Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 21 (14.3.1924)
- Date
- 1924-03-14
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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0 r ז t tr ו ,•1׳ I 1; I 1 f t |Ü k 1' I i; יו¬ ן I $ i i 4־ JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 148 *5 Nr. 21 I>ic I'crlnuilterimlustrle ia Palfclifia Bethlehem i■ l hekrumtlich <l;1s Zentrum dieser Industrie, Ls werden nmnentiu'li christliche Andenken produziert. Die Fnhrikitüm ist zirka 39 Jahre alt tttal beschäftigt die Mehr- 111 it der Br\ülkcr11ug des Distnklcs als I leiinitidu •trie. Zirka >0(1 Personen sind diiekt damit beschäftigt. Werkzeuge werden wenig gebraucht, Verwemlel werden Airlalle von der Knnpl- Industrie, die meistens aus Üeutseldand und Anierilui kommen und IVrlinntterselinleii;ms verseldedeiieii Landern. Das impur• tiertc Rohmaterial hatte 1<>22׳ einen Wert von zirka '500 äg. Pfd., elcr Export fertiger Waren einen solchen von 5.300 Pl'ei. llaiiptexportlämlcr sind England, Frankreich und Amerika, Ein Teil der Produktion wird im Lande an Touristen und Pilger veikauft. Die l'i'üfje tlrt* /olücciheit von Maschinen .Wie hcreils gemeldet, befaßt sich der Advisory Council mit der Frage, oh Mir gewisse Maschinen Mir wichtigere Industrien die Zolltrciheit ciugeführt werden soll. Es ist sehr wahrscheinlich, daß in kurzer Zeit solche Erleichterungen cmgcMihrt werden. Dies wäre der Anfang einer vom Jiscbiib schon lange verlangten IndusUicfürdcruugsaktiou, wie sie in den meisten Staaten besteht. Husscnbandel her Außenhandel 192,1 Sohru rrsehlen der edii/irllc läandel Palästinas im Jahre 192). mport roport nach Syrien in Transit Zusammen ixpori xpoit Von .Syrien in Transit Zusammen .xccxport lit'iidd über den Außer!• Die Ziffern sind: UI2I 1022 1023 CE cp CE 5.87 t.«7$ 5.5S t 152 •1.035.2(15 1 ll‘,<>8) 3I7'1VW IM 0S0 0:018.30; 1.416,3118 3.710 3.028.831 1 3VI 3(>3 18.015 .5.12-1.') 15 1.551,710 15,007 1.120.101 1.600.937 82.808 188.810 233.073 Die Ahnaluuc der Importe erklärt 'ich dadurch, daß ransjordanieu und 1 laurau infolge der Wirtschaltsdepressian tveniger in Palästina kauften als früher und aiieh teilweise ns Syriin beziehen. Der Export hat um ein geringes zu- :enonimen trotz der mäßigen Ernte, Die Preise der Landesi»r01l11kte sind in Palästina noch immer höher als die Welt*!reise, wodurch ein Fortschritt im Export sehr schwer /u •rziclen Kt. Der Eraiisithnjidel nach Damaskus über Haifa hat sehr tark nbgenommen, iiamentlieh wegen der schlechten Kreditmd Valutavcrhältnisse in Syrien. Die Zunahme des Reexports st verursacht durch Exportverkäufe von Vorräten des Heeres. Die Importe verteilen sich auf folgende Länder; . 1321 1; irollbritnmiicn lustralien )Österreich telgien Irit. Indien u, Burntah Vcgypten 11. Sudan ''rankreieh feiitsehland lolland , Lilien ' ׳yricu iürkei (bei ׳,er. Staaten Sndcrc Länder i• 7 E 1,885.100 (»1.4! 