Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 21 (14.3.1924)
- Date
- 1924-03-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 140 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 21 Aktiv* |g. P(d. Eisenbahnen, Wege usw,, übernommen von der Kricgsvcrwnltung. Vermutlicher endgültiger Schätzbetrag . 2000 ft» EUcnbal1nmnterl.il, Wege, Bauten, Telephon usw. von der Zivüadministraiton beschallt ..... 1 805 ft» Jaffa—Jerusalem-Eisenbahn . 580000 Darlehen an die Landwirte. 30.) 000 y°״»‘e .. 2140«) Bargeld, Vorschüsse, Da (leiten.. . 162 (XX) xus. 4 245 UU> Schulden ,Von den Kronanwilten geliehen zur Deckung von Investitionen .1 310 OCX) Vom Krlcgsminlsterlum übernommene Vorräte (rückzahlbar in fünf Jahresraten).. , 200000 Anglo Egyptian Dank (Darleiten für Landwirte) , 361000 Hierzu die an die Krlcgsverwaltung geschuldeten . 2000 003 Diverse Darlehen. 247 000 Jaffa—Jerusalem-Dahn ... 231000 xus. 4 530 000 Die Hälfte dieser Summe tat nicht verzinslich, auch ist bisher noch keine Rückzahlung verlangt worden. fn den Lasten sind nicht enthalten, die laut Friedens• vertrag für türkische Vorkrlcgsschuldcn zu zahlenden Summen. Die weiteren Erfordernisse Das Land braucht dringend weitere Hilfe?dr Enfwicklung, besonder* gilt dies für die Landwirtschaft. Die Regierttng muß Kapital beschaffen, um die Gründung einer Agrarkredithank zu ermöglichen, eine Zuehtdatron errichten, Wälder pflanzen, Sümpfe nustrocknen usw. Weitere Chausseen sind ln verschiedenen Distrikten zu bauen, ebenso Schul• gebäude usw. Das Ocld, dns von den Kronnnwiilten geliehen wurde, muß rückgczahlt werden. Für all diese Zwecke ist «ine Anleihe von 2>/j Millionen Pfund geplant. Ebenso Ist der Bau eines modernen Hafens beabsichtigt, der aber wahr• scheinlich durch eine separate Anleihe finanziert werden wird. * Anmerkung der Redaktion: Aus dieser Dar• Stellung geht zunächst hervor, wie sehr Pa'astina der engltschen Regierung verpflichtet ijt, Kronanwalte und Kriegs- Verwaltung haben zusammen 3639 000 Pfd. von den aufgezählten ״Assets“ (Aktivs) im Werte von 5 245ÖOO Pfd. beigeateuert, das sind genau 70•/». Außerdem verlangt die KricgsvcrwalUing vorläufig keine Zinsen und Rückzahlung. Es ist vom politischen Standpunkt aus überaus wichtig zu konstatieren, daß nicht die heimische Bevölkerung aus ihrer eigenen Kraft jene Investitionen ausführen konnte, s.zn* dern die Mandatsmacht England es war, der sie zum größten Teil zu verdanken sind. Die. Aufstellung der Administration ist trotz der ge•;gebcncn Eiuz.elziifern jedoch durchaus unklar, im Texte wird gesagt, daß die Regierung Gehler der Dcitc publique im Betrage von 476 000 Pfd., die wegen Verzögerung des Friedensvertragen mit der Türkei nicht abgelicfcrt worden waren, :",5gegeben hat. Wir finden diese Summe nicht unter den Passiven, sondern dort ist nur die Bemerkung zu finden, daß alle Lasten, die aus dem Friedensvertrag stammen, darin nicht enthalten sind. Diese Lasten wurden nach dem Vertrag von Sivres mit 200000 Pfd. pro Jahr veranschlagt und sind im Vertrag von Lausanne sicher nicht geringer ge•! worden. Wie