Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 23 (21.3.1924)
- Date
- 1924-03-21
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 23 IU 1־ D1S C H E RUNDSCHAU Seife 103 Zentrums genüge״* werde, den Prozeß der nationalen Art- Vernichtung 711 vci hindern. Er mag sieii durch Zufälligkeiten täuschen lassen, mag /.eigen, dall hier und da im Zeitalter der nationalen Bewegung der Assimi.aiions|1rozcß etwas wo• nigor rapide verläuft als vor zwanzig Jahren, wo er sieh völlig frei und hemmungslos ah wickelte: Wir können auf dieses Ciehict des Glaubens nicht folgen. Was wir glauben, ist vornehmlich zweierlei: dal! die Juden keine Ausnahmestellung c,״nehmen und dal! die Gesetzmäßigkeiten des gesellschaftlichen Lehens, die mit der Ockouomie vorkiüipw sind, im Lehcnskamptc die sl.irketen bleiben. I r.l so führt uns histoiisrhe Empirie und soria’.ökouomischc borschling, wenn wir eben im Bereiche des objektiv Leststcllbaren bleiben, zu dem Sehlull, dall, wie jede nationale Minorität, auch der ji't hsehc Typus überall dort u,1ö1׳ gehe״ wild, wo die wiilsrhaft.iclu-ii Voiaii .scl/un .:en nicht gestatten, den Kreis der kulturellen Einheit zu errichten. N11 r eine Rettung gibt es: Hie wirtschaftliche Grundlage jedes nationalen Lebens, den Kreis in sich geschlossener (und am besten eigener) Wirtschaft wieder herzu stellen. Das heilt t, das Programm des Zionismus der Zukunft wird neben Pn• lästina als Galuihprogrnmm die L.ri ichlu ו > in sieh geschlossener jüdischer Kolonien auf der Basis eigui.'r in sich geschlossener Wirtschaft enthalten. Sei c; in Mesopotamien, in Argentinien, in Kanada — oder sei es in Uganda. Kon- Zentrierung und Territorialisierung ist im G a 111111 ״ena« so die ei 11 z i g e R e 111111 g s m ö g 1 i e h - k e i t des siechen j ii d i sehen Volks k iirpers w i e in Palästina. Was wir bisher Gahithnrheit zu nennen uns unterfingen, ist etwas gnimisäi/lieh anderes. All das, Erziehung und Hehrai.-äcnmg und ökonomische Schutztätigkeit und politische Organisierung usw. ist ein I lenimkuiiereii an Symptomen, aber dringt nicht bis zum wahren Herd der Krankheit vor. I 'ie grolle Ite.ieulimg dieser Arbeit, die gerade im Lager des allgemeinen Zionismus noch so vielfach innerschätzt wird, liegt darin, dall sie den Assitnüationspro/ell vcizo.eri, dali sie uns das Kostbarsie, was wir haben, Zeit, scliaf.fi, die Henkersfrist verlängert. Die Einetieiung des!ii'ischen Menschen, die Verhinderung der Auflösung, des nationalen Todes des Volkes, ja, nur die M 'igachkcit der da 11 ■.־rüden sicheren nationalen Evidenz, kann diese Aktion mein schäften. Der Pakisrinaaufbau ist dagegen etwas völlig anderes. Hier bieten sieh zum ersten Maie, seitdem die m Klein.' Wirt- Schaft den Auflösungsprozeß zeitigie, Möglichkeiten, solche Lebensformen tui.l Lebrndicdmgungen aiif/.ubaiteii, <!ie eine dauernde Existenz des jüdischen Volkes dort gewährleisten. Hier kann eine in sich geschlossene jüdische Wirtschalt oder doch eme Viitsehait mit jii.iKrhcr Dnuiiiantc ge ■־■t ha (teil werden. Hier kann ein neuer jiidi;״her Ku.tuikreis wachsen. Hier kann daher vt.n dem Einsetzen eines Assimilationsprozcsscs keine Rede sein. Wählend schon tler Pa'ästin.iäufb.ni die Kräfte unseres iinpoliii-chen tm.l