Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 25 (28.3.1924)
- Date
- 1924-03-28
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 25 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seile 170 CE יי! ו! 69 m , ״ - ־<* »C4» li W -«i V ן""■ Wil» ׳..« fl « ''!,״״״sך־,■*״י*“״ r a»«,s« *i»4r «MS »*! J7 1Ü*A4f il/"•4/£1II~^vUüiiM Referat Dr. Arth u r R u p p i 11 saufderNcw Yorker Konferenz. Auf der Palästina-Konferenz am 17. Februar in New York hielt Dr. Arthur Kuppi!1 nach der ein• leitenden Rede Dr. Wcizninmis das folgende Referat. Wir geben cs hier vollinhaltlich wieder, da cs die Absichten, welche mit der Begründung der Investment Corporation verfolgt werden, eingehend darstcllt. D. Red. Ich hin sehr dankbar dafür, daß mir die Gelegenheit geboten wird, vor einer Versammlung hervorragender amerikanisehcr Juden ein paar Worte über die wirtschaftliche Ent- Wicklung Palästinas?11 sagen. Wäre ich im Bvsil/c eines Z.iubericppichs, so würde ich ihn benützen, um Sie alle für einen Augenblick von den Küsten <les Atlantischen Ozeans hinüberzutragen nach der palästinensischen Küste des Mittelländischen Meeres. Ich bin sicher, daß meine Worte einen viel stärkeren Widerhall erwecken würden, wenn sie inmitten der rein jüdischen Stadt Tel-Awiw gesprochen werden könnten, die vor 15 Jahren eine Wüste war und heute eine wundervolle Stadt mit mehr als 15 000 Einwohnern ist, oder in der jüdischen Gartenstadt auf den Abhängen des Karmel, oder aut dem Oclbcrgc, wo gerade jetzt die ersten Gebäude für die künftige hebräische Universität errichtet worden sind, oder in einer unserer landwirtschaftlichen Kolonien. Meine Worte würden einen Rückhalt finden in dem, was Sic mit eigenen Augen sehen. Aber leider habe ich keinen Zauberteppich, und ich kann mir hotten, daß diese Versammlung für viele von Ihnen eine Anregung sein wird, das Land zu besuchen, das jetzt so leicht erreicht werden kann und das Ihnen — abgesehen davon, daß es Sic von der Wahrheit meiner Worte überzeugen wird — mit unvergeßlichen Eindrücken lohnen würde. Ich freue mich, in diesem Saale Mr. David A. Brown zu sehen, der gerade von einer Palästinarcisc zurückgckchrt ist. Vielleicht wird er bereit sein, Ihnen einige seiner frisch gewonnenen Eindrücke mitzutcilen. Die Aufgabe, die vor uns liegt, ist die, bis nun weitesten Ausmaße die Gelegenheit auszunützen, die durch die Balfour-Dcklaration und durch das englische Pa'äslina-Muiidnt den Juden der ganzen Welt geboten wird. Die Mandatar• macht hat cs unternommen, beim Aufbau einer jüdisch-nationalen 1 leimstätte in Palästina zu hellen. Dieser Aufbau ist nur möglich durch eine Vergrößerung der gegenwärtigen Bcvölkcrimgsznhl der Juden in Palästina, die heute nur etwa 100 000 von einer Gesamtzahl von etwa 750 000 beträgt. Es muß daher unser Ziel sein, für eine große Anzahl von Juden die Möglichkeit zu schaffen, nach Palästina eitmiw,indem und dort eine gesunde wirtschaftliche Existenz zu finden. Es gibt Hunderttausend« von Juden in Osteuropa, welche bereit und von Sehnsucht erfüllt sind, nach Palästina zu gehen. Viele von ihnen würden Palästina jedem anderen Lande vorziehen, weil sie sich durch die Tradition der Vergangenheit und durch die Hoffnung auf eine große Zukunft mit Palästina verbunden fühlen. Andere sind bereit, nach Palästina zu gehen, da sic infolge des Mangels an wirtschaftlichen Möglichkeiten und wegen der herrschenden antisemitischen Strömungen ihr Heimatland verfassen müssen. Viele von diesen!Menschen haben keine andere Wahl als Palästina, da die Hindernisse, die einer jüdischen Immigration in andere Länder cntgcgcngcstcllt werden, sich von Tag zu Tag verstärken. Nach Ansicht der ersten Autoritäten hat Palästina in alter Zeit U4—2 Millionen Einwohner beherrbergt. Wenn man in Betracht zieht, daß man mit den modernen technischen Methoden und mit den modernen