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Jüdische Rundschau · 1924-03-28 · Heft 25 (28.3.1924) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 25 (28.3.1924)
Date
1924-03-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 178 MilWfol::«: so wehmütig und resigniert stimmen, daß er die };leiclu!!.mpfimluiifj auch bei dem aiuicrn vofaussetzt, während sie bei 1ms de« stüi'ksten Antrieb bedeuten, Die letzten!Wochen versläikler zionistischer Arbeit in Palästina mul der ])insporn, die zu beträchtlichen Steigerungen der tinanzicltcu Mittel, zur Behebung der Arbeitslosigkeit und wieder zu einer größeren Eiinvnmlcning geführt haben, beweisen dien, Oie Jibcr.'ilcn Juden Deutschland» aber müssen erst durch Taten und nicht durch Worte und Zeitungsartikel die Berechtigung der Sthhißapolhcose von Herrn Krclitsanwalt Stern: ״Sie werden ]:ingsnm erwärmen, aber ewig glühen und nie erkalten'* erweisen. Vorläufig• ist fcslzustellon, daß nirgends das Judcntiuii, jüdisches befühl und Glaube an die jt'i* disdie Zukunft so rasch, so häufig und so zahlreich er• kältet wie gerade bei den Liberalen, die ja die große Masse iles deutschen Judentums umfassen. Herr Stern möge nur die liberale mit der zionistischen Jugend vergleichent Wir haben mit bewußter Einschränkung hier nur von den liberalen Juden Deutschlands gesprochen, wobei ,wir noch die prominenten liberalen Juden, die im Rahmen iles Keren Majessod für die zionistische Palästina-Kolonisation cintrctcn, atiszuiiclimcn haben. Denn anscheinend ist die bereits erwähnte geglückte Assimilation an die politische Eigenart de» deutschen Volkes in andern Ländern entweder nicht so weit vorgeschritten, oder aber ist die politische IVgaliiing der andern Volker tu diesen Ländern eine nmlcre. Sonst wäre die Stellungnahme, die beispielsweise die eng׳- lischen liberalen Juden «Hier die amerikanischen Reformrabhincr gerade im gegenwärtigen Zeitpunkt zum Zionismus kundgcben, völlig unverständlich. Wir empfehlen der ״Jiidiseli-liberalcu Zeitung" insbesondere die Lektüre ihres englisclie'i Brudcrblatfcs, des ״Jewisli Guardian", z, ß. dessen Leitartikels in der letzten Nummer ״Peaccful Paliistine" (״Lin friedliches Palästina“). Del ״Jewish Guardian", von der Leugne of British Jews zur Bekämpfung des Zionismus begründet, hat gerade aus der Entwicklung der letzten Jahre die Lehre gezogen, daß die jüdische Palästina-Siedlung Sache des Gcsaintjudciittnns ist und mich vom religiös-liberalen Gesichtspunkt aus nachhaltig gefördert werden muß. Oder man vergleiche mit der Stellungnahme des offiziellen deutschen Liberalismus die Reden, die hervorragende Vertreter der amerikanischen Reformbewcgung am 17. Februar in New York gehalten haben. (Wir bringen demnächst die wichtigsten dieser Reden in ausführlicher Wiedergabe.) Es ist traurig tmd bedauerlich, daß gerade in Deutschland, wie ja auch unlängst der von uns kritisierte Artikel Paul Nathans im ״Berliner Tageblatt“ beweist, so viele liberale Juden seit dem Kriege nicht» gelernt und nichts vergessen haben. Es ist das gleiche Problem wie das der deutschen inncrpoiilischcn (Verhältnisse, die gerade die'deutschen liberalen Blätter fast als trostlos bezeichnen. S. K. (Ein zweiter Artikel folgt.) Brie! aus Palästina Zusammenschluß der jüdischen und arabi■ sehen Eisenbahnarbcitcr. , März 1924. hiesigen Zci* JUEDISCHE RUNDSCHAU Rücksicht auf deren Religion und Nationalität umfaßte. Aber sie müßte sich mi die schon bestellende große jüdische