uuorganisieiten Volkes fast zu übersteigen droht, felilen jedoch für die Inaii 'iitfmiume weiterer jiidiicher Kolonia'sisdhuigen an anderen Stollen alle Voren-sct/nngen*). Es ist ein grobes Glück, dali wir mit der Reorganisiert!!! : unseres nationalen Lehens gerade in dem Lande beginnen dürfen, dein auch später, wenn ähnliche jüdische Siedlungen in anderen Ländern bestehen werden, eine fundamcn’ale IDdcutung zukoinmcn wird, in dem sieh die kulture len Einflüsse der verschiedenen Glieder dos Volkskörpers treffen und bcfruchten werden und das eine einheitliche Entwicklung des ganzen Volkes ermöglichen wird. Auf diese Aiitgahe, der rin/ipicll der erste Rang 11111er allen unseren Aktionen zuommt, müssen wir alle Kräfte konzentrieren. Dieses Werk müssen wir mit Zähnen und Nägeln verteidigen. K e i 11 c Chance, die sich bietet, darf verschmäht werden. Aber eben weil der Palästinaaufbau etwas prinzipiell ,anderes ist, als unsere bisherige Ga’u.harhcir, ist die Unterscheidung v״n Mi 111• und MaximaiBmu; vollständig unverständlich. Das sind konstruierte Gegensätze, die an den Haaren herbeigezogen sind. Zu der rein politischen Diskussion nur noch ein Wort. Uns scheint (um in der Sprache Naclium Goklmanns zu reden), daß das Argument des ״Wartenköiiiirns‘‘ ״besonders in der Zuspitzung und unerträglichen Wiederholung, mit der es immer wieder vorgebrncht wird, einen etwas demagogischen Charakter angenommen hat“. Wir wissen, daß die I’alfour- Deklaration nicht immer ihre Gültigkeit behalten wird, wenn un־ere Leistung sich immer mehr verringert, die Diskrepanz zwischen Erstrebten und Erreichten immer größer wird, wird sic einmal zurückgenoinmcn, so werden wir, die heute lebende Generation, eine zweite solche Möglichkeit nicht erleben. Die monatliche Einwandcrungsziffcr beträgt im Durchschnitt heute >100 Menschen.... Neue!ragen über die iluJlteitbcro-Konzession Im llnler!1nr.s London. (J.T. A.) ln der Sitzung des englischen Unterhauses vom 17. März fragte Mr. Beek er den Kolonialminister, oh Herr Ruthenberg das versprochene Geld erhalten habe, um die Konzession ausztiniitzcn. Mr. J. H, Thomas erwiderte: Gemäß dem Origiiiajabkommcn vom 21. September 1921 beschloß die palästinensische Regierung, einer von Herrn Ruthcnbcrg gebildeten Gesellschaft die Kon- Zession zu gewähren, vorausgesetzt, daß die Gesellschaft mit einem Kapital von 1 Million Pfund, von denen nicht weniger als 200 000 Pfund citigc zahlt sein sollten, gegründet werden würde. Die frühere Regierung hat noch im vergangenen Jahre diese Bedingung als erfüllt anerkannt. Darauf Mr. Becker: Hat diese Gesellschaft über das ganze Kapital verfügt oder nur über diese 200 000 Pfund? Mr, Thomas: Ich habe bereits gesagt, daß die frühere Regierung sich davon überzeugt hat, daß die Bedingungen erfüllt waren. Auf die Frage Mr. Beckers, wie sich denn die gegenwärtige Regierung zu der Frage verhalte, wurde keine Antwort erteilt. Slraßenban in Galiläa Wie die J.T. A. erfährt, soll der Bau von die jüdischen Kolonien Untcrgaliläas verbindenden Straßen jetzt in die Wege geleitet werden. Mit den Arbeiten soll £ 11 de des Sommers begonnen werden. Die paiästincnsisch-zioiiistisciie Ecckutivc und die Ica werden je 15 000 engl. Pfund zum Baukapita! beisteuern, Dieser