Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 21 (14.3.1924)
- Date
- 1924-03-14
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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0 Nr. 21 von ihnen wurden abgcschafft, jene au( Fischerei, Seide, Zölle (herabgesetzt aut l 2״ zugunsten der Hafenstädte). Gegenwärtig werden erhoben; 1. D i e 'S a 1 z t a x c. Die Sehuldcnadministration bei der Regierung ist die einzige Körperschaft, welche Lizenzen für Import und Verkauf Von Salz erteilen kann. Ein grober Teil des zum Verkauf gelangenden Salzes stammt aus dein Meerwasser und ans dem Toten Meer. Die Taxe betragt 6'/a Milliemcs per Kilogramm. 2. Die S t c m יו e 11 a x c n. Diese einigermaßen verwickelfen Gebühren sollen erleichtert werden durch Aufhebung der Taxen auf Pässe, Eiscnbnluibillcts, Kusehans und llvpo* flicken. 3. AI k o 11 o 11 a x c n. Sie betragen für Erzeugung von alkoholischen Getränken 30 ״,. des Marktpreises, bei Wein und Pier IST״, reiner Alkohol 1875 Piaster pro• Kilogramm, Likör mit 2—8(9 0״ des Wertes je nach der Verkaufsstätte. Dadurch leiden die einheimischen Erzeuger unter der Kon■ kurrenz eingeführter Spirituosen, die nur 11 «,« Zoll zahlen. 4. Spiel- und T o m b a k 1 i r. c n z e n. Erstete zahlen 20 Pfd., letztere 1 Pfd, pro Jahr. Der Verkauf von türkischem •Tombak ist steuerfrei. 5. Tabak Abgabe. In der Türkei war der Verkauf von Tabak monopolisiert und der Tabakregie übertragen. Für Palästina wurde dieses Monopol 1021 ••»»geschafft. Die einzige Steuer auf Tabakpflanzungen blieb der Zehent, der mit 2 Pfd. per Dunam für einheimischen und mit 4, spater auch nur 2 l’fd., für türkischen Tabak festgesetzt wird. Die Zölle sind im allgemeinen mit 11 <7<י festgesetzt. Ausnahmen gelten für Baumaterialien und für cingctührie Tiere für Landwirtschaft und Konsum. Die Tabakzölle sind; ׳ Tabakblätter 55 Puster per kg Verarbeiteter Tabak und Zigaretten 55 ״ ״ ״ Zigarren, Schnupf- und Pfeifentabak (»0 ״ ״ ״ Persischer Tombak 20 ״ ״ ״ anderer ״ ״ ״ 10 ״ 1922 wurden diese Sätze um 5 I’iasicr erhöht. Im Jahre 1923 führte die Regierung Abgaben auf eiligeführte Artikel ein: Tee 3 Piaster mul Zucker 1 Piaster, Benzin und andere für Automobile nötige flüssige Brennstoffe 4 Piaster per Kilogramm, Liköre 50 ״יי, Champagner, liier und Wein 20 °,'e, Parfüm und Pnrfumcsscnzcn 25 Schokolade und Zuckerwaren 20 ״». Ferner eine Taxe von י/נ für alle •Transitgüter und 1 ״> für Exportwaren. Gemeindesteuern• Nach dem türkischen Gesetz von 1915 konnte eine Stacltgcnieinde Steuern fcstsctzcn: auf Immobilien durch Zuschläge zur Vergho und eine einmalige Steuer ׳auf ncubebautc* Terrain, auf Alkohohcrkauislüdcn, auf Verenügungsstäffen und Strafienremignngsgsbührcn von den Hausbesitzern. Auf bewegliches Eigentum 2',״ י.י'«, bei Ver* kaufen und öffentlichen Auktionen, Taxen auf Petroleum und sonstiges Lcucbtmatcrial, Lizenzgebühren auf Fahrzeuge (Kaniartaxe) 2(; ge, für den Verkauf von 'Heren, ferner Schlächterei- und andere Gebühren. Die Okktipationsbchörde führte eine neue Taxe (Oktroi) von! ו•'״ für alle durch das Stadtgebiet geführten Transitwaren ein. Die Zuschläge zur Vergho wurden abgoschafft und dafür eine Miotsstcuer cingcfuhrt, welche die Hausbesitzer zu zahlen haben, die auch für Deckung der Strallenpflasteriing, Reinigung und Beleuchtung diente. Das Maximum war 7';* ״,« der Jahrcsmietc. 