Arbeitcrorgani-snliou aiischlietien. Der Arbeiter in Palästina habe noch heule keine große politische Bedeutung, Dies werde sich :indem, weint 1. die Einwanderung _ jüdischer Arbeilcr aus dem Ausland rmwädisf, 2. wenn die noch unorganisierten arabischen Arbeiter sieh organisieren werden. Nach den Worten Ben Gorions sprach Ben Zwi arabisch. Die arabischen Delegierten erklärten hierauf, daß sie zwar den Wert einer gemeinsamen Organisation clnschcu, daß aber die Mehrzahl der arabischen Eisenbahnarbcitcr noch nicht einsichtig genug sei tmd nicht zustimme, hi eine Ortanisation eiiizutrcten, welche als jüdische gekennzeichnet st. Es wurde am Schlüsse ein gemeinsamer Ausschuß gewählt, der die Frage weiter behandeln soll. Es verdient, erwähnt zu werden, daß die jüdische Arbcitcrorganisalion ihr Fachblntt ״liakatar“ (Die Lokomo* tive) nunmehr auch in arabischer Sprache herauszugeben begonnen hat. h, b, Jerusalem, 16 Eine kleine Notiz, die kürzlich durch die Lungen ging, verdient festgchalten zu werden. In den Oran gengärten von Gliedere gab es einen Streik arabischer Arbeiter, welche eine Erhöhung ihres Tagclohns von 7 auf 10 Piaster verlangten. Das ist immerhin ein Symptom dafür, daß auch in den Fellachcnscliiclitcn der Araber sicli manches zu ändern beginnt. Von großer Bedeutung ist eine Klassenbewegung, welche Unter den arabischen E i s c 11 b a h ■1 a r b c i t c r n begonnen hat. Unter den neuen Arbcitszwcigen, welche der jüdische Arbeiter während der letzten Eiuwaudcrungsperiodc ״erobert“ hat, sind die Eisenbahn,irbeitcii von besonderer Bedeutung. Man kann von einer wirklichen Eroberung sprechen, denn die Eiscnbahnvcrwaltung in Palästina ist den jüdischen Arbeitem nichts weniger als freundlich gesinnt. Man erinnert sich noch jenes Briefes, welchen der Direktor des Eisenbahnvvesens, Mr. Holmes, den Eisenbahnarbeitern schrieb, als sie sich über die Entlassung einer Zahl jüdischer Eisenbalmer beschwerten. Soweit Ihm erinnerlich sei, habe die Eisciibalmverwaltung die Arbeiter nicht aufgefordert, ihre Heimat in Europa zu verlassen und In Pa lüstina Arbeit zu suchen. Die entlassenen jüdischen Arbeiter mögen sieh an die zionistische Exekutive wenden die für sic neue Arbeit finden werde. Ihre Lage sei also besser als die derjenigen Arbeiter, die in Palästina geboren Und und für welche niemand Sorge trügt. Diese Unerhört beleidigende Antwort offenbarte zugleich die Tendenz der EiscnbahiivcrivaUimg: arabische Arbeiter gegen jüdische auszuspiclcn und dadurch beide tiicdcrza halten. Die jüdischen Arbeiter waren uin so unbequemer als sie in der ״Hisladrutli Poale Harakewetli" organisiert waren, während die arabischen Arbeiter nichts von Organ!■ Kation wußten. Die jüdische Arbeiterorganisation sah ein daß sie niemals einen Erfolg. erringen könne, wenn sie nicht?ügieidi die arabischen Arbeiter organisieren werde, und so wurde die Eiscnbahuarbtit das erste Feld, auf welchem jüdische Arbeiter mit arabischen Kontakt suchten. Die Bo inühmigen hatten Erfolg. Bei der letzten Beratung der jikli• sehen Eiscnbalmcrorganisation in Haifa beteiligten siel außer den jüdischen auch sechs Delegierte tler arabischer Arbeiter. Die Verhandlungen zwischen jüdischen und arabischen Arbeitern bewegten . sich hauptsächlich um die Frage de! Eintritts der Araber ui die bestehende Organisation, Da dies! Organisation ein Teil der allgemein jüdischen Arbeitcrorgani srnlion ist, gestaltet sich die Lage der arabischen Arbeite! schwierig und diese