Tage fand in Jerusalem eine von der Handels- und Industrie-Abteilung der palästinensisch-zionistischen fixekutive emberufene Konferenz der Vertreter der Druckerei-Industrie statt, an der etwa 50 1 Vlcgierte aus Jerusalem und anderen Städten teilnahmcn. Herr P. Kornfeld eröffnete die Konferenz im Namen des Sckretärs der Handels- und Industrie-Abteilung. Es sprachen: für die zionistische Exekutive die Herren S p r i 11 z a k , für den Waad Lcumi Tschcrnowitz und lur die Schrittsteiler-Vereinigung Sil man. •) Hier liegt die eine Gefahr des südrussischen Projektes. iia öle Zfoiiisteii! Die letzte Sitzung des A.-C. in London, die soeben geschlossen wurde, hat zu einer erfreulichen Einigung über eine Reihe strittiger Fragen, die unsere Bewegung lebhaft erregt haben, gefühlt. Die Londoner Exekutive nimmt nach dieser wichtigen Tagung ihre Arbeit wieder auf und appelliert an die zionistische Oeff 1׳ n 11 i c h k e i t, $ i e i n i 11 r c r T ä t i g k c i t z ti unterstützen. Der Zeitabschnitt bis zur Jahreskonferenz, der jetzt vor uns liegt, muß mit aller Kraft nt1sjgcnntzt weiden, ln Amerika werden jetzt die stärksten A n סיסי n gu 11 g 1׳ n gemacht, tun das amciikamsehc Judentuni zur aktiven Mithilfe am Werke der jüdischen Renaissance zu gewinnen. Wir erwarten auch in allen anderen Ländern, daß die zionistische Aktion tutvorzüglich in Angriff genommen wird. Als die zentrale zionistische Auf gatte im gesamten Aufbatiplan betrachtet die Exekutive die Schaffung der ökonomischen Grundlagen unserer nationalen Heimstätte in Palästina. Dazu gehört nicht mir Opfermut, nicht nur Geduld und Ausdauer, sondern auch ciu klares Bewußtsein der Größe und Schwierigkeit dieser beispiellosen Aufgabe und die Sammlung aller verfügbaren Kräfte. In dem Ziel müssen wir — über alle inneren Meinungsverschiedculieiten hinweg — uns aufrichtig eins fühl e n. Die p o 1 i t i s c 11 c E n t w i c k 1 u n g — obwohl ihre Sicherung unsere stete und ernste Sorge sein muß — ist durch zionistische Arbeit in ihrem ersten Stadium zu einem gewissen Abschluß gebracht worden. ■IJnsetc Sache ist es, aus der politischen Formel eine lebendige Wirklichkeit zu machen. Dies ist so zu vetstehen: Die politische Arbeit muß dauernd unsere Aufbautätigkeit scluifzund begleiten, aber sic muß auch, und dies in vielfach erhöhtem Maße als bisher, in ihr eine Stütze finden. Wir müssen uns stets vor Augen halten, daß unsere a 11 f b a 11 e n d c Leistung eines der stärksten politischen Instrumente bildet, über die wir vetfügen. (")öffentliche Mittel des jüdischen Volkes müssen den Weg bereiten und die große schöpferische Tat unserer Chaluzim ermöglichen•, das ist der Sinn von Keren Knjcmcth und Keren Hajessod. Jeder Jude, der nach Palästina geht, muß sich mit allen seinen infcüektucllen Fälligkeiten und materiellen Mügiiclikeiti’ti dem werdenden Wirtschaftsleben einordnen, um seine eigene Zukunft gleichzeitig mit der der Gesamtbeit zu sichern: in diesem Sinne wollen wir jüdischen Unternehmungsgeist in Palästina anregen und fördern. Wir sind auf dem Wege, für beide Arten aufbauender Tätigkeit die Unterstützung von finanziell starken jüdischen Kreisen zu finden, die bisher abseits standen und sich jetzt beginnen, uns zu