, Krediten ankgeu würde. Der J. C. T. litt seit Bestand ohnehin daran, daß er sein Aktienkapital zuni größten Teil in Palästina investierte. l)amit ist nicht gesagt, daß der Grundgedanke, durd» Erhöhung des Eiulagezinsiullcs mehr und größere Depositen licranzu/iehc'ii, nicht richtig wäre. Aber darüber müssen die Fachleute in London entscheiden. Felix Warburg in Palästina F c 1 i x W a r bu r g, der Präsident des Joint DlstribiUion Comitlec, den seine Frau, die einzige Tochter des verstorbenen Philanthropen Jacob Schiff, begleitete, wurde im Laude von Dr, J. L. Magncs geführt. Schon in Tcl-Awiw־ besuchte Warburg die wichtigsten nntionalen Institutionen 11ml nahm auch mit Achad llaam Rückspräche. In Jerusalem beteiligte sieh Warburg an einer Konferenz über die Fakultät der Gcistcswisscnschnftcn an der geplanten Hebräischen Universität Ini Hause Dr. Josef Klausners. Besonders bemerkenswert ist auch der Besuch Warburgs im Misrad Laawodoth Ziburioth, dem Amt für öffentliche Arbeiten der Arbeiterorganisation. Einen Vormittag widmete Herr Warburg dem Jüdischen Na t io n a 1 fond s. In dessen Hauptbüro hatten Ussischkin und die Mitglieder der Bürolcitung mit Herrn Warburg eine eingehende Diskussion über die Geschichte, die Be- Strebungen und die Arbeit des K. K. L. Warburg zeigte ein lebhaftes Interesse an dieser Institution und fragte nach allen Details, auch was die juristische, Seite antaugt. Er wollte auch Aufschluß über die Sicherheit des K. K, L.-Befitzes im Falle von Unruhen und eventuellen Umwälzungen. Im Laufe dieses Gespräches erwähnte Ussischkhi seine 011• terrednng mit Baron Rothschild 111 Paris, der bemerkte, daß der Bolschewismus ihm nichts antim könne, denn er habe sich seinen Olainoth-Fond, sein ewiges Eigentum, in Erez- Israel gesichert. Warburg besuchte dann in Begleitung des Dr. Magncs, im Emck Jcsreel eine ganze Anzahl von Sicdlungspunktc» und verweilte an jedem derselben längere Zeit, als sonst Touristen dem Emck zu widmen pflegen. Der Einblick, den Herr Warburg in die vom Keren Kaicmeth und von der Zionistischen Exekutive aus Keren Hajessod- Mitteln aiifgebantc Sicdhingsarbeit gewann, habe» auf ihn den besten Eindruck gemacht. Rothschild an den Waad Lcuml Jerusalem. (J. T. A.) Der Waad Lcumi hat ein Telegramm von Baron Edmond de Rothschild aus Kairo erhalten, in welchem dieser für die ihm durch den Waad Lcumi iibcrbrachk'u Grüße dankt. Der Baron fügt hinzu, er möchte sehr gerne nach Palästina kommen und er hoffe, daß ihm das im nächsten Jahre möglich sein wird. Vom Am! für dllenlliclc- und Bau-Arbeiten (Misrad laawodoth Ziburioth u Binjan) Jerusalem, 19. März 1924, Die Arbeitslage: 1111 Monat Januar beliefen sich die Arbeiten, die der Misrad auszuffmren hatte, auf insgesamt (-E_ 33,230.—. Die Anzahl der beschäftigten Arbeiter war 1595. Im Laufe des Monats Januar fanden verschiedene Bau- und Straßenarbeiten in allen Städten ihre Beendigung und die Anzahl der beschäftigten Arbeiter sank in der ersten Hälfte des Monats Februar auf 13lX). Bereits in den ersten Wochen dca Monats Februar war der Beginn einer erneuten Baubewegung in Jaffa spürbar: Dem Misrad wurde der Bau des neuen Stadt• Viertels ״Ramnth Mascha ron" (urodcl farm) im Betrage von zirka £E 12,000.—, sowie eine Reihe von Ladenbauten in der Sladt Jaffa im Betrage von zirka .CE 4,000.— übertragen. In Zrlfin (bei Jaffa) erhielt der Misrad von der Militärverwaltung einen Auftrag zum Bau von Pferde- Ställen im Betrage von zirka CE 5,0(».—, Anfang März Unterzeichnete der Misrad den Vertrag für der! Bau der chemischen Institute d e r Universität t n Jer 11 salem im Betrage von zirka CE 12,000.—, Die Ausschachtungsarbeiten für das Fundament haben bereits begönnen und in diesen Tagen wird das Fundament fertiggestellt werden, ln den letzten Tagen erhielt der Misrad von der Stadtverwaltung in Jerusalem den Auftrag für Straßenbauten in drei verschiedenen Stadtvierteln im Betrage von zirka CE 1300.