die erwähnten Gelder der Dctte publique zu verrechnen sind, müßte gleich falls heute der Administration sclton bekannt sein. Jm ganzen genommen ist die Bilanz keine sehr erfreu-!liehe. Wir wollen diese in Mitteleuropa nicht übliche Art der ״kaufmännischen“ Bilanz,wifstclhtng, die den Wert von Straßen als Aktiva bucht usw. nicht tu ihren Grundlagen kritisieren, da sic jedenfalls nützlich und belehrend, wenn auch nicht viel besagend ist. Jedenfalls geht aus ihr hervor, daß in den 244 Jahren der Ziviladministration, über die berichtet wird, nicht mehr als 715(X» pfd, aus vom Landcsclbstaufgcbrachten Mitteln investiert Iwurdcn, wobei aber selbst diese Summe nicht aufzu• wenden möglich gewesen wäre, wenn die Zahlung der aus dem Friedcnsvcrtrag stammenden Lasten nicht hätte bisher aitfgescliohcn werden können, 750 000 Pfd. in 24,י Jahren entsprechen ungefähr 210000 Pfd. pro Jahr. Verglichen mit dieser Ziffer sind die jüdischen Investitionen in der gleichen Zeit enorm hohe. Allerdings ist ein direkter Vergleich nicht möglich und auch nicht haltbar, weil die Art der Investitionen verschiedenen Charakter haben und teilweise mit dem Jahresbudget verglichen werden müssen (wie z. B. hei Ausgaben für Schulet! und Spitäler), teils mit jenen der nichtjüdischen Bevölkerung (Landwirtschaft, Gewerbe usw׳.). Dennoch aber zeigt cs sich immer wieder, daß die M a nd a t a r nt a clt t der ja schließlich auch die moderne Administration;zu danken ist, die anders als die frühere türkische, die Einjbünftc des Landes zum Nutzen desselben anwendet und die jtlcr palästinensischen Regierung Geld vorstreckt —- und die Juden die Hauptfaktoren für die Modernisierung und Entwicklung Palästinas sind. Unsere Politiker haben immer nur die rein politischen und rechtlichen Fragen im Auge. Aus den Wirtschaftlichen Tatsachen könnten sie aber sehr starke Stützpunkte für unsere Politik gewinnen. Zu diesem Punkte gehört, wie diese Betrachtung zeigt, auch die Frage der Stellung der Zionistischen Organisation;zur Anleihe der Administration. Aus dem Bericht geht hervor, daß von der Anleihe, wenn sie endlich einmal heraus• gebracht werden sollte, über die Hälfte schon durch die nötigen Rückzahlungen an die Kronanwäite konsumiert ist,!Von dem Rest wird sicher ein erheblicher Teil auf Zahlungen nach dem Friedensvertrag, die durch Jahre au!gelaufen sind und vielleicht für die Schuld an die Dcttc publique, die allein fast eine halbe Million ausmacht, aufgehen. Weiter Ist es fraglich, ob nicht Defizite der laufenden Gebarung zu decken sein werden. Keinesfalls wird eine erhebliche Stimme übrig bleiben, wobei eine Rückzahlung der Schulden an das britische War Office noch ganz außer Berechnung bleibt. Es erlicht sich die Frage, ob die Juden, wie bisher immer betont w׳urdc, wirklich ein erhebliches Interesse an der Begebung der An• leihe haben und steh dafür bemühen sollen. Denn was von ihr in barem übrig bleiben könnte, wird von der ■ Regierung vor allem für eine Agrarkreditbank verwendet werden. Nach• dem, was bisher die Praxis der Verwendung von Geldern im Besitze der