Mitteln des Verkehrs, der Landwirtschaft und der Industrie bessere Resultate erzielen kann als vor 2000 Jahren, so unterliegt cs keinem Zweifel, daß Palästina ein Vielfaches seiner gegenwärtigen Bevölkerung erhalten könnte, wenn sein wirtschaftliches Niveau durch Einführung von Kapital und modernen Produktionsmeihoden gehoben werden könnte. Das ist wesentlich. Bei den gegenwärtigen unentwickelten wirtschaftlichen Bedingungen, nach Jahrhunderten der türkischen Mißwirtschaft, kann Palästina keine größere Anzahl von Immigranten aufnehmen. Die Entwicklung, für die Kapital und technische Fortschritte notwendig sind, muß zusammen mit den Immigranten in das Land kommen. Die große Masse der palästinensischen Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Mit Ausnahme der wohlhabenden Orangenpfianzer im Jaffner Distrikt führen die arabischen Bauern mit ihren primitiven Wirtschaftsmethoden ein sehr armseliges Leben, und auch dieses können sic nur mit Hilfe ihrer Frauen bei der harten Arbeit und ihrer Kinder von frühester Jugend an bestreiten. Die arabischen Bauern kennen keine Lohnarbeit, sic kaufen und verkanten sehr wenig und trachten so ziemlich alles, was sie brauchen, aus iiirer eigenen Wirtschaft zu bekommen. Die nicht Land- Wirtschaft treibende Bevölkerung Palästinas lebt hauptsächlich vom Fremdenverkehr, von dem Gclde, welches für die große Anzahl religiöser und philantroplscher Institutionen nach Palästina kommt, und ein ganz kleiner Teil findet seinen Lebens unterhalt durch die Industrie. Dieser Prozentsatz besieht hauptsächlich aus den kleinen Handwerkern. Mit Ausnahme der zwei alten Industrien, der Scifcnindustrie, die sich in arabischen, und der Weinindustrie, die sieh in jüdischen Händen befindet, sind Fabriken nur in den letzten Jahren errichtet worden, und fast alle von Juden. Aber sie stehen alle noch im Anbeginn. Um ein vollkommenes Bild der Zusammensetzung der jüdischen Bevölkerung zu geben, sei schätzungsweise bc richtet (eine detaillierte Zählung steht nicht zur Verfügung), daß von den 100000 Juden, welche dort ihren Lebensunter halt finden, tätig sind: In landwirtschaftlichen Kolonien . . . 20 000 in Fabriken und Werkstätten. 10000 als kleine Handwerker. 10 00f) als Kauflcutc und im Transportgewerbe . 15000 als ungelernte Arbeiter bei Bauten und ihn• liehen Arbeiten . , ,. 3 000 in Fachberufen und als Beamte.. 12000 und ohne einen besonderen Beruf etwa . . . 30000 Infolge der geringen kommerziellen Bedürfnisse der Masse der Bevölkerung besteht für jüdische Kauflcutc nur ein sehr begrenztes Arbeitsfeld, Dasselbe gilt für jüdische Fachbcrufc. Auch die jüdischen Handwerker aus Osteuropa können nur in sehr wenigen Fällen mit den arabischen Handwerkern konkurrieren, wenigstens gegenüber den arabischen Arbeitgebern. Es ist daher klar, daß die Immigranten in Palästina nur dann von Nutzen sein können, wenn ein großer Teil von ihnen in der Landwirtschaft und Industrie beschäftigt wird. Pu' Landwirtschaft bietet in Palästina viele Möglichkeilen. Der Professor an der Universität Kalifornien, Eiwood Mead, welcher als die erste Autorität in Fragen der laudwirtschaftlichen Kolonisation angesehen wird, hat auf Ersuchen der Zionistischen Organes,alion vor einigen Monaten die jiidisrhen Siedlungen in Palästina inspiziert. Professor Mead vergleicht Palästina mit Kalifornien. Er ist der Meinung, daß das Land in einen Fruchtg,arten von höchster Güte verwandelt werden kann. Im Zusammenhang mit der Land- Wirtschaft können viele Industriezweige entwickelt werden, wie z. B. Mchlmüh'cn, Oclmühlcn, Gerbereien, Kühlanlagen, Fabriken für Seile, Parfüm, Zigaretten, Kon serven usw. Das Projekt des Ingenieurs Ruiheiiberg, der eine Konzession für die Entwicklung der elektrischen Wasserkräfte durch AusiTiitzmig der Gewässer des Jordans erhalten hat, wird Palästim billige elektrische Kräfte