Schwierigkeit wurde von den jüdischen Kommunisten zu einer Agitation ausgeiiüfzt, derct Zweck es War die Eisenbahner von der* jüdischen Arbeiter Organisation loszulösen und eine unabhängige j ti d i ׳.; c h -a r n bis ehe Eis e n ba h 11 c ro r g a 11 Is'n t i nn schalten. Diesen Bestrebungen trat der Sekretär der allgcmeinen Arbeiterorganisation, Ben Gorion, in einer Rede entgegen,_ welche Wort für Wort ins Arabische übersetzt wurde. Er verwies darauf, daß die Abtrennung der Arbeite Organisation deren Kraft maßlos schwächen würde. Durch den Anschluß an die jüdische Arbeiterorganisation finden die arabischen Arbeiter die Verbindung mit der A m s t e rd a 111c Cicwerkschafts-Internatioiiale und haben gleich die Möglichkeit, die Wohlfahrisinstitiitioncn der «weiten Arbeiterschaft, Krankenkassen usw., zu benützen N׳ rnaud denkt daran, die arabischen Arbeiter zu majorls'ier■ Der jüdische Arbeiter wünscht nicht, daß der arabische ,,ßemem Volke und seiner Sprache sich entfremde.!Wir wünschen nicht, daß die Araber in eine jüdisch-nationale Arbeiterorganisation c i n t r e t e n, sondern, daß sie sich mit der jüdischen Arbeiterorganisation verbinden, Mit dem Eintritt der •arabischen Arbeiter würde die Eisenbalmcrorpani ■ sation eine Vereinigung, welche alle Eisenbahnarbcitcr ohne 711• Nr. 25 York ist auf 1.500,000 Dollar festgesetzt worden. An der Organisierung des Drives nimmt Mr. David A. Brown aus Detroit, der bekannte Leiter der H-MiUionen-Doilir- Kampagne für das American Jcwish Relief Committee, teil. Er und Samuel C. Lamport, ebenfalls Teilnehmer der New Yorker Palästina-Konferenz vom 17. Februar, waren mit Dr. Wclzmonn die Sprecher auf einem Bankett im Hotel Commodorc. Brown appellierte an jeden einzelnen der Leiter der Bczirksaktionen, ihre Beiträge fi'ir den Keren 1 lajessod vom Vorjahre zu erhöhen. Es erfolgte auch eine Erhöhung um 50 ״> der persönlich geleisteten Beiträge, was großen Enthusiasmus hervorrief, uebef den Vortrag von Prof. Elwood M c a d berichten wir au anderer Stelle, zu e- Ar- Naivitäten Aus dem kürzlich erschienenen Bericht der Palästina- Administration haben wir in der Nr. 2 der Palästina-Beilage bereits die wichtigen Abschnitte über KapitaUnvestition, Bud• et und Außenhandel auszugsweise wicdcrgegchcn und glossiert. Der Rest des Berichtes, den wir auszugsweise in Nr, 21 abdrucktcn, enthält wenig Bemerkenswertes, Die Administration 11111IS da« ökonomische Verständnis der Bcvölkcrung Palästinas nicht sehr hoch ci11schiilz.cn, denn sic macht einige sehr naive Bemerkungen an Stellen, wo genaue Untersuchungen am Platze wären. So sagt sic, daß das rolle Passivum der Handelsbilanz, viele Leser erschrecken wird, die glauben müssen, das Land eile dem Ruin zu. Sie beruhigt aber den ängstlichen Leser und sagt, daß tler Kapitalimport tlas Passivum nusglcicht, daß er erwünscht sei usw. Gerade über diesen Punkt hatte man genaue Erhcbmigcn der Administration an Stelle von allgemeinen Rc« densarten erwartet. Die Administration wäre im Stande, die Ziffern der Zahlungsbilanz mit annähernder Genaulgeit zu erhöhen. Es werden aber nicht einmal die Summen angegeben, die in den letzten Jahren von England für die Okkupation nach Palästina geströmt sind, obzwar sic der Administration genau bekannt sein müssen. Nur vom laufenden Jahr wird gesagt, daß die für die militärische Okkulalion bewilligieu U/j Millionen Pfund ״zum Teil" bar nach Palästina strömen. Von einer Schätzung der ungefähren Summe, die der Fremdenverkehr zur Zahlungsbilanz beiträgt, ist überhaupt nicht die Rede.