1920 schaffte die Regierung Oktroi, Kantar und Petroleum- ״Faxe ab, dafür wurden die Zölle von 11 auf .12״» erhöht und das eine Prozent jenen Gemeinden überlassen, durch welche die Güter passierten. Die Fahrzeug- und StraücnbcniiUunßstaxen der Regierung wurden vereinheitlicht und den Städten 25 ׳,״» davon überlassen. Volkswirtschaft Die Lebenskosten 1923 Nach den Preisen des Kleinhandels wurden diese offiziell wie folgt berechnet: Nimmt man den Preisindex vom Januar 1922 mit 100 an, no war er im Januar 1923 85,8, fiel dann sukzessive bis September auf 71,3 mul stieg daun langsam an; Dezember 1921: 75,8, Durchschnitt 1923 : 72,9. Der Durchschnitt!922־ (auf Januar 1922 100 -־־ bezogen) war 88,2. Eine arabische Familie von fünf Köpfen brauchte per Monat für 20 der wichtigsten Bedarfsartikel durchschnittlich im Jahre 1923 633 Piaster. Während 1923 gegen 1922 die Preise für Getreide, Vieltfuttcr, Tabak sielt nicht wesentlich änderten, sind jene von Ohät, Oel, Brennmaterial, Getränke, Seife um 15—20 ״/״, jene für Gemüse um 30 0,״ gefallen. ״Wirtsdtallliclic Moralillit“ In einer Korrespondenz aus Palästina, betitelt ״Moralin Eeonomiqtic“, die in Nr. 21 der 1״ lalikwah" (Antwerpen) erschien, beleuchtet der Autor sehr kritisch die Art, wie die palästinensische Bourgeoisie ökonomisch denkt. Besonders spricht er davon, daß jeder kleine Unternehmer allzusehr von der Wichtigkeit seines Tuns überzeugt ist, die Augen der ganzen jüdischen Welt auf sich gerichtet glaubt und sicher ist, daß Palästina auf seine Produkte wartet. Der stärkste Produktionszweig in Palästina bestellt in der Herstellung von Ideen und Theorien. Insbesondere ist die Idee der notwendigen Seibsterzeugung der Bedarfsartikel eingewurzelt und viele stürzen sich in einen aussichtslosen Kampf mit der eure»• päischen Industrie. Die Schlußkcttc ist ungefähr die folgende: a) Palästina braucht Möbel, b) ich erzeuge Möbel, c) ergo wiid Palästina meine Möbel kaufen. Ein anderes liebe! ist die allzu starke Inanspruchnahme von Kredit. Man erzählt in Tcl-Awiw eine Anekdote, nach der jemand, der nur 1 äg. Pfd. besaß, sich ein zweistöckiges Haus erbaute. Auf das eine 1’fimJ hin erhielt er von einer Seite einen Kredit von 5 Pfd. Int Besitze dieser verschaffte er sieh auf anderer Seite einen Kredit von 100 Pfd. iisw. bis er das zum Bau nötige Geld beisammen hatte. Ucbcr.iil herrscht eine Ucbcrschuldiing, die aber den Betreffenden keine Sorge macht. Man erachtet den Besitz von ausreichenden Mitteln für eine Unternehmung nicht für nötig, wenn der Unternehmer nur Fachmann und die Sache anscheinend aussichtsreich ist. Einem solchen Pionier sei man cs einfach schuldig, ihm Kredit zu gehen. Man arbeitet bis zu f f) ״v, mit Kredit. Ebenso ist cs mit dem Hausbau. Jeder mittlere Beamte mit 25 Pid, Monatsgehalt will sielt mittels Kredit ein Haus bauen und ihn durch die Mieteinnahmen altzahlrn. Viele Hausbesitzer, die mit Krediten der Bank der Bramleisgruppe bauten, kamen mangels eigener Mittel in kurzer Zeit in eine prekäre Lage. Diese Bank mitte besser getan, mit ihrem Kapital von 75 009 Pfd. 10—15 große Mieihäuser zu bauen und die Wohnungen billig zu vermieten. Der Effekt: Senkung der Mietpreise wäre derselbe gewesen, aber die Last der Hypotheken hätte nicht Eigner von Häusern, die durch Kredit erbaut wurden, erdrückt, ihre Konsumkraft vernichtet und dadurch den Kreislauf der .Wirtschaft geschädigt. JUED15׳CMC RUNDSCHAU Die Palästinenser sind zu großspurig, alle wollen eigene Häuser haben, als Fabrikanten mir die besten Sorten erzeugen