Administration war, ist anzunehmen, daß diese Bank für die jüdischen Ansiedler nur sehr wenig in Betracht kommen wird, schon deshalb, weil die Verwaltung aus lauter ״Unparteilichkeit‘1 in die Hände einer fiberwiegen* den arabischen Majorität gelegt werden dürfte. Bevor also die jüdischen Finanzlcuto und die künftige Investment Batik für Placierung der Anleihe bemüht werden, müßten fixe Zusagen der Regierung darüber vorllc gen, wii ale für Vergebung von Krediten und öffentlichen Arbeiten für die Juden aus ihren Geldern tun würden. a. b. Der HtMMterlcltl der Exctoiflvc für Oktober-* Dezember 1023 uni iter Keren Ibjcssdd Die palästinensische Exekutive legt den Bericht für da• erste Viertel des Jahre» 5534 vor. Die Ziffern der Ausgaben sind folgende: l andwirtschaftliche Kolonisation £P 6%m.m Einwanderung 7,850.686 Arbeiter 11,247.339 Erziehung 15,00,3.003 iladasfah (sanitäre Arbeiten) 530,י׳ 6,31 Versuchsstation 5,239.258 Handel und Industrie 1,587.0:9 Nationalbibiiothck 331.500 Technikum 557.393 Misraelii-Organlsation 1 3,778.937 Miszellen * 1,343.773 Administration 4,600,037 Zusammen ־W73J3U Wie die Ziffern zeigen, halten die administrativen Ausgaben keine 4 ״״ betragen. Da die Exekutive mir 75,433.159 £ vom Keren H.tjessod erhalten hat, mußte der Rest durch Darlehen aufgenontmen werden, die hauptsächlich für die Landwirtschaft verwendet wurde״ (Darlehen für Zwecke der Landwirtschaft 33,624.070). Außer den nusgcwUecnctt 65,283,233 wurden der Landwirtschaft noch 9,712.500, Ucbcrtrng vom vorigen Jahr die erst heuer nusqegcbcn wurden, zusammen rund 75,200.000 Pftiml überwiesen. Einwanderung: Zu ausgewiesenen 7.33t Pfd. kamen noch 2(2׳ aus diversen Einnahmen. Dieser Zweig erhielt ins• gesamt 3.142 Pld. Erziehung: Die 15.000 Pfd. für drei Monate sind dem Departement nur kreditiert worden, ausgezahlt wurden nur 9.339 Phi. und 2.639 auf das Defizit vom vorigen Jahr. Versuchsstation: Von .*׳״gewiesener Summe waren 2,303 Pfd. auf Rückstände des vorigen Jahre* gezahlt. Wir schon neimrllch, wie durch die ungenügenden Ein• gänre des Keren liaiecsotl das Budget wesentlich gekürzt werden mußte. Trotzdem zirka 50.0)0 PU. atisgelichen wer• den mußtet!, konnte das Budget nicht chtgchaitcn werden. Allerdings ist xu bemerken, daß das Defizit nicht ganz so arg aussieht, wenn man berücksichtigt, daß die Landwirtschnft nicht >4 ihres Budgets, sondern nahezu »,4 in diesem Quartal erhalten hat, was nötig war, um endlich die Land• Wirtschaft am Anfang ihres Atbciisjahrcs instand zu setzen, das Programm für diese* durclmt.'ührcn. Das Pnläslinahudgct des Kongresses für das Jahr 5681 betrug bloß für das laufende Budget (ordentlicher Etat) und ohne Schulden (dem Rückstand von 5633) rund 330.003 Pfd, für das Vierteljahr, *Iso 33.000 Pfd. Dazu kommen noch >׳* von 54.000 Pfd. des Fehlbetrages von 5533, E* sind int ersten Quartal aber nur 73.0'03 überwiesen worden, und im Januar wieder mir zirka 24,000 Pfd. Da Defizit des ordentlichen Budgets sowie die Minder• leist ung gegen da» Kongreßprogramm ver• größert sich daher von Monat zu Monat. Diese Situation