ו Viel bezeichnender aber ist cs, daß nicht gerade heraus gesagt wird, daß in den letzten Jahren Millionen Pfunde von den Juden nach Palästina gebracht wurden. Der Berieht spricht ganz allgemein von neuen Unternehmungen auswärtiger Kapitalisten und erwähnt als Beispiel die Mühle in Haifa einer ״französischen“ Gesellschaft. Das Wort Jude oder jüdisches Kapital kommt in dem Bericht nicht vor. Nur die Zionistische Organisation ist mit einer Ziffer von 500.(100 Pfd. pro Jahr genannt. Von größter Naivität ist eine Polemik mit einem eingebildeten Gegner der Kapital anlagcu auswärtiger Unternehmer; cs wird darin ernstlich gesagt, daß solche Anlagen Palästina nicht ärmer machen, wie der glauben könnte, der nur sicht, daß neue Maschinen importiert werden, ohne daß der Export des Landes diesen Import ausgleichcn kann! Dann folgt ein völlig deplacierter Vergleich mit Etig■ lnnd, das auch eine passive Handelsbilanz hat, wo der Aus■ gleich aber durch Rhcdergewinnc und die Zinsen für auswärtige Kapitalanlagen gefunden wird, um׳ die Notwendigkeit der Steigerung der heimischen Produktion׳ zu'begründen. Weniger naiv als Unaufrichtig ist eine Polemik gegen diejenigen, welche das Bestreben einer hohen Valuta (der ägyptischen) bemängeln. Der Berichterstatter stellt sich dabei so, als ob dies nur mit dein Wunsche geschähe, eine ״ent■ wertete“ Valuta einzulülircn. Und nun wird gegen diese vermeintliche Ansicht polemisiert. Es handelte sich aber denjenigen, welche das Bestehen einer hochwertigen Valuta bekämpfen, durchaus nicht um die Einführung einer ent• werteten, sondern (siche die Broschüre von Hoofien) um eine durchaus stabile, aber mit niedrigen Einheiten ausgcstaltctc Währung. Der Gegensatz von hochwertig ist nicht entwertet, sondern niedrig-wertig, der Gegensatz von entwertet ist stabil. Es ist unbegreiflich, auf welch ״niedrigwertigem“ Niveau der offizielle Bericht argumentiert. Dies gilt auch von dein Schlußwort, In dem es iicißt: ״Wir versuchten, in diesem Artikel nicht solche Fragen wie die Reform von Steuern und Zöllen zu erörtern, die wünschenswert sein mag. Daraus soll aber nicht geschlossen werden, daß sie nicht fiir notwendig erachtet wird. Aber das ist eine Sache der Ansichten, liier wollten Wir nur Zifferu geben". Wir haben schon in der Glossierung der gegebenen Ziffern gezeigt, daß selbst diese kein genaues Bild der 1 iiiau/lage geilen — siche die Nicht.angabc der Lasten aus dem Fricdeusvcrtrag und der Termine ihrer Rückzahlung. Auch in dem liier besprochenen Schlußteil ist nirgends ein streng sachliches Eingehen auf die vitalsten Wirtschaftsfragen zu merken. Dafür wird ängstlich vermieden, klar zu sagen, was die Juden für das Land getan haben. Diese Art offizieller Bcrichterstaittmg gibt Jenen Recht, dtc von det Administration behaupten, daß sic den Juden gegenüber nicht gerecht vorgehe, «, b, Die Schießerei bei Jaffa Der von uns bereits in der vorigen Nummer mitgeteilte Zwischenfall spielte sich nach einer Jerusalemer J.T. A.