schaffen und die Errichtung von anderen Industrien, wie Textil, Glas usw., ermöglichen. Auch die natürlichen Quellen des Landes können entwickelt werden, wie z. B. die berühmten heißen Mineralquellen von Tiberias, die Salze des Toten Meeres; der Touristenverkehr kann durch Errichtung guter Hotels und Sanatorien einen Aufschwung nehmen. Wenn das vor kurzem aufgetauchte Gerücht, «laß die Standard Oil Company in Palästina Oe! gefunden habe, sielt bestätigt, würde das natürlich für das Tempo des wirtschaftlichen Fortschrittes von großer Tragweite sein. Viele von den osteuropäischen Juden, die gern jüdische Immigranten wären, sind für die landwirtschaftliche und industrielle Arbeit sehr geeignet. Tatsächlich können die 35 000 jüdischen Immigranten, die seit 1<520 nach Palästina gekommen sind, in bezug auf Leistungsfähigkeit und Charakter als ein ausgesuchtes Mcnschcnmatcrial betrachtet werden. Sie sind der harten Pionierarbeit in Palästina mit Leib und Seele ergehen. Aber seihst die höchste IVegeislcnmg kann diese Menschen nicht vor einem Fehlschlag bewahren, wenn sie nicht das für ihre landwirtschaftliche und in dustrielle Einrichtung nötige Kapital erhalten. Die Zeiten sind vorbei, wo ein Mann hoffen konnte, mit seiner Hände Arbeit durch die Landwirtschaft sein Auskommen zu finden. Ebenso würden Fabrikanten selten in der Lage sein, in Palästina eine Fabrik zu errichten, wenn sic, wie dies heute der Fall ist, gezwungen wären, das ganze nötige Kapital aus ihren eigenen Mitteln aufzubringen, ohne die Möglichkeit, ein langfristiges Darlehen zu erhalten. Um die kulturellen Bediii fmssc der Immigranten zu befriedigen und ihre Gesundheit zu schützen, ist cs auch nötig, ihnen beim Erzieliungs und Sanitätswesen behilflich zu sein, wenigstens für die nächsten zehn Jahre, bis die Immigranten von heute sich endgültig f1׳־.i>;r׳,rt?t haben. Die palästinensische Regierung kann für diese Bedürfnisse nicht in der entsprechenden Weise sorgen. Sic muß im ganzen Lande das verbessern, was während der Jahrhunderte türkischer Herrschaft vernachlässigt worden ist. Und die geringen Mittel, die ihr zur Verfügung stehen, genügen nicht, um rasche Fortschritte zu machen. Die jüdische Immigration betrug während der letzten drei Jahre ungefähr 10 000 jährlich. Wir können nicht erwarten, daß sich diese Ziffer rasch und sprungweise erhöht. In jedem Lande sind die Anfangsziffem der Immigration klein und sic wachsen nach und nach. In den Vereinigten Staaten betrug die Anzahl der jüdischen Immigranten in den Jahren 1871—SO etwa 10000 jährlich, 1881-00 21000 1S00-1OO3 30000 ״!900-1010 OS 000 Um zwischen Optimismus und Pessimismus den Mittelweg zu finden, können wir cs zu unserem Ziele machen, während der nächsten 5—10 Jahre 20 000 Immigranten jährlich nach Palästina zu bringen, in der Hoffnung, daß ,auf dieser Anfangsgruiidlagc spater 30—10000׳ jährlich hinüberkommen können. Die Erfahrungen der Palästinakolonisation haben gezeigt, daß nur junge und gesunde Menschen, welche durch einige Jahre ah Landarbeiter tätig waren, als landwirtschaftliche Siedler Erfolg haben können. Solche Leute haben in der Regel entweder überhaupt kein Geld, oder im besten Fall einen kleinen Betrag. Sie müssen mindestens 00des für ihre Ansicdhmg notwendigen Betrages in Form eines Darlehens erhalten. Dieses Darlehen beträgt bis 4000 Dollar für einen Siedler. Leute, welche industrielle Unternehmungen in Palästina errichten wollen, haben gewöhnlich eigene Mittel, aber sic brauchen einen Zuschuß durch langfristige Kredite, die für jeden in einem Unternehmen beschäftigten Arbeiter auf 1000 Dollar geschätzt werden können. Durch ein Darleben von 5000 Dollar können wir also einer landwirtschaftlich und einer in der Industrie tätigen Familie ihr Auskommen verschaffen. Aber die Erfahrung lehrt, daß, wenn zwei Familicn in der Landwirtschaft und