ist ganz unhaltbar. Der Keren Hnjessod hat wra 1, Oktober 1923 bis 31, Januar 1921 — vier Monate — 15,830 Pfund eingenommen, indes ein Drittel des Kongrcßltudget* (von 531,000 Pfd.) 173.000 Pfd. erforderten. Er hat also in diesen vier Monaten um 60.000 Pfd., da* sind um 33 ״,* weniger, als da* Budget erfordern würde, tingenommen. Werden die Einnahmen nicht steigen, so hicilat auch wettur mir eine radikale Kürzung aller Budgetposten übrig. Wo» die» bedeutet, braucht wohl nicht erst auageführt zu werden. Edntiiiistrafiott Her offizielle Bericht 1114er das Budget Aus diesem entnehmen wir folgende Angaben: Das Budget von 1921 — 1924 Finanzjahr Einnahmen Ausgaben 1. April bis 31, März £E ־ £!•: 1921/22 1,997.000 1,881.000 1,837.000 0(1,7/4.01 23׳ 1922 1923/24 (Schätzung) 1,767.020 1,763.000 Im nächsten Jahre werden die Zahlungen de* nach dem Friedcnsvcrtrag auf Palästina entfallenden Anteil» auf die türkische Vorkriegrschnld beginnen, Dagegen ist diese* Jahr eine Zahlung von OS,OCX) Pfund auf den Kauf der Jaffa—Jcrttsalcin-Eiscnbahn aus den Einnahmen geleistet worden, die eine Kapilalsinvcstition ist und *ich nächste* Jahr nicht wiederholt. Aber die Zahlung für die türkische Schuld wird viel höher sein als diese 93.009 Pfd., 80 daß die finanzielle Situation sielt verschlimmern wird. Die Schwierigkeiten find hauptsJchiich dem Rückgang der Eingänge aus dem Ö8cher ztmwchrciben. Dieser betrug: £E 391.000 21־19:0 279.000 1921/22 (203.001 23׳ 1922 19.3/24 (Schatzung) 180.000 Dieser Rückgan״ Ist verschuldet durch den *tarken Fall der Schätzpreise. Diese waren z. B. bei Weizen 1920t 22</s miil,, 1923 (P/4 mill. usw. Die Eisenbahnen Auel! hier ist ein Rückgang der Einnahmen zu verzeichnen. Teilweise w׳«gen Verminderung der Garnison, teilweise wegen der Konkurrenz des Automobil*, aber auch wegen des all• gemeinen Rückgangs de* Handel*. Die Einnahmen waren! 1921/22 £E 557,000 19:2331 ״ 23־׳.(XK) Es wurden daher?ehr einschneidende Sparmaßnahmen ein* geführt. Die Zahl der Angestellten wurde von 4921 (1921) auf;303 (19:3) reduziert. Die Ausgaben fielen von 527.000 Pfund (1021/22) auf 330,000 Pfd. (1923/24). Die Frachtraten wurden Itn April 1923 «tack reduziert, aber, wie erwarfet, brachte der dadurch verstärkte Handel ein? Zunahme statt einer Abnahme der Einnahmen. Diese werden für 1023/24 auf 415.(KW Pfd. geschätzt, «.׳** ritten Ueberfchuß von 30.000 Pfd. ergaben würde! illerding* ohne Verzinsung und Amortisation def, Anlagekapitals za ver• *mdtlsgen. Andererer!(* leisten die Eisenbahnen der AdmlnWration Dienste, die nicht vergütet werden. Die Ziffern enthalten nicht das Budget der Sinai-Eisenbahn von Kantara nach Rafa, die aber das Palästinabudget nicht berührt. Tabak Eine andere Ursache der Abnahme der Einnahmen Hegt in der Abnahme des Tabakimports wegen der wachsenden Eisenerzeugung. Der Zoll Ist sehr hoch, 43 Piaster per Kilogramm. Der Züchter zahlt keinen Oseher, nur eine Taxe von 2 Pfd. per Dunam. Wenn der Ertrag mit 45 kg per Dunam angenommen wird, *0 ist da* Kilogramm mit 4,4 Piaster, bei 60 kg mit 3,3 Piaster belastet. Daher vermindert