4 81.715 73.701 32 I 1 I 207.2215־ 73I.S70 2(R<!St 261.883 213.703 2U.8'0 250.074 anderen Landern mitberechnet) 431.870 7 1.125.403 10 3 13 I 5 ו¬ ו• 4 1022 CE 1.550 502 121.077 101.020 117.100 153.177 501217 275:124 001.010 08.030 '218.108 302.073 101.775 ויו 507 070.057 ״0 28 «׳ 2 <׳ 11 3 12 I 1 0 3 0 12 1023 •CE 1.123.511 . llo 021 107.272 mm 120,118 302 018 200.725 171 ■132 110.053 213.811 814.723 100.503 103.207 453.118 5.581.132 100 4.035.265 5.871.8/8 100 Die wichtigsten Importgüter aus England waren i ig. Pul. liatuuwollwaren 300,217; Kleider 71.700; Tabai ,ahrik.de (30 Tonnen) 44,011; Wollwaren 41.500; Leben jnittcl UV000; Kohle (7671 Tonnen) 27.(X«0; Regierungs Militärgüter 384,103. Aegypten und Sudan sandten Zucker im Werte v<;8.535׳, Reis 63/203, Tabakfabriknte 18.773. Die starke A ■1ahmc dieser Importe gegen die früheren Jahre ist vt •irsaeht durch die gestiegene Eigenproduktion Palästinas Vi [i abakfabrikaten. De 111 s e 11 i a 11 d hat noch immer einen großen Aul! m Import, da seine Kaufleute längere KiCdiie geben. seine Hniiptricldungen nicht geände! um Der Export hat Hauptcxportländer 1022 CE 234.500 472.425 40.118 300.381 000 23־2 82.023!,״ 18 31 3 23 10 0 1013 XE '201.706 575.032 3<).96(> 178.452 310.000 128.074;)roßbritannien 123.775 0 äegynten 11. Sudan 550.850 20 *rinfcrcldi 21.(187 2 :iyrien 012.-150 43 er. Staaten 10,324 1 [inderc Länder 01/266 0 _ Zusammen 1.416.308 10t) 1.353.303.WO '1.534.730 H Die wichtigsten Expuvtgitter naclt England war!;Orangen (‘.Ml 506 Kisten) 256.608 Pkl., Wein (213 310 ki 500 Pfd., Thvmiincsseuz (6012 kg) '3471 Pfd. Die Ilaiiptexporte narli Aegypten und dem Suda :»estinden in Orangen ((!!0073 Kisten) 102.166 Pf<|., Sei 416t'' Tonnen) 187.334 Pi'il., Wassermelonen 82.405 äg. Pf Der 'Hamid nach Syrien ha; stark ahgciiommcu. ILuip titcr: Seife, Wein und Melonen. Diese Abnahme erkli Ich durch die stärkere Benützung des Kameltransporfes a!en verbesserten Wegen, der nicht statistisch erfüllt wercl! ann, da der Export nach Syrien liir Landespnodukte ur ertigwaren frei ist, während 'früher die Eisenbnhntranspor!!(׳nützt wurden. Einfluß der Z o 1 Ui 11 d e r 1111 g Die isaclislehende Tabelle zeigt, wie die Veränderung gewisser Zölle auf die Einfuhr gewirkt hat. Die Einfuhr on Spirituosen, Zuckcrwaren tark abgenotmnen. Parfüms und Zucker hat .sehr Artikel Zoll vm 1623 Zuode Ahiiüh m Tee .3 I’• T. p. kg 70.1 CD 76,450 ZI l'IMSM III -f■ 9 Zucker I H tt tt 8,230.823 6.292.057 23,6 ••״ ,etrolein, Ben• zin usw. 1׳ tt tt It 530.052 845.988 57'S־f• , 'ip'uiUioKcn 11. .1:E .er: Liköre 36 «1> d. Wertes 2.821־3 21 3SS 31,8״•* Vein 20 ., ״ 0/0 (׳4.67 •1:371 -- 2,3 Tier 20 ' ״ n <״ 67,886 . 47.738 — 26,7 [*arfiims 25 ן, "!יי,,* 19.176 14.263 — 25,6 l'uckcrwarcn 20 ,.1h 1* - i! 4.621 26.300 •**?! 36,8 H a ti p t e x po rt e nach Mengen ׳ , ä» '» 1922 1623 Puläsfina Transit von Palästina Transit von Syrien Syrien Win ki; 2.704.651 1.$16.363 <!rangen Ki. 1.238.8׳«׳» , 1,362.083 Wasserme Ionen I , •» i 26.510 Seile tous 3.077; 4.798 Weireu 3.788 ״ 3.113 Linsen ־ 1.981 2.707 ״ 3.101 591 Bohnen ,, 3.018 26 2.942 Lupinen tt . * 2.076 , >! Sesam 1.470 ״ 1.169 iMandrlu 640 ״ 335 Z o 11 e i 11 ti k h m c 11 einschließlich a) den fixen Betrag dir on Trausjordanlen zu zahlen ist, b) Transit und andere Gebühren 1621 102 1 1923 HE £E!;E laffa 4>i).326 355.36(! '314.621 fkiil'A 22.712־2 181.331 125/233 Jcrus.ilem G.i/.i 65.671 81.601 66.029 6/263 5.663 5.094 l.vdila 8.380;5,1(17 8 990 Tulkarcm 6.453 5.603 6.898 Andere 12.641 10.639 16.756 Zusammen 019.45S 616/02 ■“3132)21 Zahl Tonnen 32,05 27,01 ״'<> 23,21 ״׳״ 5,55 יי‘# 3,7(1 «״־.