Industrie tätig sind, für zwei weitere Familien mit geringen eigenen Mitteln die Möglichkeit besteht, durch Transportarbeit, Handel, als Lehrer, Aerzfc usw. ihr Auskommen zu finden. Daraus geht hervor, daß eia Betrag von 5000 Dollar genügt, um die Niederlassung von vier Familien auf gesunder, wirtschaftlicher Basis in Palästina zu sichern. Wenn man als die ungefähre Anzahl der Familienmitglieder fünf annimmt, bedeutet das 250 Dollar pro Person. Ziisammcnfasscnd können wir sagen, daß die für jüdische Immigranten in Palästina notwendigen Auslagen in drei Klassen geteilt werden können: 1. Nationale Auslagen für Arbeiten philanthropischen oder kulturellen Charakters, wie z. B. Erziehung, sanitäre Arbeiten und die erste Hilfe für die Immigranten. Diese Auslagen können nur durch Spenden gedeckt werden, denn wenn diese Aufgaben auch vom nationalen Gesichtspnnkt sehr wichtig und ,unerläßlich sind, so werden sie doch keine Rückzahlung und keine Verzinsung der darauf verwendeten Summen ergehen. 2. Unsichere Investitionen für Arbeiten, wo es zweifelhaft ist, ob das darauf verwendete Geld rückerstattet werden kann, da diese Arbeiten, wie z. B. die Schäftung von neuen landwirtschaftlichen Siedlungen, neuen Industriegebieten oder Einrichtungen für das Gemeinwohl nicht von Anfang an als Unternehmungen angesehen werden können, deren Erfolg und deren Gewinn gesichert sind. In diese Kategorie gehören auch zweite Hypotheken aut Grundbesitz, die nicht als vollkommen gesichert angesehen werden können, die aber trotzdem in solchen Fällen sichcrgcstcllt sind, wo sic zur Lösung des Wohnungsproblems oder zur Förderung der Industrie oder zur Vergrößerung der Beschäftigung*- möglichkcitcii für die Immigranten beitragen. 3. Sichere Investitionen für solche Tätigkeiten, die sich vollkommen in geschäftlichen Linien bewegen und welche für das darauf verwandle Geld vollkommene Sicherheit und mäßige Verzinsung verbürgen. Zu diesen Tätigkeit*- gebieten gehören: erste Hypotheken auf städtische Bauten oder auf Grundstücke in oder in der Nähe von Städten, die fiir Entwicklung von Vorstädten sich eignen; der Ankauf von Anleihen, die von jüdischen Gemeinden aufgenmniiim wurden, wie 7. B. die kürzlich aimgegebciic Anleihe für Tel-Awiw; der Ankauf von Aktien und Anleihen von Batiken und Handelsgesellschaften, die in Palästina arbeiten; der Ankaut von Aktien mul Anleihen von bereits bestehenden und gewinnbringenden Unternehmungen, deren Tätigkeit ausgedehnt werden kann, der Ankauf von Wertpapieren von einer Ge* Seilschaft für Kolonisationsdarlchen aut der Grundlage ihrer Anleihen an gut vorwärts kommende Kolonisten. ln runden Summen kann gesagt werden, daß für die erste Kategorie der oben erwähnten drei Arten von Auslagen, das sind die nationilcn Auslagen, jährlich etwa eine Million Dollar nötig sind. Die zweite und dritte Kategorie erfordern 250 Dollar für jeden Immigranten. In welchem Verhältnis diese Beträge unter Punkt 2 oder Pnnkt 3 fallen werden, wird vor allem von den Fortschritten abhängen, die Land- Wirtschaft und Industrie in Palästina machen. Je sicherer sie einen Gewinn abwerfen, desto größer wird der Prozent, satz sein, der unter Kategorie 3 fällt. In den ersten Jahren wird der größte Teil der Auslagen sicher unter Kategorie 2 fallen, soweit cs sich um neue Unternehmungen handelt. Aber cs gibt in Palästina viele Möglichkeiten, auf bereits bestehende’ sichere Objekte Darlehen zu gewähren. Der Mangel an langfristigen Krediten, der bis jetzt in Palästina geherrscht hat, hat für erste Hypotheken auf bereits gebaute Häuser, für Hypothckcnkrcditc an erfolgreiche Orangenpfianzer und andere im Fortschritt begriffene Landarbeiter oder für bereits im Bestellen begriffene IiKhistrien ein weites Fehl gelassen. Diese nach Palästina fließenden Darlehen würden dazu hellen, die bereits bestehenden Unternehmungen zu