usw. Ls nutzt aber nichts, die Leute, die auswärtige Produkte kaufen, des Mangelst an Patriot!sinnt zu zeihen, der Fehler li׳-gt in der mangelnden Konzeplion des Fabrikanten. In die Unternehmungen hat sich eine neue Art der Mischung von Philanthropie utul Geschäft eingebürgert. Irgendein reicher Mann, der eine Fabrik in Palästina zu haben wünscht, gibt das Geld und der Fachmann, mit dein er sich as.soziier; hat, hat allen Nutzen, der Geldgeber alles Risiko, All »lies verdirbt die kaufmännische Moral der Bevölkern:!״, Anmerkung der Redaktion( Diese scharfe Kritik Kt gewiß zu generalisierend, aber sie trifft doch Erscheinungen, die sieh im wirtschaftlichen Lehen Palästinas «ehr bemerkbar machen. Ohne Selbsterkenntnis und unbarmherzige Selbstkiitik ist keine Besserung möglich. V01i\ct>? Autoverkehr Haifa — Dnfjdad Ein *rtlrhrr ist seit einigen Wochen mit großem Erfolg von der Administration Cingcfuhrt worden. Die englische Post nach dem Irak wird von dieser Linie befördert, fie konkurriert auch erfolgreich mit Flugdienst auf dieser Strecke, obzwar für diesen die Gebühren auf fast die Flalftc herabgesetzt worden sind, Straßenbau Eine neue Straße zwischen Akten lind Ra* el Nakura (syrische Grenze) ist im Bau, die von der Gesellschaft für Sträflings,irbeit ausgcfülirt wird. Seife 147 Hie Koionls3flo11slali3!;dt des American Zionist CosntnoJuveaKh Die von diesem errichtete Kolonie flalfouria umfallt 13.ÜM» Dunam, auf denen bisher 33 Familien angcsiedclt worden sind, 45 Hauser mit Wasserleitung und allen konsiigen Erfordernissen sind bereit» gebaut. im-gesamt sind iu;',er •15.000 Dollar vom A. Z, C, investiert worden. Dieses plant die Gründung einer neuen Kolonie als Gartenstadt mirdlieh von Tcl-Awiw. Da» in Aussicht genommene Terrain umfaßt 4 Zonen. 1. ein Streifen von 4 Meilen längs der Sccküitc, bestimmt für vornehmere Häuser. Fr besteht aus HW Parzellen zu 10 Dunam. LandemwärU folgen Zone 2 uiul 3 mit je HX) Parzellen zu 10 Dunam. Sodann Zone 4 mit 500 Parzellen zu 10 Dunam. (Insgesamt sind es also 800 Parzellen, 8.000 Dunam,) Die Aktion zur Gddaufbringung ist im Zuge. Die Gesellschaft will jedes Jahr eine neue Kolonie errichten. Die arabische Arbeit in den alten Kolonien Nach einer Zählung des landwirtschaftlichen Merkas bea fanden sich in den alten Kolonien J u d ii a Petach-Tikwah 300 Juden 700 Araber andere jUd. Kolonien ״ 270' ״ 853 Samaria ״ 517 ״ 573 Ci a 1 i 1 a a 168 ., ״ 230' 1.255 Juden 2,378 Araber In der Erntezeit kommen noch zirka .3000 arabische Arbeiter hinzu. Dort, wo die Arbeiter eine ständige und gut entlohnte Arbeit haben, wie in Samaria, widersetzen sic sich der Ein- Stellung neuer Arbeiter, damit der Lohn nicht gedrückt wird. In anderen Punkten wird die Einstellung neuer Arbeiter freudig begrüßt. . Hrbcitomarht Die Arbeitern!!! bei Bauten und öncniltclicn Arbeiten im Jahre 1923 1. Bauten und öffentliche Arbeiten: Ungelernte Arbeiter 437 Maurer 99 Tüncher 39 Pflasicrer 36 Tischler 61 Schlosser ׳׳ 41 Ziegelbrenner 3־5 Anstreicher .31 Elektriker 41 Spengler 4 Wasserlcituiigsarbeitc. 