׳ 3,3(! •;» ],10 81׳ 37.10 ״'״ 22.11 ״'״ 8,02 13׳ 8,61 ׳ H'v der Schiffsverkehr Dampfer Segelschiffe diigrlnrigt abgefahren abgefahren elngelangf 1.880 1.822!’ ■ 584׳ 504 1,213/247 1,180,333 30.128 30.671 Dampfcrtonnage stammte aus .Großbritannien ' Italien Segle! tonnage <י tt ft V ft ft ff tt ft tt Frankreich Deutschland Rumänien Holland Amerika Syrien Aegypten Italien Palästina Schiffe und Bahn Importe nach Jaffa u. Haifa J11f l a: Seeweg IGIm £E 2.010 56! 213.575 Serien XE 453 Syrien XE 'XE ' 481,818 % 2:11.128 XE 41.164 5.922 Zusammen 2.21)3.166 •433 712.616 " 26.. 50.116“ Haifa; Seeweg Bahn 1. KT 613 258.600 108.670 80.518 1.54.121 8.700 '207.7 32 36.881 66.745 65.605 Zusammen i. 113,213 T8T227 —'45.381 421,853־“ ־ 132.350 Aus dem oltlzklleo Jahresbertefit Die Depression, die 1022 :•0 akut war, dauerte in der ganzen Levante auch 1023 an. Die״ Ursachen blieben dieselben; geringer Kapitalzufluß, Immobilisierung des Kapitals in Land und Bauten, bcschränkie Kredite, hohe Zinsen. Einige kleine, unrichtig geführte Unternehmungen gingen zugrunde. Ende 1023 war die Situation ökonomisch ge• sittidei־ und die absteigende Tendenz scheint beendet. Der O r a n ge n ha nd el, leidet, stark ,unter der Urt• cinigkcit der Exporteure in bezug auf gemeinsames Vorgehen bei der Verschiffung. •••׳.. Export 21׳/1620 1021/22 1022/23 Kisten Wert free on board 830.030 XE '200.475 323.373 ״ ' 1.234,231 415.103 ״ 1/363.543 1022/23 gingen nacli England 61 <׳'׳>, naelr Aegypten 33"/« des Exportes. Heuer cröffnctc die Saison in England trotz der Frachtrcduktion von auf »/< per Kiste mit schlechten!,reisen, 8—12 sh. per Kiste. Wicin wurde weniger erzeugt und exportiert, da fran* zödschc und italienische Weine billiger sind und manche Länder die Zölle erhöhten. Wein, herb ״ süß Arrak Alkohol 1020 1.745.471. 800.287 28.016 67.567 1621 3,370 012 705/263 37.614!7 m 1022 2,537.781 254,010 35.560 5.687 1023 1.887.568 636.776 45.763 5.150 Der bekannte Ausfall in der Getreideernte kann durch folgende Ziffern bekräftigt werden; Weizen Gerste * 1022 Export Import Tonnen .5.788 OO 7.115 126 1023 Export Import Tonnen 3,117 4a56 12 10,030 Die t iiiseiicriite war etwas bcf.scr, besonders aber jene in Melonen (Exportiekerd 131.000 Pfd.). Die Scifcnimfustric. priwperierte. Der Export stieg auf 418.(»00 Pfd., Seile aus Jaffa und Haifa wird, weil bessere Methoden der Fabrikation angcweiulct werden, jener von Nablus vorgezogen. Für tlie Sclfcnfabrikafion wurden 1618 Tonnen Olivenöl und 661 Tonnen Actztmtnoi! bezogen. Die Erzeugung von Tabak und Zigaretten ist gleichfalls em|x>rhl1iI1end; 1022 wurden importiert 416 tons, Wert 240.000 £E ״ 120.000•״ ״ 231 ״ ״ 1923 17 Fabriken dieser Branche arbeiten bereits im Lande. Die Touristeusaison war gut. SdBfte»e0cn Zahl der Sdrulea des I'r*lch2ngsdeparte1a€i(8 der zlosisflschei Exeloilve Im Jatire 5C8J ach Arten: Zahl Lehrer Lehrstellen Schüler Kindergärten 37 63 63 2.019 Volksschulen (V, 306 271 35־7,8 Mittelschulen 3 62 2־5 827 Lehrerbildungsanstalten 3 33 23 310 Handelsschulen 3 11 0 184 llundwcrkcrschulcn 4 10 0 232 116 —4$7Jm 428 -11:407־ nur teilweise erhaltene Institute 6 0 9 117 ** . 