« Meldung folgendermaßen ab; In der Nacht vom 21. auf den 22. März wurden Zwei Juden, Rot stein und Br n s c h rn a n 11, zwischen Tel-Awiw und Jaffa von unbekannten Mördern «!!gefallen, die mehrere Schüsse auf sic nbgaben. Beide wurden schwer verwundet, Braseluuauli erlag einige Stünden später seinen Verwarndüngen. Als sie!» dann später die Polizei an der Mordulcllc eiiifiuid, um eine Untersuchung anziisidlcn, fielen von uii bekannten Tätern plötzlich eine Anzahl Schüsse, wodurch drei Araber schwere Ver wun düngen davontrugeii; einer von ihnen starb kurz darauf. (Unsere Vermutung, daß cs sich nicht tun einen nationalen Streit gehandelt hat, wird durch diese Meldung bestätigt. Der liier gemeldete Ucbcrfall erinnert übrigens an die Ermordung der zwei englischen Soldaten in der Nähe Jenisalems. Die Täter wurden vor kurzem ergriffe«. Im übrigen ist es bedauerlich, daß die Reutcrmcldung den Eindruck einer nationalen Zwistigkeit enUtehcn ließ, während es in Wirklichkeit zu einem solchen Zusammenstoß gar nicht gekommen ist und die Araber offenbar von den gleichen Mördern verwundet wurden wie die Juden. *— Red. ״J. R,") Die Keren Hajcssotl-Kampagnc in New York Am 12. Mürz wurde der Keren Hnjcssod-Drive in New ,York eröffnet. Das Kontingent für diese Kampagne in New Neue Masscitverlialiungen von Zionisten ln Rußland Berlin. (J.T. A.) In Berlin sind Berichte ciiigctrollen, laut weichen «Sic Zionisten Verfolgungen in Rußland fortgesetzt werden. Im Monat Miirz sind neuerdings Massen- Verhaftungen vorgekommen. Allein in Moskau wurden mehr als 50 Personen verhaftet; unter Ihnen Mitglieder der zionistischen Arbeiterpartei Zei're-Zion (H i t a ch d u 111), des Zionistischen Jugcwlbundcs, der Organisation der allgemeinen Zionisten, sowie des erst kürzlich legalisierten Hcchaluz. Alle Verhafteten befinden sich in der O. P. U.-Abteilung, (früher Tschcka) und sind mit Deportation nach dem nord• russischen Staatsgebiet und Sibirien bedroht. Diese Verh&ftungcn bilden eine Fortsetzung der Ausweisungen und Verhaltungen, die in den letzten Monaten in vielen anderen Orten Rußlands stat!gefunden haben und von denen u. a. im Januar und Februar die Mitglieder der Ze'ire-Zio>n und der zionistischen Jugendorganisationen z. B. in Bcrdit» schcw, Schitomir, Niczin und Bachmud betrolte« worden sind. Zwei Gruppen aktiver Mitglieder dieser Organisation ln Kiew, Jckatcrinoslaw und Charkow sind nach längerer Halt nach Moskau transportiert worden. Nach einer Wanderung durch die Gefängnisse 111 Wjapka, Omsk und Tomsk sind die Gefangenen der ersten Gruppe nach den entlegenen Dörfern des Narimgcbietcs gebracht worden. Dies zweite Gruppe, die zum größten Teil aus Jugendlichen zusammengesetzt war, ist nach sibirischen Dörfern verschickt worden. Aullösung des zionistischen Parteirals in Polen Vorige Woche fand nach einem Berichte des Warschauer ״Halnt" eine Sitzung des zionistischen Partclrats für Polen statt, In der Abg. Grtinbaum die folgende Resolution einbrachte, durch die der A.-C,-Bescl11uß über die Jcwish Agency als das Maximum der Konzessionen an die Niclitzio* nisten interpretiert werden sollte. Der Parteirat drückt nach Anhörung des Berichtes über die letzte Sitzung des A.-C. seine Befriedigung darüber aus, daß In der wichtigsten Streitfrage wegen der Kompetenzen des Jcwish Councils for Palcstinc ein Beschluß angenommen worden ist, der die Souveränität des Zionisten* kongresses oder der Jahreskonfercnz als der einzigen wirklich gewählten Vertretung der Jcwish Agency, solange der Weltkongreß noch nicht cinbcrufcn ist, und als «Ter Repräsentanz des gesamten jüdischen Volkes, das sein nationalcs Heim in Palästina baut, sichert. Der Parteitag stellt fest, daß in diesem Beschluß die Grenzen festgesetzt sind, bis zu denen die Vertreter der Zionistischen Organisation in ihren Verhandlungen mit den nichtzionistischen Kreist« gehen können. Der Parteirat fordert