nähern und immer mehr nähern werden, je stärker unser Werk und die in Palästina sich konzentrierende jüdische Volksbcwc- Rung auf sie eiuwirken wird. Die Exekutive ist sich klar über den tiefen Zus a m tu e n h a n g zwischen dem A u f b au werk in Palästina und der lebendigen Kraft d d r j ü - di sc 11 •nationalen Idee in den Herzen der j ü cl i s c ii e 11 Masse 11. Darum betrachtet sic cs als ihre vornehmste zionistische Pflicht, das Ideal unserer Volksbefreiinig, das Ideal unserer nationalen und kulturollen Auferstehung mit aller Macht in das jüdische Volk zu tragen, das gerade in den letzten Jahren eine besonders schwere Periode der Galutli durchlebt bat. In diesem Sinne gedenkt die Exekutive die Propag a 11 cl a t ä t i g k e i t in verstärktem Maße wieder nufztinehmen und bedarf dazu der Hilfe aller Landes- und Sonderverbände. Unsere Zionistische Organisation,dcrTr.ךg -und Grundpfeiler unserer nationalen Wiedergeburt, muß groß und mächtig, widerstandsfällig und aktionsfähig gemacht werden. Wir rufen alle Zionisten zur Mitarbeit auf. Das Feld der Tätigkeit ist so groß, daß wir jede einzelne Kraft und jeden einzelnen Menschen brauchen. Eure Exekutive appelliert an euch, Zionisten, an die Arbeit zu gehen. Stellt euch der Exekutive, stellt euch der Leiiimg der Landes- und Sonderverbände zur Verfügung! Die Verantwortung liegt auf euch genau so schwer wie auf der von euch gewählten Leitung. Lasset diesen Moment nicht ungenützt verstreichen. Es ist ein gewaliiges Arbeitsgebiet, das die Exekutive bis zur Jahreskonferenz zu bestellen hat, wo sie euch, wo aller auch ihr der Exekutive Rechenschaft zu erstatten haben werdet. An die Arbeit denn für den Aufbau unseres nationalen Heimes, an die Arbeit für Keren Kajemctii und Keren Hajessod, an die Arbeit für unsere kulturelle Renaissance und für die Stärkung unserer Zionistischen Organisation! London, 14. März 1924. Die Exekutive der Zionistischen Weltorganisation. S o k o I o w. Cowcn. L i p s k y. Auf der feierlichen Versammlung ans Anlaß des fünfjährigen Jubiläums der Kommunistisdien Internationale herichtete der aus Palästina cingctroffcnc Araber Abou S i a m über den K o in m 1111 i s 11111 s in P n 1 ä s t i n a. Er führte aus: Im Jahre 1922 wurde die kommunistische Partei in Palästina endgültig organisiert. Das Zentralkomitee ist ausschließlich aus Arbeitern zusammengesetzt. _ Die Partei wirke den nationalistischen Strömungen unter den j ii d i sehen und arabischen Arbeitermassen entgegen und gewinne immer mehr Boden, ln den jüdischen Nationalistenkreisen, sagte Abou Siam, herrscht die lächerliche Uebcr- Zeugung, man könne in Palästina ein nationales R cgi 111c schaffen, das die Klassengegensätze überbriiekt. Für diese Kreise bedeutet ein Arbeiterstreik in Palästina nationalen Verrat. Die Finanz! n 11..11 der Außenhandel in Palästina Jerusalem. (J.T. A.) Das 1 L1uptsckrctari.1t der palästincnsisclicii Rcgiining veröffentlicht eine weitere zusammenfassende Darstellung über den Außenhandel Palästinas, in welchem fcstgrstcllt wird, daß in Palästina in allen Jahren der Import den Export weit überstiegen hat. Die Zahlen sind die folgenden: Import und Export Import: 1020: Pfutul 5.110.001921;(׳: Pfund 5.872.000; 1922: pfuml 