496 —— TB2T Nach Orten: Jerusalem Jaffa llaifa Tihcriai Safcd 1 Andere Städte 1 Kolonien in Judäa ״ ״ bamaria ״ ״Galiläa 28 13 5 3 4 6 24 8 25 167 118 30 13 16 9 67 18 40 ' 145VS 102 31 11 •a H'ö 8y& 63 16 37 3.660 3.152 794 34S 402 118 1.609 348 666 nur teilweise erhaltene 116 487 ־* 420 ti.ior Institutionen (3 in Jerusalem, t fit Haifa, .1 in Galiläa) 6 9 9 117 122 466 438 11/>2r 111 der Aufstellung sind C, A,•Kolonien enthalten: auch die folgenden Anstalten der Kindergärten 10 11 210 Volksschulen 16 50 626 26 ־ 61 4.166 Das Budget derselben wird voll aus den Schulgelder!* und den Beiträgen der I.CA. gedeckt. Das Budget e rfo rd e rn i * für die Anstalten (mit Am• nähme jener der l.CA.) beträgt: a) Gehälter für Lehrer und Beamte 60.609 b) Miete 5.3152 e) Diverse ' j.843 d) allgem. Auslagen (Autorcnlionorare, Lehrerpensionen, Ausgaben f. d. Departement, Arbcitcrscnulcn) 3.044 SOOnJ Die Exekutive ist an dem Budget mit 60.000 Pfd. beteiligt. Der Rest wird durch Schulgelder, Rcgicrungssubvention, Ge• melndcu und Waad Lcnmi gedeckt. Sanitätsweeen Wf Krankenkasse der Arbritercrganlsalion ״KnpaJ Cholim“ Im «!•!gelaufenen Jahre wurden eine Anzahl von Kranken• zimmern in verschiedenen Teilen des Landes eingerichtet. Ein zentrales Spital wurde in Eil Charod für die Siedlungen im Tale Jesreef eingerichtet, das 28 Betten umfaßt. Monatshudget 180 äg. Pfd. Dies ist der erste Versuch, ejn Spital in den Arbeitersiedlungen selbst anzu lege n, damit die Kranken die langen und kostspieligen Reisen in die Stadt vermeiden und sofortige Hilfe erlangen können. Die wichtigsten Arbeiten der Kupat C.holitn entfallen auf den Distrikt Jaffa, in dem >׳;, ihrer Mitglieder domizilieren. Sic besitzt die größte Klinik in der Stadt mit 10 Kräften, einer großen Apotheke und einem Spital mit 14 Betten. In diesem Distrikt wird von der Kasse 41009 Personen Hilfe geleistet. Um ein passendes Cicbäudc um den Betrag von 2000 Pfd. zu errichtfn, erwarb sie ein Grundstück in Tcl-Awiw, nuf dem bereits Klinik und Apotheke im Bau sind. Die zionistische Exekutive steuert 3645 pfd. bei. Zirka 1060 Ar• beiter haben freiwillig die Leistung von 1—3 Arbeitstagen für den Bau zugesagt. Die Kupat Cholim hat auch ein H?1rs von der Achuz^th Baith in Tjbcrias erworben, tim dort Betten .für Kranke,- welche die heißen Quellen benützen, aufzustcllcn. De Zahl der Betten, über welche die Kupat Cholim verfügt, ist folgende: Kranker!