--. Danach betrug die Gesamtsumme der Aufträge des Misrad in der zweiten Hälfte dca Monats März zirka 55 000. — Auch die Anzahl der beschäftigten Arbeiter ist gestiegen, obwohl die neuen Arbeiten noch nicht die volle Anzahl der in ihnen zu beschäftigenden Arbeiter aufgenommen haben. Tabakbau. In einer gemeinsamen Sitzung des Vorstandes der Hnuarhcitcrorganisatiori mit •der Zentrale der Organisation der landwirtschaftlichen Arbeiter wurde die Frage• der jetzt beginnenden Tabak arbeiten behandelt, und cs stellte sich ncraus, daß — aus Mangel an Arbeitern im Lande — die augenblickliche Notwendigkeit besteht, 1000 Arbeiter mts den Städten, in der Hauptsache Bauarbeiter, in die Kolonien zu den Tabakarbeiten zu überführen. Es wurde in dieser Sitzung beschlossen, diese Ucberfülmnig systemalisch und ordnungsgemäß durchzuiührcn, damit den Bauarbeiten dadurch keinerlei Schaden zugefügt werde. Steinarbeiten. Der Misrad stellt mit verschiedenen In- »fltirlioncn im Lande 111 Verhandlungen wegen der Schaffung eines besonderen Fonds für die Erwerbung von Stcinbriichcn und die Ausführung von Steinhau• und Steinmetzarbeiten. Der f. N.-F. hat Beine Bereitwilligkeit dazu erklärt, mit einem brittel au der zum Ankauf eines Platzes erforderlichen Summe tcilzuuehmcn, und der Misrad hofft, auch von de» übrigen Institutionen einen zusagenden Bescheid zu erhalten. Einen Steinbruch bat der Misrad in Giw’at S c fr a d | bereits erworben, und wegen der Erwerbung weiterer Stein• lmiehe an verschiedenen Plätzen Jerusalems steht er noch In Verhandlungen. In Migdal (bei Pctach-Tikwah) hat der Misrad einen Stcinbruch gepachtet und in Kürze wird zu diesem Stcinbruch eine Zweigbahn angelegt werden. Dieser Stcinbruch soll Jaffa und die Umgegend mit Bau* und Schotter, steinen versehen. Solclbonch. Die Statuten der Kooperativen Gesellschaft ״Solclboneh“ sind in diesen Tagen vom High Comtnissioncr bestätigt worden und in ganz kurzer Zeit wird die Gesellschaft ihre Arbeit aufnehmen. Bis heute hat die Gesellschaft ln Palästina 8200 Aktien (zu je Vz XL) abgesefzt, davon zirka 1750 Aktien au die Mitglieder der Bauarbeiter-Organisation. 1111 ganzen sind zirka 75 ״/» der Anzahl der gezeichneten Aktien an Mitglieder der Allgemeinen Arbeiter-Organisation abgesetzt worden. In Kürze beginnt die Gesellschaft den Absatz ihrer Aktien im Auslände in großem Maitstabc zu Ofgani-!deren. Sic hofft dabei auf die tätige Mithilfe aller amt Aufbau des jüdischen Palästina interessierten Kreise. Aus der indischen Welt €>rez •loratl Das palästinensische Regierungsblatt brachte am 20. Mär* eine Verfügung der palästinensischen Regierung, laut wdeher der Palestinc Jewish Co Ionisation As so« ciation (Pica) die Ermächtigung erteilt wird, in Paliistina landwirtschaftliche und industrielle Siedlungen zu errichten, Straßen, Trambahnen und Häfen zu bauen und die Einwanderung derjenigen Personen nach Palästina zu fürdem, die auf den Besitzungen der Pica und In de» andere» i Unternehmungen beschäftigt werden sollen. Die Eintragung der Pica durch die palästinensische Regierung erfolgte am 19. Februar d. J. Damals äußerte sich Baron Edmond de Rothschild bekanntlich dahin, er habe die Pica gegründet, um jüdische Kapitalisten für das Werk in Palästina zu gewinnen. ״Bis jetzt,“ sagte er, ״war ich der einzige reiche Jude, clor beträchtliche Summen für Palästina!״!