vergroßem und neue zu errichten. Im ganzen wird cs für die gegenwärtige Zeit wohl richtig sein, zu sagen, daß von den für jeden Immigranten nötigen 250 Dollar 50 <V0 unter Kategorie 2 (unsichere Investitionen) und 50 ״/o unter Katcgoric 3 (sichere Investitionen) fallen. Da wir cs uns zum Ziel gesetzt haben, in den nächsten! Jahren in Palästina eine Einwanderungszahl von 20000 jälirlieh zu erreichen, würde sich das folgende Jahresbudget ergeben: Nationale Ausgaben.. . , 1000 000 Dollar Unsichere Investitionen (20000X125 Dollar) 2 500 000 ״ Sichere Investitionen (20 000X125 Dollar) . 2500000 ״ <1000 000 Dollar Es besteht die Hoffnung, daß von diesem Betrage die nationalen Auslagen und die Beträge für unsichere lnvcstitioticn vom Keren 1 lajcssod und vom Jüdischen Nationalfonds aufgebracht werden. Es bleibt die Frage, wie die 2 500003 Dollar für die dritte Kategorie beschafft werden sollen. Die Investitionen der dritten Kategorie sollen dem Unternebmer eine vollkommene Sicherheit und eine 6 prozentige Verzinsung gewähren. Außerdem würden sic den am Aulbau Palästinas interessierten Juden das befriedigende Bewußtsein gewähren, an diesem Aufbau beteiligt zu sein. Das Problem besteht darin, den jüdischen Unternehmer davon zu über• zeugen, daß das von ihm gegebene Geld tatsächlich eine sichere Investition bildet. Unglücklicherweise hat Palästina durch Jahrhunderte hindurch immer nur um philanthropische Unterstützungen gebeten, so daß die Menschen außerhalb Palästinas sich daran gewöhnt haben, alles in Palästina als ein Werk der Barmherzigkeit zu betrachten und schwer daran gewöhnt werden können, an Investitionen in Palästina zu denken. Es ist noch nicht genügend bekannt, daß die voll• kommen andere Gesetzgebung und Verwaltung, die die Folgen des englischen Mandates sind, und die Verbesserungen der Wege, Eisenbahnen, des Post* und Tclcphonwcscns aus Pa• lästina, das unter der türkischen Regierung ein Land des Stillstandes war, ein Land des rapiden Fortschrittes gemacht haben, das für den Unternehmer eine große Anzahl von Invcsiitionsmöglichkcitcn mit voller Sicherheit und anständiger Verzinsung bietet. Alter cs Ist für einen einzelnen amerikanischen Juden schwer, Nachforschungen über die Art lind die Sicherheit eines ihm vorgclcgten palästinensischen Projektes anzustdlcn, denn Palästina ist von Amerika zu weit entfernt. Die einzige Lösung, die diese Entfernung und dm Un* Sicherheit des jüdischen Unternehmers in Amerika überwinden könnte, bildet die Schaffung einer ״Investment Corporation“ in Amerika mit einem Stammkapital von, sagen wir, 5 000 000 Dollar, die von Männern mit gutem geschäftlichen Ruf bcgründet und geleitet werden soll. Wenn diese Investment Corporation in Amerika gesetzlich eingetragen sein wird, wird sie einen oder mchrcro Sachverständige nach Palästina entsenden, die ihr dann jene Projekte empfehlen werden, die in bezug auf Sicherheit und Gewinn vollkommen befriedigend sind. Auf der Grundläge dieser Empfehlungen wird die Corporation entscheiden, ob und in weicher Weise sic an den betreffenden Unternchnmnpen interessiert ist. Der beste Weg zur Finanzierung dieser Unternehmungen wäre für die Investment Corporation die Ausgabe von Pfandbriefen auf der Grundlage ihres Vermögens,' um dann außerhalb ihres Aktienkapitals gegen diese eigenen Pfandbriefe palästinensische Wertpapiere und An• leihen anzukaufen. Die Gesamtausgabe dieser Pfandbriefe müßte in einem bestimmten Verhältnis zum Aktienkapital der Corporation beschränkt werden. Die Corporation müßte mit kleinen jüdisahen Bankiers wegen des Verkaufes ihrer Pfandbriefe in Verbindung treten und auch andere Schritte zu dem gleichen Zwecke unternehmen. Die Corporation müßte auch Vorkehrungen treffen, daß sic selbst oder andere Banken ihre Pfandbriefe beleihen. Sie sollte auch versuchen, einen Markt für den Wiederverkauf < ־.t