22 Glaser ד Wächter ח . Steinhauer 4a technische Arbeiter 30 verschiedene Arbeiter ,AS 1.007 2. Arbeiter bei Erzeugungsstätten von Banbedarfsartikd: 0 ßaumatcriaifnbriken 6(0 Arbeiter 42 Hol/wcrkstättcn 20 MetaliwcikstäUeit ״ 103 403 Arbeiter 3, Arbeiter für Transporte r f ■ t ‘ ■< י ( 60 Wagen 90 Arbeiter 5(» Kamele ■ ״ 2.3 32 Esel ״ ״ 20 153 Arbeiter Die ArbcUcmltl bei den Bsaton 1023 Nach dem Pinkas waren 1923 beschäftigt: 1. Arbeiter bei Bauten und öffcntl. Arbeiten 1.007 2. in den Betrieben für Baumaterial 403 3. bei den Lasttieren 153 1.563 einzelne, die. nicht darin Inbegriffen sind 57 1.620 Landwirtschaft Tabakbau Durch den Abschluß der Pflanzer mit Herrn Ltibflner, über den schon berichtet wurde, wird der Tabakbau In den jüdischen Kolonien stark . ausgedehnt. Ucher die große Be deutung des Tabakbaus für die rasche Hebung der Lago ajler Kolonien wurde schon wiederholt gesprochen. Diese Kultur hat den Vorteil, sehr rasch gute Ertrage zu geben. Es sollen in diesem Jahr bepflanzt werden In den Kolonien In Itrläa 5.203 Dunam Samaria 1.372 Etnek 630 t bitcr-Ciatiläa 3.630 Ober-Galiläa 1.900 12.790 Dunam Sollte dieses Programm nicht ausgeführt werden können, so worden doch zumindest 10,000 Dunam hepHan/.t werden Dies ere ilte eine Ernte ■im Werte von mindestens 100.000 Pfund. Fs so'lon auch einige Versuchsstationen wegen Ueber- Prüfung der Einführung neuer Sorten angelegt werden. FI; ersten Versuch? 11 den jü'lhclwn KoViirn wurden 1921 ,gemacht, wo im ganzen 5!» kg türkischer Tabak geeintet wurde.!<):.! stieg die Produktion schon auf 25.000 kg. Wem! nur 40 kg per Dunam Ernte gerechnet würden (der Ertrag Kl gewöhit'lcii 50 (!0 kg), so würden die jüdischen Kolonien 1921 nicht weniger ah 400.000 kg ernten. Die Ausdehnung der Tabakpflanzung wurde durch die Abschaffung der Rechte der türkischen Tabakregie durch die Administration ermöglicht. ln den letzten Jahren (1922 und 1923) wurde der ge erntete Tabak von der ägyptischen Firma Maspero frlrcs augekauft und im Lande seihst zu Zigaretten verarbeitet, Diese Firma stellte dcn'Farm'erii auch Experten zur Verfügung, und die Qualität des Tabaks besserte sielt hierdurch sehr, Doch der Bedarf des Landes ist beschränkt und deshalb zeigte sieh bald eine Uebcrprodiiktion. Man befürchtete schon eine Ahsntzkrise, wie man sie hei Weut und Orangen schon mif״fma(l׳.t hatte. In dieser Situation Int das Abkommen mit l.ubliner üieht nur den Absatz der. bisherigen Produktion gesichert, sondern die oben erwähnte gewaltige Ausdehnung der Anpflanzungen im Jahre 1924 inauguriert. Die. IcnlwiekliiBij der Crßnpnproilulfüon Einen! Bericht des Ackorbnudcpartcmcnl» ist zu entnehmen, daß der Eridcertrag von Orangen in Palästina, der 1893 nur 30.000 Kisten betrug, bis 1913 auf 1,600.00 Kisten stieg. ■Nach dem starken Rückschlag durch den Krieg ist bereits die Voikriegsprodnktion erreicht, in der Saison 1022/23 wurden 1,500.000 Kisten exportiert. Industrie Die Mlihlcnlndnstrie In Palästina (Auszug aus einem Bericht in Nr, 52 des ״Commereial Bulletin")( Die Produktion an Weizen in Palästina war: 1920 21 62.897 Tonnen 1021 02 לד RAS 1922/23 101,298 237.0SO Tonnen Ueber den Import Palästinas von Weizen aus Trans- Jordanien gibt cs keine exakten Ziffern. Für den Mehlkonsum können *cuätzungswcisc Angaben gemacht' werden. Danach war vom 1. Juli 1920 bis 30, Juni 1923 (drei Jahre) die Nachfrage nach Weizen zirka 109.000 Tonnen per Jahr. Diese Ziffer ist wie folgt berechnet: Wcizcnproduktioi! (wie oben) 237.080Tonnen dazu fiir Unterschätzung unu pichtgcscli.it/tes Land 23.000 2 ״f»O.O80 Import von Weizen 411 Tonnen J ״ ״ Mehl (berechnet in Weizenäquivalent) 33.200 ״ ״ ״ Weizen aus Transjordanien und dem Hauran 36.000 69.6111 ״ . . . 