• Zimmer Tibcrias.46, Bcth Alfa 12, Nahalal 42, Pctnch-Tikwah 8, Jaffa 14, Spif.1l En Charod 28, Sanatorium Berg Karmel 42, Sanatorium Jerusalem 16, zusammen 123, Der Bau des Sana- (orjums in Mozza schreitet fort. Zunächst wird nur der erste Stock gebaut werden zur Benützung für Rekonvaleszenten ans Jerusalem. Literatur Dr. Ch. Arlosoroff 1 Lage und nächste ■ Aufgaben unserer Kolonisation. Dieses auf dem Dresdener Dole• gicrtenlag gehaltene Referat ist jetzt im ״llitachduth“-Vcrl.fg als Broschüre erschienen. Das Referat ist ein wertvoller Beitrag zur Erfassung der Lage. Leider werden solche Referate nach dem Anhören und Beifallklatschen schnell wieder vergossen. Deshalb Ist es gut, daß das von Arlosoroff ׳ in Scparatdruck vorlibgt. Nach Arlosorot'i ist auf die landwirtschaftliche Kolonisation das Schwergewicht der zionisti• sehen Arbeit zu legen. Aber nur diejenigen landwirtschaftlichen Kolonisatinnsformeti repräsentieren pinen nationalen Wert, die auf Grundlage der jüdischen Arbeit aufgebaut sind. . Oie übertriebene Schätzung der städtischen Bautätigkeit lehnt Arlosoroff «b, wenn er auch zugibt, daß diese 1921/22 das Verdienst hatte, die von den Kwischim nhMrömcndcn Arbeiter zu beschäftigen und daß durch sie Cltaluzim in den Bauarbeiten angelernt werden. Aber ihrer Ausdehnung ist eine Grenze gesetzt, die nahezu schon erreicht ist. Das städtische Gewerbe und die Industrie haben fast nirgends gezeigt, daß sie eine wachsende Zahl von Einwanderern aufnehmen könnte. Die Betriebe sind meist Kleinbetriebe, die überdies an Kapital* mangcl leiden. Es kam! hei den geringen Absatzmöglichkeiten in Palästina nicht anders sein. Der Bedarf ist so klein, daß er durch wenige Betriebe in jeder Branche gedeckt werden kann. Auf die mangelnde Konsumkraft des Landes und die notwendige ״Verdichtung des inneren Marktes'* kommt Arlosoroff mit Recht immer wieder zurück. Diese Verdichtung kann nur durch Vergrößerung der IJr• Produktion erfolgen. Die alten Kolonien und auch die Acluisofh befinden sich in einer schweren Krise. Sie sind stark verschuldet. Die Zahl der beschäftigten jüdischen Arbeitet ist wieder zurückgegnngcn. Diese bemühen sich 11m die Einstellung in die Kolonien, welche sie als Ausbildungsstätte betrachten. Die Pflanzuugsproduktc der alten Kolonien haben nur einen beschränkten und unsicheren Markt. Die Ackerbatikoionicn sind gegen die Einfuhr nicht konkurrenzfähig. Die neue» Siedlungen sind die einzigen tragfähigen .Positiouen. Die Arbeiter sind bemüht, durch stete Hiuzufiigung wichtiger Betriebszweige die ökonomische Selbständigkeit der Wirtschaften herbeizuführen. Nach Besprechung einzelner wichtiger Fragen der Kwuzothbetriehe weist Arlosoroff darauf hin, daß die Preise der landwirtschaftlichen Produktionsmittel (Maschinen, Inventar) stärker gestiegen sind, als jene der Produkte (diese sind sogar inzwischen gefallen). Deshalb sollte mit Ausnahme de* nötigen Aushaus der bestehenden, vielfach ati Bodcnmangcl leidenden Betriebe derzeit mit weiteren größeren Investitionen zurückgeh alten wer• den. Arlosoroff bespricht ferner die Notwendigkeit des Agrarkredits. Er sagt am Schluß, daß zwei wirt* schaftticnc Probleme be/iiMich der Kolonisation gelöst werden müssen. Sic bc/it-hen sich auf das- Verhält• nls zwischen Kosten und Erträgen und zwischen Produktionskraft u 11 d' V e r 1 c I! r« n g. Die Lösung hängt von einer Reihe von Maßnahmen der Landwirtschaft*• Politik (Reform der Zötlc, ,Währung, Steuern) ab.