5.5SI.000; 192־»: Pfund 1.915.00־;). Export von Palästina-Produkten: 1920: Pfund 1.3&1.O09; 1921: Pfund 1.499.000; 1922: Pfuml 1.512.00:); 1923; Pfund 1.769000. Manche wären versucht zu glauben, fährt der Bericht fort, diese Zahlen zeigt n das I an■! auf dem Wege zum Ruin, indem es iährlich für etwa fünf Millionen Pfund fremde Produkte kauft, dagegen weniger als zwei Mdiionen Pfund seiner eigenen Produkte verkauft, also jährlich um drei Mil- Honen Pfund ärmer wird. In Palästina ist ja die Lage nicht zufriedenstellend, allein die Sache sieht bei näherem Besehen denn doch anders aus. Der Import von Kapital, Maschinen usw. Es finden in Palästina fortwährend große Kapitals- Investierungen statt. Ls weiden viele Häuser ge-1 haut, F a b r i k e 11 und Industrie ״ gegründet. Das Kapital hierfür kommt in tler Hauptsache von außerhalb, meist in Form von Materialien. Bildet sich z. B. in Frankreich eine Gesellschaft zur Einrichtung einer Kormmihle in Haifa, so schickt sie nach Palästina Banmaierialen und Maschinen. Diese MaUria'icn und Maschinen erscheinen in der i landeh-stati. tik Palästinas als Import. Aber cs wäre doch absonderlich zu behaupten, daß das Land, weil dem nicht sofort ein entsprechender Exoort gegemiberstebt, durch diesen Import ärmer geworden wäre. Man w< iß nicht, wie- Gel Kapital jährlich auf diese Wehe nach Palästina kommt; doch ist cs jedenfalls sehr beträchtlich, und die nach dem Buchstaben passive Handelsbilanz Palästinas i;t zu einem, ״roßen Teile damit zu erkläre». Ucbcrweisungcn von außerhalb Ebenso ist es mit ihn von ihn verschiedenen an Palästina interessierten Organisationen gesandten Geldern. Die 7ionistische Exekutive a'lcin erhält jährlich von auswärts für U 111 e r ז i e h t s ־, K o 1 o 11 i s :11 i o n s z w e c'k c u. a. eine Summe von etwa 5TMKX) Pfund. Auch dir christlichen religiösen Institutionen erhalten jiihi'ieh grolle Summen. Nach Palä-linn kommende Touristen bringen Geld ins Land. Das Beispiel Englands In England bestand immer und bc-teilt auch letzt noch ein gro’ßcr U c b e r s r 1111 fl d c s Imports ü b e r <1 e n Export. Dieser UiT-er-e'miß beim׳ z. B. in der /.eit vor dem Kriege jährlich nicht weniger als un :et dir I »5 Millionen PI111H). Trotzdem habe gerade damals England eme sehr gute I landeispcriode, das Land w inde immer icieher. Die Differenz resultierte in der Hauptsache aus dem Wert der Zinsen, die auf auswärts investiertes englisches Kapital, sowie aus den Frachtcinnahtncn der britischen Schiffe einkamen und als Import gebucht worden sind. Die Notwendigkeit inländischer Industrien Es wäre falsch, hieraus den Schluß zu ziehen, daß die! Entwicklung der in andi ־.chen lu.hr,tric zwecks Exports nicht von Beduinin׳: wäre. Je mehr das Land seihst produzieren kann, je mehr es tncli auswärts verkaufen kann, um so besser ist cs daran. Es kann dafür für die Devöikcfutig bcnötigte, hier nicht zu produzierende Ausland ■waien kauten, Verdienste und Ziivcn würden dann der Bevölkerung in Palästina zugute kommen uni nicht nach auswärts abwandern. Jeder Palästinenser, der hier eine Industrie gründet oder unterstütz.