329.791 Davon ab: Export von Weizen 3.550 Tonnen ״ ,, Mehl (Aeqnivalfnt) 135 3,691 ״ in 3 Jahren 320.0" ׳CX) Hierbei wurden HX) kg Weizen mit 81 kg Mehl gteichgesctzt. Die Zitier von 109.000 Tonnen entspricht *ehr gut der theoretischen Annahme, daß im Durchschnitt per Kopf weniger als 1 Pfd. im Tag konsumiert wird. Während England 140—145 kg per Kopf und Jahr konsumiert, resultiert au« der Ziffer 109,000 für Palästina eine Kopfquote von 132 kg, doch wurden dort noch 10.000 Tonnen Mehl aus Durrah verzehrt. (Berechnung: 757.000 Köpfe ä 132 =10.000 ־׳ Tonnen plus 7.000 Saatgut 107.000.) Auf Mehl berechnet ist der Konsum 88.000 Tonnen pro Jahr. Aus der obigen Berechnung erhellt, daß von diesem Bedarf CO <ya durch Eigenproduktion gedeckt werden, indes 20 <y# der Import (abzüglich Export) liefert. In Palästina gibt es 2/13 Mehlmühlen, von denen 135 primitiv sind und durch Wasserkraft, indes die anderen dureU Dampf und Oelmotoreii betrieben werden. Bloß 110 Mühlen sind bei der Regierung registriert, von diesen haben 45 stallstische Angaben gemacht: Man kann die Mühlen ln drei Kategorien teilen: zur ersten gehören alte Unternehmungen, die primitiv arbeiten, zwei bis drei Leute beschäftigen und wertiger als 30 Tonnen per Monat produzieren. Sic treiben keinen Handel, sondern verarbeiten das Getreide der Nachbarsch,aft. Zur zweiten Kategorie gehören solche Mühlen, die in »fett id/ten 15 Jahren errichtet wurden. Diese investierten beträchtliche!) Kapital, arbeiten mit Oel- oder Dampfmotoren, halten fünf bis acht Angestellte und produzieren 30—00 Tonnen pro Monat. Eine dritte Type kam erst in letzter Zeit auf. Mühlen, die mit großem Kapital und modernen Maschinen arbeiten und Mehl an Bäcker, Kauflcate und das Ausland liefern. Hierzu gehören die Grands mou'.ins de Palestinc (Haifa) und Gelat's ITour Miß in Jaffa. Von den 110 registrierten Mühlen arbeiten in den Distrikten: Jerusalem 37, Samaria 27, Nord 26, Süd 20; 88 gehören Arabern, 22 Juden. Aus den im Bericht gegebenen Schätzungen erhellt, daß alle 265 Mühlen des I.andes zirka 350.000 Pfd. Kapital halten und zirka 7.000 kg Mehl per Monat erzeugen. Davon hat die große jüdische Mühle in Haifa allein 100.000 Pfd. Kapital und ihre Erzeugung Ist 1.250 Tonnen per Monat. Daraus ei!teilt ihre große Bedeutung zur Genüge. Was die Produktion und die Preise betrifft, *יי ist in Palästina wegen der primitiven Methoden der limteertrag sehr niedrig, durchschnittlich 600 - 650 kg Getreide pro Hektar gegen 1 HO in Kanada, 1550 m Australien ,und 1793 in Aegypten. Die Produktionskosten sind daher in Palästina sclir hoch, in äg. Pfd. 71,5 per Tonne, in Amerika 6, in Kanada 4 -4»׳';•. Die Preise des Brotes gehen nicht mit den Weizenpreisen, wenn diese fallen, so gehen diese nur wenig herunter. Von 1022/23 sind die Weizenpreise um 33 O, die Brotpreisc nur ton 4 ״> gefallen, trotzdem von den Produktionskosten des Brotpreises 5/» auf das Mehl cidfallcn. Die Aussichten der Rohrzuckcrlaänsirle ln der Rubrik ״Das neue Palästina" der ״Wiener Morgen- Zeitung" vom 2). Januar erörtert Mark Schwarz, Tcl-Awiw, diese Frage. Die Produktionsbcdlngimgcn in Palästina sind für Zuckerrohr ganz ähnliche wie 1. B. In Texas, Eine Fabiik für Verarbeitung von Zuckerrohr mit der Kapazität von 101X) Tonnen Rohr per Tag (--- 50 Tonnen Zucker) würde 1 Mi’iion Dollar kosten, und bet vorsichtiger Schätzung bi» 43 M» Heingewinn tragen, Palästina allein braucht jährlich zirka 15 000 Tonnen Zucker, dazu käme der Absatz in Vorderasien, wo keine Zuckerfabrik besieht. Per Acre könnten 30 Tonne!» Rohr gewonnen werden. A ä