den Landesvorstand auf, Uber diesen Beschluß zu wachen und seine Tätigkeit innerhalb der Zionistischen Organisation damit übereinstimmend zu führen. In Polen soll der Landesvor« Stand alle Mittel ergreifen, daß die polnische Palästina-Kon• ferenz, falls möglich, noch vor der Jahreskonferenz, aber nicht später als im Herbst dieses Jahres, cinbcrufcn werde. Diese Resolution wurde von der Mehrheit des Parteirats abgclehnt. Daraufhin erklärte Griinbaum, daß er und def aus seinen Anhängern bestehende Landesvorstand von der Leitung zurOcktreien müßte. Da aber die Majorität des Partclrats nicht geneigt war, die Leitung zu übernehmen, schlugen ihre Vertreter (Dr. Göttlich und Levite) selbst vor, den Parteirat aufzulösen und die Neuwahl der Ende Juni zusainmentretenden zionistischen Landeskonferenz zu überlassen. Dies geschah auch. Die Meldung der I. T. A. von einem Rücktritt Grünbaums ist demnach falsch. £' ״Aklivlsraus“ J. T. A. verbreitet folgende Meldung: Die von Wladimir Jabotlnsky geführte zionistische Gruppe, deren Ansehauun• gen die in Berlin erscheinende russisch-zionistische Wochen* schrift ,,Rasswjet“ vertritt, ruft nun ihre Anhänger zu einer im April oder Mai abzuhattenden K o n f c r en z auf. Das Programm der Gruppe enthält die folgenden Punkte: 1. Die Schaffung eines jüdischen Staates als die einzig zu• lässige Deutung iles Ausdrucks ״nationale Heimstätte" und tles Sinnes des Mandala. 2. Eine neue weltumspannende ״polltische Offensive“ in der Weise, daß den Mächten und dem Völkerbund die tolgendcii jüdischen Forderungen vor• getragen werden; n) Einschluß Transjordaniens in das Territorium der nationalen Heimstätte; b) Schaffung solcher administrativer Bedingungen auf beiden Seiten des Jordans, daß das Land einer Massertkolonisation von Juden zugänglich gemacht wird; c) eine von den Milchten oder dem Völkerbund garantierte nationale Anleihe. 3. Elite weltumfassende B a 11 k a k t i o n, um das Kapital des Jewish Colonial Trust auf die von ller/1 fixierte Summe Von 2.000.000 Pfund zu bringen, damit die Bank das Ilauptiiistruincnt für die zionistischen Unternehmungen werden kann. 4, Frciwillifje. Organisierung und soldatische Schulung der jüdischen Jugend in allen Ländernl um sic für die Verteidigung der Ordnung in Pa• lüstina vorzubcrelten. — Ein von dem Orgnnisatlonsbüro erlassenes Rundschreiben (das uns bereits seit einiger Zeit bekannt ist, dessen wesentlicher Inhalt «ich jedoch mit den von uns bereits!ungeteilten Forderungen Jabolinsky» In seinem letzten Berliner Referat deckte, wes* halb sicli ein Eingehen darauf erübrigte. — Red.) gibt b<!• kaunt, das Ziel der Konlcreiiz sei die Schaffung eines per• manenten Verbandes und die Festlegung seiner Haltung egen über der Zionistischen Organisation, ruppen von •Anhängern dieses Programms befinden sich bereits in verschiedenen Zentren in Deutschland, den Balkan- Staaten, der Tschechoslowakei und ln Bessarabien, sowie auch in London, Paris und Wien. (Daß Gruppen von Anhängern fnhotinskys an den genannten Orten existieren, war uns melier unbekannt. Darüber wird ja die geplante Konferenz Aufschluß geben, die vor allem deswegen zu begrüßen ist, weil sic unserer Meinung nach die Bedeutungslosigkeit dieser Opposition in aller Ocifentllchkclt ersichtlich machen wird. Mit dem Programm Jabotlnskys haben wir uns bereits in dem Artikel ״Aktivismus und Aktivität" In Nr. 6 der ״J. R,“ *useinandergeseizt. Red.)

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