(gewendet hat,‘' Er fügte hinzu, er wolle dem Keren Hajessod keine Konkurrenz machen, die Pica werde sich nur an einzelne Persßnlichkcitcn wenden, und die Summen, die diese in Pa« liistina investieren werden, sollen auf deren Namen stehen bleiben. Unter dem Titel ״Husseins Kampf gegen den Zionismus“ meldet der Londoner Korrespondent der ״Vossischen Zeitung" am 25. März: ״Der König der llcdjas Hussein hat als erste» Akt seines Kalifats die Einberufung eines pan islamitischen Kongresses nach Mekka angckfiiidtgt. Dieser Kongreß soll über die Mittel und Wege beraten, um den Kampf der Araber in Palästina gegen den politischen Zionismus zu organisieren und finanziell zu unterstützen. (Diese wohl antizionistischen englischen Rlüttern entnommene Deutung des Zwecks des geplanten | Kongresses ist sicherlich falsch. Sie stobt im Wider mruch j zu anderen Meldungen, daß sich die Tagung mit der Kali- I fats frage befassen soll. — Red, ״J. R,“) Die erhöhte Aufmerksamkeit, die die katholischen Kreis* in der letzten Zeit dem palästinensischen Problem schenken, findet einen Wicdcrhall auch in der nicht-katholischen Presse. Mehrere Zeitungen drucken die Palästina-Aufsätze des Vatikan. Blattes ״Osservatore Romano" nach, so auch dai Zentralorgan der fasdstischen Partei ״Popo 10 d’Italia“, das den vatikanischen Informationen seinerseits hinzufügt: ״Es ist sehr gefährlich, sich bezüglich einer ,Politik des Schwankens und der Verschiebungen Illusionen zu machen. Die Regelung des Zustandes in Palästina ist für alle Völker notwendig, also auch für England, das besser als alle anderen weiß, wieviel Feuer unter der Asche glimmt, und in welchem Maße eine mäßigende und versöhnende Handlung in diesem Lande nottut." Lltautn In der Sejmsitzung vom 10, März, in welcher der Budgetteil betreffend die Gehälter der Kamnettsmitglicdcr beraten worden ist, wurde das für den Minister für jüdische Angclegcnheitcn angesetzte Gehalt nbgclehnt Das Budget des jüdischen Ministeriums wurde im Dezember v. J. vom Sejm nbgclehnt, wobei jedoch das Gehalt des Ministers für jüdische Angelegenheiten, das in dem Budget des Kabinetts enthalten war, bestehen blieb. Der Minister für jüdische Angelegenheiten Dr. Rosen• bäum äußerte sich über die Ablehnung des Ochalts des jtidi• sehen Ministers durch den litauischen Sejm dahin, daß die Liquidation des Ministeriums für Litauen einen größc• re n Seh la g bed cu t c t, als für die Juden. Die jüdische Sejmfraktion wird jetzt zur Opposition übergehen, das wird aber keine Opposition gegen das ltauische Volk sein, weiches man keineswegs mit dein letzten Scjmbcschluß identifizieren kann, sondern eine Opposition gegen die ״christliche“ Mehr• heit des Sejm. Gngland Auf der Sitzung des Board of Dtpufics am 16. März in London fand auch eine Diskussion über jenen Teil des Berichtes statt, in dem davon gesprochen wurde, daß das Joint Foreign Committee bei der britischen Regierung wegen der re• liglösen Verfolgungen in Rußland vorstellig werden soll. Herr Bertram facobs mißbilligte dieses Vorgclten. Er meinte, der Konflikt zwischen Kirche und Staat in Rußland spiele sich ühn'.ich wie trüber in Italien und Frankreich ab. Sobald ein solcher Konflikt zugunsten der bürgerlichen Macht entschieden wird, erhielten alle Religlonsgemcinschaftcn wieder die Freiheit des Bekenntnisses und des Unterrichtes zugestanden. Die gegenwärtige Regierung in England würde nur ungern Klagen gegen die russische Sowiclregicrtmg anhören. Es wurde einer Diskussion über die Errichtung eines autonomen Jüdischen Gebiets auf der Krim zugestimmt. Wie dlc'J.T, A. erfährt, will sich der jetzt in London von der Gesellschaft »,Ort“ gebildete Jüdische Wieder* aufbaufonds in großem Ausmaße an der jüdischen landwirtschaftlichen Kolonisation in Südrußland und der Krim beteiligen. Um die zu Anfang für das Projekt 11c-, nötigten Summen zu decken und den Plan aur c״»cr großzügigen Basis auszuführeu, will der JüdiscUc Auibaufonds daran gehen, eine Anleihe von 1 Million Pfund »וחיווgeben. Die Anleihe soll von der russischen Re* gierung garantiert werden.

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