jede» Kilogramm, das gepflanzt und weniger Importiert wird, die Einnahmen der Administration. Auch durch den Schmuggel, obzwar derselbe durch die ergriffenen Schutzmaßnahmen stark, vermindert ist, entgehen der Regierung Einnahmen. Ersparnis«! Solche wurden in großem Ausmaße durchgeführt. Die Zahl der britischen Beamten wurde stark vermindert, da die, erste schwere Arbeit der Einführung einer neuen Admlnistration und Schulung der Kräfte dazu beendet ist. Die Gesamtzahl der Beamten war Im April 1921: 377, und wird April 1924 nur 271 betragen. * Anmerkung det Redaktion: Wie schon mehrfach hervorgelir.brn, ht das Budget der Administration ein außerordentlich bescheidenes. Die Einnahmen sind — besonder* wenn man diejenigen für Eisenbahn und Pott ausschcldet — deshalb so gering, well ts fast keine Steuern gibt. Die Einnahmen aus dem Oseher fallen unausgesetzt. Würde die Regierung diese Steuer absdtnffen und durch eine Bodenstctier ttiv.l Bodenrentcnstcucr ersetzen, so würden nicht nur die Ein• nahmen fielt bedeutend erhöhen, sondern dies atich eine gesunde fknlcupoü'ik darstellcit in der Richtung einer Fördcritng der Intensivierung der Kulturen und Senkung der Bodcnprcisc. Der Oseher ist, wie schon oft ausgeführf, eine Steuer gegen die Intcirdvlcrtng. Da er vom Rohertrag (Ernte) ciitgehobcn wird, so berücksichtigt er nicht die Auf• Wendungen, die für dessen Erzielung gemacht wurden, die natürlich bei intensiver Kultur absolut und aucit relativ höher »in:!, ais bei extensiver. Ferner ist es ein ungesunder Zu• Stand, daß die Hauptstütze der Einnahmen in den Zollertrügen liegt. Im Jahre 1922/23 betrugen diese — wenn man die Einnahmen aus Post und Eisenbahn, denen ent• sprechende Ausgaben gcRcniiberatchen, au* dem Budget nimmt — fast 50 <y* der Gesamteinnahmen der Regierung. Daß das Zollsystem die Entwicklung der. heimischen Pro• duktbu verhindert, weil aucit auf Rohmaterialien 12״,« gezahlt werden müssen, ist oit ausgcüilirt worden, außerdem aber belastet cs, wie aus diesen Ziffern zu ersehen ist. der. Konsum zu stark. Auf der anderen Seite ist ca bei einem solchen Aufbau des Budgets klar, daß die Regierung, solange sic nicht aus neuen vernünftigen Bodenstcuern größere Einnahmen ziehen wird, »ich schon aus fiskalischen Grün• den gegen elfte Reform <10® Zollsystems wehren muß! Man kann, wenn man zw!selten den Zeilen liest, erkennen, wie die Regierung die schöne Entwicklung der Tabakproduktion ״mit einem hritcrcn, mit einem nassen Auge“ betrachtet. Zwar Int sic diese Produktion dadurch gefördert, daß sic die Steuer darauf sehr minimal cinsctzte, dafür jammert sie nber über den Zoilcntqarig. Hieraus sieht man, in welch fatalem Zirkel sic sich befindet. Ermäßigt sie Zölle auf Rohmaterial usw. und gewisse Steuern, um die Produktion anzuregen, so verliert sie Einnahmen, die sie nicht entbehren kann. Auch aus diesem Grunde ist die Rtlorm der Bodensteuem außerordentlich wichtig. . . Wie »ehon in anderem Zusammenhänge ausgefuhrt, ist e* merkwürdig, daß die Administration nicht sngibt, wie hoe'1 die Summen sind, die auf dis türkische VorkricgsschuW von nun an 711־ leisten *ein werden. Diese Zahlungen werden das Budget der BegUmn.