{ oder der auf dem Lande arbeitet und so die Landwirtschaft fördert, oder der die Waren für seinen eigenen Bedarf aus der Produktion des Landes deckt, leistet Palästina einen patriotischen Dienst. Ein weiteres Ergebnis der Entwicklung der .nländischen Industrie in Palästina würde eine Reduzierung der Lebenshaitungskosten sein. Währung und Kurs Es ist oft betont worden, wenn Palästina eine etwas niedrigere Währung hätte, könnten die Produzenten sowohl im eigenen l.an.ic, als auch aul dem Weltmarkt besser konkurricren. Es ist aber zu bedenken, dall eine niedrigere Währung stets eine Erhöhung des Unterhaltsnivcans zur folge hatte. Es hangt damit auch ein Steigen der Kosten für die von auswärts zu beziehende״ Maschinen und Rohtnaferisücn zusammen. Eine niedrigere Währung neigt auch mehr zu Schwankungen und macht das Geschalt schwierig. Die britische Regierung hat sich entschlossen, den Wert des Sovereigns so nahe an Part zu halten, als cs geht, und damit wird auch das ägyptische Pfund, das die palastmcnsischc Wälinmg darste’.lt, gehalten. Die Folgen zeigen sich auch schon in dem S i n k c n der Lcbcnshaltungskosten, in der fort>chreue!vJcn Besserung des Handels und einer grüßen״׳ Stabilität der Handclsbcdingungen gegenüber den benachbarten Ländern. K11 P.״Iiislina-Pavi!!t!n aul der britischen Rclchsacsstcllnng Am 23. April soll in Wembley, sechs Meilen von London, die britische R c i c h s a u s s t c II u ng eröffnet werden, welche die größte dieser Art sein wird, die jemals ab.׳:( halten wurde; die Kosten wurden auf 10 0000.30 Pfund veranschlagt und es werden während der nächsten sechs M o 11 a t e 2 5 Millionen ßcsiichcraus allen Teilen der Welt erwartet, für die Juden aller Länder bedeutet cs eine große Befriedigung, daß Palästina als eines cer Mandat!«״der, für die Großbritannien verantwortlich ist, auf der Ausstellung durch einen P a I ä s t i na - P a v i 11 o r» würdig vertreten sein wird. Die Besucher aus allen Erdteilen und insbesondere die jüdischen Besucher werden auf diese Weise die einzig dastehende Gelegenheit haben, nahezu alle Seilen des palästinensischen Lehens keimen zu lernen, insbesondere jene Arbeit־;,gebiete des Landes, die zum größten Teil das Ergebnis jüdischer Energie, Initiative und jüdischen Idealismus darstellen. Diejenigen, welche sielt tür Kunst und K 11 n s t g c wc r b c interessieren, können Männer und Frauen aus Jerusalem, Hebron und Bethlehem bei der Arbeit sehen, Glasarbeiter werden wundervolle Proben ihrer Kunst gehen und y e m e 11 i t i s c h c Juden wird man bei der Herstellung jener Silberfiiigran-Artikcl beobachten können, durch die sie berühmt geworden sind. Von besonderem Intercssc wird für die jüdischen Besucher eine umfassende Aus- Stellung der Erzeugnisse der Be z a I e I -Schule sein. Einen lebendigen Gegensatz zu dieser Seite des palästinensischen Lebens’bilden Bilder und Karten, die das mit der Rutenbcrg-Ko 11 Zession geplante Werk veranschaulichen sollen. Jüdische Geschäftsleute wird wohl vor allem jener Teil der Ausstellung interessieren, der die industrielle Ent- Wicklung des Landes während der letzten fünf Jahre zeigt, eine Entwicklung, die fast ati'sch'ießlirh den jüdischen Unterriehmungen zu danken ist. Da ist Mehl zu sehen aus tler Grollen Mühle in Haifa; Salz, das von der palästinensischcn Salz-Gesellschaft in Athlit erzeugt wird; Asbest-