׳־ noch mehr in* Schwanken bringen und dadurch wird sie vielleicht doch dam •chreiten, die Sh'tirrqcsetze nt ändern. Diese wichtigen und für die Fortschritte de* Aufoau» unerläßlichen Reformen sollten Gegenstand des Studium* unserer Exekutive und de» Waad Leumi sein. *• ״• Das Sfcncrwcscn in PaUlstlna Die Steuer nttf unbewegliches Vermögen (Vtrgho) wurde nach dem türkischen Gesetz von *llcrt Bauplätzen, ob bebaut o.icr nicht, eingchoben, ferner auf alle Gebäude bemessen, entsprechend den Werten, und nach der Lage (stadt, Dorf), sowie ob die Bauten eigenbenützt oder verpachtet waren usw. Der niedrigste Steuersatz ist 4°/n״ das Maximum 10׳» 1) ,״׳״»). Die letzte Schätzung fand 1695/95 statt, und zwaf sicherlich nicht »ach exakten Methoden. Die tiitk'.sche Regierung erkannte die praktische Unbrauchbarkeit dieser Schiltzung, alter der Ausbruch des Krieges verhinderte jede weitere Aktion der Regierung, die bloß Ende 1914 die Schätz• werte de* Bodens um 55 ״'« und def Bauten um 51 ״,'« hinauf• setzte. Die Okkupallonsbehörde basierte ihr System auf das 30 Jahre alte der Türken. Jedoch wird bei neuen Boden• käufem oder Bauten die Besteuerung nach dem neuen, nicht nach dem chcma'lgen Wert berechnet. Im Jahre 1910 erließ die türkische Regierung eine yer׳ Ordnung, durch welche die Vergho auf die jährliche _Miet• retife und nicht auf den Wert von.Grund und Gebäuden basiert wurde. Unter diesem System zahlten die Eigner von Mühlen oder anderen Gewerbeuntemehmungen 9 •/«, andere wiederum 12 »׳« der Mictrentc. Das frühere System wurde dort »hgeschafft, wo dieses neue cingcführt wurde. Da dies Ir! den Distrikten Beirut und Jerusalem nicht der Fall war, führte die Okkinationsbehördc es auch dort nicht ein, aber die Schätzmeister ziehen e* in ihren Kalkulationen in Betracht. ״ , Die Summe, welche die türkische Rcgicrultg 1913 einnehmen sollte, war 145.000 «g, Pkt., nher cs war nicht möglich, mehr at* zirka die Hälfte ein/ubringen. Die gegen• wäriige Reeiertmg hat nie mehr eingctricben als die türkische. Fincr'der Gründe dafür waren die Zerstörungen durch den Krieg. Andere sind po’itNchcr Natur. Die Steuer auf Vielt (Aghnair) datiert zurück bi* auf die Zeit der Eroberung Pakäs'irta» durch die Araber. Steuer• beamte schützen da» Vieh während der Monate Februar und März. Die Steuer pro Kopf beträgt: Ziegen 4.S. Schafe 4,8, Knme'e 12, Büffel 12, Schweine 9 Piaster. Kamele, die für des Pflügen benützt werden, Und Tiere in ähnlichen wirt- GChaftilchcn Verwendungen sowie Haustiere sind steuerfrei. Dfs Steuer für die ottomanlsche Staatsschuld. Der türkische Erlaß von 1351 erlaubte der Staatsschulden• Verwaltung, Taxen zu legen aut Stemoelgcbühren, Salz. Alko* hol, Fischerei, Seide, Tabak, Zölle (Aulscliiag 3°'# des Wertes), sowie Sole! •und JsgdÜzcnzen. Der Vertrag von S&vres setzte fest, daß die Regierung von Palästina eine fixe Summe •יו die Schuldenvrrwaltung in Kon*tantinopel abftihren solh wIH• rend die elngchobenen Taxen Ihr verbleiben sollten. Manc. :